Politik
Julius Fröbel - Theorie der PolitikLudo Hartmann - Das Wesen der Politik
siehe auch Macht, Demokratie, Staat, Wahl, Regierung, Reform, Revolution

001 Die gesamte Politik der Linken hängt von den Massen und Ihrem Bewußtsein ab.

002 "Die Grundidee des ökonomischen Liberalismus ist es, etwas 'Wirtschaftliches' im politischen Leben zu isolieren und dieses Wirtschaftliche in einem 'gesellschaftlichen' Wertmesser zu messen."

003 "Die politische Doktrinbildung in der Nationalökonomie ist eine Rationalisierung politischer Attitüden."

004 Für den Politiker besteht die Wirklichkeit lediglich aus dem machtpolitisch Realisierbaren.

005 "Das primäre Ziel der Politiker muß immer und mit Recht die Macht sein. Denn wenn sie die Macht nicht gewinnen und erhalten, sind alle ihre Bemühungen gescheitert."

006 Da politische Macht das Ich stärkt, würde ein Magier vernichtet, der nach politischer Macht strebt.

007 Alle Wertprobleme sind ethischer Natur. Aber auch das Machtproblem ist eine Form des Wertproblems.

008 Es gibt keine Emanzipation durch Politik, diese ist immer scheinbar und illusorisch und kostet immer weit mehr, als sie wert ist.

009 Durch logische Erschleichungen aller Art soll die ethische Neutralisierung und damit rein 'theoretische' Behandlung wichtiger 'politischer' Probleme ermöglicht werden.

010 Es gibt keine Möglichkeit politische Handlungen wissenschaftlich zu rechtfertigen.

011 Das zentrale Problem der politischen Wissenschaften ist die Errichtung von Grenzen, die der rücksichtslosen Ausbreitung des Leviathans Staat Einhalt gebieten.

012 In der Politik sind Systeme gefährlicher, als in der Philosophie.

013 Kein Mensch hat von Natur aus das Recht, über einen anderen zu gebieten.

014 "Derselbe Glaube an historische  Schicksalsgesetze,  der prinzipiell jede politische Überlegung überflüssig macht, da die Entwicklung sowieso die ihr vorgezeichnete Bahn einhält, ist auch bei dem Hegelschüler Karl Marx zu finden. Vielleicht scheint es absurd, den Marxismus mit dem Konservatismus unter einen Hut bringen zu wollen. Aber die Struktur des Gedankens ist in beiden Fällen so ziemlich die gleiche. In beiden Fällen ist der Grundgedanke der, daß das vernünftige und mögliche Ziel der Politik nicht vom Historisch-Notwendigen verschieden ist. Der wesentliche Unterschied ist eigentlich nur der, daß während der Konservatismus die Geschichte derart deutet, als habe sie ihre immanente vernünftige Tendenz in ihren wesentlichen Zügen bereits realisiert, der Marxismus die Ansicht verficht, daß wir uns in einem dialektischen Entwicklungsprozeß auf einem dem Ziel entgegengesetzten Vorstadium befinden." - Alf Ross, Kritik der sogenannten praktischen Erkenntnis, Kopenhagen und Leipzig 1933, Seite 418

015 Ständig drohende Gefahr der Verfilzung der wirtschaftlichen Macht mit der Politik und Militär.

016 Politische Richtungen darf man nie nach den Zielen beurteilen, sondern nach den Mitteln, die sie zu ihrer Verwirklichung einsetzen.

017 "Die Politik ist nach wie vor Manipulation, die sich selbst verrät, denn unter der Maske des Allgemeininteresses und unter Verwendung eines Werkzeugs allgemeiner Art (des Staates) verfolgt sie immer noch die besonderen Ziele besonderer Schichten." - Cornelius Castoriadis, Gesellschaft als imaginäre Institution, Ffm 1990, Seite 108

018 Der Vertragsgedanke muß der Grundgedanke der Politik sein.

019 "Fast immer war der Hauptbestandteil jener Melange, die man Politik nennt, die manipulative Behandlung von Menschen als Dinge nach Maßgabe ihrer Eigenschaften und ihrer als bekannt unterstellten Reaktionen. Revolutionäre Politik nennen wir dagegen eine Praxis, die sich mit der Organisation und Orientierung der Gesellschaft auf die Autonomie aller hin befaßt und die anerkennt, daß diese Autonomie einen radikalen Wandel der Gesellschaft voraussetzt, der seinerseits nur vermöge der autonomen Tätigkeit der Menschen zur Entfaltung kommen kann." - Cornelius Castoriadis, Gesellschaft als imaginäre Institution, Ffm 1990, Seite 132

020 Psychische Ereignisse repräsentieren nichts, da sie singulär und unverwechselbar sind.

021 Politik handelt von den Pflichten der Bürger.

022 Religion und Politik sind getrennte Lebensbereiche.

023 Die politische Macht hängt an der militärischen Macht.

024 Aufgabe der Politik ist es, den Besitz und das Leben jedes Menschen gegen Angriffe anderer zu schützen.

025 Politik betrifft die Organisation der Macht.

026 Übereinkunft und Einwilligung alle seine Macht den Vertretern der Mehrheit zu überantworten - dadurch wird die bürgerliche Gesellschaft gegründet.

