Relativismus
Harald Höffding - Der Relationsbegriff
p-2siehe auch Wahrnehmung, Empfindung, Objektivität, Erkenntnis, Wahrheit, Wert, Moral, Vielfalt

001 Alle Werte, aber auch alle Tatsachen sind relativ zu einem Subjekt.

002 Relativität der Gewissensinhalte und sittlichen Wertschätzungen.

003 Gefährlichkeit der Relativität von gut und böse.

004 Alles, was nicht absolut ist, ist relativ.

005 Alles ist relativ, von einem Standpunkt abhängig.

006 Alle Wahrheiten und Prinzipien sind relativ.

007 Zuviel Licht produziert nicht nur Helligkeit, sondern führt auch zu Blindheit.

008 "Der Relativismus in der gegenwärtigen Wissenschaftstheorie ist also keinesfalls ein Beitrag, die relativ offene Gesellschaft noch offener zu machen, wie Feyerabend zu meinen scheint. Er würde, falls er sich, soziologisch gesprochen, durchsetzte, dazu beitragen, die Grundwahlen dieser offenen Gesellschaft zu gefährden. Es kann gezeigt werden, daß Respekt vor Objektivität, Wahrheit im Darstellungssinn oder, genauer gesagt, vor der Distinktion zwischen Wahrheitsansprüchen emprischer Aussagen einerseits und der politisch-sozialen Geltung von Normen (die von ihrer moralischen Gutheit-Gerechtigkeit unterschieden werden muß) andererseits, eine Voraussetzung ist nicht nur für Wissenschaft, sondern auch für eine liberal-demokratische Lebensform. Diejenigen, die versuchen, diese Distinktion zu verundeutlichen, leisten, ob sie es wollen oder nicht, der Tendenz zum Totalitarismus Vorschub."

009 In der Relativitätstheorie beobachten wir noch Beziehungen, in der Quantentheorie sind es bloß mehr Wahrscheinlichkeiten.

010 Die Skeptiker und Kyniker behaupteten mit dialektischen Mitteln, daß alles Erkennen überhaupt niemals zur Wahrheit, sondern nur zu einem Scheinwissen führen könne; sie endeten in einem schrankenlosen Relativismus und Konformismus. Denn wenn es keine objektive Wahrheit gibt, so ist das Vernünftigste, sich den jeweils herrschenden Glaubensvorstellungen und Sitten anzupassen.

011 Wenn die Relativisten recht haben, und wir in einer vieldimensionalen Wirklichkeit leben, wenn wir noch dazu imstande wären, uns das bewußt zu machen, dann wäre es vorbei mit dem, was wir "gesunden Menschenverstand" nennen.

012 Wenn wir unsere Empfindungsskala überschreiten, kann die Wahrnehmung paradox werden, so daß die Berührung tiefgekühlter Objekte Brandblasen erzeugen kann und extreme Schmerzen in Lust umschlagen.

013 Allesverstehen führt zu einem relativistischen und apolitischen Allesverzeihen.

014 Anfang und Ende, gut und böse, oben und unten: alles relativ auf sein Gegenteil bezogen.

015 Kein Ideal ist absolut, sondern erhält seinen Wert erst aus der spezifischen Bezogenheit auf das Individuum.

016 Für die Logik kann es in der Wissenschaft keine relativistische Aufweichung von wahr und falsch geben.

017 Das Unendliche ist jenseits des Bereichs der Relativität.

018 "Die Wahrheit besteht im Zweifel, die beste Definition darin, nichts zu definieren."

019 Die Ursache ist eine relative Vorstellung zur Wirkung, das Relative aber hat kein wirkliches Dasein, sondern ist rein gedacht und nur in unserem Denken vorhanden.

020 Die wissenschaftliche Methode zur Erfassung der Welt ist nicht die einzige.

021 Die Quantentheorie ist das mikroskopische Gegenstück zur allgemeinen Relativitätstheorie im Makrobereich.

022 Die Relativität entdeckte, daß die Masse, die einst per definitionem als von der Geschwindigkeit unabhängig, als losgelöst von Raum und Zeit, als eine angemessene Basis für ein System absoluter Einheiten gesetzt wurde, eine komplizierte Funktion der Geschwindigkeit ist. Die Masse eines Objekts ist also abhängig, von der räumlichen Veränderung dieses Objekts. Vergeblich glaubte man, man könne die Masse bestimmen, die einem Objekt in einem Zustand der Ruhe eigen ist.

023 Die Relativität ersetzt den Kausalitätsbegriff.

024 "Ansich" hat Käse den selben Wert, wie ein Autoreifen, da alle Gegenstände "ansich" wertfrei sind. Es hat also keinen Sinn darüber zu streiten, ob ein Augenaufschlag mehr Wert hat, als der Wetterbericht oder eine Wolldecke.

025 In der Relativitätstheorie sind nicht Punkte oder Augenblicke ausschlaggebend, also Raum und Zeit, sondern Ereignispartikel, die sich aus dem Verhältnis von Raum und Zeit ergeben.

026 Alles ist relativ und von einem Standort abhängig.

027 Kulturrelativismus

028 Die tatsächliche Bedeutung von Relativitätstheorie und Quantentheorie besteht in der Entdeckung, daß die dreidimensionale Kausalwelt in Zeit und Raum für den mikrophysischen und den makrophysischen Bereich nicht zutrifft.

029 Wo es nicht mehr möglich ist, ein allgemeingültiges Urteil zu fällen, betreten wir das Reich der Toleranz und Relativität.

030 "relativ" = bezogen, bezüglich, verhältnismäßig, abhängig, bedingt, vergleichsweise. "absolut" = abgelöst, für sich betrachtet, unabhängig, vollkommen.

031 Was in einem System wahr ist, kann in einem anderen falsch sein.

032 Nach der Relativitätstheorie ist die Zeit eine Funktion des Orts.

033 Geschwindigkeit ist immer relativ.

034 Die Masse ist keine unveränderliche, sondern vom Energieinhalt abhängige Größe.

035 Verringerung eines Schmerzes als Freude und die Verkleinerung einer Freude als Schmerz.

036 Der Relativismus relativiert Rationalität, Objektivität und Wahrheit.

037 In einem relativistischen Bezugsrahmen ist die Frage nach der Veränderung der Welt weitgehend sinnlos.

038 In einem demokratischen Relativismus hat niemand das Recht, seine Lebensform anderen aufzuzwingen.

039 Linguistisches Relativitätsprinzip: Sprachen mit verschiedener Grammatik haben auch eine eigene Logik.

040 Relativität und Objektivität müssen als Gegensätze verstanden werden.

041 Keiner hätte sich träumen lassen, daß es binnen weniger Jahrzehnte keinen absoluten Raum, keine absolute Zeit, keine absolute Substanz, oder auch nur absolute Größen geben würde und daß die klassische Physik, von jeher Rückgrat der Wissenschaft, "relativiert" werden würde.

