Urteil
Urteilstheorie
p-2siehe auch Moral, Ethik, Wille, Wahl, Wert, Denken, Wissen, Recht, Gesetz


001 Es gibt keine objektiven Urteile.

002 Wahrheit und Schein sind nicht im Gegenstand, sondern im Urteil.

003 "Das gefährlichste von allen Vorurteilen ist, zu glauben, daß man keine habe."

004 Dem Menschen ohne Urteilskraft fehlt die Fähigkeit relevante Unterschiede zu machen.

005 Worte ansich sind weder wahr noch falsch. Das darf aber nicht mit Unparteilichkeit verwechselt werden.

006 Urteile lähmen das Denken.

007 Jeder Wahrnehmung ist von Anfang an ein Urteil beigemischt.

008 Die Sinne irren nicht, weil sie nicht urteilen.

009 Nur in einer wertfreien Welt wird nicht geurteilt.

010 "Wir sind gezwungen, uns nach der einen oder anderen Seite hin zu entscheiden. Die Gestaltung unserer Lebensverhältnisse und die Wahrnehmung unserer wichtigsten Interessen gestattet keine Verzögerung; denn sie hängen meist von der Entscheidung unseres Urteils ab, und zwar in Fällen, in denen uns ein sicheres, beweisbares Wissen unerreichbar ist."

011 Urteilen heißt verbinden oder trennen.

012 Es gibt zwei Urteilsklassen: die einen betreffen Vorstellungen, die anderen Tatsachen.

013 Unsere Entschlüsse sind von Tatsachen unabhängig.

014 Worte sollte man nicht diskutieren, nur Urteile.

015 Der Entschluss ist nicht aus einem Allgemeinen logisch ableitbar.

016 Wir müssen die Begründung von der Beschlußfassung unterscheiden.

017 "Jedes Wort ist ein Vorurteil."

018 Wer an einen freien Willen glaubt, nimmt an, daß wir zu autonomen und freien Entscheidungen fähig sind.

019 Die Urteile, in denen Erkenntnis sich aufbaut, sind willensbestimmte Handlungen, freie Entscheidungen nach Normen, Wahlakte.

020 "Das Problem der 'Entscheidung' ist kein 'rationales', sondern ein 'existenzielles' Problem. Für seine Lösung ist daher die empirische Wissenschaft nicht zuständig. Die 'Ökonomische Ideologie', die den gegenteiligen Anschein erweckt, dient lediglich der 'Verschleierung dieser existenziellen Problematik'."

021 "Das Problem der Entscheidung bleibt auch dann ein ethisches, wenn über die zu realisierenden Zwecke (in einem gegebenen Machtbereich) bereits vorentschieden würde."

022 Dem Zweifel steht die Entscheidung gegenüber, das Urteil.

023 Der Forderung Entscheidungen zu treffen kann sich niemand entziehen.

024 Geltung ist die prinzipielle Qualifikation von Erkenntnis und fällt mit ihrem Urteilscharakter zusammen.

025 Erst wenn wir uns entscheiden, können wir schuldig werden.

026 Paradoxien erkennt man an ihrer Unentscheidbarkeit.

027 Ruhe und Entschlußkraft bilden die Stärke der Tugend.

028 Der Verursacher ist der Schuldige.

029 Für die Freiheit der Entscheidung tragen wir auch die Verantwortung.

030 Im Erleben gibt es kein richtig und falsch.

031 Bildung und Erfahrung stützen die Urteilskraft.

032 "Für uns ist schon die elementarste Konstatierung einer Tatsache ein Urteil, und damit fällt Erkennen und Urteilen zusammen."

033 Die These von der fundamentalen Irrationalität ergibt eine Gleichsetzung von Entscheidung und Willkür.

034 "Alle Urteile über Tatsachen sind in einer Art Analogie begründet, die uns veranlaßt, von einer Ursache dieselben Ereignisse zu erwarten, von denen wir beobachtet haben, daß sie aus ähnlichen Ursachen entstanden sind."

