Natur
p-2siehe auch Wirklichkeit, Leben, Naturgesetz, Irrationalität, Wissenschaft, Mensch

001 Die Natur ist kein Mechanismus, der sich aus einzelnen Teilen zusammensetzt und logischen Gesetzen gehorcht.

002 In der Natur und außerhalb des menschlichen Denkens gibt es weder ein Zählen, noch ein Messen.

003 In der Natur gibt es keine genau gleichen Wesen, keine übereinstimmenden Tatsachen, keine Regeln, die sich unterschiedslos auf mehrere Dinge zur selben Zeit anwenden ließen.

004 "Der Verstand schöpft seine Gesetze nicht aus der Natur, sondern schreibt sie dieser vor."

005 "Wir haben gezählt, gewogen, gemessen, was irgend zu zählen, zu wägen zu messen ist; wir haben die Welt in allen Breiten, Höhen und Tiefen quantifiziert; wir haben uns gewöhnt, von Mechanismen sogar lebendiger und seelischer Vorgänge zu sprechen, ganz ebenso, wie wir uns gewöhnten, den großen und kleinen Kosmos im Lichte eines äußerst zweckmäßig eingerichteten Laboratoriums zu sehen, und wir haben mit alledem die bekannte Herrschaft über die Natur erlangt."

006 Gesetzmäßigkeit der Natur ist ein Mythos, der von Menschen in die Natur hineingelegt wird. In der Natur gibt es keine Ordnung oder Unordnung.

007 Naturgesetze sind allenfalls ideale Grenzfälle, denen sich die Sachverhalte annähern können, ohne sie zu erreichen.

008 "Was wir beobachten ist nicht die Natur selbst, sondern Natur, die unserer Art Fragestellung ausgesetzt ist."

009 "Der ganzen modernen Weltanschauung liegt die Täuschung zugrunde, daß die sogenannten Naturgesetze die Erklärungen der Naturerscheinungen seien."

010 Zufälle gibt es nur im Gegensatz zu gedachten Gesetzmäßigkeiten.

011 "Die Naturgesetze - die goldenen Kälber der positivistischen Aufklärer... nichts als Aberglaube."

012 Unterscheidung von Naturgesetzen und normativen Gesetzen.

013 Die Natur kennt keine Normen. Die Einführung von Normen geht auf den Menschen zurück. Naturgesetze können nicht auf Normen angewendet werden und umgekehrt.

014 Es gibt keine Verben in der zwecklosen Natur. Verben sind eine Zusammenfassung unter menschliche Zwecke.

015 Gesetzlichkeit ist kausale Gesetzlichkeit und Kausalität meint Berechenbarkeit.

016 Die logischen Gesetze sind keine Naturgesetze des Denkens.

017 "Die ungenaturte Natur naturt nur insoweit, als sie sich naturen läßt. Sonst naturt sie nicht."

018 "natura parendo vincitur" (Natur wird durch gehorchen besiegt.)

019 Alle Gesetzmäßigkeit geht auf menschliche Vorstellungen von quantitativen oder qualitativen Einheiten zurück.

020 Naturgesetze können erst dann aufgestellt werden, wenn die Lücken im Gegebenen durch Nichtgegebenes ergänzt wird.

021 Produktion ist ein Prozess zwischen Mensch und Natur.

022 Mystik ist überall da, wo Gott und Natur miteinander identifiziert werden.

023 Die Zerstörung der Naturwelt ist die unerbittliche Konsequenz aus der Logik der kapitalistischen Produktionsweise, die die Natur als bloßen Rohstoff behandelt, der ausgebeutet und geplündert werden kann.

024 Unser gesamtes Erkenntnisvermögen hat zwei Gebiete: das des Naturbegriffs und das des Freiheitsbegriffs.

025 "Macht euch die Erde untertan."

026 "Die Regeln des Universums, die wir zu kennen glauben, sind tief in unseren Wahrnehmungsprozessen begraben."

