Individuum
Werner Petschko - Ich und Stirner
p-2siehe auch Mensch, Persönlichkeit, Identität, Subjekt-Objekt, Wille, Differenz, Egoismus, Wahnsinn

001 Jede Minute, jeden Augenblick sagt oder denkt man Ich und jedesmal ist dieses Ich verschieden.

002 Der Mensch ist eine Vielfalt kleiner Ichs.

003 "Nun beruhet jedes Kollektivum auf dem Gedanken, der das Mannigfaltige zusammenfasst; denn ausserhalb der Gedanken ist jedes einzelne isoliert,  ein Ding  für sich; nur die Beziehung macht es zum Teil des Ganzen, zum Gliede des  Zusammen.  Beziehung aber ist Operation des Denkens." - Moses Mendelssohn, An die Freunde Lessings, Berlin 1786, Seite 53

004 Jedes Problem ist selbstgeschaffen. Das Ich und das Problem sind identisch, das Ich ist meistens das Problem.

005 "Gefahr der Gefahren: das Individuum..."

006 "Jede Tatsache ist individuell und zeitlich bestimmt."

007 "Die Tiefe des  Ichs  kann nicht objektiviert werden."

008 Durch das Ich ist der Mensch eine Person.

009 Das Böse gründet im Ich.

010 "Ein objektiviertes  Ich  ist schon kein  Ich  mehr."

011 "Auf das Existieren der Persönlichkeit, ist die Kategorie der Zahl so wenig anwendbar, daß ein  Mensch-als-Persönlichkeit  mehr sein kann als zwei Menschen, als die Masse der Menschen, als die Gesellschaft und das Kollektiv. Zehn Menschen sind keineswegs doppelt so viel wie fünf Menschen, hundert Menschen durchaus nicht zehnmal so viel wie zehn Menschen."

012 Alle Messung geht schematisierend über das  Individuelle  am Gegenstand hinweg.

013 In der Mikrowelt handelt es sich immer um System-Aussagen, nicht aber um Aussagen über das Verhältnis räumlich-zeitlich  individualisierter  Faktoren.

014 "Was die Psychologie zum Gegenstand hat, ist das Ich, und nicht einfach das Psychische schlechthin, in seiner Unpersönlichkeit. Als Einheit das Psychischen, die es charakterisiert, ist das Ich die Voraussetzung der Psychologie."

015 Wenn ihr Fakten sucht, müßt ihr erst einmal von euch selbst ausgehen.

016 Auflösung der gemeinschaftsbildenden Strukturelemente durch den Kapitalismus und Atomisierung der Individen.

017 Der Ausgangspunkt des Anarchismus als soziale Theorie ist das Individuum.

018 Die Gruppe war früher, als das Individuum, welches im Gruppenbewußtsein aufgegangen ist, bevor es für sich als Individuum erstand.

019 Individualisimus und Egoismus als theoretische Ansichten des Individuums.

020 Das Ich muß im Grunde seines Wesens als frei verstanden werden.

021 Freiheit muß im jeweiligen individuellen Sosein des Menschen liegen

022 "Zwischen Theorie und Praxis ist ansich innigste Verbindung und Verwandtschaft; jene verhält sich zu dieser wie das Allgemeine zum Besonderen, wie die Regel zu ihrer Anwendung, wie das Mittel zu seinem Zweck."- Paul Johann Anselm von Feuerbach, Blick auf die deutsche Rechtswissenschaft, München 1810, Seite 3

023 Der Humanismus hat dem Verlangen nach Macht einen Riegel vorgeschoben.

024 Der Kerker des Ich besteht aus Zeit und Raum.

025 Die Politik soll den Menschen als Individuum sehen und nicht wieder als Element von Klassen oder anderen Abstraktionen.

026 Das Individuum muß Ziel und Prinzip der gesellschaftlichen Organisation sein.

027 Das Allgemeine und das Unmittelbare sind die beiden Pole, die das Denken beschränken.

028 In der Quantenphysik beziehen sich Gesetze nur auf kollektive Wahrscheinlichkeiten, nicht auf einzelne Teilchen.

029 Unabhängigkeit existiert nur im Individuum, in der Einzahl.

030 Subsumtion des Individuellen unter das Allgemeine ist die Methode der Wissenschaften.

031 Das Zeichen ist allgemein und abstrakt, das Symbol ist individuell und begründet.

032 Verantwortlichkeit individualisiert sich im Laufe der Entwicklung.

033 Jedes Individuum ist ein Zweck in sich.

034 Am Ich hängt die ganze Logik.

035 Das Ich ist eine ökonomische Einheit.

036 Nur wer den Sturz des Ich erlebt, erfährt Gottes Gnaden.

037 Konflikt zwischen Ichhaftigkeit und Sachlichkeit.

038 Das Ich ist vom Machtwillen beherrscht.

039 Das Ich ist ein Bündel einander widerstrebender Tendenzen.

040 Solange das Ichbewußtsein in vollem Maße besteht, sind wir kaum in der Lage etwas zu echt zu erleben.

041 Ohne ein  Ich  gäbe es kein  Mein

042 Das Ich ist die wahre Angststätte.

043 Das Sollen ist die reale Beziehung, die das Individuum mit der Gesellschaft verknüpft.

044 Ursprünglich enthält das Ich alles, später schaltet es die Außenwelt ab.

045 In totalitären Herrschaftssystemen wird der Einzelne nur als Element der Menge betrachtet.

046 Das Ich ist begrenztes Bewußtsein. Solange es das Ich gibt, gibt es auch ein Nicht-Ich.

047 In der Transzendenz werden die Grenzen des Ich überwunden.

048 Wie ich aus meiner Gewissensnot herauskomme ist meine eigenste Angelegenheit.

049 Das Ich ist der der Außenwelt zugekehrte, exponierte Teil des seelischen Apparates.

050 Zweck der Psychologie ist das Studium der Dinge, die im Ich vorgehen.

051 Freiheit ist das Wesen das Ich.

052 Entscheiden ist eine ausschließlich individuelle Angelegenheit.

053 Wahre Liebe bedeutet Aufgabe der Ichhaftigkeit.

054 Wirklichkeit ist ohne erlebendes Subjekt nicht denkbar.

055 Die Form ist der Anfang von Individualität und getrennter Existenz der Aufspaltung von Subjekt und Objekt.

056 Die Diktatur stützt sich auf die Massen, wir müssen uns an die Individuen wenden.

057 Die Individuen müssen den Staat stürzen, um ihre Persönlichkeit durchzusetzen.

058 Sobald das Individuum reformiert ist, verschwindet der Staat von selbst.

059 Individuen sind unfassbar für das Denken, die Überlegung, selbst für das menschliche Wort.

060 Das Ich ist eine Ansammlung von Anpassungen und Gewohnheiten.

061 Was wir gemeinhin  Ich  nennen ist ein Notbehelf, eine grammatikalische Tatsache.

062 Worte sind abstrakte Zeichen für Arten und Gattungen, niemals für Individuen.

063 Das Individuum ist ebensowenig teilbar, wie es potenzierbar ist.

064 Die Freiheit der Person gibt es nur als Individuum, nicht als Gattungswesen.

065 Im Überunendlichen ist der Teil gleich dem Ganzen.

066 Der Individualismus ist die Krankheit der westlichen Welt.

067 Letztendlich ist das Individuum die Einheit, auf die es ankommt.

068 Die Befreiung des Individuums von allem, was seiner Selbstverwirklichung entgegensteht, das ist der Kern der Friedensforschung.

069 Das Wesen des revolutionären Prozesses besteht ja gerade darin, daß Menschen als Einzelne handeln.

070 Weil wir Ich sagen können, glauben wir an uns.

071 Entwerden des Ich in der Hypnomystik.

072 Die Ich-Illusion als egozentrische Perspektive.

073 Das Ich ist keine statische, permanente Einheit, sondern etwas, das wir wieder und wieder herstellen müssen.

074 Wenn alle Interessen gleichberechtigt sind kann kaum eine gesellschaftliche Organisation eingerichtet werden.

075 Fichte, Hobbes, Locke: Das Eigentum ist keine Sache, sondern der Mensch selbst. Das Ich als freier Wille wird erst konkret, wenn es im Besitz gegenständlich wird. Das Eigentum ist die Wirklichkeit des subjektiven Willens.

