Realität
Paul Stern - Das Problem der Gegebenheit
p-2siehe auch Objektivität, Wahrnehmung, Empfindung, Wissen, Wissenschaft, Wahrheit, Schein, Ideologie

001 Das grammatische System ist nicht fein genug für die Wirklichkeit.

002 Tatsachen können nie klar und deutlich von Werten unterschieden werden.

003 Die Wirklichkeit ist ein Prozess, der fortwährender Verwandlung unterworfen ist.

004 "Niemand hat nichts gesehen, keiner kann sich an keinen erinnern, der Vorfall hat nicht stattgefunden."

005 Die europäische Philosophie sucht Realität in der Substanz, die chinesische in der Relation. (Das Objekt als Vorgang)

006 In der Welt gibt es viel mehr, als an ihr feststellbar ist.

007 Pflichten und Normen können nicht aus Fakten abgeleitet werden.

008 Wir nehmen die Dinge nicht wahr, wie sie in Wirklichkeit sind.

009 Es gibt keine Tatsachen, nur Interpretationen.

010 Wir wachsen auf in einer bestimmten Realität, von der man uns sagt, daß sie die einzige ist.

011 "Gesetze sind nur ein Bild der Wirklichkeit, sie drücken die natürliche Ordnung nicht besser aus, als ein Wort die Sache." - vgl. Èmile, Meyerson, Identität und Wirklichkeit, Leipzig 1930, Seite 21

012 "Die einzige Welt, die nicht wirklich ist, ist die Wirklichkeit selbst." - Fritz Mauthner, ohne weitere Quelle

013 Kein Sachverhalt kann anders als durch ein Zeichen gezeigt werden.

014 Alle Urteile über Tatsachen sind in einer Art Analogie begründet.

015 Jede menschliche Symbolbildung ist metaphorisch, ein als ob.

016 Der Delphin lebt in einer überwiegend akustischen Welt, während unsere Wirklichkeit hauptsächlich auf visueller Wahrnehmung beruth.

017 Realität ist stets etwas Gefolgertes.

018 "Die meisten Menschen leiden an der geistigen Schwäche, zu glauben, weil ein Wort da sei, müsse es auch das Wort für etwas sein; weil ein Wort dasei, müsse dem Wort etwas Wirkliches entsprechen." - Gershon Weiler, Fritz Mauthner - Sprache und Leben, Salzburg/Wien 1986, Seite 86

019 "Das Höchste wäre zu begreifen, daß alles Faktische schon Theorie ist." - Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre(

020 Wirklichkeit ergibt sich aus einer Anzahl von Bedeutungswerten, die nach Kategorien in Beziehung gesetzt werden, um Schlüsse zu ermöglichen.

021 Die illoyalste Art jemanden zu beeinflußen ist es, die "Tatsachen" sprechen zu lassen.

022 "Was wir  Tatsachen  nennen, sind in Wirklichkeit nur Schatten von Schatten." - John G. Bennett, Subud, Remagen 1958, Seite 65

023 Während des größten Teils der Menschheitsgeschichte war die Wirklichkeit  Natur danach war die Wirklichkeit  Technik eine verdinglichte Welt. Heute ist die Wirklichkeit in erster Linie die soziale Welt.

024 Keine Wissenschaft knüpft an eine anschauungsfreie gegebene Wirklichkeit an.

025 Realität ist ein Grad des Bewußtseins.

026 Die Welt ist ein Stufenreich, in dem jede Stufe das Seienden ihre besonderen Formen, Gesetze und Prinzipien hat.

027 An der Einheit der Zeit hängt die Einheit der Welt.

028 Es gibt kein Geschehen ohne jemanden, dem es geschieht und dessen endliche Perspektive die Individualität des Geschehens begründet.

029 Es ist nicht möglich eine scharfe Grenze zu ziehen zwischen dem, was man unmittelbar sieht und dem, was man nur erschließt.

030 Es ist ein verhängnisvoller Irrtum, Begriffe für gegebene Tatsachen und Wörter für wirkliche Dinge zu halten.

031 Tatsachen, in die nicht eine bestimmte Idee gelegt wird, sind gar keiner Darstellung fähig.

032 Objektive Normen sind mit der menschlichen Freiheit unvereinbar.

033 "Die Wissenschaft greift die Welt mit Hypothesen an. Sie ist eine Fortsetzung jener für lebende Wesen so charakteristische angreifende Haltung." - J. W. N. Watkins in Josef Speck, Hrsg., Grundprobleme der großen Philosophen, Göttingen 1979, Seite 206

034 Das Wesen des Realismus besteht darin, hinter unseren Vorstellungen eine Ursache zu vermuten, die von diesen unterschieden ist.

035 "Das Faktum ist ein  Fieri.  [ein Gemachtes - wp] ... Das Fieri der Erkenntnis bedeutet die Unabschließbarkeit, den unendlichen Fortgang der wissenschaftlichen Forschung - diese Prozeßbestimmtheit als konstitutives Moment der Erkenntnis selbst gesetzt. Das Fieri betrifft also nicht nur regulativ die Wissensakkumulation und -alteration in den positiven Wissenschaften, sondern konstitutiv den Erkenntnis gegenstand,  der dergestalt nicht als Faktum oder Tatsache, von der ausgegangen werden könnte, sondern immer nur als unendliche Aufgabe zu denken ist." - Helmut Holzhey, Zu Natorps Kantauffassung in Hans-Ludwig Ollig, Materialien zur Neukantianismus-Diskussion, Darmstadt 1987, Seite 137

036 "In der Physik dürfen wir mit Recht behaupten, daß schon unser gegenwärtiges Weltbild, obwohl es je nach der Individualität des Forschers noch in den verschiedensten Farben schillert, dennoch gewisse Züge enthält, welche durch keine Revolution, weder in der Natur noch im menschlichen Geist, jemals wieder verwischt werden können. Dieses Konstante, von jeder menschlichen, überhaupt jeder intellektuellen Individualität Unabhängige ist nun eben das, was wir das Reale nennen. Oder gibt es z. B. heute wirklich noch einen ernstzunehmenden Physiker, der an der Realität des Energieprinzips zweifelt? Eher umgekehrt, man macht die Anerkennung dieser Realität zu einer Vorbedingung bei der wissenschaftlichen Wertschätzung." - Max Planck, Die Einheit des physikalischen Weltbildes, in "Physikalische Rundblicke" (Gesammelte Aufsätze und Reden) Leipzig 1922, Seite 34

037 Realität ist eine sozial geteilte Halluzination.

038 "Nicht die Nähe zur "ungestellten Realität", sondern gerade die Inszenierung der Wirklichkeit kennzeichnet den Film. Das Fernsehen setzt diese Praxis in ungleich größerem Ausmaß fort. Alle Bilder, die den Anspruch erheben, Realität wiederzugeben, zeigen nicht diese, sondern nur Inszenierungen der Realität." - Hickethier/Bleicher, Die Inszenierung der Information im Fernsehen, in Willems/Jurga, "Inszenierungsgesellschaft", Berlin 1998, Seite 370

039 Wirklichkeit, Welt oder Realität sind keine Begriffe, die sich auf etwas Erfahrbares beziehen.

040 Tatsachen sind nichts Gegebenes, sondern werden von uns produziert.

041 Es gibt keine uninterpretierten Tatsachen.

042 Der Inbegriff des Wirklichen ist für den westlichen Denker mit der Erscheinung der Welt verknüpft, für den Inder dagegen mit der Seele.

043 Das Subjekt kann über die Wirklichkeit nur durch Zwischenschaltung von Zeichen etwas erfahren.

044 In Wirklichkeit sind Geist und Materie nicht getrennt.

045 Wir stehen laufend vor der Aufgabe, unsere Vorstellungen mit der Welt in Einklang zu bringen.

046 Jede Art hat ihre artspezifische Wahrnehmung.

047 "Positivisten, diese Speichellecker das Faktischen..." - Ernst Bloch, ohne weitere Quelle

048 Keine Identität ist von vornherein gegeben, sondern muß erst erzeugt werden.

049 Eine Methode jemanden verrückt zu machen ist, sein Vertrauen in die Zuverlässigkeit das eigenen Gefühls und der Wahrnehmung der äußeren Realität zu untergraben.

050 Jede Sprache stellt eine einmalige Art der Wahrnehmung von Wirklichkeit dar.

051 Sprache ist ein "nehmen-als" in Abwesenheit der realen Situation.

052 Wäre die Sprache wirklich, entspräche die Logik der Welt.

053 Die Abstraktion folgt auf eine Unterdrückung eines Teils der Tatsachen.

054 Gibt es keine Erkenntnis einer objektiven Wirklichkeit, ist alles Ideologie.

055 Die Welt ist ein System von Werten, die als Fakten verpackt sind.

056 Die Menschen sind nicht nur verschieden, sondern sie leben auch in verschiedenen Welten.

057 Wirklichkeit ist immer reicher, vielfältiger und verwickelter, als es die bestentwickeltsten Begriffe unseres Denkens je sein können.

058 Was den Irrationalisten ausmacht ist, daß er alle Ansprüche auf eine Erkennbarkeit der objektiven Wirklichkeit ablehnt.

059 Die Außenwelt mag zwar eine vom individuellen Bewußtsein unabhängige Objektivität haben, kann aber vom Menschen nicht als solche erkannt werden.

060 Je höher der Abstraktionsgrad, desto geringer der Kontakt mit der Wirklichkeit.

061 Raum, Zeit und Kausalität ist das, was wir gewöhnlich an der Realität feststellen.

062 Die Welt ist kein Gegenstand der menschlichen Erkenntnis.

064 "Die Welt ist Wille und Vorstellung." - Arthur Schopenhauer, ohne weitere Quelle

063 Was wir Realität nennen ist reine Routine.

065 Durch die Sprache beginnt der Mensch die Welt in Besitz zu nehmen.

066 Die Wirklichkeit ist jedesmal eine andere.

067 Das Meskalin reißt die Schranken der Persönlichkeit ein. Zwischen Person und Welt entsteht ein Gefühl der Einheit.

068 Wirklichkeit gliedert sich nach Wesentlichem und Unwesentlichen.

069 Eine Welt von widerspruchsloser Denkbarkeit oder Erfahrbarkeit gibt es nicht.

070 "Impuls, willkürliche Bewegung, Druck, Widerstand, Hemmung, Eintreten des Nichterwarteten, Versagen des Gewollten, Verdrängbarkeit des Widrigen, Nichteintreten des Erwarteten bilden überall gleichsam die Innenseite des Zusammenhangs unserer Wahrnehmungen, Vorstellungen und Denkvorgänge. In dem Maße, in welchem diese inneren Bestandteile sich summieren, ineinander wirken, übereinander greifen wächst der Charakter von Wirklichkeit, welche die Bilder für uns haben. Sie wird zu einer Gewalt, die uns ganz umfängt, ein Netz, dessen Maschen nichts durchlassen, dem nichts sich entzieht. Impuls, Druck, Widerstand sind nun gleichsam die festen Bestandteile, welche allen äußeren Objekten ihre Solidität mitteilen. Wille, Kampf, Arbeit, Bedürfnis, Befriedigung sind die immer wiederkehrenden kernhaften Elemente, welche das Gerüst des geistigen Geschehens ausmachen. Hier ist das Leben selber. Es ist beständig sein eigener Beweis." - Wilhelm Dilthey, Beiträge zur Lösung der Frage vom Ursprung unseres Glaubens an die Realität der Außenwelt und seinem Recht, Sitzungsberichte der königlich-preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Jhg. 1890, zweiter Halbband, Berlin 1890, Seite 1017

071 "So wie alles Erkennen und Bezeichnen, und damit die ganze Sprache auf der Wiederholung beruht, d.h. auf der Möglichkeit, unter verschiedenen Umständen etwas  Gleiches  zu finden, so nimmt auch die wissenschaftliche Ordnung der Welt von der Wiederholung, von der Gesetzmäßigkeit ihren Ausgang. Ganz allgemein basiert schon der mit der Sprache unternommene Versuch, etwas  Objektives  darzustellen, auf der durch den Erfolg gerechtfertigten Voraussetzung, daß eine feste Kette von Ursache und Wirkung vom  Objekt  zu uns und, wenn wir handeln, von uns zum Objekt führe. Denn ohne diese feste Kausalkette könnte nicht von einer  Wahrnehmung  auf einen bestimmten  Vorgang  geschlossen werden, und jeder Verständigung über das, was geschieht, wäre die Grundlage entzogen. Dieser Situation wird die klassische Physik insofern gerecht, als sie die Darstellung objektiver Vorgänge in Raum und Zeit von Anfang an mit der Voraussetzung der völligen Determiniertheit dieser Vorgänge verbindet. Sie entwirft das Bild von räumlichen, von der Außenwelt abgeschlossenen materiellen Systemen, deren zeitlicher Ablauf für alle Zukunft aus ihrem gegenwärtigen Zustand bestimmt ist. Im Gegensatz zu dieser Idealisierung führt der Zustandsbegriff der Quantentheorie in der Frage der Determiniertheit der Naturvorgänge eine völlig neue Situation herbei. An die Stelle das  abgeschlossenen  Systems als etwas in Raum und Zeit vor sich gehenden tritt hier die Gesamtheit möglicher Vorgänge in Raum und Zeit, die sich beim  beobachten  das Systems, als bei seiner  Verbindung  mit der Außenwelt, abspielen. Vollständige Determiniertheit könnte hier höchstens dann erwartet werden, wenn außer dem Zustand des Systems auch die Einzelheiten das zur Beobachtung notwendigen Eingriffs als gegeben angesehen werden könnten. Die genaue Kenntnis dieser Einzelheiten wäre aber wiederum nur dann durch eine genaue Beobachtung der den Eingriff verursachenden Beobachtungsmittel zu erreichen, wenn diese Beobachtung nicht selbst wieder von einem unkontrollierbaren Eingriff abhinge - in anderen Worten: man stößt hier auf einen regressus ad infinitum, der verhindert, daß die Forderung nach Determiniertheit der Naturvorgänge sinnvoll gestellt werden kann." - vgl. Werner Heisenberg, Ordnung der Wirklichkeit, München 1989, Seite 92f

072 Auf der subatomaren Ebene existiert Materie nicht mit Sicherheit an bestimmten Orten.

073 Wahrnehmung und Deutung von Fakten erfolgt stets aufgrund eines Vorauswissens und einer ganzen Struktur von Vorurteilen.