027 Die politische Macht ist der Sammelpunkt aller von den Individuen abgegebenen Rechte.

028 Politik ist Rationalisierung von Macht.

029 Friedenssicherung, Menschenrechte, Atomenergie, der Welthunger oder etwa Sterbehilfe sind keine Probleme, die individuell und privat gelöst werden könnten, sondern solche, die sich nur gesellschaftlich und politisch gelöst werden können.

030 Der Politiker versucht, seine Zuhörerschaft zu überreden, ihr Wohlergehen mit dem seinigen zu identifizieren, seine Sache als die ihrige aufzufassen.

031 Politik und Lenkung der Öffentlichkeit als die königliche Kunst.

032 Politische Realität bedeutet überwiegend, daß im Hintergrund bleibende Kräfte regieren.

033 Politik ist so oder so ein schmutziges Geschäft.

034 Es gilt den Dualismus abzuschaffen, der die politische Sphäre von der Arbeitswelt trennt.

035 Die alten Begriffe von "Rechts und Links" sind überholt.

036 Der Bürger veräußert seine Macht an einen Berufspolitiker.

037 Warum ersetzen wir das Parlament nicht durch eine konstituierende Versammlung von Werktätigen?

038 Begriffe wie konservativ, liberal oder sozialistisch erklären die parteipolitischen Standpunkte nicht mehr ausreichend und sind gegenstandslos geworden.

039 Die Überlebensprobleme sind politischer Natur und nicht wissenschaftlicher Art.

040 Politische Bildung kann nur heißen den einzelnen Menschen zu befähigen seine eigenen Interessen zu erkennen und zu lernen diese Interessen durchzusetzen, ohne die Gleichberechtigung anderer Menschen zu ignorieren.

041 Technologische Systeme und ihre Rationalität sind politischer Natur.

042 Die Technokratie steht zwischen der Politik und der Arbeit.

043 Politische Freiheit ohne wirtschaftliches Auskommen und relative Unabhängigkeit ist eine Farce.

044 Wirtschaftliche Macht kann die politische Macht zügeln und beschränken und umgekehrt.

045 Nicht die politische Tätigkeit macht einen Menschen zu einem politischen Menschen, sondern das Reagierenmüssen auf die Vorgänge der Gesellschaft.

046 Die Mähr von der seeligen Ruhe des unpolitischen Menschen.

047 Politik besteht aus Forderungen, die aus dubiosen Ideologien erklärt werden.

048 Politische Freiheit ist die Freiheit für die schwächere Partei.

049 Die ökonomischen, wie die politischen Wissenschaften haben das Funktionieren bestimmter Institutionen des gesellschaftlichen Lebens zum Gegenstand.

050 Das Gewissen steht für die Unteilbarkeit menschlicher Verantwortung.

051 Alle Politik ist Machtpolitik, aller Staat ist Machtstaat.

052 Im Konfliktfall gilt der Primat des Gewissens. Keine Instanz, kein Parlament, keine Regierung, kein Gericht, kann sich demokratisch legitim über das Gewissen hinwegsetzen.

053 Politische und moralische Entscheidungen sind situationsgebunden.

054 Im militärischen Ernstfall scheitert die Politik.

055 Wann immer eine Übereinstimmung oder Zustimmung erfolgt, so wird dies durch sprachliche Prozesse erreicht.

056 Politik ist die Kunst des Möglichen.

057 Politische Gleichheit ohne wirtschaftliche Gleichheit ist Lüge und Betrug.

058 Die Öffentlichkeit macht immer den Fehler, daß sie das Äußere für das Wesentliche hält.

059 Politik bewahrheitet sich nur in der Praxis.

060 Die Politik muß zur Wissenschaft von der Produktion werden.

061 Fortschrittliche Erziehung ist eine politische Bewegung.

062 Vom Grundsatz der Überschaubarkeit und Kontrollierbarkeit der politisch Verantwortlichen durch das Volk ist weit und breit nichts zu bemerken.

