Wert
Heinrich Cohn - Die subjektive Natur des Wertes
p-2siehe auch Interesse, Urteil, Sinn, Bedeutung, Ideal, Ethik, Wille, Bedürfnis


001 Die Entgegensetzung von 'theoretisch' und 'praktisch' ist auf dem Boden der Wertfreiheit der Tatsachen gewachsen und jetzt hinfällig.

002 Werte existieren nicht, sie gelten.

003 "Diejenigen Wertungen und Überzeugungen, die als Motive für bestimmte Handlungen oder Unterlassungen angeführt werden, werden in Hinsicht auf ihre Zweckdienlichkeit für die jeweilige Gelegenheit ausgewählt. Es sind mehr die "guten", denn die "wirklichen" Gründe, kurz, es handelt sich immer um 'Rationalisierungen'." - Gunnar Myrdal, Das Wertproblem in der Sozialwissenschaft, Bonn-Bad Godesberg 1975, Seite 100

004 "Die Leute streben danach, ihre Wertkonflikte unter Kontrolle zu halten. Sie wünschen, sie aus ihrem Denken zu halten und haben Geschick darin, sie zu übersehen. Konventionen, Stereotype und bequeme Lücken in Wissen über die soziale Wirklichkeit tragen erfolgreich dazu bei, den Leuten eine relative Gewissensruhe zu bewahren." - Gunnar Myrdal, Das Wertproblem in der Sozialwissenschaft, Bonn-Bad Godesberg 1975, Seite 108

005 Jahrhundertelang war es Tradition, die den wissenschaftlichen Methoden zugrunde liegenden Wertungen zu verschweigen.

006 Wertungen und deren Konflikte untereinander wurden verborgen, indem man so tat, als seien Wertungen die logischen Folgerungen aus Tatsachen.

007 "Tatsachen verwandeln sich nicht unversehens in Begriffe und Theorien; außerhalb des Systems von Begriffen und Theorien gibt es keine wissenschaftlichen Tatsachen, nur das Chaos. Ein unabdingbares apriorisches Element findet sich in aller wissenschaftlichen Arbeit. Man muß Fragen stellen, bevor man sie beantworten kann. Alle Fragen sind Ausdruck unseres Interesses an der Welt; sie sind im Grunde Wertungen. Wertungen sind daher notwendig in das Gedankengebäude mit eingeschlossen, wenn wir die Wirklichkeit beobachten und die theoretische Analyse vorantreiben; sie bilden mehr als das Gerüst,
wenn wir aus Tatsachen Wertungen und politische Forderungen ableiten." - Gunnar Myrdal, Objektivität in der Sozialforschung, Ffm 1971, Vorwort zur englischen Ausgabe, Seite IXf

008 "Ist die psychologische Seite stärker betont, so wird der Wert zu jener Eigenschaft der Waren, daß sie nur durch subjektive Opfer erreicht werden können, durch Schweiß und Mühe. Die weniger stark psychologische Betonung ist es die Eigenschaft, daß die Waren gewissermaßen gegenständlich gewordene Arbeit sind, daß sie die Arbeit enthalten, mit der sie erschaffen sind." - Gunnar Myrdal, Das politische Element in der nationalökonomischen Doktrinbildung, Berlin 1932, Seite 93

009 Letzte Wertsetzungen können nur postuliert, aber nicht logisch kritisiert werden.

010 "Der Wertbegriff ist das zentrale theoretische Instrument, das soziale Sollen festzustellen." - Gunnar Myrdal, Das politische Element in der nationalökonomischen Doktrinbildung, Berlin 1932, Seite 89

011 "Wie man über den Wert urteilt, muß man aber, wenn man folgerichtig bleibt, letztlich über die Wirtschaft urteilen. Es ist der Charakter der Dinge in der Wirtschaft, seine Gesetze sind für die politische Ökonomie das, was die Schwere in der Mechanik ist." - Friedrich von Wieser, Der natürliche Wert, Wien 1889, Seite VIf

012 Das politische 'Macht'- und das ökonomische 'Wert'problem.

013 Alle Wertprobleme sind ethischer Natur. Aber auch das Machtproblem ist eine Form des Wertproblems.

014 'Wert' und 'Preis' sind nach ökonomischer Auffassung beides 'Bedeutungs'größen, die man daher in gleicher Weise behandeln zu dürfen glaubt, obwohl dieses Verfahren auf einem der größten Irrtümer beruth, die je am Ursprung einer Wissenschaft standen." - Hans Albert, Ökonomische Ideologie und politische Theorie, Göttingen 1954, Seite 70

015 Die Norm erhält den Anschein, in der "Natur der Sache" begründet zu sein.

016 In einer Art ritueller Blindheit wird die inhärente Machtproblematik in der reinen Wertlehre übersehen.

017 Das ökonomische Kernproblem ist das Wertproblem. Die ökonomische Theorie ist in ihrer Essenz Wert- und Zurechnungslehre.

