Qualität - Quantität
James Jeans - Qualität und Quantität
p-2siehe auch Wert, Allgemeinheit, Individualität, Methode, Mehrheit

001 Das Gute ist keine Dimension des "mehr".

002 Ohne Wert und Qualität wäre das Leben ein bloßes Existieren ohne Sinn und Zweck.

003 Einheit schließt Zählbarkeit ein.

004 "Was ihr nicht faßt, das fehlt euch ganz und gar,
was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr.
Was ihr nicht wägt, hat für euch
kein Gewicht; was ihr nicht münzt,
das glaubt ihr, gelte nicht."

005 Alle Begrifflichkeit ist eine Nachahmung der Zeit-Raum-Verhältnisse auf den Boden der Metaphern.

006 "Auf das Existieren der Persönlichkeit ist die Kategorie der Zahl so wenig anwendbar, daß ein 'Mensch als Persönlichkeit' mehr sein kann als zwei Menschen, als die Masse der Menschen, als die Gesellschaft und das Kollektiv. Zehn Menschen sind keineswegs doppelt so viel wie fünf Menschen, hundert Menschen durchaus nicht zehnmal so viel wie zehn Menschen."

007 Es ist der Geist des Rationalismus, in dem geglaubt wird, die Welt und das Leben in universell vergleichbaren Größen beschreiben zu können.

008 "Nur wo alles vollkommen maschinenhaft ist, läßt sich berechnen und voraussagen."

009 "Wenn ich die Richtung, in der unsere Zeiten sich bewegen, in einem Wort zusammenfassen müßte, würde ich sagen: Quantität. Die Menge, der Geist der Masse herrscht allenthalben vor und zerstört die Qualität."

010 Es wäre doch gelacht, wenn sich nicht alles auf der Welt in Mark und Pfennige umrechnen ließe.

011 "Bei der Objektivierung beginnt die Zahl zu herrschen."

012 Erst wenn es Vieles gibt, gibt es Macht.

013 "Siegessicher proklamierten sie das allgemeine Wahlrecht als Grundlage der neuen Staatsordnung. Diese arithmetische Flagge war ihnen sympathisch, die Wahrheit ließ sich durch Addition und Subtraktion ermitteln, man konnte sie auf dem Rechenbrett ausrechnen und mit Stecknadeln abstecken."

014 Die statistische Interpretation ist die Anwendung des Prinzips der großen Zahl.

015 Das Natürliche wird mit den quantitativ Durchschnittlichen identifiziert.

016 Erkenntnis reduziert sich auf mathematisch Quantifizierbares. Das "wieviel", nicht das "wie" ist das Entscheidende.

017 Fragen der Qualität müssen strikt von Fragen der Quantität unterschieden werden.

018 Die Zahlen sind die einfachsten und allgemeinsten Begriffe, die wir haben, und der Unterschied der Zahlen, der zahlenmäßige Unterschied, ist der klarste und bestimmteste, den wir kennen. Jede Maßeinheit ist jedoch eine willkürliche Konstruktion.

019 "Quantität ist dafür viel wichtiger, als Qualität. Da alle Quantitäten unter die des Raumes fallen, wird das entfremdete Bewußtsein den Raum über die Zeit stellen. Es wird damit den toten Gegenständen viel eher gerecht, als allen Lebendigen. Quantifizierung und Verräumlichung sind den Leben entgegengesetzte Tendenzen."

020 ln der Produktion drohen die quantitativen Eigenschaften der Menge die Qualitäten zu verdrängen.

021 Die Verallgemeinerung der Zahl heißt 'Größe'.

022 "Die Qualität ist die erste, unmittelbare Bestimmtheit, die Quantität die Bestimmtheit, die dem Sein gleichgültig geworden ist."

023 Die qualitativen Momente im Erkenntnisaufbau müssen von einer bloß formalen Logik vernachläßigt werden.

024 Die physikalische Weltbetrachtung war stets darauf aus, sämtliche Qualitäten durch Vorgänge und sämtliche Vorgänge durch Bewegungen zu ersetzen.

