Gerechtigkeit
Philipp Lotmar - Die Gerechtigkeit
p-2siehe auch Gleichheit, Moral, Ethik, Recht, Gegenseitigkeit, Ausbeutung, Privilegien

001 "Ich sah eine schöne Frau mit verbundenen Augen auf den Stufen einen Marmortempels. Eine große Menschenmenge ging an ihr vorbei und blickte flehend zu ihr hinauf. Sie trug ein Schwert in der Linken. Sie hob das Schwert, erschlug hier ein Kind, dort einen Arbeiter, jetzt eine Frau, die sich ihr zu entziehen versuchte, dann einen Wahnsinnigen. In ihrer Rechten trug sie eine Waage. Diejenigen, die von ihren Schwertstreichen verschont bleiben wollten, warfen Goldstücke in die Waagschale. Ein Mann in einer schwarzen Toga verlas ein Papier. "Blicke keinem ins Angesicht." Dann sprang ein junger Mann herbei und riß ihr die Binde von den Augen. Ihre Wimpern waren zerfressen, ihre Augenlider verwest, die verbrannten Pupillen schwammen in milchigem Schleim. In ihr Antlitz war der Wahnsinn einer sterbenden Seele geschrieben. Doch die Menge sah, warum sie eine Binde trug."

002 Von Natur ist nichts gerecht oder ungerecht.

003 Unrecht geschieht entweder durch Gewalt oder durch List.

004 "Der große Weg (das Tao der Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit) ist breit und eben."

005 Gerechtigkeit hat nur da Sinn, wo sie der Autorität überlegen ist.

006 Die Moral ist bei dem Teil, der für die gerechte Sache kämpft.

007 Gerechtigkeit ist ein Trug. Es gibt nichts als Gewalt.

008 Gerechtigkeit ist die Bedingung des wahren Friedens.

009 Gerechtigkeit ist die Legitimation der Rechtsordnung.

010 Das, was wir übrig haben, gehört nicht uns, sondern ist ein unrechtes Gut, das wir anderen, die bedürftig sind, schulden.

011 "So wie Gott ohne Warum wirkt und kein Warum kennt, - ganz in der gleichen Weise, wie Gott wirkt, so auch wirkt der Gerechte ohne Warum, und so, wie das Leben nun seiner selbst willen lebt und kein Warum sucht, um dessentwillen es lebe, so auch kennt der Gerechte kein Warum, um dessentwillen er etwas tun würde."

012 Gerechtigkeit steht über der Macht.

013 Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit sind unbedingte Werte.

014 "Wißt ihr nicht, daß wir Engel richten werden?"

015 Der Heilige darf Unrecht tun, denn er kann gar nicht Unrecht tun.

016 Gerechtigkeit entspricht der Idee der Gegenseitigkeit.

017 Es wird eine Zeit kommen, wo die Freiheit von der Gerechtigkeit aufgehoben wird.

018 Bezieht sich der Allgemeinwille auf Einzelnes wird er ungerecht.

019 Jedem das Seine fordert die Gerechtigkeit, jedem das Gleiche der Neid.

020 Die menschliche Würde zu verteidigen, im Notfall gegen sich selbst, das ist Gerechtigkeit.

021 Gerechtigkeit wird nicht durch Konsens ermittelt, sondern ist jedem vorgegeben.

022 Die grundlegende Eigenschaft der menschlichen Vernunft ist der Begriff der Gerechtigkeit.

023 "Justitias Blindheit ist nicht die des Propheten, nicht die des Dichters, nicht die der großen und zornigen Güte, sondern die der willentlichen Abstraktion; sowohl dem Bereich des unmittelbaren Lebens wie dem der absoluten Idee angehörend, verquickt sie - niemand tut dies außer ihr - unaufhörlich das eine mit dem andern, greift mit dem Abstrakten ins Leben ein, verwandelt das Leben ins Abstrakte, und das gibt ihr einen dämonischen Aspekt, den keine andere Sozialsphäre neben ihr hat." - Hermann Broch, Massenwahntheorie, Ffm 1979, Seite 475

