Zeit und Raum
Friedrich Schumann - Zur Psychologie der Zeitanschauung
siehe auch Kausalität, Gegenwart, Wahrnehmung, Bewußtsein, Relativismus, Ordnung, Tod

001 "Das Zeitmaß ist immer nur ein äußerer Multiplikator für eine Werteinheit, die vorher gefunden werden muß." - Rudolf Stolzmann, Die Kritik des Objektivismus, Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, III. Folge, Bd. 49, Seite 161, Jena 1914

002 Die objektive Welt ergibt sich aus dem objektiven Raum und der objektiven Zeit.

003 Kant lehrte ganz entschieden die Subjektivität von Raum und Zeit.

004 Ein Substantiv ist nicht an die Zeitform gebunden.

005 "Der Körper ist stets in der Zeit, die Seele stets zeitlos." - Huxley, Aldous; Die ewige Philosophie; München 1987; Seite 228

006 "Es gibt nichts Räumlich-Zeitliches, das nicht der Idee des Mechanismus unterläge." - Jaspers, Karl; Psychologie der Weltanschauungen; Berlin/Heidelberg/New York 1971; Seite 471

007 Was wir an Raum und Zeit so schätzen, ist ihre Berechenbarkeit.

008 Die menschlichen Sinnesorgane können nur Informationen von Unterschieden empfangen und diese Unterschiede müssen in Form von zeitlichen Ereignissen erfolgen.

009 Für die 'wirkliche' Zeit gibt es keinerlei rationale Basis. Jede Maßeinheit für die Zeit ist vollkommen willkürlich.

010 Vor Hume wurden Raum, Zeit und Kausalität als unbedingte Gesetze von allgemeiner Gültigkeit behandelt.

011 Überall, wo etwas in begrenzter Menge vorhanden ist, wird der Faktor Zeit ausschlaggebend.

012 Parmenides erkennt das Sein und damit die Zeit im mystischen Sinne als einzigartig, unbewegt und zusammenhängend.

013 "Das bedeutet, daß die Erkenntnis ein Sieg über die Macht der Zeit ist." - Berdjajew, Nikolai; Das Ich und die Welt der Objekte; Darmstadt 1933; Seite 181

014 Nur was Anfang und Ende hat, kann gemessen werden.

015 Kant erwies die Idealität der Objekte aus der Idealität von Zeit und Raum.

016 Logik ist zeitlos während bei der Kausalität Zeit im Spiele ist.

017 Man kann nicht von Zeit, Raum und Kausalität ausgehen, um eine Theorie der objektiven Wirklichkeit zu formulieren.

018 Raum, Zeit und Kausalität sind die Grundbegriffe unseres Denkens.

019 Die Quantentheorie kann nicht mit unseren Vorstellungen von Zeit, Raum und Kausalität interpretiert werden.

020 Eine Aufhebung der Zeit bedeutet eine Aufhebung der Gegenständlichkeit.

021 Längere (Lupe) oder kürzere Zeit (Raffer) bringt veränderte Wirklichkeit mit sich.

022 Identität gibt es nur, wo von den konkreten Unterschieden in der Zeit abgesehen wird.

023 "Zeit ist ein Trick, mit dem die Natur dafür sorgt, daß nicht alles auf einmal geschieht." - J. C. Jacobs in Dossey, Larry; Die Medizin von Raum und Zeit; Reinbek 1987; Seite 48

024 Es ist unmöglich ein Individuum zu identifizieren, wenn man es nicht raum-zeitlich lokalisieren kann.

025 "Das Allgemeine ist immer und überall." - Thomas Aquinus, Summa Theologica, P. I. Qu. 46, Art 2

026 Für ein Kind sind zwei Monate Ferien eine Ewigkeit, für einen Greis vielleicht ein paar Minuten.

027 Die Sprache erschließt uns die Welt in den drei Dimensionen der Zeit.

028 Die Zeugung findet am Ende und an der Grenze der Zeit statt.

029 "Gott macht sich lustig über den Menschen, wenn er sich das Problem der Zeit stellt." - Augustinus in Suzuki, Daisetz T.; Der westliche und der östliche Weg; Ffm/Berlin/Wien 1980; Seite 62

030 "Doch so gewiß aus Zukunft Vergangenheit wird, so gewiß wird Vergangenheit wieder Zukunft." - Leguin, Ursula K.; Planet der Habenichtse; München 1979; Seite 85

031 die Zeit vergeht

032 Wenn das Vergehen der Zeit eine Eigenschaft das menschlichen Bewußtseins ist, sind Vergangenheit und Zukunft geistige Funktionen.

033 Der Raum ist ein Ozean von Informationen, aus dem man praktisch überall Millionen von Informationselementen herausfischen kann.

034 Die Zeit ist der Faden geworden von der Geburt bis zum Tod.

035 "Nun ist vor Gott keine Zeit, weder heute, morgen, vergangen oder zukünftig, sondern allein ein bloßes Jetzt." - Sebastian Franck, Paradoxa, 19-22, 1534

036 Für den gewöhnlichen Wirklichkeitsbegriff gilt zunächst die Zeit und Raumanschauung als primäres gemeinsames Fundament.

037 Die Fortdauer hebt die Freiheit auf.

038 "Je mehr sich die fiktive Zeit durch den von ihr geschaffenen fiktiven Raum ergänzt, umso mehr nähern wir uns dem Stand der Dinge, dem reinen Tauschwert." - Vaneigem, Raoul; Handbuch der Lebenskunst für die junge Generation; Hamburg 1977; Seite 227

039 Eile mit Weile.

040 Alles Erkennen ist zeitgebunden.

041 Es ist der Zeit wesentlich, sich stets zu bilden und nie zu sein.

042 "Die Arbeit dehnt sich aus, bis sie die zur Verfügung stehende Zeit ausfüllt." - Parkinsons Gesetz

043 Nicht alle Sprachen sind so deutlich nach der Zeit orientiert, wie die englische und die deutsche.

044 Im Unbewußten währen alle Zeiträume den gleichen kurzen Augenblick.

045 Auf der Ebene der Elementarteilchen zirkuliert die Zeit gleichzeitig in zwei Richtungen: auf die Zukunft und auf die Vergangenheit zu.

046 Die absolute Objektivität des Raums galt als sicher, d.h. niemand zweifelte, daß die Räumlichkeit auch losgelöst vom vorstellenden Ich da ist.

047 "Die Zeitverkürzung, die im Orgasmus ihr Maximum erreicht, wie die Zeitdehnung in der Folterqual." - Jünger, Ernst; Annäherungen; Ffm/Berlin/Wien 1980; Seite 134

048 "die Struktur als Nicht-Raum und Nicht-Zeit." - Philippe Nemo in Schiwy, Günther; Kulturrevolution und Neue Philosophen; Reinbek 1978; Seite 80

049 "Ich befand mich hinter meinen geschlossenen Liedern in einem Hohlraum voll ziegelroter Ornamente und zugleich im Weltmittelpunkt der vollkommenen Windstille. Ich wußte: alles war gut - der Grund und der Urgrund von allem war gut. Aber ich begriff im gleichen Augenblick auch das Leiden und den Ekel, die Mißstimmungen und Mißverständnisse des gewöhnlichen Lebens: dort ist man nie 'ganz', sondern zerteilt, zerhackt und zerspalten in die winzigen Scherben der Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Wochen und Jahre; man ist dort ein Sklave des Molochs Zeit, der einen stückchenweise auffrißt; man ist zu Stammeln, Stümperei und Stückwerk verdammt." - Rudolf Gelpke in Hofmann, Albert; LSD - mein Sorgenkind; Ffm/Berlin/Wien 1982; Seite 135

050 Raum Zeit und Kausalität sind keine Eigenschaften der Gegenstände, sondern müssen dem menschlichen Geist zugesprochen werden.

051 Gegen Ende des Mittelalters begann der Geist der Unrast um sich zu greifen. Die Minuten wurden kostbar. Es war symptomatisch für das neue Zeitgefühl, daß die Kirchturmuhren auf einmal alle Viertelstunden schlugen.