042 "In einem Bewußtsein von Relativitäten findet man nicht den Mut, Gewalt anzuwenden."

043 Die Grundeigenschaft der Relativität ist die Zeit.

044 "Leben ist zunächst ein inneres Faktum, um seiner selbst willen, und dann erst eine äußere Tatsache, die sich auf andere bezieht."

045 Alle wissenschaftlichen Ergebnisse sind relativ.

046 Die Meinung einer Person ist genausogut, wie die einer anderen.

047 Jedes Denken ist unvermeidlich relativ und nichts ist absolut wahr.

048 Ordnung und Unordnung sind relative Begriffe.

049 Alle Ideologien sind relativ.

050 Würde die Relativität in allen Bereichen das staatlichen und gesellschaftlichen Lebens Anwendung finden, wäre es um die öffentliche Ordnung völlig geschehen.

051 Für Russell gibt es einen Zusammenhang zwischen einer relativistischen Wahrheitstheorie und dem Faschismus.

052 Zeit ist keine absolute Größe in einem System, das sich der Geschwindigkeit des Lichts nähert, muß eine Verlangsamung der Zeit eintreten.

053 Ein sich schneller als mit Lichtgeschwindigkeit bewegender Körper ist zeitlich rückläufig.

054 Jede Macht ist relativ.

055 Es mag der Adler glauben, daß er der Sonne näher kommt, als etwa das auffliegende Huhn, für die Sonne selbst sind Adler und Huhn gleichweit entfernt.

056 Keine absolute, sondern relative Gleichheit.

057 In der Relativitätstheorie finden wir eine Vielzahl von Raumsystemen, eines so gut wie das andere.

058 Wenn nichts wahr ist, dann scheint alles erlaubt, das ist das Relativismusproblem.

059 Relativität der Werte, Sitten, Institutionen und Leitideen.

060 Was rational und was irrational ist, ist eigentlich relativ.

061 "Nicht von Denken und Wissen überhaupt wird hier die Rede sein, sondern von einem bestimmten Denken und Wissen in einem bestimmten Lebensraum."

062 "Die Meinung, daß Wörter eine 'wahre' Bedeutung haben, ist ein Zeichen von sprachlicher Ahnungslosigkeit. Sie ist dem Glauben einfältiger Gemüter verwandt, daß die Astronauten die wahren Namen der Sterne entdecken."

063 Wirklichkeit ist relativ.

064 Persönliche Ansichten und Meinungen sind subjektiv und damit relativ.

065 Jede Wahrheit ist allenfalls in Bezug auf ein bestimmtes Subjekt gültig.

066 Relativität aller Erkenntnis.

067 "Wenn man ein gestörtes Verhältnis zu sich selbst hat, sind alle zwischenmenschlichen Verhältnisse ebenfalls gestört."

068 Das Nützliche ist immer relativ zu seinem Zweck.

069 Eine freie Gesellschaft ist eine relativistische Gesellschaft.

070 Gegensätze sind abstrakt und gehören ins Reich der Gedanken und sind relativ.

071 Die europäische Philosophie suchte die Realität in der Substanz, die chinesische Philosophie in der Relation.

072 "Worte sind Verhältnismaße, nichts Wirkliches."

073 In der subatomaren Welt kann kein Teilchen verstanden werden, ohne auch alle anderen zu verstehen.

074 Alle Macht ist Abstraktion, ein Leertitel, der sich nach den jeweils gegebenen Bedingungen füllt.

075 Wenn alles relativ ist, dann gibt es nichts, wozu es relativ sein könnte.

076 Die Anomalien der Relativitätstheorie treten nur bei Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit auf.

077 Die Relativitätstheorie hat unsere Anschauung von der grundlegenden Struktur der Welt gewandelt.

078 In der Relativitätstheorie haben wir es mit der Struktur, nicht mit dem Material zu tun.

079 Die RT zwingt uns, Zeit und Raum auf eine Stufe zu stellen.

080 Die Relativität fordert die Aufgabe jeglichen Absolutheitsanspruches.

081 Mit der Relativitätstheorie sind alle natur- und geisteswissenschaftlichen Entscheidungsgrundlagen relativiert worden.

082 Zeitlosigkeit ist absolut.

083 Aus der Relativierbarkeit ergibt sich die "Anarchie der Werte".

084 Sieg und Niederlage sind relative, nicht absolute Begriffe.

085 Ursache-Wirkung, Ganzheit-Teil, Gleichheit-Ungleichheit, alles relative Begriffe.

086 Das Blatt, auf dem die Raupe lebt, ist für sie eine eigene Welt, ein unendlicher Raum.

087 Es gibt keine allgemein gültigen oder von Gott gesetzten Werte, sondern nur relative.

088 Alle Ruhe, alles Gleichgewicht ist nur relativ, hat nur Sinn in Beziehung auf diese oder jene bestimmte Bewegungsform.

089 Die Relativität hat der Zeit das unabänderlich Feststehende genommen und sie zu einer veränderlichen Dimension gemacht.

090 In einer Welt, in der alle Ansichten sowohl falsch, als auch richtig sind, in der alles, was von einem Standpunkt aus bejaht wird, von einem anderen aus verneint werden kann, ist nur schwerlich ein endgültiger Sinn zu finden.

091 Das "wann" und "wo" bilden stetes eine Einheit.

092 Die Erscheinungen sind immer das, was sie sind in Bezug auf den Beobachter.

093 Die Singularität ist unerschöpflich.

094 Mussolini hat sich immer gerühmt, den Relativisimus auf alle übrigen politischen Bekenntnisse angewandt zu haben. "Aus dem Umstand, daß alle Ideologien einander wert, nämlich alle miteinander bloße Fiktionen sind, schließt der moderne Relativist, daß jedermann das Recht hat, sich die seine zu machen und ihr mit aller Energie, zu der er nur fähig ist, Geltung zu verschaffen."

095 Jeder Zustand muß für den menschlichen Sinnesapparat eine bestimmte Größe erreicht haben, um überhaupt wahrgenommen werden zu können.

