Gewalt
Walter Benjamin - Zur Kritik der Gewalt
siehe auch Macht, Herrschaft, Unterdrückung, Konflikt, Gegensatz, Widerstand

001 Demut ist der Mut auf Gewalt zu verzichten.

002 Gewalt ist eine Verhältnisgröße.

003 Das entscheidende Gewaltverhältnis ist nach wie vor die private Aneignung des Mehrwerts.

004 Übergang von Konflikt zur Gewalt

005 Im Recht wird der Zustand, der sich durch Gewaltanwendung ergeben hat, auf Dauer gestellt und in Herrschaft verwandelt.

006 Es besteht die zunehmende Tendenz für Gewaltzwecke Rechtszwecke einzusetzen.

007 Kapital ist die Gewalt über fremde Arbeit.

008 Das Wort besitzt geistliche Gewalt.

009 Gewalt kommt keine Permanenz zu, Gewalt kann immer nur Durchgangspunkt sein.

010 Gewalt ist weder legitimationsfähig, noch legitimationsbedürftig.

011 Jeder Staat ist auf Gewalt gegründet.

012 An die Stelle der Gewaltausübung tritt ihre bloße Androhung. Die Gewalt wird gleichsam latent.

013 Gewalt wird durch die Rechtsordnung zur Rechtsgewalt verformt.

014 Die Unsichtbarkeit und Anonymität der "Partner" in den Gewaltverhältnissen wird zur realen Gewalt über das Bewußtsein.

015 Alle Gewalt beruth letzten Endes auf der Macht zu töten.

016 Die gesellschaftliche Hierarchie beruth letztendlich auf der Gewalt wie sehr sie auch legalistisch verhüllt sein mag.

017 Das Gewaltmonopol ist 'das' Identitätsprinzip des modernen, bürgerlichen Staates.

018 Im Bewußtsein der Relativitäten findet man nicht den Mut, Gewalt anzuwenden.

019 Gewalt ist zwingender und unmittelbarer als die Macht.

020 Schwert und Geist sind die beiden Urgegensätze der Menschheit.

021 Auf die Dauer ist die Gewalt unfähig irgend etwas wirklich zu organisieren und muß deshalb früher oder später dem Geist weichen.

022 "Wer der Gewalt bedarf, um seiner Wahrheit zum Sieg zu verhelfen, wird sie schwerlich entbehren können, um neue Wahrheiten zu unterdrücken."

023 Der Staat ist nichts weiter, als die Systematisierung von Gewalt.

024 Nackte Gewalt ist unvermittelt, legitimierte Herrschaft vermittelt.

025 Gewalt läßt sich nicht rechtfertigen, sei es durch institutionelle oder rebellische, es sei denn durch Gewalt.

026 Es muß auch die lautlose Gewalt besiegt werden, die wehrlosen Menschen den Ausweg aus ihrem Elend verbaut.

027 "Du sollst dich dem Bösen nicht mit welcher Gewalt auch immer widersetzen."

028 Solange einige Menschen - welche Gewalt auch immer - ausüben möchten, kann es keine völlige Freiheit geben.

029 Wer, welche Gewalt auch immer, nicht bekämpft, macht sich an ihr schuldig.

030 Alle politische Gewalt schafft unausweichlich für die Menschen, die sie ausüben, eine privilegierte Situation.

031 Das Recht Gewalt gegen Gewalt einzusetzen ist das Recht auf Widerstand.

032 Einsicht und Liebe haben einen gemeinsamen Gegner: die Gewalt.

033 Die Gewalt ist eine Teufelsmacht.

034 Wo im Recht die Möglichkeit der Zustimmung aufhört, da verkehrt sich Recht in Unrecht und rechtlicher Zwang in Gewalt.

035 Wir unterliegen alle der sanften Gewalt des Wohlstands.

036 Jedes Eigentum bedeutet eine Gewalttätigkeit.

037 Wir müssen lernen, Gegensätze anders auszutragen als mit welcher Gewalt auch immer.

038 Die Menschen sind entweder durch Gewalt, oder durch Täuschung zur Knechtschaft gebracht.

039 "Gewalt ist der Geburtsheber jeder alten Gesellschaft, die mit einer neuen schwanger geht."

