Dogma
Fred Bon - Die Dogmen der Erkenntnistheorie
siehe auch Wahrheit, Ideologie, Wissen, Theorie, Moral, Skepsis

001 "Dogmatismus als  Scheltwort  - wie der Ausdruck seit Kant gebraucht wird - kann nunmehr nur bedeuten: Einschmuggelung von Glaubenssätzen in die Erkenntnis, als ob sie selbst Erkenntnissätze wären, also  Verwechslung  von Erkennen und Glauben. In diesem Sinne aber sind gerade diejenigen schlechte Dogmatiker, welche den  Dogmatismus  am meisten bekämpfen, denn sie sehen auch die Voraussetzungen ihres Erkenntnissystems für Erkenntnisse an und leugnen eine vor aller Wissenschaft stehende Metaphysik. Dogmatismus im guten Sinne ist dagegen die bewußte Basierung der Wissenschaft auf Glaubenssätze, die ihrem (der Wissenschaft) autonomen Richterspruch entzogen sind, weil sie erst das Zustandekommen der Wissenschaft ermöglichen. Es gibt also nicht eine undogmatische und eine dogmatische Wissenschaft, sondern nur eine ihrer dogmatischen Grundlagen bewußte und eine dieser Grundlagen nicht bewußte Wissenschaft." - William Stern, Person und Sache, Bd. III, Leipzig 1924, Seite 29

002 Die Begründungsskeptiker sagen: Es gibt Grenzen des Begründbaren (Erkennbaren, Wißbaren, Verstehbaren). Für die Begründungsoptimisten, bzw. Begründungsdogmatiker gibt es diese Grenzen nicht.

003 Den Dogmatiker erkennt man daran, daß er mit den Kategorien unbefangen operiert.

004 Der Dogmatiker tut so, als würde er wissen, was für die andern gut ist.

005 Der Skeptiker ist jemand, der noch nach der Wahrheit sucht, der Dogmatiker glaubt sie schon gefunden zu haben.

006 Jedes Dogma tritt mit dem Anspruch auf Allgemeingültigkeit auf.

007 Es gibt keine alleinseligmachende Lehre.

008 Menschen zur Annahme dessen zu zwingen, was wir für richtig halten, ist eine unerträgliche Tyrannei.

009 "Dogmatismus und Skeptizismus sind beide in gewissem Sinne absolute Philosophien: der eine ist überzeugt von seinem Wissen, der andere von seinem Nichtwissen."

010 Das Dogma ist der falsche Schein einer gesetzten Wahrheit.

011 Es gibt keinen Alleinvertretungsanspruch in Sachen Wirklichkeit.

012 Der Dogmatiker unterdrückt den Zweifel.

013 Wer sich etwas dogmatisch vorschreiben läßt, ist weit davon entfernt moralisch zu handeln.

014 "... der lächerliche Despotismus der Schulen, welche über die öffentliche Gefahr ein lautes Geschrei erheben, wenn man ihre Spinneweben zerreißt..."

015 Am 26. Juni des Jahres 1633 war Galilei gezwungen, als Greis von mittlerweile 70 Jahren, vor dem Sanctum Officium in Rom niederzuknien und die Physik zu leugnen.

016 Das Denken, das absolute Normen zu erkennen glaubt, muß totalitär sein, um andere Meinungen zu unterdrücken und die eigenen Ansichten anderen aufzuzwingen.

017 "Wenn wir uns aber im Klaren bleiben, daß solche Formeln ganz einfach ein praktisches graphisches Mittel sind, um eine bestimmte Anschauung auszudrücken, und wenn wir den geheiligten Namen der Wissenschaft nicht dazu mißbrauchen, unseren eigenen Kram anzupreisen, kann durch unser Vorgehen kein Schaden entstehen."

018 "Die praktische Dogmatik in objektiven Termini hat in einem hohen Grade sowohl das allgemeine Bewußtsein, als die rechtliche, ethische, ökonomische und politische Begriffsbildung durchsäuert."