024 "Heute manifestieren sich die Gesamtgruppierungen in sozialen Klassen, die den Gesamtgesellschaften Konkurrenz machen. Die Klasse ist ein Makrokosmus von Gruppen und Schichten, die sich wegen ihrer Suprafunktionalität niemals in einer einzigen Organisation (und eben nicht in einer Pluralität von ihnen) ausdrücken läßt. Nun hat aber eine Klasse, soweit sie konstituiert ist, eine feste Struktur und wird zu einem normativen Fakt, der eine spezifische Rechtsordnung hervorbringt. Diese Rechtsordnung drückt sich in einem unorganisierten Recht aus, welches auf das Klassenbewußtsein gegründet ist und sich in spontaner Weise durch Gewohnheit, Präzendenzfällt, Deklarationen, freirechtliche intuitive Findung usw. manifestiert. Dieses aber vermindert nicht die große Wirksamkeit der Klassenrechtsordnung, die mit der Staatsrechtsordnung und eben mit der Rechtsordnung der Nation in einen offenen Kampf tritt. Auch die Klassenrechtsordnung über das System der Rechtsordnungen der Nation obsiegen, als auch die Staatsrechtsordnung beherrschen, um mit neuen juristischen Klassenrahmenwerken in Konflikt zu geraten. Dafür liefern  bäuerliches Recht, proletarisches Recht, bourgeoises Recht  besonders auffällige Beispiele. Im Kampf zwischen  bäuerlichem, proletarischem  und  bourgeoisem Recht  haben wir nicht nur einen Konflikt zwischen drei verschiedenen Rechtsordnungen, die das innere Leben der drei betreffenden sozialen Klassen regeln, vor uns, sondern auch einen Konflikt zwischen divergierenden Weltanschauungen, in denen juristische Werte impliziert sind, und zwischen sehr verschiedenen Interpretationen der Gerechtigkeit." - Georges Gurvitch, Grundzüge der Soziologie des Rechts, Darmstadt und Neuwied 1974, Seite 158f

025 Der Gesellschaft muß daran gelegen sein gerecht zu sein.

026 "Es ist entsetzlich, sich vorzustellen, daß die Menschheit zum großen Teil noch heute mit der völlig chimärischen Vorstellung von einer objektiven Gerechtigkeit als theoretischer Grundlage für ihre wichtigsten praktischen Entscheidungen operiert. Nicht zum mindesten im Völkerrecht spielt diese Wahnvorstellung noch eine bedeutende praktische Rolle. Die Gefahr besteht darin, daß die unfruchtbare Gerechtigkeitsideologie das Denken irregeleitet und den Blick für die wirkliche Bedeutung und praktische Relevanz unserer individuellen und sozialen Handlungen abstumpft. Jeglicher Aberglaube, darunter auch der Glaube an eine Gerechtigkeit bedeutet Finsternis und Irrlichter, die, ungeachtet welche Ziele wir auch immer verfolgen mögen, uns nur hemmen und uns von ihnen ableiten können. Das Gerechtigkeitsbewußtsein und seine  ewigen  Gesetze sind im Großen und Ganzen nichts weiter als ein Produkt der überlieferten positiven Rechts- und Gesellschaftsordnung, eine Rationalisierung der herrschenden Wertungen und Einstellungen. Es ist deshalb seinem Wesen nach konservativ und ein Hindernis für eine geschmeidige Anpassung an die Verhältnisse, wie sie nun einmal sind." - Alf Ross, Kritik der sogenannten praktischen Erkenntnis, Kopenhagen und Leipzig 1933, Seite 383

027 Es ist grundsätzlich abzulehnen die Normen der Gerechtigkeit durch eine Analyse der empirischen Wirklichkeit zu gewinnen.

028 Zwei verschiedene Begriffe von Gerechtigkeit in Bezug auf Strafe und Verteilung.

029 "Die Verteilung des Reichtums ist eine rein menschliche Institution. Sie ist von den Gesetzen und Sitten der Gesellschaft abhängig. Die Regeln der Verteilung werden von den Meinungen und Gefühlen des herrschenden Teils der Gesellschaft bestimmt und sind zu verschiedenen Zeiten und in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich sein, wenn es der Menschheit beliebte."

