Handel
David Hume - Von der Handlung
p-2siehe auch Produktion, Markt, Konsum, Konkurrenz, Ökonomie, Profit, Wert, Gerechtigkeit

001 Der Wert einer Ware kann nicht angemessen bestimmt werden, deshalb kann kein Tauschhandel gerecht sein. Der individuelle Güter- und Warenaustausch kann nicht ohne Profit stattfinden.

002 Der objektive Tauschwert steht einem subjektiven Gebrauchswert gegenüber.

003 Die objektivierte Arbeit wird zur Ware. Ware ist immer schon objektiviert, um sich für den Tausch zu eignen.

004 Wenn jemand kauft oder verkauft, so tauscht er, äußerlich gesehen, mit einer anderen Einzelperson, aber in Wirklichkeit findet ein Tausch zwischen ihm und dem Markt als Ganzem statt.

005 Die Dinge haben nur Tauschwert und keinen Realwert.

006 "Wirtschaftliche Güter sind solche Sachen, die nicht freie Güter sind, zweitens die 'Dienste', d.h. die von einer Person einer anderen auf deren Rechnung entgeltlich im Wege des Tausches geleisteten Aufwände von Körperenergie; und drittens die 'Rechte und Verhältnisse' einer oder mehrerer Personen gegenüber einer oder mehreren Personen der gleichen Wirtschaftsgesellschaft."

007 "Wenn du etwas tust, das ich will, dann tue ich etwas, was du willst." - Das ist die allgemeinste Form der Tauschbeziehung.

008 "Der Tausch darf nicht als einziges gesellschaftliches Organisationsprinzip der Wirtschaft gesehen werden. Dahinter steht z.B. ein Bedrohungssystem, das Bestandteil der Rechtsordnung ist. Solange kein angemessener Schutz des Eigentums und keine Durchsetzbarkeit von Verträgen gewährleistet ist, kann sich kein ökonomisches System entfalten."