076 Es gibt kein schlimmeres Verbrechen, als die Unterdrückung des Individuums.

077 Der separatistische, partikularistische Geist der Ichheit.

078 Die Begierlichkeit ist der Grund der Ichheit.

079 Moralische Praxis ist eine Leistung, die jeder selbst zu erbringen hat.

080 Die Entwicklung des Ich endet mit seinem Tod.

081 Moral kann sich nicht im Individuum finden, sondern nur in der Vereinigung.

082 In Beziehung zu setzen ist die Vereinigung des Einzelnen.

083 "Es ist nämlich auf der Welt nichts allgemein, außer den Namen, denn jedes benannte Ding ist individuell und einzeln."

084 Das Gesetz berücksichtigt nicht die einzelnen, sondern die allgemeinen Gefühle der Menschen.

085 Was man sinnvoll von Individuen sagen kann, kann man nicht sinnvoll von Klassen aussagen.

086 Subjekt ist allein der Mensch, das menschliche Individuum.

087 Die Bestimmung des Menschen liegt nicht im Individuum, sondern in der Gemeinschaft.

088 Erfahrung löst die Schranken des Ich.

089 Wir sehen erst, wenn wir von den Interessen des Ich erlöst sind.

090 Religiöse Erfahrung spiegelt eine Wirklichkeit, die das Ich übersteigt.

091 Das Ich ist keine Substanz, sondern eine Funktion, besser die Einheit einer Funktion.

092 Auch im Umgang des Menschen mit sich selbst gibt es Frieden und Unfrieden.

093 Subatomare Teilchen haben keine Bedeutung als isolierte Gebilde, sondern nur als Zusammenhang.

094 Im Buddhismus ist die Idee eines Individuums eine Illusion.

095 Alles Denken ist eine Funktion des Ich.

096 Es gilt die Freiheit des Individuums gegen die Autorität der Gruppe zu sichern.

097 Alles hat seine Realität nur im Ich.

098 Der Einzelsinn hängt letztlich immer am Gesamtsinn.

099 Die einzelnen Individuen scheitern und gehen unter, die Idee aber ist ewig.

100 Die Existenz des Individuums besteht in seiner ethischen Subjektivität.

101 Das Adjektiv bezeichnet den einzelnen Sinneseindruck.

102 Wenn jedes Einzelding auf der Welt einen Eigennamen hätte, gäbe es keine Sprache mehr.

103 Ob Individuen einen Eigennamen tragen oder nicht, hängt von unserem Interesse ab.

104 Es gibt nicht zwei Menschen, die sich bei demselben Satz das gleiche denken.

105 Das Individuum ist nur ein Strombett für in Zeit und Raum fließende Molakularbewegungen, die wir ein Reales nennen.

106 Das Ichgefühl ist eine Täuschung, aber wann ich esse, trinke, denke, kämpfe, handle ich als Individuum und kümmere mich nicht um die Erkenntnistheorie und halte den Schein der Individualität für Wirklichkeit.

107 Real sind nur Individuen, aber Individuen sind nur außerhalb der Sprache und des Denkens. Wir kennen also kein Reales.

108 Die Generalisierung der partikularen Elemente ist eine Funktion der Arbeitsteilung.

109 Die Singularität ist im Prinzip unerschöpflich.

110 Der Fall ist immer singulär.

111 Die Verwechslung von Einzelnem und Allgemeinem ist die zentrale Quelle des Vorurteils.

112 Jedes menschliche Denken enthält ein zufälliges Element, das von den Verhältnissen, Fähigkeiten und Neigungen des Individuums gesetzt wird, ein Element des Irrtums.

113 Die Unmittelbarkeit der singulären Empfindung ist sprachlogisch ungreifbar und ganz und gar irrational. Singuläre Ereignisse sind letzte unerklärbare Tatsachen. Das Problem des Allgemeinen und Besonderen besteht darin, daß die singulären Erfahrungen mit den abstrakt allgemeinen Kategorien in Übereinstimmung gebracht werden müssen.

114 Die Umgangssprache erlaubt es, Individuelles durch allgemeine Kategorien verständlich zu machen.

115 Interessen sind Ich-Bedürfnisse.

116 Das Individuum kann nichts anderem untergeordnet werden.

117 Nur Begriffe sind allgemein, das wirklich Existierende hingegen ist durch und durch individuell.

118 Es gibt einen unüberwindbaren Gegensatz zwischen allgemeinen Zeichen und individueller Wirklichkeit.

119 Das Ichgefühl ist eine Täuschung, die Einheit des Individuums ist eine Täuschung.

120 Das individuelle Ich ist eine Abstraktion. Bis in die Nuancen hinein besteht es nur in Wechselwirkung. Die Ansicht, etwas Festes, in sich Ruhendes an ihm zu haben, ist purer Schein.

121 Der Name scheidet das Einzelne von der Vielheit.

122 Wer das Ich in den Vordergrund seines Denkens schiebt, verfällt ohne sein Zutun verschiedenen und verderblichen Täuschungen.

123 Das Ich ist ein Rechnungsansatz.

124 Auch der Glaube an das beharrende Individuum und seine Einheit ist notwendig etwas Eingebildetes.

125 Lust, Unlust, Glück und Leid gibt es nur für das Individuum.

126 Die Seele ist der Ausdruck für die formale Einheit des Ich.

127 Im Leben verkehren wir mit Individuen, in der Wissenschaft mit Gattungen.

128 Unbeschränkt ist die Gattung, beschränkt nur das Individuum.

129 Dauer ist das Kennzeichen des Ich, Dauer ist das Kennzeichen der Dinge.

130 Die Individuen sind flüchtig, wie das Wasser im Bach, die Ideen hingegen beharrend.

131 "Von der Gesellschaft hängt die Moral ab, nicht vom Ich."

132 Zerreissen des ganzen und lebendigen Menschen durch die Zweiteilung in eine geistige und in eine sinnliche Hälfte.

133 Individuum und Gesellschaft werden als kämpfende Mächte aufgefaßt.

134 Die Methode der Situationsanalyse ist eine individualistische.

135 In der Quantentheorie kann kein Zustand eines einzelnen Teilchens beschrieben werden, sondern nur seine Zugehörigkeit zu dieser oder jener Gesamtheit. Das Einzelteilchen hat keine Zustandseigenschaft.

136 "Das Ding ist Ich; es ist nichts ansich; es hat nur Bedeutung im Verhältnisse, nur durch Ich und seine Beziehung auf dasselbe."

137 Eine positivistische Psychologie konstatiert eine Ich-Grenze, die ohne weiteres als eine durch Gewohnheit selbstauferlegte Fessel entlarvt werden kann.

138 Es gilt, das Individuelle als Beschränkung zu vernichten und nur als leise Grenze bestimmter Gestaltung zu erhalten.

139 Ein moralisches Urteil betrifft niemals lediglich einen Einzelfall, sondern ist stets auf eine Klasse von Einzelfällen anwendbar.

140 die Methode absoluter Isolierung

141 Heraklit findet die Wahrheit im Allgemeinen, während Protagoras sie im Individuellen sucht.

142 "Die Natur arbeitet nach dem Prinzip: Das Individuum ist unwichtig, die Art wird erhalten und entwickelt."

143 Nur weil die Teilbarkeit eine Grenze hat, werden die Dinge erhalten.

144 Die Einzeldinge sind nichtige Scheinwesen.

145 Man glaubte, die Materie könnte verstanden werden, indem man sie auf ihre Grundbausteine reduziert.

146 Die Biologen sind eifrig damit beschäftigt, den menschlichen Körper in seine kleinsten Teile zu zerlegen.

147 Der Verstand beschäftigt sich mit dem Einzelnen, währen die Vernunft das Ganze umfasst.

148 Es gibt kein reines Denken, das nur Allgemeines zum Inhalt hat, aber es gibt auch keine Empfindung, die nichts Allgemeines in sich hätte.

149 "Nicht nur Äußerliches also, auch Innerliches, nicht nur Fleisch, auch Geist, nicht nur das Ding, auch das Ich ist Gegenstand der Sinne."

150 Erst mit dem Auftreten der Form ist der Organismus als Individuum gegeben. Die Form macht das Wesen des Individuums. Man beachte die Form eines Dings, so ist es Einheit; man sehe von der Form ab, so ist es Vielheit.

