Ökonomie
Robert Liefmann - Das Wesen der Wirtschaft
siehe auch Arbeit, Produktion, Konsum, Bedarf, Handel, Markt, Profit, Wert, Interesse, Kapitalismus

001 Keine Empfehlung, die Wirtschaftsforscher aussprechen oder niederschreiben, ist ohne weltanschauliche Prämissen möglich. Diese sind notwendig außerökonomischer Art.

002 Ökonomie ist lediglich getarnte Politik.

003 Die Ökonomie ist die Wissenschaft der Interessen.

004 "Die Jünger des harmonie-ökonomischen Liberalismus leben in der vollkommen weltfremden Vorstellung von gewissen natürlichen Gesetzen, nach denen die Produktionsfaktoren ständig dahinströmen, wo sie am meisten gebraucht werden, nach denen das Kapital den wirtschaftlichsten Verwendungen zustrebt, nach denen jeder bekommt, was er verdient, der Arbeitslohn sich auf sein natürliches Niveau einstellt und überhaupt alles in schönster Ordnung vor sich geht."

005 Die Nationalökonomie ist hauptsächlich die Ausführung einer bestimmten Rechtsordnung.

006 Es gibt keine Ware, deren Produktion unter allen Umständen die gleiche Arbeitskraft erfordert. Deshalb gibt es auch keinen unveränderlichen Wertmesser zur Messung von Arbeit.

007 "Nationalökonomie ist kein System von experimentell beweisbaren 'Naturgesetzen', die eine Voraussage zukünftiger Reaktionen erlauben und an jedem Ort und zu jeder Zeit gültig sind. Vielmehr ändern sich die nationalökonomischen Grundsätze mit den Sitten und Entwicklungsstufen der Menschheit. Nationalökonomie ist keine objektive, über den Dingen stehende Beschreibung wirtschaftlicher Phänomene. Alle bisherigen Theorien hatten einen Zweck, der sich einer genauen Erklärung oder Analyse entzog - einen ethischen oder staatserhaltenden Zweck - die Verteidigung einer vergangenen, bestehenden oder vorgeschlagenen künftigen Kultur. Nationalökonomie ist schließlich kein Lehrgebäude, das völlig losgelöst von den anderen Aspekten des menschlichen Verhaltens, also etwa der Politik, des ethischen, sozialen, ästhetischen oder religiösen Lebens betrachtet werden kann."

008 Die beherrschenden Variablen in allen ökonomischen Systemen sind Werte.

009 Es gibt keine Wirtschaft im leeren Raum. Wenn nationalökonomische Lehren überhaupt einen Sinn haben sollen, dann müssen sie aus der Perspektive einer bestimmten gesellschaftlichen Ordnung und in Verbindung mit menschlichen Verhaltensweisen gesehen werden, die nicht nur auf die Erhaltung der Existenz abzielen.

010 "Daß die Ausklammerung der ethischen Relevanz des zu realisierenden Zwecksystems die 'gesamte' ethische Problematik zum Verschwinden bringt, ist der Kardinalirrtum des normativ-ökonomischen Denkens."

011 Die Technostruktur ist Beherrscher der Wirtschaft. Das gilt für Kapitalismus wie Sozialismus.

012 Die Frage der Quantifizierbarkeit der Bedürfnisse ist von elementarer Bedeutung für die Ökonomik.

013 "Die Ökonomik ist die Wissenschaft nicht von Motiven und Zwecken, sondern lediglich von Mitteln, die Wirtschaft ist ein System von Mitteln."

014 Die Kosten oder das Arbeitsopfer sind nicht auf das 'einzelne' Individuum bezogen zu verstehen, sondern auf den durchschnittlichen Aufwand.

015 Den allgemeinen Beteuerungen der meisten führenden Nationalökonomen nach hat es die Wirtschaftswissenschaft nur mit dem 'Sein', nicht mit dem 'Sollen' zu tun.

