Empfindung
Max Frischeisen-Köhler - Die Realität der sinnlichen Erscheinungen
siehe auch Wahrnehmung, Bewußtsein, Erfahrung, Gefühl, Wissen, Raum und Zeit

001 Vieles von dem, was wir durch unsere Sinne erfahren, ist ein unwissenschaftliches Vorurteil.

002 Unsere Sinnesorgane sind Auswahlsysteme für Informationen.

003 "Es besteht, was die Wahrnehmungsvorgänge betrifft, zwischen Empfindungen und unwillkürlich auftretenden Phantasmen keinerlei wesentlicher Unterschied.- Hans Cornelius, Versuch einer Theorie über die Existentialurteile, München 1894, Seite 12

004 Sind wir hungrig, riechen wir Eßbares besser. Wenn wir auf jemanden warten, fällt uns jeder auf, der erwarteten Person ähnelt.

005 "Es gibt soviele Mittel, die Seele zu berauschen, denn jeder Nerv ist ein Mund."

006 Ideen sind unserer Sinneswahrnehmung unzugänglich.

007 die das Glück in der Sinneswahrnehmung suchen

008 Die Hauptaufgabe der Sinne ist es, uns auf das hinzuweisen, was dem Körper schadet oder nützt.

009 Schmerz und Freude sind genauso groß, wie sie gefühlt werden.

010 Das Zeugnis der Sinne ist bloßer Schein.

011 "Der Neurotiker ist eine Art 'Animist', indem er zufolge seiner höheren Sensibilität noch ein rudimentäres Organ für die Magie besitzt."

012 die Subjektivität der Sinnesqualitäten.

013 In ihrer abstraktesten Form besagt eine Mystifikation: Was du siehst, oder denkst oder fühlst oder hörst ist falsch.

014 Die Wahrnehmung ist eine Interpretation er Sinnesdaten.

015 Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war. (nihil est in intellectu quod non fuerit in sensu)

016 Für den Empirismus ist die Sinneserfahrung ein besseres Abbild der Welt, als das reine Denken.

017 Es ist nichts im Bewußtsein, was vorher nicht irgendwie die Sinne passiert hat.

018 Die Sinnlichkeit als Antithese der Vernunft

019 Die Empfindung sagt uns, daß etwas 'ist'. Das Gefühl sagt uns, was es wert ist.

020 In der bloßen Sinnlichkeit ähnelt der Mensch seinen tierischen Verwandten.

021 Der Hypnotismus befreit das Medium von hinderlichen Anschauungen des Bewußtseins und macht ungeahnte Leistungen möglich, genauso, wie er auch die simpelsten Fähigkeiten zu vereiteln imstande ist.

022 "An die Stelle aller physischen und geistigen Sinne ist daher die einfache Entfremdung aller dieser Sinne, der Sinn des Habens getreten."

023 Sinnerfahrung heißt Glück oder Schmerz.

024 Der Mensch leidet immer, wenn er feine Sinne hat.

025 Wer von Sinnen ist, weiß nicht mehr, was er tut, ist wahnsinnig.

026 "Das Seelenleben ist Kombination von Sinnesempfindungen."

027 Die Sinne sind die Quellen unserer Ideen und unserer Vergnügungen.

028 Wir sollten die Ideen, die den Sinnen zugänglich sind (Schlüssel, Nachbar) von denen unterscheiden, die das nicht sind (Kausalität, der Politik).

029 Was uns die Augen vermitteln erregt uns stärker, als was uns nur die Ohren zutragen.

030 Elementarerlebnisse sind unzertrennbare Einheiten.

031 Es ist kein Unterschied, ob ich immer dasselbe empfinde, oder gar nicht empfinde.

032 Der Geist ist wesentlich ein Zweifler an der Realität der sinnlichen Dinge.

033 "Ein einig Ding weiß nichts, mehr als eines; und ob es gleich in sich gut ist, so kennet's doch weder Böses noch Gutes, denn es hat nichts in sich, das es empfindlich mache."

034 "So nicht Empfindlichkeit wäre, so wüßte der Wille nichts von Eigenschaften, denn er wäre nur einig."

035 Was die Dinge unabhängig von unserer Empfindung und Wahrnehmung sind, wissen wir nicht und können es auch gar nicht erkennen.

035 Bewußtsein, Gefühl und Empfindung sind private Zustände.

037 Locke, der Begründer des Sensualismus.

038 Unsere Sinne haben Wahrnehmungsgrenzen, so daß wir ständig Instrumente wie Mikroskope, Teleskope, Tachometer, Stethoskope oder Seismographen benützen müssen, um die Vorgänge entdecken und aufzeichnen zu können, die unsere Sinne nicht unmittelbar wahrnehmen. Es ist deshalb absurd zu glauben, wir könnten jemals etwas wahrnehmen, wie es "wirklich" ist.

039 Unter der Folter könne 5 Minuten wie eine Ewigkeit erscheinen, die Stunden des Glücks muten uns wie Minuten an.

040 "Wir brauchen Freiheit, um die Unfreiheit der Sinnenwelt als wahr zu erkennen."

041 Die Erkenntnis muß wieder in die Empfindung übergehen.

042 Alle Stärke stammt aus der Sinnlichkeit?

043 Der Wunsch nach Verfeinerung und Vermehrung der Sinnenreizmittel.

044 Mit Adjektiven und Verben bezeichnen wir die Sinneneindrücke.

045 Wir bezeichnen eine in der Wirklichkeit nicht vorhandene Unterscheidung der Sinneseindrücke nach ihrer Bedeutung für den Menschen.

