Max Selbiger
"Es handelt sich bei diesem Problem um den wissen-
schaftlichen Kernpunkt der gesamten Philosophie
und um die Grundfrage allen Wissens überhaupt."

- GEORG RUNZE -

"Auf die ersten und die letzten Terme geht der  nous,  die Vernunft, und nicht der  logos,  das Vermögen der Schlußfolgerung [ARISTOTELES, Nikomachische Ethik]. Der logische Gebrauch der Logik erfordert etwas anderes als die Logik: den  nous,  das denkende Vernehmen. Außerhalb davon ist das 'legein' [die Abstraktion] leer und bleibt in der Luft hängen. Diese Leerstelle der vom Denken abgetrennten Identitätslogik wird seit Jahrhunderten vom Irrlicht des  Begriffs  unsichtbar gemacht, das den trügerischen Eindruck erweckt, als wäre so etwas möglich wie ein identitätslogischer und doch gehaltvoller Diskurs. Aber dieser Fels der traditionellen Logik / Ontologie zerfällt zu Staub, wenn man ihn nur anrührt; dieser authentische Repräsentant einer vollen Logik ist nichts weiter als ein bunt zusammengewürfeltes Gebilde aus Kennzeichnungs- termen und Bedeutungen."           - CORNELIUS CASTORIADIS -

trenner

Abstraktion trenner Aktivität trenner Allgemeinheit trenner Alltag trenner Analogie trenner Anarchie trenner Angst Arbeit trenner Armut trenner Ausbeutung trenner Autonomie trenner Autorität trenner Bedarf trenner Bedeutung Besitz trenner Bewußtsein trenner Demokratie trenner Denken trenner Destruktion trenner Differenz trenner Dogma Egoismus trenner Eigentumtrenner Einheit trenner Energie trenner Erfahrung trenner Erkenntnis trenner Ethik Fortschritt trenner Freiheit trenner Frieden trenner Gefühl trenner Gegensatz trenner Gegenseitigkeit usw.

Worum es geht?
    - Es geht um M a c h t
    und die Frage, welches Prinzip regieren soll:
    die  gute  oder die  böse  Macht?
Dem Willen zur irrationalen [bösen] Macht steht in den meisten Bereichen des gesellschaftlichen Daseins kein adäquater Wille zu einem bestmöglichen gewissenhaften Bewußtsein [und damit der  guten  Macht] gegenüber und so muß sich niemand wundern, wenn hehre Ideale und moralisches Empfinden fast nur noch zur Ausbeutung naiver Gutgläubigkeit mißbraucht werden und ansonsten keine Bedeutung mehr haben.

Wo sich irrationale Willkür also unreflektiertes, unbewußtes und automatisiertes Denken und Handeln mit Macht mehr und mehr ausbreiten kann, werden die etablierten Ordnungssysteme fragwürdig. Ob ein Regierungssystem den Namen "Demokratie" verdient oder nicht, hängt in erster Linie davon ab, ob und wie Macht begründet wird. Das Prinzip der Rechtfertigung ist aber unmöglich ohne auf breiter Basis akzeptierte Kriterien zur Beurteilung von vernünftigen  Einsichten,  denen gesetzliche und moralische Geltung verschafft werden soll.

Bei der Frage nach dem Niveau eines Bewußtseinszustandes, d. h. die Ich-Zustand eines Individuums, geht es um Logik, Vernunft, Moral. Die Gewalt kommt ohne derartige Prinzipien aus.

Es geht also um nichts weniger, als um die Rettung der Menschlichkeit, denn die Fähigkeit zu menschlicher Vernunft, muß mehr sein, als bloßer Verstand, so daß der  Wert  der Dinge und nicht nur ihre bloße  Existenz  berücksichtigt wird. Eine solche Existenz getrennt von der Bedeutung, die etwas für jemanden hat, ist unmöglich, wenn Menschen nicht nur vollautomatisierte Tomaten und moralische Prinzipien nichts weiter als ein verlogenes Affentheater sein sollen, mit dem ein Teil der Gesellschaft dem anderen etwas "vormacht".