030 Verteilungsgerechtigkeit ist die ursprüngliche Form der Gerechtigkeit.

031 Autorität hat, selbst wenn sie der Gerechtigkeit entspricht, die Tendenz das Wesen der Gerechtigkeit abzuschwächen.

032 die Mystik des Ausgleichens

033 "Das von Christensen formulierte Äquivalenzprinzip geht darauf aus, bei allen allen sozialen Beziehungen Leistung gegen Gegenleistung so abzuwägen, daß sie sich gegenseitig im Wert entsprechen und derart, daß das Ergebnis ein solches wird, daß jeder sein (durch gleiche Leistung erworbene) Eigentum bekommt und behält. Es ist ja nämlich klar, daß, damit von gleichem Tausch die Rede sein kann, im voraus gegeben sein muß, was  dein  und was  mein  ist, oder wie Christensen es nennt, das ethische Eigentum. Dieses soll das ursprüngliche Recht am Arbeitserzeugnis sein. Wenn Christensen glaubt, dieses Gesetz wiederum aus dem Austauschgesetz (die Produktion muß hier als Austausch zwischen Arbeiter und Natur aufgefaßt werden) ableiten zu können, so ist das natürlich vollkommener Unsinn. Es müßte in diesem Fall schon vor dem Austausch feststehen, woran der Arbeiter und woran die Natur  Eigentum habe  usw. ad infinitum. Das Äquivalenzprinzip setzt notwendigerweise ursprüngliche, irreduzierbare  Rechte  und obendrein  objektive Werte  als Maß für die Gleichheit der Leistungen voraus." - Alf Ross, Kritik der sogenannten praktischen Erkenntnis, Kopenhagen und Leipzig 1933, Seite 388f

034 Wer gerecht ist, ist weder gut noch böse.

035 Wo alle Werte auf den Marktwert reduziert werden, wird auch die Gerechtigkeit auf den Marktbegriff reduziert.

036 "Im Talmud gibt es 36 Gerechte, auf denen die Welt ruht."

037 Das Leistungsprinzip als Gerechtigkeit.

038 Aristoteles lehrt: Gerechtes Verhalten ist die Mitte zwischen Unrecht-Tun und Unrecht-Leiden.

039 Für die gerechte Sache gilt kein Gesetz.

040 Der freie Wille erzeugt notwendig Unrecht.

041 Gegenseitigkeit ist die Formel der Gerechtigkeit.

042 Rechtfertigung von Macht gibt es nicht. Macht ist nie gerechtfertigt.

043 Das Gerechte an sich ist noch nicht human.

044 Der Markt kann unmöglich als Mechanismus des Gerechtigkeitsprinzips angesehen werden.

045 Recht ergibt sich aus der Idee der Gerechtigkeit.

046 Der wahre Gott ist nicht Gerechtigkeit, sondern Liebe.

047 Für Gerechtigkeit gibt es keinen eindeutigen Maßstab.

048 "Gerechtigkeit heißt der kunstreiche Bau des Weltgewölbes, wo alles Eines, Eines Alles hält, wo mit dem Einen alles stürzt und fällt."

049 Wer für eine gerechte Sache kämpft ist doppelt gerüstet.

050 Das Verfahren des Parlamentarismus ist es Stimmen zu zählen, nicht zu wägen.

051 Eine Strafe kann nie gerecht verhängt werden, denn niemand ist gerecht. Gerechtigkeit bedeutet volles Verständnis.

052 Freiheit und Gerechtigkeit als ewige Wahrheit.

053 Gerechtigkeit ist das oberste Gesetz.

054 Der Mißbrauch von Recht und Gerechtigkeit ist eine Ursache allen Übels.

055 Gerechtigkeit darf nicht mit Gleichheit verwechselt werden.

056 Es gibt keine Erkenntnis, die nicht auf Ungerechtigkeit beruht.

057 Die Gerechtigkeit einer Gesellschaft läßt sich danach bewerten, welchen Chancen sie ihren Randgruppen einräumt.

058 Wenn man Ungleiches zu Gleichem addiert kommt Ungleiches heraus.

059 Demokratie liegt im Schnittpunkt von Freiheit und Gerechtigkeit.

060 Gerechtigkeit ist das erste allgemeine und kategorische Gesetz jeder Gesellschaft.

061 Freiheit und Gerechtigkeit streben von Natur aus nach Kostenlosigkeit. Sie bestehen durch sich selbst und sind im wesentlichen unentgeltlich.