046 Von der Sinnesempfindung zur Wahrnehmung

047 Über die Sinneseindrücke hinaus wird die Wirklichkeit zum Ding ansich.

048 Für Aristoteles war die Logik noch unmittelbare Erkenntnis der Wirklichkeitswelt.

049 Unsere Sinneswahrnehmungen geben uns unmittelbar gar keine Nachrichten von der Außenwelt.

050 Worte sind Erinnerungen an eine Gruppe ähnlicher Sinneseindrücke.

051 "Wär nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt' es nie erblicken."

052 "Nur was an der Sonne augenhaft ist, das kann das Auge sehen, das Sonnenhafte bleibt unsichtbar."

053 "Ein Wissen, das auf Sinneswahrnehmung beruth, ist immer dem Irrtum ausgesetzt, erstens, weil unsere Sinne uns oft täuschen, und zweitens, weil unsere Erfahrung begrenzt ist."

054 "Was wir als einen Gegenstand wahrnehmen, ist in Wirklichkeit ein schrecklich kompliziertes zusammentreffen von Vorgängen, die sich unmöglich in ihrer Vollständigkeit beschreiben oder auch nur wahrnehmen lassen. Aber unser Nervensystem verarbeitet unsere Sinneseindrücke derart, daß wir einen Gegenstand als 'etwas' wahrnehmen."

055 Der wahrgenommene Gegenstand ist die erste Abstraktionsebene, der Name des Gegenstandes die nächste Abstraktionsstufe, Klassifikation und Verallgemeinerung weitere Abstraktionen bis hin zu den Theorien vom "Leben", "Gott" oder der "Wirklichkeit".

056 Die Sprache ordnet die Sinneseindrücke.

057 Der Gesichtssinn ist feiner, als der Gehörs- oder Geruchssinn.

058 "Die Sprache ist das Gedächtnis unserer Sinneseindrücke."

059 "Wir können uns durchaus kein Bild davon machen, wie unsere farbige und helle Außenwelt auf den lichtempfindlichen Hautfleck augenloser Tiere wirkt."

060 Auch im Willen, wie im Denken, ist nichts, was nicht vorher in den Sinnen war.

061 Was wir sehen, müssen wir noch lange nicht fühlen können.

062 Glückseligkeit bezieht sich auf die Sinnlichkeit des Menschen.

063 Für Mill ist man bei geistigen Freuden in höherem Maß Mensch, als bei sinnlichen.

064 Unsere Wahrnehmung ist nie nur ein mechanisches Abbild von Sinnesreizen, sondern zugleich auch immer Wahrnehmung einer Bedeutung.

065 Die Wissenschaft arbeitet mit Empfindungen, als wären sie schon Dinge.

066 Überall, wo nicht empfunden wird, wird geurteilt.

067 "Jeder Sinn hat seine Welt."

068 Fühlen ist nicht sehen.

069 "Im Austausch zwischen Empfindungssubjekt und Sinnlichem ist keine Rede davon, daß das eine wirkte, das andere litte."

070 Das Verhältnis von Empfindendem und sinnlich Empfundenen ist vergleichbar dem des Schläfers zum Schlaf: Ich atme langsam und tief, um den Schlaf herbei zu rufen, und plötzlich ist es, als kommuniziere mein Mund mit einer riesigen äußeren Lunge, die meinen Atem anzieht und zurückdrängt. Empfindung ist buchstäblich eine Kommunion."

071 Es gibt keine andere Wirklichkeit, als die Erscheinung. Das Bewußtsein läßt wesensmäßig keine Unterscheidung von Schein und Wirklichkeit zu.

072 Der Mensch ist einem Überschuss an Reizen ausgesetzt.

073 "Das Denken ist in erster Linie Entsinnlichung."

074 Nicht die Empfindungen sind die Elemente der Wirklichkeit, sondern, das Bewußtsein, indem sie zusammenhängen.

075 Das lebendige Empfinden tritt hinter das abstrakte Auffassen zurück.

076 Vom Sinn zur Wahrnehmung, von der Wahrnehmung zum Verstand, vom Verstand zum Bewußtsein, vom Bewußtsein zu Vernunft oder Wahrheit.

077 Die Aufgabe der Abstraktion ist "das Aufheben und die Reduktion des sinnlichen Stoffes als bloßer Erscheinung auf das Wesentliche, welches nur im Begriff sich manifestiert."

078 Man muß die Sinnesempfindung genau von der Perzeption (Wahrnehmung) unterscheiden. Die Wahrnehmung ist Teil des Verstandes.

079 Sinnlich sein ist leidend sein. Ein empfindendes Wesen ist ein leidenschaftliches Wesen.

080 Die Sinneseindrücke sind erkenntnistheoretisch die Basis unseres Wissens.

081 Der Materialismus begreift die Sinnlichkeit als praktische Tätigkeit.

082 Das sinnlich Seiende wird häufig für die Wirklichkeit gehalten.

083 Beim Einschlafen hören die äußeren Eindrücke zu wirken auf.

084 die enge Pforte der Sinne

085 Wir meinen, den Schmerz im Fuß zu empfinden, wo sich das Geschehen doch im Gehirn abspielt.

086 Unsere Sinnesempfindunqen sind nichts, woran man Bestand behaupten kann. Sie 'werden' immer nur, 'sind' aber nie.

087 Der Intellekt verwandelt die Empfindung in eine Vorstellung.

088 Es ist ein großer Irrtum zu glauben, die Sprache bezieht sich unmittelbar auf die Anschauung, wo sie sich unmittelbar auf das Denken und die Begriffe bezieht.

