Erfahrung
Rudolf Eucken - E r f a h r u n g
p-2siehe auch Wahrnehmung, Bewußtsein, Sinne, Kausalität, Konservativ, Raum und Zeit

001 "Die Einseitigkeit des Empirikers und seine Halsstarrigkeit gegen den Kritizismus rührt vorzüglich daher, daß seine Seele in lauter Worte so eingeklemmt ist, daß sie nicht die geringste Bewegung machen kann, um eine neue Ansicht zu gewinnen. Es ist zu hoffen, daß, wenn es glückt, diese Palisaden zu durchbrechen, ihr Geist seine ursprüngliche Freiheit fühlen und sich üben wird, sie gebrauchen zu lernen." - Wilhelm Mackensen, Grundzüge einer Theorie des Abstraktionsvermögens, Halle a. d. Saale 1799, Seite 41

002 "Denn in Betracht der Natur gibt uns die Erfahrung die Regel an die Hand und ist Quell der Wahrheit; in Ansehung der sittlichen Gesetze aber ist Erfahrung (leider!) die Mutter des Scheins, und es ist höchst verwerflich, die Gesetze über das, was ich 'tun soll', von demjenigen herzunehmen, oder dadurch einschränken zu wollen, was 'getan wird'."

003 "Hätten wir keinen Sinn, als das Gehör, so würde alle Erfahrung in Tönen bestehen."

004 Die besten Erfahrungen des Lebens sind nicht käuflich, sondern hängen von unserer direkten Wahrnehmung der Welt ab.

005 "Erfahrung lehrt uns wohl, was dasei, aber nicht, daß es gar nicht anders sein könne."

006 Logisch ist alles, was unabhängig von jeder Erfahrung wahr sein soll.

007 "Beobachtung oder wie Kant sagt, das Bathos, der fruchtbare Boden der Erfahrung, ist Grundlage und Ausgangspunkt aller Erkenntnis; aber, fährt er fort: "Wenngleich alle unsere Erkenntnis 'mit der Erfahrung anhebt, so entspringt sie darum noch nicht eben alle der Erfahrung . . . Erfahrung gibt niemals ihren Urteilen wahre und strenge, sondern nur angenommene und komparative Allgemeinheit (durch Induktion), sie ist nichts anderes als eine kontinuierliche Zusammenfügung (Synthetik) der Wahrnehmungen, sie bedarf der Durchdringung mit reinen Verstandesbegriffen (Kategorien), als den wahren Stammbegriffen des reinen Verstandes, die dazu dienen, Erscheinungen zu buchstabieren, um sie als Erfahrung lesen zu können." - Rudolf Stolzmann, Liefmanns rein-psychisches System der Volkswirtschaft, Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Bd. 118, Jena 1922, Seite 13

008 "Jede der Wahrnehmungen, die unsere Erfahrung ausmachen, enthält eine zur Einheit geordnete Mannigfaltigkeit von Empfindungsqualitäten: aber diese Ordnung ist niemals nur zeit-räumlichen Charakters, sondern stets zugleich eine kategoriale; und diese beiden Ordnungen sind nicht etwa nur so miteinander verbunden, daß jede für sich bestehen könnte, sondern sie bilden eine untrennbare Einheit anschaulich-kategorialer und eben nur deshalb gegenständlicher Gestaltung des mannigfachen Inhalts."

009 Unser ganzes Denken beruht auf der Unterscheidung von Einzahl und Mehrzahl. Einen Zustand, in dem die Zahl aufgehört hat eine Bedeutung zu haben, könnten wir gar nicht verstehen.

010 "So wenig es Größe schlechthin, außer als diese oder jene Größe 'gibt', so wenig 'ist' es eine bestimmte Größe außer in Hinblick auf ein umfassendes Größensystem. Und auch das naturwissenschaftliche Experiment lehrt, indem es überall auf bestimmte Größen und Zahlen hinführt, nichts anderes, als daß die 'Erfahrung' gerade in ihrer 'Besonderheit' doch zugleich durch und durch gesetzlich 'geregelt' ist."