027 Der Mensch ist nicht mehr Knecht der Natur, sondern Knecht der Natur des Menschen.

028 Die Natur ist ein Korrelatbegriff zu Gott.

029 Die Fähigkeit der Natur mit den Eingriffen der Menschen fertig zu werden nimmt immer mehr ab.

030 "Natur ist maßlos."

031 Die Wissenschaft besteht aus Gesetzen, nicht aus Tatsachen.

032 Solange das in Geld ausgedrückte Einkommen entscheidende Größe und bestimmendes Kriterium für Tun und Verhalten ist, hat die lebende Welt keine andere Bedeutung, als wie ein Steinbruch ausgebeutet zu werden.

033 "Hört man, mit welcher Ehrfurcht manche Leute von der Regierung sprechen, so könnte man glauben, daß der Kongress die Verkörperung des Gravitationsgesetzes sei, das die Planeten in ihren Bahnen hält."

034 "Das Gesetz geht über die Beobachtung hinaus: es behauptet, daß es auch für die noch nicht wahrgenommenen Fälle besteht."

035 Naturgesetze sind ökonomische Zusammenfassungen von Erfahrungen.

036 Platon und Aristoteles sehen in der Natur Zwecke verwirklicht.

037 Die Natur macht keine Sprünge. (natura non hic salta)

038 Die Natur ist nur eine leichte Veränderung des theologischen Prinzips.

039 Der ursprüngliche Gegenstand des Abhängigkeitsgefühls ist die Natur.

040 Es ist eine weitverbreitete Einstellung stets das Bekannte auf das Unbekannte zu übertragen, womit der Natur eine Gleichförmigkeit aufgezwungen wird, an die man sich dann gewöhnen kann.

041 Alles in der Natur ist einzig.

042 Der Zwang der externen Natur besteht in Gestalt des ökonomischen Mangels.

043 "Die Wissenschaft von der Natur kann nur Gott allein haben, weil er sie schuf. Aber die Wissenschaft von der Welt der Nationen und der bürgerlichen Welt können auch die Menschen erlangen, weil sie von ihnen geschaffen ist." - Giambattista Vico

044 Die Herrschaft des Menschen über die Natur ist das eigentliche Merkmal der industriellen Lebensweise.

045 Die Natur passt sich dem binären Denken, als der üblichen Verhaltensweise unseres Intellekts nicht an. Unser rationaler Verstand gleicht einer arithmetischen Maschine, die sortiert und vergleicht. In der Natur ist aber alles einzig und unvergleichbar.

046 Was man Naturgesetz nennt, ist lediglich eine angenommene Beziehung zwischen gewissen Phänomenen.

047 Der Naturvorgang ist einfach das, was er ist, nichts weiter.

048 Die verlorene Einheit zwischen Mensch und Natur.

049 "Jagt die Natur zur Tür hinaus, und sie kommt durchs Fenster wieder herein."

050 Für den Herrschenden werden Mensch und Natur zum Material, das er sich seinen Zwecken entsprechend dienstbar macht.

051 Die Sprache gibt uns eine bipolare Aufteilung der Natur.

052 Grundpfeiler der wissenschaftlichen Methode ist das Postulat von der Objektivität der Natur.

053 "Gesetze können postuliert, aber nicht begründet werden."

054 Die Naturgesetze sind ein Produkt unseres Verstandes.

055 Die Wissenschaft wurde zur stärksten Waffe im Kampf mit der Natur und gegen die Natur. Die Natur wird ausgebeutet und durch Anwendung mechanistischer Gesetze auf die leblose Natur.

056 die Ideologie der Natur des Menschen

057 Psychische und biologische Gleichheit sind nicht herstellbar und sollten vernünftigerweise nicht angestrebt zu werden.

057 Der Naturalismus stellt einfach fest, daß das, was wir sehen, die wirkliche Welt ist.

059 Das Kontinuitätsgesetz (lex continui) bedeutet stetiges Fließen.

060 "Unsere bisherige Technik steht in der Natur wie eine Besatzungsarmee im Feindesland."