019 Der Relativismus hat jegliche Absolutheitsansprüche zerstört, nicht jedoch die moralischen.

020 Dogmen werden nicht nur mit Argumenten, sondern dann auch mit Waffen befürwortet oder verteidigt.

021 Der Rationalismus ist eine Religion, deren Hauptglaubenssatz heißt: Es gibt nur eine Art zu denken.

022 "Das alte Wissenschaftsideal des absolut gesicherten Wissens, hat sich als ein Idol erwiesen."

023 Wer die Ideologien für falsches Bewußtsein hält, setzt voraus, daß es ein richtiges Bewußtsein gibt.

024 Wer in dem Wahn lebt, die einzige und absolute Wahrheit zu besitzen, glaubt diese auch mit allen Mitteln verbreiten zu können.

025 Es gibt keinen ausschließlichen Weg, der zu einer Wahrheit führt, nicht einmal einen besten.

026 Die Menschen lieben die eigene Meinung nicht deshalb, weil sie wahr ist, sondern, weil es die ihre ist.

027 Glaubenssätze haben die Tendenz, zu starren Dogmen zu entarten, die die kritischen Fähigkeiten der Menschen erheblich beeinzuträchtigen.

028 Im Dogmatismus wird das Denken mit dem Erkennen verwechselt.

029 An die Stelle des religiösen Dogmas ist das wissenschaftliche Dogma getreten. Wer diesem Dogma entgegentritt, droht genauso verbrannt zu werden, wie die Ketzer der Vergangenheit.

030 Dogmatismus ist zu gleichen Teilen moralischer Mangel als auch theoretische Unfähigkeit.

031 Durch den orthodoxen Glauben an die Allgemeinheit und Allgemeingültigkeit objektiver Tatsachen werden die Geister der Leute gebunden.

032 "Seit Kant den Dogmatismus zerbrach, ist die Frage nach der Realität der Außenwelt das wichtigste, ja das eigentliche Grundproblem der Philosophie. Zwar ist der Empirismus mit der Entscheidung dieser Frage schnell zur Hand. Ohne Untersuchung der Grundbegriffe der Erfahrung, weist er auf Dinge hin, die 'gerade so seien, wie sie eben sind'."

033 Es gibt nichts Schlimmeres, als eine Wahrheit, die nicht wahr ist.

034 Bei keiner Sollensregel kann es sich um ein beweisbares Faktum handeln.

035 Die Wissenschaft erhob sich gegen die Dogmen der Religion.

036 Jede Entscheidung hat etwas dogmatisches.

037 Der Relativismus enttrohnt den Dogmatismus.

038 Jeder Dogmatismus ist zugleich Imperialismus.

039 Im Streit um die Realität der Außenwelt teilen sich Dogmatismus und Skepsis das Lager.

040 Der Dogmatiker erklärt die Realität der Außenwelt als vom Subjekt unabhängig existierend.

041 Jeder Unsicherheit wohnt die Tendenz zur Dogmatisierung inne.

042 Der Pragmatismus hat keine Dogmen außer seiner Methode. Hierin liegt auch seine Gefahr zur Unmoralität.

043 Das Identitätsprinzip erhält eine bloß statische Ordnung.

044 Alle Systeme sind dogmatisch-diktatorisch.

045 Das Dogma als Damm und Mauer gegen die Gefahren des Unbewußten.

046 Wer nicht dogmatisch ist hat auch keine lernbare Lehre.

047 Die Forderung nach ständiger geistiger Auseinandersetzung stirbt mit der Dogmatisierung des Objektivitätspostulats.

048 Es gibt keine Allgemeingültigkeit von Grundsätzen.

049 Es ist ein dogmatischer Glaube, die Logik wäre eine einheitliche Disziplin und hätte allgemeinverbindliche Grundsätze.

050 Dogmatisches Wissen gilt als abgeschlossen.

051 Die 'eine', maßgebende philosophische Wahrheit, die als metaphysischer Grund Recht legitimieren könnte, gibt es nicht.

052 "Niemals kann Mystik Dogma werden."

053 Beim Mystiker treffen wir auf eine Geisteshaltung, die schließlich unfehlbar ist und von keiner Kritik berührt werden kann.

054 der Auschließlichkeitsanspruch objektivierender Wissenschaften.