062 Das Prinzip der gerechten Verteilung muß den Prinzip der gerechten Partizipation untergeordnet werden.

063 Gerechtigkeit und Freiheit sind die beiden Elemente zur sozialen Umgestaltung.

064 Der Tod ist der große Gleichmacher.

065 Die Gerechtigkeit ist nur ein Ideal.

066 Gleichartige Behandlung ist in irgendeiner Form immer ungerecht.

067 Gewalt als soziale Ungerechtigkeit und Frieden als soziale Gerechtigkeit.

068 Fortschritt kann nie etwas anderes sein, als die Entwicklung von Freiheit und Gerechtigkeit.

069 Sinnlosigkeit ist bitterer als Ungerechtigkeit.

070 Die Frage der Gerechtigkeit ist so alt wie die Verteilung.

071 Solange Ungerechtigkeit auf Erden herrscht, solange ist Krieg nötig.

072 Unrecht ist ein notwendiges Element in der wechselseitigen Beziehung individueller Eigentümer.

073 Alle Herrschaft gründet sich auf Gewalt. Wo immer Gewalt herrscht, da ist Ungerechtigkeit.

074 Wo die Mehrheit den Ausschlag gibt kann keine Gerechtigkeit sein.

075 Gerechtigkeit ist das Maß der Herrschaft.

076 Voraussetzung eines reellen Tausches ist Gleichheit und Gerechtigkeit.

077 "Die Sterne kämpfen auf ihrer Bahn für den gerechten Menschen."

078 Ein Ziel, das ungerechte Mittel braucht ist kein gerechtes Ziel.

079 Das Streben nach Gerechtigkeit und Freiheit ist der Antrieb zu Revolutionen.

080 Gerechtigkeit ist relativ.

081 Das Endziel aller Politik kann nur Recht und Gerechtigkeit sein.

082 Durch Ablösung des Besitzprivilegs durch das Leistungsprivileg entsteht auch nicht mehr Gerechtigkeit.

083 "Der Mammon ist einmal ungerecht, das liegt in seiner Natur."

084 "Der gerechte Mensch dient weder Gott, noch den Kreaturen; denn er ist frei, und je näher er der Gerechtigkeit ist, desto mehr ist er die Freiheit selber."

085 Praktisch bestimmt der Marktautomatismus was gerecht und was ungerecht ist.

086 Gerechtigkeit schätzt die Menschen nach Verdienst und Würdigkeit, Liebe und Gnade jedoch bedeuten Bejahung ohne Rücksicht auf ihren Wert oder Unwert.

087 "Was die Gerechtigkeit nur fordert, das leistet ohne Zwang die Freiheit."

088 Gerechtigkeit besteht bloß im Gegensatz zu Unrecht.

089 "Pereat mundus - fiat justitia." (Mag die Welt untergehen, wenn nur die Gerechtigkeit triumphiert.)

090 Je mehr Gerechtigkeit, desto weniger Freiheit, je mehr Freiheit, desto weniger Gerechtigkeit.

091 Friede als positive Organisation von Freiheit und Gerechtigkeit.

092 Gerechtigkeit ist ein kautschukartiger, ideologischer Begriff.

093 Der Zweck des Staates ist die Verhütung von Unrecht.

094 "Die Gerechtigkeit kann ihm (d.h. dem Gerechten) kein Leid bereiten."

095 Ideologien beanspruchen ein Wissensmonopol in Sachen Wahrheit und Gerechtigkeit.

096 "Die Dezentralisation der wirtschaftlichen und politischen Macht muß auch eine Umverteilung von Produktion und Wohlstand einbeziehen."

097 In einem Krieg jeder gegen jeden kann es am Ende keine Gerechtigkeit geben.

098 "Zu allen Zeiten hat es manche empfängliche Gemüter gegeben; und es ist schwerlich ein Zufall, daß es doch eben die christlichen Länder sind, in denen endlich, wenn auch erst nach anderthalb Jahrtausenden, wenn auch erst mit dem beginnenden Zerfall der kirchlichen Formen und Dogmen, eine geordnete  Armenpflege  aufkam, und in denen sich weiterhin der Gedanke entwickelte, daß  das Elend der Massen eine Schande der Menschheit  ist, und daß alles daran gesetzt werden muß, um es gründlich zu beseitigen. Man darf sich nicht dadurch irremachen lassen, daß in der Blütezeit der äußeren Kirche die Armut gleichsam künstlich gepflegt wurde, um der Zeremonie der Almosenspende zu genügen, daß die Völker unter keinem Joch so schwer geseufzt haben als unter dem der Priester; man darf sich nicht durch die Bemerkung blenden lassen, daß die spezifisch Frommen sich nur gar zu leicht mit der Moral abzufinden wissen, und daß es vielfach die Freidenker, ja, die Feinde des so bestehenden Kirchentums sind, welche ihr ganzes Denken und Handeln der unterdrückten Menschheit gewidmet haben, während die Diener der Kirche an den Tafeln der Reichen sitzen und den Armen Unterwürfigkeit predigen."