061 Die Naturgesetzlichkeit ist nichts anderes, als die Anwendung menschlicher Kategorien auf die Natur.

062 Der menschliche Geist hat "Naturgesetze" als eine bequeme Zusammenfassung seiner eigenen Betrachtungen über die phänomenale Welt ersonnen, die für die Zwecke des menschlichen Lebens ausreichend erscheinen.

063 Im Bereich der Freiheit haben Prinzipien Geltung, in der Natur nicht.

064 "Die Vergnügungen gehören zur ewigen Ordnung der Dinge. Sie existieren unveränderlich."

065 Ein Gesetz ist etwas, das nie direkt wahrgenommen werden kann.

066 Ein Gesetz ist ein begriffliches Gebilde.

067 Der moderne Mensch verhält sich für gewöhnlich so, als ob es nur eine einzige Welt gibt, die von einem Netz von Naturgesetzen eingefangen ist.

068 In der Natur gibt es überhaupt kein fertiges Gebilde, nichts Rundes und nichts Abgeschlossenes.

069 Es liegt im Wesen des Naturgesetzes allgemeingültig zu sein.

070 Für Descartes ist das materielle Universum eine Maschine und nichts als eine Maschine. In der Materie gab es weder Sinn noch Leben, noch Spiritualität. Die Natur funktionierte nach mechanistischen Gesetzen.

071 Ein Naturgesetz ist die Beziehung der Idee auf die Form der Erscheinung.

072 Ein unendlich kompliziertes Gesetz ist kein Gesetz mehr. Das Gesetz würde höchstens lauten: es ist alles, wie es ist.

073 Wir müssen uns vom Positivismus der Naturerkenntnis lösen, da alles Beobachtbare und Meßbare für den Menschen nur repräsentativen Bedeutungswert hat.

074 Was gemessen werden kann, ist immer nur die tote Natur. In der Natur gibt es weder Zahlen noch Messen.

075 Die Natur kennt keine Kasteneinteilung. Alle unsere Einteilungen sind nur künstliche.

076 Ein "Gesetz" ist nichts anderes, als die Zusammenfassung konstanter Relationen, wobei von den Zufälligkeiten und scheinbaren Unregelmäßigkeiten im Einzelnen abgesehen wird.

077 Die kartesianische Weltanschauung wird als einzig gültige Beschreibung der Wirklichkeit betrachtet. Alles andere gilt bei konventionellen Psychiatern als psychotisch.

078 Die Naturgesetze zeugen von der psychophysischen Beschaffenheit unseres Erkenntnisapparates.

079 Ordnung und Unordnung der Natur gibt es nicht.

080 Pan, die Natur

081 Der "Sieg" über die Natur ist immer wertlos und von kurzer Dauer.

082 Zuerst versucht der Mensch die Natur von der Idee aus zu beherrschen.

083 Ersetze den Namen Gott durch den Namen Natur.

084 "Es gibt keine fundamentalen Einheiten, keine fundamentalen Gesetze, Konstanten oder Gleichungen."

085 Naturgesetze sind konstante Beziehungen.

086 Die philosophische Grundlage für die Säkularisierung der Natur war die kartesianische Spaltung von Geist und Materie.

087 Natur als Weib, bei den Kynikern (Zynikern) sogar als Hündin.

088 Die Natur ist beseelt und durch Magie lenkbar. Die Natur unterliegt Gesetzmäßigkeiten und läßt sich durch Beschwörung nicht beeinflußen.

089 Das Symbol der Natur ist der Kreis.

090 Seit Bacon ist das Ziel der Naturwissenschaften Wissen zu erringen, um die Natur zu kontrollieren und zu beherrschen. Wissen ist Macht.

091 Physiokratie heißt Naturherrschaft.

092 Hinnahme der Abhängigkeit des Menschen von der Natur.

093 Es liegt im Wesen des Naturgesetzes, allgemeingültig zu sein, denn erst, wenn wir eine Regel gefunden haben, die das Geschehen ganz und ausnahmslos beschreibt, nennen wir diese Regel Naturgesetz.