052 Nach der Relativitätstheorie ist die Zeit eine Funktion des Orts.

053 Der Informationsgehalt der Abstraktion ist überzeitlich, also ohne raumzeitliche Beschränkung.

054 Absolut heißt losgelöst von Zeit und Raum.

055 Es gibt keine andere Zeit, als die Gegenwart.

056 "Die Zeit wird nicht bezwungen auf den Grenzgängen, doch wird von dort aus vorausgesehen, daß sie bezwungen werden kann. Das war von jeher für uns frohe Botschaft, eleusinisches Licht." - Jünger, Ernst; Annäherungen; Ffm/Berlin/Wien 1980; Seite 51

057 "Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt." - Wittgenstein, Ludwig; Philosophische Untersuchungen; Ffm 1977; Seite 113

058 "Alles Räumliche zeitlich auszudrücken ist vielleicht eine der wichtigsten Aufgabe kommender Menschen. Denn all unsere Sprache ist quantitativ Raumsprache, qualitativ Gesichtssprache - der Baum, der Mensch, das Säugetier, all diese Begriffe und erst recht die konkreten sind auf Gesichtswahrnehmungen aufgebaut - es wäre gut, mit Hilfe des Gehörs alle Welt einmal zeitlich zu vernehmen und zu sagen." - Landauer, Gustav; Skepsis und Mystik; Münster/Wetzlar 1978; Seite 15

058 Das innere Leben geschieht, auch wenn es den Raum abgetan hat, immer noch in der Zeit.

059 "In den Brillengläsern der Macht ist jede Zukunft nur wiederholte Vergangenheit." - Vaneigem, Raoul; Handbuch der Lebenskunst für die junge Generation; Hamburg 1977; Seite 229

060 Zeitlichkeit ist Vergänglichkeit = Tod

061 Die Zeit ist die Grundmacht des Daseins.

062 Die Schleife ist das Zeichen für das Unendliche.

063 "Die Zeit soll aufgehoben werden, doch sie hat ein furchtbares Gewicht." - Jünger, Ernst; Annäherungen; Ffm/Berlin/Wien 1980; Seite 132

064 Die Zeit ist wertvoller, als jeder andere Besitz.

065 Der Mohn hat die Eigenschaft die Zeit fast endlos auszudehnen.

066 "Alle Geschwindigkeit, soweit sie in den Bereich der Macht gehört, ist eine des Ereilens und Ergreifung." - Canetti, Elias; Masse und Macht; Ffm 1981; Seite 315

079 Für Heidegger ist Zeitlichkeit die Grundstruktur des menschlichen Daseins. - Canetti, Elias; Masse und Macht; Ffm 1981; Seite 315

067 Kunst beabsichtigt überzeitliche Information.

068 der Archetypus als ewige Raum-Zeit-Gestalt

069 Im Urchaos spielen Raum und Zeit, sowie die Sprache noch keine bedeutende Rolle.

070 Zeit und Raum sind bloße Formen sinnlicher Anschauung.

071 Die drei Einheiten des Dramas: Zeit, Ort und Handlung.

072 Es ist irgendwie sinnlos, über die Kategorien von Raum und Zeit hinauszudenken, weil wir nicht denken und deshalb auch nicht fragen können, ohne Raum und Zeit immer schon vorauszusetzen.

073 Die größte reale kosmische Entfernung liegt für den Menschen in der Größenordnung von 13 Milliarden Lichtjahren.

074 Die Zeit steht in Relation zum Raum.

075 Keine Mensch kann sich die Krümmung eines Raumes vorstellen.

076 Pforten der Wahrnehmung (Doors of Perception) - Aldous Huxley

077 Wenn wir Raum und Zeit überwinden, gelangen wir zu neuen Ausblicken und Erkenntnissen im Weltraum der Seele.

078 die Realitäten der Zeit

080 Die Ideen befinden sich außerhalb des Raums und außerhalb der Zeit und sind ewig. (Produkt unseres Verstandes),

081 Das Elektron ist gleichzeitig Korpuskel und Welle.

082 Je mehr Angst, desto weniger verflüchtigt sich die Zeit.

083 Das wahre Selbst, das als absolute Subjektivität frei über Raum und Zeit verfügt, kennt keine Zweiheit wie Verfall und Nicht-Verfall.

084 Vor der Relativitäts- und Quantentheorie schien den Begriffen von Raum und Zeit nichts Problematisches anzuhaften.

085 Die Zeit ist eine Dimension des Raums.

086 Einstein nahm der Zeit und dem Raum ihre kausale Absolutheit, die ihnen Newton verliehen hatte.

087 "Ich schreite kaum - doch wähn' ich mich schon weit. Du siehst mein Sohn, zum Raum wird hier die Zeit." - Parsifal

088 Ohne Ort kein Ding.

089 Politische Ideologien behaupten, daß alle menschlichen Bedürfnisse in der Welt des Raumes und der Zeit befriedigt werden könnten.

090 Der Anfang ist das in der Zeit beginnende Denken.

091 Die Zeit besitzt nicht nur Quantität, sondern auch Qualität.

092 Raum und Zeit stehen in Zusammenhang mit psychischen Bedingungen und existieren nicht an sich, sondern werden durch das Bewußtsein gesetzt.

093 Im äußeren Weltraum fließt die Zeit auch rückwärts.

094 "Wem Zeit ist wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit, der ist befreit von allem Streit." - Jakob Böhme

095 Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft - Gleichzeitigkeit

096 Atome sind offenbar keine Dinge mehr. Wenn man zu den Atomen hinabsteigt, gibt es keine objektive Welt in Zeit und Raum mehr.

097 Der Geist hat keinen Ort im Raum.

098 "Die Ordnung der Zeit regelt alle gemeinsamen Aktivitäten der Menschen. Man könnte sagen, daß die Ordnung der Zeit das vornehmste Attribut aller Herrschaft ist." - Canetti, Elias; Masse und Macht; Ffm 1981; Seite 445

099 Wenn wir sagen ein Ding existiert, dann meinen wir damit seine Existenz in der Zeit. Aber es gibt keine Zeit im dreidimensionalen Raum. Die Zeit, wie wir sie fühlen, ist die vierte Dimension.

100 Der Geist kann nicht durch die Zeit vernichtet werden.

101 Der Augenblick als unendlich kleiner Übergang.

102 Wissen ist stofflich und begrenzt, d.h. daß es an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit nur eine begrenzte Menge davon gibt.

103 "Die Zeitrechnung ist wahrscheinlich die oberste 'symbolische Gewalt' im Alltag." - Pross, Harry; Zwänge - Essay über symbolische Gewalt; Berlin 1981; Seite 73

104 Befreiung von der Tyrannei von Vater Chronos.

105 Wer alte Leute besucht hat oft den Eindruck, daß bei ihnen die Zeit stehen geblieben ist.

106 "Weil jede bestehende Ordnung empirisch eine Konstellation von Zeichen ist, braucht sie Interpretation in der Zeit." - Pross, Harry; Zwänge - Essay über symbolische Gewalt; Berlin 1981; Seite 110

107 Soziologische Zeit (Geschichte)

108 Mathematische Zeit (Dauer) Biologische Zeit (Lebensdauer)

109 Die Grundordnung stellt sich durch den Kalenderzwang dar.

110 Nichts kann ohne Raum existieren.

111 Bewegung findet immer im Raum statt.

112 In der Unmittelbarkeit der Gegenwart ist die Polarität von Raum und Zeit aufgehoben.

113 Kommunikation durch Handlungen kann unmöglich Zeiten haben. Die sind nur in der Sprache möglich. (Durch Kommunikation ist nur dann Verständigung wenn überhaupt möglich, wenn sie durch sprachliche Prozesse erreicht wird.)

114 "Die Wohltat der Ordnung ist ganz unleugbar, sie ermöglicht dem Menschen die beste Ausnützung von Raum und Zeit, während sie seine psychischen Kräfte schont." - Freud, Sigmund; Abriß der Psychoanalyse / Das Unbehagen in der Kultur; Ffm 1984; Seite 88

115 Unser Raumzeit-Begriff ist nur eine auf Übereinkunft beruhende Festsetzung.

116 Die Zeit kann man weder sehen, noch hören, riechen, schmecken oder fühlen.

117 Ein Kind muß erst lernen dem Begriff von 'vor' und 'nach' Bedeutung beizumessen.

118 Saturn ist der Gott der Zeit und damit der Gott des Todes.

119 "Ich habe das Geheimnis der Zeit entdeckt." - Robert Oppenheimer

120 Die Zeit hat nur eine Dimension, verschiedene Zeiten sind nacheinander und nicht gleichzeitig.

121 "Die Auserwählten, auf die das Ende der Zeiten gekommen ist." - Paulus an die Korinther, Brief I, 10, 11

122 "Die Tage des Kindes entziehen sich der Zeitrechnung der Erwachsenen, sie sind Zeit, die die Subjektivität, die Leidenschaft und der von Wirklichem gefüllte Traum ausgedehnt haben. Draußen warten die Erzieher mit der Stoppuhr darauf, daß das Kind dem Uhrzeigersinn zu folgen beginnt. Sie haben (die) Zeit." - Vaneigem, Raoul; Handbuch der Lebenskunst für die junge Generation; Hamburg 1977; Seite 221

123 Alle Reformen sind mit dem Problem der Zeit belastet. (Lebenszeit)

124 "Wenn die Zukunft zur Gegenwart wird, haben wir immer das Gefühl, keine Zeit zu haben." - Illich, Ivan; Selbstbegrenzung; Reinbek 1980; Seite 147

125 Die Zeit ist im gegenwärtigen Moment.

126 In der Welt der Ewigkeit sind alle Gegensätze aufgehoben.

127 Für Hegel ist die Materie das Reale an Raum und Zeit.

128 Es gibt keine absoluten Werte und keine ewigen Wahrheiten.

129 Die Sychronizität ist ein Prinzip akausaler Zusammenhänge und eine zeitliche Koinzidenz zweier oder mehrerer nicht kausal aufeinander beziehbarer Ereignisse gleichen oder ähnlichen Sinngehalts.