099 "Wer die absolute Gerechtigkeit auf Erden mit Gewalt herstellen will, der bedarf dazu der Gefolgschaft: des menschlichen  Apparates." 

100 Die Pflicht zur Gerechtigkeit ist eine Forderung der Ethik.

101 "Was sind die irdischen Staaten, da die Gerechtigkeit aus ihnen sich zurückgezogen hat, anderes als große Räuberhöhlen?"

102 Ökologisches Gleichgewicht setzt soziale Gerechtigkeit voraus.

103 Es ist nötig die Ungleichheit aufrechtzuerhalten, um Kapital zu erzeugen,

104 Erfolgskriterien gegen Gerechtigkeitskriterien

105 Gerechtigkeit - the golden rule

106 Es gibt in unserer Gesellschaft kleine, aber mächtige Gruppen, die sich gegen die Interessen der Mehrheit verhalten, indem sie privat über die Produktionsinstrumente verfügen und den von den Arbeitern geschaffenen öffentlichen Reichtum für ihre privaten Zwecke verwenden.

107 Eine abstrakte, von der emotionalen Triebfeder getrennte Gerechtigkeit ist nicht zu verwirklichen.

108 Jeder, der die Prinzipien der Gerechtigkeit verneint, ist unmoralisch.

109 "Auch durch die Gerechtigkeit werden Probleme der Leidenschaften kaum gelöst werden können. Die Leidenschaft ist an und für sich ungerecht. Die Gerechtigkeit distanziert sich von den Persönlichkeiten, sie ist unpersönlich; die Leidenschaft ist nur individuell. Hier liegt der Ausweg nicht im Gericht, sondern in einer menschlichen Entwicklung der einzelnen Persönlichkeit in dem man sie an der Entwicklung der gemeinsamen Interessen teilhaben läßt."

110 Theoretisch hat man in einem gerechten Krieg das Recht, alle Mittel anzuwenden, die den Sieg erleichtern.

111 "Demokratie ist eine gerechte Staatsform, weil diese Staatsform individuelle Freiheit sichert. Das heißt aber, daß Demokratie eine demokratische Staatsform nur unter der Vorraussetzung ist, daß die Wahrung individueller Freiheit der höchste Zweck ist. Wenn anstatt individueller Freiheit wirtschaftliche Sicherheit als höchster Zweck vorausgesetzt wird, und wenn bewiesen werden kann, daß diese unter einer demokratischen Staatsform nicht gewährleistet wird, dann kann nicht mehr Demokratie, dann muß eine andere Regierungsform als gerecht angesehen werden."

112 Jede Einordnung geistiger Gebilde unter kategorische Gesichtspunkte enhält notwendigerweise immer eine gewisse Abstraktion vom Besonderen und Unterscheidenden und damit eine Ungerechtigkeit.

113 "Unrecht erleiden ist besser, als Unrecht tun."

114 Für Platon ist nur der Gerechte glücklich.

115 Das Pathos der Gerechtigkeit vor dem der Freiheit und Gleichheit.

116 "Der Gerechte, der der Gerechtigkeit dient, liebt sie mehr als sich selbst, so daß, wenn das Gerechte die Hölle oder den Teufel in sich trüge, er es lieben, es ihm schmecken, es ihn erfreuen würde und andererseits: Wenn das Ungerechte das Paradies mit sich führte, ja Gott selbst, so würde es ihm nicht schmecken."

118 "Die Gerechten haben überhaupt keinen Willen; was Gott will, das gilt ihnen alles gleich, wie groß das Ungemach auch sei."

119 die Ungerechtigkeit der Natur.

120 "Wir haben ein marktwirtschaftliches Entscheidungssystem, aber immer noch kein soziales Entscheidungssystem."

