GottF. Mauthner - Der Atheismus und seine Geschichte
p-2siehe auch Glaube, Religion, Mystik, Seele, Satan

001 ".... die Hilfsbegriffe der Moral - 'Seele', 'Geist', 'freier Wille', 'Gott'."

002 Ein erkennbares Prinzip des Ganzen gibt es nicht.

003 Gott als die höchst Einheit aller Gegensätze.

004 "Wenn Gott existiert, dann ist er des Menschen Feind."

005 "Satan und Gott, diese bloßen Hilfsobjektivierungen des Seelenganges..."

006 Gott und der Teufel sind Wirklichkeit, aber sie sind in uns.

007 Immer war es die Gottheit, die Gesetze gibt und Kriege befiehlt.

008 Alle Moral ist im Grunde atheistisch.

009 Für den religiösen Menschen ist Gott das Wichtigste und der höchste Wert, auf den Menschen kommt es nur in zweiter Linie an. Für die Ethik ist der Mensch das wichtigste.

010 Wer die Macht des Tanzes kennt, wohnt in Gott.

011 Der Tanz ist der wahre Weg zu Gott.

012 Der einzige Weg Gott zu erkennen ist die Befolgung seines Willens.

013 Alle Macht kommt von Gott. Daraus ergibt sich der göttliche Ursprung des Staates.

014 In der Wirklichkeit Gottes gibt es keine Unbeteiligtheit.

015 Gott ist das Symbol für das Unbedingte.

016 Der Logos tritt zwischen Gott und die Natur und verhindert damit, daß beide zusammenfallen. Die noch fehlenden mittleren Stufen zwischen Gott und Welt liefern nun die Ideen.

017 In aller Mystik steckt ein Gefühl der Gottgleichheit.

018 Das Naturrecht gibt es auch dann, wenn Gott nicht existiert.

019 "Ich weiß, daß ohne mich, Gott nicht ein Nu kann leben. Wär ich zunicht, er muß vor Not den Geist aufgeben."

020 Dem Gott der Lücken oblag die Aufgabe, Lücken, die die Wissenschaft nicht schließen und Probleme, die die Technik nicht lösen konnte, mit metaphysischen Leerformeln zu füllen. Der Alibi-Gott hatte die Aufgabe Unzulänglichkeiten des menschlichen Handelns durch übernatürliche Eingriffe zu erklären.

021 Die Tätigkeit des Heiligen ist das Umgehen mit dem Tod.

022 "Gott zählt nicht." - Rudolf Otto, Naturalistische und religiöse Weltansicht, Tübingen 1904, Seite 56

023 "Lieber Gott, wenn es dich gibt, rette meine Seele, wenn ich eine habe."

024 "So ist alle Erkenntnis von Gott bloß symbolisch."

025 "Wir werden Gott nicht los, weil wir noch an die Sprache glauben."

026 Letzte Wahrheit, Wirklichkeit oder Gott sind nicht durch Spekulation und Reflexion ergründbar.

027 "Alles, was in der Gottheit ist, ist eins, und davon ist nichts zu sprechen."

028 Der Mensch kann nicht wissen, was Gott ist, er kann aber feststellen, was Gott nicht ist.

029 "Der erkennt Gott recht, der ihn in gleicher Weise in allen Dingen in gleicher Weise erkennt."

030 Kümmer dich nicht um Gott, der hat seine eigenen Probleme.

031 "Im Singen und Tanzen ist die Stimme des göttlichen Gesetzes."

032 Man kann mit Gott sosehr eins sein, daß nichts, was man tut, Sünde sein kann.

033 "Gott spielt auch gern Versteck, aber da es niemand außer ihm gibt, hat er niemandem, mit dem er spielen kann."

034 Des Menschen äußerste Grenze ist Gottes Gelegenheit.

035 Für die Menschen der Antike war der Blitz ein Gott.

036 Jahwe zeigte ursprünglich göttliche und teuflische Züge.

037 "Götter seid ihr, Söhne des Höchsten ihr alle."

038 Das Absolute ist das Göttliche.

039 Die Kirche leugnet die Volkssouveränität und behauptet das göttliche Recht der Regierungen.

040 Alle gewaltigen Naturvorgängen wurden von übermächtigen Wesen verursacht.

041 Gott ist Miturheber des Bösen.

042 "Gottes Wille ist es, alles zu universalisieren."