011 Werden Begriffe über die Erfahrung hinaus gebraucht, erzeugen sie nur Illusionen.

012 Mit den Kategorien versuchen wir die Erlebnisse in Begriffe zu pressen.

013 Unser Ich ist eine Form unserer Erfahrung und unseres Erlebens.

014 "Unsere Aussage 'Empfindung', im Gegensatz zu empfindungslosen Vorstellungen, enthält bereits ein 'Existenzialurteil'. Und dieses Urteil ist ein ausgesprochen logisches, ein Urteil, welches die Abhängigkeit aufgrund irgendwelcher logischer Erwägungen anerkennt. Die Empfindung ist kein ursprüngliches Element unserer Erfahrung. Ihre vermeintliche Unmittelbarkeit, qualitative Einfachheit und passive Natur ist vielmehr ein bloßes traditionelles Dogma und die prüfungslose Beibehaltung jenes Dogmas, welches die Empfindung als ein unauflösliches Erkenntnis- und Vorgangselement bewertet, kann nicht mehr gerechtfertigt werden."

015 Die Erfahrung fügt sich unter die Form der Kategorie.

016 Lambert kannte schon das Prinzip einer ökonomischen Wissenschaft. Seine Definition lautete: Die wissenschaftliche Erkenntnis dient dazu, "Erfahrungen überflüssig zu machen, und folglich das, was wir noch erst erfahren müßten, voraus zu bestimmen."

017 Alles Erleben ist ganzheitlich.

018 Erlebnisse sind bedeutsam.

019 In der Existenzweise des Habens herrscht das tote Wort, in der des Seins die lebendige Erfahrung, für die es keinen Ausdruck gibt.

020 Die Bewußtseinseinheit ist keine erschlossene, sondern eine unmittelbar erlebte.

021 Die Aktualitätstheorie soll eine Absage an die Substanz sein. Sie betont den Geschehens-, Ereignis- oder Verlaufscharakter des psychologischen Gegenstandes.

022 "Alle psychischen Tatsachen sind Ereignisse, nicht Gegenstände; sie verlaufen wie alle Ereignisse in der Zeit und sind in keinem folgenden Momente die nämlichen, wie sie im vorangegangenen waren."

023 Der Tod selbst ist keine Erfahrung, sondern die Grenze aller Erfahrung.

024 Die wissenschaftliche Zeit ist eine andere, als die erlebte.

025 "Die physikalische Wirklichkeit übertrifft an Umfang die Erlebniswirklichkeit ungeheuer: sie erweitert ihre Ausdehnung bis zu den fernsten Gestirnen und Nebelflecken, sie vermannigfacht ihre Zusammensetzung bis zu den Elektronen, sie umfaßt die nicht erlebbaren magnetischen Vorgänge, die unsichtbaren Strahlen; aber zugleich bleibt sie an innerem Reichtum hinter der Erlebniswirklichkeit weit zurück: ihr fehlt die Mannigfaltigkeit der Sinnesempfindungen, die Wärme und Bewegtheit der Gefühle, der Gegensatz von Wert und Unwert, ja das Subjekt, das Erleben und schließlich das Leben selbst."

026 Erfahrung ist immer subjektiv.

027 Es gibt keine beharrende Einheit, wie sie uns der Begriff "Bewußtsein" vorspiegelt. Die reine Erfahrung befindet sich in stetem Wandel. Gegeben ist nur die ursprüngliche Vielfalt der Erlebnisse.

028 "Wie die körperliche, so ist auch die seelische Welt nur eine abstrakte Begriffsbildung der Erkenntnis; sie sind beide etwas gedanklich Geschaffenes, begrifflich herausgelöst aus dem einheitlichen Tatbestand unseres Erlebens, Reflexionspunkte, aber nicht Arten von Realität."

029 "Alle Zählung geht letzten Endes auf Zählung einer zeitlichen Reihe von Erlebnissen zurück."