151 Das Ich bildet sich mit dem Gedächtnis.

152 "Wir sagen: Ich und könnten genausogut sagen: Wir."

153 Der Intellekt ist unfähig, das Ich erkennend zu überschreiten.

154 das Moment des Einmaligen, Niewiederkehrenden.

155 "Man muß wissen, daß das Ich die einzige Leidquelle ist."

156 Das Ich ist der erste angeborene Traum.

157 Was wir gemeinhin "Ich" nennen ist eine Illusion.

158 "Wenn ich mein Ich wahrnehmen kann, kann es unmöglich das Wahrnehmende sein! Das Wahrnehmende, mein wirkliches Ich, kann von mir nicht wahrgenommen werden, ebenso wie ein Messer sich nicht selbst schneiden kann! Kurzum, was ich mein Ich nenne, ist nur in meiner Einbildung ein Subjekt, in Wirklichkeit aber ein Objekt."

159 Der Ich-Gedanke ist der Ursprung aller anderen Gedanken. Das Ende des Ich-Gedankens ist auch das Ende aller anderer Gedanken.

160 Es entsteht der täuschende Eindruck, als gäbe es ein dauerhaftes, sich selbst gleichbleibendes Ich.

161 Das Ich ist bloß eine logische Einheit.

162 "Wenn ich Ich sage, so lasse ich darin jede Besonderheit fallen, den Charakter, das Naturell, die Kenntnisse, das Alter. Ich ist leer, punktuell, einfach, aber tätig in dieser Einfachheit."

163 Das Ich ist eine Abstraktion.

164 Der Wert ist das innere Gleiche von Sachen, die in ihrer Existenz spezifisch verschieden sind.

165 Ungleichheit der Geschicklichkeit der Individuen.

166 Der Buddhismus leugnet ein konstantes Ich und kennt nur das unablässige Fluktuieren der Vorstellungen.

167 Der Wille ist das Wesen des Ich.

168 "Das Einzelne wird den Zwecken des Auffassens der Wirklichkeit unterworfen; die Veränderlichkeit des intuitiv Gegebenen wird in einer Beziehung von Begriffen zu allgemeingültiger Repräsentation erhoben; das Konkrete wird durch Abstraktion und analytisches Verfahren in gleichartige Reihen gebracht, welche Aussagen von Regelmäßigkeit gestatten."

169 Das Erleben ist auf das Einmalige beschränkt.

170 "Das Verstehen hat immer ein Einzelnes zum Gegenstand."

171 "Das Geliebte ist immer  Individuum.  Individuum ist ein anderer Ausdruck für das absolut Konkrete."

172 "Das absolut Verschiedene ist das, wofür man keine Kennzeichen hat."

173 Das Durchschnittliche, Gewöhnliche, Häufige gegenüber dem Charakteristischen, Originellen, Spezifischen, Eigentümlichen, Einmaligen.

174 "Das wissenschaftliche Denken ist das objektive, das Denken, bei dem es auf das Individuum nicht ankommt."

175 Das Ich ist eine Gewohnheit.

176 "Es gibt in der Tat seelische Gebilde, die nur als Ganzheiten aufzufassen sind, weil das, was an ihnen eigenartig und daher wesentlich ist, verloren ginge, falls man sie als bloße  Summen  von elementaren Empfindungen oder anderen letzten Bestandteilen dächte."

177 "Das Seelenleben führt als solches niemals über das einzelne Individuum hinaus."

178 "Der Mensch existiert nicht, wenn er nicht als  Einzelner  existiert. Er kann sich in kein Allgemeines auflösen, ohne die Existenz zu verlieren."

179 "Dabei kommt nicht viel darauf an, ob wir von einem  Gegebensein  oder einem  Erlebtsein  oder einem  Bewußtsein  des Unmittelbaren sprechen. Alle diese Worte verlieren in gleicher Weise ihren Sinn, wenn wir nicht ein  Ich  annehmen, dem etwas geben ist, das etwas  erlebt,  oder dem etwas  bewußt  ist."

180 "Das Ich ist seiner Natur nach eine unlösbare Einheit, die entstehen oder verlöschen, aber nicht den Prozess des Teilens oder Zusammenfügens ausgesetzt werden kann."

181 "Das System der Identifizierungen und Entfremdungen werden wir das  Ich  nennen."

182 "Eine kausale Erklärung der Totalitäten von den Einzelerscheinungen aus ist nicht nur faktisch, sondern prinzipiell unmöglich."

183 Der individuelle Einzelvorgang ist undeutbar.

184 Wirklichkeit ist stets individuell. Erst die generalisierende Bearbeitung schafft diese abstrakten Systeme von Objekten und Gesetzen.

185 Wie ist eine kausale Erklärung einer individuellen Tatsache überhaupt möglich - da schon eine Beschreibung selbst das kleinsten Ausschnittes der Wirklichkeit ja niemals erschöpfend denkbar ist."

186 "Unberechenbarkeit ist das Privileg das Verrückten."

187 Das individuelle Moment läßt sich nie auf eine Formel reduzieren, ohne sein Wesen aufzuheben.

188 "Ein objektiviertes  Ich  ist schon kein  Ich  mehr."

189 "Die Tiefe des  Ich  kann nicht objektiviert werden."

190 Eine wirkliche Isolierung der Erscheinung besteht streng genommen nie.

191 Die Konsequenzen der Quantentheorie schließen die Identifizierungen, individueller Teilchen aus.

192 "Der Ort des Gegenstandsvollzugs heißt  Ich." 

193 "Bewußt-sein ist Beziehung auf das Ich."

194 "Praktisch können wir nun handelnd die Ichvorstellung so wenig entbehren, als die Körpervorstellung nach einem Ding greifend."

195 "Die Psychologie und die Psychopathologie lehrt uns, daß das Ich wachsen und sich bereichern, verarmen und schrumpfen, sich fremd werden und sich spalten, kurz schon während des Lebens sich bedeutend verändern kann. Trotz alledem ist das Ich für meine instinktive Auffassung das Wichtigste und Beständigste."

196 "Der Unterschied zwischen der denkökonomischen Einheit, Ich und anderen Körpern kann als Unterschied in Beschreibungsweisen ausgedrückt werden: Für das Ich ist die Psychologie, für die Körper die Physik zuständig. Die alte Frage nach der Realität der Außenwelt erledigt sich, weil sie sinnlos ist."

197 "Die Selbstwahrnehmung des empirischen Ich ist die alltägliche Sache, die dem Verständnis keine Schwierigkeiten bietet. Das Ich wird so gut wahrgenommen, wie irgendein äußeres Ding."

198 "Das Ich ist nichts weiter als die Bewußtseinseinheit, das jeweilige  Bündel  der Erlebnisse, die kontinuierliche, dingliche Einheit, welche sich in der Bewußtseinseinheit als das persönliche Subjekt der Erlebnisse intentional konstitutioniert: als das Ich, das in ihnen seinen  psychischen Zustände  hat, das die betreffende Intention, die betreffende Wahrnehmung, das Urteil usw. vollzieht. Ist ein Erlebnis von der und der Intention präsent, so hat  eo ipso  das Ich diese Intention."

199 "Die Beziehung auf das Ich gehört zu wesentlichen Bestand des intentionalen Erlebnisses."

200 Das Individuum muß außerhalb der Autorität gesehen werden.

201 Unwiederholbare seelische Einmaligkeit und spezifische Eigenart der existentiellen Begegnung.

202 Globale und totale Objektivität gegenüber der besonderen Perspektivität.

203 Individualistisch als scheinbarer Gegensatz zu sozialistisch.

204 Privatisiertes Bewußtsein ist entpolitisiertes Bewußtsein.

205 Individualität ist mehr politischer und ethischer Art und eng mit dem Begriff der Verantwortung verknüpft.

206 Der Gemeinwille kann sich, als allgemeiner Wille, nur auf Allgemeines (d. h. Gesetze) beziehen; bezieht er sich auf Einzelnes, widerspricht er seinem eigenen Begriff und wird ungerecht.