063 Den politischen Rechten mangelt es an sozialen Garantien.

064 Politisch gesehen ist die Vollbeschäftigung am wichtigsten.

065 Die Politik ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.

066 "Politik in Amerika ist nur die Erweiterung von Hollywood - die Welt der Ablenkung."

067 Die Trennung von politischer und persönlicher Emanzipation muß aufgehoben werden.

068 Wohnungspolitik ist Machtpolitik.

069 Politik ist keine Sache der Erkenntnis, sondern die Arena, in der Konflikte zwischen widerstreitenden Interessen und sozialen Zielsetzungen ausgetragen werden.

070 Der Anarchismus ist eine soziale, aber keine politische Bewegung.

071 "Der letzte Zweck aller Politik ist die Untersuchung des Zwecks des Staates und der Schranken seiner Wirksamkeit."

072 Die Leute verstehen die eigenen Interessen und Angelegenheiten besser und können sich intensiver um sie kümmern, als eine Regierung.

073 Die Freiheit muß vom politischen auf das ökonomische Gebiet übertragen werden.

074 Ohne wirtschaftliche Freiheit kann es auch keine politische geben.

075 Das Vertreterwesen muß auf ein unumgänglich notwendiges Maß beschränkt werden.

076 Für die Bürokratie ist die bloße Machterhaltung der Selbstzweck.

077 Der Bürokratismus ist eine politische Herrschaftsform.

078 Die Entscheidung für politisches Handeln muß heute eine gegen das Management der Experten sein.

079 Namen sind Stellvertreter.

080 Jeder Krieg ist im Grunde ein Wirtschaftskrieg.

081 Politik zielt auf die Qualität der Lebensbedingungen, nicht auf die Qualität des einzelnen Lebens ab.

082 Das politische 'Macht'- und das ökonomische 'Wert'problem.

083 Das entscheidende Mittel der Politik ist die Gewaltsamkeit.

084 Die Möglichkeit Macht zu mißbrauchen ist im Bereich der Politik am schwerwiegendsten gegeben.

085 Wer Entscheidungen für andere zu treffen hat, und das hat irgendwann jeder, muß im vorhinein Vorsorge treffen, daß diese Entscheidungen ein unumgänglich notwendiges Maß nicht überschreiten und jederzeit bemüht sein eigene Entscheidungsfreiheit zu fördern.

086 Politik ist der Kampf um soziale Gerechtigkeit.

087 Es ist nicht das Ziel eine gute Gesellschaft zu schaffen, sondern eine erträgliche.

088 Die anarchistische Lehre bevorzugt unter anderem den politischen Kampf in wirtschaftlicher Form.

089 Soziale Veränderung darf nicht einseitig auf ökonomische und politische Probleme ausgerichtet werden, sondern muß auch die sozialen und psychologischen Probleme mit berücksichtigen.

090 Die Zerstörung jeder politischen Macht ist die Pflicht des Proletariats.

091 Die Gesellschaft zu verlassen bedeutet eine radikale politische Handlung.

092 Politische Forderungen begannen ökonomische Forderungen zu dominieren.

093 Politik ist Konflikt.

094 Wer Politik treibt, erstrebt Macht.

095 "Von dem Augenblick an, wo ein Volk sich Vertreter gibt, ist es nicht mehr frei, es ist nicht mehr."

096 Das bürokratische Denken formt die Probleme der Politik in solche der Verwaltung um.

097 Anarchisten lehnen den politischen Kampf als sinnlos ab, weil Politik ohne Autorität nicht möglich ist.

098 Der Kampf um die Staatsgewalt und die Regierung heißt Politik.

099 Die Friedensproblematik führt uns zu vier Bereichen menschlichen Verhaltens: Militär, Politik (Innen-,Außen-), Gesellschaftsstruktur und seelische Vorgänge.

100 Repräsentative Verwaltung und Lohnarbeit sind die Grundlagen der politischen Ordnung.

101 Überall, wo die Politik über das unumgängliche Maß hinausgeht, wird sie zum Verbrechen.

102 Die großen Zukunftsaufgaben liegen nicht im Gebiet von Wissenschaft und Technik, sondern in der Politik.

103 Im Kampf um die Macht geht es darum, welche Definition von Politik an die Herrschaft gelangen und sich durchsetzen soll.

104 Der einzelne kann nicht mehr in Beziehung zur ganzen Sozialform stehen.

105 Die politische Aktivität gilt immer der Macht.

106 Es hindern uns nur politische Gründe, die ganze Welt mit Nahrung und Kleidung zu versorgen.

107 "Nieder mit der Politik! Es lebe der unmittelbare ökonomische Kampf."