030 Erfahrung bringt immer ein irrationales, logisch nicht legitimierbares Element des Wissens mit sich.

031 Der Unerfahrene lernt nur, er erkennt nicht.

032 Das Betätigungsfeld ist der Erfahrungsraum.

033 "Die wirkliche Erfahrung besteht darin ein Mensch zu sein und es kommt nur darauf an zu leben."

034 Wissen ist immer von Erfahrung abhängig.

035 Kontinuität der Erfahrung.

036 Die Sprache beeinflußt die Wahrnehmung, als auch die Organisation der Erfahrung.

037 Die Dinge ansich sind der Erfahrung nicht zugänglich.

038 So etwas wie eine reine Denkerfahrung gibt es nicht.

039 Die Verallgemeinerung führt über die Grenzen der Erfahrung hinaus.

040 Die Erfahrung stellt die Einheit der Erfahrung her und ist in der Identität des Ich verankert.

041 Der Zusammenhang des Erlebens ergibt sich unter der Kategorie der Bedeutung. Bedeutung gibt es nur in einem Sinnzusammenhang.

042 Alles Wissen muß von der unmittelbaren Erfahrung ausgehen.

043 Individualität ist die Aufspaltung der Erfahrung in Subjekt und Objekt.

044 Gefühle und Werthaltungen sind Tiefenerlebnisse.

045 "Mystische Erfahrung ist die Erfahrung der Archetypen."

046 Selbstvergessenheit heißt nicht Erlebnislosigkeit.

047 Man verwechselt die Ichlose Erfahrung mit Schizophrenie.

048 Unsere Erfahrung ist mit Regelmäßigkeiten durchsetzt.

049 "Worte kreisen nur wie Satelliten um das 'Unaussprechliche' der Erfahrung, können sie aber nie genau treffen."

050 Erfahrbar sind immer nur zeitliche Sachverhalte.

051 "Es gibt keine Erfahrung vom Wirklichen." (da Wirklichkeit nicht zeitlich.)

052 Wir halten das Sinneserlebnis für eine Zeichensprache der Dinge.

053 Nicht das Gehirn macht Erfahrungen, sondern 'Ich' mache Erfahrungen, nicht mein Zahn hat Schmerzen, sondern 'Ich' habe Schmerzen. Der Mensch leidet immer als Ganzes.

054 Wirklichkeit wird erlebt, das Sein gedacht.

055 Das Erleben ist stetig, das Bewußtsein lückenhaft.

056 Inneres Erleben und äußeres Geschehen sind die beiden Pole der Wirklichkeit.

057 Nach der rationalistischen Definition soll es ja möglich sein, durch reines Denken (d.h. unabhängig von aller Erfahrung) absolut gewisse Erkenntnisse über die Wirklichkeit zu gewinnen.

058 Nur aus der Erfahrung kann Bedeutung gewonnen werden.

059 Bedeutungen werden erlebt, nicht aber Sachverhalte.

060 Erfahrung ist Empirie.

061 Eine Erfahrung ohne Theorie ist genauso unverständlich, wie eine Theorie ohne Erfahrung.

062 Alle Erfahrung hat die Tendenz sich ins Allgemeine und Grundsätzliche auszuweiten.

063 In der religiösen Erfahrung überschreitet das Ich die Grenzen seiner Endlichkeit.

064 Regelmäßige Wahrnehmung wird als Erfahrung kapitalisiert.

065 Erfahrung, die nicht durch eine bestimmte Methode geleitet ist, bleibt ein blindes Herumtappen.

066 Erfahrungen werden gedeutet.

067 Alle Erfahrungen, die wir machen sind nichts als eine Variation dessen, was uns bereits bekannt ist.

068 Das Wort "Welt" bezieht sich auf nichts Erfahrbares.

069 Allgemeingültigkeit basiert auf der Zerstörung des Besonderen, eliminiert alles, was differiert und macht eine Erfahrung, die keine mehr ist, zur einzig zugelassenen Form von Erfahrung.