043 Gott ist mit der Wirklichkeit inkommensurabel.

044 Gott ist der Anarchos (ohne Anfang, ohne Ende).

045 Wenn Gott existiert, dann ist der Mensch Sklave.

046 Fällt die Ichheit ab, offenbart sich die Gottheit.

047 "Deus definiri nequit." (Gott kann nicht definiert werden)

048 "Nun ist vor Gott keine Zeit, sondern allein ein bloßes Jetzt."

049 "Für jeden ist, was er begehrt und ehrt ein Gott."

050 Gott als Objekt gibt es nicht.

051 "Wie das Auge der Sonne, entspricht die Seele Gott."

052 Die göttliche Welt ist keine andere, als die alltägliche Welt.

053 Ziel des Glaubens ist der Gehorsam.

054 Der Verstand kann das Widersprüchliche nicht überspringen. Gott aber ist der Widerspruch aller Gegensätze.

055 Gott ist absolute Indifferenz.

056 Der moderne Staat ist nichts anderes, als eine Versachlichung des Gottesbegriffs.

057 "Tötet alle, Gott wird die Seinigen schon erkennen."

058 Magie ist die Anrufung einer anderen Macht als der Göttlichen.

059 Die Angst hat als erstes Götter in die Welt gebracht.

060 "Da die Seele aus Gott stammt, verlangt sie mit Notwendigkeit nach diesem."

061 Der Seelengrund ist der Ort, an dem die Seele Gott erkennen kann.

062 Alle Einheit liegt letztlich in Gott.

063 Das Ganze ist von keiner menschlichen Vorstellungskraft zu erfassen.

064 Der Staat ist der Statthalter Gottes auf Erden.

065 "Gott ist ein lauter Nichts, ihn rührt kein 'nun' noch 'hier'; je mehr du nach ihm greifst, je mehr entschwind er dir."

066 Gott als natürliche Bezeichnung für die höchste Realität.

067 für Tantra sind Gott und Teufel nicht zwei.

068 Die unmittelbare Erfahrung des Göttlichen ist das greifbare Erlebnis göttlicher Gegenwart.

069 "Nichts wollen macht Gott gleich."

070 "Gott ist ohne Mensch nicht mehr, als der Mensch ohne Gott."

071 Wenn auch Gott gestorben ist, der Teufel lebt.

072 "Es ist moralisch notwendig, das Dasein Gottes anzunehmen."

073 Im Ruf des Gewissens wird die Stimme Gottes laut.

074 Es gibt zwei Wege der Entwicklung: der eine führt zu Gott, der andere zur Macht.

075 "Erkenne dich selbst, damit du Gott erkennst."

076 "Auf dem Weg des Menschen zu Gott ist der Mensch mehr als je dem Wahnsinn ausgesetzt."

077 Satan ist das gottgleiche Trugbild Gottes, der "Affe Gottes".

078 Vor Gott sind alle Menschen gleich.

079 Gott ist die Erklärung des Unerklärlichen.

080 Man soll Gott mehr gehorchen, als den Menschen.

081 Gott ist frei und keinem Gesetz unterworfen.

082 Gott ist eine bloße Idee.

083 Sich Gott denken und an ihn glauben ist ein und dasselbe.

084 Alle Religionen der Menschheit suchen Gott - alle.

085 Hinter jedem Recht steht die Gottheit.

086 Darum darf dieser Gott keinen Namen tragen, weil jeder Name Ausdruck einer Ordnung ist, eines Gesetzes, einer Gesetztheit, einer Gesetzlichkeit.

087 Es gibt kein Wissen von Gott.

088 Die Theologie muß ihren Anspruch auf ein Geheimnis aufgeben.

089 Gott ist der Vereinigungspunkt der Widersprüche.

090 Die Materie als Gott setzen ist soviel wie zu sagen: es gibt keinen Gott.

091 "Ich fürchte, wir werden Gott nicht los, weil wir noch an die Grammatik glauben."