025 Es gibt keine vernünftige "Erklärung" des tatsächlichen Wirtschaftsablaufs in quantitativen Verhältnissen.

026 Was qualitativ ist, muß subjektiv sein.

027 Quantität ist objektiv, Qualität subjektiv und relativ.

028 Jede echte Qualität bleibt ewig verborgen, okkult.

029 die Herrschaft des Quantitativen

030 Qualität ist irrational und subjektiv. Nur Quantität ist logisch.

031 "Jedes Ereignis besitzt eine unbestimmte Anzahl von Eigenschaften, die ihrerseits eine unbestimmte Anzahl von Gesichtspunkten implizieren - und es gibt kein Prinzip, das uns zu einem vollständigen Bild all dieser Gesichtspunkte verhilft. Da jede Eigenschaft selbst wiederum unendlich viele Unterscheidungen umgreift, ist ein Ereignis auch in qualitativer Hinsicht unendlich mannigfaltig."

032 Der Gebrauchswert ist qualitativ, der Tauschwert nur quantitativ beschreibbar.

033 Der Begriff der Qualität ist der Unbestimmtheit und Vieldeutigkeit des Sinnlichen entworfen.

034 Qualitativ ist alles Seelische und Geistige, das physikalisch Meßbare ist das Quantitative.

035 Nur das Berechenbare wird erkannt.

036 Klassifizierung von Menschen nach Zahlen.

037 Die Anwendung quantitativ mechanischer Erklärungsweisen war einfach und naheliegend.

038 Quantifizierung ist Meßbarkeit.

039 Die Messungsgrößen sind die elementaren Begriffsformen, die wir zur empirischen Beschreibung benützen.

040 "Es gibt nur einen Sinn für Qualität, aus dem dann die Wahrnehmung von Subjekten und Objekten hervorgeht. Im Augenblick reiner Qualität sind Subjekt und Objekt identisch."

041 "Zweckbewußtsein und Zählbarkeit fordern einander."

042 der Glaube an die Rechenbarkeit aller Sachverhalte

043 Macht, Autorität, Zwang und Abhängigkeit beruth auf Masse, nicht aber die Freiheit.

044 Zählbarkeit ist ein geistiges Wunschbild.

045 "Quantitative Existenz ist anonyme Existenz."

046 Die Qualität des Wissens ist wichtiger, als die Quantität desselben.

047 Berechenbarkeit ist Meßbarkeit.

048 "Bewußtsein ist waches Bewußtsein, und waches Bewußtsein ist potentiell zählendes Bewußtsein, die Anzahl aber ist, was immer sie sonst sei, Sinnbild der Unwandelbarkeit."

049 "Auf dem Markt feiert die Herrschaft der großen Zahl ihre Triumphe. Alles wird mit allem gleichgesetzt."

050 Qualität ist weit schwieriger zu handhaben, als Mengen, deshalb stellt auch das Urteilen eine höhere Fähigkeit dar, als Zählen und Rechnen.

051 Die Stärke der Naturwissenschaften beruth auf der Reduktion der Wirklichkeit von der Qualität zur Quantität.

052 Qualitative Unterschiede sind inkommensurabel, quantitative nicht.

053 Glück unterscheidet sich in erster Linie qualitativ, nicht quantitativ.

054 Die Idee des Guten steht im Gegensatz zum bloßen Zusammenzählen bedingter Interessen.

055 Die Abstraktion des Geldes ermöglicht die zahlenmäßige Bestimmbarkeit verschiedenartiger Leistungen.

056 Organische Prozesse können nicht exakt berechenbar gemacht werden.

057 Die Frage der Mehrheit geht auf die Kategorie der Quantität zurück, die der Richtigkeit betrifft eine Erwägung der Qualität.

058 Qualitas - die Wieheit, die Eigenheit

059 Reine Mathematik hat es nur mit Quantitäten zu tun.

060 Für psychische Erscheinungen sind keine Maßeinheiten vorhanden. Psychische Qualitäten lassen sich nicht in physische Quantitäten übersetzen.