207 Das Geheimnis der Genera und Species.

208 Die Dinge sind in ihrer Existenz sämtlich einzeln.

209 Schmerz und Freude sind so groß, wie sie gefühlt werden.

210 Die Kollektivkraft ist größer, als die Summe der Einzelkräfte.

211 Der Individualismus enthebt den Menschen seiner Verantwortung, der Kollektivismus nimmt ihm die Freiheit.

212 Solange man etwas Allgemeines anerkennt und verehrt, das nicht sofort identisch ist mit dem Einzelnen und Subjektiven, solange ist man religiös.

213 Individualität ist ein Ergebnis von Bildung.

214 Individualismus führt leicht zu konkurrierendem Verhalten.

215 Der Einzelgänger als Sonderling, sonderbar, seltsam.

216 Das Selbstgefühl ist die natürliche Abwehr jeder Autorität.

217 Individuation ist Initiation.

218 Im Geschäftsleben ist das Besondere und Einmalige wertlos, wenn sich kein Profit daraus schlagen läßt. Der Wert des Menschen wird auf den Nenner reduziert, der für jeden gilt, den Marktwert.

219 Wir haben den Sinn für die Bedeutung der Einzelartigkeit verloren und uns zu Werkzeugen für Zwecke gemacht, die außerhalb unseres Ich liegen.

220 Der sittliche Anspruch des Allgemeinen läßt für die private Negativität keinen Raum.

221 Partikularinteressen werden vom konservativen Ideologen als irrational angesehen.

222 Das Recht als Realisierung des Allgemeinen wird das Partikulare zum Verschwinden bringen.

223 Für den Indianer bleibt der Mensch ein Teil: niemals wird er zu einem autonomen Individuum, das nur seine Interessen kennt und unbekümmert durchsetzt.

224 Die Person sagt: Ich bin; das Eigenwesen: So bin ich.

225 Kein Mensch ist reine Person, keiner reines Eigenwesen,

226 Besonderheit beruth auf dem Geist der Absonderung.

227 Individualität, die natürliche Ungleichheit der Dinge, die unendliche Verschiedenheit ist das universelle Gesetz.

228 Der Tod ist das privateste Geschehen im Leben eines Menschen.

229 Widerspruch ist das Prinzip der Individualität.

230 Zusammenleben wird erst möglich, wenn sich eine Mehrheit findet, die stärker ist, als jeder Einzelne. Die Macht dieser Gemeinschaft wird zum Gesetz.

231 Das Geheimnis der Welt ist Individualität.

232 Einzelheit und Allgemeinheit, das Konkrete und das Abstrakte.

233 Vor dem Sündenfall gab es noch keine Erkenntnis von der Individualität.

234 Analyse individualisiert.

235 Jede besondere Seele hat ihre eigenen Bedingungen.

236 Individualität ist im Gefühl begründet.

237 Völlige Individualität auf Kosten der Individualität von anderen.

238 Normen und Werte beruhen letztlich auf subjektiven Gefühlen und Entscheidungen.

239 Das rein Private ist das Irrationale. (Idiotie heißt wörtlich Privatheit.)

240 Alle sozialen Organisationen zwingen Menschen in Schablonen und beeinträchtigen ihre Individualität. In einer Institution passt sich jeder fortwährend an.

241 Es gibt keine Gleichheit der Menschen hinsichtlich der Bewußtheit und Bewußtseinsklarheit.

242 Jeder Einzelne stellt etwas Einmaliges dar, etwas nie Wiederkehrendes .

243 Zurücktreten der Individualität als Auflösung in die Anonymität.

244 Das Einzelne ist, was es ist, nur, weil es nicht ein anderes Einzelnes ist.

245 Alles ist im Grunde Eines. Damit werden die täuschenden Schranken der Individualität gebrochen.

246 Atman = Brahman: das Absolute einzig, einzig das Absolute.

247 Die soziale Welt des Menschen oder seine Individualität sind derart vielseitig und vielschichtig, daß kein Zeichensystem ihnen gerecht werden kann.

248 Wir brauchen Freiräume für Ungeplantes, Spontanes, Individuelles.

249 Im Leistungsprinzip erweist sich einer dem anderen als überlegen.

250 Nur Personen haben Freiheit.

251 Liebe ist unübertragbar.

252 Allgemeingültigkeit basiert auf der Zerstörung des Besonderen.

253 Theorien haben eher allgemeinen Charakter, die Praxis dagegen besonderen.

254 Wissenschaft kann allgemeine Typen beschreiben, aber niemals einzelne, individuelle Dinge.

255Krankheit gibt Individualität.

256Der Mensch hat keine Individualität. Der Mensch ist in eine Vielfalt kleiner Ichs geteilt.

257 Der Mensch muß Einzelner werden.

258 Die Sinne und der Körper individualisieren.

259 Das alleinstehende und abstrakte menschliche Individuum ist eine Fiktion, gleich der Gottes.

260 Alles Bestimmte ist individuell.

261 Eine befreite Menschheit wäre nicht länger Totalität.

262 Die Eigenart ist des Menschen Dämon.

263 Der Individualismus ist die Krankheit der westlichen Welt.

264 Das Austauschbare ist ohne bestimmt Individualität.

265 Eigenverantwortung fördert den Ungehorsam.

266 Echte Gemeinschaft ist nur zwischen voll entfalteten Individuen möglich.

267 Der Individualisimus behauptet den absoluten Vorrang des Einzelnen: Eigenverantwortlichket, die ihm keine Gemeinschaft abnehmen kann, Unvertretbarkeit.

268 Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der zunehmenden Individuation.

269 Individualität als Gegensatz zur Konformität.

270 Das Verbrechen ist die Revolte des Einzelnen.

271 "Vergiß dein Ich, dich selbst verliere nie."

272 Für Erkenntniszwecke werden die Gegenstände der Beobachtung isoliert.

273 Die private Meinung hat immer etwas ketzerhaftes.

274 Jeder Mensch sollte das Bedürfnis haben, als Individuum anerkannt zu werden und keine Nummer zu sein.

275 Künstler, Wissenschaftler oder Schriftsteller sind sich ihrer Identität sicher und hegen keinen Zweifel an ihrer Einzigartigkeit.

276 Jedes Individuum hat einen Anspruch, die Autonomie und Individualität seiner Existenz angesichts überwältigender sozialer Kräfte zu bewahren.

277 Wenn man ersetzbar ist und nichts Einzigartiges mehr an sich findet ist man kein Individuum mehr.

278 Der Kern der menschlichen Natur bleibt der gleiche.

279 Gegensatz von Einheit und Verschiedenheit.

280 Das Gute ist nie zweimal dasselbe.

281 Der Einzelne hat in unserer Kultur eine höher geachtete Stellung als die Gruppe.

282 Die Gesellschaft funktioniert auf Kosten des individuellen Glücks.

283 Einsicht ins Einzelne, ins Detail.

284 Das Eigentum als Hüter der umstrittenen Grenze zwischen Individuum und Staat.

285 Delikt der Auflehnung des Einzelwillens gegen den Gesamtwillen.

286 Das Strafrecht verlangt den einzeln faßbaren Täter (keine Sippenhaft).

287 Es gibt Probleme, die sich nicht individuell und privat lösen lassen, sondern nur gesellschaftlich und politisch.

288 Moralität bezieht sich nur auf den Verantwortungsraum der Person.

289 "Meine Sache ist weder das göttliche, noch das menschliche, ist nicht das wahre, gute, rechte, freie, usw. sondern allein das meinige und sie ist keine allgemeine, sondern ist - einzig, wie ich einzig bin."

290 Die Form ist das Gemeinsame, der Inhalt das Verschiedene.

291 Ein Einzelner zu werden ist die erste Bedingung der seelischen Verfassung, die Religiösität heißt.

292 Der Mensch kann nur als Einzelner mit Gott Umgang haben.

293 Grundsätzlich könnten wir jedes Einzelding und jedes Einzelereignis mit einem Eigennamen benennen, - meistens lohnt sich jedoch die Mühe nicht.