070 Keine Erfahrung kann den Inhalt dieser Welt ausschöpfen.

071 Angst als die Grunderfahrung von Bedeutung.

072 Jede Erfahrung entsteht dadurch, daß das menschliche Denken sich den Kategorien von Zeit-, Raum und Kausalität unterordnet.

073 Psychologie als Logik der Erfahrung.

074 Im Augenblick des Todes macht die Seele die gleichen Erfahrungen, wie diejenigen, die in die großen Mysterien eingeweiht werden.

075 Eine Idee ist keine Erfahrung.

076 Religiöse Erfahrung spiegelt eine Wirklichkeit wider, die das Denken überschreitet.

077 Wer nur wenig aus seinen Erfahrungen lernt wiederholt sich laufend in seinem Denken und Handeln.

078 Wirklichkeit ist ein wissenschaftlicher Ersatz für Erlebnis.

079 Kein Erlebnis hat seinesgleichen.

080 Gesetzlichkeit ist die Voraussetzung der Erfahrung.

081 Begriffe dienen nur der mehr oder weniger adäquaten Darstellung unserer Erfahrung. Darüber hinaus haben sie keinerlei Legitimation.

082 Die Erfahrungswelt zerfällt in die beiden grundsätzlich verschiedenen Gebiete des Psychischen und Physischen, die Welt des Bewußtseins und die Welt der Bewegung.

083 Was in der Wissenschaft Erfahrung heißt ist machtförmige Erfahrung.

084 Mystik als Erfahrung einer Einheit, die nicht mehr weiter hinterfragbar ist.

085 Erfahren als reales Handeln und Leiden.

086 Eine Erfahrung läßt sich auch durch das umfänglichste Wissen nicht ersetzen.

087 Das Bedürfnis Erfahrung zu ordnen und zu deuten.

088 Wir können unterschiedliche Erfahrungen nicht zu ein und derselben Zeit machen.

089 "Jede Generation vergißt die Erfahrung der früheren."

090 Das konkrete Leben kann in keine Allgemeinheit übergeführt werden.

091 Kants Problem ist: Wie ist Erfahrung möglich?

092 Vom Unendlichen können wir keine Erfahrung haben.

093 Im Schmerz liegt tausendmal mehr Erlebnis beschlossen, als im Vergnügen.

094 "Mit transpersonaler Erfahrung bezeichnet Stan Grof ein Gefühl des Menschen, das über die normalen und gewöhnlichen Bewußtseinsgrenzen hinausführt."

095 Erfahrung und Denken stehen sich feindlich gegenüber.

096 Die Kausalität gilt nur innerhalb der Grenzen sinnlicher Erfahrung.

097 Wir pflegen altvertraute Impressionen und frühere Erfahrungen auf neue Empfindungen aufzupfropfen.

098 Alle Erkenntnis durch Sinne und Erfahrung ist nichts als Schein.

099 Menschliche Freiheit ist einfach eine Erfahrungstatsache.

100 Die Erfahrung stimmt skeptisch, Handeln aber erfordert Zuversicht.

101 Die Ungedecktheit nicht reglementierter geistiger Erfahrung.

102 Nicht erlebt, sondern nur erschlossen.

103 Erfahrung (Wahrnehmung) ist unmittelbarer Sinnvollzug.

104 Beobachtungen sind immer schon Interpretationen im Lichte gemachter Erfahrungen.

105 Gesetze sind ökonomische Zusammenfassungen von Erfahrungen.

106 Die Relation zwischen Ursache und Wirkung ist die Bedingung aller Erfahrung.

107 "Erfahrung ist der Name, den wir den Fehlern geben, die wir gemacht haben."

108 "Kein Erlebnis ist bewußt und kein Bewußtsein kann etwas erleben."