061 Die Arithmomanie des quantitativen Denkens.

062 "Die moderne Industrie begann nicht mit der Fabrik, sondern mit der Messung der Arbeit. Als der Wert des Produktes in Produktionseinheiten definiert wurde, taxierte man den Wert des Arbeiters in ähnlicher Weise."

063 Wer quantifiziert, muß immer erst von qualitativen Differenzen der Elemente absehen.

064 Der Wert wurde bisher immer als objektive Qualifikation eines Gegenstandes betrachtet.

065 Es gibt keine geheimnisvollen Mächte; es ist alles durch Berechnung beherrschbar.

066 Unersetzbarkeit ist die Konsequenz von Qualität.

067 Die Verschiedenheit der Werte bedeutet lediglich eine Verschiedenheit unzerlegbarer Qualitäten.

068 Bedeutung besteht entweder in einer Qualität oder in einer Beziehung.

069 Quantitative Beziehungen sind mathematisierbar.

070 "Der formlose und chaotische Stoff ist das Maß- und Zahllose. Das Gute ist nur von hier aus das begrenzende Maß, das Böse das Maßlose."

071 "Durch die Gleichsetzung von Realität mit Quantität ist der menschliche Geist Erkenntnis geworden."

072 Der Mensch ist ein Qualitativum.

073 Der Gegensatz einer objektiven Welt der Quantitäten einer subjektiven Welt der Qualitäten, der drei Jahrhunderte lang die Philosophie verwirrt hatte, wurde durch die Mach'sche Analyse der wissenschaftlichen Erkenntnis überwunden.

074 Auf Zahlen kann man sich noch am ehesten einigen. Größen kann man mathematisch und damit "objektiv" ermitteln, sie können nicht angezweifelt werden.

075 Was man nicht messen und nicht quantifizieren kann ist nicht wissenschaftlich.

076 "Dahin schwinden Sicht, Klang, Geschmack, Berührung und Geruch, und mit ihnen sind seither dahin Aesthetik und moralische Empfindsamkeit, Werte, Qualität, Form; dahin sind auch alle Gefühle, Motive, Absichten, Seele, Bewußtsein, Geist. Die Erfahrung an sich ist aus dem Reich wissenschaftlicher Forschung ausgestoßen worden."

077 Gegenstandsqualitäten sind Farbe, Geruch, Geschmack, Gestalt.

078 Das Geld gilt als der weltweite Garant der Austauschbarkeit von allen und jeden.

079 Das Unbestimmte wird zu etwas Berechenbarem gemacht.

080 "Schließen aber ist Rechnen, und alles Rechnen läßt sich Zurückführen auf Addition und Subtraktion."

081 Es gibt keine Methode zur qualitativen Bewertung von Kulturen.

082 Aristoteles war überzeugt, daß die Wahrnehmung, die sein Wirklichkeitskriterium darstellte, nur Qualitäten lieferte.

083 Qualitativ ist die Natur unendlich.

084 Die Gegenstände in der Natur können niemals genau bestimmten Zahlen entsprechen.

085 Alle Qualitäten entstehen erst durch die Sinne.

086 Menschliche Motive lassen sich nicht addieren oder subtrahieren, da sie schon durch ihr Zusammenwirken anders werden, als sie für sich sind.

087 Die rein formale Mathematik ist durch das Prinzip der Generalisation entstanden.

088 Wissenschaft wird mit Messungen und quantitativen Feststellungen assoziiert.

089 "Die Welt geht nicht restlos auf in der Zahl."

090 Gesundheit ist eine subjektive Erfahrung, deren Qualität man intuitiv kennen, doch niemals erschöpfend beschreiben oder quantifizieren kann.

091 Durch die Methode der Quantifizierung erhält die Wirtschaftstheorie einen wissenschaftlichen Anschein. Gleichzeitig aber schließt sie qualitative Unterscheidungen aus, die zum Verständnis von ökologischen, sozialen oder psychologischen Dimensionen wirtschaftlicher Aktivitäten aber von entscheidender Bedeutung sind.