016 "Wie man über den Wert urteilt, muß man aber, wenn man folgerichtig bleibt, letztlich über die Wirtschaft urteilen. Es ist der Charakter der Dinge in der Wirtschaft, seine Gesetze sind für die politische Ökonomie das, was die Schwere in der Mechanik ist."

017 "Die quantitativen Wirtschaftswissenschaftler versuchen, die Ökonomie möglichst 'wertfrei' zu halten, als ob sich ihre Themen nach den unveränderlichen Gesetzen des Universums richteten und nicht die Manifestierungen des gesamten chaotischen, unberechenbaren Verhaltens der Gattung Mensch wären."

018 "Das Problem der 'Entscheidung' ist kein 'rationales', sondern ein 'existenzielles' Problem. Für seine Lösung ist daher die empirische Wissenschaft nicht zuständig. Die 'ökonomische Ideologie', die den gegenteiligen Anschein erweckt, dient lediglich der 'Verschleierung dieser existenziellen Problematik."

019 "Das ökonomische Prinzip ist eine Leerformel, weil das in diesem Prinzip enthaltene Zweck-Mittel-Denken keine zulässige Trennung zwischen ethisch unerheblichen und ethisch bedeutsamen Sachverhalten erlaubt - damit entfällt die Möglichkeit einer rein ökonomischen Fragestellung."

020 "Cohen übernimmt die Fundamentalthese des Sozialismus und lehrt, unter der Bedingung kapitalistischer Wirtschaftsordnung mit ihrem Privateigentum an den Produktionsmitteln werde die Herrschaft über die Sache, die der formelle Inhalt des Eigentumsbegriffs ist, faktisch zur Herrschaft über jene Personen, welche als Lohnarbeiter in den Dienst des Kapitals treten müssen.  Herrschaft  sei der wahre Inhalt und Sinn des  Arbeitsvertrages , wie er noch immer auf seiten der Eigentümer aufgefaßt werde. Was bloße Ökonomie zu sein schien, ist also in Wirklichkeit Politik, eben ökonomisch fixierte, rechtlich neuerdings verschleierte Herrschaft. Vom Stand des Sklaven ab durch alle Stufen und Formen und Formen der Leibeigenschaft hindurch ist das Unrecht dieser ökonomisch erzwungenen, politisch-rechtlich am Eigentumsbegriff hängenden Herrschaft zu verfolgen; gegenwärtig manifestiere es sich in der Gestalt des modernen  absoluten  Arbeiters. Und da nicht das Institut des Privateigentums ewiges Recht ist, sondern die Unverletzlichkeit der Person, fordert Cohen die Beschränkung des Eigentums - nicht seine Aufhebung - als  Bedingung  der im Staat zu verwirklichenden Gerechtigkeit. Cohen fordert eine Form des Eigentums, die sicherzustellen vermag, daß der Arbeiter niemals bloß als Ware verrechnet werde, auch nicht für die sogenannten höheren Zwecke des angeblichen Nationalreichtums." - Hermann Lübbe, Neukantianischer Sozialismus in Hans-Ludwig Ollig, Materialien zur Neukantianismus-Diskussion, Darmstadt 1987, Seite 242

021 "Es ist sozusagen der Berufsirrtum des Ökonomikers das Problem der Kalkulation in den Mittelpunkt einer Debatte zu rücken, die an die Grundfesten der politischen Gesamtordnung rührt."

022 "Der ökonomische Liberalismus beruth auf dem Versuch, mit Hilfe des Zweck-Mittel-Denkens aus der ethischen Fragestellung einen autonomen Teilbereich abzuspalten, ihn ethisch zu neutralisieren und mit dem Instrumentarium des quantitativen Denkens zu bearbeiten."

023 Die ökonomischen, wie die politischen Wissenschaften haben das Funktionieren bestimmter Institutionen des gesellschaftlichen Lebens zum Gegenstand.

024 In jeder ökonomischen Definition ist der allgemeine Machtbegriff enthalten, d.h. ein gegebener Machtbereich und eine vorgegebene Zweckordnung.