074 Es gibt keine identischen Tatsachen.

075 Die Welt verschwindet hinter dem Weltbild.

076 Die Wirklichkeitseindrücke entsprechen den seelischen Empfindungen.

077 Wenn wir in die Wirklichkeit eindringen wollen, müssen wir unsere gewohnte Sprache weitgehend vergessen und in der Sprache der Symbole denken.

078 Der melancholische Mensch hat ein Gefühl der Unwirklichkeit der Dinge.

079 Wirklichkeit besteht aus Einheiten, die sich dem menschlichen Bewußtsein jedoch immer nur polar offenbaren.

080 Lustprinzip kontra Realitätsprinzip.

081 Was  ist,  ist niemals statisch, sondern immer in Bewegung.

082 Unterteilung der physikalischen Welt in ein beobachtetes System (Objekt) und ein beobachtendes Subjekt (Subjekt).

083 Wer die Wirklichkeit verstanden hat, lehnt sich nicht gegen sie auf.

084 Der Schmerz als Inbegriff subjektiver Realität.

085 Phantasie und Wirklichkeit bilden eine magische Einheit.

086 Der Bezug zur Arbeit ist der Bezug zur Realität.

087 "Denn die Wirklichkeit selber ist schlechthin geschichtlich, nicht allgemein." - Karl Jaspers, Was ist Philosophie, München 1980, Seite 281

088 Im seelischen Leben ist der Augenblick die einzige Realität.

089 Wirklichkeit bezieht sich immer auf Meinungen und den Sinn oder Wert, der Tatsachen zugeschrieben wird.

090 Beziehungslosigkeit ist Weltlosigkeit.

091 Wenn das Wirkliche vernünftig ist, dann ist Macht gleich Recht.

092 Nicht isolierte Tatsachen, sondern Beziehungen schaffen Realität. Isolierte Tatsachen gibt es überhaupt nur im Denken. Das Denken besteht darin, die Dinge gedanklich von ihren Zusammenhängen zu isolieren.

093 Brahman, die letzte äußere Realität ist mit Atman, der inneren Realität identisch.

094 Die Subjektivität ist das Problem einer Theorie der Realität.

095 Die Theorie ist das Netz, das wir auswerfen, um die Welt einzufangen, sie zu rationalisieren, zu erklären und zu beherrschen.

096 Letzte Wirklichkeit kann niemals ein Objekt logischen Folgerns oder demonstrierbaren Wissens sein.

097 Eigentum ist nichts anderes, als ein Faktum. Fakten aber schaffen kein Recht.

098 Wenn wir eine bloß materielle Welt vorstellen, dann gibt es keinen Platz für Falschheit in der Welt.

099 Es sind nicht Fakten, sondern Diskrepanzen, die das Gedächtnis interessieren.

100 Ein Wertvolles ist unter allen Umständen ein Reales.

101 "Insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit." - Albert Einstein, Geometrie und Erfahrung, 1921, Seite 3f

102 Zwischen Ideal und Wirklichkeit besteht immer ein Widerspruch.

103 Der moderne Mensch verhält sich gewöhnlich so, als ob es nur eine Realität gäbe.

104 Es gibt keine universale Wahrheit und keine universale Rationalität nicht einmal eine universale Realität.

105 Vertraut ist uns nicht die Wirklichkeit, sondern ihr gewohnter Anblick.

106 Jedes Fragen nach der eigentlichen Wirklichkeit wird leicht als Realitätsflucht ausgelegt.

107 Das, was wirklich ist, ist keine Funktion der menschlichen Perspektive.

108 Die Wahrheit, i.e. Wirklichkeit und Macht.

109 Die Wirklichkeit ist unendlich.

110 Die wissenschaftliche Methode eliminiert alle Momente des Wirklichen, die sich nicht nach diesem Verfahren erfassen lassen.

111 Die Grenze zwischen Schein und Wirklichkeit ist nie klar zu ziehen.

112 Gegenstände werden mit Eigenschaften wahrgenommen, die ihnen in Wirklichkeit gar nicht zukommen.

113 In einem relativistischen Bezugsrahmen ist die Frage nach einer Veränderung der Welt sinnlos.

114 "Jede Tatsache hängt von theoretischen Annahmen ab. Durch und durch theoretischer Charakter aller Tatsachen(theoretische Tatsache). - Pierre Duhem, ohne weitere Quelle

115 Es ist unmöglich das, was sein  sollte  von dem abzuleiten, was  ist. 

116 Jedes Wirklichkeitsgebiet hat seine eigene Erkenntnisform.

117 Die Welt läßt sich nicht im Denken auflösen, sie ist nicht logisch notwendig.

118 "Die Grenze der naturwissenschaftlichen Erkenntnis ist die individualisierte Realität, die nur beschrieben, nicht begriffen werden." - Carl Jaspers, ohne weitere Quelle

119 Durch die Sprache können wir mit einem Sachverhalt in absentia verkehren.

120 "Das Etwas ist etwas nur als differentes, als eigenschaftliches, eigenwilliges." - Jakob Böhme, ohne weitere Quelle

121 Alle Bestimmung ist Einschränkung und Verminderung der Realität. (determinatio est negatio)

122 Die Mystiker behaupten, daß sich die Wirklichkeit nur erfassen läßt, wenn der Verstand seinen Anspruch auf sie aufgibt.

123 In der Welt ist alles, wie es ist, es gibt in ihr keinen Wert.

124 "Jede Wirklichkeit ist ihrem Wesen nach bipolar, physisch und geistig..." - Alfred North Whitehead, Prozeß und Realität, Ffm 1987, Seite 210

125 In Wirklichkeit gibt es kein Problem. Probleme gibt es nur im Kopf. So wird die Wirklichkeit zum Problem.

126 Psychologisch gibt es soviele Welten, wie es Köpfe gibt.

127 Ursprünglich enthält das Ich alles, später scheidet es seine Außenwelt von sich ab.

128 Unsere Sprache gibt uns eine bipolare Aufteilung der Natur. Die Natur selbst ist jedoch nicht so polarisiert.

129 Der Grund über alles Wirkliche kommt der Macht über alles Wirkliche gleich.

130 Das Wort "ist" verbirgt das Rätsel aller Rätsel.

131 Im Menschen liegt ein ewiger Drang gegen alles bloß Wirkliche zu revoltieren.

132 Wenn alles nur das ist, wofür wir es halten wollen, dann verschwindet jeder Unterschied zwischen Wirklichkeit und Wahn.

133 Realisierung hat Vorrang vor Realität.

134 Die Wissenschaft unterwirft die phänomenale Welt Kategorien.

135 Alles, was ist, ist entweder als Ding, oder als Bewußtsein. Ein Mittleres gibt es nicht.

136 Der Geisteskranke bewegt sich in einer Welt ohne Grenzen.

137 Einheit und Allgemeinheit sind in der empirischen Welt nicht zu finden.

138 Das Allgemeine ist eine wirklichere Wirklichkeit, als das Besondere.

139 Etwas hat sein Dasein nur innerhalb zeitlicher und räumlicher Grenzen.

140 Im naiven Realismus wird die Natur ihrer innersten Natur nach als rational betrachtet.

141 Was existiert ist immer das Einzelne, das Abstrakte existiert nicht.

142 Das Leiden und nicht das Erkennen ist die primäre Beziehung das Menschen zur Welt.

143 Der Satan ist immer Realist.

144 "Die Gegenstände kann ich  nennen.  Zeichen vertreten sie. Ich kann nur  von  ihnen sprechen.  Sie aussprechen kann ich nicht.  Ein Satz kann nur sagen, wie ein Ding ist, nicht was es ist." - Ludwig Wittgenstein, Philosophische Bemerkungen, Ffm 1981, § 3.221

145 Die Natur wird als eine nach Gesetzen zu bemächtigende aufgefasst.

146 Der Strom von Eindrücken, die wir von der Welt gewinnen, wird von unserem linguistischen System, der Sprache, organisiert.

147 Tatsachen sind wertfrei. Ein Werturteil ist keine Tatsachenaussage.

148 Die Welt ist eine Idee, was wir erkennen, ist nicht die Welt.

149 Nicht Tatsachen begründen Gesetze, sondern die Bequemlichkeit unseres Denkens gründet Gesetze auf Tatsachen, wie sie Begriffe auf Wahrnehmung gründet.

150 Über die Sinneseindrücke hinaus gibt es nur Dinge an sich.

151 Die psychologische Wirklichkeit kennt nur ein Wollen, die Logik nur ein Sollen.

152 Die Fingerbewegungen beim Stricken sind zu kompliziert, als daß wir sie ohne das Zweckwort "stricken" auffassen könnten.

153 Das Zurechtmachen der Welt zu Nützlichkeitszwecken ermöglicht uns unsere Existenz. Wir schaffen eine Welt der identischen Fälle, die berechenbar, vereinfacht und verständlich ist.

154 Die Sprache, bzw. unsere geistige Auffassung bestimmt unsere Wahrnehmung der Welt.

155 Die Dinge sind erst wirklich, wenn man sich auf ihre Wirklichkeit geeinigt hat.

156 Wir verhalten uns zur Welt mittels unserer Gewohnheiten.

157 Nur weil uns der Tod umschleicht ist die Welt ein unergründliches Mysterium.

158 Realität ist die Struktur, die wir der Wirklichkeit auferlegen.

159 Alle Tatsachen, die in unsere Erkenntnis eingehen sind bereits auf eine bestimmte Weise gesehen und daher wesentlich ideell.

160 Alle Tatsachen enthalten ideologische Bestandteile und ältere Anschauungen.

161 Das Realitätsprinzip ist ein Nützlichkeits-, Leistungs- und Sicherheitsprinzip.

162 "Der Mensch erfährt durch seine Sinne von der Wirklichkeit genausoviel, wie die Spinne vom Palast, in dessen Ecke sie ihr Netz gesponnen hat." - Fritz Mauthner, ohne weitere Quelle

163 Die zu messende Wirklichkeit ist niemals statisch, sondern fließt.

164 Alles Reale ist zeitlich.

165 Logik vermittelt uns kein Wissen von der Wirklichkeit, sondern nur von den begrifflichen Beziehungen.

166 Die Wissenschaft konstruiert die Dinge und Vorgänge der Natur in rein begrifflicher Weise, um daraus bestimmte Sachverhalte ableiten zu können.

167 Das Reale ist das Individuelle, Einmalige und Zeitliche, welches dem Werdeprozess unterworfen ist, wohingegen das Ideale ein Allgemeines, Zeitloses und Ewiges bedeutet, das von keiner Veränderung berührt wird.

168 Es gibt keine höhere Art von Realität, als die unmittelbare Erlebniswirklichkeit.

169 Der Tod ist die sonnenklarste Realität, die wir besitzen.

170 Neurose ist Weltverlust.

171 Das Leiden ist ein unvermeidlicher Teil unserer bewußten Auseinandersetzung mit der Realität, das es zu akzeptieren gilt.

172 Der erstarrte Realitätbegriff ist auf das bloße Faktum die Tatsachenhaftigkeit als solche begrenzt, die Prozesswirklichkeit aber wird vergewaltigt oder ignoriert.

173 Der Relativität zufolge besteht nichts nur für sich selbst.

174 Wahrnehmung ist kein Beweis für Realität.

175 Das Wort "wirklich" hat nur einen Sinn in Bezug auf "unwirklich".

176 Es gibt Grade der Fassungskraft von Realität.

177 Man darf terminologische und reale Probleme nicht verwechseln.

178 Für den Tatbestand muß man sorgen, dann sorgt das Recht schon für sich.

179 Die Wahrheit ist das, was  ist. 

180 Das natürliche Bestreben der Menschen geht dahin, das Gedachte unmittelbar für den Ausdruck der Welt zu nehmen, in den Denkformen Wirklichkeitsformen zu erblicken.

181 Die Freiheit ist eine bloße Idee ohne Realität.

182 Wir idealisieren die Dinge oder personifizieren die Ideen.

183 Ein "Ding" ist nur der ersehnte Ruhepunkt für unser Denken.

184 Die seiende Welt ist eine Erfindung - es gibt nur eine werdende Welt.

185 Der Realismus ist eine Binsenwahrheit des gesunden Menschenverstandes mit der Annahme, daß "die Welt dort draussen" weitgehend von uns und unseren Aktivitäten unabhängig existiert.

186 Der grundlegendste aller Gegensätze ist der zwischen Sein und Sollen oder zwischen Wirklichkeit und Wert, bzw. Norm.

187 Es gibt nur ein paar Wege, mit denen wir mit der Außenwelt in Verbindung stehen, nämlich unsere fünf Sinne.

188 Alles Wesentliche bleibt ungesagt und ungefragt, wenn wir mit harmlosen Allgemeinvorstellungen an die Wirklichkeit herangehen.

189 Schicht, Stufe, Hierarchie, und Klasse sind Ordnungs- und keine Realphänomene.

190 Strukturkategorien sind notwendig statisch. Sie beschreiben Beziehungen in einer aus ihrem prozessualen Zusammenhang herausgelösten Struktur.

191 Die Übersetzung der Wirklichkeit in Sprache beraubt die Wirklichkeit unweigerlich ihrer dynamischen Qualität und ersetzt Bewegung durch Metapher.