035 In Konfliktsituationen entscheidet zuletzt oft die Gewalt.

036 Jede wirkliche Entscheidung bedeutet ein Urteil über "gut" und "böse".

037 Jeder Mensch hat ein Recht auf die Befriedigung seiner Bedürfnisse nach seinem eigenen Urteil.

038 In der Unbeweisbarkeit beruht die Tragik des Werturteils.

039 Entscheidungen beruhen auf Information.

040 Es gibt im Leben keine rein rationalen Entscheidungen, so wie es nichts rein Objektives gibt.

041 Es ist unmöglich, das was sein sollte abzuleiten aus dem, was ist.

042 Wahl und Entscheidung stehen am Ende jeder vernünftigen Überlegung.

043 "Erklären' heißt, eine Erscheinung durch eine andere in Form einer 'Gleichung' ausdrücken. Die Möglichkeit einer solchen Gleichung aufzustellen, setzt die 'Vergleichbarkeit' der Erscheinungen voraus. Wo eine solche nicht stattfindet, kann das Urteil nur ein 'unbegriffenes' Zusammentreffen der Phänomene aussprechen."

044 Der Erkenntniswert eines Urteils hängt immer von den Prämissen ab.

045 Werturteile sind subjektiver Natur.

046 Auch urteilen ist handeln.

047 Wer wählt, nimmt nur abstrakt an der Gestaltung der Politik teil. Keine Stimmabgabe verändert etwas unmittelbar und sichtbar.

048 "Wer urteilt, ohne sich auf jede ihm mögliche Weise unterrichtet zu haben, kann nicht anders als falsch urteilen."

049 "Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen."

050 Die Logik ist die Lehre von Schluß, Begriff und Urteil.

051 Kaufentscheidungen werden auf rationaler sowie auf irrationaler Basis getroffen.

052 Die "Entscheidung" ist der Schlüsselbegriff der Moral.

053 Inmitten von allgemeingültigen und sich wiederholenden Fakten kommt der Moment der Entscheidung.

054 Begriffe und Urteile sind Vorstellungsbilder.

055 "Die Singularität ist im Prinzip unerschöpflich. Ihre Beschreibung und Definition kann nur vom Gesichtspunkt eines bestimmten Ziels oder einer Situation angemessen und befriedigend sein."

056 Im Urteil wird Verschiedenes unter Gleiches gebracht.

057 Nützlichkeit ist ein Werturteil.

058 Das Denken besteht durchweg aus Urteilen.

059 Entscheidungen setzen Macht voraus.

060 Urteile und Glaubenssätze müssen unterschieden werden, auch, wenn beide psychologischer Natur sind.

061 Der Wille ist die Basis des Urteils.

062 Während der Positivismus die Wirklichkeit als einen Komplex von bewußten Phänomenen betrachtet, macht der Idealismus den Aktivitätscharakter darin, den Charakter freier Setzung und Willensentscheidung, geltend als eine notwendige Bedingung der Erkenntnis.

063 Ein Urteil stellt eine Verbindung zwischen Begriffen her oder stellt ihr Unvereinbarkeit fest.

064 Wahrnehmen ist urteilen.

065 Das Urteil betrifft ein "Sollen" und kein "Sein".

066 Überall, wo wir nicht rein empfinden wird geurteilt.

067 Im Vorurteil zeigt sich die egoistische Äußerlichkeit vieler Urteile.

068 Letztlich sind alle logischen Urteile Tautologien.

069 "Dem Begriff geht immer ein Urteil und dem Urteil fast immer ein Schluß voraus. Das dürfte die eigentliche Wertlosigkeit der Logik zur Wahrheitsfindung verdeutlichen."

070 "Begriffe sind potentielle Urteile."