295 Das Objektive ist für jedermann verbindlich und jederzeit reproduzierbar und damit nicht auf Einzeldinge beziehbar.

296 Individualität ist für die Wissenschaft unfassbar, gleichsam nicht existierend.

297 Kunst individualisiert die erfaßten Typen und Situationen.

298 Herumtappen im Felde des Besonderen.

299 Alle endlichen Wesen sind einzeln denen nur der Tod gemeinsam ist.

300 Persönlichkeit ist mehr, als Individualität.

301 Individualität wird ignoriert, wenn Identität geltend gemacht wird.

302 Realität und Privatheit schließen sich aus.

303 Individualität ist wesentlicher Bestandteil von Glück und Wohlbefinden.

304 Die Autonomie des Individuums ist oberster Wert.

305 Individualität ist Erlebnis.

306 Die Wörter unserer Sprache haben ihre Bedeutung für uns durch einen wesentlich privaten Vorgang erreicht.

307 "Jede bewußte Organisation der Gesellschaft muß unter allen Umständen vermieden werden."

308 Der Anarchismus wendet sich an den Einzelnen, nicht an die Masse.

309 "Es gibt keine Kollektiv- sondern nur Individualverpflichtungen."

310 Allgemeinvorstellungen sind in Wirklichkeit Einzelvorstellungen.

311 Spaltung zwischen Einzel- und Allgemeininteresse.

312 Der Einzelne kann gar nicht daran denken, mit dem Staat unmittelbar zu verkehren.

313 Voraussetzung für eine kulturrevolutionäre ökonomische Politik ist eine Entwicklungstheorie der menschlichen Individualität.

314 Der Staat will Wohlstand und Ruhe. Beides erhält man in dem Grade leichter, indem das Einzelne weniger miteinander streitet.

315 Ein freies Wesen hat immer etwas eigentümliches an sich.

316 Die Identität einer Person ist die Fähigkeit, mit sich selbst in Frieden leben zu können.

317 Einzelfall und Allgemeinbegriff.

318 Alle müssen das und das tun kann nur falsch sein.

319 Die Seelentiefe der individuellen Existenz enthält nicht mitteilbare Schichten, die auch nicht vergesellschaftungsfähig sind.

320 Individualität heißt Subjektivität und damit auch immer wieder Zweifel an der Richtigkeit der eigenen Entscheidungen.

321 Der Einzelne steht, isoliert durch die allgemeine Gleichheit, einer einheitlichen Gesamtheit gegenüber, die dann nur mehr wenig Machtmittel braucht, um ihn zum Gehorsam zu zwingen.

322 Die Grenze der wissenschaftlichen Erkenntnis ist die individualisierte Realität, die nur beschrieben, aber nicht begriffen werden kann.

323 Allgemeine Fakten sind angeblich wichtiger, als spezielle, das sich wiederholende wichtiger, als das Einmalige.

324 Die Blindheit des Kausaldenkens besteht darin, daß es das Einzelne als einzelnes nimmt.

325 Der gute Legislator ist daran zu erkennen, daß er jedem das Seine gibt und nicht jedem das Gleiche.

326 Moralische Verantwortung ist ihrem Wesen nach individuell.

327 Individualität und Entwicklung sind eins.

328 Einmalig, einzigartig, dem Gesetzesbegriff widersprechend.

329 Die Individuation ist nur ein Schein, hinter dem sich die Einheit aller Existenz verbirgt.

330 Wirklich ist nur das Individuum, die Menschheit ist eine hohle Abstraktion.

331 Dem Grund des Ich kommt Ewigkeit zu.

332 Jedes Gefühl ist Sache des einzelnen Menschen.

333 In der generalisierenden Betrachtung verschwindet das Individuum gerade in seiner Einmaligkeit.

334 Das innerste Selbst des Menschen ist nicht nur seine Individualität, sondern auch sein sittliches Wesen.

335 Es ist die Aufgabe des Handelnden, des Richters oder des Denkers eine konkrete Situation nicht als Spezialisierung einer generellen Regel, oder eines allgemeinen Begriffs zu betrachten. (allgemeines Gesetz/ besonderer Fall)

336 Der Mensch ist zur Gesellschaft bestimmt und es fruchtet wenig, ihn in seinen einzelnen Zuständen zu betrachten.

337 Wer eine Aussage über Gott macht, ist auf sich allein gestellt.

338 Der Sinngrund ist kein Einzelsinn, sondern die Sinnhaftigkeit des Ganzen.

339 Auch für die Theologie ist nichts, wie es ansich ist, sondern wie es für uns ist.

340 Freiheit bedeutet nichts anderes, als Selbstsein. Selbstsein ist nur als Freiheit. Wenn das Einzelne wirklich sinnhaft sein soll, dann bedarf es der Gründung in einem unbedingten Sinn.

341 Einen Gegenstand benennen heißt von seiner Individualität und Einzigartigkeit Abstand zu nahmen und in ihm den Repräsentanten einer Kategorie zu sehen.

342 Unterscheidung von ansich und fürsich.

343 Es gibt kein Geschehen ohne jemandem, dem es geschieht und dessen endliche Perspektive die Individualität des Geschehens begründet.

344 Die unabweisliche Individualität der Gegenwart, Individualität des Augenblicks.

345 Aktivität oder Individualität

346 Passivität oder Allgemeinheit.

347 Die Individualität umgibt ein Hof von Allgemeinheit, eine Atmosphäre der "Sozialität".

348 "Jeder Staat muß freie Menschen als mechanisches Räderwerk behandeln, und das soll er nicht, also soll er aufhören."

349 Die Individualität des Menschen erfordert das Eigentum als Medium seiner Erfüllung.

350 Über den Tauschwert wird die besondere Arbeit in allgemeine, abstrakte Arbeit verwandelt.

351 Das Allgemeine hat dem Besonderen gegenüber angeblich Vorrang.

352 Der Begriff soll ein Allgemeines sein, während alles Existierende ein Besonderes ist.

353 Die miteinander konkurrierenden, individuellen Interessen sind außerstande, ein System hervorzubringen, das den Fortbestand des Ganzen garantierte.

354 Der Wille nimmt notwendig die Form der Einzelheit an.

355 Das Recht ist das, was gleichgültig gegen die Besonderheit bleibt.

356 Das Partikulare ist das Böse.

357 Die Herrschaft des Gesetzes erstreckt sich auf die allgemeine Person, nicht auf das konkrete Individuum.

358 Individuen scheitern und gehen unter, die Idee allein triumphiert und ist ewig. (Vor allem die Idee des Individuums)

359 Das Individuum, das sein wahres Interesse im Allgemeininteresse zu finden weiß, dieses Individuum existiert einfach nicht.

360 Was existiert ist immer das Einzelne, das Abstrakte existiert nicht.

361 Die einmalige Existenz des Individuums kann niemals auf einen Allgemeinbegriff reduziert werden.

362 Selbstsein ist nie Objekt sein.

363 Das Grundverhältnis des Selbstseins ist Sich-Entschließen.

364 Die Individuation beginnt dort, wo das "Akzeptieren" des fertig Gegebenen aufhört.

365 Die Trennung von Partikularität und dem gattungsmäßig Allgemeinen steht am Ursprung der Moral.

366 Die Wiederholungen stellen einen Wegweiser dar inmitten der Zufälligkeiten und Einmaligkeiten.

367 Die Singularität ist im Prinzip unerschöpflich.

368 Die Verwechslung von Einzelnem und Allgemeinem ist die zentrale Quelle des Vorurteils.

369 Der Entwicklungsgrad der Individualität ist der Maßstab der individuellen Freiheit.

370 Je entwickelter die moralische Individualität, umso weniger bedeutet dies die Unterordnung des Einzelnen.

371 Alle Messung sieht über das Individuelle am Gegenstand schematisierend hinweg.

372 Vielheit und Individualität sind allein durch Raum und Zeit bedingt

373 Jedes Wesen hat seine eigene Welt für sich.

374 Individualität und Leiblichkeit sind untrennbar.

375 Persönlichkeit als höchster ethischer Wert.

376 "Erst wenn der wirklich individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht."

377 Die Persönlichkeitsentfaltung vollzieht sich also in einigen Wenigen nur um den Preis, daß sie in unzähligen Anderen eben dadurch unmöglich wird.

378 Alles, was nicht für uns ist, ist ansich.

379 Das Gefühl selbst ist inkommunikabel.

380 Charakterisieren heißt individualisieren.

381 Individualisierende Wissenschaften würden in der Fülle der individuellen Tatsachen ertrinken, wenn ihnen nicht ein Kriterium zur Verfügung stünde, unter diesen individuellen Tatsachen wesentliche und unwesentliche zu unterscheiden. Dieses Kriterium ist die Wertbeziehung.