089 Wir glauben, die Dinge unmittelbar da wahrzunehmen, wo sie sind, während es doch im Gehirn geschieht.

090 Die Empfindungen eines anderen Menschen sind mir schlechthin unzugänglich.

091 Die Sinne sind bloße Ausläufer des Gehirns.

092 Je höher das Bewußtsein entwickelt ist, desto inniger sind die Empfindungen.

093 Sinnesdaten als solche sind weder richtig noch falsch, nur wir irren uns bei ihrer Interpretation.

094 "Wahrnehmbar" ist ein relativer Begriff. Der Hund mit seinem feineren Geruchsorgan kann Dinge riechen, von denen der Mensch nur träumen kann.

095 Eine Frage nach der Welt sieht von den sinnlichen Qualitäten ab.

096 Begriffe können in keiner Erkenntnis das Erste sein, sondern sind immer aus irgendeiner Empfindung abstrahiert.

097 Die sinnlichen Qualitäten sind Bewußtseinselemente, sie gehören dem Subjekt an, nicht den Objekten.

098 Das Bewußtsein besteht aus: empfinden, vorstellen, wahrnehmen, erwarten, urteilen, fühlen, schließen, begehren, wollen.

099 Die Sinnenwelt ist ein ewiges Werden.

100 Es ist kein Ding warm oder kalt, wenn es nicht jemand mit seinen Sinnen wahrnimmt.

101 Empfindungen werden erlebt, Begriffe werden wahrgenommen.

102 Die Lust ist eine besondere Eigenschaft von Gefühl und Empfindung.

103 Der logische Charakter des Wissens und der sinnliche Charakter der Physis schließen einander aus.

104 das Übersinnliche, Ewige

105 Sensa sind stumm.

106 Die sensitive Erkenntnis beruth immer auf einem blinden, instinktiven Vertrauen, daß unsere Sinneswahrnehmungen uns nicht täuschen.

107 "Jahrtausendelange Züchtung der Geister im Dienste des zweckgeleiteten Tatsachenglaubens hat uns daran gewöhnt, das Sinneserlebnis für eine Zeichensprache der Dinge zu halten."

108 "Versinnlichen meint vergegenwärtigen."

109 Kein Eindrucksinhalt ist in Begriffen auszuschöpfen.

110 Auch der Sensualismus ist Ideologie.

111 Die Sinneseindrücke vermitteln uns nicht die mindeste Kenntnis von den Gegenständen.

112 Alle Wahrnehmung ist ideal.

113 Die Sinne funktionieren nur innerhalb eines genau festgelegten, begrenzten Bereichs.

114 Jede Empfindung ist eine geistige Angelegenheit. Ein Schmerzgefühl ist ein Zustand unseres Bewußtseins.

115 Der Gegenstand und seine Empfindung leben in grundsätzlicher und untrennbarer Einheit.

116 Zuerst muß ein Bewußtsein aufsteigen, bevor sich der sensorische Prozess vollziehen kann.

117 Empfindung und Bewußtsein gehören dem Geist an und nicht der Materie.

118 Es gibt nur ein paar Wege, mit denen wir mit der Außenwelt in Verbindung stehen, nämlich unsere fünf Sinne.

119 Eigenschaften haben die Dinge nur in der Relation zu uns.

120 "Die Magnetnadel und jeder Kupferdraht haben Sinne, die dem normalen Menschen fehlen."

121 transzendent = gegen die eigene Erfahrung

122 Verben drücken die Sinnesempfindung aus indem sie unzählige mikroskopische Teilveränderungen unter einem Zweckbegriff zusammenfassen.

123 Die sinnliche Empfindung verschafft keine Erkenntnis eines Gesetzes; das tut nur der ordnende Verstand.

124 "Die scheinbare Welt ist die einzige: die 'wahre Welt' ist nur hinzugelogen."

125 Der süße Geschmack des Zuckers liegt weder im Beobachter, noch im Beobachteten, sondern in einer Beziehung zwischen beiden.

126 Unsere Empfindung ist der Maßstab für jedes Gut.

127 Empfindungen werden zur Sprache gebracht.

128 Der Schmerz ist eine notwendige Empfindung zur Erhaltung unseres Körpers.

129 Der Idealismus kennt keine sinnliche Tätigkeit als solche.

130 Aus Charakterschwäche entscheiden sich Menschen bei der Wahl zwischen sinnlichen und geistigen Freuden oft für das nähere Gut, obgleich sie wissen, daß es geringeren Wert hat.

131 "Nicht also, weil es ein Gesehenes ist, wird es gesehen, sondern im Gegenteil, weil es gesehen wird, ist es ein Gesehenes; nicht weil es ein Geführtes ist, wird es geführt, sondern weil es geführt wird, ist es ein Geführtes; und nicht weil es ein Getragenes ist, wird es getragen, sondern weil es getragen wird, ist es ein Getragenes."

132 Der lebendige und ganze Mensch wird durch die Zweiteilung in eine geistige und sinnliche Hälfte zerrissen.

133 "Wir müssen uns den Eingebungen des Eigen-Sinns entziehen, um die Dinge selbst zu Wort kommen zu lassen."