094 Die Natur ist so beschaffen, daß kein Gesetz jemals allgemeingültig sein kann. Alle gefundenen Gesetze sind auf einen bestimmten Bereich beschränkt.

095 Unterscheidungen wie die zwischen tot und lebendig ziehen Grenzen, die es in Wirklichkeit gibt. Derartige Grenzen sind künstlich. Sie gehören zu einem begrifflichen Gradnetz, das wir über die Natur geworfen haben, um in der Fülle der Erscheinungen nicht die Übersicht zu verlieren.

096 "Gegen die Natur kann kein Mensch ein Recht behaupten."

097 Die unbeschränkte Gültigkeit der Kausalität beruth auf der Annahme, daß jedes Ereignis in der Welt unter ein Naturgesetz subsumiert werden kann.

098 Ein Frage menschlicher Zwecksetzung hat mit den Notwendigkeiten des physischen Geschehens nichts gemein.

099 "Natur, eines der erfolgreichsten Worte aus dem lateinischen Sprachschatz."

100 Das Kausalgesetz schien das Gesetz der Natur überhaupt zu sein.

101 "Fragt ihr nicht auch: wodurch ihr die Natur aus dem Wege geräumt? ---- Bacon beschuldigt euch, daß ihr sie durch eure Abstractionen schindet."

102 Der Begriff "Natur" ist die Personifikation eines Systems.

103 Die Natur selber kann nur konstruiert, aber nie verstanden werden.

104 Natur soll durch Erkenntnis und Technik verläßlich werden.

105 Die Welt der Materie ist durch Satan repräsentiert, die Natur ist letztendlich böse und der Leib das Lehn Satans.

106 Von Anbeginn an schließt die Herrschaft über Natur deren Entqualifizierung und Objektivierung ein.

107 Unser Arbeitsmaterial besteht überwiegend aus Natur.

108 Im Einfluß des Darwinismus gewöhnte man sich dran, die Natur als ein Schlachtfeld aufzufassen, auf dem die Schwachen von den Starken erbarmungslos niedergetreten werden, und glaubte in der Tat, daß innerhalb jeder Gattung eine Art dauernder Bürgerkrieg stattfindet, welcher durch naturgesetzliche Notwendigkeit bedingt sei.

109 Das Kausalgesetz kann mit dem Naturgesetz auf eine Stufe gestellt werden.

110 Naturgesetze sind aus Beobachtungssätzen logisch nicht ableitbar.

111 Naturerkenntnis ist gleichbedeutend mit Naturbeherrschung.

112 "Nahwirkungsgesetze und Wahrscheinlichkeitsgesetze beschreiben zwei Arten von Ereignisordnungen, die unabhängig voneinander existieren."

113 Der Zweck der Wissenschaft ist Beherrschung der Natur.

114 "Eine Notwendigkeit ist niemals wahrnehmbar; sie überschreitet das Gebiet des Experiments."

115 Einstein hat einmal gesagt, daß eine physikalische Theorie nicht von den Tatsachen der Natur bestimmt, sondern eine freie Erfindung des menschlichen Geistes sei.

116 Nomologisches Wissen ist Kenntnis von Gesetzen, d.h. aber von Abstraktionen.

117 "Die Natur redet nicht."

118 Die einfachste und allgemeinste Form der Erleuchtung ist es, Gott in der Natur zu sehen und ein Bewußtsein der nunmehrigen Andersartigkeit der bisher natürlichen Dinge zu erlangen.

119 "Alles Wunderbare aber, das wir gerade an den Naturgesetzen anstaunen, das unsere Erklärung fordert und uns zum Mißtrauen gegen den Idealismus verführen könnte, liegt gerade und ganz allein nur in der mathematischen Strenge und Unverbrüchlichkeit der Zeit- und Raum-Vorstellungen. Diese aber produciren wir in uns und aus uns mit jener Nothwendigkeit, mit der die Spinne spinnt; wenn wir gezwungen sind, alle Dinge nur unter diesen Formen zu begreifen, so ist es dann nicht mehr wunderbar, dass wir an den Dingen eigentlich nur eben diese Formen begreifen: denn sie alle müssen die Gesetze der Zahl an sich tragen, und die Zahl gerade ist das Erstaunlichste in den Dingen."