109 "... da die "Zeit" eine Kategorie sowohl der äußeren als auch der inneren Erfahrung ist und daher Unzeitliches auch undenkbar ist und da ohne Annahme einer durchgängigen 'Regelmäßigkeit' des Geschehens, also in der Sukzession von Zuständen, nicht einmal Erfahrung ist und es daher auch kein Erkennen oder gar Verstehen geben kann."

110 Alle neuen Erfahrungen treten innerhalb eines Rahmens von gewohnten Gesichtspunkten und Anschauungen auf.

111 Der Empirismus ist die Forderung, Erkenntnis auf Erfahrung zu gründen.

112 Die gewöhnliche Erfahrung läßt sich im Rahmen der Physik beschreiben und verstehen. Die klassische Theorie des Messens bringt theoretische mit Begriffen der Alltagserfahrung zusammen. In der Quantentheorie ist das nicht möglich.

113 "Das Eigenwesen nimmt an keiner Wirklichkeit teil und gewinnt keine."

114 "Was aber alle Hoffnung abschneidet, das Kausalitätsproblem durch den Rekurs auf psychologische Erfahrung zu lösen, ist der entscheidende Umstand, daß wir auf diesem Wege immer nur zu einer 'subjektiven' Notwendigkeit des Gesetzes gelangen können. Bei der Kausalität handelt es sich aber nicht um notwendige Verknüpfung unserer Ideen, mag diese Notwendigkeit psychologisch oder logisch, eine Verknüpfung durch Assoziation, oder ein Zusammenhang von Grund und Folge sein; - sondern um die Verknüpfung einer Idee mit einem Dinge, um das Hinausgehen über die Ideen und die Verhältnisse von Ideen zu den Gegenständen selbst. Hume bestreitet nicht, daß es zwischen den Dingen notwendige Verhältnisse gebe, er beweist nur, daß diese Verhältnisse nicht unabhängig von der Erfahrung, also nicht aus reinen Begriffen erkannt werden können. Auf diesem Punkte erwartet er seinen Gegner, es ist der Punkt seiner Kausalitätstheorie, den keiner vor Kant überhaupt gesehen hatte. Tetens selbst gesteht am Schlusse seiner Auseinandersetzung mit Hume, wir haben keine andere Idee von der objektivischen Verursachung als die innere subjektivische Verursachung im Verstande, also, fügen wir hinzu, hat Hume Recht behalten! Kant erklärt in der Vorrede zur Kritik der praktischen Vernunft, Hume würde sich bei einer solchen subjektiven Notwendigkeit, "sehr wohl befinden, denn er verlangte nichts mehr, als daß statt aller objektiven Bedeutung der Notwendigkeit im Begriffe der Ursache, eine bloß subjektive, nämlich 'Gewohnheit' angenommen werde." Dies ist indes nur zum Teil richtig. Hume hat sich nicht mit der Berufung auf subjektive Notwendigkeit zufrieden gegeben, sondern diese Notwendigkeit aus einem objektiven Verhältnis, nämlich der Beständigkeit der gleichen Folge unter gleichen Voraussetzungen, erklärt. Die Gewohnheit, weit entfernt, das Kausalverhältnis zu erschöpfen, ist selbst eine Folge beständiger Sukzession, und diese eine vera causa, deren Stattfinden in der Erfahrung nachweisbar ist. Aus der objektiven Seite der Kausalverbindung leitet Hume den Eindruck der Überzeugung oder des Glaubens, infolge der Gewohnheit, als die subjektive Notwendigkeit der ursächlichen Schlüsse ab, also ist die letztere das Problem, das er löst, nicht eine Ausflucht, bei der er sich zufriedenstellt."

115 Kategorien sind die Bedingung von Erfahrung.

116 Für den Empirismus ist die Sinneserfahrung ein besseres Abbild der Welt, als das reine Denken.

117 Erfahrung ist überwiegend schmerzliche und unangenehme Erfahrung.

118 Reine Erfahrung und reines Denken sind begriffliche Fiktionen.

119 Nicht durch theoretische Erörterungen, sondern lebendige, freudige oder traurige Erfahrung.

120 Sinnerfahrung heißt Glück oder Schmerz.

121 "Das Erlebnis steht nicht als ein Objekt der Auffassung gegenüber."