134 Es gibt kein Bewußtsein ohne Empfindung.

135 Das Sinnlich-Übersinnliche ist das wahre Wesenslemente aller Mystik.

136 Die Naturgesetze zeugen allenfalls von der psycho-physischen Beschaffenheit unseres Sinnesapparates.

137 Es hängt von unseren Empfindungen ab, wie uns die Dinge erscheinen.

138 Alle sinnlichen Qualitäten als solche gehören nicht den Dingen an, sondern entstehen in uns selbst.

139 "Je weiter sich der Mensch vom Sinnlichen entfernt, desto mehr unterliegt er dem Irrtum, und die Sprache ist die wichtigste Trägerin desselben. Sobald die Worte als adäquate Bilder von Dingen genommen, oder mit wirklichen anschaulichen Dingen verwechselt werden, während sie doch nur willkürliche, mit Vorsicht zu gebrauchende Zeichen für gewisse Ideen sind, ist das Feld zahlloser Irrtümer erschlossen."

140 Die sinnliche Lust ist eine allgemeine.

141 Wir halten unerschütterlich an der Überzeugung fest, daß alles, was unser Erkenntnisapparat uns meldet, wirklichen Gegebenheiten der außersubjektiven Welt entspricht.

142 Die Farbqualitäten sind Produkte unserer Sinnesempfindung und unseres Verstandes und keine dem Licht anhaftenden physikalischen Eigenschaften.

143 "Die 'Brillen' unserer Denk- und Anschauungsformen wie Kausalität, Substantialität oder Raum und Zeit sind Funktionen unserer neurosensorischen Organisation."

144 Für die Honigbiene ist Farbkonstanz wichtig, für die Katze, die in der Dämmerung jagt, ist Farbe völlig irrelevant; die Eule muß das Rascheln einer Maus genau lokalisieren können.

145 Im physiologischen Mechanismus wird das quantitative Kontinuum verschiedener Wellenlängen in erlebbare Qualitäten verwandelt.

146 "Sinnesdaten sind psychologisch gesprochen das Ergebnis unseres Glaubens an die Existenz gewisser theoretischer Entitäten."

147 "Sinnesdaten können nicht getrennt werden vom Prozess ihrer Beschreibung."

148 "Wer die Welt der äußeren Erfahrung wirklich verstehen will, muß sie also mechanistisch-dynamistisch durchdenken, d.h. er muß die Sinnenwelt in eine Bewegungs- und Kraftwelt verwandeln und darf für alle Vorgänge nur 'Bewegungsursachen' gelten lassen."

149 Für unsere Sinnesorgane, ebenso wie für jedes Meßgerät, existiert eine untere Grenze der Ansprechbarkeit, unterhalb derer nichts registriert wird.

150 Prinzipiell unerkennbare Dinge gibt es deshalb, weil dieselben keinerlei Wirkung auf unsere Sinnesorgane ausüben.

151 Das Sensible aufgehoben hebt die Wahrnehmung mit auf, die Wahrnehmung aber nicht das Sensible.

152 Die Wahrnehmung formt aus dem sinnlichen Stoff Einheiten.

153 "Die Umrisse nebeneinander liegender Dinge vermischen sich leicht vor der Einbildungskraft, wie vor dem Auge. In der Zeitfolge hingegen schneidet der gegenwärtige Augenblick eine bestimmte Grenze zwischen dem Vergangenen und Zukünftigen ab. Zwischen Sein und Nicht-mehr-Sein ist keine Verwechslung möglich."

154 Unterscheidung von sinnlichen und unsinnlichen Gegenständen.

155 Unser Wissen von der Außenwelt, aber auch unser Wissen von der Innenwelt bleibt immer hypothetisch. Alles Wissen bleibt immer hypothetisch.

156 "Sowohl die Dinge in der äußeren Natur, als die innerlich angeregte Tätigkeit, dringen auf den Menschen mit einer Menge von Merkmalen zugleich ein. Er aber strebt nach Vergleichung, Trennung und Verbindung in seinen höheren Zwecken nach Bildung immer mehr umschließender Einheit."

157 "Die Besonnenheit hat die Sprache erfunden."

158 "Organisation ist das Wesen des Verstandes."

159 "Hätten wir keinen Sinn, als das Gehör, so würde alle Erfahrung in Tönen bestehen."

160 "Dennoch muß die Seele immerfort versuchen, sich von dem Gebiete der Sprache unabhängig zu machen., da das Wort allerdings eine Schranke ihres inneren, immer mehr enthaltenden Empfindens ist und oft gerade sehr eigentümliche Nuancen desselben durch seine im Laut mehr materielle, in der Bedeutung zu allgemeine Natur zu ersticken droht."

161 Zwei Hauptströme der menschlichen Erkenntnis: die Sinnlichkeit und der Verstand.

162 Der Philosoph nennt die Dinge Erscheinungen, um zu bezeichnen, daß sie ein Produkt meines Verstandes und meiner Sinnlichkeit sind.

163 Die Sinnlichkeit hat als das Geheimnis der unmittelbaren Erkenntnis gegolten.

164 Das grüne Blatt ist nur deshalb grün, weil es für das menschliche Auge grün ist.

165 Wir können nicht anders sehen, als unser Auge es zuläßt.

166 "Wer die Anschaulichkeit festhält, gerät auf den Prozess in infinitum; wer sie preisgibt, verläßt den sichern Boden."

167 Überall liegt die Sinnlichkeit im Kampf mit der Logik.

168 Unsere Erkenntnis erschließt uns nicht die Dinge an sich, sondern nur ihr Verhältnis zu unseren Sinnen.

169 Das Sehen findet nicht im Auge statt, sondern im Gehirn.

170 "Vielleicht gibt es Geschöpfe, die das Licht riechen oder schmecken, oder welche durch ein für uns dunkle Wärmequelle Gesichtsbilder erhalten."