055 Dogmatismus - Alleinherrschaftsanspruch - Monopolismus.

056 Alle Rettungsversuche einer abgelebten rationalistischen Dogmatik sind zwecklos und unnütz.

057 Der menschliche Geist ist beständig bestrebt, eine Menge verschiedenster Dinge gleichzeitig zu erfassen und eine Menge Wirkungen auf eine einzige Ursache zurückzuführen.

058 "Die Meinung, daß Wörter eine 'wahre' Bedeutung haben, ist ein Zeichen sprachlicher Ahnungslosigkeit und dem Glauben einfältiger Gemüter verwandt, daß die Astronomen die wahren Namen der Sterne entdecken."

059 "Die Natur verwirrt die Skeptiker und die Vernunft verwirrt die Dogmatiker."

060 "Es gibt nur eine Straße vom Schein zur Wirklichkeit. Die Menschen gehen dahin, aber die Seelenzustände sind ewig die gleichen."

061 Man kann nicht Skeptiker sein, ohne die Natur zu vergewaltigen und man kann nicht Dogmatiker sein, ohne auf die Natur zu verzichten.

062 Der Dogmatismus ist die fälschliche Annahme, daß die Wirklichkeit durch bloße Begriffe erkannt werden kann.

063 Der Anarchismus kennt keine Dogmen.

064 Der unendliche Regress im Begründungsverfahren endet immer mit einem willkürlichen und dogmatischen Abbruch desselben.

065 Der Dogmatismus ist Ausdruck eines schematisierten Denkens.

066 Herrschaft ist nur dann sinnvoll, wenn es eine einzige Hauptrealität gibt.

067 Der Kampf gegen den Dogmatismus nimmt nur allzuleicht selbst dogmatischen Charakter an.

068 "Das Dogma der Demokratie ist absurd. Dessen Konsequenz ist, daß es recht wäre, wenn hundert Menschen 99 tyrannisieren, aber daß es Unrecht wäre, wenn 99 Menschen hundert tyrannisieren."

069 In den Hauptansichten gibt es ebensoviele Ansichten, wie Köpfe.

070 Der Dogmatiker ist in die Bahnen eines fertigen Denkens gezwungen.

071 Der Dogmatiker befindet sich in einem Theoriegefängnis.

072 Der Dogmatiker setzt voraus, daß die Dinge unserem Verstand erfassbar sind. Der Skeptiker hält mit seinem Urteil zurück, weil er dies nicht glaubt.

073 Die allen Dingen innewohnende Gegensätzlichkeit macht jede dogmatische Behauptung weitgehend unfruchtbar. Man kann nicht einfach eine Seite der Gleichung leugnen.

074 "Die Einnahme fester ideologischer Positionen bringt der psychischen Ökonomie des einzelnen beachtliche Vorteile: Sie entlastet vom Zweifel und befreit von inneren Konflikten und erspart die Anstrengung; sie liefert darüberhinaus eine kräftige Ersatzidentiät, denn man weiß sich durch sie mit vielen anderen verbunden."

075 "Dogmatik will ersessen sein, Skepsis stellt sich beim Gehen ein."

076 Jeder Elementarsatz, bei dem unser Denken verweilt, hat etwas dogmatisches, wenn wir davon absehen, ihn durch weitere Argumente zu rechtfertigen.

077 Das religiöse Dogma von der Unfreiheit des menschlichen Handelns.

078 Jurisprudenz, Logik, Ethik oder Aesthetik sind dogmatische Wissenschaften, die an ihren Objekten einen "richtigen" oder "gültigen" Sinn erforschen wollen.

079 Anarchismus ist radikaler Antidogmatismus.

080 Dogmatische Lehren wollen mit dem Mantel der Wissenschaft umgeben Politik machen.

081 Es gibt nirgendwo eine "Woheit" oder eine "Wannheit". Keine Quantität oder Qualität existiert als selbständig Seiendes. In der Wirklichkeit existiert keine Relation 'ansich'.