092 "Dennoch beruth auch die Quantentheorie immer noch auf Messungen und ist genaugenommen die quantitativste aller wissenschaftlichen Disziplinen, da sie alle Eigenschaften der Atome auf ganze Zahlen reduziert."

093 Die Mathematisierbarkeit gilt als Index wahrer Wissenschaftlichkeit. Durch die Erfüllung dieser Norm erfüllt eine Theorie an besten die Anforderungen dies wissenschaftlichen Ideals der Exaktheit.

094 Alle sinnlichen Qualitäten bedürfen eines Trägers.

095 Quantitäten sind das Produkt des Messens.

096 Quantität gehört in die Welt des analogen Rechnens.

097 "Die Sprache versichert durch die Syntax von Subjekt und Prädikat ständig, daß 'Dinge' irgendwie Qualitäten und Attribut 'haben'."

098 Man glaubte, alle Phänomene (auch die geistigen) im Sinne der Quantität untersucht und bewertet werden können und sollen.

099 Quantitative Unterschiede sind nur oberflächlich und geben nicht den Begriff der Sache.

100 Die quantitative Bestimmtheit soll Gerechtigkeit und Gleichheit der Leistungen gewährleisten.

101 Es gibt keine Quantität oder Qualität als selbständig Seiendes.

102 "Wo das Rechnen anfängt, hört das Verstehen auf. Das Resultat aber besagt nie mehr, als 'Wieviel'; nie 'Was'."

103 "Stets sind sie eilig, nur zu messen und zu rechnen, halten es für die Hauptsache und le calcul! le calcul! ist ihr Feldgeschrei."

104 "Das Wieviel und Wiegroß hat für 'praktische' Zwecke Wichtigkeit: in der Theorie aber kommt es hauptsächlich und zunächst auf das 'Was' an."

105 Das allgemeine Wahlrecht ist das Recht der Mehrheit, ihren Willen der Minderheit aufzudrängen. Es ist aber kein Grund vorhanden, warum wir glauben sollten, daß die größere Zahl immer auf Seiten der Wahrheit, der Gerechtigkeit und dem allgemeinen Interesse steht.

106 Zahl und Maß sind Formen des Sinnlichen.

107 Der Verdinglichungsdrang einer terministischen Logik.

108 das alte quantitative Wachstum

109 Die Qualität ist psychischer Natur.

110 Das Berechenbare und Quantitative ist Hauptkriterium alles Technischen.

111 Von Anbeginn an schließt die Herrschaft über die Natur ihre Entqualifizierung und Objektivierung ein.

112 Dem kapitalistischen Interesse ist an der Natur nur die quantitative Berechenbarkeit wichtig, nicht der qualitative Inhalt.

113 Die Zahl der Tatsachen in der Natur ist unendlich.

114 Die Qualitäten der Dinge sind bloße Zustände des empfindenden Subjekts.

115 Die Zurückführung der Qualitäten auf Quantitäten ist das Hauptanliegen der modernen Naturwissenschaft.

116 "Die institutionalisierten Werte, welche die Schule einimpft, sind quantitativer Art. Die Schule führt junge Menschen in eine Welt ein, in der alles meßbar ist, auch ihre Phantasie und sogar der Mensch selber."

117 Der Drang zur Spontaneität versucht den Ausbruch aus der Berechenbarkeit.

118 "Tausend Engel sind in der Ewigkeit nicht mehr an Zahl als zwei oder einer, den in der Ewigkeit gibt es keine Zahl: sie ist jenseits aller Zahl."

119 "Wer dich, Gott, erkennen soll, der muß dich messen ohne Maß ... daß wir in die Erkenntnis kommen mögen, die da dann ohne Weise und ohne Maß ist."

120 Der Wert ist kein Ding, sondern eine Qualität.

121 Nur Quantitäten und kontextunabhängige Größen können einen mathematischen Modell unterworfen werden.

122 "Bei aller Wertbestimmung bestimmt der Durchschnitt."