192 "Tatsachen sind Beobachtungen, von Menschen gemacht, die der Natur eine bestimmte Frage stellen. Die Form und der Sinn der Frage ist aber bereits eine Theorie und Tatsachen müssen, da sie an sich stumm und dumm sind, antworten, ob die Theorie Recht hat, oder nicht." - Viktor von Weizsäcker, Natur und Geist, München 1977, Seite 83

193 Tatsachen existieren nur als Anwendung von Theorie.

194 Begriffe sind Ausdrucksmittel und haben keine Realität.

195 Der typische Generalirrtum des Denkens verwandelt subjektive Denkvorgänge in objektive Weltvorgänge.

196 Kategorien taugen nicht zur Erfahrung der Wirklichkeit.

197 Das Wesen der Abstraktion ist Gleichsetzung eines Wirklichen mit einem Unwirklichen.

198 Die Kategorien sind Hilfsvorstellungen, durch welche das Denken sich das Geschäft erleichtert und sich die Berechnung der Wirklichkeit ermöglicht.

199 Die Veränderung der Wirklichkeit besteht wesentlich in der Umformung des Empfindungsmaterials in abstrakte Kategorien.

200 Die logische Funktion entfernt das Gegebene von der Wirklichkeit.

201 Die kategoriale Verarbeitung der Empfindung ist schon die Verfälschung der gegebenen Wirklichkeit.

202 Die abstraktive Methode ist die Vernachlässigung von Wirklichkeitselemente zum Zweck wissenschaftlicher Vereinfachung.

203 Die Maße des Wirklichen sind fast immer inkommensurabel.

204 "Wenn man zu den Atomen hinabsteigt, gibt es keine objektive Welt in Raum und Zeit." - Werner Heisenberg, ohne weitere Quelle

205 Wir erliegen einem beträchtlichem Betrug, wenn wir die logischen Beziehungen für den unmittelbaren Ausdruck der Wirklichkeit halten.

206 Sobald man an einer Tatsache eine Gleichförmigkeit entdeckt, redet man sofort von einem Gesetz.

207 Reiner Wissenschaft ist nur die Frage zugänglich was  ist,  nicht was sein  soll

208 Die kühle Logik und ihre menschlichkeitsfremde Sachlichkeit und Rechenhaftigkeit.

209 Der Idealismus setzt Bewußtsein mit Wirklichkeit gleich.

210 Das herrschende Realitätsprinzip ist dermaßen mächtig.

211 Zwischen allgemeinen Zeichen und individueller Wirklichkeit besteht ein unüberbrückbarer Gegensatz.

212 Logische Sätze drücken keine Sachverhalte aus, sondern sind nur Regeln der Umformung von Aussagen.

213 Der Geist besitzt die Neigung alles fließende Geschehen in Substanzen umzudichten.

214 Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge. Wir leiden öfter an der Vorstellung, als an der Wirklichkeit.

215 In den Evangelien werden Welt und Übel fast synonym gebraucht.

216 Das Wollen bindet uns an die Welt.

217 Das Zugleichsein vieler Zustände macht das Wesen der Wirklichkeit aus.

218 Eine Sprache, die die Welt nicht erkennend spaltete haben wir nicht.

219 Die Urfrage aller Skepsis ist die Frage nach der Wahrheit der Wirklichkeitswelt.

220 Die Zeit ist das erste Wirkliche.

221 Der Welt das Wirklichen steht eine von ihr unabhängige Welt des idealen Seins gegenüber, das Reich der Ideen, Werte und Wahrheiten.

222 Der Begriff der Wirklichkeit ist kein wissenschaftlicher Begriff.

223 Der Begriff der Wirklichkeit ist ein schlechthin politischer.

224 Streifen wir alle Denkinhalte ab, so erkennen wir, daß die Welt ein Zusammenhang von Farben, Tönen, Gerüchen, Geschmäcken usw. ist.

225 Begriffe und Realitäten sind unvergleichbar verschieden und können nicht ineinander übergeführt werden. Nur die Anerkennung dieser Unterscheidung macht vernünftiges Denken möglich und jede Verwischung des Unterschieds führt zu großen Fehlern.

226 Jedes Wesen hat seine eigene Welt für sich.

227 Wenn das Bewußtsein keinen Unterschied mehr kennt zwischen Einbildung und Realität, ist es verrückt.

228 Realität und Wahrheit sind das, was sie sind, unabhängig von unseren Vorstellungen.

229 Gewißheit ist sowohl Wahrheit, sowie Wirklichkeit.

230 Es gibt keine Wirklichkeit ohne jemanden, für den sie wirklich ist.

231 Der Verstand denkt nur Gegenstände als solche und nicht ihr Realsein. Das Realsein der Dinge bleibt unserem Erleben vorbehalten.

232 Nur Erleben, nicht Denken ist wesentlich als Wirklichkeit bestimmt.

233 Gegensatz von Sein und Sollen, Wert und Wirklichkeit.

234 Die Wertbeziehung ist das Kriterium unter der Fülle der individuellen Tatsachen wesentliche und unwesentliche zu unterscheiden.

235 Der Egoismus besteht darin, daß der Mensch alle Realität auf seine eigene Person beschränkt.

236 Der Teufel ist der Fürst und Gott der Welt.

237 Mit Worten gelangen wir niemals über die bildliche Darstellung der Welt hinaus.

238 Für den Skeptiker können wir an der Wirklichkeit nur den Schein erkennen.

239 Die Welt hat außer der physischen Bedeutung noch eine moralische.

240 Der Zielpunkt des Realismus ist das Objekt ohne Subjekt.

241 Der Erfolg der Naturwissenschaft beruth auf einer Reduktion der Wirklichkeit auf den einen oder anderen Aspekt, wie z.B. die Reduktion der Qualität auf Quantität.

242 Seit dem 17. Jahrhundert denken wir uns die Wirklichkeit als etwas, das allen kompetenten Beobachtern gleichermaßen zugänglich sein muß.

243 Es ist eine blinde Leidenschaft das menschlichen Geistes, eine ganze Reihe von Tatsachen aus einer einzigen Ursache abzuleiten.

244 Stets fügt die Einbildungskraft bei der Schilderung von Wirklichkeit etwas hinzu oder läßt etwas weg.

245 das Axiom von der Begreiflichkeit der Welt.

246 Die kindliche Wissenschaft verwechselt Idee mit Tatsache.

247 Ein absolut festes, von uns unabhängiges und doch von uns erkanntes Dasein gibt es nicht und kann es nicht geben.

248 Die Harmonie, die wir in den Erscheinungen schaffen ist reine Spekulation.

249 So wenig die Wirklichkeit eine Wirklichkeit nach unserem Wunsche ist, ist es doch die einzige einigermaßen feste Grundlage unserer geistigen Existenz.

250 Jede Verfälschung der Wirklichkeit greift die Grundlagen unserer geistigen Existenz an.

251 Das eigentliche Wesen der Dinge besteht in einer Struktur, deshalb brauchen wir die objektive Wirklichkeit schon gar nicht in isolierten Substanzen zu suchen.

252 Vernunft und Realität sind nichts anderes, als allgemeiner Konsens.

253 Prinzipiell gibt es keine geheimnisvollen, unsichtbaren Mächte. Man kann vielmehr alle Dinge durch Berechnen beherrschen, was gleichbedeutend ist mit der Entzauberung der Welt.

254 nicht nominal, sondern real.

255 Was uns an die Wirklichkeit glauben läßt ist letzten Endes die Konstanz, mit der gewisse sinnliche Einflüsse auf unseren Wahrnehmungsapparat wirken.

256 "Die scheinbare Welt ist die einzige: die wahre ist nur hinzugelogen". - Friedrich Nietzsche, Götzendämmerung oder wie man mit dem Hammer philosophiert, Ffm 1985, Seite 24f

257 Wir haben den Begriff des Zwecks nur erfunden, in der Realität fehlt der Zweck.

258 Es gibt keine moralischen Tatsachen oder es gibt nur moralische Tatsachen.

259 Die Welt ist weitgehend nach rationalen Mitteln aufgebaut.

260 Die Natur ist etwas, das nicht nach unserem Denken geordnet ist.

261 Die Natur ist erklärbar.

262 Das strenge, das bleibende, nicht an den Phänomenen haftende Wissen von der Welt war mathematisch, hier entspricht der Geist seinem Gegenstand.

263 Die Welt geht kaputt, wenn der Verstand an ihre Geheimnisse rührt.

264 Die heile Welt ist eine Welt, die noch nicht vom Erkennen durchdrungen ist - die Welt der Kinder.

265 Eltern müssen als Erwachsene für die Welt der Kinder einstehen.

266 Die Kongruenz von Wort und Sache ist eingebildet.

267 Man kann nicht von der Raum-Zeit ausgehen und dann versuchen, eine Theorie von der objektiven Wirklichkeit zu entwickeln. Auf der Quantenebene gibt es keine festen Objekte, die klassischen Begriffe gelten hier nicht. Raum und Zeit sind solche klassischen Vorstellungen.

268 Physiker suchten nach grundlegenden Bausteinen der Materie und drückten ihre Theorien in grundlegenden Prinzipien aus.

269 Paradoxa sind eine Lehrmethode, um auf die dynamische Struktur der Wirklichkeit hinzuweisen.

270 Ichstärke und die Anerkennung von Zeit und Raum sind wesentliche Kriterien zur Definition geistiger Gesundheit.

271 Was man nicht messen und quantifizieren kann ist nicht wissenschaftlich.

272 Wirklichkeit ist das, worauf man seine Aufmerksamkeit richtet.

273 Nur was wir sehen, hören riechen, berühren oder sonstwie durch unsere Sinnesorgane wahrnehmen ist wahr und hat Wert. Realität und Werte sind sensoriell.

274 Die sogenannten Tatsachen sind Begründungen oder Begriffe, aber keine Tatsachen.

275 Die logische Widerspruchslosigkeit eines Satzes ist kein Beweis für seine empirische Realität.

276 Die Differenz zwischen Möglichem und Wirklichem ist Quelle von wachsender Unzufriedenheit.

277 Der Ausdruck "höchste geistige Wirklichkeit" ersetzt den Begriff Gott, der dem Buddhismus nicht entspricht.

278 Es gibt keinen Weg, den moralischen Wert von Tatsachen zu untersuchen, losgelöst von einer Untersuchung dieser Tatsachen selbst.

279 Kein Sollen aus dem Sein (Humesches Gesetz)

280 "Nicht also, weil es ein Gesehenes ist, wird es gesehen, sondern im Gegenteil, weil es gesehen wird, ist es ein Gesehenes; nicht weil es ein Geführtes ist, wird es geführt, sondern weil es geführt wird ist es ein Geführtes; und nicht weil es ein Getragenes ist, wird es getragen, sondern, weil es getragen wird, ist es ein Getragenes." -Sokrates in Platon, Sämtliche Werke Bd. 4, Reinbek 1980, Seite 188

281 Tatsache ist immer Einzeltatsache.

282 Die Sprache ist eine Welt, die zwischen der erscheinenden, äußeren und der wirkenden, inneren Welt in uns dazwischen in der Mitte liegt.

283 Der Begriff das Tatsächlichen kollidiert mit jeglicher Individualität.

284 Das methodologische Grundproblem der Wert- und Wirklichkeitsurteile.

285 "Es gibt nicht eine Weise des Denkens und Urteilens für das Setzen von Existenzen und eine andere für die Bewertung." - Emilé Durkheim, Soziologie und Philosophie, Ffm 1976, Seite 22

286 Die moralische Wirklichkeit ist wie alle Wirklichkeit dem Streit ausgesetzt.

287 Das Tao ist ein kontinuierliches Fließen und Wandeln.

288 Materie galt als Grundlage allen Seins.

289 Unsere gewohnten Vorstellung von der Wirklichkeit sind auf unsere gewöhnlichen Erfahrungen mit der stofflichen Welt beschränkt.

290 Auf makroskopischer Ebene ist der Begriff der Substanz vielleicht eine nützliche Annäherung an die Wirklichkeit, auf atomarer Ebene jedoch hat er keinen Sinn mehr.

291 Der Materialismus ist das Bewußtsein eine Eigenschaft materieller Strukturen, dem Idealismus ist das Bewußtsein die primäre Wirklichkeit und Urgrund allen Seins.

292 Gegensatz von Freiheit und Wirklichkeit.

293 Der Punkt, wo die tiefe Dialektik der Wirklichkeit in eine idealistische Mystifikation umschlägt.

294 Im Zerfall konstituiert sich die innere Differenz als Realität.

295 Die mangelnde Übereinstimmung in Wertungsfragen ist häufig die Ursache für Streitigkeiten über angebliche Sachfragen.

296 Die Kriterien jeder Art von Wirklichkeit haben sozialen Charakter.

297  Wirklichkeit  ist die Qualität von Phänomen, die ungeachtet unseres Wollens vorhanden sind.

298 Die Wirklichkeit der Alltagswelt ist die oberste Wirklichkeit.

299 Das Verständnis das Phänomens Sprache ist entscheidend für das Verständnis der Wirklichkeit.

300 Abweichungen sind immer Abweichungen von der offiziellen Wirklichkeitsbestimmung.

301 Wirklichkeit ist gesellschaftlich bestimmt.

302 Die Macht Wirklichkeit zu setzen.

303 Traditionelle Wirklichkeitsbestimmungen behindern den sozialen Wandel.

304 Konservative politische Kräfte neigen dazu, Monopolansprüche von Sinnwelten zu unterstützen.

305 "Beim Training zum Revolutionär ergibt sich das delikate Problem einer  Vergesellschaftung  gegen die Gesellschaft, d.h. einer Sozialisation in eine Kontradefinition der Wirklichkeit hinein - kontra die offiziellen Legitimatoren der Gesellschaft." - Berger / Luckmann, Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Ffm 1980, Seite 156

306 die Routinegewißheit der Wirklichkeit.