025 Das Geheimnis des Wertaustauschs ist die Gleichheit, die gleiche Gültigkeit aller Arbeiten.

026 "Der Tausch darf nicht als einziges gesellschaftliches Organisationsprinzip der Wirtschaft gesehen werden. Dahinter steht z.B. ein Bedrohungssystem, das Bestandteil der Rechtsordnung ist. Solange kein angemessener Schutz des Eigentums und keine Durchsetzbarkeit von Verträgen gewährleistet ist, kann sich kein ökonomisches System entfalten."

027 "Da die ökonomische Aktivität, selbst wenn man die Entwicklung der Berufsverbände beiseite läßt, sich in Unternehmungen konzentriert - riesigen Herrschaftsorganisationen, in deren Innern sich ein subordinatives ökonomisches Recht behauptet, das nicht der Volkssouveränität untersteht und keine Beziehung zum Vertrag hat - und da sich zwischen den wirtschaftlich Starken und Schwachen keine Gleichwertigkeit der Rechtswillen entwickeln kann, so findet das System der  Erklärung der Menschenrechte  und des Code Napoleon schnell seine Gegner in eben jenen Kräften, für die es ausgearbeitet wurde." - Georges Gurvitch, Grundzüge der Soziologie des Rechts, Darmstadt und Neuwied 1974, Seite 200

028 Die Nationalökonomen bedauern auch heute noch, daß es erniedrigende und sinnlose Beschäftigungsarten gibt.

029 Gegenüber der Ansicht, daß die Wissenschaft versuchen sollte, eine "objektive Realität" hinter den Erscheinungen zu beschreiben, vertrat Mach die Auffassung, daß die Wissenschaft nur eine ökonomische Beschreibung der Beziehungen zwischen den Phänomenen zum Ziel habe.

030 In der Beziehung zwischen dem der kauft und dem der verkauft, sind die konkreten Unterschiede der Persönlichkeit ausgeschaltet.

031 "Das Prinzip des kleinsten Mittels ist nicht etwa ein Prinzip der kleinsten Ziele. Es verbietet nicht, sich die höchsten, fernsten und schwierigsten Ziele zu setzen, aber es gebietet, ihnen mit dem geringsten Aufwande und den geringsten Kosten zuzustreben, mit denen diese Ziele erreicht werden können."

032 Die Nationalökonomie ist keine Wissenschaft.

033 Was wirklich nach einer Lösung drängt, ist das ökonomische Problem, nicht das politische.

034 Eigentum hat weniger ökonomische als psychische Bedeutung.

035 Im Liberalismus ist der Mensch ein "homo oeconomicus".

036 "Die dogmatisch normative  Wissenschaft  des Rechts ist keine Wissenschaft, sondern eine konkreten Zwecken dienende  Technik."  - Eugen Ehrlich in Georges Gurvitch, Grundzüge der Soziologie des Rechts, Darmstadt und Neuwied 1974, Seite 116

037 Der Syndikalismus ist eine rein ökonomische Organisation.

038 Der ökonomische Liberalismus ist ein Wesensmerkmal der Industriegesellschaft.

039 Es gibt keine Entscheidung für ein bestimmtes Verhalten als einer rein ökonomischen Angelegenheit.

040 Die Technologie ist der Schnittpunkt zwischen Politik und Ökonomie.

041 Die Knappheitsprämisse ist die Grundlage aller Ökonomie.

042 In den meinungsbildenden Drucksachen schlägt die ökonomische Macht des Kapitalismus in politische Macht über.

043 Nicht ökonomische, sondern vielmehr moralische, an Freiheit und Menschlichkeit orientierte Maßstäbe müssen in den Mittelpunkt des sozialen Lebens gestellt werden.

044 Proudhon verstand unter Anarchie die Unterordnung der Politik unter die Ökonomie.

045 Die Nationalökonomie handelt von der Produktion, der Verteilung und der Konsumtion.

046 Die faktischen Unterschiede sind die ökonomischen.

047 "Das Überleben ist das auf die Gebote der Ökonomie reduzierte Leben."