123 "Kapitaleigenschaften kommen den Dingen nicht als solchen und unter allen Umständen zu, sondern nur als Funktion, mit der sie je nach den Umständen bekleidet oder nicht bekleidet sind."

124 Unberechenbarkeit ist Nichtwissen.

125 Jede Zwecksetzung ist eine Sache des Glaubens, die sich der wissenschaftlichen Berechnung entzieht.

126 Alles Messen ist bloße Abstraktion. Die Welt des Messens und der Materie ist deshalb eine Welt des Scheins und der Illusion.

127 Das Quantitative hat die Übermacht über das Qualitative.

128 Qualitativ bedeutet in der Wissenschaft immer ungenau quantitativ.

129 In der Zahl wie auch im Wort ist das Sinnliche und Endliche abgestreift.

130 Man glaubte, hinter den Qualitäten läge ein Wirkliches, Wirkendes, eine Substanz. Berkeley aber sagte: es bleibt nichts übrig.

131 Das reine Schema der Quantität ist die Zahl.

132 Gleichartig ist alles, was mathematisch erwogen werden kann.

133 "Alle Zählung geht letzten Endes auf Zählung einer zeitlichen Reihe von Erlebnissen zurück."

134 Das Maß der Zeitökonomie ist die methodische Quantifizierung von Arbeit nach reinen Zeitmaßen.

135 Jede echte Bewertung betrifft individuelle Qualitäten und individuelle Zuständlichkeiten.

136 "Die Idee ist nicht eines, sondern eher Zahl."

137 Für Locke gab es noch ursprüngliche oder primäre Qualitäten wie Festigkeit, Ausdehnung, Gestalt, Bewegung, bzw. Ruhe und Zahl; aber auch schon Qualitäten, die nicht den Objekten selbst zukommen, sondern in den Sinnen begründet sind, sekundäre Qualitäten wie Farben, Töne, Geschmäcke. Die Form eines Gegenstandes war eine Eigenschaft 'ansich', seine Bräune jedoch nur eine Eigenschaft für uns, präziser: für Lebewesen, die imstande sind, bestimmte Wellenlängen des Lichts als 'braun' zu empfinden. Die Eigenschaft der Bräune eines Gegenstandes ist nicht objektiv gegeben, sondern eine Zutat des betrachtenden Subjekts, das imstande ist, in bestimmter Weise zu sehen oder zu hören.

138 Die Marktwirtschaft steht und fällt mit quantitativen Berechnungen.

139 Die Wirklichkeit ist der Wert.

140 "Das siebzehnte Jahrhundert hatte schließlich ein Schema des wissenschaftlichen Denken hervorgebracht, das von Mathematikern für Mathematiker geschaffen wurde. Das hervorstechende Merkmal des mathematischen Geistes ist seine Fähigkeit, mit Abstraktionen umzugehen und aus ihnen klare, demonstrative Überlegungen abzuleiten, die solange vollkommen befriedigend sind, wie man über diese Abstraktion nachdenken möchte. Der ungeheure Erfolg der wissenschaftlichen Abstraktionen, die auf der einen Seite die Materie mit ihrer einfachen Lokalisierung in Raum und Zeit erbrachten, auf der anderen Seite den wahrnehmenden, leidenden, denkenden, aber nicht eingreifenden Geist, hat die Philosophie unversehens vor die Aufgabe gestellt, diese Abstraktionen als die konkreteste Darstellung der Tatsachen zu akzeptieren. Dadurch ist die moderne Philosophie ruiniert worden."

141 "Das allrationalistische System, das die ganze Welt als bloße Quantität fassen und die Verschiebung der quantitativen Verhältnisse aus einigen Gleichungen deduzieren will, die ihrerseits metaphysische Wahrheiten sind. Seine Wurzel ist das optimistische Bestreben, die Grundkategorie des kapitalistischen Formalrechts, den Austausch von Äquivalenten, als Wesen der Welt zu deduzieren."