092 Der göttliche Name muß unaussprechlich (yvctszcfrlk) oder unbekannt sein, weil seine Nennung magische Unheilsfolgen nach sich ziehen, oder weil ein Mensch durch seine Kenntnis magische Macht über die Gottheit gewinnen könnte.

093 Gott ist nicht der Schöpfer, sondern der Geist des Universums.

094 Sinngebung ist Heiligung.

095 Der objektive Wille ist der Wille Gottes, nicht der Wille des Menschen.

096 "höchste geistige Wirklichkeit"; der Begriff Gott entspricht dem Buddhismus nicht.

097 "Die Gottheit wirket nicht, in ihr ist kein Werk."

098 Gott ist das höchste Objekt unseres Denkens.

099 Gott steht nicht in oder außer der Welt, sondern 'in' der Welt.

100 "Der innere Grund der Seele ist die göttliche Natur. Sie das Zentrum Gottes. Darum ist die Seele Gottes eigen Wesen."

101 Der Buddhismus ist eine Religion ohne Gott und ohne Seele.

102 Die Gottidee ist Einheit des Idealen und Realen.

103 Die Idee Gottes wurde als Legitimation von Herrschaftsverhältnissen benützt.

104 "Was einen Menschen zum Menschen macht, ist eigentlich das Gottesverhältnis."

105 Gott wohnt in der Stille.

106 Der Mensch ist der heutige Gott. Der Mensch ist auch nur ein anderes höchstes Wesen.

107 Der Teufel glaubt Gottes Konkurrent zu sein.

108 Gott ist eine Fiktion.

109 Gott selbst ist die Wahrheit.

110 Gott ist das obere Ende des Denkens, der Teufel das untere.

111 Der Schluß auf einen Gott ist ebenso zwingend, wie der auf einen Teufel.

112 Die Ursprünglichkeit des Gottesglaubens verwehrt jedes Mittlertum.

113 Gott ist unvorstellbar und undenkbar. Kein Gleichnis oder Bild kann ihm entsprechen.

114 "Es gibt nur eine Substanz, das ist Gott."

115 "Anfang und Ende aller Dinge ist in Gott."

116 "... der Priester ist nur das Mundstück Gottes."

117 "Wenn alles Gott ist, so mag es gleichgültig sein, womit man sich beschäftigt, ob mit Wolken oder mit antiken Gemmen, ob mit Volksliedern oder mit Affenknochen, ob mit Menschen oder mit Komödianten. Aber da ist eben der Irrtum: Alles ist nicht Gott, sondern Gott ist alles."

118 "Der Teufel ist bloß der Müßiggang Gottes."

119 Gott ist höchste Wahrheit, höchstes Sein, höchster Wert.

120 Gott ist die höchste Macht der Welt.

121 Das Böse ist auch nur ein Werkzeug Gottes.

122 "Wer sich mit dem zufrieden gibt, was sich in Worten ausdrücken läßt - Gott ist ein Wort, Himmel ist ein Wort -, darf mit Fug und Recht ein Ungläubiger genannt werden."

123 Gottes Interesse an jedem einzelnen Menschen bedarf keines Mittelmannes. Das war die Idee Luthers, auf die er die Autorität des persönlichen Gewissens gründete.

124 "Nun ist aber alles, was zeitlich ist, Gott fern und fremd... Solange der Mensch Zeit und Raum hat und Zahl und Vielheit und Menge, so ist er gar unrecht dran und ist Gott ihm fern und fern und fremd."

125 "Gott aber ist völlig ohne Bewegung. Er wird also nicht durch die Zeit gemessen. Somit ist in ihm kein Früher oder Später anzunehmen."

126 "Man kann sich keine Gedanken über Gott machen, denn Gott ist der, der denkt..."

127 "Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist."

128 "Gott, der ohne Namen ist - er hat keinen Namen - unaussprechlich, und die Seele ist in ihrem Grunde ebenfalls unaussprechlich, so wie er unaussprechlich ist."

129 "Wenn Gott in der Seele wirkt, so wird im Brande der Hitze geläutert und ausgeworfen, was es an Ungleichem gibt in der Seele."

130 "Nichts hindert die Seele so sehr an der Erkenntnis Gottes wie Zeit und Raum."