096 Alles in der Außenwelt ist an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit.

097 "Wahrnehmbar" ist ein relativer Begriff. Der Hund mit seinem feinen Riechorgan hat eine andere Geruchswelt, als die Schnecke.

098 Das Wahre, das Gute, das Schöne existieren nur im Vergleich zum Falschen, Bösen und Häßlichen.

099 Der Relativismus lehrt, daß keine politische Auffassung beweisbar, noch widerlegbar ist.

100 In der relativistischen Sicht gilt die Richtigkeit eines Werturteils nur in Bezug auf einen höchsten Wert, den man für sich anerkennt.

101 Der Relativismus gehört der theoretischen, nicht der praktischen Vernunft an. Er bedeutet Verzicht auf die wissenschaftliche Begründung letzter Stellungnahmen, nicht Verzicht auf die Stellungnahme selbst.

102 Der relativistischen Herausforderung zu Rationalität und Objektivität kann nicht mehr ausgewichen werden.

103 Der Tod ist nicht relativ, sondern absolut für das lebendige Individuum.

104 Nicht nur Georg Simmel und Max Weber hatten eindringlich dargelegt, daß eine theoretisch-rationale Werterkenntnis mit absoluter Gewißheit und logisch unwiderlegbarer Beweiskraft nicht möglich ist. Damit war der Relativismus auch unter den Geisteswissenschaftlern "akademefähig" geworden.

105 Jede Tierart lebt in ihrer Welt.

106 "Denken wir uns, daß unser Zeitmaß sich gleichbliebe, dagegen unsere Fähigkeit, kleine Raumunterschiede wahrzunehmen, hundertfach oder tausendfach sich vergrößerte, so würde sofort vieles, was uns jetzt ruhig erscheint und keine Spur einer Veränderung zeigt, in deutliche Bewegung geraten; wir würden das Gras wachsen, die Blätter eines Baumes sich entwickeln, die Zeiger einer Uhr in raschen Fortschreiten ihre Bahn durchlaufen sehen; die Veränderungen, die wir jetzt nur erschließen, würden unserer unmittelbaren Wahrnehmung gegenwärtig sein."

107 Der Relativismus ist das Prinzip der Subjektivität.

108 Leben und Tod, Wachen und Schlaf, Lust und Leid sind nur dadurch, daß sie einander gegenüberstehen und sich gegenseitig bedingen.

109 Der Landwirt sieht eine Landschaft anders, als der Maler, oder der Geologe.

110 Es hat keinen Sinn, nach dem "Wesen" einer Tatsache oder nach ihrer wirklichen Ursache zu fragen. Was wir erkennen, sind immer nur Beziehungen zu anderen Tatsachen in der Form von Aufeinanderfolge oder Ähnlichkeit.

111 Weder dem Subjekt, noch dem Objekt kommt selbständige Realität zu; jede Existenz beruth auf Wechselwirkung.

112 Existenz, Wirklichkeit oder Wahrheit sind keine absoluten, sondern relative Begriffe.

113 Es gibt keine einzig und allein objektiven Merkmale und Verhältnisse, sondern nur Relationen in Bezug auf ein mehr oder weniger willkürliches Bezugssystem.

114 "Wahrheit ist nicht subjektiv oder relativ, sondern innerhalb eines Denkstils vollständig determiniert."

115 Tatsachen der Ästhethik oder der Rechtslehre müssen keine Tatsachen der Naturwissenschaften sein.

116 Jede Wahrnehmung ist bezogen auf Verhältnisse.

117 Das Allgemeine und das Besondere sind relative Begriffe.

118 Die Gegenwart ist ein relativer Begriff.

119 Das Ganze und der Teil sind Korrelatbegriffe, keiner dieser beiden Begriffe hat einen Sinn, sobald er vom anderen losgelöst ist.

120 Der Relativismus erklärt ein absolut exaktes Wissen für unmöglich.

121 Der Zufall ist ein relativer Begriff.

122 Es gibt kein Verbrechen an sich.

123 Die Relativität ist eine Vielheit der Sehweisen.

124 Dem "was ist" können wir nur näher kommen, wenn wir weiterfragen "wozu".

125 Vom Unendlichen gibt es keinen Anfang.

126 Das Positive gibt es nur in Bezug auf ein Negatives.

127 Alles, was aus Ursachen oder Motiven hervorgeht, hat nur ein relatives Dasein.

128 Es gibt keine Farben und Töne sondern nur Farbsehende und Tonhörende.

129 Den Begriff der Wahrheit mit der Präposition "für" zu verbinden, ergibt keinen Sinn; was wahr ist, ist absolut und ansich wahr.

130 der unverbindliche Relativismus

131 Die relativistische Auffassung der Kontextabhängigkeit der Begriffe.

132 Die Relativitätstheorie zeigt, daß die Existenz der Materie nicht von ihrer Aktivität getrennt werden kann.

133 Alle Begriffe sind Beziehungs- und Vergleichungspunkte.

134 Alle vermeintlich objektiven Eigenschaften haben nur relativ in Bezug auf das Subjekt Geltung.

135 Die natürliche Folge der Verwechslung von logischer Abstraktion und Realprinzipien sind endlose Widersprüche.

136 Die absolute Zeit ist etwas Ideales, der Raum ist etwas rein relatives.

137 Sittlich handeln heißt, entgegen allen empirischen Bedingungen so handeln, als ob das Gute einen unbedingten Wert hätte.

138 Die absolute Objektivität das Raums galt als sicher, d.h. niemand zweifelte, daß die Räumlichkeit auch unabhängig vom vorstellenden Ich da ist; Der Raum ist aber nur relativ zu uns, absolut genommen gibt es keine Räumlichkeit.

139 "Wir sind es, die Relativität, Zahl, Gesetz, Freiheit, bzw. Grund und Zweck erfunden haben - alles Hypothesen, mit denen wir die Welt vermenschlichen."

140 Das Bewußtsein ist eine Beziehung und deshalb kann es kein absolutes Bewußtsein geben.

141 Jeder Sinn ist nicht nur subjektiv, sondern relativ, in Bezug auf die Person.

142 Armut ist von der Gesellschaft abhängig, in der man lebt. In bestimmten Gesellschaften ist man nicht arm, solange man Schuhe trägt und nicht hungert.

143 Die Welt wird zwar perspektivisch gesehen, aber jedem Standpunkt entspricht nur eine einzige Perspektive. Eine absolute Richtigkeit gibt es also nicht trotz, sondern gerade wegen der perspektivischen Relativität.