171 Farbe, Klänge, und Gerüche sind Erregungsformen unserer Sinnlichkeit.

172 Unsere Sinnesorgane sind Abstraktionsapparate.

173 Unsere Sinne geben uns die Wirkungen der Dinge.

174 Der Unterschied ist es, der uns Empfindungen bewußt werden läßt.

175 "Ist denn aber die Sinnlichkeit meine ganze Eigenheit?"

176 Unser Verstand reicht nicht weiter, als unsere Sinne.

177 Das gesamte Feld der Wahrnehmungstäuschungen liegt zwischen Denken und Empfinden.

178 Alle Täuschungen sind nur irrige Urteile.

179 Der Sensualismus will alle Bewußtseinsgebilde, auch das Denken, auf die Umbildung von Empfindungen zurückführen.

180 Anschauungen ohne Begriffe sind blind, Begriffe ohne Anschauung leer.

181 Das Erleben kann nur unzureichend in Aussagen ausgedrückt werden.

182 Die Wörter der Sprache bedingen eine substantialisierende Fälschung.

183 "Spricht die Seele, so spricht - ach, schon die Seele nicht mehr."

184 "Der Gegenstand als Objekt der Sinne richtet sich nach der Beschaffenheit unseres Anschauungsvermögens."

185 Durch die Sinnlichkeit werden uns die Gegenstände gegeben, durch den Verstand werden sie gedacht.

186 Bedeutung kommt aus der Sinnlichkeit.

187 Der Raum ist nichts anderes, als die subjektive Bedingung der Sinnlichkeit. Alle Erscheinungen und Gegenstände der Sinne sind in der Zeit.

188 "Der Verstand mag nichts anzuschaun und die Sinne nichts zu denken."

189 Alle Kategorien erhalten nur in Bezug auf die Sinnlichkeit eine Bedeutung.

190 "Die Sinne können nicht irren, weil sie nicht urteilen."

191 In der Sinnlichkeit, d.h. in Raum und Zeit.

192 Kausalität hat nur in der Sinnenwelt Bedeutung.

193 Raum und Zeit sind Prinzipien der Sinnlichkeit.

194 Die Unterscheidung zwischen Geistigem und Sinnlichem ist das größte Problem der Erkenntnistheorie.

195 Sinnesempfindungen liegen nicht in den Gegenständen, sondern sind rein subjektiv.

196 Die sinnlich wahrnehmbaren Qualitäten des Gesichts, Gehörs, Geruchs, Geschmacks und Getasts sind subjektiv.

197 Die Ästhetik behandelt die Vermögen der Sinnlichkeit.

198 Es gibt zwei Arten der menschlichen Erkenntnis: die Sinnlichkeit und den Verstand.

199 Man kann die Vorstellung vom Ding herleiten, dann ergibt sich ein Sensualismus oder Materialismus. Leitet man das Ding von der Vorstellung her, ergibt sich ein Idealismus.

200 Hermann Cohen erklärt auch die Anschauung für eine Form des Denkens. Es gibt kein "gegebenes" Rohmaterial, sondern jede Empfindung und Wahrnehmung ist schon etwas Gedankliches.

201 Wir werden uns der logisch unüberbrückbaren Kluft gar nicht bewußt, welche die sinnlichen Erlebnisse von der Welt der Begriffe trennt.

202 Unsere vitalen Interessen gelten der sinnlich erfahrbaren Wirklichkeit.

203 Blau hat nur Sinn, wenn nicht alles blau ist und auch andere Farben existieren.

204 Alle Freude ist Freude des Körpers und der Sinne.

205 Wir leben nicht nur in unserem Körper, sondern 'sind' auch dieser Körper.

206 Alles sinnlich Gegebene ist relativ.

207 "Das Erlebnis steht nicht als ein Objekt dem Auffassenden gegenüber."

208 Die Überzeugung von der objektiven Qualität der Sinnesempfindung ist falsch.

209 Der Wille, die Begierde und der Trieb ist sinnlich.

210 Ich spüre den Schmerz nicht im Gehirn, sondern etwa an der Ferse.

211 "Es kann vielleicht ein feiner organisierter Körper, so feinere Empfindungen, als die magnetische Nadel empfinden."

212 Alle Sinneswahrnehmung ist seelisch.

213 Unser Verstand reicht nicht weiter, als unsere Sinne.

214 Die Wahrnehmungstäuschungen liegen gleichsam zwischen dem eigentlichen Denken, dem Urteil und dem logischen Schluß und den reinen Empfindungen. Alle Täuschungen sind deshalb nur irrige Urteile.

215 Alle sinnlichen Empfindungen können sich in Schmerz oder Lust verwandeln.

216 Dem naiven Realismus nach nehmen wir die sinnlichen Erfahrungsdinge so wahr, wie sie auch sind.

217 Die Empfindung ist immer mit seelischem Erleben verbunden.

218 Eine Empfindung ist physiologisch eine Erregung in den Sinneszentren der Großhirnrinde durch Erregung der Sinnesnerven.

219 Die Qualitäten der Dinge sind bloße Zustände des Subjekts. Die Zurückführung der Qualität auf Quantität ist das Hauptanliegen der modernen Wissenschaft.

220 Alles menschliche Glück ist sinnlich.

221 Für den Common Sense ist der naive Realismus eine Selbstverständlichkeit.

222 Die Prozesse der Wahrnehmung sind unzugänglich, allein die Produkte sind bewußt.

223 Die periphere Retina empfängt eine Menge Informationen, die nichts ins Bewußtsein gelangen.

224 Ein Unterschied hat keine Ortsbestimmung.

225 Unsere Sinnesorgane können nur Informationen von Unterschieden verarbeiten und diese Unterschiede müssen in Form von zeitlichen Ereignissen erfolgen, um wahrnehmbar zu sein.