018 Gegen alle Versuche, normative Urteile auf irgend eine Weise zu erschließen, genügt die Feststellung, daß es keinen logischen Übergang gibt von Tatsachenaussagen zu Wertaussagen und umgekehrt.

019 Durch logische Erschleichungen aller Art soll die ethische Neutralisierung und damit rein 'theoretische' Behandlung wichtiger 'politischer' Probleme ermöglicht werden.

020 "Wissenschaft vermittelt uns überhaupt nicht irgendeine Realität, sondern sie ist eine völlige Neuschöpfung - so wie die Kunst eine solche in anderer Art ist. Ihr Inhalt ist eine Gestaltung aus der erlebten Wirklichkeit unter dem Gesichtspunkt einer speziellen Bewertung." - Viktor Kraft, Weltbegriff und Erkenntnisbegriff, Leipzig 1912, Seite 159

021 "Der Naturbegriff ist vielfach in die mystisch-mythologische Rolle das früheren Gottesbegriffs getreten, in dem man von der Natur wie von einer einheitlichen Macht spricht, die die einzelnen Erscheinungen 'erzeugt', deren Gesetze Befolgung 'erzwingen'." - Georg Simmel, Vom Wesen der Kultur, österr. Rundschau, Bd. XV, 1908, Seite 36

022 der ethische Wert des Verstehens und die moralische Pflicht, um "Verstehen" zu ringen.

023 Alle Werte, aber auch alle Tatsachen sind relativ zu einem Subjekt.

024 Werturteile können keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben. Dieser läßt sich nicht rechtfertigen.

025 Der Ausdruck "Wert" bedeutet ungefähr dasselbe, wie die Ausdrücke "nützlich" und "zweckmäßig". Genauso, wie nichts an und für sich nützlich oder zweckmäßig ist, ist auch nichts ansich wertvoll.

026 Wodurch ein Gegenstand von Interesse ist, das ist sein Wert.

027 Wert ist dasselbe wie werten, als eine eigene Schöpfung.

028
Mit dem Zweck ist der Gedanke an einen Wert verknüpft.

029 Alle unsere Begriffe sind wertgeladen.

030 "Es ist kein Kennzeichen klarer Denkweise, wenn der Begriff durch eine endgültige - und willkürliche - Definition bestimmt wird; man muß die inhärente Unbestimmtheit erkennen und ihr Rechnung tragen." - Gunnar Myrdal, Das Wertproblem in der Sozialwissenschaft, Bonn-Bad Godesberg 1975, Seite 45

031 "Die Probleme der Lebensauffassung sind Wertprobleme." - Alois Riehl, Einführung in die Philosophie der Gegenwart, Leipzig/Berlin 1919, Seite 150

032 Gefühle und Werthaltungen sind Tiefenerlebnisse.

033 Das reine 'Sollen' geht von keinem Sein aus, ist deshalb unbedingt.

034 "... denn daß ein Wert als Wert gilt, ohne jede Rücksicht auf ein Sein, von dem er gefordert oder anerkannt wird, gerade das und nichts anderes bedeutet seine Transzendenz." - Heinrich Rickert in Flach / Holzhey (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 487

035 "Die Fundamentaltatsache, die aller logischen Begründung zugrunde liegt, besteht darin, daß wir zwischen unseren Vorstellungen den Wertunterschied des Wahren und des Falschen machen." - Vgl. Wilhelm Windelband in Flach / Holzhey (Hg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 392

036 "Die Identität ist das Gut, ist der Wert. Der Widerspruch ist der Schutz, ist das Recht." - Hermann Cohen in Flach / Holzhey (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 125

037 "Ohne ein Ideal über sich zu haben, kann der Mensch im geistigen Sinne des Wortes nicht aufrecht gehen." - Alois Riehl in Heinrich Rickert, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft, Stuttgart 1986, Seite 175

038 Wahrheit, Gewißheit und Wert liegen in naher Bedeutungsverwandschaft zur Geltung.

039 Es gibt keine Institution, die jemals 'richtige', d.h. objektiv verbindliche Wertentscheidungen namens der Gesamtgesellschaft zu treffen vermag.