040 Die Zeitrechnung ist wahrscheinlich die oberste symbolische Gewalt.

041 Kein noch so edles Gesetz rechtfertigt die Gewaltanwendung auch nur gegen einen einzigen Menschen.

042 Die Gewalt des verdrängten und abgeschiedenen Lebens.

043 Gewalt gegen Personen muß von der Gewalt gegen Sachen unterschieden werden. Leben ist ein höherwertiges Rechtsgut als Eigentum.

044 Geld ist Gewalt.

045 Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt.

046 Gewaltanwendung bedeutet immer, daß eine Gruppe ihren Standpunkt und nur für ihren Standpunkt als richtig verabsolutiert. Womit die Gewaltanwendung als Notwehr wieder gerechtfertigt wäre.

047 Wo Gewalt ist, ist nicht Recht. Wo Recht ist, richtet es sich gegen Willkür.

048 Unterscheidung von direkter und indirekter Gewalt: physische Gewalt als Schmerzzufügung ist personal; indirekte Gewalt als Ungleichheit stille Unterdrückung und Ungerechtigkeit ist strukturell.

049 "Strukturelle Gewalt als vermeidbare Umweltbedingung, die ohne sichtbaren Akteur die körperliche und geistige Entfaltung von Menschen behindern."

050 "Der Sieg der Gewalt beruth auf der Produktion von Waffen, und diese wieder auf der Produktion überhaupt."

051 Der stumme Zwang der ökonomischen Verhältnisse.

052 Gewalt kann immer nur im Sinne eines Angriffs angewendet werden.

053 Alle Herrschaft ist Gewalt. Wo immer Gewalt ist, da ist Ungerechtigkeit.

054 Gewalttätigkeit hat einen größeren Markt als Sex.

055 "In absolutistischen Systemen ist der Herrscher sichtbar und greifbar. Der wahre Despotismus der republikanischen Institutionen geht sehr viel tiefer, ist verninnerlicht, denn er beruth auf der allgemeinen Illusion von Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Darauf gründet sich die demokratische Tyrannei, und mit einer Kugel kann man sie nicht treffen. Im modernen Kapitalismus ist nicht so sehr die politische Unterdrückung der wahre Feind des Volkes, sondern vielmehr die ökonomische Ausbeutung. Die Politik ist nur ihr Handlanger. Deshalb muß der Kampf auf ökonomischem und nicht so sehr auf politischem Gebiet ausgetragen werden." - Alexander Berkmann in Emma Goldmann, Gelebtes Leben, Bd. 1, Berlin 1988, Seite 370

056 Gewalt wird allgemein mit Aggression identifiziert.

057 Die herrschende Macht sieht Gewalt nur da, wo Aktionen gegen etablierte Instanzen stattfinden.

057 strukturelle Gewalt - aktuelle Gewalt.

059 "Durch die Bürokratie wird täglich Herrschaft und Autoriät ausgeübt, weit über ihre direkten Funktionen der Gewalt und Verbrechensbekämpfung hinaus."

060 Strukturelle Gewalt ist in einer historischen Herrschaftsanalyse festzumachen.

061 Für Ordnung sorgen heißt meist Integration mit Mitteln der Gewalt herstellen.

062 Die Einheit der Gegensätze läßt sich nur mit Gewalt aufrechterhalten.

063 Gewalt steht unter dem unwiderstehlichen Zwang, wieder Gewalt zu erzeugen.

064 Physische Gewalt ist die Methode der Unwissenheit und die Waffe der Schwachen. Die Schlauen üben geistige und psychische Gewalt aus um ihre Interessen durchzusetzen.

065 Das Eigentum lebt von der Gnade des Rechts.

066 "Sind nicht die Reichen die, die Gewalt an euch üben.. ?"

067 Macht, Herrschaft, Recht, Autorität, Krieg, Terror, Aggression, Verbrechen, Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Ausbeutung und Zwang sind verschiedene Formen von Gewalt, die nur unter jeweils anderem Namen laufen.