307 Wirklichkeit wird im Bewußtsein festgehalten.

308 Realitätsökonomie und Wirklichkeitshaushalt.

309 Es besteht die praktische Notwendigkeit der Absicherung jenes entscheidenden Elements der Wirklichkeit, das wir Identität nennen.

310 Wirklichkeitsgaranten der Alltagswelt: Die alltägliche Konversation sichert die subjektive Wirklichkeit vor dem Hintergrund einer Welt, die schweigend für gemäß gehalten wird.

311 Unsere Wirklichkeit ist eine Wirklichkeit für bestimmte Zwecke.

312 Wirklichkeitsorientierung ist der entscheidende Maßstab für geistige Gesundheit.

313 Der Begriff der Materie bedeutet erkenntnistheoretisch nichts anderes, als die objektive, unabhängig vom menschlichen Bewußtsein existierende und von ihm abgebildete Realität.

314 Logische Beziehungen besagen nur etwas über den Denkzusammenhang, aber nichts über die Wirklichkeit.

315 Extreme oder reine Typen kommen in der Wirklichkeit nur selten, wenn überhaupt vor, können aber als begriffliche Bezugspunkte oder Pole dienen, zwischen die Phänomene der Wirklichkeit eingeordnet werden können.

316 Explizite Definitionen müssen ihrer Vollständigkeit wegen abgelehnt werden, weil sie zu statisch sind und einer Erkenntnis, die wirklichkeitsgerecht sein soll, nicht entspricht.

317 Irrglaube von der Konformität der Denk- und Seinsformen.

318 Es gibt viele Welten: die Welt das Märchens, die Welt der Wissenschaft, die Welt der Kunst und jede dieser Welten hat ihre eigene Rationalität.

319 Die Wirklichkeit entwickelt sich nach dem Prinzip des Kampfes der Gegensätze.

320 Eine Aussage, die nicht im strengen Sinne wahr ist, kann doch den wahren Tatbestand approximativ wiedergeben, was für viele praktische Zwecke durchaus genügt.

321 reales factum - irreales fictum

322 Was logisch ist, braucht noch lange nicht einzutreten.

323 Die "leere" Zeit ist nichts Wirkliches, sondern eine Ordnungsform, abstrahiert von realen Geschehnissen.

324 Alles Wirkliche ist entweder seelisch oder physisch.

325 "Die Welt des Glücklichen ist eine andere, als die des Unglücklichen." - Luwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus, Ffm 1980, § 6.43

326 Auf subatomarer Ebene muß die herkömmliche Auffassung bezüglich der Beziehungen zwischen Denken und Sein, bzw. der Erkennbarkeit der empirischen Wirklichkeit aufgegeben werden..

327 Der Irrglaube, daß alle auf der Welt unter Gesetze subsumierbar sei.

328 Rationalität hat einen hohen Mystifizierungsfaktor.

329 Logische Beziehungen gibt es nur zwischen Aussagen, nicht zwischen Fakten.

330 Dem Wort "Wert" entspricht keinerlei in der raum-zeitlichen Wirklichkeit Gegebenes.

331 Für die Kopula  ist  kann man auch sagen  heißt

332 Es gibt keine geheimnisvollen, unberechenbaren Mächte, alle Dinge sind durch Berechnung beherrschbar.

333 Hinter der sichtbaren Welt verbirgt sich die wahre Welt der unsichtbaren Kräfte.

334 "Tatsachen verwandeln sich nicht unversehens in Begriffe und Theorien; außerhalb des Systems von Begriffen und Theorien gibt es keine wissenschaftlichen Tatsachen, nur das Chaos. Ein unabdingbares apriorisches Element findet sich in aller wissenschaftlichen Arbeit. Man muß Fragen stellen, bevor man sie beantworten kann. Alle Fragen sind Ausdruck unseres Interesses an der Welt; sie sind im Grunde Wertungen. Wertungen sind daher notwendig in das Gedankengebäude mit eingeschlossen, wenn wir die Wirklichkeit beobachten und die theoretische Analyse vorantreiben; sie bilden mehr als das Gerüst, wenn wir aus Tatsachen Wertungen und politische Forderungen ableiten." - Gunnar Myrdal, Objektivität in der Sozialforschung, Ffm 1971, Vorwort zur englischen Ausgabe, Seite IXf

335 Werturteile können nicht von Tatbeständen abgeleitet werden. Der Schluß allein von dem, was ist, unmittelbar auf das, was sein soll, ist logisch unmöglich.

336 Soviele angeblich objektive Analysen sind nur maskierte politische Empfehlungen.

337 "...ist das Reich der Vorstellung revolutioniert, so hält die Wirklichkeit nicht aus." - Briefe von und an Hegel, Werke XIX, Leipzig 1887, Seite194(

338 Keine andere Technik der Lebensführung bindet den Menschen so an die Realität, wie die Arbeit.

339 Äußerliche Fakten können uns nicht dazu verpflichten, irgendwelche moralischen Prinzipien anzunehmen.

340 Der Machtspruch einer Definition.

341 der Fehlschluss von einer deskriptiven auf eine normative Aussage.

342 Verfälschung der Fakten zur Ideologie.

343 Wirklichkeit ist begriffslos.

344 Keine Theorie trifft die Wirklichkeit.

345 Wir können Tatsachen nur im Lichte von Theorien auffassen.

346 Welt ist ein imperialer Begriff.

347 Tatsachen können einander nicht widersprechen.

348 Für Locke gab es hinter den Qualitäten noch etwas Wirkliches. Berkeley dagegen hatte gesagt: Es bleibt nichts übriges.

349 Alle Wirklichkeit ist Werden.

350 Der Realismus spricht von Dingen, der Idealismus von Vorstellungen.

351 Der Begriff der Materie war Inbegriff alles objektiv Seienden.

352 Aus der Begegnung mit dem eigenen Tod als der absoluten Grenze entspringt die eigentliche Bedeutsamkeit unseres Daseins. Verfügten wir über eine unendlich lange Zeit, so wäre nichts dringlich, nichts wichtig, nichts "wirklich".

353 Was die Wirklichkeit kennzeichnet ist der Schmerz.

354 Nur wenn es eine objektive Zeit und einen objektiven Raum gibt, gibt es eine objektive Wirklichkeit.

355 Psychische Ereignisse sind singulär und repräsentieren nichts.

356 Der Berkeleysche Idealismus setzt Sein und Wahrgenommenwerden gleich. "Esse est percipi." (Sein ist Wahrnehmen) ist der Hauptsatz das Idealismus.

357 Faktizität (Tatsache, Gegebenheit) im Unterschied zur Logizität (dem logischen, idealen Sein).

358 Die "Tatsache" ist der positivistische Grundbegriff.

359 Der Realismus behauptet das Vorhandensein einer außerhalb das Bewußtseins liegenden Wirklichkeit.

360 Der naive Realismus behauptet, daß die Dinge gerade so oder doch annähernd so sind, wie wir sie wahrnehmen.

361 Das Reale wird idealisiert und das Ideale realisiert.

362 Die irrationale Realität das täglichen Lebens.

363 Alle Wissenschaft beruth auf der Anerkennung der unabhängig vom Subjektiven bestehenden objektiven Realität und der Anerkennung objektiver Gesetzmäßigkeiten.

364 Das Teilchen und die Welle sind sich ergänzende Beschreibungen  einer  atomaren Wirklichkeit.

365 Wirklichkeit ist gleichzeitig.

366 eine realistische Grundlage heißt meist: eine finanzielle Grundlage.

367 Der Verstand erschlägt die Wirklichkeit.

368 Unser Denken verhärtet sich, während die Wirklichkeit beweglich ist.

369 "Deus est Omne quod est." (Gott ist alles, was ist).

370 Das, was wir die Außenwelt nennen, ist in Wirklichkeit das Ergebnis eines komplexen psychologischen Prozesses.

371 "Ideologie" ist die Tendenz, die Tatsachen von den Idee und die Ideen von den Tatsachen abhängig zu machen.

372 "Freuds Theorien können, wenn sie in die falschen Hände fallen, böse mißbraucht werden, falls es darum geht, Ungerechtigkeit und Korruption zu rechtfertigen, zu unterstützen oder zu ignorieren, die sich unter dem Namen  Realität  verbergen." - Robert Coles, Erik H. Erikson, München 1974, Seite 394

373 Das Seiende  ist,  das Urteil  gilt. 

374 Ein logischer Widerspruch ist in der Wirklichkeitswelt undenkbar, sondern existiert nur in unserem Denken.

375 Es ist das alte Bestreben, die bloße Tatsächlichkeit in Denknotwendigkeit zu verwandeln.

376 Der wichtigste Einwand gegen den Materialismus ist, daß es für ihn keinen Sinn geben kann.

377 Das Bewußtsein scheidet die Welt in Traum und Wirklichkeit.

378 An die Stelle der Problemlösung tritt die Flucht aus der Wirklichkeit.

379 Der Idealismus gilt gemeinhin als die Lehre und Überzeugung vom Vorrang der allgemeinen Ideen und ihrer höheren Wirklichkeit im Vergleich zu den Einzeldingen.

380 Die Spannung zwischen Maske und Wirklichkeit.

381 Wir wollen, daß Freiheit und Gleichheit keine Fiktionen, keine Lügen mehr sind, sondern zur Wirklichkeit werden.

382 "Das Objekt als solches für eigentliches Sein zu halten, das ist das Wesen aller Dogmatik, und die Symbole als materielle Leibhaftigkeit für real zu halten, ist insbesondere das Wesen das Aberglaubens." - Karl Jaspers, Was ist Philosophie, München 1980, Seite 50

383 "Für das Ich ist die Psychologie, für die Körper die Physik zuständig. Die alte Frage nach der Realität der Außenwelt erledigte sich, weil sie sinnlos ist." - Fritz Mauthner, Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande, Bd. 1, Ffm 1989, Seite VI

384 Das Problem der Setzung ist ein Problem der Rechtfertigung.

385 "Die Welt selber im ganzen ist nicht verstehbar und nicht ihr angemessen denkbar; sie ist für unser Wissen kein Gegenstand, sondern nur eine Idee." -Jaspers, Karl; Was ist Philosophie; München 1980:255

386 Leider haben viele Leute die verantwortungslose Gewohnheit und eine Abneigung gegen unerfreuliche Tatsachen einfach abzuschütteln und die Existenz dieser Tatsachen einfach zu leugnen und weigern sich auch darüber zu sprechen.

387 "Der Entschluß ist nicht abzuleiten aus einem Allgemeinen." - Karl Jaspers, Was ist Philosophie, München 1980, Seite 281

388 Unsere Auffassung von der  Wirklichkeit  hat die Kategorien von Zeit, Raum und Kausalität zur Bedingung.

389 Die Flucht aus einer nüchternen Wirklichkeit in eine Traumwelt.

390 Die Welt überwinden heißt, Schmerz, Leid und Angst überwinden.

391 Widerstreit zwischen dem was  ist  und dem was sein  soll (zwei verschiedene Klassen von Wissen)

392 Die Wissenschaft geht auf alles, was da  ist.  Die Moral auf das, was sein  soll

393 Realisierung von Werten.

394 Wirklichkeit ist qualitativ bestimmtes Einzeldasein.

395 Wir unterscheiden in einem Rechtshandel die Frage über das, was Rechtens ist (quid juris) von der, die die Tatsachen angeht (quid facti).

396 "Die Welt hat einen Anfang in der Zeit und ist dem Raum nach auch in Grenzen eingeschlossen." - Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, Stuttgart 1982, Seite 468

397 Der Realismus sieht auch Raum und Zeit als etwas  ansich  (unabhängig von unserer Sinnlichkeit) Gegebenes an.

398 de jure - de facto (dem Namen nach - tatsächlich)

399 Tatsachenfragen sind von Geltungsfragen zu unterscheiden.

400 Definitionen sind Dogmen.

401 Dem Sein der Wissenschaft und dem Sollen der Gesellschaft.

402 Das neurotische Elend entsteht durch die Abwendung von der Realität.

403 Das Böse ist nichts Seiendes, sondern Abkehr des Willens vom Guten zum Schlechten.

404 "Sowie sich das Gehirn der Mitwirkung des Sinnesapparates entzieht und dem sogenannten abstrakten Denken anheim gibt, entfernt es sich von der perzipierten Realität, was einer Preisgabe das Vitalen, Humanen und Gesunden gleichkommt." - Lin Yutang, Weisheit des lächelnden Lebens, Stuttgart 1973, Seite 75

405 Körper und Geist sind nicht zwei Arten von Wirklichkeit, sondern lediglich zwei verschiedene Erscheinungsformen ein und desselben Urgrundes.

406 "Das Wieviel und das Wiegroß hat für praktische Zwecke Wichtigkeit: in der Theorie aber kommt es hauptsächlich und zunächst auf das Was an." - Arthur Schopenhauer, Auswahl aus seinen Schriften, München 1962, Seite 232f

407 "Ein Zwang, nach dem Eines geschehen müßte, weil etwas anderes geschehen ist, gibt es nicht. Es gibt nur eine logische Notwendigkeit." - Ludwig Wittgenstein, Philosophische Bemerkungen, Ffm 1981, § 6.37

408 Die Auffassung der Mechanisten und der offiziellen Wissenschaft basierte auf der Theorie, daß Dinge, nicht Beziehungen die eigentliche Wirklichkeit sind.