131 "Wer dich, Gott, erkennen soll, der muß dich messen ohne Maß daß wir in 'die' Erkenntnis kommen mögen, die da ganz ohne Weise und ohne Maß ist."

132 "... denn Gott ist Einer außerhalb aller Zahl."

133 der Gott ohne Form der Mystiker-Sprache

134 "In Gott selbst kann keinerlei Unterschied sein oder erkannt werden."

135 "Solange ein Mensch laut 'Allah ho! Allah ho!' (Oh Gott, Oh Gott) ruft, seid gewiß, daß er Gott noch nicht gefunden hat, denn wer ihn gefunden hat, wird still."

136 Die Mystik negiert alle Gemeinschaft, weil es für sie nur 'eine' reale Beziehung gibt, die Beziehung des Einzelnen zu Gott.

137 Wir können Gott nur dann erkennen, wenn wir Gott ähnlich werden.

138 "Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe."

139 "Wir machen aus der Wahrheit selbst einen Götzen. Denn Wahrheit ohne Barmherzigkeit ist nicht Gott, sondern sein Götzenbild, das wir weder lieben noch anbeten dürfen."

140 "Daß du Allah gerufen hast, war ja schon mein 'Hier bin ich'."

141 "Der Streit um das Wesen Gottes ist ein Wortstreit. Man soll keinen Menschen darum verfolgen, weil er Natur oder Energie sagt, statt Gott."

142 Immer waren es die Dogmatiker, die von einer göttlichen, einer ewigen, einer absoluten Wahrheit redeten.

143 "Ich bin so groß als Gott, er ist als ich so klein; Er kann nicht über mich, ich unter ihm nicht sein."

144 "Gott ist wahrhaftig Nichts: und so er Etwas ist, so ist er's nur in mir, wie er mich ihm erkiest."

145 "Gott ist das, was er ist; ich bin das, was ich bin: Doch kennst du einen wohl, so kennst du mich und ihn."

146 "In Gott wird nichts erkannt, er ist ein einig Ein, Was man an ihm erkennt, das muß man selber sein."

147 Die Mystiker haben immer schon gewußt, wie unzureichend die Sprache für eine Erkenntnis Gottes ist.

148 "Die Seele ist es, die Gott fühlt."

149 Gott ist ein Hilfsbegriff, eine Fiktion.

150 Bakunin hat gesagt, daß die Existenz Gottes unvereinbar ist mit dem Glück, mit der Würde, mit der Vernunft, der Moral und der Freiheit der Menschen.

151 "Auch die Seele muß ihre bestimmten Kloaken haben, wohin sie ihren Unrat abfließen läßt: dazu dienen Personen, Verhältnisse, Stände oder das Vaterland oder die Welt oder endlich - der liebe Gott."

152 "Wenn Gott erlebt wird, so ist das Erlebnis genauso real, wie eine unmittelbare Sinnesempfindung oder wie die eigene Persönlichkeit. Wie diese muß er im raumzeitlichen Bilde fehlen. 'Ich finde Gott nicht in Raum und Zeit', so sagt der ehrliche naturwissenschaftliche Denker."

153 "Zwischen 'Gott' und 'Teufel' liegt ein unüberbrückbarer tödlicher Kampf. Es gibt hier keine Relativierungen und Kompromisse."

154 "Wenn der Mensch wahrhaft von Gott weiß, so weiß er auch wahrhaft von sich, beide Seiten entsprechen einander."

155 "Der Boden der Religion ist das absolute Bewußtsein, so daß Gott aller Inhalt, alle Wahrheit und Wirklichkeit selbst ist. Solchem Gegenstand ist das bloße Reflektieren nicht angemessen."

156 "Wenn die Erkenntnis sich nicht in sich vollendet, so ist sie der Einseitigkeit des Formalismus ausgesetzt, geht sie aber bis auf den letzten Grund, so kommt sie zu Gott."

157 "... die Objektivität verdient hier eigentlich erst den Namen Gott."

158 "Man könnte die Gottheit geradezu als Wertrealität definieren. Wer an Gott glaubt, wird sich mit der bloßen Geltung der Werte nie begnügen, sondern ihre Macht über die Wirklichkeit annehmen. Mit welchem Recht er das tut, ist nicht Sache beweisbaren Wissens, sondern des Glaubens."