130 Unsere Welt entsteht nicht nur in den reinen Formen von Zeit und Raum, sondern auch gleichzeitig als eine Totalität sinnlicher Qualitäten - als Objekt nicht nur des Auges, sondern aller menschlicher Sinne.

131 Für die Akustik gibt es nur eine Linie in der Zeit.

132 "Wir kolonisieren die Zukunft, weil der Raum von uns verbraucht ist." - Pierre Bertaux

133 "Die Warenzeit. Die Zeit des Überlebens." - Vaneigem, Raoul; Handbuch der Lebenskunst für die junge Generation; Hamburg 1977; Seite 225

134 Die Ideen von Raum und Zeit sind notwendige Voraussetzung jeglicher Wissenschaft.

135 "Die Zeit verhält sich zur Dauer, wie der Ort zur Ausbreitung." - Locke, John; Versuch über den menschlichen Verstand Bd.1; Hamburg 1981; Seite 232

136 Zeit und Raum sind Ordnungsmodi.

137 Eine wesentliche Eigenschaft der Sprache ist ihre Beständigkeit, weil sie in der Zeit steht.

138 Maß, Zeit und Zahl sind lediglich Modi des Denkens, bzw. der Vorstellung.

139 Existenz wird in Zeit und Ort gedacht.

140 Das Ewige ist das schlechthin Mächtige.

141 Jede Orts- und Zeitbestimmung beruth auf Messung.

142 Die Mystik erlebt das Zukünftige und Ewige im Gegenwärtigen.

143 Die physischen Zustände stimmen mit den psychischen darin überein, daß ihnen eine Zeitbestimmung zukommt. Sonst aber sind sie scharf voneinander getrennt. Ein psychischer Gegenstand hat keine Farbe oder sonstige Sinnesqualität und auch keine räumliche Bestimmung.

144 Zu jeder Aufgabe gehört auch eine Zeitbegrenzung.

145 Das erste Bewußtsein ist Empfindung, das zweite Anschauung.

146 Was nicht in Zeit und Raum ist, kann auch nicht Objekt sein.

147 "Zeit aber ist das Wesen sittlichen Ringens." - Dewey, John; Psychologische Grundfragen der Erziehung; München 1974; Seite 57

148 Räumlich sein heißt, im Raum aufweisbare Grenzen haben.

149 Psychische Sachverhalte sind unräumlich.

150 "Die Wahrheit gehört dem Menschen, der Irrtum der Zeit an." -Goethe; Maximen und Reflexionen

151 Mit allen Unterschieden, mit allen Grenzen schwindet auch die Trennung von Zeit und Raum.

152 "Im Raum schöpferischen Handelns weitet sich die Zeit." - Vaneigem, Raoul; Handbuch der Lebenskunst für die junge Generation; Hamburg 1977; Seite 234

153 Für die Bewegung braucht jedes Ding Zeit, für die Ruhe nicht.

154 Der weite Raum trennt die Gegensätze.

155 Das Hier und Jetzt ist Ewigkeit, d.h Zeitlosigkeit.

156 "Holt mir einen Bauern vom Pflug, macht ihm die Frage verständlich, und er wird euch sagen, daß, wenn alle Dinge am Himmel und auf Erden verschwänden, der Raum doch stehen bliebe, und daß, wenn alle Veränderungen am Himmel und auf Erden stockten, die Zeit doch fortliefe." - Schopenhauer, Arthur; Auswahl aus seinen Schriften; München 1962 Seite 41

157 Ohne Orientierungsmöglichkeit in Zeit und Raum und ohne die versichernde Bestätigung eines aktiven Außenweltbezugs entstrukturiert sich die Innenwelt.

158 "Wenn Gewalt immer nur eine vollendete Handlung ist, Gewalt immer nur daran ablesbar sei, daß sie etwas destruiert habe, so läßt sich fragen: Wie lange darf die Zeitspanne sein zwischen gewalttätigem Agieren und destruierender Wirkung, um noch von Gewalt sprechen zu können." - Horn / Luhmann / Narr u.a.; Gewaltverhältnisse und die Ohnmacht der Kritik; Ffm 1974; Seite 240

159 Die Leute von Lip sagen: Wir wollen, daß die Leute sich nicht mehr nach der Uhr richten, sondern nach der Sonne.

160 Raum und Zeit hielt man für getrennte Dinge. Jetzt aber gibt es keine absolute Zeit und keinen absoluten Raum mehr. Raum und Zeit werden durch eine Raumzeit ersetzt.

161 Die Vorstellung einer universellen, kosmischen Zeit, die vor der Relativitätstheorie für selbstverständlich gehalten wurde, ist heute nicht mehr vertretbar.

162 Die Vorstellung "Ort" ist nur eine grobe praktische Approximation: an ihr ist nichts logisch Zwingendes und man kann sie nicht präzisieren. Wenn wir nicht um vieles größer, als ein Elektron wären, hätten wir nicht diesen Eindruck der Stabilität, der nur auf der Grobheit unserer Sinne beruth.

163 das Zeitgefängnis

164 Das Wort 'Wirkung' benützt man für das Produkt aus Energie und Zeit.

165 Die Relativitätstheorie zwingt uns, Raum und Zeit auf eine Stufe zu stellen.

166 Die grammatischen Formen der Sprache sind Zeit, Person und Raum.

167 Für den Menschen als Handelnden ist es lebensnotwendig, die Befriedigung seiner Bedürfnisse aufschieben zu können.

168 "Gerade im Endlichen gilt es, den Sinn zu greifen, gerade im Zeitlichen, Vergänglichen." - Hartmann, Nicolai; Der philosophische Gedanke und seine Geschichte; Stuttgart 1977; Seite 166

169 Gegensatz von Sein und Werden.

170 Das Zeitlose ist nicht in der Zeit.

171 Sinngebung spielt sich in anderen Dimensionen ab, als das Ausmeßbare in Zeit und Raum.

172 Das Unbewußte hat kein Zeitgefühl.

173 Dauernde Errungenschaften sind überzeitlich.

174 Je nach dem Stand des Erlebens erscheint die Zeit bald langsamer, bald schneller.

175 "An der Einheit der Zeit hängt die Einheit der Welt." - Hartmann, Nicolai; Der philosophische Gedanke und seine Geschichte; Stuttgart 1977; Seite 207

176 Zeit ist das, was immer gleichbleibend umläuft.

177 Das Handlungsmoment der Malerei ist im Raum konzentriert, die Dichtungen hingegen beschäftigt sich mit aufeinanderfolgenden Handlungen in der Zeit. (für die Musik nur in der Zeit)

178 In der Zeit ist der Widerspruch unvermeidlich.

179 Zeit ist viel wertvoller, als Geld. Zeit ist etwas, das wir alle zu gleichen Teilen besitzen.

180 Das Signum der Zeit ist Entwicklung.

181 Die Gesetze der Gerechtigkeit haben keinen Anfang in der Zeit, sondern in der Vernunft.

182 Unser Denken und Handeln setzt den naiven Zeitbegriff immer schon voraus.

183 Problem der Strukturierung der Tageszeit.

184 Ideal (begrifflich) - real (raumzeitlich)

185 Der wirkliche Raum ist allgemeinzugänglich, der erscheinende gleichsam Privatbesitz.

186 Raum und Zeit sind das sinnlich Allgegenwärtige.

187 Es besteht die Notwendigkeit zwischen einer allgemein meßbaren, öffentlichen Zeit und einer Privatzeit zu unterscheiden.

188 Raum und Zeit erscheinen in der praktischen Verstandeserkenntnis vereint, das Prinzip der Vereinheitlichung aber liegt im subjektiven Verstand.