082 Es gibt keine Ideologie, die ganz allein das Dogma der Freiheit enthält.

083 Der Glaube es gäbe nur 'eine' Wirklichkeit ist die gefährlichste aller Täuschungen. Es gibt vielmehr zahllose Wirklichkeitsauffassungen, die eher das Ergebnis von Kommunikation und Übereinkunft sind, als der Widerschein ewiger und objektiver Wahrheiten.

084 Von einer Definition wird dogmatisch behauptet, sie sei die richtige Beschreibung des jeweiligen Gegenstandes.

085 Die Ausschließlichkeit des Wahrheitsanspruches drängt zur Totalität und damit zur Diktatur.

086 Der Dogmatiker legt sein Hauptgewicht auf die Notwendigkeiten, der Skeptiker auf die Schwierigkeiten.

087 Das Dogma bedeutet den Stillstand.

088 Der Dogmatiker unterwirft sein Urteil einer fremden Entscheidung.

089 "Der Dogmatismus ist ein logischer Optimismus, der den logischen Funktionen und Produkten ein unbegrenztes Vertrauen entgegenbringt."

090 Der Mensch lebt zwischen Skeptik und Dogma.

091 aus dem dogmatischen Schlummer wecken.

092 Kein Mensch ist unfehlbar.

093 Probleme entstehen nur, wenn versucht wird, subjektive Überzeugung in einen unfehlbaren objektiven Maßstab zu verwandeln, der jeder Kritik widersteht und unbedingten Gehorsam verlangt.

094 Widerspruch zwischen dem Reich der Wahrheit und dem Reich der Erscheinungen.

095 Descartes behauptete die exakte Wahrheit gefunden zu haben.

096 Der Empirismus war einmal Gegengift gegen den Dogmatismus.

097 Vorwurf des Szientismus ist der Vorwurf des Dogmatismus und des Autoritätsglaubens.

098 Was kritisiert wird ist der Autoritätsanspruch.

099 Auf der Suche nach Gewißheit halten wir Theorien für wahr, die nicht wahr sind.

100 Wer bestimmte Sachverhalte und Meinungen aus seiner Betrachtung ausschließt, setzt zugleich Sachverhalte und Meinungen, denen er seine Aufmerksamkeit zuwendet, weitgehend absolut und dogmatisiert seine Betrachtungsweise.

101 der dogmatische Nebel

102 Die mehr oder weniger versteckten dogmatischen Züge des klassischen Rationalitätsmodells.

103 Das Dilemma des Rechtfertigungsdenkens läßt nur die Wahl zwischen unendlichen Regress und der Zurückführung auf ein Dogma.

104 "Armut ist die schrecklichste Form der Gewalt."

105 Für das Absolute gibt es kein Werden mehr.

106 Dogmatisierung ist eine Möglichkeit menschlicher und sozialer Praxis überhaupt.

107 Ideologien beanspruchen ein Wissensmonopol in Sachen Wahrheit und Gerechtigkeit.

108 Der negative Wert des Dogmatismus ist im Drängen nach Konformität von Denken und Handeln erkennbar.

109 Das Reich der subjektiven Einsicht besteht darin, daß etwas scheinbar Objektives sehr wahr sein kann, ohne daß es von jemandem zwingend eingesehen werden muß.

110 Werturteile sind stets ideologisch.

111 Die Dogmatik der Wertsetzung

112 Der Weg zum späteren dogmenfreieren Denken und die Entstehung der weitgehend autonomen neuzeitlichen Wissenschaft ging vom Nominalismus aus.

113 "Jedes Dogma ist tief unmoralisch."

114 "../../b-u-t/221149/wbdef.html" target="_blank">Definitionen sind Dogmen."

115 "Nachdem Dogmatismus unvermeidlich zum Krieg führt, scheint mir der Verzicht auf Dogmatismus die erste Voraussetzung für eine glückliche Welt zu sein."

116 Dogmen sind geeignet Grundfragestellungen zu verhindern.

117 Dogmatismus als Pseudoabsolutheit.

118 Garant der Einheit der Lehre ist das Lehramt, die Autorität.

119 Die Intuition besitzt das stolze Privileg der Unfehlbarkeit.

120 Gegensatz zwischen Skeptizismus und Dogmatismus.

121 Was an einem Gedankengang bisweilen so störend wirkt, ist seine Willkür.

122 Dogmatisches und autoritäres Denken ist das Widervernünftige schlechthin.

123 Die scholastische Methode bestand darin, daß man alle Fragen durch Berufung auf Autorität und durch logische Deduktion aus diesen Autoritäten zu lösen suchte.