071 Begriffe und Urteile sind die Grundbausteine unseres Denkens.

072 Urteil und Begriff sind primär nicht logisch, sondern psychologisch.

073 Der moralische Mensch ist der Urteilende.

074 "Der Wahn teilt sich in Urteilen mit. Nur wo gedacht und geurteilt wird, kann ein Wahn entstehen. Insofern nennt man Wahnideen die pathologisch verfälschten Urteile."

075 "Wille und Verstand sind ein und dasselbe."

075 Alle Schlüsse sind Urteile.

077 "Schließen ist leicht, urteilen schwer."

078 Urteile gehen nicht aus Begriffen hervor, sondern sind vor den Begriffen vorhanden. In den Begriffen sind Urteile und Schlüsse schon enthalten.

079 "Wer aus der Sprache heraus ein analytisches Urteil fällt, der leistet so wenig Denkarbeit, als es Bergmannsarbeit ist, ein ererbtes Goldstück aus einem Kasten zu holen."

080 Jede Praxis ist eine Form der Willkür und Gewalt, weil die Urteile und Entscheidungen, die uns zum Handeln veranlassen, nicht logisch gerechtfertigt werden können.

081 Das Logische ist nur möglich infolge des Grundirrtums, daß es gleiche Dinge gibt. Die Grundfiktion liegt schon im Urteil.

082 Unsere Urteile sind letztlich subjektiver Natur weswegen auch die unbeschränkte Gültigkeit der formalen Logik bekämpft werden muß.

083 "Wir denken nicht in Urteilen, sondern in Begriffen."

084 Immer wieder muß der Mensch entscheiden und urteilen.

085 Jede praktische Entscheidung impliziert eine Wertung.

086 Der Mensch, der sich nicht entscheidet, verwirklicht sich auch nicht.

087 "Der Skeptizismus ist ohne Freiheit, denn seine Wurzel ist die Entscheidungslosigkeit."

088 Der Begriff ist die Voraussetzung des Urteils.

089 Die Heuchelei nimmt das Urteil für die wirkliche Tat.

090 Wo unterschieden wird, wird geurteilt.

091 Alle Konflikte drängen zu einer Entscheidung.

092 Mit jeder Wahrnehmung ist ein Urteilsakt verbunden.

093 Moralische Begriffe sind nicht rückführbar auf empirische Begriffe.

094 Es gibt keine Erfahrung ohne Urteil.

095 "Wollen" und "für besser halten" sind nur zwei Ausdrücke für dieselbe Sache.

096 Leidenschaft trübt und verfälscht das Urteil.

097 "Das Volk hat nie die Zeit und die Mittel, sich einer Aufgabe zu widmen. Es muß immer in Hast urteilen und sich an das Hervorstechendste halten."

098 Vermittels der Kopula "ist" werden Subjekt und Prädikat eines Satzes miteinander verknüpft.

099 Die Ethik ist die Theorie des menschlichen Urteilens.

100 Das Urteilen besteht im Vergleichen zweier Begriffe.

101 "Ein jeder spielt Gott, wenn er urteilt."

102 Wirkliches Lernen ist untrennbar mit eigenem Denken und Urteilen verknüpft.

103 Je mehr Freiheit ein Mensch hat, desto mehr Entscheidungen werden von ihm gefordert.

104 Das Urteilen stellt eine höhere Fähigkeit dar, als das Zählen und Rechnen.

105 Wir operieren beim Schließen nicht bloß mit Begriffen, sondern mit ganzen Urteilen.

106 Wir können schon urteilen, bloß nicht über etwas Objektives.

107 Erkenntnis zeigt sich im Urteil.

108 Jedes Urteil steht im Zusammenhang mit der ganzen Persönlichkeit.

109 Die Theorie der Gerechtigkeit ist eine Theorie der rationalen Entscheidung.

110 Urteil, Begriff und Schluß sind Denkformen.

111 Jedes Urteil ist von einem subjektiven Gesichtskreis aus bestimmt.

112 Die innere Freiheit des Menschen ist die Freiheit der Entscheidung zwischen gut und böse.

113 Im Vorurteil wird die Abstraktion für bare Münze genommen. Das Vorurteil entspricht einer unzulässigen Verallgemeinerung.