189 Zeit ist Geschichte.

190 Schopenhauer lehnt die Bedeutung einer jeden Geschichtlichkeit für das Wesen der Wirklichkeit ab.

191 "Zum Wesen des Krieges gehört der Begriff der Zeit, wie zum Wesen des Wetters. Jede andere Zeit ist Frieden." - Hobbes, Thomas; Leviathan; Ffm/Berlin/Wien 1976; Seite 96

192 Zeit und Raum sind die tiefsten aller illusionären Erscheinungen.

193 "Wenn wir aus den atomaren Erscheinungen auf Gesetzmäßigkeiten schließen wollen, so stellt sich heraus, daß wir nicht mehr objektive Vorgänge in Raum und Zeit verknüpfen können." - Heisenberg, Werner; Der Teil und das Ganze; München 1981; Seite 147

194 Die Seele ist nur nach der Zeit bestimmbar und hat keinen Sitz im Raum.

195 Subjektiver Charakter von Raum und Zeit und überhaupt aller Charakter aller Kategorien.

196 Alle Vielheit der Erscheinungen ist durch Raum und Zeit bedingt.

197 Die objektive Welt ist ein bloßes Gehirnphänomen. Die auf Zeit, Raum und Kausalität beruhende Ordnung und Gesetzmäßigkeit gibt es im hypnotischen Schlaf nicht.

198 Die Zeit ist etwas rein Objektives und Reales, das ganz unabhängig von uns existiert.

199 Raum, Zeit und Kausalität sind ideale Anschauungsformen.

200 "Die absolute, wahre und mathematische Zeit fließt von sich aus und gemäß ihrem Wesen gleichförmig und ohne Rücksicht auf irgenwelche äußeren Dinge." - Isaac Newton in Capra, Fritjof; Der kosmische Reigen - Physik und östliche Mystik; Bern/München/Wien 1977; Seite 53

201 Subatomare Teilchen existieren nicht mit Sicherheit an bestimmten Orten, sondern zeigen "Tendenzen" zu existieren.

202 "Alles echte Leben ist Begegnung. Begegnung liegt nicht in Zeit und Raum, sondern Raum und Zeit liegen in der Begegnung." - Dossey, Larry; Die Medizin von Raum und Zeit; Reinbek 1987; Seite 95

203 Die Zeit verfließt an verschiedenen Orten des Universums mit verschiedener Geschwindigkeit.

204 Dem Grunde des Ich kommt Ewigkeit zu.

205 Eine millionstel Sekunde ist in der Teilchenwelt eine enorme Zeit.

206 Im Raum selbst gibt es objektiv weder rechts noch links.

207 Die Bedeutung der Raumaufteilung ist anderer Gestalt als die Bedeutung der Zeiteinteilung.

208 Zeitmangel - Zeitüberfluß

209 Hume glaubte, alle Wirkung auf Zeitfolge zurückführen zu können.

210 Viele Menschen haben sich zum Sklaven der Zeit gemacht.

211 Zeit ist die Macht über das Endliche.

212 Im Absoluten gibt es weder Zeit, noch, Raum, noch Kausalzusammenhang.

213 "Die Zeit ist der Sinn des Lebens." - Paul Claudel: L'art poétique in Merleau-Ponty, Maurice; Phänomenologie der Wahrnehmung; Berlin 1966; Seite 466

214 Die Zeit existiert nur durch die Veränderung.

215 Die Arbeit nicht nach der Zeit zu messen, sondern nach dem Produkt.

216 Zeit ist immer, Raum ist überall. Raum und das Zeit sind das Gewebe der Wirklichkeit.

217 Im Traum erreicht der Geist eine Grenze, an der die Zeit mehrschichtig wird und zu wanken beginnt.

218 Alles Maß bedeutet zugleich Grenze.

219 Die Dinge der Natur sind Individuen in Raum und Zeit.

220 Das Logische ist nicht zeitlich.

221 Raum, Zeit und Kausalität die drei voneinander unlösbaren Formen der Objektswelt.

222 Letzte Verallgemeinerungen sind Sache des Glaubens.

223 Hätten wir keine Grenze, die das Früher vom Später trennt gäbe es kein Zeitbewußtsein.

224 "Der Glaube an das Beharrende, an das Unbedingte, ist nicht der am meisten wahre, sondern der am meisten nützliche Glaube. Auf dem Glauben an das Beharrende beruth auch unsere Raumvorstellung. Der Glaube an das Beharrrende ist die Grundlage allen Glaubens an die Realität." - Friedrich Nietzsche in Vaihinger, Hans; Philosophie des Als-Ob, Berlin 1911; Seite 779

225 Eins zwei drei im Sauseschritt, eilt die Zeit, wir eilen mit.

226 Einheit schließt in sich Zählbarkeit und Zählbarkeit schließt Unendlichkeit aus.

227 Es gibt keine wirklichen Ort mit der Zeitdauer null.

228 Dem Glücklichen schlägt keine Stunde.

229 Die Zeit ist die vierte Dimension des Raums.

230 Wahrgenommen wird immer nur Gegenwärtiges.

231 "Wir schwimmen im Raum und in der Zeit; sind also mit lauter zerstückten Ideen, die im Raum und in der Zeit schwimmen umschränkt: alle unsere Vorstellungen sind Teilbegriffe, schwache dämmernde Eindrücke von außen, die uns wie in einem Schlafe nur von Seiten wecken und beleben..." - Herder, Johann G.; Sprachphilosophie; Hamburg 1960; Seite 229

232 Der Raumbegriff ist ohne Hilfe des Zeitbegriffs nicht zu fassen.

233 "Die Zeit ist die Seele des Raumes." - Klages, Ludwig; Der Geist als Widersacher der Seele; Bonn 1981; Seite 849

234 Der Raum ist ein Niederschlag aus der Zeit.

235 Der Raum ist erst aus der Zeit entstanden.

236 Es gibt Zeitintervalle, auf die sich die Wahrnehmung nicht mehr erstrecken kann.

237 Zeit ist die Bedingung von Veränderungen.

238 Schein ist das Wesen der Zeit.

239 "Denken wir uns, daß unser Zeitmaß gleichbliebe, dagegen unsre Fähigkeit, kleine Raumunterschiede wahrzunehmen, hundertfach oder tausendfach sich vergrößerte, so würde sofort vieles, was uns jetzt als ruhig scheint und keine Spur einer Veränderung zeigt, in deutliche Bewegung geraten; wir würden das Gras wachsen, die Blätter eines Baumes sich entwickeln, die Zeiger einer Uhr in raschem Fortschreiten ihre Bahn durchlaufen sehen; die Veränderungen, die wir jetzt nur erschließen, würden unsrer unmittelbaren Wahrnehmung gegenwärtig sein." - Christoph Sigwart in Klages, Ludwig; Der Geist als Widersacher der Seele; Bonn 1981; Seite 1074

240 Dauer ist das Kennzeichen des Ich, Dauer ist das Kennzeichen der Dinge.

241 Jede Wahrheit eines Urteils hat eine Beziehung zur Zeit.

242 Die Gegenwart ist keine Zeitstrecke, sondern ein unvorstellbarer Grenzbegriff.

243 "Alles psychische ist raumzeitlich." - Husserl, Edmund; Grundprobleme der Phänomenologie; Hamburg 1977; Seite 28

244 die empirische, zeitlich-vergängliche Existenz.

245 Raum und Zeit sind irreal.

246 Im Unendlichkeitshorizont von Zeit, Raum und Kausalität.

247 Was trennt ist Raum und Zeit.

248 Temporalität

249 Altern ist etwas anderes als die Fortdauer eines Dings in der Zeit.

250 "Zeit und Arbeit müßte ich den Armen geben, da ich nicht genug Geld für sie habe." - Pascal, Blaise; Über die Religion und über einige andere Gegenstände; Heidelberg 1978; Seite 555

251 Zeitliche, örtliche und individuelle Schranken.

252 Das Übersinnliche, Ewige

253 Die Uhr ist ein Instrument der Unterdrückung.

254 Die Ideale lassen den Faktor Zeit nicht gelten.

255 Endlichkeit ist Zeitlichkeit. Das Scheiden ist der Tod.

256 Die archetypische Maschine ist die Uhr.

257 Das Problem des Menschen ist seine Zeitlichkeit.

258 Die Form des Objekts ist Raum und Zeit. Das Subjekt liegt nicht in Raum und Zeit.

259 Zeit, Raum und Kausalität sind die allgemeinen Formen des Objekts.

260 Der Materialismus setzt die Materie und damit Zeit und Raum als schlechthin bestehend und überspringt die Beziehung auf das Subjekt.

261 Die Idee liegt außer der Zeit.

262 Der Raum hat drei, die Zeit eine Dimension.

263 Vielheit ist bedingt durch Zeit und Raum. (principium individuationis)

264 Zeit, Raum und Kausalität sind Einrichtungen unseres Intellekts.

265 Reale Objekte gibt es nur in der Gegenwart.

266 Kausalität erklärt Vorgänge zu dieser Zeit, an diesem Ort.

267 Wir verfügen über keine absolute Zeitanschauung.

268 Alles Reale ist zeitlich. Für jeden Körper ist Lokalisation wesentlich. Das Reale ist individuell, das Ideale ist allgemein, zeitlos und von Veränderungen unberührt.