382 "In der Praxis des Lebens kommt es vielmehr darauf an, daß das Ganze gleichförmig gut ist, als daß das Einzelne zufällig göttlich sei."

382 Das Ichgefühl ist eine Illusion.

383 "Der Staat, der alles im Großen sieht, kümmert sich herzlich wenig um den Einzelnen, solange die Maschine läuft."

384 Der Markt ist die Institutionalisierung des Individualismus und der Nichtverantwortlichkeit.

385 "Selbstverständlich stimmt es, daß Qualität weit schwieriger zu handhaben ist als Mengen, sowie auch das Urteilen eine höhere Fähigkeit darstellt, als das Zählen und Rechnen. Mengenunterschiede lassen sich leichter fassen und sich gewiß leichter definieren, als Qualitätsunterschiede, ihre Greifbarkeit ist bestechend und gibt ihnen den Anschein wissenschaftlicher Genauigkeit, selbst wenn diese Genauigkeit durch Weglassen wesentlicher Qualitätsunterschiede erkauft wurde."

386 Das Gesetz ist nichts weiter, als die Zusammenfassung konstanter Relationen, wobei von den Zufälligkeiten und scheinbaren Regelmässigkeiten im Einzelnen abgesehen wird.

387 Praxis ist die Behandlung von Einzelheiten.

388 Fragen sind allgemein, Probleme speziell.

389 Begriffe gewinnen wir durch Identifizierung des Nichtgleichen und tun dann so, als wäre der Begriff  Mensch  etwas Wirkliches, während er doch nur durch Fallenlassen aller individuellen Züge gebildet werden kann.

390 Für den Staat sind Individuen nur das, was an ihnen objektiv erkennbar ist.

391 Mit dem Willen verschwindet auch die Individualität.

392 Kategorien bringen die Einzigartigkeit des Menschen zum Verschwinden und erniedrigen ihn zur bloßen Illustration allgemeiner Kategorien und Prinzipien.

393 "In der wahren Liebe bleibt weder Ich, noch Mich, Mein, Mir, Du, Dein und dergleichen."

394 die Unermeßlichkeit der Einzelheiten.

395 Jede Zentralregierung verehrt die Gleichförmigkeit, die ihr die Prüfung unzähliger Einzelheiten erspart.

396 Die Anwendung ist immer etwas Besonderes.

397 die Unermeßlichkeit der Einzelheiten.

398 Interessen sind Ich-Bedürfnisse.

399 Der Egoismus ist eine tief verwurzelte Eigenschaft aller Individualität.

400Durch den Gleichklang des Namens werden individuelle Unterschiede verwischt.

401 "Der Allgemeinheitsgrad deskriptiven Gehalts von Wahrnehmungsurteilen schießt weit über die Besonderheit des jeweils Wahrgenommenen hypothetisch hinaus, weil wir immer schon unter selektivem Zwang zur Stabilisierung von Handlungserfolgen Erfahrungen gemacht und Bedeutungen artikuliert haben."

402 Die wirkliche Erkenntnis der Welt kann nur Selbsterkenntnis sein.

403 Ein Individuum, das nur mehr über technisches Wissen hätte und keine rationale Aufklärung über sich und seine Handlungsziele zur Verfügung hätte, würde seine Identität verlieren.

404 Jede menschliche Person stellt etwas Einzigartiges dar.

405 Das Leben jedes Menschen hat ein einzigartiges Ziel, zu dem ein einmaliger Weg führt.

406 Einzigartigkeit und Einmaligkeit sind für den Sinn des menschlichen Lebens konstitutiv.

407 Liebe ist das Erleben des anderen Menschen in dessen ganzer Einzigartigkeit und Einmaligkeit.

408 Die Eingebungen des Eigen-Sinns.

409 Solange wir leben, ändern wir uns und können uns ändern.

410 Die Höllenfahrt der Selbsterkenntnis.

411 "Die Bürde, unter der die Menschheit seufzt, ist das Kreuz der Persönlichkeit."

412 Einzigkeit ist kein logisches Prädikat.

413 Das Besondere ist ein schlechthin empirisches.

414 Die lebendige Individualität gehorcht keinem toten Begriff.

415 Tatbestand der grundsätzlichen Unvergleichbarkeit jedes Menschen. Wer sich mit anderen vergleicht, tut entweder diesen anderen oder sich selbst unrecht.

416 die Macht der Allgemeinheit, an der die Individualität zerschmettert wird.

417 Der Weg von der unmittelbaren Gegenwart zur vermittelteten Entäußerung.

418 So wie die Sprache typisiert, so entpersönlicht sie auch.

419 Das Wild-Beliebige und das Allgemein-Beständige

420 Selbsterkenntnis ist die höchste Aufgabe des Menschen.

421 "Die echte Liebesintention dringt also bis zu jener Seinsschicht vor, in der jeder einzelne Mensch nicht mehr irgendeinen  Typus  darstellt, sondern nur mehr sein eigenes einziges Exemplar, unvergleichlich und unvertretbar und ausgestattet mit der ganzen Würde solcher Einzigartigkeit."

422 "Das ideale Prinzip muß sich in der Form der Allgemeinheit konstituieren, das reelle sich als Einzelheit festsetzen und die Natur zwischen beiden als entweihter Leichnam liegen bleiben."

423 "Die Einzeldinge dagegen  sind  eigentlich gar nicht, sondern sie  werden  bloß. Die Erscheinungen fließen wesenlos dahin."

424 Das Geld das die Bedeutung aller Bedürfnisse hat, ist die Abstraktion aller Besonderheit, Geschicklichkeit und Charakter des Einzelnen.

425 Wer sich selbst beherrscht, bleibt charakterfest.

426 Alle ethische Verantwortung ist im Grunde Selbstverantwortung.

427 "In der Ausnahme durchbricht die Kraft des wirklichen Lebens die Kruste eine in Wiederholung erstarrter Mechanik."

428 "Jede Untersuchung der heiligen Gebilde und überindividuellen Formationen ist revolutionär."

429 Kollektive Funktionalität und individuelle Apolitie

430 "Es liegt vor allem daran, daß wir entschlossen sind, einen individualisierenden Unterricht zu halten, einen, der Unterschiede auch da aushält, wo sie unbequem sind."

431 "In gewisser Hinsicht ist der Markt die Institutionalisierung des Individualismus und der Nichtverantwortlichkeit."

432 "Das Ziel ist die Verwirklichung des Menschen als Menschen."

433 Das Ding an sich ist durch die Negation aller Bestimmtheit definiert.

434 Mit Qualitäten kann man nicht rechnen.

435 Die Zahl versinnbildlicht die reale Materie.

436 Wer die Gleichheit ohne Freiheit will, muß ihr die Persönlichkeit opfern.

437 Als Teil der großen Maschine wird der Mensch als Phantom verflüchtigt.

438 Die Konkurrenz- und Einzelgängersituation der "normalen Existenz".

439 Die Suche nach den Quellen des eigenen Ichs.

440 Es besteht eine unüberbrückbare Kluft zwischen der personalen Lebenswelt des Menschen und der unpersönlichen Wissenschaften.

441 Das Individuelle ist wichtiger, als das Allgemeine und das Schöpferische wichtiger, als das Gesetzmäßige.

442 "Ist denn aber die Sinnlichkeit meine ganze Eigenheit."

443 "Aber da es dem Logiker nicht auf das Konkrete und seine Einzelzüge ankommt, sondern auf die betreffende Idee, auf das in der Abstraktion erfaßte Allgemeine, so hat er unmittelbar keinen Anlaß, den Boden der Abstraktion zu verlassen und statt der Idee vielmehr das Einzelne, dieses sein konkretes Erlebnis, zum Zielpunkt seines forschenden Interesses zu machen."

444 "Das Einzelne erweist sich immer wieder als unwichtig, aber die Möglichkeit eines jedes Einzelnen gibt uns einen Aufschluß über das Wesen der Welt."

445 "Der Individualismus ist der innerste Kern der Theorie und Praxis des bürgerlichen Liberalismus, der das Fortschreiten der Gesellschaft in der automatischen Wechselwirkung der divergierenden Interessen auf einem freien Markt sieht."