114 "Über das Wesen des Begriffs kann man erst zur vollen Einsicht gelangen, wenn das Wesen des Urteils erforscht ist."

115 Die Wirklichkeit ist für uns nicht anders faßbar und aussprechbar, als in der Form des Urteils.

116 Ein Widerspruch ist eine Beziehung zwischen Urteilen.

117 Aus der Logik lassen sich nur Urteile begründen, die unsere Begriffe betreffen, nicht aber die Wirklichkeit.

118 "Du würdest mich nicht suchen, wenn du mich nicht schon gefunden hättest. Beunruhige dich also nicht."

119 Der Urteilsakt ist ein psychologischer Vorgang.

120 "Begriffe sind zweifellos nur um der Urteile willen da."

121 "Es ist kein Zweifel, daß alle Sinneswahrnehmungen gänzlich durchsetzt sind mit Werturteilen."

122 Denken ist urteilen.

123 Urteile und Begriffe stehen in einem Wechselverhältnis zueinander.

124 Auch die kompliziertesten Beziehungen werden abgekürzt durch ein Wort ausgedrückt.

125 Jedes Urteil setzt einen Begriff zu einem anderen in Beziehung.

126 Nur im Urteilen ist Erkenntnis.

127 Urteile dienen zur Bezeichnung von Tatbeständen und Tatbestände enthalten stets eine Beziehung.

128 Bleibt nicht alles Wesentliche ungesagt und ungefragt, wenn wir mit harmlosen Allgemeinvorstellungen an die Wirklichkeit herangehen?

129 Der radikale Empirist verwirft den Begriff des Dings ansich als sinnlos.

130 Gefühle trüben das Urteilsvermögen.

131 Das Erleben ist geschichtlich und zeitlich. Urteile werden unabhängig von Raum und Zeit gefällt. Im Urteil wird die Wirklichkeit zugunsten der Gültigkeit vernachlässigt.

132 Außerhalb des Urteilens gibt es weder Wahrheit noch Irrtum.

133 "Das Denken schafft niemals eine Beziehung zur Wirklichkeit."

134 "Wenn die Seele im Urteil fehlt, flüchtet man sich ins Rechnen."

135 Jedes Urteil enthält ein Besonderes und ein Allgemeines, das Subjekt und das Prädikat.

136 Das Werturteil überwiegt den Tatsachenbezug.

137 Das Urteil trennt immer in Subjekt und Prädikat, Substantiv und Verbum, in Ding und Eigenschaft, Ursache und Wirkung.

138 Ohne die Anwendung von Kategorien ist kein Urteil möglich.

139 Begriff und Urteil sind rein als Mittel zu praktischen Zwecken zu betrachten.

140 "Ein Ding mit einer Eigenschaft ist ein logischer Widerspruch; denn worin soll das Ding bestehen ohne seine Eigenschaft? Das Ding ist ein logischer Nonsens, die Eigenschaft ebenso: dieser logische Widerspruch findet seine Lösung im Urteil, wo beides als Eines verbunden wird, dadurch wird der Widerspruch praktisch unschädlich gemacht; denn die Psyche denkt sich ja das Ding und seine Eigenschaft nicht als getrennt, isoliert, sondern als verbunden, als Eins; jene Trennung wird aufgehoben, die Folgen jenes Widerspruchs für die Praxis vermieden."