159 "Bevor die Wissenschaft zur exakten Naturwissenschaft wurde und ihr Name noch Philosophie und Theologie war, bestand ihre 'Anwendung' hauptsächlich darin, die Menschen besser zu beherrschen und nicht die Natur."

160 Spinoza glaubte nicht an die Persönlichkeit Gottes.

161 Gott ist kein Jenseits, sondern vielmehr das Innerste, das Zentrum des Seins und des Denkens, das allem Seienden und Denken Zugrundeliegenden.

162 "Der Mensch macht alles, was ihn unbedingt angeht, zum Gott."

163 "Das fundamentale Symbol für das, was uns unbedingt angeht, ist 'Gott'."

164 "Deus factus sum." (Ich bin Gott geworden)

165 "Es gibt da ein höchstes Wesen, das man ja auch Gott nennen kann; von dem höchsten Wesen geht ein göttlicher Strahl aus, der das All durchdringt; dieser Strahl ist vorhanden schon im Stein, doch im Stein lebt er noch nicht; er lebt erst in der Pflanze, aber da glänzt er noch nicht; er glänzt im Tier, aber da wird der Strahl noch nicht zurückgeworfen, wird noch nicht widergespiegelt, kehrt noch nicht zu seiner Quelle zurück; erst im Menschen ist der göttliche Strahl ganz und gar: da existiert er, lebt, glänzt er und wird reflektiert. Das ist die Weltseele, die eine und dieselbe ist im höchsten Wesen, in den Sternensphären und in allen Geschöpfen."

166 "Ich glaube, daß ein Dreieck, wenn es sprechen könnte, ebenso sagen würde, Gott sei hervorragend dreieckig, daß ein Kreis sagen würde, Gott sei hervorragend rund."

167 Das Göttliche hat keine Autorität.

168 Der Pantheismus leugnet die substantielle Wirklichkeit der Dinge.

169 "Gott weiß selbst nicht, was er ist, weil er kein 'Was' ist; in gewisser Beziehung ist er sich selbst und jedem Intellekt unbegreiflich."

170 Es gibt kein Wissen von Gott, es gibt keine Möglichkeit, das prinzipiell Jenseitige in diesseitigen Kategorien zu begreifen. Die Wissenschaft dagegen ist durch den auf das System angelegten Begriff gekennzeichnet.

171 Die Psychologie des Altertums und Mittelalters stand in innigstem Zusammenhang mit der Theologie.

172 "Das Ungeheuerste ist erlebt, alle Höhen und Tiefen durchmessen und jene schillernde Grenze, wo sich Göttliches und Dämonisches zum Verwechseln ähnlich sehen, erkannt. Der Mensch ist geworden, was er sein soll. Der Sinn des Lebens endlich restlos verwirklicht, der Mensch selber allerdings längst ins Übermenschliche, ins Überirdische hineingewachsen. Aber gerade deswegen kann er bescheiden zum Alltag, zu den Mitmenschen zurückkehren."

173 Alle mystischen Bewegungen lehren das Göttliche in sich zu suchen.

174 "Da wird es also heißen: siehe alles ist bereit, siehe die Grausamkeit der Abstraktion macht die Endlichkeit in ihrer Täuschung als solcher offenbar, siehe der Unendlichkeit Abgrund öffnet sich, der Nivellierung scharfe Sense läßt alle, jeden besonders, über die Klinge springen - siehe, Gott wartet! So spring zu in Gottes Arme."

175 "Gott" als das einzig echte 'Du' des Menschen.

176 "Wer noch nicht zum Bewußtsein seiner selbst gelangt ist, kann auch nicht zum Bewußtsein der Existenz 'Gottes' kommen."

177 "Die Unruhe des Geistes wurzelt in der Einsamkeit des Ichs. Darin besteht die eigentliche 'Geistesbedürftigkeit' des Menschen - die ihn zum 'Gottsucher' und ihm nur in der religiösen Einstellung seines Lebens bewußt werden kann..."