068 Gewalt kann nur den Zweck haben, die Gewalt anderer zurückzuweisen.

069 Widersprüche werden meist gewaltsam aus der Welt geschafft.

070 "In jedem Erkennenwollen ist ein Tropfen Grausamkeit."

071 Der Bezwingung mit der Waffe muß eine zweite Unterwerfung folgen, und zwar die Unterwerfung des Geistes durch Theorien und Ideologien als Machtmittel des Geistes.

072 Die Anwendung physischer Gewalt ist immer ein unwiderlegbarer Beweis für moralische Schwäche.

073 "Die Robe verhüllt das Maschinengewehr."

074 Strukturelle Gewalt ist das Wesen der staatlichen Macht.

075 Gewalt ist eine Körperfunktion.

076 Man stellt Grundsätze von Gerechtigkeit deshalb auf, damit Gewaltanwendung vermieden wird.

077 Die Arglist tritt auf einmal an die Stelle der Gewalttätigkeit.

078 Gewalt kann auch in der Gewaltlosigkeit sein.

079 Das in der technokratischen Industriegesellschaft herrschende Realitätsverständnis und ihr Wertesystem sind so unaufdriglich durchdringend wie die Luft, die wir atmen.

080 "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus."

081 mystische Brutalität

082 Der Gedanke einer konfliktlosen Gesellschaft ist ein Gewaltakt an der menschlichen Natur.

083 Das Recht ist die Politik der Gewalt.

084 Die Gewalt allein stützt eine Regierung nicht, es bedarf dazu der Gesetze.

085 Das industrielle Produktionssystem vergewaltigt die Natur.

086 Das Hauptziel des politischen Urteils besteht darin, dem die Gewalt zu entziehen, der sie mißbraucht.

087 Zuerst kommt die Gewalt, der Gedanke zu überzeugen kommt erst später.

088 Anstatt Gewalt anwenden solltest du den Streitgegenstand lieber finanziell beseitigen oder durch Überzeugung aus dem Weg räumen.

089 Die Gewalt der Rede und die zwingende Macht der Überzeugung.

090 Revolution ist die gewaltsame Zerstörung politischer Institutionen.

091 Unrecht geschieht durch Gewalt oder durch List.

092 In der Praxis der Rechtsprechung ergeben sich Fälle, welche nach den bestehenden Gesetzen nicht behandelt werden können. Da werden sie unter analoge Fälle gerechnet und geradezu gewaltsam unter gewisse Gesetze gerechnet.

093 "Daß mit der fiktiven Analogie eine Härte begangen wird ist, unbestreitbar; ja es ist mehr, als eine Härte, es ist ein direkter Fehler, den man begeht."

094 Die logische Unmöglichkeit und Gewaltsamkeit der Annahme eines abstrakten Begriffs als Realum tut, nicht nur der Wirklichkeit, sondern auch dem Denken einen Zwang an.

095 "Der Säbel ist zwar der Säbel, aber ist nie das Recht."

096 Gewalt ist eine soziale Krankheit, physische wie psychische.

097 Eine Gesellschaft, die nicht durch brutale Gewalt zusammengehalten werden soll, muß sich auf gemeinsame Werte stützen.

098 Hinter der Macht steht die Gewalt.

099 Liebe gegen Gewalt

100 Einfügung der Gewaltsamkeit in die Ethik als Zuchtmittel.

101 "Jeder Staat wird auf Gewalt gegründet."

102 Gewalt als Mittel der Glaubensverteidigung (Glaubenskrieg)

103 "... wer mit der Politik, d.h. mit Macht und Gewaltsamkeit als Mitteln, sich einläßt, mit diabolischen Mächten einen Pakt schließt."

104 Diabolische Mächte lauern in jeder Gewaltsamkeit.

105 Die Aufgaben der Regierung beschränken sich genaugenommen auf die Aufrechterhaltung des Friedens und die Verteidigung des Volks gegen den Feind, d.h. auf die Ausübung der polizeilichen und militärischen Gewalt.

106 "Wer die absolute Gerechtigkeit auf Erden mit Gewalt herstellen will, der Bedarf dazu der Gefolgschaft."