446 Der Kommunismus ist die beste Grundlage des Individualismus, die volle Entfaltung aller Fähigkeiten des Menschen.

447 Die Einmaligkeit jeder Seele.

448 "Für den Staat ist es notwendig, daß keiner einen eigenen Willen habe. Wenn ein jeder seinen eigenen Willen hätte, würde die Staaten zugrunde gehen. Der eigene Wille und der Staat sind feindliche Mächte, zwischen denen kein Friede möglich ist. Solange der Staat besteht, wird für ihn der Wille des Einzelnen, seines ewigen Feindes, etwas Unberechtigtes, Böses sein."

449 Menschliche Gesetze, die die Individualität generalisieren, den unfassbaren Moment verewigen wollen.

450 Unsere Individualität verändert sich ohne Unterlass; wir sind niemals gleich.

451 Die Ungleichheit in der Verteilung der Güter beruth auf der Ungleichheit der Initiative.

452 Der Liberalismus ist der politische Individualismus.

453 Der Individualismus im passiven atomistischen Sinn, oder in aktiven, aggressiven der privaten Initiative.

454 Der höchste und letzte Zweck jedes Menschen ist die Ausbildung seiner Kräfte in ihrer persönlichen Eigentümlichkeit."

455 "Existieren bedeutet vor allem: ein Einzelner zu sein."

456 Der Individualismus akzeptiert, wie der Nominalismus die Wirklichkeit des Individuellen, d.h. des eigenen Bewußtseins.

457 "Individuum es ineffabile." (Das Einzelne ist unaussagbar.)

458 "Der Mensch, welcher nicht zur Masse gehören will, braucht nur aufzuhören, gegen sich bequem zu sein; er folge seinem Gewissen, welches ihm zuruft: "Sei du selbst! Das bist du alles nicht, was du jetzt tust, meinst, begehrst. Jetzt bist du nur ein öffentlich meinender Scheinmensch."

459 Existenz ist immer individuelle Existenz.

460 Absolute Unterdrückung der Persönlichkeit und deren Gleichsetzung mit einem seelenlosen Gegenstand.

461 Existenzphilosophie bringt dem Menschen zu Bewußtsein, daß er mehr ist, als alles, was objektiv gewußt werden kann.

462 Die menschliche Persönlichkeit läßt sich keinen mechanischen Gesetzen unterwerfen.

463 "Das Menschenwesen ist und bleibt flüchtig und unberechenbar und findet stets wieder ein Schlupfloch aus den mechanistischen Gesetzen und der materialistischen Dialektik, mit der verrückte Seelenkundler und hagestölzene Nationalökonomen es vergewaltigen wollen."

464 "Wenn wir uns einen Einzelmenschen vorstellen und ihn weder als Sohn, noch als Bruder, noch als Vater, oder Freund gelten lassen, was ist er dann? Er ist eine metaphysische Abstraktion."

465 Unser Ich ist eine Form unserer Erfahrung und unseres Erlebens.

466 Die  ideographische  Methode erforscht, im Gegensatz zur nomothetischen, das Einmalige, Besondere, Unwiederholbare.

467 Voraussetzung des Bewußtseins ist die Abgehobenheit eines Subjektes von einem Objekt, eines Ich von einem Nicht-Ich.

468 Daß dieser Anzug zum Bekleiden daliegt nehme ich nicht wahr. Dem in gewisser Weise zugeschnittenen, bzw. genähten Stoff wird dieser Sinn nur beigelegt. Wir erfassen die Gegenstände meist schon in ihrer Funktion, nicht als Summe von Einzeltatsachen. Damit ist unser Denken schon von vornherein beschränkt und ein Feld zahlreicher Irrtümer eröffnet, weil jedem Gegenstand nicht nur  eine  Bedeutung, zukommt. Der Gehstock kann in bedrohter Lage den Sinn einer  Waffe  erhalten, der Baum vor meinem Haus kann heute die Bedeutung als Fruchtbringer, morgen die eines Schutzes gegen die Sonne und Regen, ein andermal die von Brennholz haben. Die Bedeutungen sind aus der bloßen Wahrnehmung allein nicht ableitbar. Es ist unser Interesse, das die Verbindung von Tatsächlichkeit und Sinn ermöglicht.

469 Es gibt kein isoliertes Bewußtsein.

470 Auch bei Leibniz ist die Seele  individuelle  Substanz. Darin folgt er Thomas und Augustin.

471 Wir können Eigenschaften und Tätigkeiten nur schwer als für sich bestehend denken, darum fassen wir sie auf, als würden sie den Dingen innewohnen.

472 Das Ich ist Augustin unmittelbare Erlebnisgegebenheit von unbezweifelbarer Gewißheit. Das Ich steht über den Akten.

473 "Unterordnung des Besonderen unter das Allgemeine ist also in allen Fällen das Wesen des Beweisens."

474 "Denn in der herkömmlichen Theorie der Begriffsbildung wird das  Allgemeine das den Inhalt des Begriffs ausmacht, immer erst nachträglich aus dem Besonderen, das als solches vor aller begrifflichen Bestimmung als  gegeben  gilt, entwickelt und genommen. Es bildet demnach ein sekundäres Produkt, das gleichsam in einer ganz anderen Ebene liegt als die primären anschaulichen Elemente, an welche die Begriffsbildung anknüpft. In der Beziehung dieser beiden Ebenen zueinander ergeben sich alsdann all jene Schwierigkeiten, die in dem mittelalterlichen Kampf um die Realität der  Universalien  ihren bekanntesten und prägnantesten Ausdruck gefunden haben, die aber, in anderer Fassung und Formulierung noch bis tief in die Philosophie hinein weiterwirken. Sind indessen die echten, wissenschaftlich fruchtbaren Begriffe als Ausdruck von Relationen erkannt, so schwindet die eigentliche Schwierigkeit: denn die  Relation  ist nichts Vermitteltes und Nachträgliches, was zu dem anschaulichen  Bestand  hinzutritt, sondern sie bildet eine konstitutive Bedingung dieses Bestandes selbst."

475 "So scheuet vor der Lieb ein Herz,
Als wie vom Untergang bedroht.
Denn wo die Lieb erwachet, stirbt
das Ich, der dunkle Despot."

476 Im Zen muß die Befreiung (Satori)  plötzlich  über den Menschen kommen. Nicht stufenweise Übungen führen dazu, sondern harte Reden und rohes, schockierendes Benehmen des Zen-Meisters, die die Ich-Verkrustung des Menschen allein aufreissen können.

477 Alle mystischen Bewegungen lehren das Göttliche in sich zu suchen.

478 Institutionalität wird zu einer Form von Objektivität indem sie die Einzelperson überdauert.

479 "Einen wirklichen Willen hat nur der  einzelne  Konsument, und dieser bringt ihn in einer konkreten Machtsituation durch seinen Kaufakt zum Ausdruck. Der in der Souveränitätstheorie auftretende Wille der  Gesamtheit  der Konsumenten ist dagegen eine ökonomische Konstruktion. Es kann ja Zweifel unterliegen, daß die  Souveränität des Konsumenten  das ökonomische Pendant zur  Souveränität  das Staatsbürgers' der demokratische Ideologie ist, die in der Staatswissenschaft die gleiche Rechtfertigungsfunktion erfüllt wie jene in der Wirtschaftswissenschaft. daß es daher weder angebracht ist, die freie Güterwahl das Konsumenten als seine Herrschaft über die Produktion, noch die freie Personenwahl des Staatsbürgers als seine Herrschaft über die Exekutive zu interpretieren."

480 Es gibt kein Ich außerhalb des Du-Verhältnisses.

481 Die Wirklichkeit des Ichs liegt im Willen.

482 "Die Unruhe des Geistes wurzelt in der Einsamkeit des Ichs. Darin besteht die eigentliche Geistesbedürftigkeit des Menschen - die ihn zum  Gottsucher  und ihm nur in der religiösen Einstellung seines Lebens bewußt werden kann..."

483 "Weil unsere Individualität für uns der Typus aller Einheit überhaupt ist, so haben wir etwas wie eine geheime Neigung an die Einheit unseres Geistes zu glauben."

484 "Die ausschließliche Singularität alles Seienden, die Leugnung jeglicher extramentalen Realität des Allgemeinen, hatte die Begriffe und ihre Objekte auseinander gerissen."

485 Mit jeder normativen Ordnung ist die bestehende Notwendigkeit einer Individualisierung (Konkretisierung) der generellen (abstrakten) Normen gegeben.