142 Quantitatives Wissen erhalten wir durch Messung.

143 Das Problem des Wissens ist die ungeheure Stoffmenge.

144 Mit jeder Quantifizierung des Seelischen ist eine Art Verräumlichung und Vergegenständlichung von fließendem Erleben verbunden.

145 Gegenstände werden mit Eigenschaften wahrgenommen, die ihnen in Wirklichkeit gar nicht zukommen.

146 Das rein Quantitative ist unwirklich.

147 Das Systematische ist das bloß Errechenbare.

148 die Auffassung der Welt als Quantum.

149 Die rationalistische Antwort auf das Problem der Gewißheit führte zu einer Wissenschaft der Mechanik auf der Grundlage quantitativer Eigenschaften.

150 "... denn Gott ist Einer außerhalb aller Zahl ... im Einen gibt es weder Grad noch Rang."

151 Die Voraussetzung der Meßbarkeit beliebig kleiner Zustandsänderungen ist nicht erfüllbar.

152 Der Gesichtspunkt einer 'besseren Welt' kann nicht nach der Nützlichkeit, d.h. der unmittelbaren und berechenbaren Verwendbarkeit entschieden werden.

153 "Die moderne Medizin lebt von der Idee, daß die körperlichen Prozesse berechenbar und in wesentlichen derselben Art von Logik zugänglich sind, mit deren Hilfe wir auch die anderen Naturphänomene zu verstehen suchen. Den physiologischen Prozessen haftet nichts Außergewöhnliches an, das sie von den physikalischen Prozessen unterscheiden würde, die wir anderswo in der Natur betrachten. Auch bei physiologischen Prozessen sprechen wir ganz selbstverständlich von 'überprüfbaren Daten' und 'unumstößlichen Tatsachen', so als würden wir über die Theorie der Kontinentalverschiebung oder über das Wachstum von Kristallen reden."

154 die bürgerlichen Maße

155 Die Rechenhaftigkeit resultiert aus der Anwendung von abstrakten Gleichungen.

156 Das Verständnis der Wirklichkeit verlangt einen Bezug zum Idealen.

157 "Die unaufhebbare Grenze zwischen Subjekt und Objekt der Arbeit ist für Marx zugleich die zwischen Subjekt und Objekt der Erkenntnis."

158 'Abstrakt', d.h. losgelöst von den qualitativen Dimensionen menschlicher Bedürfnisse und Gebrauchswerte.

159 "'Böse' bedeutet soviel wie 'individuell', 'frei', 'willkürlich', 'ungewollt', unvorhergesehen', unberechenbar' ..."

160 Die abstrakte, quantitative Wissenschaft zwingt dem Naturprozess ein ihm äußerliches Gesetz auf. Dadurch wird jedoch der wirkliche Zugang zur Natur versperrt, das Verhältnis zur Natur bleibt abstrakt.

161 Die Materie bestand aus stofflich gleichartigen, nur quantitativ verschiedenen kleinsten Teilen.

162 "Mathematismus" ist der Versuch der Quantifizierung des Nicht-Quantifizierbaren.

163 Die mechanische Auffassung der Körperwelt ist ihre quantitative, d.h. begriffliche Bestimmung.

164 "Ist die Natur nur groß, weil sie euch zu zählen gibt?"

165 Die qualitative Differenz der Individuen ist eine Grundtatsache allen organischen Lebens.

166 Die Fiktion rein quantitative Meßbarkeit von Bedürfnissen.

167 "Das Maß ist eine Relation."

168 "Der abstrakte Geldbegriff ermöglicht und suggeriert eine Weltbetrachtung, in der alle Werte und Beziehungen auflösbar, ersetzbar sind durch beliebige andere."

169 Es war die Aufklärung, die in nie gekannter Radikalität das Meßbare an die Stelle der okkulten Qualitäten setzte.

170 "Weil sie auf Gesetzesaussagen und somit auf eine völlige Reduktion des Qualitativen auf das Quantitative abstellen, liegt den Naturwissenschaftlern nichts an den Eigentümlichkeiten des Wirklichen als solchen."