144 Für den Relativismus sind alle Thesen mehr oder weniger gleich vertretbar. Alles scheint erlaubt, was scheinbar zu Anarchie und Rechtlosigkeit und damit zu Gewaltherrschaft führt.

145 Der ethische Relativismus behauptet, einander widersprechende moralische Urteile können durchaus gleichermaßen gültig sein.

146 Die Befriedigung, die uns Hunger und Durst verschaffen, ist abhängig von Hunger und Durst.

147 Es hängt von unseren Empfindungen ab, wie die Dinge uns erscheinen.

148 "Der Satz A = A zeigt uns gleich auf der Schwelle der Logik die Relativität und Idealität alles unseres Erkennens an."

149 Es ist unsinnig von "Aggressivität", "Freiheit" oder "Gleichheit" 'ansich' zu sprechen. Diese Begriffe haben ihre Wurzel in dem, was 'zwischen' den Menschen vorgeht.

150 Vertreter das Wertrelativismus gelten als Entwerter aller Werte und Wegbereiter geistiger Krisen.

151 "Das Erlebnis steht nicht als ein Objekt dem Auffassenden gegenüber. Es ist der Relativität des sinnlich Gegebenen entnommen."

152 "Es herrscht ein unüberbrückbarer tödlicher Kampf zwischen den verschiedenen Werten, unter welchen der Mensch zu wählen hat. Was für den einen von Gott ist, ist für den anderen mit dem gleichen Recht des Teufels."

153 Beziehungen sind räumlich, zeitlich, kausal oder logisch (zwischen Individuum und Gattung)

154 Es gibt kein Gut oder Schlecht, sondern nur das mehr oder weniger Angemessene.

155 Werte sind gültig nur für das urteilende Subjekt und somit relativ.

156 Subjektiv heißt relativ.

157 Das Prinzip der relativistischen Wertlehre ist das Prinzip der Toleranz.

158 Die Vernunft ist nicht zu verabsolutieren. Für sich allein ist sie nichts.

159 Das Aussprechen bringt alles in Relativität.

160 Bedingtheit ist relativ, Unbedingtheit absolut.

161 Die an physikalischen Gegenständen wahrgenommenen Eigenschaften sind vom Zustand des Beobachters abhängig.

162 Ein Gesetz ist nichts anderes, als eine Relation zwischen den Dingen.

163 Primär gibt es weder Masse, noch Energie 'ansich', sondern nur Summen von Wirkungsquanten, die nicht den Raum allein, sondern immer Raum und Zeit zugleich ausfüllen.

164 Alle Erkenntnis ist durch den persönlichen Standort und der jeweiligen Perspektive des Erkennenden bedingt. Eine standortfreie Allgemeingültigkeit ist nicht möglich.

165 Die Zeit ist nichts Absolutes mehr, sondern bloß noch eine relative Koordinate in einem Bezugssystem.

166 Wirklichkeit ist immer bedingt durch die Fähigkeiten unseres Erkenntnisapparates und durch Zeit, Raum und Kausalität, als die Formen unserer Anschauung.

167 Unterschiede liegen nicht in der Sache, sondern in unserem Verhältnis zur Sache.

168 "Der Wohlgeschmack eines Weines gehört nicht zu den objektiven Bestimmungen das Weines, sondern zu der besonderen Beschaffenheit des Sinnes an dem Subjekte, was ihn genießt."

169 "Was es für eine Bewandtnis mit den Gegenständen an sich und abgesondert von aller dieser Rezeptivität unserer Sinnlichkeit haben möge, bleibt uns gänzlich unbekannt. Wir kennen nichts, als unsere Art, sie wahrzunehmen, die uns eigentümlich ist, die auch nicht notwendig jedem Wesen, obzwar jedem Menschen zukommen muß. Mit dieser haben wir es lediglich zu tun."

170 Wenn ich einen schweren Gegenstand trage, dann fühle ich einen Druck der Schwere; aber nicht der Gegenstand selbst ist schwer, sondern er ist es nur im Verhältnis zu unserer Empfindung.

171 "Denn die Zeit jagt alles vor sich her und kann Gutes wie Schlechtes und Schlechtes wie Gutes bringen."

172 Zwei ähnliche Dinge sind sich immer nur in gewisser Hinsicht ähnlich.

173 "Allgemein gesprochen setzt Ähnlichkeit - und somit auch Wiederholung - stets die Einnahme 'eines Standpunktes' voraus: manche Ähnlichkeiten oder Wiederholungen werden uns auffallen, wenn wir uns für ein bestimmtes Problem interessieren, andere, wenn wir uns für ein anderes Problem interessieren."

174 Das Ding ansich ist unerkennbar, wir können nur seine Erscheinung erkennen. Deshalb kann ein und dasselbe Ding in verschiedenen Formen erscheinen, je nach den verschiedenen Weisen es wahrzunehmen.

175 Die Wirklichkeit ist verschieden, je nachdem, ob wir sie beobachten oder nicht.

176 Das, was wir beobachten, ist nicht die Natur selbst, sondern die Natur, die unserer Art von Fragestellung ausgesetzt ist.

177 Der Signifikant hat nur Sinn in seiner Beziehung zu einem anderen Signifikanten.

178 Es gibt keine Bedeutung, die nicht notwendigerweise auf eine andere Bedeutung verweist.

179 Materie und Bewegung können keine eigenständige Welt bilden und deshalb auch nicht mit der Realität identisch sein.

180 "Die Relativität der Bewegung führt zu einem unendlichen räumlichen Regress, der ein genaues Gegenstück des ebenso verhängnisvollen zeitlichen Regresses, der sich aus der Kausalität ergibt."

181 Wettbewerbsbeziehungen und Marktbeziehungen.

182 Mit unseren Sinnen können wir weder Richtiges noch Falsches erkennen, sondern nur verschiedene Empfindungen haben und Wahrnehmungen unter verschiedenen Umständen.

183 Zwischen 'Gott' und 'Teufel' herrscht ein unüberbrückbarer tödlicher Kampf, der keinerlei Relativierungen und Kompromisse duldet.

184 "Alle Beziehungen das Logikkalküls lassen sich ableiten aus der Beziehung "und" und deren Negation. Die Verknüpfung "und" kommt nur durch uns selbst zustande. Denn es liegt in unserer Wahl, welche Elemente wir durch "und" verbinden wollen. Diese Beziehung liegt also nicht in der Wirklichkeit. Daß die Negation nicht in der Wirklichkeit liegt, ist offenbar. Denn sie verneint ja gerade die Wirklichkeit. Daraus folgt, daß keine der logischen Beziehungen der Wirklichkeit angehört."