009 Die Entwicklung des Handels hat das Bürgertum stark gemacht.

010 Der Tausch muß ein Akt der Gerechtigkeit sein. was aber ist der Wert eines Produktes?

011 Der gleiche Wert der Tauschprodukte ist die notwendige Bedingung eines gerechten Handels.

012 Die entstehende Warenproduktion machte den Handel notwendig und damit die Geldwirtschaft.

013 Der Zwischenhandel wirkt verteuernd.

014 Der Handel hat das Anrüchige eines rein parasitären Berufes.

015 Der Handel verwandelte sich aus einer gemeinsamen in eine private Angelegenheit.

016 Sprechen ist der Tausch von Wörtern.

017 Im Tausch vollzieht sich die kapitalistische Ausbeutung.

018 Der Zoll ist der Schutz einheimischen Handels gegen fremde Einfuhr.

019 Wer keinen Handel nach außen treibt, bedarf auch keines Geldes.

020 Das Eingetauschte muß wertvoller sein, als das Hergegebene und dasselbe muß auch für den Tauschpartner gelten.

021 Wert ist immer ein Wert "für mich" und eine nicht ohne weiteres quantifizierbare und von mir ablösbare Größe.

022 Ausgetauscht wird das Überflüssige.

023 In jeder Form der Interaktion werden Werte getauscht.

024 Jede Kommunikation ist ein Austausch von Signalen.

025 Zum Kapitalismus gehören die vom Tauschwert infiltrierten menschlichen Beziehungen.

026 Die soziale Ordnung ist auf die Wechselseitigkeit des Tausches gegründet.

027 Jedes Produkt hat zugleich einen Gebrauchs- und einen Tauschwert.

028 Allgemeinheit und Gesellschaftlichkeit stellt sich erst im Tausch ein.

029 Abstrakte Zahlenverhältnisse machen die quantitative Proportionierung der Waren für Tauschzwecke möglich.

030 Der Klassifikationslogik entsprechend werden verschiedene Produkte in Bezug auf ein zählendes Bewußtsein gemessen.

031 Für den Händler ist der schlechteste Handel immer noch besser, als die beste Arbeit.

032 Es gibt nur einen wirklichen Tauschwert und das ist die Arbeit.

033 Die Tauschwerte verdrängen immer mehr den Gebrauchswert.

034 Nur die Arbeit bestimmt den Wert aller Dinge.

035 Die Produktion wächst immer schneller, als die Absatzmöglichkeiten.

036 Arbeit ist nur Tauschwert produzierende Arbeit.

037 Im Tausch vollzieht sich die Abstraktion.

038 Produkte werden immer nur mit Produkten gekauft oder mit Dienstleistungen. Geld ist nur das Medium, durch das der Tausch erfolgt.

039 Jeder Händler ist notwendigerweise ein Spekulant.

040 Der Tauschwert ist das quantitative Verhältnis, worin sich die Gebrauchswerte der einen Art gegen andere Gebrauchswerte austauschen lassen.

041 Als Gebrauchswert sind die Waren von verschiedener Qualität, als Tauschwert sind sie verschiedener Quantität.

042 Der Warenaustausch beginnt, wo die Gemeinwesen enden.

043 Die Überschüsse an Gebrauchswerten verwandeln sich in Tauschwerte und damit in Geld.

044 "Wo Gleichheit ist, ist kein Gewinn."

045 Der Warenaustausch schafft keinen neuen Wert hinzu.

046 "Der Austausch ist seiner Natur nach ein Vertrag, der auf Gleichheit aufbaut, d.h. zwischen zwei gleichen Werten zustande kommt. Er ist also kein Mittel sich zu bereichern, da man ebensoviel gibt, wie empfängt."

047 Die Freiheit der Arbeit ist wertlos ohne die Freiheit der Nutzbarkeit und des Austauschs.

048 Niemand kann alle Produkte, die er benötigt, selbst herstellen, weswegen er den Ertrag seiner Arbeit gegen die von ihm benötigten Dinge eintauschen muß.

049 Der Handel wird eine Quelle der Macht.

050 "Ehemals sah man mit ehrlicher Vornehmheit auf die Menschen herab, die mit Geld Handel treiben, wenn man sie auch nöthig hatte; man gestand sich ein, daß jede Gesellschaft ihre Eingeweide haben müsse. Jetzt sind sie die herrschende macht in der Seele der modernen Menschheit, als der begehrlichste Teil derselben. Ehemals warnte man vor Nichts mehr, als den Tag, den Augenblick ernst zu nehmen und empfahl das 'nil admirari' und die Sorge für die ewigen Anliegenheiten; jetzt ist nur 'eine' Art von Ernst in der modernen Seele übrig geblieben, er gilt den Nachrichten, welche die Zeitung oder der Telegraph bringt. Den Augenblick benutzen und, um von ihm Nutzen zu haben, ihn so schnell wie möglich beurtheilen! - man könnte glauben, es sei den gegenwärtigen Menschen auch nur Eine Tugend übrig geblieben, die der Geistesgegenwart. Leider ist es in Wahrheit vielmehr die Allgegenwart einer schmutzigen unersättlichen Begehrlichkeit und einer überallhin spähenden Neugierde bei Jedermann. Ob überhaupt der 'Geist' jetzt gegenwärtig, sei - wir wollen die Untersuchung darüber den künftigen Richtern zuschieben, welche die modernen Menschen einmal durch ihr Sieb raiten werden. Aber gemein ist dies Zeitalter; das kann man schon jetzt sehen, weil es Das ehrt, was frühere vornehme Zeitalter verachteten; wenn es nun aber noch die ganze Kostbarkeit vergangener Weisheit und Kunst sich angeeignet hat und in diesem reichsten aller Gewänder einhergeht, so zeigt es ein unheimliches Selbstbewußtsein über seine Gemeinheit darin, dass es jenen Mantel nicht braucht, um sich zu wärmen, sondern nur um über sich zu täuschen. Die Noth, sich zu verstellen und zu verstecken, erscheint ihm dringender, als die, nicht zu erfrieren."