171 "Das Qualitative ist mehrdeutig, das Quantitative läßt nur eine Deutung zu."

172 Wissenschaftliche Erkenntnis wird nicht in einen Prozess der Anhäufung des Wissens erreicht, sondern in revolutionären Sprüngen.

173 "Es ist gar nicht unwahrscheinlich, daß Materie und Quantität in Wirklichkeit dasselbe sind."

174 "Die Zahl ist ein unsinnlicher Gegenstand, und die Beschäftigung mit ihr und ihren Verbindungen ein unsinnliches Geschäft."

175 Die Verallgemeinerung der Zahl heißt 'Größe'.

176 "Das Quantum, indem es als eine gleichgültige Grenze genommen wird, ist die Seite, an der ein Dasein unverdächtig angegriffen und zugrunde gerichtet wird. Es ist die List des Begriffes, ein Dasein an dieser Seite zu fassen, von der seine Qualität nicht ins Spiel zu kommen scheint."

177 Die Quantität ist eine den Inhalten gegenüber gleichgültige Konzeption.

178 Jede Qualität ist einzigartig und ist, was sie ist. Es kann keine zwei identischen Qualitäten geben.

179 "Die Quantifizierung des Gemeinwohls mittels des Bruttosozialprolukts ist Ausdruck eines realitätsfernen Hanges der bürgerlichen Gesellschaft zu abstrakter Systematisierung und Reduzierung aller Realität auf das Meßbare."

180 Zeit und Raum sind die ursprünglichen Quanta.

181 Das Äquivalent avancierte zum metaphysischen Prinzip.

182 Es gibt keine Ware, deren Herstellung unter allen Umständen die gleiche Arbeitskraft erfordert. Deshalb gibt es auch keinen unveränderlichen Wertmesser zur Messung von Arbeit.

183 Die höhere Würde des Menschen duldet keine Quantifizierung.

184 "Also letztlich ist durch Quantifizierung die Unerschöpflichkeit nur zurückzudrängen, zu mildern, aber nie zu beseitigen."

185 Verstehen ist qualitatives Erkennen.

186 Der Nutzenbegriff ist eine rationalistische Konstruktion.

187 "Aber die 'Verschiebung' der ganzen Nutzenproblematik von der 'Empfindungs'- auf die 'Bedeutungs'basis kann an dem Tatbestand der Nichtquantifizierbarkeit nichts ändern, da die Bedeutung ebensowenig wie die Empfindung Größencharakter besitzt."

188 "Der ökonomische Liberalismus beruth auf den Versuch, mit Hilfe des Zweck-Mittel-Denkens aus der ethischen Fragestellung einen autonomen Teilbereich abzuspalten, ihn ethisch zu neutralisieren und mit den Instrumentarium des quantitativen Denkens zu bearbeiten."

189 "Es bleibt also dabei: das Qualitative ist von dem Quantitativen durch eine Kluft getrennt, über die auch die Psychophysik der Zukunft keine Brücke schlagen wird. Der Rationalismus das siebzehnten Jahrhunderts mochte glauben, daß jedem 'einfachen' und bloß 'ausgedehnten' Körper eine ebenso einfache Sinnesempfindung 'parallel' zu setzen sei, und daß man daher die Wirklichkeit more geometrico behandeln könne. Wir sollten heute endlich gelernt haben, daß die rationalen 'Welten' erst Produkt der generalisierenden Abstraktion sind, und daß sie deshalb zwar gewiß nicht aufhören, theoretisch und praktisch wertvoll zu sein, aber niemals mit individuellen Wirklichkeiten zusammenfallen ... Der Schritt vom Homogenen ins Heterogene, der uns vor eine prinzipiell unerschöpfliche Mannigfaltigkeit führt, ist stets der Schritt vom Unwirklichen zum Wirklichen, der auch mit dem vom Rationalen zum Irrationalen zusammenfällt. Wir können nur den Schritt von der irrationalen Wirklichkeit zu den rationalen Begriffen machen, indem wir das nicht Quantifizierbare 'weglassen', die 'Rückkehr' zur qualitativen individuellen Wirklichkeit ist uns für immer versagt. Denn wir werden aus den Begriffen nie mehr 'herausholen' als das, was wir in sie 'hineingetan' haben. Der 'Schein', als führe ein Komplex von Allgemeinheiten zum Individuellen, zurück, entsteht dadurch allein, daß wir uns ein ideales Sein rein quantitativer Art aufbauen, in dem jeder beliebige 'Punkt' beherrschbar ist, und daß wir dann diese begriffliche Welt mit der individuellen Wirklichkeit 'verwechseln', in der es keine 'Punkte' gibt."