108 Der Ideologe ist vorwiegend um politische Wirksamkeit bemüht.

109 Der Mensch ist eine politische Ware, die im politischen Casino verspielt wird.

110 die entpolitisierende Funktion der Innerlichkeitsideale.

111 Schule ist politisches Machtmittel und als Pädagogik verkleidet.

112 Nicht die Pädagogik macht das Erziehungswesen, sondern die Politik.

113 Der politische Kampf wird auf den Machtkampf beschränkt.

114 Macht ist die Vertretung des Allgemeinen.

115 Institutionen sind bestrebt, Gewohnheiten auszubilden.

116 Seelengröße liegt im Verzichtenkönnen auf Vorteile zugunsten des Sittlichen. Die politische Größe muß egoistisch sein und alle Vorteile ausbeuten.

117 Früher konnten die Kirchen durch unabhängiges sittliches Urteil die ethischen Maßstäbe von Politik und Geschäft kontrollieren.

118 Politik beruht auf Herrschaft und den Kampf um Herrschaft.

119 Jede Erziehung ist eine Form der politischen Erziehung.

120 "Jeder Wahn kann als eine politische Aussage gelesen werden."

121 Eine politische Revolution kann ohne Umwälzung der Industrie statt finden, eine soziale führt zum sofortigen Stillstand von Produktion und Handel.

122 Der politische Mensch ist der abstrahierte, künstliche Mensch als allegorische und moralische Person.

123 Erziehung ist eine politische Institution.

124 Jede politische Polizei ist Gesinnungsschnüffelei, mit der Aufgabe mögliche verfassungsfeindliche Aktivitäten schon im Vorfeld zu verhindern. Damit wird jedoch mehr politische Freiheit vernichtet als geschützt.

125 Politik gibt dem Allgemeinen die Form eines konkreten Willens.

126 Jede Zusammenarbeit bringt Unterordnung.

127 Die Grundfrage der politischen Philosophie besteht darin, die Deduktion des Staatsbegriffs zu leisten.

128 Vertretungsregierungen werden immer versuchen, das Gebiet ihrer gesetzgeberischen Tätigkeit auszudehnen und ihre Macht zu verstärken, indem sie sich in alle Dinge einmischen und damit die Initiative Einzelner und Gruppen ersticken.

129 Erst gab es Parlamente und dann das allgemeine Stimmrecht.

130 Macht und Politik sind synonym für alle Machtpolitiker.

131 Der 'ökonomische' Problemkreis fristet ein eigenartiges Zwischendasein zwischen der 'technischen' und der 'ethischen' Problematik.

132 Man soll sich nie von der Idee verleiten lassen, daß man die politische Macht dazu benutzen kann, die Freiheit unter den Menschen zu verwirklichen.

133 Öffentlich, d.h.,politisch

134 Egoistische Privatinteressen haben politische Passivität zur Folge.

135 Das Lautsymbol oder Bild vertritt das Ding in absentia.

136 Die politische Ordnung wird vom Gleichheitsprinzip beherrscht.

137 Geld d.h. Geltung, Vertretung, Relation

138 Die politische Ordnung muß Normen für die gegenseitige Gerechtigkeit aufstellen.

139 Es bleibt nur die Wahl zwischen Verständigungspolitik und der Politik der gegenseitigen Behinderung.

140 Politik muß die Wissenschaft von der Freiheit sein.

141 Alle Probleme und Fragen, die die gesamte Gesellschaft betreffen und nicht durch Marktmechanismen gelöst werden können sind Aufgabe staatlicher Instanzen.

142 Nicht wer regieren soll ist das politische Problem, sondern wie wir politische Institutionen organisieren können, ohne daß allzugroßer Schaden angerichtet wird.

143 Die Befreiung der Menschheit aus dreifacher Versklavung muß auf muß auf wirtschaftlichem, politischem und moralischem Gebiet erfolgen.

144 Die politischen Organisationen haben den Wunsch, ihre Macht um jeden Preis zu behalten.

145 Jede langfristige Politik ist institutionell.

146 Die Politik ist ohnmächtig. Sie kann die ökonomische Realität niemals entscheidend verändern.

147 Alle politischen Probleme sind letzten Endes institutionelle Probleme.

148 Eine humane Politik müßte die Menschen als Individuen sehen, nicht als Klassen oder Angehörige von anderen Abstraktionen.