048 Die Glücksgüter werden gewöhnlich ökonomisch betrachtet.

049 Menschen werden als ökonomische Einheiten behandelt, nicht als menschliche Wesen.

050 "Die Exekutive des modernen Staates ist bloß ein Komitee zur Erledigung der ökonomischen Angelegenheiten der Bourgeoisie."

051 Die Freiheit des Marktes ist der ökonomische Liberalismus.

052 Politik und Ökonomie sind nur zwei verschiedene Worte für ein und dieselbe Sache.

053 Die Entfremdung wurzelt in den ökonomischen Verhältnissen.

054 Konjunkturkrisen entstehen als Überproduktion oder Unterverbrauch.

055 Ökonomie war einmal das Wissen vom Haushalten, nicht Handhabung des Marktes.

056 Das Bankensystem funktioniert nur solange, wie die Konteninhaber ihr Geld nicht alle auf einmal zurückverlangen. Der Verdacht auf Bankrott führt den Bankrott erst wirklich herbei.

057 Die klassische Ökonomie behauptete die Wirtschaft folge ganz unabhängig vom menschlichen Willen ihren eigenen Gesetzen.

058 Die Politik ist ohnmächtig. Sie kann die ökonomische Realität niemals entscheidend verändern.

059 Die Philosophie des Wirtschaftswachstums gründet sich auf die Annahme, daß es keine Grenzen für die Warenmenge gibt, die der Mensch in seinem ureigensten Interesse konsumieren sollte.

060 Politische Gleichheit ohne ökonomische Gleichheit ist eine Lüge.

061 In der ökonomischen Sphäre ist der Besitz die Gewalt über Sachen.

062 Wirtschaftlichkeitsdenken ist das Prinzip mit begrenzten Mitteln maximale Ergebnisse zu erzielen.

063 Soziale und ökonomische Fragen lassen sich nicht objektiv nach dem Maßstab der Rationalität entscheiden.

064 Sprache und Logik als denkökonomische Prinzipien.

065 Der Gebrauchswert ist keine ökonomische Dimension.

066 Verkaufsförderung hat die Funktion den Konsum an die Produktion anzugleichen.

067 Das Alltagsleben wird vom ökonomischen Zwang beherrscht.

068 Menschliches Handeln ist mehr durch Interessen, als durch Prinzipien motiviert.

069 Das Geld ist die Verwirklichung der menschlichen Arbeit in abstracto.

070 Eines der schwierigsten Themen der Ökonomie war das, was Marx später den Mehrwert nennen wird.

071 Die menschliche Produktionsweise ist gesellschaftlich und kann mit individualistischen Modellen der klassischen Ökonomie nicht richtig dargestellt werden.

072 Die ökonomischen Probleme sind Probleme der Beziehung zwischen Produktion, Güteraustausch und Besitz.

073 Die Ökonomie ist eine Moralwissenschaft.

074 Die politischen Theorien stimmen nicht mit den finanziellen und ökonomischen Fakten überein.

075 Die Generalisierung ist von sprachökonomischer Bedeutung.

076 Es gibt keine Kausalität des Ökonomischen.

077 Herrschaft verkleidet sich als Produktion.

078 Jede konkrete Art von Arbeit schafft nur ein konkretes Gut, nur einen Gebrauchswert. Das allgemeine, das alle Waren vergleichbar macht, ist der Tauschwert, welcher die "abstrakte" Arbeit repräsentiert.

079 "Die Nationalökonomie drückt nur in ihrer Weise die moralischen Gesetze aus."

080 "Das Gemeinsame, was sich im Austauschverhältnis oder Tauschwert der Ware darstellt, ist also ihr Wert."