141 Urteilsrelationen sind Tätigkeit, Eigenschaft, Identität.

142 Jedes Urteil ist kategorisch.

143 Die Entscheidung ordnet eine übermächtige Fülle erkenntnismäßiger Gegebenheiten.

144 Die Bewertung nach einem Typus bedeutet eine Erleichterung für den Urteilenden.

145 Tatsachen und Entschlüsse müssen strikt unterschieden werden.

146 Urteile beruhen entweder auf Erkenntnis (Naturgesetz) oder auf Entscheidung (soziale Normen).

147 Entscheidungen werden als Erkenntnisse maskiert und damit gleichzeitig gerechtfertigt.

148 Die Täuschung liegt nicht in der Empfindung, sondern im Urteil.

149 Tatsachen sind wertfrei. Ein Werturteil ist keine Tatsachenaussage.

150 Erkenntnistheoretische Probleme werden nicht durch Beweise, sondern durch Entschlüsse gelöst.

151 Es besteht kaum eine Möglichkeit herauszufinden, was tatsächlich richtig ist, unabhängig vom Zustand unserer Gefühle.

152 Das methodologische Grundproblem ist das von Werturteil und Wirklichkeitsurteil.

153 "Aus Charakterschwäche entscheiden sich die Menschen sowohl bei der Wahl zwischen zwei sinnlichen und geistigen Freuden oft für das nähere Gut, obgleich sie wissen, daß es geringeren Wert hat. Sie geben sich zum Schaden ihrer Gesundheit sinnlichen Genüssen hin, obgleich sie wissen, daß Gesundheit das größere Gut ist."

154 "Die Unvereinbarkeit und also die Unaustragbarkeit des Kampfes der letzten überhaupt möglichen Standpunkte bedeutet die Möglichkeit, sich zwischen ihnen zu entscheiden."

155 Der Ungebildete ist auch der unkundig Urteilende.

156 Ohne die freie Entscheidung ist der Begriff des verantwortungsvollen Handelns sinnlos.

157 Über die Wahrheit von Begriffen kann überhaupt nichts ausgesagt werden, allenfalls über die Gültigkeit von Urteilen.

158 "Die Entscheidung zur Rationalität ist keine intellektuelle, sondern eine moralische."

159 Kritik ist die Kunst der Beurteilung.

160 Die Wirklichkeit ist geschichtlich, nicht allgemein. Der individuelle Entschluss ist nicht aus dem Allgemeinen abzuleiten.

161 Der Wille ist nur im Entschluß wirklich.

162 "Das Urteil sagt die Gültigkeit eines Denkinhalts unabhängig vom Wechsel seines Auftretens, der Verschiedenheit von Zeiten oder Personen aus. Eben darin liegt auch der Sinn des Satzes der Identität."

163 Der Sinn des Wissens liegt darin, richtige Entscheidungen zu ermöglichen.

164 Größe, Qualität und Verhältnis machen den Inhalt des Urteils aus.

165 Wir müssen die Urteile von der Rechnerei trennen.

166 Der Skeptiker erkennt die Unerkennbarkeit alles Bestehenden und enthält sich deshalb eines definitiven Urteils.

167 "Das Wieviel und Wiegroß hat für praktische Zwecke Wichtigkeit: in der Theorie aber kommt es hauptsächlich und zunächst auf das 'was' an."

168 Wahrheit oder Schein liegen nicht im Gegenstand, sondern im Urteil.

169 "Die Dinge sind unserer Erkenntnis unzugänglich, darum geziemt dem Weisen Urteilsenthaltung."

170 "Der Mensch wird erst zum Zeitpunkt der Entscheidung wirklich menschlich."

171 "Das Problem der Werte ist vor allem und in erster Linie das Problem der Wertkonflikte. Und dieses Problem kann nicht mit den Mitteln rationaler Erkenntnis gelöst werden. Die Antwort auf die sich hier ergebenden Fragen ist stets ein Urteil, das in letzter Linie von emotionalen Faktoren bestimmt wird und daher einen höchst subjektiven Charakter hat. Das heißt, daß es gültig ist nur für das urteilende Subjekt, und in diesem Sinne relativ."