107 Das Verstehen eines Satzes kann nicht durch Gewalt erzwungen werden. Sprachliche Kommunikation ist nur möglich, wenn Herrschaft wenigstens partiell außer Kraft gesetzt ist.

108 Töten zum Zweck des Nahrungsgewinns (Naturgesetz)

109 Gewisse Folgerungen können einem Gedanken Gewalt antun.

110 die Gewalt von Eigentumsverhältnissen.

111 "In der Überlieferung einer schon vorhandenen Sprache tritt dem denkenden Menschen die Gewalt eines schon vorgeformten Stoffes entgegen."

112 Drei Grundformen menschlicher Transaktionen: Drohsystem - Tauschsystem - Liebe

113 "Raskolnikow ist ein höherer Mensch, der unter Umständen das Recht hat zu töten."

114 Gewalt ist irrational.

115 Wer mit theologischen Fragen nicht übereinstimmte, wurde bei lebendigem Leibe verbrannt.

116 Gewaltsam ist, was seinen Ursprung außerhalb hat, und zwar so, daß der Handelnde oder Leidende keinen Einfluß darauf nehmen kann.

117 Bestialität ist die erste Naturbestimmung, Friede und Sicherheit die zweite.

118 Sittlichkeit schafft sich allein durch persönliche Überzeugung Geltung, nicht durch Gewalt.

119 Die Minderheit wird mit Gewalt zur Konformität gezwungen.

120 Einen absoluten Schutz gegen organisierte Gewalt kann es nicht geben.

121 "Es ist nichts so unwürdig, als Gewalt zu erleiden. Wer sie uns antut, macht uns nichts anderes, als die Menschheit streitig; wer sie feigerweise erleidet, wirft seine Menschheit weg."

122 Richtige Verteilung der Güter nicht durch Gewalt, sondern durch Änderung der Gesinnung.

123 Bei der gewaltsamen Verbrechensbekämpfung besteht immer die Gefahr, Unschuldige zu Opfern zu machen.

124 Politische Gegner werden offen durch Gewalt und Terror ausgeschaltet: sie werden verhaftet, mißhandelt, ermordet, in die Emigration oder Illegalität gezwungen.

125 Der Irrglaube an die Bösartigkeit ist selbst bösartig und führt möglicherweise zu Gewalt.

126 Kritik ist schon halb-gewaltsam.

127 Rechtlosigkeit ist Herrschaft der Gewalt.

128 Zur Überredung wird erst Zuflucht genommen, wenn die Macht nicht da ist, Überzeugungen anderen Menschen aufzuzwingen.

129 "Daher muß man alle Gewalttaten auf einmal begehen, damit sie weniger fühlbar waren und dadurch weniger verletzen; Wohltaten hingegen muß man nach und nach erweisen, damit sie besser wahrgenommen werden."

130 Sklaverei hat ihren Ursprung in der Gewalt, die Armut in der List.

131 Konflikte werden im allgemeinen durch Gewalt gelöst.

132 "Da aber keine Macht auf die Dauer mit reinen Gewaltmitteln aufrechterhalten werden kann, so ist sie stets gezwungen, durch eine bestimmte Ideologie ihre Ansprüche zu rechtfertigen, um ihren eigentlichen Charakter zu verschleiern."

133 Die Lust an der Gewaltausübung.

134 "Konfusion ist mächtiger, als das Schwert."

135 Vergewaltigung der Wirklichkeit im Interesse des Systemdenkens.

136 Die Widersprüche des Wirklichen werden immer mit Gewalt überwunden. Alles praktische Verändern hat ein gewaltsames Moment.

137 Der Begriff der materiellen Gewalt.

138 Die Gewalt ist ihrem Wesen nach stumm.

139 In der Rechtfertigung wird die Gewalt ein politisches Phänomen.

140 Die Gewalt hat ihre Quelle im Leiden, die Macht im Handeln.

141 "Wo die Gewalt selbst in die Politik eindringt, ist es um die Politik geschehen."