226 Sehr langsame Veränderungen sind kaum wahrnehmbar.

227 "Wir ziehen (draw) Unterscheidungen, das heißt wir entnehmen sie. Die Unterscheidungen, die nicht gezogen werden, existieren 'nicht'."

228 Mit unserer hohen Sensibilität für schnelle Veränderungen brauchen wir für langsame Veränderungen eine Uhr.

229 Wir stehen immer vor der Schwierigkeit zwischen einer langsamen Veränderung und einem Zustand unterscheiden zu müssen.

230 "Unterschiede sind ihrer Natur nach Beziehungen und daher nicht in der Zeit oder im Raum lokalisiert."

231 "Sinne und Leidenschaften reden und verstehen nichts als Bilder."

319 Die Sinne zeigen weder richtig noch falsch.

233 der sinnenfeindliche Asketismus

234 In der Zahl und in der Idee ist alles Sinnliche und Endliche abgestreift.

235 "Existieren" ist ein sinnlicher Begriff.

236 Die Sinnesempfindung gilt als unmittelbar, das Wort dagegen als vermittelt.

237 Der Inder zählt sechs Sinne, zu unseren fünf rechnet er das Denken dazu.

238 Unser ganzes Wissen erhalten wir durch die Vermittlung der Sinne.

239 Was wir Wissen nennen, ist nichts anderes, als die Verarbeitung der von den Sinnen gebotenen Materialien.

240 Die Erscheinung ist das, was sich den Sinnen darbietet.

241 Die Mystik beruth auf der Verneinung des Erkenntniswerts der Sinnenwelt, wie des Erkenntniswerts der Logik des Verstandes.

242 Alles Material unserer Erkenntnis stammt aus den Sinnen. Freilich nur das Material. Der Intellekt bildet dieses Material weiter.

243 Im alltäglichen Denken werden die Sinnesqualitäten zu Eigenschaften der Objekte erhoben.

244 Die Wahrnehmung ist kein deutungsfreies Erleben des unmittelbar sinnlich Gegebenen.

245 Der Kantische Dualismus von Sinnlichkeit und Verstand.

246 Die empirische Ebene der Erfahrung betrifft das, was wir sehen, hören, riechen, betasten, schmecken.

247 Der geistige Gehalt ist nicht sinnlich wahrnehmbar, sondern nur unsinnlich verstehbar.

248 Die Entwicklung von sinnlicher Abhängigkeit zu geistiger Freiheit.

249 "Es gibt für die Wissenschaft keine Anschauung, sondern nur Konstruktion."

250 Mit den Sinnen kommen wir über das Wähnen nicht hinaus.

251 Was wir durch statistische Wahrscheinlichkeitsaussagen bezeichnen ist immer unsinnlich.

252 "Man kann Handlungen versprechen, aber keine Empfindungen; denn diese sind willkürlich. Wer jemandem verspricht, ihn immer zu lieben oder immer zu hassen oder ihm immer treu zu sein, verspricht etwas, das nicht in seiner Macht steht."

253 "Aber es scheint mir doch, als ob ich sähe, hörte, Wärme fühlte, das kann nicht falsch sein, das eigentlich ist es, was an mir Empfinden (sentire) genannt wird, und dies, genauso verstanden, ist nichts anderes, als Bewußtsein."

254 Zeit und Raum, sowie Bewegung sind Größen, die in Bezug auf die Sinne aufgefaßt werden aber nicht 'durch' die Sinne.

255 Der gesunde Menschenverstand geht von sinnlich wahrnehmbaren Größen aus.

256 Visuelle Wahrnehmungen entstehen nicht 'durch' die Augen.

257 "Alle Vagheit hat ihre Wurzel in umgewandelten Empfindungen."

258 Mischen wir einen Tropfen Tinte mit reinem Wasser, wird das Wasser rasch grau. Doch für einen Beobachter, dessen Sinn hinreichend scharf sind, um auch einzelne Moleküle wahrzunehmen, wird die Flüssigkeit niemals grau. Daß das Wasser grau geworden ist, ist eine auf der Grobheit unserer Sinne beruhende Illusion.

259 Ohne Augen, Ohren und Nasen gibt es für uns keine Farben Klänge oder Gerüche.

260 "Es ist eine offenkundige Erfahrungstatsache, daß unsere Auffassungen der Außenwelt restlos von den Vorkommnissen innerhalb des menschlichen Körpers abhängen. Bei Anwendung entsprechender Tricks auf den Körper kann man jeden dazu bringen, fast alles wahrzunehmen oder nicht wahrzunehmen."

261 "Was uns täuscht, ist nicht unser Sinn, sondern unser Verstand."

262 Die zunehmende Ausbreitung der Abstraktionen ist zuerst einmal Entsinnlichung.

263 "Die Empfindung selber ist etwas durchaus Subjektives, daher dürfen wir aus den Empfindungen der Sinne nicht ohne weiteres auf die Gegenstände schließen."

264 "Wenn wir einen geraden Stab schräg ins Wasser halten und ihn an der Eintauchstelle geknickt sehen, so wird die Knickung uns nicht durch die Lichtbrechung vorgetäuscht, sondern die Knickung ist tatsächlich optische Wahrnehmung vorhanden."