409 "Die Welt, die wir uns aus unseren Empfindungen und Wahrnehmungen konstruieren und die wir uns bequemerweise so denken, als sei sie an und für sich einfach schlechthin vorhanden, ist also nicht schon durch ihr bloßes Vorhandensein auch wirklich manifest, sondern dazu bedarf es der Gehirnfunktionen." - Erwin Schrödinger, Mein Leben meine Weltansicht, Zürich 1989, Seite 92

410 "Marx erkannte die Unterscheidung von Tatsachen und Werten nicht an." - Leszek Kolakowski, Hauptströmungen des Marxismus, Bd. 2, München 1978, Seite 290

411 "Der Mensch will wissen, was wirklich ist, unabhängig von allem praktischen Interesse." - Karl Jaspers, Was ist Philosophie, München 1980, Seite 74

412 "Das Wort wird der Sache immer nur nachgeschickt." - vgl. Fritz Mauthner, Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande, Bd.1, Ffm 1989, Seite 111

413 Im Gegensatz zu Wittgenstein leugnet Mauthner jede Beziehung zwischen Sprachstruktur und Wirklichkeitsstruktur.

414 Objektive und reproduzierbare Feststellungen werden  Tatsachen  genannt.

415 Unterschied zwischen faktischer und logischer Ordnung.

416 die gemeine körperliche Wirklichkeit

417 Das rein Quantitative ist unwirklich.

418 Ein Körper dehnt sich Raum aus oder erfüllt den Raum und ist deshalb quantitativ bestimmt. Die begriffliche Auffassung der Welt ist eine mechanische.

419 In der Stellungnahme werden Wert und Wirklichkeit verbunden.

420 "Unser gesamtes Erkenntnisvermögen hat zwei Gebiete, das der Naturbegriffe, und das des Freiheitsbegriffs." - Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft, Stuttgart 1986, Seite 26

421 "Man versuche nur einmal, die Wirklichkeit  genau  zu  beschreiben,  d.h. sie mit allen ihren Einzelheiten,  so, wie sie ist,  in Begriffe aufzunehmen, um dadurch ein Abbild von ihr zu bekommen, und man wird wohl bald die Sinnlosigkeit eines derartigen Unternehmens einsehen. Die empirische Wirklichkeit nämlich erweist sich als eine für uns  unübersehbare Mannigfaltigkeit die immer größer zu werden scheint, je mehr wir uns in sie vertiefen und sie in ihre Einzelheiten aufzulösen beginnen, denn auch das  kleinste  Stück enthält mehr, als irgendein endlicher Mensch zu beschreiben vermag, ja, was er davon in seine Begriffe und damit in seine Erkenntnis aufnehmen kann, ist geradezu verschwindend gering gegen das, was er beiseite lassen muß." - Heinrich Rickert, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft, Stuttgart 1986, Seite 49

422 "Alle Beziehungen des Logikkalküls lassen sich ableiten aus der Beziehung  und  und deren Negation. Die Verknüpfung  und  kommt nur durch uns selbst zustande. Denn es liegt in unserer Wahl, welche Elemente wir durch  und  verbinden wollen. Diese Beziehung liegt also nicht in der Wirklichkeit. Daß die Negation nicht in der Wirklichkeit liegt, ist offenbar. Denn sie verneint ja gerade die Wirklichkeit. Daraus folgt, daß keine der logischen Beziehungen der Wirklichkeit angehört." - Hugo Dingler, Die Ergreifung des Wirklichen, München 1955, Seite 228

423 Wir bilden die Wirklichkeit nicht ab, sondern wir bilden sie um, indem wir ihr Erscheinungsbild vereinfachen.

424 Es gibt keinen Gegensatz von Realität und Bedeutung.

425 "Vergeblich breiten wir unsern Blick in die Räume das Himmels aus und suchen wir in die Eingeweide der Erde zu dringen; vergeblich befragen wir die Werke gelehrter Männer und gehen den dunklen Spuren das Altertums nach: wir brauchen nur den Vorhang von den Worten wegzuziehen, um hinter ihnen den Baum der Erkenntnis zu erfassen, dessen Frucht vortrefflich und in greifbarer Nähe für uns ist." - George Berkeley in Hans-Ludwig Ollig, (Hrsg), Neukantianismus, Stuttgart 1982, Seite 162

426 Die Realität soll sich von der Ideologie unterscheiden.

427 Engels und Lenin gehen davon aus, daß die Natur ansich dialektisch sei und das menschliche Denken diese Dialektik in der Natur lediglich widerspiegle.

428 "Viele Menschen leben permanent in Trance, was ihr nichtsprachliches Erleben angeht, und da sie außer einem gewaltigen Haufen in Worte gekleideter Gedanken fast nichts gewahren, halten sie die Worte fast schon für die Wirklichkeit." - Perls / Hefferline / Goodmann, Gestalttherapie - Praxis, München 1991, Seite 103

429 "Jede Tatsache ist mehr als ihre Formen." - Alfred North Whitehead, Prozeß und Realität, Ffm 1987, Seite 61

430 Der Sinn der Welt muß außer ihr liegen.

431 Die Suche nach der Wirklichkeit ist in den Augen der heutigen Wissenschaft antiquiert und gehört einer Ära an, die mit Anbruch dieses Jahrhunderts endete. "Schließlich aber muß man sich immer wieder klarmachen, daß Wirklichkeit, von der wir sprechen können, nie die Wirklichkeit  ansich  ist, sondern eine gewußte Wirklichkeit oder sogar in vielen Fällen eine von uns gestaltete Wirklichkeit. Wenn gegen diese letzte Formulierung eingewandt wird, daß es schließlich doch eine objektive, von uns und unserem Denken völlig unabhängige Welt gebe, die ohne unser Zutun abläuft oder ablaufen kann und die wir eigentlich mit der Forschung meinen, so muß diesem zunächst so einleuchtenden Einwand entgegengehalten werden, daß doch schon das Wort  es gibt  aus der menschlichen Sprache stammt und daher gut etwas bedeuten kann, das gar nicht auf unser Erkenntnisvermögen bezogen wäre. Für uns  gibt es  eben nur die Welt, in der das Wort  es gibt  einen Sinn hat." - Wermer Heisenberg, Ordnung der Wirklichkeit, München 1989, Seite 59

432 "Die klassische Physik stellt die Idealisierung der Wirklichkeit dar, bei der nur von objektiven materiellen Vorgängen in Raum und Zeit gesprochen wird - unabhängig von der Frage, wie diese Vorgänge etwa vorgestellt werden können. Die Quantentheorie umfaßt einen weiteren Bereich der Wirklichkeit: Sie kann nur betrachtet werden als die Idealisierung, bei der man einen Zustand durch die Angabe beschreibt, mit welcher Wahrscheinlichkeit gewisse raumzeitliche Vorgänge ablaufen." - Werner Heisenberg, Ordnung der Wirklichkeit, München 1989, Seite 92

433 Realistisch, d.h. in Begriffen der lineraren Zeit.

434 "Eine neue Welt ist nur ein neuer  Geist".  - W. C. Williams in Larry Dossey, Die Medizin von Raum und Zeit, Reinbek 1987, Seite 291

435 Das Problem der Tatsache.

436 Ein Urteil über Tatsachen läßt von dem über Prinzipien nicht trennen. Denn es gibt keine faktische Feststellung, die nicht bereits eine prinzipielle Behauptung einschließt.

437 "Ein unaufhaltbarer Antagonismus existiert zwischen dem, was wirklich ist, und dem, was durch das begriffliche Denken bewältigt werden kann. Versucht man, die Wirklichkeit in einen wissenschaftlichen Begriff zu bringen, so zeigt sich sogleich deren Irrationalität. Die Wirklichkeit, so wie sie ist geht in keinen Begriff ein. Der Dualismus von Wirklichkeit und Begriff ist niemals aufzuheben. Seine Überwindung würde zugleich die Wissenschaft selbst überwinden." - Heinrich Rickert in Hans-Ludwig Ollig, Materialien zur Neukantianismus-Diskussion, Darmstadt 1987, Seite 304

438 In der Wirklichkeit gibt es nirgens scharfe und absolute Grenzen, sondern durchweg nur allmähliche Übergänge.

439 Wer erkennt, läßt die Wirklichkeit nicht so, wie sie ist, sondern macht etwas aus ihr.

440 "Die objektive Wirklichkeit ist als die von aller wissenschaftlichen Begriffsbildung freie Wirklichkeit anzusehen..." - Heinrich Rickert in Hans-Ludwig Ollig, Materialien zur Neukantianismus-Diskussion, Darmstadt 1987, Seite 306

441 Sprache und Bewußtsein haben keine auch nur irgendwie geartete Beziehung zur Wirklichkeit.

442 "Denn wir glauben im Traum an den Traum, als sei er Realität." - Friedrich Nietzsche, Menschliches Allzumenschliches - Ein Buch für freie Geister, Frankfurt 1982, Seite 27

443 "Nicht Individuen, sondern mehr oder weniger idealische Masken; keine Wirklichkeit, sondern eine allegorische Allgemeinheit..." - Friedrich Nietzsche, Menschliches Allzumenschliches - Ein Buch für freie Geister, Frankfurt 1982, Seite 159

444 Jede begriffliche Beschreibung der Wirklichkeit abstrahiert von der Mannigfaltigkeit ihrer konkreten Eigenheiten.

445 Wir erfahren Wirklichkeit immer als unendliche Mannigfaltigkeit.

446 Das Konkrete in seiner Einzigartigkeit und Unergründlichkeit markiert die Grenzen der Begriffsbildung.

447 Daher muß das konkret Wirkliche ganz einfach als  factum brutum  akzeptiert werden.

448 Begründungen und Rechtfertigungen werden nicht  fest gestellt, sondern  her gestellt.

449 "Folglich ist die Beziehung zwischen Begriff und Objekt rein logischer Natur, sie ist kein  wirkliches  Verhältnis. Weil ein Begriff ein künstlich geschaffenes geistiges Gebilde ist, i.e. eine Abstraktion, ist die Wirklichkeit stets gehaltvoller. Durch fortgesetzte logische Abstraktion entstehen immer inhaltsleerere Begriffe. Zwar mag die konkrete Wirklichkeit unter Begriffe fallen, doch weil diese abstrakt und weniger gehaltvoll sein müssen, können sie die Wirklichkeit selbst nicht in sich aufnehmen. Die konkrete Wirklichkeit an sich ist eben  irrational sie ist kein möglicher Gegenstand der Erkenntnis, weil sie nicht  begriffen  werden kann." - Guy Oakes, Die Grenzen kulturwissenschaftlicher Begriffsbildung, Ffm 1990, Seite 56

450 Wert und Wirklichkeit sind strikt voneinander geschieden, insofern Worte nicht  sind,  sondern gelten.

451 Die Herrschaftsdisziplin wird durch eine Sachdisziplin abgelöst.

452 Bei der Materie handelt es sich um eine Abstraktion, d.h. um etwas nicht in vollem Sinne Wirkliches - woraus dann ohne weiteres folgte, daß keine Wissenschaft von der Materie logisch befriedigend ausfallen konnte.

453 Raum und Zeit sind Möglichkeiten und nicht  Wirklichkeiten;  ideelle Formen und nicht reale Inhalte, Leerstellen, Schemata.

454 "Der Raum ist ja nun ein Adjektiv der Materie." - vgl. Bertrand Russell, Philosophie - Die Entwicklung meines Denkens; Ffm 1988, Seite 104

455 "Vielleicht ist die Außenwelt ohnehin bloß eine Illusion; aber wenn sie existiert, besteht sie aus einer Unzahl kurzlebiger, kleiner und richtungsloser Vorgänge. Ordnung, Einheitlichkeit und Kontinuität sind Erfindungen des Menschen, genauso wie Kartotheken und Enzyklopädien." - Bertrand Russell, Philosophie - Die Entwicklung meines Denkens, Ffm 1988, Seite 279

456 "Wenn man nach den  letzten  Elementen im Bereich der sozialen Wirklichkeit sucht, stößt man auf die individuellen Menschen, und zwar auf die Menschen in Gestalt  isolierter  Individuen." - Wolfgang Becker in Forum für Philosophie Bad Homburg, (Hrsg), Philosophie und Begründung, Ffm 1987, Seite 394

457 Es kann nicht viele Welten geben. Gottes Schöpfung ist eine einzige.

458  hiatus irrationalis  zwischen Begriff und Wirklichkeit.