040 Der objektive Tauschwert steht einem subjektiven Gebrauchswert gegenüber.

041 Überall wo ein Anspruch erhoben wird, handelt es sich um die Objektivität berechtigter Ansprüche.

042 "Der Wert von Personen heißt in der Fachsprache "Würde". Die wertvermehrende Handlung an Personen heißt Pädagogik, die wertverzehrende heißt Ausbeutung." - Franz Oppenheimer, Grundriß der theoretischen Ökonomie, Jena 1926, Seite 4f

043 "Condillac stellte von Anfang an den Wert als die Grundlage der Nationalökonomie hin und überragte dadurch sofort bei weitem die Physiokraten. Er bezieht den Wert auf den Nutzen, um dieses Wort aber sofort wieder von seiner landläufigen Bedeutung zu trennen und ihm jenen wissenschaftlichen Inhalt zu geben, den es nicht mehr verlieren sollte: der Nutzen ist nicht mehr der Ausdruck einer physischen, den Sachen innewohnenden Eigenschaft, sondern der einer bestimmten Beziehung zwischen einer Sache und einem Bedürfnis des Menschen: Der Wert liegt weniger in der Sache selbst, als in der Schätzung, die wir ihr entgegenbringen und diese Schätzung hängt von unserem Bedürfnis ab; er steigt und fällt, wie unser Bedürfnis größer oder geringer wird. Hiermit ist die Grundlage der psychologischen Theorie des Wertes gefunden." - Gide/Rist, Die Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen, Jena 1913, Seite 55

044 "Das Gebiet der Werte ist das des Einflusses." - Emmanuel Levy in Georges Gurvitch, Grundzüge der Soziologie des Rechts, Darmstadt und Neuwied 1974, Seite 106

045 Nicht der Gute siegt, sondern der Starke.

046 Der grundlegende Begriff des sozialen Wertes ist in jeder wirtschaftlichen Doktrin impliziert.

047 Die Dinge haben nur Tauschwert und keinen Realwert.

048 Die klassische Wertlehre wollte den Wert einseitig aus den Kosten herleiten. Daraufhin betonte man nun einseitig die Lust- oder Nutzenseite.

049 Der "Nutzen'' ist eine allgemeine Voraussetzung für den Wert. Eine Sache muß zuerst nützlich sein, damit man überhaupt Arbeit auf ihre Herstellung verwendet.

050 Über die Abstraktion "Opfer" werden Kapital und Arbeit gleichgeordnet. (Strukturelle Gleichwertigkeit von Sparen und Arbeit -psychologischer Kostenbegriff)

051 Die "Arbeitsopfer" sind nicht kommensurabel.

052 "Indem man die Arbeit zu einem psychologischen Opfer gestempelt hat, hat man sich eine Möglichkeit eröffnet, Kapital und Arbeit gleichzustellen." - Gunnar Myrdal, Das politische Element in der nationalökonomischen Doktrinbildung, Berlin 1932, Seite 118

053 Die Kosten oder das Arbeitsopfer sind nicht auf das 'einzelne' Individuum bezogen zu verstehen, sondern auf den durchschnittlichen Aufwand.

054 Es gibt keine Ware, deren Herstellung unter allen Umständen die gleiche Arbeitskraft erfordert. Deshalb gibt es auch keinen unveränderlichen Wertmesser zur Messung von Arbeit.

055 Der Tauschwert bemißt sich nach den Arbeitskosten, und Kosten bedeuten dabei die Arbeit selbst, nicht etwa den Lohn für die Arbeit.

056 Aus Sachaussagen können keine Werturteile gefolgert werden, so daß es nicht möglich ist, aus einer Erkenntnis eine Bewertung oder eine Forderung abzuleiten.

057 Abstrakt, d.h. losgelöst von den qualitativen Dimensionen menschlicher Bedürfnisse und Gebrauchswerte.

058 Der logische Wert ist das Bemühen um die rationale Begreifbarkeit der Welt, der ethische Wert das Bemühen um sittliche Vervollkommnung.