269 Im Gegensatz zum Raum reicht die Zeit bis in die geistige Welt.

270 Zeitwörter

271 In der sinnlichen Wirklichkeit sind Raum und Zeit die großen Einiger und Entzweier.

272 Die Sinnenwelt ist räumlich geordnet.

273 Der Raum ist nicht definierbar.

274 "Einer zeitlosen Wirklichkeit kann man nicht gewahr werden, solange man danach sucht." - Govinda, Anagarika; Grundlagen Tibetischer Mystik; Bern/München/Wien 1975; Seite 330

275 der unbegrenzte Raum.

276 "Frei von der Gewalt der Zeit ist nur Eines: der Begriff." - Schopenhauer, Arthur; Die Welt als Wille und Vorstellung Bd.2 Teil1; Zürich 1977; Seite 77

277 Das Bewußtsein hat durchweg Zeit zur Form.

278 "Denn die Individuen sind flüchtig, wie das Wasser im Bach, die Ideen hingegen beharrend." - Schopenhauer, Arthur; Die Welt als Wille und Vorstellung Bd.2 Teil1; Zürich 1977; Seite 412

279 Die Zeit läßt sich nicht greifen, ist aber doch da.

280 Orte sind nur durch die Beziehungen zwischen Dingen definiert.

281 Begriffe sind nicht-räumlich und nicht-zeitlich.

282 Die Welt letzter Entitäten ist nicht raum-zeitlich beschaffen.

283 Wäre die Zeit die alleinige Form der Vorstellungen, dann gäbe es kein Zugleichsein und deshalb nichts Beharrliches und keine Dauer.

284 Die Zeit kann nicht wahrgenommen werden.

285 Es ist unmöglich, daß Augenblicke aneinander grenzen.

286 Im Raum heißt das Verhältnis Lage, in der Zeit Folge.

287 Die Zeit ist, wie der Raum, Abstraktion.

288 Der Raum existiert nur relativ zu uns.

289 Die psychische Welt hat nichts mit dem Raum zu tun.

290 Der Raum wird niemals verbraucht, wohl aber die Zeit.

291 Jede Veränderung geht in Raum und Zeit vor sich.

292 "Raum und Zeit sind so untrennbar, daß unräumlicher Stoff undenkbar ist." - Mauthner, Fritz; Wörterbuch der Philosophie Bd.2; Zürich 1980; Seite 454

293 Der Mystiker denkt die Zeit weg.

294 Eine Ordnung erfüllt ihren Sinn oder Zweck in der Zeit.

295 Das Denken in der Situation ist ein solches in Raum und Zeit.

296 Wirklichkeit läßt sich nur am Leitfaden der Zeit bestimmen.

297 In der Zeit gibt es nichts Bleibendes, gibt es kein Sein, sondern nur ein Werden.

298 Wenn Raum und Zeit ihren Ursprung in der sinnlichen Vorstellungsart des Subjektes haben, so sind die Gegenstände in Raum und Zeit nur die 'Wirkungen' der eigentlichen Dinge, 'vorgestellt' in der Art und Weise unserer subjektiven Auffassung.

299 Bewegungen werden nicht als solche wahrgenommen, wenn sie zu rasch oder zu langsam erfolgen.

300 Vergangenheit und Zukunft sind unbegrenzt, die Gegenwart begrenzt.

301 "Jede der Wahrnehmungen, die unsere Erfahrung ausmachen, enthält eine zur Einheit geordnete Mannigfaltigkeit von Empfindungsqualitäten: aber diese Ordnung ist niemals nur zeit-räumlichen Charakters, sondern stets zugleich eine kategoriale; und diese beiden Ordnungen sind nicht etwa nur so miteinander verbunden, daß jede für sich bestehen könnte, sondern sie bilden eine untrennbare Einheit anschaulich-kategorialer und eben nur deshalb gegenständlicher Gestaltung des mannigfachen Inhalts." - Windelband/ Flach / Holzhey (Hrsg); Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus; Hildesheim 1980; Seite 422

302 Die wissenschaftliche Zeit ist eine andere, als die erlebte.

303 Die Zeit entspringt erst im subjektiven Bewußtsein.

304 Verschwendung von Zeit ist ein Prüfstein der Erziehung.


305 "Die Zeit ist eine Vorrichtung in unserem Gehirn, um dem durchaus wichtigen Dasein der Dinge und unserer selbst einen Schein von Realität, mittels der Dauer, zu geben." - Schopenhauer, Arthur; Auswahl aus seinen Schriften; München 1962; Seite 95

306 "Die erklärende Kraft der Theorien beruht einzig und allein auf dem Prinzip der Identität in der Zeit, das sie zur Geltung bringen wollen."

307 Da wir nur in der Zeit sukzessive beobachten können, so läuft in Wirklichkeit das empirische Gesetz auf ein Gesetz der Sukzession von Erscheinungen hinaus.

308 "'Substanz' ist einer der am meisten vorherrschenden Begriffe bei unserem alltäglichen Ausblick auf die Welt der sinnlichen Erfahrung und es ist einer von denen, mit denen die Wissenschaft ständig auf Kriegsfuß steht. Die Substanz ist wesentlich positiv, im Gegensatz zur Form, die ganz unparteiisch positiv und negativ ist. Eine andere Eigenschaft der Substanz ist ihre Permanenz oder Halbpermanenz: und in dieser Hinsicht hat sich die Physik vom Substanzbegriff zwar freigemacht, aber ihn durch etwas nicht minder permanentes ersetzt. Daher beherrscht die Substanz noch immer unsere Denkweise: eine verwässerte Substanz, von der keine Eigenschaft übrigbleibt, außer ihrer Permanenz. Damit die Zerlegung des Universums in seine Teile mit dieser Denkform übereinstimme, wird verlangt, daß sie keine flüchtige Zerteilung sei, sondern eine Trennung in Teile, in irgendeinem Grad von Permanenz haben. Die Permanenz wird wissenschaftlich in Erhaltungsgesetzen formuliert: Erhaltung der Masse, der Energie, des Impulses, der elektrischen Ladung. In Verbindung mit dem Atombegriff führt uns die Forderung nach Permanenz dazu, als letzte Elementarteilchen Einheiten (Protonen und Elektronen) anzuerkennen, die normalerweise und wahrscheinlich überhaupt unzerstörbar sind. Ferner haben wir in der Wellenmechanik, die es ausdrücklich mit der Wahrscheinlichkeit zu tun hat, eine Zerlegung in Elementarzustände vor uns, das heißt Wahrscheinlichkeitsverteilungen, die einen beträchtlichen Grad von Permanenz besitzen. Infolge des Unterschiedes in den betreffenden zeitlichen Maßstäben hat die Permanenz in der Makrophysik eine andere erkenntnistheoretische Bedeutung als die Permanenz in der Mikrophysik. Im zeitlichen Maßstab der atomistischen Veränderungen ist ein Hundertstel einer Sekunde tatsächlich eine Ewigkeit. Ein Merkmal muß bei diesem Maßstab "ewig" sein, wenn es überhaupt im Zeitmaß gewöhnlicher menschlicher Wahrnehmung erscheinen soll. Man hat daher guten Grund, die dauernden Grundzüge mikroskopischer Systeme auszuwählen und die flüchtigen unbeachtet zu lassen. Sowohl die klassische als auch die moderne statistische Mechanik beruth auf dieser Überlegung, welche wahrscheinlich das älteste erkenntnistheoretische Prinzip ist, das in der Physik ausdrücklich anerkannt wird. In der Makrophysik aber bezieht sich die Permanenz auf eine viel längere Zeitspanne des Fortdauerns und daher liegt nicht derselbe Grund vor, die Aufmerksamkeit auf Merkmale zu konzentrieren, die permanent sind. Es ist ein natürliches Ergebnis unserer grobkörnigen Zeitwahrnehmung, daß unsere subjektive Formulierung physikalischen Wissens uns eine Auswahl auferlegt zugunsten eines Beharrens ungefähr bis zu einem Hundertstel einer Sekunde." - Vgl. Eddington; Arthur S.; Philosophie der Naturwissenschaft; Bern 1949;

309 Die Wahrheit ist etwas Zeitloses.

310 Bei der Langeweile wird uns die Zeit bewußt, bei der Kurzweil nicht.

311 Kein Ding und kein Vorgang und kein Wesen kann gedacht werden, ohne Zeitdauer des Bestehens.

312 Seelische Substanzen und Wesenheiten werden verräumlicht und verdinglicht.

313 Das Generelle ist zeit-räumlich unbeschränkt.

314 Bewußtseinsformen wir Raum, Zeit und Kausalität.

315 "Die Umrisse ruhig nebeneinander liegender Dinge vermischen sich leicht vor der Einbildungskraft, wie vor dem Auge. In der Zeitfolge, hingegen schneidet der gegenwärtige Augenblick eine bestimmte Grenze zwischen dem Vergangenen und dem Zukünftigen ab. Zwischen Sein und Nicht-mehr-sein ist keine Verwechslung möglich." - Humboldt, Wilhelm von; Schriften zur Sprache; Stuttgart 1985; Seite 4

316 Der Begriff des "Sprungs" impliziert Diskontinuität.

317 Werte haben keine raum-zeitliche Wirklichkeit.

318 Es ist irgendwie sinnlos, über die Kategorien von Zeit und Raum hinausdenken zu wollen, weil wir nicht denken und deshalb auch nicht fragen können, ohne Raum und Zeit immer schon vorausszusetzen.