459 Die Objektivierung der  Welt  zum Zweck der Erkenntnis.

460 "Die  Erfahrung  welche die objektivierende Wissenschaft schaffe, ist erst möglich nach Loslösung der Wirklichkeit von der Aktualität des wirklich Erlebten. Sie sei ein für bestimmte, ursprünglich praktische, später logische Zwecke geschaffenes, unwirkliches Abstraktionsprodukt." - Max Weber, Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1988, Seite 73

461 "Der Glaube, daß wir das  erlebte  Geschehen auch so zu denken vermögen, wie es  erlebt  -wird, ist logisch unrichtig." - vgl. Max Weber, Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1988, Seite 96

462 Es gibt kein System von Lehrsätzen, aus dem die Wirklichkeit deduziert werden könnte.

463 Es sind die Wertideen, die der Wirklichkeit eine Bedeutung verleihen.

464 Alle Wirklichkeit bezieht sich auf eine kategorial geformte Wirklichkeit.

465 "Das Vehikel der Forschung ist  Mathematik und bloß soweit Mathematik anwendbar ist, kann ein mechanisches Weltbild entstehen. Alles Qualitative, eigentlich Anschauliche, alles, was an sich wesenhaft erscheint, wird aus der Welt verdrängt. Die Natur wird entqualifiziert und damit entseelt. Sie wird in  exakte Gesetzesbegriffe  gefaßt, damit  berechenbar  und dadurch  beherrschbar In diesem Weltbild allein heißt es: Wir erkennen alles nur so weit, als wir es machen können. Die Natur wird ein Werkzeug des Geistes, als Mechanismus ein Apparat, sie wird damit inhaltlich ganz abstrakt, ganz allgemein. In diesem Weltbild sieht man nicht das, was gewöhnlich Wirklichkeit heißt und Fülle hat, sondern eine spezifische Unwirklichkeit, mit der, da sie eine Seite alles Wirklichen ist, sich die allergrößten Wirkungen in dieser erzielen lassen. Dies Weltbild umfaßt eben das, was an der Natur uns durch Berechnung ganz unterworfen ist, also vor allem die Welt nach ihrer  räumlichen  und  zeitlichen  Seite." - Karl Jaspers, Psychologie der Weltanschauungen, Berlin/Heidelberg/New York 1971, Seite 158f

466 "Die Frage, was ist Wirklichkeit, scheint so einfach. Wirklich ist im physikalische Weltbild, was 'meßbar' ist; d.h. das Wirkliche ist in Raum und Zeit und hat dadurch jedenfalls immer Seiten, die räumlich und zeitlich, d.i. meßbar sind." - Karl Jaspers, Psychologie der Weltanschauungen, Berlin/Heidelberg/New York 1971, Seite 186

467 "Realität selbst kann keine Grade haben. Etwas ist wirklich oder nicht wirklich." - Karl Jaspers, Psychologie der Weltanschauungen, Berlin/Heidelberg/New York 1971, Seite 190

468 "Man pflegt in der populären Denk- und Redeweise der  Wirklichkeit  den  Schein  gegenüber zu stellen. ... Was berechtigt uns aber,  eine  Tatsache der  andern  gegenüber für Wirklichkeit zu erklären und die andere zum Schein herabzudrücken? ... Es hat nur einen praktischen, aber keinen wissenschaftlichen Sinn, von Schein zu sprechen." - Ernst Mach, Die Analyse der Empfindungen, Darmstadt 1991, Seite 8

469 "..so ist ein mannigfaltiger zusammenhängender Inhalt des Bewußtseins um nichts schwerer zu verstehen, als der mannigfaltige Zusammenhang in der Welt." - Ernst Mach, Die Analyse der Empfindungen, Darmstadt 1991, Seite 22

470 "daß ein Sachverhalt -  besteht,  daß er in einem physikalischen Sinn  ist.  Um dieses  ist  nun handelt es sich." - Richard Hönigswald, Grundprobleme der Wissenschaftstheorie, Bonn 1965, Seite 68

471 Denn  die Erscheinung ist,  bedeutet immer:  Es ist wahr daß sie ist."

472 "Denn schon die bloße Gegebenheit bedeutet immanente Denkgemäßheit, Ordnungsbedingtheit und Ordnungsbezogenheit des Sinnlichen." - Richard Hönigswald, Grundprobleme der Wissenschaftstheorie, Bonn 1965, Seite 70

473 "Das Prinzip der Gegenständlichkeit ist oberstes Gesetz jeder Sachlage." - Vgl. Richard Hönigswald, Grundprobleme der Wissenschaftstheorie, Bonn 1965, Seite 95

474 Jede Begebenheit muß als zeitlich angesehen werden.

475 "Keine Wahrheit ist eine Tatsache, d.i. ein zeitlich Bestimmtes." - Edmund Husserl, Logische Untersuchungen, Bd. 1, Tübingen 1980, Seite 76

476 Die Tatsachen idealisieren oder verzerren.

477 Der fundamentale Unterschied zwischen realem und idealen Objekten ist für die Streitfragen zwischen psychologistischer und reiner Logik entscheidend.

478 "Jede Tatsache ist individuell, also zeitlich bestimmt." - Edmund Husserl, Logische Untersuchungen, Bd. 1, Tübingen 1980, Seite 119

479 Der fundamentalste erkenntnistheoretische Unterschied ist der zwischen  Realem  und  Idealem
480 Fakten sind notwendig, um werten zu können, aber Werte sind nicht darauf reduzierbar.

481 Die Wirklichkeit ist verschieden, je nachdem ob wir sie beobachten oder nicht.

482 "Wir gehören nicht zu dieser materiellen Welt, die die Wissenschaft für uns gestaltet. Wir sind nicht in ihr, sondern außerhalb. Wir sind nur Zuschauer." - Edmund Husserl, Logische Untersuchungen, Bd. 1, Tübingen 1980, Seite 165

483 Herrschaftsinteressen verbergen sich hinter Sachgesetzlichkeiten.

484 Relationen werden nur gedacht und haben kein wirkliches Dasein.

485 Wahrheit wird oft als synonym für Tatsache gebraucht.

486 "Aber mit dem Wort  wirklich  soll man vorsichtig umgehen. Seine Bedeutung kann manchmal recht zweifelhaft sein, und sein Gebrauch am ungeeigneten Ort hat schon oft zu Mißverständnissen Anlaß gegeben. Was ist denn z.B. das Wirkliche an einem Stern, den wir am Nachthimmel leuchten sehen? Ist es die glühende Materie, aus der der Stern besteht, oder ist es die Lichtempfindung, die wir von ihm in unserem Auge haben? Der Realist behauptet das erstere, der Positivist das letztere. Eine jede der beiden Behauptungen hat etwas für sich und läßt sich mit einleuchtenden Gründen vertreten. Und doch darf keine von ihnen den Anspruch erheben, allein berechtigt zu sein. Wenn man aber beide Behauptungen als zulässig betrachtet, so hat das Wort  wirklich  gar keinen bestimmten Sinn mehr. Solange dieser Punkt nicht ausdrücklich klargestellt ist, verbleibt hier eine stete Quelle von Undeutlichkeit und von Mißverständnissen." - Max Planck, Vom Wesen der Willensfreiheit, Ffm 1990, Seite 194f

487 Unsere Erlebnisse machen nicht die physikalische Welt aus, sie geben uns vielmehr Kunde von einer anderen Welt, die hinter ihnen steht, sie sind lediglich Zeichen.

488 In der gesamten griechischen Philosophie galt offen bis latent das Axiom: Die Sprache spiegelt die Welt, die selber logosartig ist. Der sprachliche Logos ruft den Logos der Welt und des Seienden auf. Dieser semantische Realismus gilt heute als überwunden.

489 "In der Sprache wird das Reale negiert und das Symbolische gestiftet." - Bernhard Taureck, (Hrsg), Psychoanalyse und Philosophie - Lacan in der Diskussion, Ffm 1992, Seite 41

490 Die Sprache bildet keine fertig vorgefundene Welt ab, sondern wir haben es mit Welten zu tun, die immer auch sprachlich erzeugt sind.

491 Solange man sich für das wichtigste auf der Welt hält, kann man die Welt um sich herum nicht wirklich beurteilen.

492 Die Wissenschaft beschreibt Phänomene und nicht das wahre Wesen der Dinge.

493 Der Glaube weist auf eine Wirklichkeit hin, die anders nicht ausgedrückt werden kann.

494 Beobachtungen setzen die Gleichförmigkeit der Natur voraus und beruhen immer auf Experimenten, die notwendig eine Zeitspanne einschließen.

495 Jede konkrete Tatsache ist ein Prozess.

496 Die lebende Zelle ist für die Biologie, was Elektron und Proton für die Physik sind.

497 "Der Realismus kommt besonders stark zum Ausdruck, wo ethische Erwägungen bei der Ausrichtung kommerzieller und nationaler Interessen übergangen werden." - Vgl. A. N. Whitehead, Wissenschaft und moderne Welt, Ffm 1988, 135

498 Jedes Verständnis der Wirklichkeit verlangt einen Bezug zum Idealen.

499 Raum, Zeit und Kausalität, die als gänzlich unbedingte Gesetze von allgemeiner Gültigkeit behandelt wurden, offenbarte Kant als bloße Erscheinung, das Werk der Maja.

500 "...diese vermeintliche Wirklichkeit, nichts als ein phantastisch läppisches Getändel." - Colli / Montinari (Hrsg), Friedrich Nietzsche, KSA Bd1., München 1988, Seite 125

501 auf dem Boden der Tatsachen.

502 Die Realisten sehen die allgemeinen Begriffe als in den Dingen selbst begründet an.

503 "Es gibt noch etwas anderes, als diese raumzeitliche Welt." - Emil Lask, Gesammelte Schriften, Bd. 3, Tübingen 1924, Seite 4

504 Der Urgegensatz ist der zwischen Seiendem und Geltendem, zwischen Wirklichkeit und Wert, zwischen dem, was da  ist  und  geschieht,  und dem, was  gilt,  ohne sein zu müssen.

505 Die bloße Tatsächlichkeit ist eine Fiktion.

506 Alle Realität ist durch Zeitlichkeit definiert.

507 "Was wir nicht denken können, kann nicht sein, was nicht sein kann, können wir nicht denken." - Edmund Husserl, Logischen Untersuchungen, Bd 2., Teil1, Tübingen 1980, Seite 239

508 Real bedeutet in einer möglichen Sinnlichkeit perzipierbar.

509 Real bedeutet immer Beziehung auf das Dinghafte.

510 "Das Dasein ist kein Prädikat von irgendeinem Dinge; es ist ein Prädikat von dem Gedanken, den man von dem Dinge hat." - Immanuel Kant in Alois Riehl, Der philosophische Kritizismus, Bd. 1, Leipzig 1924, Seite 304

511 Dasein ist nach Hume keine Idee. Wäre Dasein eine Idee, so würde die Grenze aufgehoben sein zwischen Wirklichkeit und Erdichtung.

512 Es sollte nicht heißen:  etwas  ist rot und blau, sondern  mir  ist rot und blau.

513 "Der Begriff das Seins ist ein bloßes Bindeglied von Wahrnehmungen und Gedanken, in welcher Bedeutung er die  logische  Kopula darstellt." - Vgl. Alois Riehl, Philosophische Studien aus vier Jahrzehnten, Leipzig 1925, Seite 9

514 "Seit Kant den Dogmatismus zerbrach, ist die Frage nach der Realität der Außenwelt das wichtigste ja das eigentliche Grundproblem der Philosophie. Zwar ist der Empirismus mit der Entscheidung dieser Frage schnell zur Hand. Ohne Untersuchung der Grundbegriffe der Erfahrung, weist er auf Dinge hin, die  gerade so seien, wie sie eben sind."  - Alois Riehl, Philosophische Studien aus vier Jahrzehnten, Leipzig 1925, Seite 6

515 "Ideen sind niemals Realitäten, noch können sie durch Realitäten begründet werden. Ihre Bestimmung ist das Schaffen von Realitäten, die noch nicht sind." - Alois Riehl, Einführung in die Philosophie der Gegenwart, Leipzig / Berlin 1919, Seite 168

516 "Ideen sind Willensaufgaben und allein als Ziele des Schaffens und Handelns müssen sie verstanden werden. Sie  gelten aber sie  sind  nicht. Ideen sind Willensbegriffe, nicht Sachbegriffe." - Alois Riehl, Einführung in die Philosophie der Gegenwart, Leipzig / Berlin 1919, Seite 166

517 Abstrakte Begriffe werden unvermerkt zu real-existenten Wesen, wo nicht scharf zwischen  realer  und  mentaler Existenz unterschieden wird.

518 Unsere Begriffe richten sich nicht nach den Gegenständen, sondern die Gegenstände nach unseren Begriffen. Wir nehmen die Welt nicht wahr, wie sie in Wirklichkeit ist, sondern wie sie aufgrund unserer Bewußtseinsstruktur erscheint.

519 Die wahre Wirklichkeit wäre das  Ding ansich

520 Wissenschaftlich werden nur solche Gegenstandsbestimmungen anerkannt, die sich auf beobachtbare, kontrollierbare Tatsachen, auf  greifbare Dinge  beziehen.

521 Es gibt keine Gesetzmäßigkeit des Wirklichen ohne ein Zeichensystem.

522 Im "Wirklichen" ist das  Wirken  ausgesagt, weniger das Bestehen einer Substanz.

523 "Die physikalische Wirklichkeit übertrifft an Umfang die Erlebniswirklichkeit ungeheuer: sie erweitert ihre Ausdehnung bis zu den fernsten Gestirnen und Nabelflecken, sie vermannigfacht ihre Zusammensetzung bis zu den Elektronen, sie umfaßt die nicht erlebbaren magnetischen Vorgänge, die unsichtbaren Strahlen; aber zugleich bleibt sie an inneren Reichtum hinter der Erlebniswirklichkeit weit zurück: ihr fehlt die Mannigfaltigkeit der Sinnesempfindungen, die Wärme und Bewegtheit der Gefühle, der Gegensatz von Wert und Unwert, ja das Subjekt, das Erleben und schließlich das Leben selbst." - Jonas Cohn in Flach / Holzhey (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 622

524 Das reine  Sollen  geht von keinem Sein aus, ist deshalb unbedingt.

525 "...denn daß ein Wert als Wert gilt, ohne jede Rücksicht auf ein Sein, von dem er gefordert oder anerkannt wird, gerade das und nichts anderes bedeutet seine Transzendenz."

526 "Für uns ist schon die elementarste Konstatierung einer Tatsache ein Urteil, und damit fällt Erkennen und Urteilen zusammen." - Heinrich Rickert in Flach / Holzhey (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, seite 461

527 Das ist der Standpunkt das naiven Realismus: die Welt ist, wie sie wahrgenommen wird.

528 Aufgabe der Erkenntnistheorie ist Feststellung das Verhältnisses zwischen gegenständlich Gedachtem und dem Wirklichen.

529 Die Geltung wird mit der Vergegenständlichung gesetzt. "Das Verhältnis von Gelten und Sein ist kein anderes, als das von Form und Inhalt, bildet den äußersten und nirgends mehr abzuleitenden Punkt auf den die Analyse des Erkennens stößt."

530 "denn den bloßen Begriff der  Tatsache  setzen, heißt bereits das gesamte Gewebe und das vollständige System der logischen Kategorien implizite anerkennen." - Ernst Cassirer in Flach / Holzhey (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 306

531 Alle Definitionen schreiben eine  Behauptung  wie eine  Forderung  in sich. In die  quaestio facti  mischt sich die  quaestio juris  mit ein. Der Beschreibungsgedanke wird selbst zur Norm.