059 Werte stellen sich als Aufgabe.

060 Sinn und Bedeutung lassen sich nur mit Wertbegriffen klären.

061 Wir müssen die Güter, die Eigenwert besitzen, von denen unterscheiden, denen Wert nur als Mittel zukommt.

062 Objekte werden nicht erkannt, sondern gewürdigt.

063 Werturteile sind letztlich nicht begründbar.

064 Die Nationalökonomie produziert Werturteile aus einer spezifisch wirtschaftlichen Weltanschauung heraus und muß sie produzieren.

065 "Das Licht, welches jene höchsten Wertideen spenden, fällt jeweilig auf einen stets wechselnden endlichen Teil des ungeheuer chaotischen Stromes von Geschehnissen, der sich durch die Zeit dahinwälzt." - Max Weber, Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1988, Seite 214

066 Alle Wertungen sind praktische Bewertungen.

067 Jede Wertbeziehnung meint ein spezifisches Interesse.

068 Das Wesen der Wertung ist Geltung.

069 Ein Urteil über Tatsachen läßt sich von dem über Prinzipien nicht trennen. Denn es gibt keine faktische Feststellung, die nicht bereits eine prinzipielle Behauptung einschließt.

070 Werte gehören zum praktischen Verhalten der Menschen, nicht zum theoretischen.

071 Dort, wo gewertet wird, soll die Wertung klar als persönliche Entscheidung erklärt werden und nicht hinter dem Deckmantel wissenschaftlicher Objektivität verborgen werden.

072 Keine Wissenschaft knüpft an eine anschauungsfrei gegebene Wirklichkeit an.

073 Es gibt keinen anderen Sinn von Sinn als den des Werts.

074 Die Vernunft ist ein Wert, wie die Wahrheit.

075 Der schöpferische Akt ist nicht objektivierbar.

076 Alles Erkennen ist ein Werten.

077 In der Geltung liegt die Wurzel des Wertbegriffs.

078 Das Rationale wird für höherwertig gehalten, als das Irrationale und Spannungsvolle.

079 "Wer an Gott glaubt, wird sich mit der bloßen Geltung der Worte nie begnügen, sondern ihre Macht über die Wirklichkeit annehmen." - Hans Leisegang in Hans-Ludwig Ollig, Der Neukantianismus, Stuttgart 1979, Seite 155

080 Das Bessere ist der Feind des Guten.

081 Der soziale Wert eines Menschen besteht in dem, was er produziert, minus dem, was er konsumiert.

082 "Würden auch die moralischen Wahrheiten für relativ erklärt, dann müßte die Welt zugrunde gehen. Dann wären die Lüge und der Teufel nicht mehr schwarz. Dann wäre Lüge keine Sünde mehr, und der Menschheit wäre aller Wert geraubt." - Gershon Weiler, Fritz Mauthner - Sprache und Leben, Salzburg/Wien 1986, Seite 139

083 "Wo wir etwas suchen, tun wir es deswegen, weil das Gesuchte für uns einen 'Wert' besitzt. Das völlig Wertfreie zu suchen, kann niemandem einfallen. Das läßt uns 'gleichgültig', wir 'kümmern' uns nicht darum." - Heinrich Rickert, Grundprobleme der Philosophie, Tübingen 1934, Seite 86

084 "Wertsituationen können als besondere Fälle von Gestaltung angesehen werden." -Köhl1:62(

085 "Wahr und falsch sind ein Wertpaar oder Wertgegensatz wie gut und böse, schön und häßlich usw. Das Wahre soll sein, das Falsche soll nicht sein." - Heinrich Rickert, Grundprobleme der Philosophie, Tübingen 1934, Seite 117

086 "Das 'Wirken' eines Wertes oder Sinngebildes ist nur dann denkbar, wenn es auf ein freies Subjekt trifft, da der Sinn auf restlos kausal bedingte Gegenstände nicht mehr irgendwie Einfluß haben oder wirken kann." - Heinrich Rickert, Grundprobleme der Philosophie, Tübingen 1934, Seite 126f