185 In der Relativitätstheorie beobachten wir noch Beziehungen, in der Quantentheorie sind es bloß mehr Wahrscheinlichkeiten.

186 "'Wenn du etwas tust, das ich will, dann tue ich etwas, was du willst', das ist die allgemeinste Form der Tauschbeziehung."

187 Der Zusammenhang zwischen Geist und Körper ist unbegreiflich; die Gründe dieser Unbegreiflichkeit sind unwiderleglich.

188 "Der Nachdruck der Kausalität liegt in der Möglichkeit, die Vorgänge, welche zeitlich getrennt sind, durch einen Schluß zu verbinden."

189 "Das Atom hat für sich weder Schwere noch Gestalt; es nimmt keinen Raum ein, sondern hat erst in der Beziehung zu anderen Atomen einen Ort."

190 "../../b-u-t/221149/wbgeg.html" target="_blank">Gegenstand und Denken sind eine unlösliche Relation."

191 Objektivität ist die Fähigkeit und der Wille, die Wirklichkeit, die nicht ich selber als Erkennender bin, so zu erkennen, wie sie für sich selbst, abgesehen von jeder Beziehung zwischen ihr und mir verhält.

192 "Der Objektgedanke ist nicht der Gedanke von einem Ding, wenngleich jedes '../../b-u-t/221149/wbdin.html" target="_blank">Ding' durch ihn konstituiert wird. Er ist der Gedanke von einer allgemeinsten Beziehung, der jede andere in einem ganz bestimmten Umfang unterworfen ist. Es ist der Gedanke von einem formalen Geltungsprinzip, das als höchste Bedingung jene Systeme von Beziehungen beherrscht, die man 'Wissenschaft' und 'Wirklichkeit' nennt. Denn beide wollen objektiv sein und beide sind es nur Kraft jenes formalen Geltungsprinzips."

193 "Denn in der herkömmlichen Theorie der Begriffsbildung wird das 'Allgemeine' das den Inhalt des Begriffs ausmacht, immer erst nachträglich aus dem Besonderen, das als solches vor aller begrifflichen Bestimmung als 'gegeben' gilt, entwickelt und genommen. Es bildet demnach ein sekundäres Produkt, das gleichsam in einer ganz anderen Ebene liegt als die primären anschaulichen Elemente, an welche die Begriffsbildung anknüpft. In der Beziehung dieser beiden Ebenen zueinander ergeben sich alsdann all jene Schwierigkeiten, die in dem mittelalterlichen Kampf um die Realität der 'Universalien' ihren bekanntesten und prägnantesten Ausdruck gefunden haben, die aber, in anderer Fassung und Formulierung noch bis tief in die Philosophie hinein weiterwirken. Sind indessen die echten, wissenschaftlich fruchtbaren Begriffe als Ausdruck von Relationen erkannt, so schwindet die eigentliche Schwierigkeit: denn die 'Relation' ist nichts Vermitteltes und Nachträgliches, was zu dem anschaulichen 'Bestand' hinzutritt, sondern sie bildet eine konstitutive Bedingung dieses Bestandes selbst."

194 "Gegenstand wie Erkenntnis sind und bleiben Probleme der Verbindung."

195 Gerade ethische Probleme will man vermeiden, wenn man notwendige Zusammenhänge postuliert.

196 Alles hat seine Bestimmung erst durch die Beziehung zwischen Personen.

197 "Gott", als das einzig echte Du des Menschen.

198 "Die Unruhe des Geistes wurzelt in der Einsamkeit des Ichs. Darin besteht die eigentliche 'Geistesbedürftigkeit' des Menschen - die ihn zum 'Gottsucher' und ihm nur in der religiösen Einstellung seines Lebens bewußt werden kann."

199 Nach Marx ist das Kapital ein Verhältnis zwischen Personen vermittelt durch Sachen.

200 Daß die Empfindung im Großhirn stattfindet und nicht, wie wir glauben z.B. am Finger, zeigt die prinzipielle Eigenart des Psychischen im Verhältnis zur Physis.

201 Das Wahrnehmungsdatum ist immer Ausdruck einer Beziehung zwischen dem Wahrnehmenden und dem Gegenstand der Wahrnehmung.

202 Nicht im Sinnesdatum als solchem liegen Irrtum und Wahrheit, sondern in seiner Beziehung zu unserem Wissen.

203 Was die Naturerkenntnis ausmacht (in der Form der Kausalität, bzw. Substanz etc.), ist nur eine Verknüpfung von Vorstellungen, ist nur die Herstellung eines logischen Zusammenhangs zwischen den Sinnesdaten, der eben nur in Gedanken und als Begriff besteht.

204 "Der Mensch krankt geistig an nichts anderen als der Dulosigkeit des Ichs."

205 Nicht Denken und Wissen überhaupt, sondern bestimmtes Denken und Wissen in einem bestimmten Lebensraum.

206 Gesetze sind konstante Beziehungen.

207 Es gibt keine Freiheit, sondern nur die Beziehungen zwischen Menschen.

208 Bedeutung gibt es nur in einem Bezugssystem.

209 Der Relativitätstheorie entsprechend ist die Zeit eine Funktion des Orts.

210 Theorien sind inkommensurabel, wenn es nicht möglich ist, Beziehungen zwischen ihnen herzustellen.

211 In einem relativistischen Bezugsrahmen ist eine Veränderung der Welt sinnlos.

212 "Ein pathologisches Verhalten gibt es nicht ansich, sondern ist immer definiert auf den spezifischen Zusammenhang einer Gesellschaft."

213 Traditionen sind weder gut noch schlecht. Sie erhalten erwünschte und unerwünschte Züge nur, wenn man sie auf andere Traditionen bezieht.