532 Alles, was nicht Wirklichkeit ist, ist Täuschung und Illusion.

533 "Denn es gibt keine Beobachtung, ohne daß wir eine bestimmte Frage an die Natur stellen; und keine solche Frage kann gestellt werden, ohne daß wir in ihr einen möglichen Zusammenhang von Einzeldaten gedanklich antizipieren. Die  Idee  ist somit nicht etwas, das nachträglich zur Tatsache hinzutritt, sondern sie ist bereits in der bloßen Setzung und Bestimmung des Faktums unverkürzt und in ihrer gesamten Funktion enthalten." - Ernst Cassirer in Flach / Holzhey, (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 306

534 "Die absolut denkfremde Materie ist beseitigt, sobald einmal erkannt und anerkannt wird, daß die bloße Behauptung, daß es eine solche Materie  gibt,  das Grundmoment des Logischen, das Grundmoment des Begriffs und Urteils in sich einschließt." - Ernst Cassirer in Flach / Holzhey, (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus; Hildesheim 1980, Seite 289

535 "Das Geltungsprinzip das Objektgedankens ist die gemeinsam logische Wurzel von  Wirklichkeiten,  wie von Begriffen." - Richard Hönigswald in Flach / Holzhey, (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 289

536 "Nur im Hinblick auf den Objektgedanken kann von einem  Dasein  der Wirklichkeit gesprochen werden." - Richard Hönigswald in Flach / Holzhey, (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 288

537 "Der Objektgedanke ist nicht der Gedanke von einem Ding, wenngleich jedes  Ding  durch ihn konstituiert wird. Er ist der Gedanke von einer allgemeinsten Beziehung, der jede andere in einem ganz bestimmten Umfang unterworfen ist. Es ist der Gedanke von einem formalen Geltungsprinzip, das als höchste Bedingung jene Systeme von Beziehungen beherrscht, die man  Wissenschaft  und  Wirklichkeit  nennt. Denn beide wollen objektiv sein und beide sind es nur Kraft jenes formalen Geltungsprinzips." - Richard Hönigswald in Flach / Holzhey, (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 288

538 " Ich höre den Ton  und  der Ton ertönt mir dies sind nicht zwei Tatsachen, sondern eine." - Paul Natorp in Flach / Holzhey, (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 260

539 " Gegebenes  gibt es nur im Sinne einer gestellten Aufgabe, nicht aber als ein Datum der Erkenntnis. Das vermeintlich Erstgegebene ist eigentlich vielmehr das Gesuchte." - Vgl. Paul Natorp in Flach / Holzhey, (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 164

540 Alle Wirklichkeitsprobleme sind Probleme der Konstruktion.

541 Wissen ist etwas, das  gilt nicht etwas, das  ist. 

542 Hermann Cohen vertrat die prinzipientheoretische These, daß Denken Sein erzeugt.

543 Objektivierung heißt Versachlichung und bedeutet, daß das subjektive Interesse am Gegenstand auf einmal nicht mehr vorhanden ist oder als unerheblich erklärt wird.

544 Die Wiederholung ist gewissermaßen das Allgemeine an der Wirklichkeit.

545 "Eine Aussage, die sich auf eine Wirklichkeit zu beziehen beansprucht, die nicht der Aussagende selbst ist, kann nur dann auf die Legitimität ihres Anspruchs hin kontrolliert werden, wenn eine Wiederholung möglich ist: eine Wiederholung in der Verfassung das Erkennenden wie in derjenigen der Wirklichkeit selbst. Nur die Wiederholung gestattet das Ausbrechen aus einer Situation, die so strikte einmalig ist, daß von ihr weder behauptet werden kann, daß das Erkennen die Wirklichkeit trifft, noch daß er sie nicht trifft." - Olof Gigon in Becker / Hübner, (Hrsg), Objektivität in den Natur- und Geisteswissenschaften, Hamburg 1976, Seite 12f

546 Objektivität ist die Fähigkeit und der Wille, die Wirklichkeit, die nicht ich selber als Erkennender bin, so zu erkennen, wie sie für sich selbst, abgesehen von jeder Beziehung zwischen ihr und mir verhält.

547 Abstrakte Konstruktionen müssen als allgemein angewandte idealtypische Einkleidungen betrachtet werden, in denen man die behauptete höhere Faktizität von Normen vorträgt.

548 Gegen alle Versuche, normative Urteile auf irgend eine Weise zu erschließen, genügt die Feststellung, daß es keinen logischen Übergang gibt von Tatsachenaussagen zu Wertaussagen und umgekehrt.

549 Die Zahl der Tatsachen in der Natur ist unendlich.

550 Worte sind Verhältnisaussagen, nichts Wirkliches.

551 der "Druck der Realität" als fundamentale Gegebenheit unseres Daseins.

552 Die Sprache bringt dazu, Namen für gar nicht existierende Gegenstände zu erfinden und diesen Gegenständen Realität zuzuschreiben. Der Wortrealismus schafft Pseudo-Objekte.

553 Unter "Wortrealismus" kann die Neigung verstanden werden, überall dort, wo die Sprache für etwas einen eigenen Namen, eine selbständige Bezeichnung hat, einen Wirklichkeitssachverhalt, ein reales Ding anzunehmen und das Wort für eine Entsprechung derselben zu halten.

554 "Gewiß ist die Sprache nicht die einzige oder letzte Grundlage unserer Weltauffassung und darf keinesfalls mit dem Denken gleichgesetzt werden..." - Ernst Topitsch, Erkenntnis und Illusion, Hamburg 1979, Seite 31

555 Der Positivismus der letzten Jahrhundertwende (Mach) wollte die Wirklichkeit aus den einfachsten qualitativen Empfindungselementen gleichsam wie aus kleinsten Teilen konstituieren.

556 Jahrhunderte vor und nach Ockham haben im Bann der Theorie gestanden, daß die Inhaltlichkeit des Erkenntnisbestandes ein getreues Spiegelbild der Wirklichkeit sei.

557 Der Begriff ist ein  psychisch  Reales.

558 "Die ausschließliche Singularität alles Seienden, die Leugnung jeglicher extramentalen Realität des Allgemeinen, hatte die Begriffe und ihre Objekte auseinander gerissen." - Erich Hochstetter, Studien zur Metaphysik und Erkenntnislehre Wilhelms von Ockham, Berlin 1927, Seite 117

559 Was wir  sehen  ist nur ein Teil dessen, was da ist. Die  Realität,  die wir sehen, wird durch unsere Sinne abstrahiert. Wenn wir Wörter als Symbole gebrauchen für die Abstraktion, die wir sehen, sind diese die Abstraktion einer Abstraktion. Wenn wir verallgemeinern, und etwa vom "Tisch anisch" sprechen, abstrahieren wir wiederum. Wir müssen uns dieser verschiedenen Abstraktionsebenen immer bewußt sein und den ursprünglichen Tisch nicht aus dem Auge verlieren.

560 "Denn der Gesichtspunkt der  Wirklichkeit  als etwas von aller Erkenntnis Verschiedenem und ihr gegenüber Eigenem ist etwas, worüber auch der Positivismus nicht hinwegkommt. Die Realität läßt sich nicht durch Erkenntnis ersetzen, ganz in die Erkenntnis hineinnehmen und Erkenntnis läßt sich nicht restlos in Wirklichkeit auflösen. Erkenntnis und Realität sind immer zweierlei." - Viktor Kraft, Weltbegriff und Erkenntnisbegriff, Leipzig 1912, Seite 160

561 Jeder Erkenntnis ist ein abstrakter Charakter wesentlich, gegenüber der Konkretheit alles Realen.

562 Keine Erkenntnis bringt eine objektive Realität ins Bewußtsein, sondern ordnet allenfalls unser Bewußtsein nach bestimmten Normen.

563 Seele und Welt können so wenig Gegenstand der Erkenntnis sein wie Gott; das war Kant.

564 Substanz ist weniger Realität, als ein Gesetz.

565 Für den Realisten sind Zeit, Raum, Gesetz und Substanz Grundformen das Seins und das Geschehens.

566 "Wissenschaft vermittelt uns überhaupt nicht irgendeine Realität, sondern sie ist eine völlige Neuschöpfung - so wie die Kunst eine solche in anderer Art ist. Ihr Inhalt ist eine Gestaltung aus der erlebten Wirklichkeit unter dem Gesichtspunkt einer speziellen Bewertung." - Viktor Kraft, Weltbegriff und Erkenntnisbegriff, Leipzig 1912, Seite 159

567 Die empirische Feststellung sagt uns allein, was ist, erklärt aber nicht "warum". Berkeley und Hume waren, als sie die von Vorstellungen unabhängige Realität materieller Substanzen leugneten, notwendigerweise in Konflikt geraten mit der "communis opinio", dem allgemeinen Denken, das sich an das Sein der physischen Objekte hält.

568 Alle Werte, aber auch alle Tatsachen sind relativ zu einem Subjekt.

569 "Die Idee von Gott mag noch so sublimiert werden, so bleibt immer das jüdische Prinzip der Entgegensetzung des Gedankens gegen die Wirklichkeit." - G. W. F. Hegel, ohne weitere Quelle

570 "Wirklichkeit und Wahrheit sind im Grunde eins." - G. W. F. Hegel, ohne weitere Quelle

571 Die scholastischen Systematiker glaubten an die Fähigkeit der Vernunft, die Wirklichkeit in Begriffen zu erfassen.

572 Es gibt keine andere Methode, die soziale  Wirklichkeit  zu studieren, als vom Standpunkt menschlicher Ideale.

573 "Diejenigen Wertungen und Überzeugungen, die als Motive für bestimmte Handlungen oder Unterlassungen angeführt werden, werden in Hinsicht auf ihre Zweckdienlichkeit für die jeweilige Gelegenheit ausgewählt. Es sind mehr die "guten", denn die "wirklichen" Gründe, kurz, es handelt sich immer um Rationalisierungen." - Gunnar Myrdal, Das Wertproblem in der Sozialwissenschaft, Bonn-Bad Godesberg 1975, Seite 500

574 Den allgemeinen Beteuerungen der meisten führenden Nationalökonomen nach hat es die Wirtschaftswissenschaft nur mit dem  Sein  nicht mit dem  Sollen  zu tun.

575 Abstraktionen sind logische Harmonisierungen und der Versuch "Sein" und "Sollen" miteinander in Einklang zu bringen.

576 Hugo Dingler definiert den Begriff "Gott", als auch den Begriff "Wirklichkeit" mit der "Gesamtheit des Gegenstehenden".

577 "Dieser  Begriffsrealismus  gilt aber heute für überwunden. Das Wirkliche haben wir im Besonderen und Individuellen, und niemals läßt es sich aus allgemeinen Elementen aufbauen." - Heinrich Rickert, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft, Stuttgart 1986, Seite 63

578 Wir können Wirklichkeit einzig an ihren Veränderungen erkennen.

579 Die Idealität der Werte und ihre Ohnmacht gegen das Reale.

580 Die einzige Wirklichkeit ist die des Hier und Jetzt.

581 "Es wird zwischen der Welt des Gedankens und der Welt der Wirklichkeit kein Unterschied mehr sein. Es wird  eine  Welt sein und der Friede des goldenen Zeitalters sich verkünden." - F. W. J. Schelling, ohne weitere Quelle

582 "Alle Einseitigkeiten der heutigen Naturwissenschaft finden sich auch in der heutigen Philosophie: der Empirismus und die ihm eigentümliche Blindheit gegenüber der Relativität und Vieldeutigkeit der sogenannten Tatsachen, die als letzte Gegebenheiten gelten sollen; der Materialismus mit seiner Beschränkung auf das Sinnlich-Erfaßbare und seiner Neigung zu mechanistischen Erklärungen des Organischen; und schließlich die Vorliebe und Überschätzung für evolutionistische Theorien. Und man prunkt noch mit der kritiklosen Anwendung methodologischer Analogien aus der Naturwissenschaft, statt in der Kritik der Methodologie, d. h. in der systematischen Ergründung der für alles Wissen erforderlichen Voraussetzungen das Vorrecht der Philosophie zu erweisen und zu behaupten." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 4

583 "Die Naturwissenschaft verdankt ihre blendenden Erfolge zweifellos ihrer Gewissenhaftigkeit in der Beobachtung des Materiellen und der Abkehr von überstürztem Theoretisieren. Aber Beobachtung ist mehr als ein bloßes Ablesen von Tatsachen, sie erfordert Gesichtspunkte - des Maßes z. B. und sonstiger Vergleichung - und deshalb ist auch die beobachtete  Tatsache  stets schon ein ausgemünztes Geisteswerk und jedenfalls mehr als vorgefundenes Rohmaterial." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 4

584 "Jenem großen und verbreiteten Irrtum, der die Tatsachen - die physischen wie die psychischen, Gedanken und Dinge, Vorstellungen und Empfindungen in gleicher Weise - zu letzten Gegebenheiten für das wissenschaftliche Denken stempelt, gilt es endlich zu steuern: schon sind, wie wir bereits betonten, die Psychologen und Erkenntniskritiker selbst in solche Irrlehre verstrickt. Es ist, als wollten sie nicht sehen, daß zur wissenschaftlichen Fixierung auch der psychischen  Tatbestände  stets bereits ein ganzes System von Gesichtspunkten erforderlich ist, ein Koordinatensystem sozusagen, ohne welches der jedesmalige Tatbestand für die einfachste Schilderung unzugänglich, ja, überhaupt kein Tatbestand, sondern ein Chaos wäre." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 7

585 "Man müßte sagen, für mich ist der Satz von der Gesetzmäßigkeit des äußeren Geschehens dank meiner inneren Erfahrung mit einem Gefühl der Notwendigkeit, einem Bewußtsein der Überzeugung verbunden." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 10