081 Außer wirtschaftlichen Interessen hat der Mensch noch Gedanken und Gefühle.

082 Der objektive Tauschwert steht einem subjektiven Gebrauchswert gegenüber.

083 "Als Gebrauchswert sind die Waren vor allem verschiedener Qualität, als Tauschwerte können sie nur verschiedener Quantität sein, enthalten also kein Atom Gebrauchswert."

084 Die Frage der Freiheit ist eine ökonomische eher als eine politische.

085 Die mächtigste menschliche Fähigkeit ist die Fähigkeit zu nähren.

086 Der ökonomische Grundwiderspruch ist der von Gebrauchs- und Tauschwert.

087 Die Synthese ist kein Medium das Denkens, sondern der Arbeit - nicht Logik, sondern Ökonomie.

088 Der Zwang der externen Natur besteht in der Gestalt des ökonomischen Mangels.

089 Die Nationalökonomie ist eine Geldreligion.

090 Die Methode der Quantifizierung verleiht der Wirtschaftswissenschaft den Anschein einer exakten Wissenschaft.

091 Die verschiedenen nationalökonomischen Lehrgebäude werden von Interessengruppen genutzt, aber auch mißbraucht.

092 Der Mensch hat für die Ökonomie seines Denkens die Logik erfunden.

093 Der Träger der Zirkulation ist das Geld.

094 Das ökonomische Kernproblem ist das Wertproblem. Die ökonomische Theorie ist in ihrer Essenz Wert- und Zurechnungslehre.

095 "Die Arbeit ist das einzige, wodurch Arbeit bezahlt wird."

096 Die Gewöhnung ist eine ökonomische Macht.

097 Die Hauptmethode für Untersuchungen in der politischen Ökonomie ist die Methode der logischen Abstraktion.

098 Um eine ökonomische Erscheinung, die stets unendlich vielgestaltig ist und unzählige Beziehungen hat, zu analysieren, muß man sie in ihrer Reinform darstellen, sie von allen unwesentlichen Merkmalen und Beziehungen lösen.

099 Begriffe, Formeln, Theorien und Methoden sind denkökonomische Leistungen.

100 Privatarbeit ist nicht allgemein-menschliche Arbeit. Nur insofern sie gesellschaftlich notwendig ist, enthält die Privatarbeit allgemein menschliche Arbeit.

101 Der Wert einer Ware kann nur im Austausch gegen eine andere Ware realisiert werden.

102 Die Frage ist, inwieweit Verteilung eher ein politischer, als ein wirtschaftlicher Prozess ist.

103 Der Hauptinhalt der Politik ist Wirtschaft, der Hauptinhalt der Wirtschaft ist Technologie.

104 Das Recht steht höher als die Ökonomie.

105 Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit sind gesellschaftliche Grundwerte.

106 Die Gesellschaftsordnung beruht auf einem System der abstrakten und quantitativen Arbeit.

107 Blinde und unkontrollierte ökonomische Mechanismen schreiben allen menschlichen Beziehungen ihr Gesetz vor.

108 Es ist der Wert, worauf sich jeder Unterschied bezieht, nicht das stoffliche Element.

109 Durch die Konkurrenz entsteht Verschwendung und Verlust.

110 Der völlige Individualismus ist unökonomisch, der völlige Kommunismus unfreiheitlich.

111 Die Wirtschaftswissenschaft ist die am eindeutigsten wertabhängige und normativste aller Sozialwissenschaften.

112 "Die Ökonomie ist keine Wissenschaft, sondern nur ein auf Werten gründender Komplex von Annahmen, der nur allzuoft als Wissenschaft propagiert wurde."

113 Die Wirtschaftstheorien schließen, wie alle Theorien, qualitative Unterscheidungen aus; die jedoch für das Verständnis der ökologischen, sozialen, bzw. psychologischen Dimension von entscheidender Bedeutung sind.

114 Ein Mensch ohne Geschäfte heißt auf griech. "Argus".

115 "Der politische Ökonom ist der theoretische Dolmetscher des Kapitalisten."