319 Das animalische Leben bringt keine zeitliche Verknüpfung zustande.

320 "Mein Acker ist die Zeit." - Goethe; Westöstlicher Diwan; Buch der Sprüche

321 Störung der Zeitlichkeit: die Zeit läuft nicht mehr vorwärts und läuft auch nicht mehr ab.

322 Die gewöhnliche Definition von geistiger Gesundheit beruth auf Ich-Stärke und der Anerkennung von Zeit und Raum.

323 In der relativistischen Physik kann nicht vom Raum gesprochen werden, ohne gleichzeitig von der Zeit zu sprechen und umgekehrt.

324 nach Zeit und Ort verschieden.

325 Die Sprache übersetzt alle unanschaulichen Verhältnisse ins Räumliche. Da werden Zeitverhältnisse räumlich ausgedrückt. Der Raum dient als Modell für die unanschaulichen Verhältnisse.

326 Im kartesianischen Modus nehmen wir die Alltagswirklichkeit in Form von getrennten Objekten wahr, im dreidimensionalen Raum und in linearer Zeit. In der transpersonalen Form (Grof) werden die gewöhnlichen Grenzen der Sinneswahrnehmung und des logischen Denkens transzendiert, und unsere Wahrnehmung verlagert sich von festen Objekten zu fließenden Energiemustern.

327 Freud bestimmt einen psychischen "Raum" als Bezugsrahmen für die Strukturen das psychischen Apparates." Die psychischen Substanzen hatten Eigenschaften materieller Objekte. Zwei von ihnen können niemals den selben Raum einnehmen.

328 Die Zeitdauer relativiert das Maximierungsverhalten.

329 "Jeder hat seine eigene Zeitanschauung; dieselbe ist nicht übertragbar." - Mach, Ernst; Erkenntnis und Irrtum; Darmstadt 1991; Seite 433

330 Die Alltagswelt ist zeitlich und räumlich strukturiert.

331 Grenze als Endlichkeit.

332 Zeitlichkeit ist eine Domäne des Bewußtseins.

333 Der Strom des Bewußtseins hat immer eine zeitliche Ordnung.

334 "Zeit ist wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit, So du nur selber nicht machst einen Unterschied." - Angelus Silesius; Cherubinischer Wandersmann 47

335 die Freiheit des Raums und die Freiheit der Zeit.

336 Die Begriffe von Raum, Zeit und Energie sind nicht weiter zerlegbar.

337 Alles Tun und Leiden trägt sich in der Zeit zu.

338 LSD führt aus dem normalen Raum-Zeit-Ego hinaus.

339 Die Mathematik hat es nur mit Raum- und Zeitbestimmungen zu tun.

340 Alles Rechnen ist im Grunde nur ein Zählen, d.h. es beruth auf einer Aufeinanderfolge in der Zeit.

341 Die Kausalität gilt nur für das, was unter einer Zeitbestimmung steht.

342 Wissen ist auf ewig beschränkt auf die Dinge in Zeit und Raum.

343 "Doch alle Lust will Ewigkeit - will tiefe, tiefe Ewigkeit!" - Nietzsche, Also sprach Zarathustra

344 Die kulturellen Errungenschaften gegen den Ruin der Zeit zu sichern.

345 Die wirkliche Zeit, die reine Dauer, kann der Verstand nicht begreifen. Wenn er sich der Zeit zuwendet, überträgt er seine der räumlichen Materie entsprechenden Formen auf die Zeit. Er zerstückelt sie, zerschneidet sie in zähl- und meßbare Einheiten und geht damit an ihrer tatsächlichen Existenz vorbei. Man kann das Verhältnis des Verstandes zur Zeit mit einem Film vergleichen. Ein abrollender Film erscheint uns als eine Folge von Bewegungen, ist aber doch nur eine Folge von starren Bildern, deren schnelle Aufeinanderfolge uns die Illusion der Bewegung vermittelt.

346 Der Tod eines Menschen ist seine absolute Grenze. Verfügten wir über eine unendlich lange Zeit, so wäre nichts dringlich, nichts wichtig, nichts "wirklich."

347 "Friede, Ruhe und Glückseligkeit wohnt allein da, wo es kein Wo und kein Wann gibt." - Schopenhauer, Arthur; Auswahl aus seinen Schriften; München 1962; Seite 108

348 Die Zeit bedeutet Wechsel und Wandel. Allein die Ewigkeit ist unveränderlich.

349 Die Zeit ist von unserem Bewußtsein nicht zu trennen.

350 An der Zeit ist nur die Gegenwart wirklich. Vergangenheit besteht nur in der Erinnerung, die Zukunft nur in der Erwartung.

351 Es gibt nirgendwo eine "Woheit" oder "Wannheit" und auch keine "Wieheit".

352 Sehr langsame Veränderungen lassen sich nur sehr schwer wahrnehmen.

353 Gott kann nicht durch Zeit verstanden werden.

354 Die Zeit ist eigentlich nur ein anderer Name für den Raum und Objekte.

355 Zeit besteht in Wirklichkeit nur aus Vergangenheit und Zukunft.

356 Es gibt keinen Weg zum Hier und es gibt keinen Weg zum Jetzt.

357 "Das wissenschaftliche Denken ist in eminenter Weise "time binding" (Korzybski). Es verbinden sich isolierte und losgelöste Augenblicke miteinander." - Bachelard, Gaston; Die Philosophie des Nein; Ffm 1982; Seite 147

358 Materielle Dinge sind nicht wirklich, die Zeit ist nicht wirklich, der Raum ist nicht wirklich, das Ich ist nicht wirklich.

359 Die Gegenwart steht außerhalb der Zeit.

360 "Wie die gesamte Unendlichkeit in jedem Raumpunkt vollständig gegenwärtig ist, so auch die gesamte Ewigkeit in jedem Zeitpunkt. Für die Ewigkeit ist alle Zeit JETZT, für die Unendlichkeit ist aller Raum HIER." - Wilber, Ken; Das Spektrum des Bewußtseins; Bern/München/Wien 1987; Seite 99

361 Der Gebrauch der Uhr setzte sich allgemein durch und mit ihm die Vorstellung des Zeitmangels. Zeit wurde Geld. (Zeitersparnis und Zeitmangel)

362 Der Geist enthält keinen Raum und keine Zeit.

363 Jeder Anfang ist lediglich ein in der Zeit beginnendes Denken.

364 Dem Raum und der Zeit kann keine Schranke gesetzt werden.

365 Beziehungen sind räumlich, zeitlich, kausal oder logisch.

366 Die Grundbegriffe der mechanischen Zeitauffassung waren Materie, Raum, Zeit, Kraft und kausale Gesetzlichkeit.

367 Fast instinktiv lokalisieren wir alle unsere Sinneswahrnehmung in einen Raum- und Zeitrahmen.

368 Es gibt weder Masse noch Energie primär, sondern nur Summen von Wirkungsquanten, die nicht den Raum allein, sondern immer Raum und Zeit zugleich ausfüllen.

369 Alles Zeitliche ist beschränkt.

370 Seit Einstein wir die objektive Zeit nicht mehr durch die Drehung der Erde, sondern durch die Geschwindigkeit des Lichts gemessen (=400.400 km/sec) ein Lichtjahr = 9,461 Billionen km.

371 Die subjektive Zeit beruth auf einem erlebten Zeitbewußtsein.

372 Schon Berkeley verwarf die Begriffe einer absoluten Zeit, eines absoluten Raumes und einer absoluten Bewegung.

373 Raum und Zeit sind die reinen Formen der Sinnlichkeit.

374 Anfang und Ende aller Dinge ist in Gott.

375 Das wahrhaft Reale ist von der Zeit unabhängig.

376 Die Struktur reicht über die Zeit hinaus.

377 Die Vorstellung der "Zeit" erfordert eine andere Untersuchungsweise, als die übrigen Dinge, bei denen es sich um etwas zugrunde Liegendes handelt. Wenn wir von langer oder kurzer Zeit reden, beziehen wir uns immer auf die Anschaulichkeit.

378 Die Zeit besteht in Wirklichkeit nicht aus einer Reihe von Zeitpunkten; ihr Wesen ist gerade ein stetiges, durch jeden Punkt hindurchlaufendes Fließen. Das Zerhacken der Zeit in Einzelmomente ist nicht der Zeit eigen, sondern stammt aus unserem Denken.