120 "Keine gesellschaftliche Ordnung kann die Ungerechtigkeit der Natur vollkommen ausgleichen."

121 Dem Begriff des Naturgesetzes entsprach das Vorhandensein einer vernünftigen Ordnung in der Natur, aus der sich eine natürliche vernünftige Ordnung der Gesellschaft zu definieren läßt.

122 In der Natur selbst gibt es überhaupt keine Spuren von Ordnung.

123 Alle Naturgesetze sind von der Fragestellung abhängig.

124 Es gibt zweierlei Gesetze: das Gesetz der Natur und das Gesetz des Menschen.

125 Die Regelmäßigkeit des Naturgeschehens ist 'empirisch'.

126 Die Welt kann grundlegend von zwei Seiten aus betrachtet werden: entweder in der Gegenüberstellung von Trieb und Ordnung, oder als Natur und Recht, bzw. Ursache und Norm.

127 Der Mechanismus betrachtet die Natur als tot und die Materie als passiv.

128 "In dieser Unveränderlichkeit ewiger Normen in der Natur spiegelt sich die grundsätzlich, keine individuelle Ausnahme leidende Allgemeingültigkeit des modernen Rechtssatzes."

129 Das Verständnis des gesellschaftlichen Lebens wird vermittels eines Verständnisses der äußeren Natur gesucht.

130 In der Mathematisierung der Natur wird diese als eine Summe von Kausalzusammenhängen aufzufassen.

131 "Da man aus einem Naturgesetz unendlich viele Konsequenzen ziehen kann, ist das Ideal einer vollständigen Verifikation unerreichbar."

132 "Die neue mechanistische Ordnung und die mit ihr zusammenhängende Werte 'Herrschaft' und 'Kontrolle' führen den Tod der Natur herbei."

133 "Die Natur ist sichtbarer Geist, der Geist unsichtbare Natur.".

134 Im Altertum waren nur drei 'Naturgesetze' bekannt: Das Hebelgesetz, das optische Gesetz und das Gesetz des Auftriebs. Archimedes diskutiert alle drei, ohne jedoch den Terminus 'Naturgesetz' zu gebrauchen.

135 "Die modernen Wissenschaftler, die die substantiellen Formen okkulter Qualitäten fortlassen, haben die Phänomene der Natur durch mathematische Gesetze zu erklären unternommen."

136 Die Natur soll den Menschen den Weg weisen. Aus der Frage nach der Natur des Durchschnittsmenschen soll eine Moral abgeleitet werden.

137 Der Begriff der Ursache war Vorläufer des Gesetzesbegriffs.

138 "Als Kausalität können wir ganz allgemein den gesetzlichen Zusammenhang im zeitlichen Ablauf der Ereignisse bezeichnen."

139 Das große Buch der Natur liegt aufgeschlagen vor uns. Um es lesen zu können, bedürfen wir der Mathematik, denn es ist in mathematischer Sprache geschrieben. Die Naturvorgänge sind quantitativ und damit meßbar, wo das nicht der Fall ist, muß die Wissenschaft die Anordnung des Experiments so treffen, daß sie meßbar gemacht werden.

140 Auf der mikroskopischen Ebene wurden die Gesetze der klassischen Mechanik durch die der Quantentheorie ersetzt; auf der Ebene des Universums hat die relativistische Physik die Physik Newtons abgelöst.

141 Der wirtschaftlichen Entwicklung wird naturgesetzlicher Charakter zugesprochen.

142 'Kausalität', 'Gesetz' und 'Begriff' sind Kategorien des objektivierenden Erkennens.