149 Jeder hat sein eigenes Leben zu leben, niemand kann ihn im Geschäft des Lebens vertreten.

150 Die Masse der Bevölkerung ist politisch immer unreif.

151 Es muß eine Gesellschaft organisiert werden, die die Ausbeutung der Arbeit anderer unmöglich macht.

152 Alle Gesetze sind politisch.

153 Politik ist die Art, wie du dein Leben lebst.

154 Wer Politiker ist, kann kein Fatalist sein, weil er Forderungen erhebt und entschlossen ist, sie durchzusetzen.

155 Wir vertreten keine abgeschlossene Lehre und werden nie eine vertreten.

156 Der politischen Erkenntnis kommt es nicht auf die Wahrheitsfindung an, sondern auf die Durchsetzbarkeit.

157 Alle politische Gewalt schafft unausweichlich für die Menschen, die sie ausüben, eine privilegierte Situation.

158 Nichts kann darüber hinwegtäuschen, daß die politischen Ideen auf der Basis von Gewalt stehen.

159 Reduktion der politischen Existenz des Bürgers auf den Wahlvorgang.

160 Den Krieg abzuschaffen, oder zu begrenzen wäre der tödliche Schlag für das politische Leben.

161 Politik ist die Kunst, menschliche Handlungen zu einer Einheit zu bringen, sie zu organisieren und zu einem gemeinsamen Ziel zu lenken.

162 Die Zeit der politischen Stärke ist vorbei. Nützliche Politik ist nur auf der Basis gegenseitiger Hilfe möglich.

163 Die moderne Demokratie hat zum erstenmal den Versuch unternommen, die wirtschaftliche Entscheidungsgewalt von der politischen zu trennen.

164 Die Kategorie des Einzelnen ist der Politik so entgegengesetzt wie nur möglich.

165 Keine Regierung der Welt kann es sich leisten, ihren Untertanen zu gestatten, die Fesseln der allgemein abgesegneten Denkweisen abzustreifen - denn dann wären sie nicht mehr regierbar.

166 Der Staat existiert nur als politischer Staat. Die Tätigkeit des politischen Staates ist die gesetzgebende Gewalt.

167 Staatlicher Terrorismus ist die Weiterführung der Politik mit anderen Mitteln.

168 Alle echten politischen Theorien setzen den Menschen als böse voraus.

169 Nur der Besitz der Produktionsmittel erlaubt die freie Arbeit.

170 "Es gibt keine geheimen Angelegenheiten der Revolution: alles, was heute geheim ist, gehört zur Macht, d.h. zur Konterrevolution."

171 Jede politische Debatte kommt im Prozess der Entscheidungsfindung an einen Punkt, wo nicht mehr Argumente gewogen, sondern nur mehr Stimmen gezählt werden.

172 Politische Bildung muß die Erkenntnis vermitteln, daß der Konflikt die politische Grundsituation der Demokratie ist.

173 Ein Merkmal des Zustands politischer Freiheit ist die Trennung von Politik und Weltanschauung.

174 Es ist sinnlos, über die beste Form der Regierung zu streiten, solange nicht die Keime von Habgier und Ehrgeiz zerstört sind.

175 Daß Gesetze zustimmungsbedürftig sind ist die Grundlage politischer Freiheit. Kein Mensch braucht ein Gesetz zu befolgen, dem er nicht ausdrücklich zugestimmt hat.

176 Es wäre das Ende aller Politik, wenn das Bestehende nur mehr verwaltet und nicht mehr verbessert würde.

177 Der Politiker trifft Entscheidungen für andere.

178 Die Abstraktheit (politischer) Begriffe ist (politische) Entfremdung.

179 Die politische Macht nährt sich aus der Masse und setzt sich aus ihr zusammen.

180 Die Demokratie existiert nur im Augenblick der Wahl. Sobald dieser Augenblick vorüber ist, zieht die Demokratie sich wieder in sich selbst zurück und beginnt ihre antidemokratische Arbeit und wird Autorität.

181 Es gibt keine ausdrücklich politische Revolte. Jede Form der Revolte ist persönlich.

182 Politik rechnet mit der Organisierbarkeit des Irrationalen, des Psychischen.

183 Der wirtschaftliche Zusammenhang ist wichtig und unentbehrlich, ohne ihn würde die ganze Gesellschaft in Atome zerfallen.

184 Gewalt ist die Elemtarkategorie politischen Handelns.

185 In der Magie gibt es keine spezifische Vertretbarkeit.

186 Freiheit und Ordnung sind die beiden zentralen Begriffe der politischen Philosophie.

187 das entpolitisierte, individualistische Bewußtsein.

188 Politik entfaltet sich auf dem Fundament der Macht und hat die Erscheinungen der Machtverteilung zu ihrem Gegenstand.

189 Im allgemeinen Denken erhält das Denken den Charakter der Vertretbarkeit. Es macht schließlich keinen Unterschied mehr, wer einen Gegenstand denkt.