142 Die unpersönliche Macht der täglichen Notdurft ist ein Zwang, der unerbittlicher und drängender zwingt, als alle Gewalt.

143 Die Macht kann immer durch bewaffnete Gewalt zerstört werden.

144 Freiheit ist unvereinbar mit Gewalt.

145 "Es ist selbstverständlich, daß es kein legales Mittel der Emanzipation geben kann, wo doch das Gesetz ausschließlich dazu bestimmt ist, den Zustand zu verteidigen, der zerstört werden soll."

146 Eine Organisation, die mit Gewalt errichtet wurde, ist notwendigerweise von kurzer Dauer.

147 Die Macht des Verstandes gegen die Macht der Gewalt.

148 Was nicht durch Gewalt gilt, gilt durch Einsicht und Gründe.

149 Äschylus läßt Bias, die personifizierte Gewalt kein Wort reden. Sie muß stumm sein.

150 "Wird die deutsche Revolution eine trockene sein oder eine naßrote?"

151 Die Gewalt wird aus der bösen Natur der Menschen gerechtfertigt.

152 "Ultima ratio populorum." (Die Gewalt ist das letzte Mittel der Völker.)

153 Alle Praxis hat etwas gewalttätiges. Ein echter Macher scheut sich nicht, nötigenfalls Gewalt anzuwenden.

154 Es gibt keinen größeren Gegensatz als den von Recht und Gewalt.

155 Wird die Gerichtsbarkeit abgelehnt oder ist gar nicht vorhanden, so herrscht unvermeidlich Gewalt.

156 "Das Herrschen und die Macht an sich sind böse, aber es ist nötig, ihr ebenfalls machtgemäß entgegenzutreten, als kategorischer Imperativ mit dem Revolver in der Hand, wo sie nicht anders vernichtet werden kann."

157 Das Prinzip rationaler Konstruktion tut der Wirklichkeit Gewalt an.

158 Die Anarchie oder besser: die Herrschaft der reinen Gewalt.

159 "Die Gewalt, die im Namen des Rechts ausgeübt wird, Kant spricht vom Recht zu zwingen, hat den Sinn, die allgemeine Möglichkeit der Verfolgung von Zwecken auch gegen den Einzelnen zu erhalten."

160 "Der 'Staat' ist derjenige Verband, der als Monopol 'legitimer Gewaltsamkeit' in Anspruch nimmt, anders ist er nicht zu definieren. Denn: 'Widerstehet nicht dem Übel mit Gewalt' der Bergpredigt setzt er das: 'Du sollst' dem Recht ansich mit 'Gewalt' zum Siege verhelfen."

161 Gewalt und Betrug sind im Kampf die Kardinaltugenden.

162 Eine ist eine chinesische Überzeugung, daß das Schwert zwar gewinnen, doch nur der 'Logos' die Macht bewahren könne.

163 "Ihr habt das Reich auf dem Rücken der Pferde erobert, doch vom Rücken der Pferde herab werdet ihr es nie regieren können."

164 "Insofern als wir von anderen mehr abhängen, als sie von uns, mehr auf andere angewiesen sind, als sie auf uns, haben sie Macht über uns, ob wir nun durch nackte Gewalt von ihnen abhängig geworden sind oder durch unsere Liebe oder durch unser Bedürfnis geliebt zu werden."

165 In der wissenschaftlichen Rationalität vollendet sich etwas, das sich schon seit den griechischen Anfängen ankündigte, nämlich der jeglicher Rationalität innewohnende Machtwille, die in jeglichem positiven und mittelbaren Wissen lauernde Gewalt.

166 Schußwaffen wirken auf Entfernung, ermöglichen einen 'abstrakten Abstand'. "Kein geistig gesunder Mensch würde auch nur auf die Hasenjagd gehen, mußte er das Wild mit Zähnen und Fingernägeln töten."

167 Anonymität trägt viel dazu bei, Aggression zu erleichtern.

168 "Jede Systematik wirkt geradlinig."

169 Objektivität wird nur allzuleicht als geistige Gewalt gegen andere benützt.

170 Der Markt ist ein Mechanismus, dem sich alle unterwerfen.

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.