486 "Die Subsumtion das Tatbestandes unter die generelle Norm ist somit ein Akt der Rechtserzeugung, ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses, in dem Recht gesetzt wird."

487 Wo das Problem der Individualisierung nicht beachtet wird, identifiziert man das Recht mit dem Gesetz.

488 Der törichte Individualismus glaubt, der Einzelmensch könne als Abstraktion bestehen und im wörtlichen Sinne unabhängig sein.

489 Religion ist stets etwas Individuelles.

490 "Es dauern die Staaten nur so lange, als es einen  herrschenden Willen  gibt, und dieser herrschende Wille für gleichbedeutend mit dem eigenen Willen angesehen wird. Es kann der Staat des Anspruches sich nicht entschlagen den Willen des Einzelnen zu bestimmen, darauf zu spekulieren und zu rechnen. Für ihn ist's unumgänglich nötig, daß niemand einen  eigenen Willen  habe; hätte ihn Einer, so müßte der Staat diesen ausschließen, hätten ihn Alle, so schafften sie den Staat ab."

491 Nicht allgemein - gültig, sondern individuell - brauchbar.

492 Das Glück des Einzelnen hat Vorrang vor dem Bedürfnis der Allgemeinheit.

493 Das Ich ist logische Einheit und von allen konkreten Eigenschaften des Subjekts abstrahiert.

494 Zuviel Sicherheit tötet die Individualität.

495 Der Wert der Selbstverwirklichung.

496 Die Gesellschaft zwingt den Unabhängigen in seiner Freiheit, die aus der Ungesichertheit und allen anderen Gebrechen des Außenseitertums besteht.

497 Individualismus gegen die wachsende unpersönliche Staatsmacht.

498 Das niemals vollständig integrierte Einzelne und einer auf Integration abzielender Allgemeinheit.

499 "Wenn ich Ich sage, so lasse ich darin jede Besonderheit fallen, den Charakter, das Naturell, die Kenntnisse, das Alter. Ich ist ganz leer, punktuell, einfach, aber tätig in dieser Einfachheit."

500 Individualität ist ein Wert.

501 "Das Einzelne wird den Zwecken des Auffassens der Wirklichkeit unterworfen; die Veränderlichkeit das intuitiv Gegebenen wird in einer Beziehung von Begriffen zu allgemeingültiger Repräsentation erhoben; das Konkrete wird Abstraktion und analytisches Verfahren in gleichartige Reihen gebracht, welche Aussagen von Regelmäßigkeit gestatten."

502 Auf der geschiedenen Individualität beruth alles Bewußtsein.

503 "Der vollendete Mensch hat keine  individuellen  Merkmale und ist mit dem Tao vereint."

504 Das einmalige Geschehen steht in seiner Besonderheit und Individualität zum Begriff des allgemeinen Gesetzes im formalen Gegensatz.

505 "Die Wirklichkeit in ihrer Besonderheit und Individualität ist die Grenze für jede naturwissenschaftliche Begriffsbildung."

506 "Wenn jeder einzelne Mensch allein und nur für sich arbeitet, so reicht seine Kraft nicht aus, um irgendein bedeutsames Werk auszuführen; seine Arbeit wird aufgebraucht durch die Beschaffung der mancherlei Dinge, welche die Not des Lebens erfordert; er bringt es in keiner Kunst zu Vollkommenheit."

507 "Wenn die Menschen aus Erfahrung gelernt haben, daß es unmöglich ist, ohne Gesellschaft zu bestehen, und daß es ebenso unmöglich ist, die Gesellschaft zu erhalten, solange sie ihren Begehrungen freien Lauf lassen, so zügelt ein so wichtiges Interesse sehr schnell ihre Handlungen und zwingt sie, jene Regeln zu befolgen, die wir die  Rechtsnormen  nennen."

508 "Die Frage ist nicht von heute. Zu allen Zeiten schon war das Einzigartige ein Prüfstein für die Kräfte der Logik."

509 Es ist das Einzigartige, Unvergleichliche, das uns beunruhigt.

510 Eigentümlichkeit ist Originalität.

511 "Der Mensch, welcher nicht zur Masse gehören will, braucht nur aufzuhören, gegen sich bequem zu sein; er folge seinem Gewissen, welches ihm zuruft:  Sei du selbst! Das bist du alles nicht, was du jetzt thust, meinst, begehrst." 

512 "Ich glaube, daß jeder über jedes Ding, über welches Meinungen möglich sind, eine eigene Meinung haben muß, weil er selber ein eigenes, nur einmaliges Ding ist, das zu allen anderen Dingen ein neue, nie dagewesene Stellung einnimmt."

513 "Das, was das eine Individuum zu seiner Gesundheit nötig hat, ist für ein anderes schon Grund zur Erkrankung..."

514 "Wirkliche Einzelwesen sind die einzigen  Gründe deshalb ist die Suche nach einem  Grunde  immer die Suche nach einem oder mehreren wirklichen Einzelwesen."

515 Die Okkultisten folgen einem sehr individualistischen Weg.

516 "Individuell-historische Ereignisse lassen sich nicht durch allgemeine Gesetze erklären. Es gibt kein System nomologischer Aussagen, wie präzise und vollständig auch immer aus dem man irgendeine Beschreibung eines individuellen Ereignisses ableiten kann. Aus diesem Grunde kann unser auf individuelle Erscheinungen gerichtetes Erkenntnisinteresse nicht mit den Mitteln der Naturwissenschaft befriedigt werden. Nomothetisches und idiographisches Erkenntnisinteresse sind voneinander unabhängig und stehen unvermittelt nebeneinander: Das Gesetz und das Ereignis bleiben als letzte, inkommensurable Größen unserer Weltvorstellung nebeneinander bestehen."

517 Wollen und Handeln bestimmen unsere Individualität.

518 Die Einmaligkeit einer Person liegt in ihrer Entscheidungsfreiheit Persönlichkeit ist wesentlich Sache der Freiheit eines Menschen.

519 Das Wesentliche einer Person ist ihre Einmaligkeit, ihre Nicht-Kategorisierbarkeit.

520 Nicht verwechselbar, nicht berechenbar und daher nicht  verwendbar

521 Die Welt der quantifizierten Regelmäßigkeiten steht quer zu einer Welt einzigartiger Ereignisse und mannigfaltiger Eigenschaften gegenüber.

522 "Täglich  sterben  die Menschen einher als Puppen ihrer selbst. Jeder Lebende erfährt es, zumindest in den hochindustrialisierten Ländern, daß heute schon die Halb- und Dreivierteltoten die Mehrheit sind. Der  Halbtote  ist der programmgerecht funktionierende Mensch, der nur noch auf Störung seines Konsums reagiert."

523 "Nur das  Gesetzmäßige  konnte das wissenschaftlich Wesentliche an den Erscheinungen sein,  individuelle  Vorgänge konnten nur als  Typen d.h. hier: als illustrative Repräsentanten der Gesetze in Betracht kommen; ein Interesse an ihnen um ihrer selbst willen schien kein  wissenschaftliches  Interesse zu sein."

524 "Eigentümlichkeit, d.h. Unübertragbarkeit. Das nennen wir nun im eigentlichen Sinne Gefühl. In dem Maß, als in jeder einzelnen Lebensoperation Gefühl ist, ist auch Unübertragbarkeit darin. Diese Unübertragbarkeit gilt aber nicht nur zwischen mehreren Personen, sondern auch zwischen mehreren Momenten desselben Lebens."

525 "Der Dichter nun soll nicht einen allgemeinen Typus geben, sondern es hat mit der Wahrheit und völligen Bestimmtheit des Einzelnen zu tun..."

526 "Die Sprache ist nicht gemacht, die Bestimmtheit das Einzelnen zu geben, aber der Dichter zwingt sie dazu, und daß er dies erzwingt, ist seine Meisterschaft. Die Sprache besteht aus der Kombination fest gewordener Elemente, sie kann als auch eigentlich das in sich Wechselnde nicht darstellen, der Dichter zwingt sie aber dazu auf indirekte Weise, und dies ist eben seine Meisterschaft."

526 Der Mensch befindet sich in einem dauernden Zustand der Identifizierung.

526 Das Ich ist das tief Geheimnisvolle.

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.