190 "Das Recht ist die beste Politik der Gewalt."

191 Alle Politik ist an der Möglichkeit des Krieges orientiert.

192 "Der Politiker, der einstmals lernen mußte, wie man Königen schmeichelt, muß jetzt lernen, wie man die Phantasie der Wähler bezaubert, unterhält, bestrickt, beschwindelt, erschreckt oder sonst irgendwie verblüfft."

193 Das Arbeitervolk stützt sich politisch auf nichts anders, als seine Zahl.

194 Politischer Konkurrenzkampf um die Stimmen einer hauptsächlich passiven Wählerschaft.

195 Vorwiegend rechte Politiker appellieren mehr an die irrationalen Leidenschaften, als an den Verstand.

196 In der wahren Demokratie muß der politische Staat untergehen.

197 Die politische Emanzipation ist noch keineswegs die menschliche.

198 Der Schuster, insofern er ein soziales Bedürfnis befriedigt, ist mein Repräsentant, durch das, was er ist und tut. Wer mich in einer Sache repräsentiert, sieht seine Sache als meine an und behandelt sie danach.

199 Der politische Mensch ist der abstrahierte, künstliche Mensch als moralische und allegorische Person, nicht der Mensch in seiner nächsten sinnlich-individuellen Existenz.

200 Politische Organisation heißt hauptsächlich zentrale politische Organisation.

201 Das Hauptziel des politischen Urteils besteht darin, dem die Gewalt zu entziehen, der sie mißbraucht.

202 Jede Zentralregierung vermehrt die Gleichförmigkeit, da sie ihr die Überprüfung unzähliger Einzelfälle erspart.

203 Daß ein Wort etwas bedeutet besagt, daß das Wort für einen Gegenstand steht, d.h. ihn repräsentiert.

204 Der Endzweck aller politischen Vereinigung ist die Erhaltung der unabdingbaren Menschenrechte.

205 "Ökonomie ist keine Wissenschaft, sie ist nur Politik in anderem Gewand."

206 Unsachlichkeit und Verantwortungslosigkeit als die zwei Todsünden der Politik.

207 Wer sich mit der Politik, also mit Macht und Gewaltsamkeit als Mittel einläßt, schließt mit diabolischen Mächten einen Pakt.

208 "Wer Politik treibt, erstrebt Macht."

209 Verteilung ist kein wirtschaftlicher, sondern ein politischer Prozess. Der Hunger in der Welt ist keineswegs ein technisches, sondern ein gesellschaftliches und technisches Problem.

210 Das politische System eines Volkes ist nur ein kleiner Teil seiner gesamten Kultur.

211 Rivalisierende politische Parteien.

212 Viele angeblich so "objektive" Analysen sind in Wirklichkeit maskierte politische Empfehlungen.

213 Politische Entscheidungsbefugnis wird vermittels eines Konkurrenzkampfes um die Stimmen des Volkes erworben.

214 Maskierung von Interessenpositionen mit ordnungspolitischen Argumenten.

215 Die Diskrepanz zwischen Reden und Tun ist sicher ein uraltes politisches Phänomen.

216 individuelle Apolitie

217 Eine ideologische Wissenschaft erlaubt es den politischen Kräften ihr Ziele "wissenschaftlich" zu rechtfertigen.

218 Alles Rechtsbewußtsein ist ein Teil des politischen Bewußtseins.

219 Das Fundamentalproblem der Staatstheorie ist das Problem der Zähmung der politischen Macht.

220 "Alle Politik besteht in der Wahl des geringeren Übels."

221 Politische Gegner werden offen durch Terror und Gewalt ausgeschaltet: sie werden verhaftet, mißhandelt, ermordet, in die Emigration oder Illegalität gezwungen.

222 Der moderne Therapismus macht aus Sachproblemen Beziehungsprobleme. Er ist eine Negation der Politik.

223 Politik kann nicht von der Psychologie des Einzelnen getrennt werden.

224 "Und schließlich begann ich zu fühlen, daß alle Politik von einem grinsenden Teufel beseelt wird, der die Energischen und Schlagfertigen lehrt, die unterwürfige Bevölkerung zugunsten ihrer eigenen Tasche oder Macht oder Theorie zu quälen."

225 Das Ideal der politischen Organisation ist die Reduktion des Staates auf Null.

226 Die Sprache tritt aus der Wildheit in die politische Ruhe.

227 Vermögensverteilung ist im wesentlichen eine politische Angelegenheit.

228 Dezentralismus ist einer der Schlüssel zum Verständnis einer neuen Politik.

229 Alles Wissen ist politisch.

230 Einkommensunterschiede sind nicht aufgrund unterschiedlicher Produktivität zu rechtfertigen, sondern eine Folge sozialer und politischer Entscheidungen und nicht etwa volkswirtschaftlicher Gesetze.