051 Das Gefühl der Schuld hat seinen Ursprung im Verhältnis zwischen Käufer und Verkäufer, zwischen Gläubiger und Schuldner.

052 Der Egoismus ist die Seele des Handels.

053 Die Handelsfreiheit hat an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung die offene, unverschämte und direkte Ausbeutung gesetzt.

054 Damit ein Tausch zustande kommt, muß vom konkreten Gebrauchswert abstrahiert werden, so daß Tauschwert entsteht.

055 Der Wert verflacht zum Preis.

056 Der Tausch kommt nur dann zustande, wenn ein gegenseitiges Bedürfnis vorliegt.

057 Der Austausch ist die zentrale Verkehrsform der kapitalistischen Wirtschaft.

058 Das Motiv des Austauschenden ist der Egoismus.

059 Grundbedingung des Tausches ist die Gleichwertigkeit der getauschten Gegenstände.

060 Waren sind in der Regel verderblicher als Geld.

061 Dinge einander gleichsetzen bedeutet, ihnen einen Preis zuzuordnen, um sie so austauschbar zu machen.

062 "Es werden im sozialen Verkehr immer und notwendig bloß Rechte getauscht. Der Sinn jedes Austausches ist ein Wechsel des Eigentumsrechts."

063 "Wo alles veräußerlicht wurde, stechen unveräußerlichte Rechte sonderlich heraus."

064 "Niemand kann sich seinen Lebensunterhalt verdienen, außer durch Unehrlichkeit oder Grausamkeit, ganz gleich bei welchem Handel."

065 Die objektive Rationalität der Gesellschaft ist die des Tauschs.

066 Der eigene Handel wird durch den Schutz vor fremder Konkurrenz begünstigt.

067 Der Wert einer Ware verschwindet mit seiner Konsumtion.

068 In jede nicht auf unmittelbaren Selbstbedarf gerichteten Produktion, muß das Produkt als Ware zirkulieren.

069 Profite werden gemacht, indem etwas teurer verkauft wird, als es in der Produktion gekostet hat.

070 Der schlechteste Roman kann mehr Wert haben als das gründlichste Buch, da der Wert erst vom Verkauf abhängt, vom Geschmack des Publikums.

071 Die Zigarettenwährung hatte mehr schlecht als recht die Geldfunktion übernommen.

072 Die Konkurrenz ist das Grundgesetz des Handels.

073 Prozess der Kommerzialisierung und Industrialisierung.

074 Die Lieferung der Produkte benötigt mehr Energie, als die Produktion selbst.

075 Im Handel wird gekauft, um teurer zu verkaufen.

076 Produkte sind im Tausch unmittelbar vergleichbar.

077 Der Geldverkehr stellt die äußerste Form der Objektivierung dar.

078 Tausch von Gehorsam gegen Führung oder Sicherheit, von Anspruch gegen Belohnung, von Leistung gegen Leistung oder Vertrauensbeweis.

079 "In der großen Geldwelt ist der Taler des faulsten Reichen gewinnbringender als der des Armen und Arbeitsamen."

080 "Bei einem Tausche würde es nur dann ehrlich und rechtlich zugehen, wenn jeder der beiden Tauschenden so viel verlangte, als ihm seine Sache wert scheint, die Mühe des Erlangens, die Seltenheit, die aufgewendete Zeit usw. in Anschlag gebracht, nebst dem Affektionswerte. Sobald er den Preis in Hinsicht auf das Bedürfnis des anderen macht, ist er ein feinerer Räuber und Erpresser."

081 Die Warenabstraktion wird oft als gordischer Knoten der gesamten Form und Entfremdungsphänomene bezeichnet.

082 die allgemeine Anwendbarkeit und damit Verkaufbarkeit.

083 Der Wunsch etwas zu kaufen wird in vielen "primitiven" Gesellschaften gar nicht begriffen.


zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.