178 "Der Mensch muß gleichsam in seine latente Wahnsinnigkeit hineindringen selbst auf die Gefahr des Ausbruchs hin - und durch sie hindurch, um hinter sie zu gelangen: bis zu jenem Punkt, wo er ihrer wirklich Herr wird. Und da tritt er ein in ein Verhältnis zu Gott als einer geistigen Realität. Es gibt keine andere Rettung aus dem Verflochtensein ins Irreale, das jeden in Bann hält, als das innere Durchdringen bis zu diesem Punkt. Das aber vergesse man nicht: der Mensch steckt immer mitten drinnen in seinem geheimen Wahnsinn, solange sein Gottesverhältnis geistig auf 'Eigensinn' seiner Idee, seiner Vorstellung vom Göttlichen beruth. Vor Gott ist nicht nur kein Mensch ein Genie, vor ihm kann auch keiner 'neurotisch' oder wahnsinnig sein. Das wird man immer nur dann, wenn man geistig nicht vor Gott lebt, sondern vor dem Menschen."

179 "Man wirft dem "Mystiker" vor, daß er von "echter" Religion sich dadurch unterscheide, daß es ihm am eigentlichen Grundgefühl der Religion, an der 'Demut' fehle. Denn sein Ideal sei wie das der alten Schlange, "zu sein wie Gott", ja noch ärger, Gott selber zu sein."

180 "Dieses wahre Gott-Haben ist am Gemüte gelegen, nicht an einem gleichmäßigen, stetigen Denken an Gott."

181 "Hätte ich einen Gott, den ich verstehen könnte, ich wollte ihn nimmer für Gott halten."

182 "Gott ist unwandelhaftig. Darum ist er der Allerbegehrenswerteste."

183 "Die Dinge 'in principio', d.h. in ihrem Prinzip erkennen, das ist: sie erkennen 'in Gott' in der ewigen Einheit ihres prinzipiellen Wesens, wo alles So und So, alles hic et nunc, alle Mannigfaltigkeit, alle Zweiheit ewige Einheit ist."

184 "Gott ist dasselbe Eine, das ich bin." (Tat tvam asi)

185 "Wie die Gottheit namenlos ist und jeder Nennung fern, so ist auch die Seele namenlos. Denn sie ist dasselbe - wie Gott."

186 "Denn die Seele ist das Licht Gottes."

187 Seele und Welt können so -wenig Gegenstand der Erkenntnis sein wie Gott; das war Kant.

188 Dingler definiert den Begriff "Gott", als auch den Begriff "Wirklichkeit" mit der "Gesamtheit des Gegenstehenden".

189 "Die Idee von Gott mag noch so sublimiert werden, so bleibt immer das jüdische Prinzip der Entgegensetzung des Gedankens gegen die Wirklichkeit."

190 "Ein begriffener Gott ist kein Gott."

191 Das numinose Gefühl als das Gefühl des "Ganz anderen", kann sowohl göttlich, als auch dämonisch sein.

192 "Gott darf nicht einmal das Unaussprechliche genannt werden. Denn hierin eben liegt schon eine Aussage über ihn."

193 "Jeglicher Denkfähigkeit ist das über alles Denken erhabene Eine unausdenkbar, jeglicher Rede ist das alle Rede übersteigende Gute unaussprechlich, jene Einheit nämlich, welche jeder Einheit Einheitlichkeit verleiht, jene überwesentliche Wesenheit, jene keiner Vernunft zugängliche Vernunft und jenes durch kein Wort unausdrückbares Wort, ein Nichtwort, ein Nichtwissen, ein Nichtname, alles das nach keiner Art von dem, was ist; Grund des Seins für alle Dinge und doch selbst nicht seiend, weil über alle Wesenheit erhaben und so beschaffen, wie es nur selbst eigentlich und wissend über sich Kunde geben möchte."

194 Das Unendliche oder Unbestimmte ist still, ewig und stumm wie ein Grab.

195 "Die Argumente, mit denen Gott angesichts des Übels in der Welt gerechtfertigt wurde, sind auch geeignet, jede menschliche Normverletzung zu rechtfertigen, sie implizieren einen völligen Immoralismus. In äußerster Zuspitzung ließe sich sagen, die Theodizee sei gleichbedeutend mit einer 'Satanodizee."

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.