190 Die Anwendung quantitativer Begriffe auf seelische Erscheinungen beruth auf unhaltbaren Voraussetzungen.

191 "Sehen wir nach, warum Protonen und Elektronen nicht zählbar sind. Es ist nicht einfach deshalb so, weil ihrer so viele sind. Die Quantenphysiker sagen uns, daß ein Elektron sich nicht endgültig an einem Platz befindet, sondern über eine Wahrscheinlichkeitsverteilung hin verwischt ist, so daß Elektronen von einander nicht unterschieden werden können. Da ist kein vielversprechendes Material zum Zählen. Es gibt da nichts, was man sich über das letzte Elektron, das man gezählt, hat, merken könnte, weder seine Lage, noch irgendein Unterscheidungsmerkmal. Wie können wir daher wissen, ob das nächste, das wir bemerken, ein neues ist, oder eines, das schon gezählt wurde? Je genauer wir seine Lage in einen gegebenen Augenblick fixieren, desto größer wird gemäß dem Unschärfeprinzip unsere Ungewißheit über seine Geschwindigkeit und darüber, wo es in nächsten Augenblick auftauchen wird. Man könnte vielleicht vor den Einschlafen sich damit unterhalten, Elektronen in einer Wahrscheinlichkeitsverteilung zu zählen, als Variante zum Schafezählen auf einer grünen Weide."

192 "Das Vehikel der Forschung ist 'Mathematik'; und bloß soweit Mathematik anwendbar ist, kann ein mechanisches Weltbild entstehen. Alles Qualitative, eigentlich Anschauliche, alles, was an sich wesenhaft erscheint, wird aus der Welt verdrängt. Die Natur wird entqualifiziert und damit entseelt. Sie wird in 'exakte Gesetzesbegriffe' gefaßt, damit 'berechenbar' und dadurch 'beherrschbar'. In diesen Weltbild allein heißt es: Wir erkennen alles nur so weit, als wir es machen können. Die Natur wird ein Werkzeug das Geistes, als Mechanismus ein Apparat, sie wird damit inhaltlich ganz abstrakt, ganz allgemein. In diesem Weltbild sieht man nicht das, was gewöhnlich Wirklichkeit heißt und Fülle hat, sondern eine spezifische Unwirklichkeit, mit der, da sie eine Seite alles Wirklichen ist, sich die allergrößten Wirkungen in dieser erzielen lassen. Dies Weltbild umfaßt eben das, das an der Natur uns durch Berechnung ganz unterworfen ist, also vor allem die Welt nach ihrer 'räumlichen' und 'zeitlichen' Seite."

193 Die Frage der Quantifizierbarkeit der Bedürfnisse ist von elementarer Bedeutung für die Ökonomik.

194 Die nichtmaterielle Welt ist die Welt der Qualitäten und Werte. Materie ist Quantität, Geist Qualität.

195 Die Zahl ist für unseren Geist das gegebenste Instrument, eine Ordnung herzustellen oder zu erfassen. Sie dient hauptsächlich zur Erfassung von Regelmäßigkeiten, bzw. zum Feststellen einer Ordnung. Prinzipiell sind Zahlen jedoch ideale Gebilde, denen nichts wirklich in der Realität entspricht. Aus praktischen Gründen können wir aber diesen wesentlichen Unterschied vernachlässigen.

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.