116 Die Wirtschaftswissenschaften behaupten die menschlichen Bedürfnisse in der materiellen Bereicherung.

117 die Idealisierungen der Ökonomie

118 Der engstirnige, quantitative Empirismus läßt alle inkommensurablen Größen und qualitativen Unterschiede außer acht und reduziert sie auf einen einzigen Koeffizienten, den des Geldes.

119 "Ökonomie ist keine Wissenschaft, sie ist nur Politik in anderem Gewand."

120 Das Begriffsinstrumentarium der Nationalökonomie war von Anfang an marktorientiert.

121 Zentrum des ökonomischen Denkens stehen die Marktphänomene.

122 Ökonomisch ist etwas nur innerhalb eines bestimmten Bezugssystems.

123 Ökonomie ist Handlungswissenschaft.

124 Seit unserer Kindheit hat man uns Erläuterungen ökonomischer Prinzipien ausgesetzt.

125 Über die Abstraktion "Opfer" werden Kapital und Arbeit künstlich und im Grunde willkürlich gleichgeordnet. (Strukturelle Gleichwertigkeit von Sparen und Arbeit - psychologischer Kostenbegriff)

126 Ökonomie geht vor Ökologie.

127 Das bloße Gerücht der Insolvenz führt tatsächlich zur Insolvenz der Bank, wenn es erst mal von genügend Kunden geglaubt wird.

128 Die Sprache ist das Hauptelement geistiger Ökonomie.

129 Die Nationalökonomie ist als ein großangelegter Versuch zu betrachten, das soziale Sollen wissenschaftlich zu konstatieren.

130 "Die Wirtschaftswissenschaften sind eine der letzten wissenschaftlichen Hochburgen, deren Anspruch auf Wissenschaftlichkeit noch nicht getrübt ist."

131 "Die Ökonomie muß der Ökologie den Vorrang lassen. Ökonomie für sich allein betreiben, heißt heute, eine Politik der verbrannten Erde, des Terracids, in Kauf zu nehmen."

132 Die Ökonomie hat nur einen Gegenstand, nämlich die Produktion und die Knappheit natürlicher Mittel.

133 Die ökonomische Basis des Staates ist die Versklavung von Millionen von Menschen.

134 Die Notlage der großen Menge muß um jeden Preis aufrechterhalten werden, damit genügend arme Leute übrig bleiben, die willig sind, sich für ein paar Mark zu verkaufen.

135 Der Zwang zum Broterwerb scheint für den gewöhnlichen Durchschnittsmenschen unausweichlich.

136 Das Geschäftsleben hat seine eigene Logik und Gesetzmäßigkeit.

137 Die Tendenz der profitorientierten Wirtschaft besteht darin, ständig Arbeit durch Kapital zu ersetzen.

138 Die Mehrheit der Menschen befasst sich eher mit Geschäften, als mit Studien.

139 Materieller Wohlstand allein macht nicht glücklich.

140 Preis ist nicht gleich Wert.

141 Die Grundlage der Wirtschaft ist der Kreislauf der Stoffe und nicht der des Geldes.

142 Die Frage der Eigentumsrechte steht im Mittelpunkt eines jeden Wirtschaftssystems.

143 Die Ökonomie macht die Leute konservativ.

144 Der Föderalismus ist eine ökonomische Kategorie.

145 Der Prozess, in dem Freiheit realisiert wird, ist ein ökonomischer.

146 Was die Nationalökonmomen Überproduktion nennen, ist nur eine Produktion, die die Kaufkraft der Konsumenten übersteigt.

147 "Die Grundidee des ökonomischen Liberalismus ist es, etwas 'Wirtschaftliches' im politischen Leben zu isolieren und dieses Wirtschaftliche in einem 'gesellschaftlichen' Wertmesser zu messen."

148 Die politische Ökonomie hat ihre logische Grundlage in der Wertlehre.

149 "Die menschliche Persönlichkeit läßt sich zu allerletzt mechanischen Gesetzen unterwerfen: das Menschenwesen ist und bleibt flüchtig und unberechenbar und findet stets wieder ein Schlupfloch aus den mechanischen Gesetzen und der materialistischen Dialektik, mit der verrückte Seelenkundler und hagestölzene Nationalökonomen es vergewaltigen wollen."