121 Die Gesellschaftsordnung dient einigen Leuten auf Kosten anderer und beruth auf der Ausbeutung der Natur.

122 Umverteilung ist ein Grundprinzip der Natur.

123 Der Jugend Sache ist es nicht gerecht zu sein.

124 Es hat nie einen gerechten Krieg gegeben.

125 Es gibt zwei grundlegende soziale Forderungen: Gerechtigkeit und Menschenliebe.

126 Im Lebensgenuß wird immer ein Unrecht empfunden.

127 "Wir deutschen Sozialdemokraten bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus. Kein Ermächtigungsgesetz gibt ihnen (der Regierung) die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."

128 Gerechtigkeit, die Böses mit Bösem vergilt und Gutes mit Gutem.

129 Gerechtigkeit ist für Bakunin die Logik der Geschichte.

130 Die Gerechtigkeit wird nach dem Prinzip der Gleichheit organisiert.

131 Gerechtigkeit ist ihrem innersten Wesen nach ein freiwilliger Gewissensakt.

132 "Man mache ein Gesetz und schon ist mehr Gerechtigkeit bewirkt. Dies ist ein Irrglaube, weil papierne Gesetze als solche ein Nichts sind. Über Wert und Unwert entscheidet die Praxis, die, wenn sie die Gesetze nicht umzusetzen vermag, bei allem gesetzlichen Gerechtigkeitsstreben größtes Unrecht gerade wegen solcher Gesetze bewirken muß."

133 Gerecht muß man sein, selbst gegen seinen erbittertsten Feind.

134 Die Wirtschaftsprozesse sind nicht gleichgewichtsbildend.

135 Die Idee der Freiheit wird vielfach mit der Idee der Gerechtigkeit identifiziert.

136 "Wo es keine Interessenkonflikte gibt, da besteht kein Bedürfnis nach Gerechtigkeit."

137 Die potentielle Unverträglichkeit von Gerechtigkeit und Freiheit zu beheben ist Aufgabe der Rechtsprechung.

138 Gerechtigkeit hat etwas mit Macht zu tun.

139 Es ist besser Unrecht zu erleiden, als Unrecht zu tun.

140 "Absolute Gerechtigkeit ist ein irrationales Ideal. Vom Standpunkt rationaler Erkenntnis gibt es nur menschliche Interessen und daher Interessenkonflikte."

141 Die Idee des Guten schließt die Idee der Gerechtigkeit mit ein.

142 Nur der quantitativen Bestimmung nach ist Gerechtigkeit und Gleichheit von Leistungen möglich.

143 Im Naturzustand gibt es weder Eigentum noch Gerechtigkeit.

144 Das Eigentum ist Objekt der Gerechtigkeit.

145 "Die Gerechtigkeit ist ohnedies schon ein Prinzip der Abstufung; indem sie jedem das Seine gibt - sei es vergeltend, als Strafe oder als Lohn."

146 "Denkst du, daß du kein Unrecht tust, wenn du für dich behältst, was als Lebensunterhalt für viele dienen könnte? Es ist das Brot der Hungrigen, das du nimmst, die Kleidung der Nackten, jenes Geld, das die Erlösung der Armen darstellt."

147 mystische Idee immanenter Gerechtigkeit.

148 "Einkommensunterschiede sind nicht aufgrund unterschiedlicher Produktivität zu rechtfertigen, da dies eine Folge sozialer und politischer Entscheidungen und nicht etwa volkswirtschaftlicher Gesetze ist."

149 Gerechtigkeit ist Verwirklichung der Freiheit in Gleichheit.

150 "Die Ideologie der Leistungsgerechtigkeit der bürgerlichen Produktivitätsideologie das, was sie singen,  gleiche  Rechte,  freie Gesellschaft , keine Herren mehr und keine Knechte, das lockt uns nicht! - wir halten es schlechterdings nicht für wünschenswert, daß das Reich der Gerechtigkeit und Eintracht auf Erden gegründet werde (weil es unter allen Umständen ein Reich der tiefsten Vermittelmäßigung und Chineserei sein würde.)"

151 Im Güteraustausch hat das Prinzip der Gerechtigkeit seinen Ursprung.

152 Es gibt keinen Grund, warum irgendwer mehr Rechte haben sollte, als ein anderer.

153 Kampf für wirtschaftliche Gerechtigkeit.

154 Objektiv sein heißt unparteiisch sein.

155 "Nicht gewaltsame neue Verteilung, sondern allmähliche Umschaffung des Sinnes tun not, die Gerechtigkeit muß in allem größer werden, der gewalttätige Instinkt schwächer."

156 Billigkeit als Anwendung der Umstände eines jeden.


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