231 Macchiavelli trennte das Recht von der Politik.

232 Im 16. Jahrhundert gründeten sich erste "Parteien der Politiker" im Kampf gegen die Monarchisten.

233 Das Verständnis des gesellschaftlichen Lebens wurde vermittels eines Verständnisses der äußeren Natur gesucht.

234 Staat heißt Politik, das Soziale finden wir in der Gesellschaft.

235 Die Zerstörung der Politik durch die Abschaffung der Staaten.

236 Die ökonomische Emanzipation der Arbeiter ist das große Ziel, dem jede politische Bewegung unterzuordnen ist.

237 "Politik ist nichts anderes, als die Praxis, Kunst und Wissenschaft, die Massen zum Vorteil der privilegierten Klassen zu beherrschen und auszubeuten."

238 "Alle gegenwärtigen Einrichtungen wie Staat, Kirche, Gerichtssaal, Bank, Polizei, Universität, Verwaltung, Armee, Polizei, sind tatsächlich nichts anderes, als vom Privileg gegen das Proletariat errichtete Festungen."

239 die Vorstellung ist "repräsentatio".

240 "Politik ist die Organisation der Macht und Macht ist der Feind des Lebens."

241 "Politik ohne innere Veränderung der an ihr Beteiligten ist bloße Manipulation von Eliten."

242 Staat, Politik und Regierung sind Formen der Macht.

243 Politische Bildung ist traditionell Bewußtseinsbildung.

244 Ethik ist kein Wissensgebiet und in letzter Hinsicht auf Politik reduzierbar.

245 "Die Menschen sind, wie die niederen Tiere, von Natur aus mit Leidenschaften ausgestattet und es fällt ihnen schwer, diese Leidenschaften miteinander in Einklang zu bringen. Die Kunst damit fertigzuwerden, heißt Politik."

246 Das eigentliche Wesen der Politik ist die Sache der Freiheit gegen Zwangsherrschaft jeder Art.

247 Erst in der Rechtfertigung wird Gewalt zu einem politischen Phänomen.

248 "Wo die Gewalt selbst in die Politik eindringt, ist es um die Politik geschehen."

249 "Heute jedenfalls scheint nichts veralteter und überflüssiger, als zu versuchen, die Menschheit durch politische Mittel von Armut zu befreien, ganz abgesehen davon, daß nichts vergeblicher und gefährlicher wäre."

250 die prinzipiell politikfeindlichen Interessenkämpfe.

251 Interessen sind politisch nur als Gruppeninteressen von Bedeutung.

252 Der ganze Bürger ist repräsentiert, doch vertreten werden können immer nur Interessen.

253 Demokratie am Arbeitsplatz.

254 "Haben nicht Staatsmänner und Geistliche es gemein, daß sie ebenso wie die Auguren von ehedem nicht gut einander ansehen können, ohne zu lächeln."

255 Politik ist nichts anders, als angewandte Ethik.

256 Selbsterhaltung und Machtsteigerung des Staates ist das ausschließliche Prinzip des politischen Handelns. Diesem Zweck zu dienen, sind alle Mittel recht: Täuschung, List, Verrat, Meineid, Bestechung, Vertragsbruch oder Gewalttat, wenn sie nur Erfolg versprechen.

257 Ideologie ist Täuschung, um bestimmte Ziele zu erreichen. Die Hauptdomäne der Ideologie ist die Politik.

258 Die politische Geschichte ist die des Willens.

259 Nicht das Politische, sondern das ökonomische ist der Hebel, der die Bewegung lenkt.

260 Freiheit ist nicht gleichbedeutend mit politischer Freiheit.

261 von den faktischen Einzelfällen aufs Allgemeine, Gesetzmäßige schließend, erzeugt diese Methode ein Wissen, dessen Anwendung die Möglichkeit eröffnet, mit gezielten Eingriffen Vorgänge in der Natur und auch in der Gesellschaft zu beeinflußen und zu beherrschen.

262 Die gefährlichsten Machtbestrebungen sind politischer und wirtschaftlicher Natur.

263 In der Machtpolitik heiligt der Zweck die Mittel. "Die Niedertracht des Mittels ist mit der Macht so eng verbunden, wie die Fäulnis mit dem Tode."

264 In der Politik gibt es letztlich keine moralischen Gesichtspunkte, sondern lediglich Machtfragen.

265 Durch eine politische Veränderung kann keine gründliche Umgestaltung der Gesellschaftsverhältnisse erreicht werden. Das ist nur durch wirtschaftliche Reformen möglich.