379 Dem Glücklichen schlägt keine Stunde.

380 Die zeitliche Distanz zwischen Ursache und Wirkung kann so groß werden, daß die Ursache nicht mehr identisch mit der Intention sein kann.

381 Materie ist die Verknüpfung von Raum und Zeit durch die Kausalität.

382 Leistung wird in der Zeit und durch Qualität bestimmt.

383 Gemessen wird in Zeit und Raum.

384 Ohne wechselnde Bewegungen gibt es keine Zeit.

385 Zeiten entstehen erst mit geformten Dingen.

386 Der Wert wird an der durch Zeit bestimmten Arbeit gemessen.

387 Die Verwendung raum-zeitlicher Begriffe ist oft unumgänglich, im Prinzip aber illegitim.

388 Die auf räumlicher Erstreckung beruhende Weltvorstellung ist der ursprüngliche Sitz aller Kenntnis von Gleichförmigkeiten.

389 Wir können uns gar keine Vorstellung davon machen, daß es keinen Raum gibt.

390 Zeit und Raum sind notwendige Vorstellungen, die jeder Anschauung zugrunde liegen.

391 "Indem wir die Zeit beobachten wollen, zerstört die Beobachtung sie, denn sie fixiert durch die Aufmerksamkeit; sie bringt das Fließende zum Stehen, sie macht das Werdende fest. Was wir erleben, sind Änderungen dessen, was eben war, und daß diese Änderungen von dem, was war, sich vollziehen. Aber den Fluß selbst erleben wir nicht. Wir erleben Bestand, indem wir zu dem zurückkehren, was wir eben sahen und hörten, und es noch vorfinden." - Dilthey, Wilhelm; Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften; Ffm 1981; Seite 240

392 Veränderung und Bewegung sind nur durch die Zeitvorstellung möglich.

393 Raum und Zeit werden von Kant "Undinge" genannt.

394 Die drei Modi der Zeit sind Dauer, Folge und Gleichzeitigkeit.

395 Die großen physikalischen Theorien beschrieben eine Welt, in der die Zeit und das Werden keine Rolle spielen.

396 Alles Sinnliche ist zeitlich und räumlich. Raum und Zeit sind die Prinzipien der Sinnlichkeit.

397 "Zwischen zwei Augenblicken ist immer eine Zeit, und zwischen zwei Zuständen in denselben immer ein Unterschied, der eine Größe hat. Also geschieht jeder Übergang aus einem Zustand in den andern in einer Zeit." - Kant, Immanuel; Kritik der reinen Vernunft; Stuttgart 1982; Seite 285

398 Zeit ist keine absolute Größe.

399 "Empfindung ist dasjenige, was eine Wirklichkeit im Raume und der Zeit bezeichnet." - Kant, Immanuel; Kritik der reinen Vernunft; Stuttgart 1982; Seite 929

400 "Alle Zeitbestimmung setzt etwas Beharrliches in der Wahrnehmung voraus." - Kant, Immanuel; Kritik der reinen Vernunft; Stuttgart 1982; Seite 304

401 "Ein Ziegelstein für sich erschlägt einen Menschen nicht, sondern bringt diese Wirkung nur durch die erlangte Geschwindigkeit hervor, d. h. der Mensch wird durch Raum und Zeit totgeschlagen." - G. W. F. Hegel in Prigogine/Stengers; Dialog mit der Natur; München 1990; Seite 97

402 "Wenn Gott erlebt wird, so ist das ein Erlebnis genauso real, wie eine unmittelbare Sinnesempfindung oder wie die eigene Persönlichkeit. Wie diese muß er im raum-zeitlichen Bilde fehlen; 'Ich finde Gott nicht vor in Raum und Zeit', so sagt der ehrliche wissenschaftliche Denker." - Schrödinger, Erwin; Geist und Materie; Zürich 1989; Seite 98

403 die Idealität von Raum und Zeit.

404 Raum und Zeit waren zwei völlig verschiedene Begriffe. Der Raum war die Form der äußeren Anschauung, die Zeit war die Form der inneren Anschauung.

405 "Die Zeit ist der Begriff des 'früher und später'. Der Begriff das 'früher und später' gründet sich auch die Beziehung zwischen 'Ursache und Wirkung'." - Schrödinger, Erwin; Geist und Materie; Zürich 1989; Seite 112

406 "Die Alltagssprache ist ganz und gar mit dem Begriff der Zeit durchtränkt. Man kann ein Verbum (Zeitwort) überhaupt gar nicht anders anwenden, als in der einen oder anderen Zeitform." - Schrödinger, Erwin; Geist und Materie; Zürich 1989; Seite 114

407 Sprechen ist ein Akt der Aktualisierung.

408 Zeit ist für Natorp "einer der 'Ausdrücke' für den Gang der Erkenntnis, in der sich Gegenständlichkeit bestimmt". Sie fungiert als "eine der Formen, Einheit in der Mannigfaltigkeit zu stiften". - Ollig, Hans-Ludwig (Hrsg); Neukantianismus; Stuttgart 1982; Seite 44

409 "Alles, was in der Zeit geschieht, unterliegt dein Gesetz der Verursachung. Auch unser Bewußtsein ist ein Geschehen in der Zeit." - Paul Natorp in Ollig, Hans-Ludwig (Hrsg); Neukantianismus; Stuttgart 1982; Seite 99

410 "Nichts hindert die Seele so sehr an der Erkenntnis Gottes wie Zeit und Raum." - Meister Eckhart; Deutsche Predigten und Traktate; Zürich 1979; Seite 325

411 "Aller geistige Inhalt ist für uns notwendig an die Form des Bewußtseins und somit an die Form der Zeit gebunden. Er ist nur, sofern er sich in dar Zeit erzeugt, und er scheint sich nicht anders zeugen zu können, als dadurch, daß er sogleich wieder verschwindet, um der Erzeugung eines anderen neuen Raum zu geben. So steht alles Bewußtsein und dem Heraklitischen Gesetz des Werdens. Die Dinge der Natur in ihrem objektiv-realen Dasein mögen allenfalls einen festen 'Bestand', eine relative Dauer aufweisen: dem Bewußtsein ist ein solcher durch seine eigenste Natur versagt. Er besitzt kein anderes Sein als das der freien Tätigkeit, als das Sein des Prozesses. Und in diesem Prozess kehren niemals wahrhaft identische Bestandteile wieder. Hier findet nur ein stetiges Fließen statt, ein lebendiges Strömen, in dem alle feste Gestaltung, kaum daß sie gewonnen, wieder zergehen muß." - Ernst Cassirer in Ollig, Hans-Ludwig (Hrsg); Neukantianismus; Stuttgart 1982; Seite 133f

412 Zeit-, Raum- und Bewegungsgrößen werden in Bezug auf unsere Sinne aufgefaßt.

413 "Das wilde Denken ist seinem Wesen nach zeitlos." - Lèvi-Strauss, Claude; Das wilde Denken; Ffm 1973; Seite 02

414 "In Wahrheit ist das beständige Entstehen neuer Wesen und Zunichtewerden der vorhandenen anzusehen als eine Illusion, hervorgebracht durch den Apparat zweier geschliffenener Gläser (Gehirnfunktionen), durch die allein wir etwas sehen können: sie heißen Raum und Zeit, und in ihrer Wechseldurchdringung Kausalität. Denn alles, was wir unter diesen Bedingungen wahrnehmen, ist bloße Erscheinung; nicht aber erkennen wir die Dinge, wie sie an sich selbst, d.h. unabhängig von unserer Wahrnehmung sein mögen." - Schopenhauer, Arthur; Auswahl aus seinen Schriften; München 1962; Seite 123

415 "Zum Lebendigen gehört Zeitlichkeit, Räumlichkeit." - Hegel, Georg W. F.; Vorlesungen über die Philosophie der Religion Bd.1; Ffm 1986; Seite 98

416 "Das Unendliche ist vielmehr das Aufheben des Endlichen." - Hegel, Georg W. F.; Vorlesungen über die Philosophie der Religion Bd.1; Ffm 1986; Seite 314

417 Ausdehnung und Zeitfluß sind praktische Illusionen.

418 Raum und Zeit sind nur ein Schema der Verknüpfung, durch welches das sinnlich Wahrgenommene in bestimmte Beziehungen des Neben- und Nacheinander gesetzt werden.