214 Kontextabhängige Regeln müssen die absoluten Regeln weitgehend ersetzen.

215 Der Staatsbürger ist ein Bürger in Bezug auf den Staat.

216 Man kann nie nur eine Schwierigkeit lösen. Man ist immer gezwungen, mehrere auf einmal zu lösen.

217 Das Gedächtnis ist an Beziehungskategorien geknüpft.

218 Beziehungen des Raums, der Zeit und der Person in der Sprache.

219 Kleinheit und Größe sind Worte und Verhältnismaße, nichts Wirkliches.

220 Das Wesen beziehungschaffender Gefühle steckt in der Gegenseitigkeit.

221 Im Raum selbst gibt es weder rechts noch links, wir orientieren uns lediglich nach unserer Beziehung zum Raum.

222 Beziehungen erzeugen Abhängigkeit.

223 Identität ist keine Relation zwischen Gegenständen.

224 Naturgesetze sind lediglich von uns angenommene Beziehungen zwischen Phänomenen.

225 In der Wirklichkeit gibt es vielmehr unregelmäßige Beziehungen als Regelmäßige.

226 Jedes gesunde menschliche Wesen hat das Bedürfnis, sich zu anderen in Beziehung zu setzen.

227 In der heutigen Industrie ist alles voneinander abhängig und alle Produktionsweisen sind miteinander verflochten.

228 Der Widerspruch des Menschen äußert sich als Bedürfnis nach Bindung und gleichzeitig nach Freiheit.

229 In der Abhängigkeit von Autoritätspersonen ist der Mensch Entscheidungszwängen unterworfen.

230 Beziehungen sind im Gegenstand nicht präsent, sie kommen bei einer Analyse nicht zum Vorschein.

231 Inhalt und Beziehung müssen sauber voneinander getrennt werden.

232 Akkumulierte Beziehungen bedeuten Macht.

233 Neurosen sind gekränkte Beziehungen.

234 wechselseitige, dialektische Abhängigkeit.

235 Die Gesamtheit struktureller Beziehungen kann System genannt werden.

236 Verstehen ist das Erfassen eines Beziehungszusammenhangs.

237 Beziehungen existieren nur als bestimmter Sinngehalt.

238 Man braucht kein tiefschürfender Philosoph zu sein, um festzustellen daß uns die Sprache ständig über die Beziehungen zwischen den Dingen täuscht.

239 Wenn wir einen Gegenstand untersuchen, ohne die Gesamtheit seiner Beziehungen zu überprüfen, vernachlässigen und nivellieren wir das Bedeutsame am Gegenstand.

240 Die Logik der Beziehungen ist der traditionellen Logik überlegen.

241 Ein Beziehungsgefüge ist seinen Gliedern gegenüber primär.

242 Gegenstände müssen zweifach beschrieben werden: in der Eigenschaft und in der Beziehung.

243 Jede wissenschaftliche Theorie ist eine Beziehungsbeschreibung.

244 Das Zeichen erhält seine Bedeutung erst in der Beziehung, in der es auftritt.

245 Der Zusammenhang ist von besonderem Wert für die Bestimmung der Bedeutung eines Worts.

246 Beziehungen sind eine Welt, die weder eine Welt des Bewußtseins, noch die Außenwelt widerspiegeln.

247 Die Beziehung unterscheidet sich von der Materie als auch vom Bewußtsein wesentlich.

248 Apriorische Erkenntnis hat es ausschließlich mit den Beziehungen zwischen den Kategorien zu tun.

249 Die Beziehung ist der Mörtel, der die Dinge zusammenhält.

250 Herrschaft der verdinglichten Beziehungen und der blinden, ökononomischen Beziehungen.

251 Dialektik behauptet die Abhängigkeit der Einzelerscheinung von der Totalität.

252 Die Verknüpfungsfähigkeit ist das Geheimnis für den Erfolg des Gehirns.

253 Das Erkennen von Beziehungen ist Teil der Intelligenz.

254 Symbole sind immer auf Symbole bezogen.

255 Semantik ist die Lehre von den Beziehungen eines Zeichens.

256 Die Betrachtung von Einzelfällen und individuellen Zusammenhängen ist nur auf dem Hintergrund von Regelmäßigkeiten möglich.

257 Was in einem System wahr ist, kann in einem anderen falsch sein.

258 Ein Gesetz ist nichts anderes, als die Zusammenfassung konstanter Relationen, wobei von Zufälligkeiten und scheinbaren Unregelmäßigkeiten im Einzelnen abgesehen wird.

259 Die Untersuchung eines Gegenstandes ist kein isolierter Akt, sondern findet in einem Zusammenhang statt.

260 Das psychologische Interpretationsschema benützt aus der Mechanik entnommene Funktionsbegriffe.

261 Die mechanistische Denkweise ist typisch, wenn nur die Mittel betrachtet werden.

262 In der Funktionalisierung und Mechanisierung ser Begriffe geht die geistige Einheit der Person verloren.

263 Wissen ist situationsgebunden.

264 Jedes Denken konstituiert sich an einem bestimmten Ort.

265 Absolutheiten sind Unbezüglichkeiten.

266 Jeder Sinnzusammenhang hat eine Basis, von der aus er sich so, oder so gestaltet.

267 Die Ordnung bemißt sich nach dem Grad der Einfachheit. Die einfachsten Vorgänge sind die allgemeinsten.

268 Comte und der Positivismus betrachten alle Erscheinungen nur in ihrer Beziehung zu anderen Erscheinungen und versucht nicht das "Wesen" oder das Ding-ansich zu ergründen.

269 Existieren heißt in erster Linie koexistieren.

270 Probleme lassen sich nicht begründen.

271 Der Krieg ist keine Beziehung zwischen Mensch und Mensch, sondern zwischen Staat und Staat.

272 Immer wenn Personen zueinander in Beziehung stehen entstehen soziale Systeme.

273 Die Macht ist kein Subjekt, sondern ein Beziehungssystem, eine Struktur.

274 Naturwissenschaftliche Methoden vernachlässigen existentielle Bezogenheiten.

275 Relationen sind Teil der logischen Ordnung. Für die Erfahrung ist die faktische Ordnung primär, für die Bedeutung die logische.

276 Die Blindheit das Kausaldenkens besteht darin, daß es das Einzelne als Einzelnes nimmt.

277 Die wirkliche Bedeutung eines Wortes ist stets gelegenheitsbedingt. Der genaue Sinn hängt von den Umständen ab.

278 Die Gegenwart kennt keine Kausalität, die nur in der Zeit möglich ist. Die Gegenwart ist eine Gleichzeitigkeit der Beziehungen, die nur in der räumlichen Dimension bestehen kann. Die Gegenwart ist die Befreiung von der Kausalität.

279 Semantik untersucht die Beziehung zwischen Sätzen und Tatsachen.

280 Beziehung ist Gegenseitigkeit.

281 Jede wirkliche Beziehung in der Welt ist ausschließlich.

282 Zwei wesentliche Grundbewegungen in der Welt sind Verbundenheit und Eigensein.

283 Niemand kann frei sein, wenn es nicht alle sind.

284 Grundsätzlich gibt es zwei Inhalte menschlicher Wahrnehmung: Gegenstände und Beziehungen.

285 nicht ansich, sondern in Bezug auf.