150 Die Nationalökonomie stellt nur eine Beschönigung der kapitalistischen Ausbeutung dar.

151 Der Staat ist der größte Arbeitgeber. Bundesbahn, Bundespost und die öffentlichen Dienste zählen zu den bedeutendsten Unternehmen.

152 Die Zukunft vorauszusagen ist im Grunde nicht die Aufgabe der Ökonomie.

153 Die soziale Frage ist nicht nur auf das ökonomische beschränkt.

154 Der Ungleichheit der Verteilung steht eine Ungleichheit der Initiative gegenüber.

155 Der ökonomische Sektor der Gesellschaft ist unzweifelhaft der konfliktwirksamste.

156 das alte, quantitative Wachstum.

157 Keine bloß materielle Neubestimmung der menschlichen Bedürfnisse wird auf die Dauer genügen. Die Menschen wollen nicht so sehr Dinge oder Gegenstände, sondern Gemeinschaft und ein Gefühl der Vertrautheit mit sich und der Welt. Der wirkliche Inhalt menschlicher Sehnsucht geht über alle ökonomischen Lösungen hinaus.

158 "Der Eigentümer kann seine Früchte am Stengel verfaulen lassen, er kann Salz in die Felder säen, die Milch seiner Kühe in den Sand laufen lassen, einen Weinberg in eine Wüste und einen Park in einen Gemüsegarten verwandeln, ganz nach seinem Gutdünken."

159 Ökonomische Bedeutung bemißt sich heute nach der Nützlichkeit für die Machtstruktur, nicht nach den Bedürfnissen aller.

160 Wann die Leute anfangen zu kaufen und zu verkaufen, darüber werden die besten Fachleute niemals eine zuverlässige Voraussage abgeben können.

161 "Nur durch die Trennung von Produktion und Konsum, die über das universelle Tauschmittel Geld vermittelt werden, ensteht Sozialprodukt. Das Flicken des eigenen Fahrrads, der Transport mit den eigenen Beinen kommen im Sozialprodukt nicht vor, sind keine Leistungen der 'Wirtschaft' und decken doch Bedürfnisse."

162 Das Existieren: bei Marx als Hunger und ökonomische Verhältnisse, bei Freud als Libido und Geschlechtliches.

163 In der Produktion werden organische Prozesse exakt berechenbar gemacht.

164 "Die Entwicklung der Wirtschaft drängt zu immer umfassenderer Vergleichung der Leistungen der verschiedenen Arbeitsmethoden, zur Universalisierung der Äquivalentform."

165 Entscheidungen sind existentieller Natur und daher nicht rationalisierbar. Auch die Ökonomie ist ein solcher Versuch der Rationalisierung, der aber keine Lösung des Wertproblems bildet.

166 "Die Wissenschaft denkt Naturobjekte nicht als Güter, sondern frei von der Verknüpfung mit Werten."

167 'Abstrakt', d.h. losgelöst von den qualitativen Dimensionen menschlicher Bedürfnisse und Gebrauchswerte.

168 Der Begriff des Ökonomischen wird bis zur Unkenntlichkeit gedehnt, wenn alle menschlichen Interessen, die irgendwie an äußere Mittel gebunden sind, in den Begriff einbezogen werden.

169 "Unser soziales Leben verläuft in Regelmäßigkeiten in dem Sinne wie Bäcker, Metzger, Zeitungsjunge etc. sich zur Stelle sind."

170 Pragmatisch fundiert, d.h. und Verwendung der Kategorien 'Zweck' und 'Mittel'.

171 "Im utilitaristischen Denken wird menschliches Handeln betrachtet, als liefe es von A - Z unter der Kontrolle des kaufmännischen Kalküls. Die einzelnen Bedürfnisse und die zu ihrer 'Sättigung' vorhandenen oder zu produzierenden oder zu ertauschenden Güter werden als ziffernmäßig feststellbare 'Konti' und 'Posten' in einer kontinuierlichen Buchführung behandelt, der Mensch als 'Betriebsleiter' und sein Leben als Objekt dieses seines buchmäßig kontrollierten 'Betriebs'."