122 Ich sage nicht, daß ich meine gegenwärtige Erfahrung 'bin', sondern, daß ich sie 'mache'.

123 Der Zeitverlauf ist im strengen Sinn nicht erlebbar.

124 "Mit dem Erleben aber treten wir aus der Welt der physischen Phänomene in das Reich der geistigen Wirklichkeit."

125 Der individuelle Mensch wird nicht gedacht, sondern sinnlich erlebt.

126 Ohne rationale Struktur als Gerüst ist überhaupt keine Erfahrung möglich.

127 "Die Erfahrung der Außenwelt ist immer durch besondere Sinnesorgane und Nervenbahnen vermittelt. In diesem Maße sind Objekte meine Produkte, und meine Erfahrung von ihnen ist subjektiv, nicht objektiv."

128 "Denn Erfahrung selbst kann nie Wissenschaft sein. Sie steht in einem unaufhebbaren Gegensatz zum Wissen."

129 "Streng genommen kann man die selbe Erfahrung nicht zweimal machen".

130 Glück ist ein Reichtum an persönlicher Erfahrung.

131 Was wir Erfahrung nennen, ist im Gegensatz zur Aktivität des Denkens, Passivität.

132 Allen empiristischen Richtungen ist die ausschließliche Anerkennung der Erfahrung als Quelle der Erkenntnis des Wirklichen gemeinsam. Die Empfindung schien zwingend real und als einzige Gewähr von Objektivität.

133 "Es gibt keine objektive Erfahrung."

134 "Die Erfahrung besetzt diejenigen Punkte, die durch das sozial bestimmte Kategoriensystem freigegeben wird."

135 Die unmittelbaren Erlebnisse sind nur 'einmal' unmittelbar gegeben, sie sind einmalig.

136 "Die Entscheidungen über unsere Basissätze sind nicht durch unsere Erlebnisse 'begründet', sondern logisch betrachtet willkürliche Festsetzungen."

137 Es gibt keine reine Erfahrung.

138 Die Erfahrung ist eine Synthese der Wahrnehmungen, die selbst nicht in der Wahrnehmung enthalten sind.

139 In der Erfahrung wird immer nur das faktisch Seiende konstatiert, nie aber das Seinsollende ermittelt.

140 Tolstoi hat es immer für unanständig gehalten aus Erfahrungen zu lernen. Was sein soll bestimmt sich aus vernünftigen Überlegungen, die gemachte Erfahrungen zwar berücksichtigen, aber nicht verabsolutieren. Das Mögliche verlangt auch die Bereitschaft zum Risiko.

141 "War es nicht das, was manche Philosophen sagen ließ, eigentlich sollte die Philosophie mit einem unartikulierten Laut beginnen? Ein Laut, der gleichsam auf das Erlebnis des Augenblicks hinweisen soll. Dies Erlebnis ist das Realste, das es gibt - und doch spottet es jeder Beschreibung in Worten."

142 Alle Erlebnisse sind Bewußtseinserlebnisse.

143 Erkenntnis ohne Erfahrung, d.h. aus Begriffen.

144 "So sind Abstraktionen und die unveränderte abstrakte 'Realität' Formen verfestigter früherer Erfahrung."

145 Psychologie als Wissenschaft von den Tatsachen der inneren Erfahrung.

146 "Was immer du als wirklich erlebst, ist, zeitlich betrachtet, in der Gegenwart."

147 Freiheit gibt es nur subjektiv im Erlebnis.

148 Im Zentrum der Mystik steht das Erlebnis.

149 In der Sprache repräsentieren wir unsere Erfahrung.

150 Generalisierungen sind Modelle unserer Erfahrung.

151 Die Abstraktionen erscheinen im neurotischen Erleben als primär.

152 "Jede Erfahrung, die diesen Namen verdient, durchkreuzt eine Erwartung."

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.