286 Die meisten Theorien handeln von einzelnen Begriffen, nicht aber von ihrer gegenseitigen Abhängigkeit. Sie betrachten den Bestand als naturgegeben und die Veränderung als Problem.

287 Konflikte, die im Wesen der Beziehung liegen.

288 Was untersucht werden kann ist immer nur eine Beziehung oder ein unendlicher Regress von Beziehungen, niemals ein Ding.

289 Kontexte lassen sich nur begrifflich isolieren.

290 Jeder Wert ist nur eine Relation.

291 Erkenntnis ist nichts anderes, als die Wahrnehmung eines Zusammenhangs.

292 Schizoide Mauer der Kontakt- und Beziehungslosigkeit.

293 Gleichzeitigkeit hängt von der Wahl der Bezugspunkte ab.

294 Zusammenhang ist nicht Beziehung. Zusammenhang ist wirklich, die Beziehung nur gedacht.

295 Zwischen Begriffen lassen sich Beziehungen herstellen, zwischen Symbolen bestehen Zusammenhänge.

296 Sicherheit ist eine Beziehung und keine absolute Eigenschaft.

297 Nie gelöste Aufgabe der Synthese von Gebundenheit und Freiheit.

298 Die soziale Bedingtheit des Denkens befreit von der Absolutheit der Denknormen.

299 Subatomare Teilchen haben keine Bedeutung als isolierte Gebilde, sondern nur im Zusammenhang.

300 "Isolierte Materieteilchen sind Abstraktionen, ihre Eigenschaften sind nur durch ihr Zusammenwirken mit anderen Systemen definierbar und wahrnehmbar."

301 Gesellschaft tritt immer da in Erscheinung, wo ein Mensch mit dem andern in Beziehung tritt.

302 Jede Macht ist relativ.

303 Gegenseitigkeit ist die Grundlage der Beziehungslogik.

304 Ohne eine Beziehung zu anderen gibt es keine ethische Notwendigkeit.

305 Denken heißt Beziehungen setzen.

306 Beziehungen sind reine Gedankenprodukte.

307 Der Warencharakter der menschlichen Beziehungen.

308 Nirgendwo kann ein isoliertes, unabhängiges Sein angenommen werden. Selbst die Materie ist in sich bewegt und prozesshaft.

309 Ein Obsthändler sieht einen Apfel anders als Picasso, weil ihre Bezugssysteme verschieden sind.

310 Erklären bedeutet die Dinge miteinander verbinden.

311 Wahnsinn gibt es immer nur in Beziehung zur Vernunft.

312 Das Wesen des Allgemeinen besteht in seiner Beziehung zum Einzelnen.

313 Wir erfahren keine reinen Sachverhalte, sondern immer nur Sachverhalte in ihrer Bedeutsamkeit für den Menschen.

314 Ordnung und Unordnung sind relative Begriffe.

315 Nicht Dinge, sondern Funktionen machen das Wesen unserer Wahrnehmung aus.

316 In der Sozial- oder Standortgebundenheit allen Denkens zeigt sich die Ideologiehaftigkeit.

317 Geld setzt jeden mit allen in Beziehung.

318 Relationen sind etwas abstraktes.

319 Autoritäre Beziehungen sind bedürfniseinschränkend.

320 Einheit, Unterschied und Beziehung sind Kategorien, deren jede nur in Bezug auf ihr Gegenteil existieren kann.

321 Ein Objekt unabhängig von einem Subjekt ist völlig undenkbar.

322 Der Materialismus setzt Zeit, Raum und Materie als schlechthin bestehend und überspringt dabei die Beziehung auf das Subjekt.

323 Das Wesen der Begriffe ist die Relation.

324 Was wir erkennen ist immer nur eine Beziehung.

325 Eigentum ist eine Beziehung zwischen Mensch und Sache.

326 Orte sind immer nur durch Beziehungen zwischen Dingen definiert.

327 Wir handeln in Beziehung aufeinander.

328 Es gibt nur ein paar Wege auf denen wir mit der Außenwelt in Beziehung stehen, nämlich unsere fünf Sinne.

329 Relationen werden nicht wahrgenommen.

330 Die Zeit ist immer nur eine Relation.

331 Verschiedenes gibt es nur in Bezug auf ein anderes.

332 Alle Dinge stehen in Beziehung zu anderen Dingen, die Relationen selbst sind aber nur menschliche Vorstellungen.

333 Organisieren heißt unter gemeinsamen Regeln verbinden.

334 Die Relation ist in der realen Existenz der Dinge nicht enthalten.

335 Bei Ursache und Wirkung handelt es sich um eine Gegenseitigkeit der Relation.

336 Begriffe sind Beziehungspunkte, Vergleichungspunkte.

337 Durch das Vergleichen kann in Beziehung gesetzt werden, was die Denkrechnung ermöglicht.

338 Wir lernen in Bezug auf das, was wir bereits wissen.

339 Bewegung ist stets an Beziehungen gebunden. Alle beobachtete Bewegung ist relativ.

340 Das Wesen der sogenannten rationalen Forschungsmethode besteht darin, die Dinge in der Einbildung von allen äußeren Einflüssen zu trennen, um sie dann isoliert und ohne Rücksicht auf einen besonderen Zweck zu betrachten.

341 Die meisten Qualitäten beruhen auf Relationen, die wir in unserer subjektiven Betrachtungsweise zu selbständigen Qualitäten umdichten.

342 Geistige Verwandtschaft ist viel wertvoller, als körperliche. Körperliche Verwandtschaft ohne geistige ist wie ein Körper ohne Seele.

343 "Wert ist ein Verhältnis zwischen zwei Personen."

344 Die Gleichheit der Unbedeutsamkeit.

345 Moral als allgemeine Verbindlichkeit.

346 In der Natur gibt es keinen Bereich, der nicht von anderen abhinge.

347 "Recht ist die Beziehung der Person in ihrem Verhalten zu anderen."

348 Ökonomisch ist etwas stets nur innerhalb eines bestimmten Bezugssystems.

349 "In meinem Geiste hatte sich alles losgerissen - Gefühlsgewohnheiten, Gedankenverbindungen, Vorstellungen von Personen und Dingen, alles hatte sich aufgelöst und den Zusammenhang verloren und wogte zusammen in einem unentwirrbaren Chaos. Da war kein Sammelpunkt mehr, nichts war fest geblieben."