143 Durch die Physik wird die Natur ein berechenbarer Wirkungszusammenhang von Kräften.

144 "Nur das 'Gesetzmäßige' konnte das wissenschaftlich Wesentliche an den Erscheinungen sein, 'individuelle' Vorgänge konnten nur als 'Typen', d.h. hier: als illustrative Repräsentanten der Gesetze, in Betracht kommen; ein Interesse an ihnen um ihrer selbst willen schien kein wissenschaftliches Interesse zu sein."

145 Wissenschaftliche Erkenntnis ist mit dem Finden von Gesetzen identisch.

146 Denknormen und Naturgesetze verschwimmen ineinander.

147 Die Annahme, daß die Erscheinungen in strenger, exakt bestimmbarer Gleichförmigkeit verlaufen, ist unbegründet.

148 "Eine vollständige Anpassung an jede individuelle, künftig auftretende, unberechenbare Tatsache ist natürlich unmöglich. Die vielfache, möglichst allgemeine Anwendbarkeit der Naturgesetze auf konkrete tatsächliche Fälle wird nur möglich, durch Abstraktion, durch Vereinfachung, Schematisierung, Idealisierung der Tatsachen, durch gedankliche Zerlegung derselben in solche einfache Elemente, daß aus diesen die gegebenen Tatsachen mit zureichender Genauigkeit sich wieder gedanklich aufbauen und zusammensetzen lassen. Solche elementare idealisierte Tatsachenelemente, wie sie in der Wirklichkeit nie in Vollkommenheit angetroffen werden, sind die gleichförmige und die gleichförmig beschleunigte Massenbewegung, die stationäre (unveränderliche) thermische und elektrische Strömung usw."

149 "Die Natur ist eine öde Angelegenheit, tonlos, geruchlos und farblos; nichts als das endlose und bedeutungslose Vorbeihuschen von Material."

150 Gegensatz von Mechanismus und Organismus

151 Das Instrument zur Beherrschung der Natur heißt Technik.

152 Naturprodukte entstehen frei, Kulturprodukte fordern Bearbeitung.

153 Der Gedanke von der Gleichförmigkeit der menschlichen Natur wurde gerade von den Aufklärern vertreten, die daraus gleiche Rechte für alles ableiten zu können glaubten.

154 "Wenn die Annäherung in der Regel eine sehr gute ist, so ist das nur der riesig großen Zahl der Moleküle zu verdanken, die bei dieser Erscheinung zusammenwirken. Je kleiner deren Anzahl, um so größere Zufallsabweichungen müssen wir erwarten."

155 Natur als das Reich des Unverantwortlichen.

156 Idealistische Prinzipien in der Form mathematischer Figuren spielen eine zentrale Rolle bei der 'Entdeckung' der Naturgesetze.

157 "Die Anerkennung eines Naturgesetzes ist stark durch Gründe der Einfachheit, der Zweckmäßigkeit bedingt."

158 "Ist die Natur nur groß, weil sie zu zählen euch gibt?"

159 Der Natur gegenüber gibt es keine Freiheit.

160 "Das Geistige weiß sich als die 'Macht' über das Natürliche."

161 Die Gesetze der Physik und Chemie sind durchweg statistischer Natur.

162 Der Begriff einer unbeugsamen Naturordnung vertrug sich nicht mit der Kirchenlehre.

163 An die Stelle der Anschauung tritt das Gesetz.

164 "Der Ausdruck Naturgesetze wird schon von Roger Bacon benützt, konnte sich aber im 13. Jahrhundert noch nicht durchsetzen. Seit dem 18. Jahrhundert ist er eine gebräuchliche Redewendung."

165 Die Natur als physikalische Theorie ist ein System raumzeitlicher Erscheinungen.

166 "Eindeutigkeit gegenständlicher Gegebenheiten ist ein anderer Ausdruck für Gesetzlichkeit."

167 Ein Organismus muß eine vergleichsweise grobe Struktur besitzen, damit man einigermaßen genaue Gesetze mit Erfolg auf ihn anwenden kann.

168 Kausalität bedeutet den Kontext der Natur unter dem Gesichtspunkt der Zeit. Jeder Bezug auf den Kontext der Natur ist ein Bezug auf Kausalität.