124 Der Staat wurde zum alleinigen und logisch unausweichlichen Träger der Wahrheit.

125 Dogmatismus ist Anmaßung aus sicheren Prinzipien a priori streng zu beweisen.

126 dogmatisch, d.h. aus Begriffen.

127 "Das Ding 'ansich' entspricht der gemeinen und dogmatischen Vorstellungsart des Gegenstandes, der nach seiner Totalität gegeben ist."

128 die endlosen Streitigkeiten des Dogmatismus.

129 Das Problem des Nichtwissens äußert sich darin, daß die Menschen sich vor dem Nichtwissen fürchten und deshalb gerne den Anspruch erheben, zu wissen.

130 "Das Objekt als solches für eigentliches Sein zu halten, das ist das Wesen aller Dogmatik, und die Symbole als materielle Leibhaftigkeit für real zu halten, ist insbesondere das Wesen des Aberglaubens. Denn Aberglaube ist Fesselung an das Objekt."

131 Nationalismus und Bolschewismus erheben den absoluten Wahrheitsanspruch für ihre Lehren. Wer dieser Wahrheit widersteht, ist zu vernichten.

132 Freiheit vom Wissenschaftsaberglauben heißt Freiheit von Absolutierungen.

133 "Der Materialismus nimmt hartnäckig die Welt des Sinnenscheins für die Welt der wirklichen Dinge."

134 Begründungen neigen dazu in Dogmen Endgültigkeit zu erlangen.

135 Nur Dogmatik vermag im Bereich des menschlichen Wesens und Wirkens etwas durch tote, mechanische Formeln auszudrücken.

136 "Die Schließung von Glaubenssystemen ist also nicht ein Gebot der Logik oder irgendeiner anderen objektiven Substanz, sondern ein Diktat des Willens und der Interessen und Bedürfnisse, die hinter ihm stehen, ihre Offenheit ist, so könnte man sagen, selbst eine Frage der Moral."

137 Die ideologische Konstruktion eines für alle akzeptablen Gemeinwohls ist "de facto immer nur als institutionell etablierte und sanktionierte Dogmen durchsetzbar, als Offenbarung einer zentralen Instanz, die über ein Deutungsmonopol verfügt und über die Gewaltmittel, die zu seiner Aufrechterhaltung erforderlich sind."

138 Das Dogma der vollen Begreiflichkeit der Welt

139 Der Dogmatismus macht das "Ding ansich" zum Realgrund der Welt.

140 Das kritische Denken stand gegen die dogmatische Spekulation auf.

141 Jede Behauptung ist prinzipiell dogmatisch.

142 Millionen von Menschen sind wegen unbewiesener Lehrsätze getötet worden.

143 Der Indifferentismus bedeutet Verzicht auf alle Dogmen.

144 "Das gefährlichste von alle Vorurteilen ist, zu glauben, daß man keine habe."

145 In einem langen Kampf zwischen Wissenschaft und Kirche löste die Autorität der ersteren die der letzteren ab.

146 Charakteristisch für die liberale Bewegung ist der völlige Verzicht auf Dogmen.

147 "Der Halt in Grundsätzen, Dogmen, Beweisbarkeiten, traditionellen Einrichtungen, absoluten und zugleich generellen Forderungen. Der Halt wird gegenständlich nennbar, der rationalen Form unterworfen. Es wird etwas Lehrbares und Lernbares geboten."

148 Ideologien sind subjektive Erkenntniswelten, die fälschlicherweise zum Weltsein überhaupt verabsolutiert werden.

149 "Nein! ich kann nicht, wenn ich auch wollte. Und könnt' ich's, so würd' ich's hoffentlich nicht wollen - mir etwas vorspiegeln, nur um für mich Ruhe, mit anderen Frieden zu behalten."

150 Es gibt nicht nur ein höchstes Gut, sondern viele.

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.