172 "Und die allgemeinen Lehrsätze, welche die ökonomische Theorie aufstellt, sind lediglich Konstruktionen, welche aussagen, welche Konsequenzen das Handeln des einzelnen Menschen in seiner Verschlingung mit dem aller andern erzeugen 'müßte', 'wenn' jeder einzelne sein Verhalten zur Umwelt ausschließlich nach den Grundsätzen kaufmännischer Buchführung, also in 'diesem' Sinn 'rational' gestalten würde'. Dies ist bekanntlich keineswegs der Fall."

173 Die Warenabstraktion ist der gordische Knoten der gesamten Form- und Entfremdungsphänomene.

174 "Die Nationalökonomie produziert Werturteile aus einer spezifisch 'wirtschaftlichen Anschauung' und 'muß' sie auch produzieren."

175 Die Frage ist, wie man ohne Verschwendung und ohne Schaden für Mensch und Umwelt, ohne Hast und ohne Entfremdung das Lebensnotwendige erzeugt werden kann.

176 In der neoklassischen Ökonomie soll der Markt als Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wirken um so eine Harmonie zwischen Produzent und Konsument herzustellen.

177 "Ohne Verben mußt Du sterben."

178 Die moderne Großindustrie will den Menschen ihren Sachzwängen unterordnen.

179 Wert ist heute fast gleichbedeutend mit 'wirtschaftlichem' Wert.

180 Die monetäre Wirtschaft beruth auf der Trennung von Konsum und Produktion.

181 Von den ökonomischen Werten des Erwerbs und Habens hin zu den humanen Werten der Kommunikation und Selbstverwirklichung.

182 "Eine Ökonomie, deren erklärtes einziges Ziel der Konsum ist, zielt nur auf die beiden untersten Stufen der Grundbedürfnisse, also physiologische und Sicherheitsbedürfnisse. 'Der homo oeconomicus', der die Ökonomie legitimiert, ist derart gepeinigt von Hunger, Durst und Unsicherheit, daß die 'höheren' Bedürfnisse sich in ihm gar nicht erst zu Wort melden - ein Verirrter in der Wüste."

183 Es gibt keine wirkliche Objektivierung menschlicher Bedürfnisse.

184 "Was bloße Ökonomie zu sein schien, ist als in Wirklichkeit Politik, eben ökonomisch fixierte, rechtlich verschleierte Herrschaft."

185 "Wirtschaftliche Werte sind immer bloße Bedeutungswerte und können für sich allein keine Weltanschauung bestimmen."

186 Proudhon kommt vom Recht auf das ökonomische Faktum.

187 Der Mensch ist nur eine polit-ökonomische Ware, die beim Würfeln im polit-ökonomischen Kasino verspielt wird.

188 Die Wirtschaftsprozesse sind nicht gleichgewichtsbildend.

189 Das ökonomische Problem besteht nicht darin immer mehr, sondern immer weniger zu verbrauchen.

190Der einzige Wert, den die Ökonomie kennt, ist der Wert von Waren.

191 Konsum ist der einzige Zweck der Produktion. Es war und ist kein Ziel der Entwicklung der Ökonomie, den Menschen Befriedigung durch ihre Arbeit zu verschaffen.

192 Auch die Ökonomen auch nach kausalen Erklärungen und ökonomischen Gesetzen um Ordnung in die praktischen Bedürfnisse zu bringen.'

193 Der 'ökonomische' Problemkreis fristet ein eigenartiges Zwischendasein zwischen der 'technischen' und der 'ethischen' Problematik.

194 Die klassische Laissez-faire-Ökonomie wird vom Marktgesetz beherrscht.

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.