265 Die verschiedenen Bereiche unserer Sinnenwelt sind völlig verschieden und haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Es gibt von vornherein keinerlei Verbindungen zwischen dem Empfinden für Farben und dem Empfinden für Töne. Sie sind inkommensurabel. Der Zusammenhang wird erst im Bewußtsein hergestellt.

266 "Es gibt einfach keinen anderen Platz für die Bedeutung von Gesundheit, Krankheit, Leben und Sterben als unsere eigenen Sinne."

267 Wir können die Natur nicht direkt beobachten.

268 Den Stoff zu aller Erkenntnis liefern unsere Empfindungen; in ihnen liegen die 'Data' zu der ansich leeren Begriffsform.

269 Empfindungen lassen sich nicht zu Empfindungen addieren, noch von Empfindungen abziehen.

270 das sinnlich-dionysische

271 "Das Denken in seinem Ursprung noch mit dem Anschauen verwachsen, löst sich vom Boden seiner Entstehung ab, und gewinnt die Macht eigener Wirksamkeit."

272 "Die Lehre von den unbewußten Schlüssen besagt, daß unser Wahrnehmen aus dem sinnlich Perzipierten allein nicht zu verstehen ist. Wahrnehmung ist mehr als die Summe der Sinnesempfindungen. Sie erfordert eine Aktivität des Wahrnehmenden. Entfernungen zum Beispiel sehen wir nicht, sondern wir denken, erschließen sie. Der Theorie von unbewußten Schlüssen liegt die Tatsache zugrunde, daß unser wirkliches Wahrnehmen aus dem Bestand der Sinnesempfindungen nicht zu erklären ist. Die Lage der Dinge im Raum, die Dingkonstanz, die Farbkonstanz, der Farbkontrast sind Beispiele für Wahrnehmungen, die in den zugehörigen Empfindungen nur unzureichend repräsentiert sind; von diesen Sinnesdaten aus schließen wir dann unvermerkt und mit großer Geschwindigkeit auf die volle Wahrnehmungsgegebenheit. Diese syllogistische Erklärungsweise beruth jedoch auf der Annahme der kartesianischen Subjekt-Objekt-Schranke. Unsere Gegenstandswahrnehmung wird jedoch durch eine subjektive Aktivität mitkonstituiert; diese aber kommt uns nicht zu Bewußtsein."

273 "Ich sehe nicht Farbempfindungen, sondern gefärbte Dinge, höre nicht Tonempfindungen, sondern das Lied der Sängerin."

274 "Unsere Aussage 'Empfindung', im Gegensatz zu empfindungslosen Vorstellungen, enthält bereits ein 'Existenzialurteil'. Und dieses Urteil ist ein ausgesprochen logisches, ein Urteil, welches die Abhängigkeit aufgrund irgendwelcher logischer Erwägungen anerkennt. Die Empfindung ist kein ursprüngliches Element unserer Erfahrung. Ihre vermeintliche Unmittelbarkeit, qualitative Einfachheit und passive Natur ist vielmehr ein bloßes traditionelles Dogma und die prüfungslose Beibehaltung jenes Dogmas, welches die Empfindung als ein unauflösliches Erkenntnis- und Vorgangselement bewertet, kann nicht mehr gerechtfertigt werden."

275 "Nicht die Körper zeugen Empfindungen, sondern Empfindungskomplexe bilden die Körper."

276 "Die Empfindungsqualitäten gehören als solche sicherlich allein dem Bewußtsein an, durchaus nicht dem Nervensystem. Wenn ich einen bitteren Geschmack empfinde oder einen lauten Ton höre, so sind nicht meine Nerven bitter oder laut."

277 "Ich meine daher, daß es gar keinen möglichen Sinn haben kann von einer anderen Wahrheit unserer Vorstellungen zu sprechen, als von einer 'praktischen'. Unsere Vorstellungen von den Dingen 'können' gar nicht anders sein, als Symbole, natürlich gegebene Zeichen für die Dinge, welche wir zur Regelung unserer Bewegungen und Handlungen benützen lernen. Wenn wir jene Symbole richtig lesen gelernt haben, so sind wir imstande, mit ihrer Hilfe unsere Handlungen so einzurichten, daß dieselben den gewünschten Erfolg haben, d.h. daß die erwarteten neuen Sinnesempfindungen eintreten. Eine andere Vergleichung zwischen den Vorstellungen und den Dingen gibt es nicht nur in der 'Wirklichkeit' nicht - darin sind sich alle Schulen einig - sondern eine andere Art der Vergleichung ist gar nicht 'denkbar' und hat gar keinen Sinn."

278 Es gibt keine klare Grenze zwischen physiologischer Sinneserregung und psychologischer Empfindung.

279 "Insofern die Qualität unserer Empfindungen uns von der Eigentümlichkeit der äußeren Einwirkung, durch welche sie erregt ist, eine Nachricht gibt, kann sie als 'Zeichen' derselben gelten, aber nicht als ein Abbild. Denn vom Bilde verlangt man irgendeine Art der Gleichheit mit dem abgebildeten Gegenstande. Ein Zeichen aber braucht keine Art der Ähnlichkeit mit dem zu haben, dessen Zeichen es ist. Die Beziehung beschränkt sich darauf, daß das gleiche Objekt, unter gleichen Umständen zur Einwirkung kommend, das gleiche Zeichen hervorruft, und daß also ungleiche Zeichen auch immer ungleicher Einwirkung entsprechen. Wenn also unsere Sinnesempfindungen in ihrer Qualität auch nur 'Zeichen' sind, deren besondere Art ganz von unserer Organisation abhängt, so sind sie doch nicht als leerer Schein zu verwerfen, sondern sie sind eben Zeichen von 'Etwas', sei es etwas Bestehendem oder Geschehenem, und was das Wichtigste ist, das 'Gesetz', dieses Geschehens können sie uns abbilden."