172 Basissätze werden durch Beschluß willkürlich festgesetzt.

173 Reinigung des Geistes heißt Beseitigung von Vorurteilen.

174 "Einen vernünftigen, argumentierenden Meinungsstreit kann es nur zwischen denen geben, die denselben Zweck verfolgen; die Wahl des Zweckes aber ist allein Sache des Entschlusses, über den es einen Streit mit Argumenten nicht geben kann."

175 Das gesamte Feld der Wahrnehmungstäuschungen liegt zwischen dem eigentlichen Denken und der puren Empfindung.

176 Der gesunde Menschenverstand beruht auf Urteilsfähigkeit und Urteilskraft.

177 Die Gegenwart ist der Ort der Entscheidungen.

178 Jede Begriffsbildung ist ein urteilen.

179 Alle Täuschungen sind irrige Urteile.

180 In der Logik müssen analytische (deduktive) von synthetischen (induktiven) Urteilen unterschieden werden.

181 Kritik ist die Kunst der Beurteilung.

182 Wir können die Dinge nicht als zweckmäßig erkennen, sondern sie nur einer entsprechenden Beurteilung unterwerfen.

183 Die Wirklichkeit selber ist schlechthin geschichtlich, d.h. zeitlich.

184 In jedem Urteil beziehen wir uns auf eine Wahrheit.

185 Urteil, Begriff und Schluss sind Denkformen.

186 "Das Urteil sagt die Gültigkeit eines Denkinhalts unabhängig vom Wechsel seines Auftretens, der Verschiedenheit von Zeiten oder Personen aus. Eben hierin liegt auch der Satz der Identität."

187 Die Erkenntnis vollzieht sich im Urteil.

188 "Begriffe und allgemeine Urteile sind die Mittelglieder zwischen den Geschehnissen und der Auffassung des Zusammenhangs. Diese Begriffe und Urteile sind zunächst der Praxis des Lebens erwachsen."

189 Das Seiende 'ist', das Urteil aber 'gilt'.

190 Die Urteilskraft lehrt die Verstandesbegriffe auf die Erscheinungen anzuwenden."

191 "Urteilskraft ist das Vermögen unter Regeln zu subsumieren."

192 Es ist die Angst vor dem Urteil anderer, die uns zurückhält, uns so zu geben, wie wir sind.

193 Wo wir nicht urteilen folgen wir den trübenden Einflüssen von Gewohnheiten und Leidenschaften.

194 In den Sinnen ist kein Urteil, weder ein wahres, noch ein falsches.

195 "Das Problem der Werte ist vor allem und in erster Linie das Problem der Wertkonflikte. Und dieses Problem kann nicht mit den Mitteln rationaler Erkenntnis gelöst werden. Die Antwort auf die sich ergebenden Fragen ist stets ein Urteil, das in letzter Linie von emotionalen Faktoren bestimmt wird und daher einen höchst subjektiven Charakter hat. Das heißt, daß es gültig nur ist, für das urteilende Subjekt, und in diesem Sinne relativ."

196 Erfahrung und Verantwortung werden zugunsten eines Objektiven und Rechtfertigenden unterbunden.

197 Ethische Probleme sind nur durch Entscheidungen lösbar.

198 "Das Urteil besteht sprachlich aus Begriffen, der Begriff entsteht psychologisch aus Urteilen."

199 Die Persönlichkeit eines Menschen ist von seinen Urteilen geprägt.

200 Der aller logischen Besinnung zugrunde liegende Wertunterschied des Wahren und des Falschen äußert sich das Urteil als logisches Grundgebilde.

201 Der Geist bedarf der Reinigung von Vorurteilen.

202 Wir können niemals das Ganze wissen und müssen deshalb immer auswählen.

203 "Die Urteilskraft ist das Mittelglied zwischen Verstand und Vernunft."