169 "Widersprüche gibt es nur in der Sprache, nur durch die Sprache. Die Natur, wie sie nur einmal da ist, ist auch einheitlich. Diese Einheit können wir nicht entdecken, wenn wir denken oder sprechen, diese Einheit können wir fühlen, wenn wir leben, ungetrennt von der Natur, wie Kinder im Mutterleibe der Natur. Man kann das auch Mystik nennen, erkenntniskritische, sprachkritische Mystik."

170 "Das Vehikel der Forschung ist 'Mathematik'; und bloß soweit Mathematik anwendbar ist, kann ein mechanisches Weltbild entstehen. Alles Qualitative, eigentlich Anschauliche, alles, was an sich wesenhaft erscheint, wird aus der Welt verdrängt. Die Natur wird entqualifiziert und damit entseelt. Sie wird in 'exakte Gesetzesbegriffe' gefaßt, damit 'berechenbar' und dadurch 'beherrschbar'. In diesem Weltbild allein heißt es: Wir erkennen alles nur so weit, als wir es machen können. Die Natur wird ein Werkzeug des Geistes, als Mechanismus ein Apparat, sie wird damit inhaltlich ganz abstrakt, ganz allgemein. In diesem Weltbild sieht man nicht das, was gewöhnlich Wirklichkeit heißt und Fülle hat, sondern eine spezifische Unwirklichkeit, mit der, das sie eine Seite alles Wirklichen ist, sich die allergrößten Wirkungen in dieser erzielen lassen. Dies Weltbild umfaßt eben das, was an der Natur uns durch Berechnung ganz unterworfen ist, also vor allem die Welt nach ihrer 'räumlichen' und 'zeitlichen' Seite."

171 Jeder Versuch der logischen Ableitung der Grundbegriffe und Grundgesetze der Mechanik aus elementaren Erfahrungen ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

172 Die Denkfreiheit der Aufklärung hatte die Verbreitung der Naturgesetze und Menschenrechte zur Folge.

173 Während des größten Teils der Menschheitsgeschichte war die Wirklichkeit 'Natur', danach war die Wirklichkeit 'Technik', eine verdinglichte Welt. Heute ist die Wirklichkeit in erster Linie die soziale Welt.

174 Unsere Sprache gibt uns eine bipolare Aufteilung der Natur. Die Natur selbst ist jedoch nicht so polarisiert.

175 Im naiven Realismus wird die Natur ihrer innersten Natur nach als rational betrachtet.

176 Die Natur wird als eine nach Gesetzen zu bemächtigende aufgefasst.

177 Die Wissenschaft konstruiert die Dinge und Vorgänge der Natur in rein begrifflicher Weise, um daraus bestimmte Sachverhalte ableiten zu können.

178 Der Erfolg der Naturwissenschaft beruth auf einer Reduktion der Wirklichkeit auf den einen oder anderen Aspekt, wie z.B. die Reduktion der Qualität auf Quantität.

179 Engels und Lenin gehen davon aus, daß die Natur ansich dialektisch sei und das menschliche Denken diese Dialektik in der Natur lediglich widerspiegele.

180 Die irrational unberechenbaren Triebe und Begierden müssen unter eine rationale Kontrolle gebracht werden.

181 Der Naturvorgang ist einfach das, was er ist, weder vernünftig, noch unvernünftig.

182 Herzschlag und Atmung sind das Unwillkürliche am Menschen (Dunkel des Vegetativen).

183 Die Nacht ist das Älteste in der ganzen Natur der Dinge.

184 Die Natur ist etwas, das nicht nach unserem Denken geordnet ist. Der Mensch ist zwar in ihr verwoben, das heißt aber nicht, daß ihre Gesetze seine Gesetze sind und umgekehrt.

185In der Quantenmechanik gibt es keine Aussagen von Individuen mehr, die "Gesetzesformen" haben.

186 Beobachtungen setzen die Gleichförmigkeit der Natur voraus und beruhen immer auf Experimenten, die notwendig eine Zeitspanne einschließen.

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