Die Spinner sind überall, nicht nur unter den egoistischen Erwerbsstrebern und Nützlichkeitsaposteln, leichtgläubigen "Esoterikern" oder sonstigen unterbelichteten Vollidioten, die außer Betrug und Täuschung nichts gelernt haben. Pseudo-Intellektuelle, die immer noch einseitig gewissen altgriechischen Identifizierungsmethoden folgen, können sich als glaubwürdige Schlaumeier gebärden, weil die Masse der Bevölkerung von früh bis spät aus allem möglichen Kanälen mit scheinrationalem Unfug eingelullt wird. Diese Opfer eines pseudo-elitären Machtspiels haben keine Ahnung davon, daß sie mit Lügen und Verdrehungen an der Nase herumgeführt werden von ehrgeizigen Profitlingen, für die es keine andere Wahrheit gibt, als den eigenen Vorteil, auch wenn das selbstverständlich nicht zugegeben wird. Sie haben keine Ahnung davon, daß den meisten der etablierten Meinungsverbreiter der Machtsysteme eigentlich die geistigen Grundlagen fehlen, um etwas anderes als Verwirrung zu produzieren.

Soll der Kampf gegen Willkür und Gewalt erfolgreich sein, dann muß das Prinzip der vernünftigen Einsicht in gute Gründe Vorrang haben und niemand soll sich einbilden, daß das primär und prinzipiell die finanziellen sind. Wenn es darum geht, die Prioritäten für Recht und Ordnung festzulegen, dann muß der Grund, also die Rechtfertigung, wichtiger sein, als das bloße Vermögen, also die Macht, etwas tun zu können. Deshalb ist es auch von größter Bedeutung, daß keine entscheidenden logischen Fehler gemacht werden [von denen der größte die willkürliche Vermengung von Psychologie und Logik darstellt], denn gegen Gewalt läßt sich nur mit Mitteln der Vernunft etwas ausrichten, wobei die prinzipielle Auseinandersetzung von Bewußtsein und Unbewußtem durchaus auch einmal eine Pause zur Erholung verträgt. ;-)

In den zivilisierten Industriegesellschaft hat sich das Gewaltpotential seit den letzten beiden großen Weltkriegen immer mehr von der physischen Gewalt auf die psychische, geistige verlagert und tritt in Form von Manipulation der verschiedensten Machart in Erscheinung. Der größte Betrug versteckt sich dabei hinter falschen Tatsachen und das sind solche, die eine objektive, allgemeingültige, quasi "naturgesetzliche" Wirklichkeit vortäuschen, die es nicht gibt und nicht geben kann. Die objektive Welt der "Zahlen und Fakten" ist eine neutrale Welt in der der identitätslogische Setzungsprozeß ausgeklammert wird. Diese Welt ohne Moral darf mittlerweile mit gutem Grund als Ergebnis einer perfiden Verlogenheit betrachtet werden, die nur dem ungerechtfertigten [und damit "bösen"] Machterhalt dient.  So  geht Verschwörung!

Das "Sein" bestimmt nicht das Bewußtsein, denn das bloße "Sein" ist in seiner Fiktionalität nichts als Gewalt, rohe natürliche Gewalt, die erst durch ein "Sollen" menschlich wird. Dieses "Sollen" darf aber selbst kein Betrug sein, in dem das moralische Verantwortungsgefühl von unbedarften Zeitgenossen als Mittel zum Zweck mißbraucht wird. Ein derart pervertierter Idealismus hat lange genug die braven und pflichtbewußten Leute auf dieser Welt irregeführt. Jetzt wird es wieder einmal Zeit für eine Neubewertung der etablierten Ansichten, für eine Umwertung aller Werte, so daß das zur Zeit gültige Ansehen vieler Leute im öffentlichen und privaten Leben auf ein zutreffenderes Maß zurechtgerückt werden kann.


im Juli 2013
Werner |G| Petschko


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