586 "Auch die praktische Betätigung des Einzelnen, seine Handlungen im Guten wie im Bösen, wären Gegebenheiten der inneren Erfahrung. Es ist ein psychologischer Fatalismus, der dabei herauskommt ... aber es wäre nicht der rühmenswerte Fatalismus der Starken, die sich vor der Gewalt des äußeren Schicksals beugen, das gerade ihnen, in den Rückstößen auf ihre eigene Aktivität, besonders übermächtig und fühlbar entgegentritt, sondern jener feige Fatalismus der Geschwächten, die ängstlich nach stets neuen Mitteln trachten, um sich der Verantwortung für ihr eigenes Tun und mehr noch für ihr eigenes Wollen zu entheben." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 10

587 "Die empiristische Naturwissenschaft hatte in ihren Rüstkammern keine Waffen, die geeignet gewesen wären, den Begriff der  Erklärung  gegen jenes Übermaß von Forderungen abzugrenzen; und so wußte sie sich keinen anderen Rat, als den Machtspruch von der  Beschreibung." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 18

588 "Man kann folgendes den klassischen Fehlschluß des Sensualismus nennen: da Allgemeinvorstellungen und Begriffe nicht hörbar, sichtbar, tastbar sind, so schließt er, daß es dergleichen streng genommen in der Seele überhaupt nicht gebe; während er schließen sollte: da es dergleichen gibt, so sind Sichtbarkeit, Hörbarkeit, Tastbarkeit keine Kriterien für Bestand und Eigenart psychischer Komplikationen." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 13

589 "Lichteindrücke wirken auf der Netzhaut  nach;  unsere  Wahrnehmung  hat Zeit, sie in Gegenstände zu übersetzen und in den einzelnen Zeitmomenten dieser Übersetzung werden sich in schnellem Wechsel bald diese, bald jene optischen Eindrücke als Teile des Bildes für das wahrnehmende Bewußtsein vorzugsweise geltend machen. Wenn es hier nicht beim Wechsel bleibt und die Folge alsbald einen Zusammenhang aufweist, indem das Frühere mit dem Späteren in bestimmten, sinnvollen Beziehungen steht - wie sie etwa von den Ausdrücken der Identität oder der kontinuierlichen Veränderung bezeichnet werden -, so ist das eine im Bewußtsein vor sich gehende psychische Nachwirkung und niemals allein aus der physiologischen Nachwirkung der Lichteindrücke auf der Netzhaut, so unentbehrlich sie sein mag, zu erklären." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 36

590 "Die Ähnlichkeit ist keine unmittelbare Gegebenheit, kein Bestandteil des vorgefundenen Materials, sondern eine von der Erkenntnis an diesem Material vollzogene Bestimmung. Allerdings muß diese Bestimmung durch irgendeine Art gewissermaßen gegebenen psychischen Erlebens angeregt sein, das wir dann später als Erleben eines Ähnlichkeitsbewußtseins deuten und aus allen übrigen Arten des Erlebens als eine besondere herausheben können. Aber gerade deshalb kann man nicht sagen, daß wir die Ähnlichkeit "vorfänden", unmittelbar wahrnähmen, noch auch, daß die Erkenntnis der Ähnlichkeit unmittelbar gegeben sei. Denn in jenem Erleben stecken wir selber und zwar als die Vorfindenden, als die, denen gegeben wird. Oder will man sagen, daß man auch sich selbst nur gegeben wird, sich selbst nur vorfindet; und zwar sich als Vorfindenden vorfindet - und sich als den den Vorfindenden Vorfindenden vorfindet usf.?" - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 33

591 "Der  psychische Tatbestand  wird, obwohl er doch selbst psychisch sein soll, dem Vorstellungsablauf als etwas an sich Existentes entgegengesetzt: er macht eine bestimmte Art des Vorstellungsablaufs notwendig und es wird nun dieser Bestimmtheit gegenüber zur Nebensache, ob ein positives oder negatives Urteil dabei herauskommt. So wird das eigentlich logische Problem einfach beiseite geschoben und in seiner Wichtigkeit diskreditiert: es soll die Einsicht genügen, daß ein bestimmter Vorstellungsablauf verschiedenen Urteilsformen zugrunde liegen  kann." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 33

592 "Die Beschreibung setzt eine logische Bearbeitung des gegebenen Materials voraus. Der Glorienschein absoluter Objektivität geht ihr damit allerdings verloren." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 23

593 "Daß es überhaupt Protoplasma gab und gibt und demzufolge den ganzen Stammbaum der Tiere und Menschen, das kann aus keinem wissenschaftlichen Gesetz als notwendig abgeleitet und durch keinen Evolutionismus begründet werden." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 48

594  "Ich fühle mich strebend, hoffend, bejahend, verneinend,  solche Beispiele für Gefühlszustände werden in einem Atem genannt, um damit den im Grunde gefühlsmäßigen Charakter der logischen Bejahung und Verneinung zu bekräftigen." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 62

595 "Scheint denn aber mit dieser Ablehnung aller Gegebenheiten die Möglichkeit der Wissenschaft nicht von neuem bedroht: wo nichts Gegebenes vorliegt, von dem wir ausgehen können, woran sollen sich unsere Überlegungen dann knüpfen?" - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 72

596 "Für die Philosophie sind die letzten Motive nicht Gegebenheiten im empiristischen Sinn der Psychologie, sondern die Voraussetzungen aller empiristischen Gegebenheit selbst. Sie wollen nicht durch primitive Beobachtung vorgefunden, sondern durch das komplizierteste Denken eruiert werden. Die scheinbare Gegebenheit der Erfahrung kann der Philosophie immer nur als Anlaß und Ausgangspunkt der gedanklichen Überlegung gelten - vielleicht auch als mehr oder minder konventionalisiertes  Provisorium  der Erkenntnis, das sich - ähnlich der platonischen Doxa, nur eben als Vorstufe, nicht als Gegensatz der Erkenntnis - in den blinden Meinungen der Menge, wie nicht minder in den oft durch Jahrhunderte hin sanktionierten Vorstellungen der Wissenschaft erhält und wie von selber zur Geltung bringt, bis eine neue gedankliche Konstruktion es auflöst und umgestaltet - mit Mitteln und Materialien, die selbst niemals empirisch gegeben sind." - Paul Stern, Das Problem der Gegebenheit, Berlin 1903, Seite 74

597 "Sobald wir von etwas nur durch ein uns übermitteltes Symbol, durch ein Wort wissen, auf dem sich ein Verstehen aufbaut, muß die Frage entstehen nach dem was hier gemeint ist, nach einer  Vergegenwärtigung des nur  durch das Wort  Vertretenen.  Bei einem Gegenstand, der für uns in der Weise der  Wahrnehmung  da ist, braucht, genau soweit dies der Fall ist, diese Frage nicht mehr gestellt zu werden, wird sie sinnlos." - Ernst von Aster, Prinzipien der Erkenntnislehre, Leipzig 1913, Seite 6

598 "Es könnte sein, daß eine Beschreibung unvermerkt allerhand hinzutut, eine unbeabsichtigte Formung oder Beurteilung des Gegebenen enthält und so hinterher, indem sie fälschlich als eine reine Deskription unbesehen genommen wird, uns etwas als  gegeben  behaupten läßt, was es tatsächlich nicht war. Marty, der auf diese Irrtumsquelle neuerdings hingewiesen hat, spricht von einer Fälschung des deskriptiven Befundes durch die  innere Sprachform.  Er wirft z. B. der Einfühlungstheorie vor, daß sie sich durch die innere Sprachform täuschen läßt, wenn sie allerhand gebräuchliche Redewendungen, die leblosen Dingen eine Tätigkeit zuschreiben, so versteht, als ob der Redende hier wirklich Leben, Seelisches in das Ding hineinfühlt." - Ernst von Aster, Prinzipien der Erkenntnislehre, Leipzig 1913, Seite 32

599 "Haben wir ein Recht, das was uns im Moment der Analyse gegeben ist, auch als schon vorher gegeben zu bezeichnen, als noch der Tatbestand in unanalysierter Form vor uns stand?" - Ernst von Aster, Prinzipien der Erkenntnislehre, Leipzig 1913, Seite 31

600 "Ich brauche, so scheint es, doch bloß aufzuzählen, zu konstatieren, was in einem bestimmten Moment als unmittelbar gegeben für mich da ist, vor mir steht - wie ist es bei einer solchen Aufgabe überhaupt möglich, zu zweifeln, in einen Irrtum zu verfallen, verschiedener Meinung zu sein?" - Ernst von Aster, Prinzipien der Erkenntnislehre, Leipzig 1913, Seite 30

601 "Platon ist wohl zuerst, vielleicht unter der Nachwirkung sokratischer Gedanken, der Zusammenhang wissenschaftlicher  Einsicht,  einsichtigen Begreifens, evidenter Wahrheitserkenntnis auf der einen Seite und allgemeiner Erkenntnis auf der anderen Seite aufgegangen; jener Zusammenhang, den Kant bezeichnet, indem er  Allgemeinheit  und  Notwendigkeit  in der Erkenntnis Wechselbegriffe nennt." - Ernst von Aster, Prinzipien der Erkenntnislehre, Leipzig 1913, Seite 36

602 "Das Allgemeine umfaßt, es enthält auch wieder das Individuum, es ist als Gattung sicher vom Individuum verschieden, befaßt es aber doch wieder in sich. Aristoteles und Locke versuchten, sich von diesem Verhältnis Rechenschaft zu geben; Aristoteles, indem er das Allgemeine als den abstrakten Teil beschrieb, den die verschiedenen Individuen gemeinsam haben, der sich in ihnen wiederholt; Locke, indem er die allgemeine Vorstellung als ein Phantasieprodukt betrachtete, das durch die Verarbeitung der verschiedenen individuellen Gebilde entsteht." - Ernst von Aster, Prinzipien der Erkenntnislehre, Leipzig 1913, Seite 47

603 "Wenn das Allgemein-Begriffliche das Wesen der Dinge sein soll, so ist damit gesagt, daß es für jeden individuellen Gegenstand nur einen allgemeinen Begriff gibt, unter den er gehört und den zu finden unsere Aufgabe ist. Nun drängt sich uns demgegenüber dennoch die Überzeugung auf, daß die Begriffsbildung innerhalb gewisser Grenzen doch eine Sache unserer  Willkür  ist, daß wir zwei Gegenstände, sofern sie gewisse Züge gemeinsam haben, auch immer unter denselben Begriff befassen, daß wir demnach einen Gegenstand beliebig vielen Begriffen zuweisen können." - Ernst von Aster, Prinzipien der Erkenntnislehre, Leipzig 1913, Seite 43

604 "Die Erkenntnis, daß die wissenschaftliche Wahrheitserkenntnis es stets mit dem Allgemeinen zu tun hat wird für Plato dann dadurch besonders wichtig, daß sie ihm den Weg bahnt, um seinen Hauptgegner, die Skepsis der Sophisten, niederzuwerfen. Die schrankenlose sophistische Skepsis gipfelt in dem Satz, daß es keine für alle Menschen gültige Wahrheit gibt." - Ernst von Aster, Prinzipien der Erkenntnislehre, Leipzig 1913, Seite 37

605 "Das Ding ist nicht diese Farbe, sondern es trägt sie an sich, es ist nicht diese Härte, die ich verspüre, sondern es hat sie. Daraus ergibt sich die Frage: Was ist das Ding selbst? Und eben diese Frage kann keine befriedigende Antwort finden, weil, indem wir das Ding selber fassen wollen, uns immer nur wieder eine jener schon aufgezählten  Ideen  in der Hand bleibt." - Ernst von Aster, Prinzipien der Erkenntnislehre, Leipzig 1913, Seite 55

606 "Der Phänomenalismus stellt als prinzipielle Forderung auf, daß alle Erkenntnis ausgehen muß von einem  Gegebenen Die in der Erkenntnis gebrauchten sprachlichen Symbole müssen letzten Endes, soweit sie für sich genommen einen Sinn haben sollen, durch Gegebenheiten ersetzbar sein. Gegen die Richtungen in der Philosophie, die diese Forderung prinzipiell bekämpfen, war die Frage zu stellen, wie sie, ohne ein schlechthin Gegebenes anzuerkennen, ihre Worte davor schützen, bloß sinnleere Laute zu sein." - Ernst von Aster, Prinzipien der Erkenntnislehre, Leipzig 1913, Seite 85

607 "Wenn wir von einem  Bewußtsein  oder sagen wir, um die Mehrdeutigkeit dieses Wortes zu vermeiden, lieber von einem Gegebensein sprechen, ist dann nicht jedesmal ein Ich schon vorausgesetzt, dem etwas gegeben ist? Wird nicht der Begriff des  Gegebenseins  sinnlos ohne dieses Ich? Kann die Behauptung, ein Gegenstand ist gegeben, nicht direkt durch die andere ersetzt werden: er ist auf ein Ich bezogen?" - Ernst von Aster, Prinzipien der Erkenntnislehre, Leipzig 1913, Seite 68

608 "Es gibt keine indifferente, neutrale Realität. Die heute gravierende wissenschaftliche Überzeugung, daß die Wirklichkeit fast immer oder ganz und gar neutral sei, ist ein Zeichen der Verdrängung von spontaner Freude, Spiellust, Wut, Empörung und Furcht..." - Perls / Hefferline / Goodmann, Gestalttherapie - Grundlagen, München 1991, Seite 16

609 Wirklichkeit ist das Ergebnis von Kommunikation.

610 Der Satz ist ein Bild der Wirklichkeit.

611 "Ich höre einen Ton, etwa das Surren einer Maschine. Nun entferne und nähere ich mich abwechseln der Maschine: ändert sich dann  der Ton, den ich höre,  oder höre ich die ganze Zeit hindurch  denselben Ton?  Oder: ich stehe fünf Schritt, ein anderer 50 Schritt von der Maschine entfernt - hören wir denselben Ton oder verschiedene Töne? Wir können auf die Frage offenbar mit Ja und mit Nein antworten - je nachdem, was wir unter einem  gehörten Ton  verstehen." - Ernst von Aster, Prinzipien der Erkenntnislehre, Leipzig 1913, Seite 61


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