419 Wenn man die Zeit außer acht läßt, entstehen Paradoxien.

420 "Wie weit man die Überprüfung der Instrumente auch treibt, im Grund beruth doch alle wissenschaftliche Beobachtung immer auf der Voraussetzung, daß die direkt beobachtete Unveränderlichkeit irgendeines Instruments für Sekunden, Stunden, Monate oder Jahre anhält." - Whitehead, Alfred North; Prozeß und Realität; Ffm 1987; Seite 244

421 "Kein zeitloser Gegenstand ist jemals wahr oder falsch." - Whitehead, Alfred North; Prozeß und Realität; Ffm 1987; Seite 468

422 "Es ist nur eine andere Auffassung von Zeit. Es besteht kein Unterschied zwischen der Zeit und den drei Raumdimensionen, außer daß sich unser Bewußtsein in ihr fortbewegt." - H. G. Wells; Time machine

423 "Logische Ordnung der Begriffe einerseits und empirische Anordnung des Begriffenen in Raum, Zeit und ursächlicher Verknüpfung andererseits erscheinen dann so miteinander verkittet, daß die Versuchung, der Wirklichkeit Gewalt anzutun, um die reale Geltung der Konstruktion in der Wirklichkeit zu erhärten." - Weber, Max; Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre; Tübingen 1988; Seite 204

424 "Sein und Nichts werden in der Zeit auseinander gehalten." - Hegel, Georg W. F.; Wissenschaft der Logik Bd.1; Ffm 1986; Seite 85

425 Die Arbeit wird mit der Verlängerung ihrer Zeitdauer immer beschwerlicher.

426 Zeit und Raum setzen das Schema der Ausdehnung voraus.

427 Im zeitlosen Zustand gibt es nichts "Neues", denn Neuheit setzt eine lineare Zeit voraus.

428 "Realistisch" heißt: in den Begriffen einer realen Zeit.

429 Endlichkeit und Zeitlichkeit fordern eine Wahl.

430 "Zeit ist an unsere Sinne gebunden - sie ist ein Teil von uns, nicht 'da draussen'." - Dossey, Larry; Die Medizin von Raum und Zeit; Reinbek 1987; Seite 77

431 "Das mechanische Weltbild arbeitet in den Theorien mit letzten Kräften, letzten Partikeln und mit Raum und Zeit als etwas Festem, 'Absolutem', mit etwas, das gleichbleibendem Maße unterworfen ist." - Jaspers, Karl; Psychologie der Weltanschauungen; Berlin/Heidelberg/New York 1971; Seite 186

432 Zeitlich sein heißt 'entstehen' und 'vergehen'.

433 Mit Raum und Zeit ordnen wir Dinge und Vorgänge.

434 "Aller Anfang ist in der Zeit, und alle Grenze des Ausgedehnten im Raume. Raum und Zeit aber sind nur in der Sinnenwelt." - Kant, Immanuel; Kritik der reinen Vernunft; Stuttgart 1982; Seite 564

435 In der Zeit gibt es nichts Bleibendes, gibt es kein Sein, sondern nur ein Werden.

436 "Die Frage, was ist Wirklichkeit scheint so einfach. Wirklich ist im physikalischen Weltbild, was 'meßbar' ist; d.h. das Wirkliche ist in Raum und Zeit und hat dadurch jedenfalls immer Seiten, die räumlich und zeitlich, d.i. meßbar sind." - Jaspers, Karl; Psychologie der Weltanschauungen; Berlin/Heidelberg/New York 1971; Seite 186

437 In der Mikrowelt handelt es sich immer um Systemaussagen und nicht um Aussagen über das Verhältnis räumlich-zeitlich 'individualisierter' Faktoren.

438 "Natur als System raumzeitlich lokalisierter Erscheinungen ist, kurz gesagt, das Gleiche wie Natur als physikalische Theorie." - Hönigswald, Richard; Grundprobleme der Wissenschaftstheorie; Bonn 1965; Seite 76

439 Die Erscheinung muß, um ihrer Identität willen, 'hier und jetzt' beobachtbar sein.

440 Die räumlich-zeitliche Lokalisation als Gegenstand bringt die Eindeutigkeit des Geschehens und damit Ordnung.

441 "Denn Objektivität ist kein standortbestimmter Gegenstand." - Hönigswald, Richard; Grundprobleme der Wissenschaftstheorie; Bonn 1965; Seite 240

442 "Kausalität bedeutet den Kontext der Natur unter dem Gesichtspunkt der Zeit. Nur ist 'Zeit' nicht simple lineare, gliederungslos Erstreckung als Vor und Nach. 'Abschaffung' der Kausalität hieße somit Abschaffung dieses Kontextes, also nichts geringeres als Abschaffung der zeitlichen Qualitäten der Erscheinungen, Abschaffung also der Physik." - Hönigswald, Richard; Grundprobleme der Wissenschaftstheorie; Bonn 1965; Seite 138

443 "Die Dinge werden durch den Raum getrennt, und sie werden durch die Zeit getrennt; aber sie sind auch im Raum zusammen und in der Zeit zusammen..." - Whitehead, Alfred North; Wissenschaft und moderne Welt; Ffm 1988; Seite 81

444 Zeitlose Gegenstände sind abstrakt, ohne Bezug auf 'ein' besonderes Erfahrungsereignis.

445 "Abstrakt zu sein bedeutet, besonders konkrete Erlebnisse des wirklichen Geschehens zu transzendieren." - Whitehead, Alfred North; Wissenschaft und moderne Welt; Ffm 1988; Seite 186

446 Zeit ist das Wesen der Aufmerksamkeit.

447 "Die Uhr, nicht die Dampfmaschine, ist der Schlüssel der modernen industriellen Welt." - Lewis Mumford in Zilsel, Edgar; Die sozialen Ursprünge der neuzeitlichen Wissenschaft; Ffm 1976; Seite 36

448 Die Zeit ist ein sehr tiefes Problem.

449 Alle wissenschaftliche Beobachtung setzt die Gleichförmigkeit der Natur voraus und beruth auf Experimenten, die notwendig immer eine gewisse Zeitspanne einschließen.

450 "Die Zerstückelung der Arbeit in kleine, standardisierte, wiederholbare und meßbare Abschnitte ist ein Vorgang der Vernichtung der konkreten Arbeit." - Ullrich, Otto; Technik und Herrschaft; Ffm 1979; Seite 422

451 "Wenn man, um den Fluß des Werdens zu entgehen, ein Ding nur während eines kurzen Zeitraums betrachtet und diesen Zeitraum in Gedanken immer kleiner werden läßt, so würde es schließlich unnatürlich, von einem 'Ding' zu sprechen." - Waismann, Friedrich; Logik, Sprache, Philosophie; Stuttgart 1985; Seite 298

452 Für das große Tao gibt es weder Vergangenheit, noch Gegenwart, noch Zukunft.

453 Das Atom fällt von einem stationären Energiewert zum anderen plötzlich herunter, indem es die Energiedifferenz als Energiepaket, als sogenanntes Lichtquant, ausstrahlt. Über einen solchen Übergang kann in den bisherigen Begriffen nicht gesprochen werden, jedenfalls nicht in den Begriffen von Raum und Zeit.

454 Realität ist durch Zeitlichkeit definiert.

455 Zeit, Leben und Energie sind für den Menschen seiner Sterblichkeit wegen, knappe Ressourcen.

456 "In physiologischer Beziehung sind Zeit und Raum Systeme von Orientierungsphänomenen." - Mach, Ernst; Erkenntnis und Irrtum; Darmstadt 1991; Seite 434

457 Durch die beschränkt menschliche Lebenszeit stehen materielle Interessen im Vordergrund, da sie billiger und schneller zu erreichen sind.

458 "Die erklärende Kraft der Theorien beruht einzig und allein auf dem Prinzip der Identität in der Zeit, das sie zur Geltung bringen wollen; m.a.W. sie beruth darauf, daß die Existenz von etwas Beharrlichem erst in zweiter Linie in Betracht kommt." - Meyerson, Èmile; Identität und Wirklichkeit; Leipzig 1930; Seite 99

459 "Jede Tatsache ist individuell, also zeitlich bestimmt." - Husserl, Edmund; Logische Untersuchungen Bd.1; Tübingen 1980; Seite 119

460 "Es gibt noch etwas 'anderes' als die räumlich-zeitliche Welt." - Lask, Emil; Gesammelte Schriften Bd.3; Tübingen 1924; Seite 4

461 Die Geschwindigkeit engt den Raum ein.

462 Der Historismus will eine Vielfalt der Zeit in eine geschlossene Totalität und auf einen Nenner bringen.

463 "Das Ende der Zeit ist das Ende der Objektivierung, der Übergang zum inneren Existieren, zum Leben des Geistes." - Berdjajew, Nikolai; Das Ich und die Welt der Objekte; Darmstadt 1933; Seite 198

464 "Keine Wahrheit ist eine Tatsache, d. h. ein zeitlich Bestimmtes." - Husserl, Edmund; Logische Untersuchungen Bd.1; Tübingen 1980; Seite 76

465 Die Verkehrsindustrie produziert Zeitknappheit.

466 Die methodische Quantifizierung der Arbeit nach reinen Zeitmaßen macht die Arbeit in allen ihren Formen kommensurabel.

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.