350 Quantenmechanische Zustandbeschreibungen sind Beziehungen zwischen den Systemen und der Versuchsanordnung, bzw. zwischen den Meßgeräten. (Mikrophysisches System : makrophysisches Gerät)

351 Bedeutung besteht immer in einer Qualität (Eigenschaft) oder in einer Beziehung.

352 Logische Beziehungen gibt es nur zwischen Aussagen, nicht zwischen Fakten.

353 Das Denken schöpft Beziehungen, Verhältnisse und Ansichten und verknüpft sie.

354 Kein Begriff (wie etwa Profit, Produktivität, Fortschritt, Nutzen etc.) hat irgendeine Bedeutung, wenn der Bezugsrahmen nicht verdeutlicht wird.

355 Nichts kann bedingungslos sein, deshalb kann nichts frei sein.

356 Unsere Erkenntnis erschließt uns nicht die Dinge an sich, sondern nur ihr Verhältnis zu unserer Sinnen.

357 Verwandtschaft ist eine 'qualitas occulta'.

358 In der Quantentheorie gibt es keine "../../b-u-t/221149/wbdin.html" target="_blank">Dinge", sondern nur Beziehungen.

359 Im klassischen Isolationismus werden komplexe Phänomene auf Grundbausteine reduziert.

360 "Ein Schuh wird in gewissen Beziehungen am besten vom Schuhmacher beurteilt, in anderen von dem, der ihn trägt, und wieder in anderen vom Anatomen und vom Maler und Bildhauer."

361 Die Kapitaleigenschaften sind nicht den Dingen selbst und unter allen Umständen eigen, sondern eine Funktion, welche die Dinge je nach den Umständen haben oder nicht.

362 "Die Kausalfrage ist, wo es sich um die 'Individualität' einer Erscheinung handelt, nicht eine Frage nach 'Gesetzen', sondern nach konkreten kausalen 'Zusammenhängen' nicht eine Frage, welcher Formel die Erscheinung als Exemplar unterzuordnen, sondern die Frage, welcher individuellen Konstellation sie als Erlebnis zuzurechnen ist."

363 Relation wie die von Zeit und Raum, Tun und Leiden.

364 Ein Gesetz ist nichts anderes, als eine Relation zwischen den Dingen also etwas durchaus Relatives.

365 Ein Mensch, der an Beziehungswahn leidet, hat die Tendenz, zufällige Ereignisse und neutrale Bemerkungen so zu deuten, als hätten sie eine tiefere Bedeutung und einen direkten Bezug auf ihn selbst.

366 Es geht nicht, sich auf sehr viele Leute beziehen zu können, ohne nicht oberflächlich bleiben zu müssen.

367 Die Zerstörung der Beziehung des Menschen zur Natur.

368 Wenn ein Teil des menschlichen Körpers leidet, leidet alles andere mit ihm.

369 Die Auffassung der Mechanisten und der offiziellen Wissenschaft basierte auf der Theorie, daß 'Dinge', nicht Beziehungen die eigentliche Wirklichkeit sind.

370 Die Grundrelation ist die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt.

371 Ohne Kontext haben Worte und Handlungen keine Bedeutung.

372 Die Macht einen Kontext zu erzeugen.

373 Ein Unterschied wird immer zwischen 'zwei' Dingen festgestellt.

374 Unterschiede sind ihrer Natur nach Beziehungen und daher nicht in Zeit und Raum lokalisiert.

375 "Das Opium enthält keine einschläfernde Kraft und der Mensch enthält keinen Aggressionstrieb."

376 Es gibt in Wirklichkeit keine "Relation" als etwas Selbständiges.

377 Erkenntnisse bestehen in einer bestimmten Beziehung gegebener Vorstellungen auf ein Objekt.

378 Die Auflösung der Gegenständlichkeit in Relationen.

379 "Ohne Relation keine Erkenntnis."

380 "So zeigt denn die gesamte Sachlage einen Beziehungsreichtum, dem kein vereinzelter Terminus gewachsen ist."

381 Bewegung ist etwas relatives und kann nur in Relation auf einen Bezugspunkt wahrgenommen werden.

382 "Die Mystik negiert alle Gemeinschaft, weil es für sie nur eine reale Beziehung gibt, die Beziehung des Einzelnen zu Gott."

383 "Wer jetzt weint irgendwo in der Welt, ohne Grund weint in der Welt, weint über mich. Wer jetzt stirbt irgendwo in der Welt, ohne Grund stirbt in der Welt, sieht mich an."

384 "Die Relationen sind zahllos, und keine existierende Sprache ist imstande, all ihre Schattierungen gerecht zu werden."

385 Die Entwicklung von sinnlicher Abhängigkeit zur geistigen Freiheit.

386 Das Urteilen vollzieht sich im Beziehen. Das Erfassen eines Gegenstandes geschieht nicht durch ein Urteil.

387 "Macht ist ein 'soziales' Verhältnis, weil die Definition sich auf eine Relation zwischen Menschen bezieht."

388 "Insofern als wir mehr von andern abhängen als sie von uns, mehr auf andere angewiesen sind als sie auf uns, haben sie Macht über uns, ob wir nun durch nackte Gewalt von ihnen abhängig geworden sind oder durch unsere Liebe oder durch unser Bedürfnis geliebt zu werden."

389 In Newtons Physik waren Raum und Zeit völlig von einander getrennte unabhängige Kategorien, während wir es in der relativistischen Physik mit einem vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum zu tun haben, in dem Raum und Zeit untrennbar sind.

390 "Das Maß ist eine Relation."

391 Gefühle und Interessen sind Kontakt-Funktionen und nur als Beziehungen zwischen Bedürfnissen und Objekten definierbar.

392 Die Physik hat nach Mach nur die Abhängigkeit der Erscheinungen untereinander festzustellen. Nur auf die Feststellung konstanter Relationen kommt es hierbei an. Falsche Metaphysik ist es dagegen, wenn man diesen Relationen materielle Substrate unterlegt.

393 Die Subjekt-Prädikat-Logik, von der alle früheren Philosophen ausgingen, berücksichtigt die Beziehungen entweder überhaupt nicht oder sie bringt falsche Argumente um zu beweisen, daß Beziehungen nichts Wirkliches sind.

394 Ähnlichkeit, Identität, Raum und Zeit, alle Größen, bzw. Zahlen, Widerspruch, Qualität und Kausalität sind Beziehungsformen. Das hatte schon Hume klargestellt.

395 "Was ist unter 'Gesetz' zu verstehen? Eine kategoriale Relation zwischen Gattungsinhalten."

396 "Bewußtsein ist Beziehung auf das Ich."

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.