087 Die Verbindung zwischen Wert und Wirklichkeit geschieht in freien Akt des Stellungnehmens.

088 "Der Mensch nimmt zu etwas nur soweit 'Stellung', als ihm das, wozu er Stellung nimmt, nicht 'gleichgültig' ist, sondern irgendein 'Interesse' für ihn besitzt. Die Frage nach dem Sinn steht immer irgendwie mit Werten in Verbindung. Das wertfreie Sein 'interessiert' uns nicht." - Vgl. Heinrich Rickert, Grundprobleme der Philosophie, Tübingen 1934, Seite 150

089 Alles sinnvolle Verhalten zu Werten setzt ein freies Subjekt voraus.

090 "Wir könnten das Weltall nicht sinnvoll erforschen wollen, wenn wir nicht die Fähigkeit besäßen, frei die Wahrheit als Wert zu bejahen und das Falsche als Unwert frei zu verneinen." - Heinrich Rickert, Grundprobleme der Philosophie, Tübingen 1934, Seite 151f

091 "Wirtschaftliche Werte sind immer bloße Bedeutungswerte und können als für sich allein keine Weltanschauung bestimmen." - Heinrich Rickert, Grundprobleme der Philosophie, Tübingen 1934, Seite 212

092 "Sinn bekommt unser wollendes und tätiges Leben erst, wenn unser Tun von 'Werten' geleitet wird, zu denen wir als 'freie' Subjekte Stellung zu nehmen vermögen". - Heinrich Rickert, Grundprobleme der Philosophie, Tübingen 1934, Seite 226

093 "Kosmisches Bewußtsein erreicht zu haben ist das höchste Gut." - Vgl. Richard M. Bucke, Kosmisches Bewußtsein, Celle 1925, Seite 136

094 Die Naturalisten haben unrecht, wenn sie behaupten, daß Werte primäre Eigenschaften der Objekte sind, Werte sind nicht objektiv, sondern subjektiv. Es gibt sie nur, weil es Menschen gibt.

095 Fakten sind notwendig, um werten zu können, aber Werte sind darauf nicht reduzierbar.

096 Werte haben keinen Sein außerhalb des menschlichen Bewußtseins.

097 die Wertintuition

098 "Die Krise der Vernunft ist eine Krise der Wertsysteme und ihrer Geltung und Durchsetzbarkeit, eine Krise der für die Menschheit sinnvollen Zielsetzungen und insbesondere eine Konsequenz der mangelnden Durchsetzungskraft von humanen, moralischen und liberalen Überzeugungen." - Hans Lenk, Pragmatische Vernunft, Stuttgart 1979, Seite 13

099 "Die Wissenschaft denkt Naturobjekte nicht als Güter, sondern frei von der Verknüpfung mit Werten." - Heinrich Rickert, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft, Stuttgart 1986, Seite 36

100 "Bei Werten kann man nicht fragen, ob sie 'wirklich' sind, sondern nur, ob sie 'gelten'." - Heinrich Rickert, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft, Stuttgart 1986, Seite 39

101 Mit dem Wert verbindet sich zunächst der Gedanke an eine Norm, oder einer gesollten Verwirklichung eines Gutes.

102 Werte können nur von psychischen Wesen gewertet werden.

103 "Werte sind keine Wirklichkeiten, weder physische noch psychische. Ihr Wesen besteht in der 'Geltung', nicht in ihrer realen 'Tatsächlichkeit'." - Heinrich Rickert, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft, Stuttgart 1986, Seite 111

104 "Die Wertung muß immer entweder 'positiv' oder 'negativ' sein." - Heinrich Rickert, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft, Stuttgart 1986, Seite 114

105 "Ein Objekt erscheint uns in irgendeiner Weise 'interessant', wenn es zu unseren Werten in Beziehung steht." - Vgl. Heinrich Rickert, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft, Stuttgart 1986, Seite 157

106 Der aller logischen Besinnung zugrunde liegende Wertunterschied des Wahren und des Falschen äußert sich im Urteil als logisches Grundgebilde.