266 "Politische Herrschaft strebt immer nach Uniformität. In ihrer blöden Sucht, alles gesellschaftliche Geschehen nach bestimmten Grundsätzen ordnen und lenken zu wollen, ist sie stets darauf erpicht, alle Gebiete menschlicher Betätigung einer einheitlichen Schablone zu unterwerfen. Damit gerät sie in einen unlösbaren Gegensatz mit allen schöpferischen Kräften des höheren Kulturgeschehens, das stets nach neuen Formen und Gestaltungen Ausschau hält, infolgedessen an das Mannigfaltige und Vielseitige des menschlichen Strebens ebenso gebunden ist, wie die politische Macht an die Schablone und die starre Form."

267 In der Politik entscheidet das bloße Resultat, ob etwas eine große Tat ist oder ein Verbrechen.

268 "Jede politische Organisation ist notwendigerweise die Herrschaftsorganisation zugunsten einzelner Klassen und zum Nachteil der Massen, und wenn das Proletariat die Macht an sich reissen wollte, müßte es auch zu einer herrschenden und ausbeutenden Klasse werden. Deshalb ist die Vernichtung jeder politischen Macht die erste Pflicht des Proletariats."

269 Bei der Ökologie geht es um weltpolitische Fragen.

270 Der Staat ist Ausdruck des politischen Idealismus.

271 Hans Albert spricht von einer politischen Arithmetik, "die sich anheischig macht, existenzielle Probleme in rationaler Weise zu lösen."

272 Die klassische Begründungsidee führte dazu, daß auch politische Probleme 'more geometrico' behandelt wurde.

273 Die Begründungen politischer Forderungen erwachsen aus der Einsicht in die Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher Wirklichkeit und dem moralischen Dasein der Menschen als Selbstzweck.

274 "Was bloße Ökonomie zu sein schien, ist als in Wirklichkeit Politik, eben ökonomisch fixierte, rechtlich verschleierte Herrschaft."

275 Politik ist in ihrer Praxis immer ein Kampf um Mittel.

276 Weder Rationalität noch intellektuelle Anständigkeit bestimmen heute das politische Geschehen, sondern im wesentlichen die grobe Macht.

277 "In letzter Instanz kann sich das politische Handeln nicht rational begründen, es realisiert vielmehr eine Entscheidung zwischen konkurrierenden Wertordnungen und Glaubensmächten, die zwingender Argumente entraten und einer verbindlichen Diskussion unzugänglich bleiben."

278 Politisches Handeln wird durch Sachzwänge ersetzt.

279 "Einer, der gegen sich öffentlich ehrlich ist, bildet sich zu allerletzt etwas auf diese Ehrlichkeit ein: denn er weiß nur zu gut, warum er ehrlich ist - aus demselben Grunde, aus dem ein anderer den Schein und die Verstellung vorzieht."

280 "Wie schlecht schließt man, auf Gebieten, wo man nicht zu Hause ist, selbst wenn man als Mann der Wissenschaft noch so sehr an das gute Schließen gewöhnt ist! Es ist beschämend! Und nun ist klar, daß im großen Welttreiben, in Sachen der Politik, bei allem Plötzlichen und Drängenden, wie es fast jeder Tag heraufführt, eben dieses schlechte Schließen, entscheidet: denn niemand ist völlig in dem zu Hause, was über Nacht neu gewachsen ist; alles Politisieren, auch bei den größten Staatsmännern, ist Improvisieren auf gut Glück."

281 "Das Hauptproblem von Ethik und Politik besteht darin, auf irgendeine Weise die Erfordernisse des Gemeinschaftslebens mit den Wünschen und Begierden des Individuums in Einklang zu bringen."

282 Das wahlfähige Publikum ist der politische Konsument.

283 Die Korruption ist der Mechanismus, der die Bedürfnisse der Wirtschaft mit denen der Politik in Einklang bringt.

284 Das Endziel jeder Politik kann nur Recht und Gerechtigkeit sein.

285Zeichen und Bild stehen für etwas, vertreten die Wirklichkeit anstelle des Tatsächlichen.

286 "Honesty ist the best policy".

287 Das öffentliche Leben ist nicht nur politisch, sondern zugleich auch geistig, sittlich, wirtschaftlich und religiös.

288 Der Politiker übt seine Tätigkeit zu dem Zweck aus, daß sich die Mehrzahl der Leute um die Politik keine Gedanken mehr zu machen braucht.

289 "Die Macht zu sichern heißt, sich Ideen zu unterwerfen."

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.