204 Aus der logischen Beurteilung nach Begriffen kann niemals eine Folgerung auf das Gefühl der Lust oder Unlust gezogen werden.

205 Die Urteilskraft subsumiert entweder das Besondere unter das Allgemeine oder folgert das Allgemeine aus dem Besonderen.

206 "Alles Interesse setzt ein Bedürfnis voraus oder bringt eines hervor, läßt deshalb das Urteil über den Gegenstand nicht mehr frei sein."

207 Die Entscheidung ist existentiellen Charakters und daher letzten Endes nicht rationalisierbar.

208 "Das Urteilen als Beziehen ist subjektiv."

209 Alle unsere Entscheidungen sind willkürlich und in einem gewissen Sinn gewaltsam.

210 Der naturalistische Fehlschluß übersieht, daß aus Sachaussagen keine Werturteile gefolgert werden können, so daß es nicht möglich ist, aus einer Erkenntnis eine Bewertung oder Forderung abzuleiten.

211 Mittelbare Erkenntnis muß ihre Urteile rechtfertigen.

212 Nur ein beschließender Wille ist ein wirklicher Wille.

213 Wertung d.h. 'Aufwertung' oder 'Abwertung'.

214 "Die Unparteilichkeit der Urteilsbildung läßt sich durch die Autonomie der Willensbildung nicht ersetzen."

215 Die Einmaligkeit einer Person liegt in ihrer Entscheidungsfreiheit.

216 "Etwas mit Worten beschreiben, und das mit Augen Gesehene sind irrationale Größen zueinander. Die Wahrnehmung ist nämlich ein Kontinuum, die Beschreibung kann es nicht sein. Die Aufgabe, durch Beschreibung den Gegenstand richtig darzustellen, kann nur auf verschiedene, nie auf dieselbe Weise gelöst werden. Es ist darin immer eine Verwandlung des Kontinuums, des konkreten Gegenstandes, in den diskreten, - in eine aus einzelnen Sätzen bestehende Beschreibung, worin immer ein Urteil des Beschreibers mit enthalten ist, und notwendig einiges nicht beschrieben, übergangen, anderes zusammengezogen wird, weil sonst die Beschreibung eine unendliche werden müßte. Es gleicht diese Verwandlung eines Kontinuums der Verwandlung einer Fläche in einen einzelnen Punkt."

217 Die Sicherheit des Urteils hängt von unserer Wertewahl ab.

218 Erkenntnis ist nur im Urteilen möglich.

219 Jede Erkenntnis besteht in Urteilen, jede Aussage, die einen Erkenntnisanspruch erhebt, ist ein Urteil.

220 Geltung kann man nur Urteilen zuschreiben, nicht bloßen Vorstellungen.

221 Wir können mit unseren Willensentscheidungen nicht warten, bis wir allwissend geworden sind, sondern stehen mitten im Leben und müssen oft sofortige Entschlüsse fassen wobei und keine langwierigen Überlegungen helfen.

222 Alle Erkenntnisse beruhen auf Urteilen. Mystik ist die Fähigkeit auf das Urteilen verzichten zu können.

223 "Die Frage nach 'richtig' oder 'falsch' kann in aller Strenge zwar innerhalb einer Idealisierung, aber nicht in der Beziehung zur Wirklichkeit gestellt und entschieden werden."

224 Wissen und Erkennen ist letztlich immer Urteilen.

225 "Urteile setzen überall die logische Bearbeitung des Anschaulichen, d.h. die Verwendung von Begriffen voraus."

226 Alle Werturteile sind letztlich irrational, weil es keine Prinzipien gibt, mit denen Konflikte zwischen unversöhnlichen Wertstellungnahmen entschieden werden könnten.

227 "Das Existieren läßt sich nicht aus dem Urteilen nicht ableiten. Das Sein ist schon eine Logisierung und Objektivierung, primär hingegen ist das Existieren."

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.