107 "Was sein soll, 'ist' und 'ist' zugleich 'nicht'." - G. W. F. Hegel, Wissenschaft der Logik, Bd. 1, Ffm 1986, Seite 143

108 Es gibt immer eine Hierarchie von Bedürfnissen in jeder gegenwärtigen Situation.

109 "Denn die Wirklichkeit ist der Wert." - Alfred North Whitehead, Wissenschaft und moderne Welt, Ffm 1988, Seite 128

110 "Die bewegte Materie wurde als 'einzige' konkrete Realität angesehen, die ästhetische Werte bildeten lediglich einen zufälligen, unwesentlichen Zusatz." - Vgl. Alfred North Whitehead, Wissenschaft und moderne Welt, Ffm 1988, Seite 237

111 Der Geist ist das Kostbarste.

112 Wertung, das heißt 'Aufwertung' oder 'Abwertung'.

113 "... wie unsere Nationalökonomen noch nicht müde geworden sind, im Worte 'Wert' eine solche Einheit zu wittern und nach dem ursprünglichen Wurzel-Begriff des Wertes zu suchen. Als ob nicht alle Worte Taschen wären, in welche bald dies, bald jenes, bald mehreres auf einmal gesteckt worden ist!" - Friedrich Nietzsche, Menschliches Allzumenschliches - Ein Buch für freie Geister, Frankfurt 1982, Seite 468

114 "Werte können nur auf konkrete und individuelle Entitäten bezogen werden. Das Bezugsobjekt eines Gesetzes aber ist stets eine abstrakte Größe." - Guy Oakes, Die Grenzen kulturwissenschaftlicher Begriffsbildung, Ffm 1990, Seite 35

115 "Da die Wahrheit ein Wert ist, besteht Erkenntnis nicht in der Ausbildung eines Gegenstandes, sondern in der Stellungnahme zu einen Wert." - Vgl. Heinrich Rickert in Guy Oakes, Die Grenzen kulturwissenschaftlicher Begriffsbildung, Ffm 1990, Seite65

116 Es gibt einen Konflikt zwischen ethischen und ästhetischen Werten.

117 "Wer seine Lebensführung einer Ästhetisierung anheimstellt, ist gezwungen, moralische Kriterien für die Beurteilung des Handelns als irrelevant zu verwerfen.''

118 "Der abstrakte Geldbegriff ermöglicht und suggeriert eine Weltbetrachtung, in der alle Werte und Beziehungen auflösbar, ersetzbar sind durch beliebig andere." - Otto Ullrich, Technik und Herrschaft, Ffm 1979, Seite 107

119 Die ökonomischen Werte des Erwerbs und des Habens stehen im Widerspruch zu humanen Werten wie Kommunikation und Selbstverwirklichung.

120 Der Begriff 'Wert' wird in der Umgangssprache zumeist gleichbedeutend mit 'wirtschaftlichem Wert' gebraucht.

121 "Durch den Schritt zur Subjektivität wird also das 'Wertproblem' entdeckt." - Emil Lask, Gesammelte Schriften Bd. 3, Tübingen 1924, Seite 9

122 "... den Urgegensatz nämlich zwischen Seiendem und Geltendem, zwischen Wirklichkeit und Wert, zwischen dem, was da 'ist' und 'geschieht' und dem, was 'gilt', ohne sein zu müssen." - Emil Lask, Gesammelte Schriften Bd. 3, Tübingen 1924, Seite 59

123 "Geltender Wert ist Anerkennungswürdigkeit." - Emil Lask, Gesammelte Schriften Bd. 3, Tübingen 1924, Seite 92

124 das Geheimnis der Wertberührtheit

125 Nach Lockes Ansicht ist es die Arbeit, die den Wesensunterschied aller Dinge bestimmt.

126 Das Echte ist das Tiefere im Gegensatz zum Oberflächlichen.

127 "Das Geliebte ist als Geliebtes 'wertvoll'. Es ist nicht so, daß das Wertvolle darum, weil es wertvoll ist, geliebt würde." - Karl Jaspers, Psychologie der Weltanschauungen, Berlin/Heidelberg/New York 1971, Seite 124

128 "Es gibt nur zwei erhabene Dinge, den Sternenhimmel über mir und den guten Willen in mir." - Immanuel Kant in Karl Jaspers, Psychologie der Weltanschauungen, Berlin/Heidelberg/New York 1971, Seite 157

129 Werte 'wenden' sich an das Gefühl und an den Willen.

130 "Arbeit im ökonomischen Sinne ist nur diejenige Körperenergie, die bei der Beschaffung und Verwaltung von Wertdingen nach den Prinzip des kleinsten Mittels aufgewendet wird." - Vgl. Franz Oppenheimer, Grundriß der theoretischen Ökonomie, Jena 1926, Seite 14

131 Die Bewertung von Sachen heißt "Qualität", die von persönlichen Leistungen "Qualifikation".

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.