280 Der natürliche Ausgangspunkt ist die Empfindung. Das erste Denksystem, das wir annehmen, besteht in einer möglichst geringen Umformung dieser Empfindung. Das so entstehende Weltbild ist das des gemeinen Menschenverstandes.

281 "Wenn es zuweilen den Anschein hat, als seien die von uns formulierten Gesetze unmittelbar auf die Wirklichkeit anwendbar, so beruth das ausschließlich auf der Grobheit unserer Sinne und auf der Unvollkommenheit unserer Untersuchungsmittel, die uns nicht erlauben, all die feinen Unterschiede zwischen den einzelnen Erscheinungen wahrzunehmen."

282 Schönheit gibt es nur im Bereich dessen, was durch Auge und Ohr und Wort, nicht aber was durch den Tastsinn, Geschmack oder Geruch erlebt wird.

283 "Der Tastsinn reagiert auf die 'physikalischen' Eigenschaften der Körper, Geruch und Geschmack auf die 'chemischen' Beschaffenheiten. Der Tastsinn vermittelt das Erlebnis des 'Widerstandes der Materie', gleichsam das Urerlebnis im Erleben der Welt. In diesem Widerstand, wie er eben durch den Tastsinn erlebt wird, hat der Mensch die letzte sinnliche Evidenz der Realität eines Dings. 'Dinge' erleben wir überhaupt nur durch ihn und aber auch den Gesichtssinn. Dieser jedoch 'entwirklicht' bereits die Dinge: der Mensch traut manchesmal seinen Augen nicht, wohl aber dem Griff seiner Hand. Er muß etwas 'begreifen' können, um seiner Existenz sicher zu sein. In der Richtung dieses 'Begreifenwollens' liegt die 'Substanzialisierungstendenz' des Denkens, der zufolge wir uns alles, was existiert und für uns - und unser 'objektives' Denken - wirkliche Existenz haben soll, als Existieren einer 'Substanz' denken müssen. Die 'Substanz' ist aber keine Seins-, sondern eine Denknotwendigkeit."

284 "Ich kann anderen das lebhafte Wissen, das ich von meinen eigenen Sinneseindrücken und Gefühlen habe, nicht übermitteln. Es gibt keinen Weg, um meinen Sinneseindruck davon, wie Hammelfleisch schmeckt, mit dem Sinneseindruck, den ein anderer vom Geschmack des Hammelfleisch hat, zu vergleichen. Ich kann nur wissen, wie es mir schmeckt, und er kann nur wissen, wie es ihm schmeckt."

285 Das Lösen der Aufmerksamkeit von den Sinneseindrücken ist eine Stufe der Meditation.

286 Jede Sinneswahrnehmung ist oft bis zur Ununterscheidbarkeit verschmolzen mit einer intellektuellen Erkenntnis.

287 Unsere Anschauung ist immer individuell-subjektiv; das Empfindungsgegebene läßt sich nur 'umdenken' in etwas Objektives.

288 "Die Erkenntnis erschafft erst den Gegenstand, in ihr entsteht er erst, als eine Begriffsbildung zur Logisierung des sinnlich Gegebenen."

289 Daß die Empfindung im Großhirn stattfindet und nicht, wie wir glauben z.B. am Finger, zeigt die prinzipielle Eigenart des Psychischen im Verhältnis zur Physis.

290 Nicht im Sinnesdatum als solchem liegen Irrtum und Wahrheit, sondern in seiner Beziehung zu unserem Wissen.

291 Was die Naturerkenntnis ausmacht ( in der Form der Kausalität, bzw. Substanz etc.), ist nur eine Verknüpfung von Vorstellungen, ist nur die Herstellung eines logischen Zusammenhangs zwischen den Sinnesdaten, der eben nur in Gedanken und als Begriff besteht.

292 "Hegel hielt das sinnliche Bewußtsein für das eigentliche unmittelbare Wissen."

293 Die Macht der Sinnlichkeit soll von moralischen Ideen begrenzt werden.

294 Unser Wille steht immer in Bezug auf unsere Sinnlichkeit.

295 Die Sinnlichkeit wurde schon von den Konfuzianern als Feindin aller Tugend für unheilbar gehalten.

296 Unsere Sinneseindrücke sind unterschiedlich deutlich ausgeprägt, beim Gesichts- oder Gehörssinn deutlicher, als bei Gerüchen oder Geschmäcken.

297 "Noch vor jedem Nachdenken meinen wir mit Bestimmtheit, daß sich das, was wir sehen, hören oder berühren, 'außerhalb von uns' befindet."

298 Verschiedene Wellenlängen erzeugen verschiedene Farbempfindungen. Unser Auge ist jedoch nur für einen begrenzten Wellenbereich empfindlich.

299 Wir reagieren auf eine unendliche Anzahl möglicher Reize mit einer beschränkten Anzahl von Empfindungsarten.

300 "Die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung eines Phänomens sagt uns nichts über sein objektives physikalisches Wesen (oder was wir so zu nennen pflegen) und muß von vornherein als Informationsquelle ausscheiden."

301 Es gibt keine Theorie, die sinnliche Qualitäten erklärt.

302 Der Baum 'ansich' ist farblos, geruchlos und geschmacklos.

303 Objektivität wäre eine Neutralität der Empfindungen. Eine solche kann es nicht geben.

304 "Ein Nervenreiz zuerst - übertragen in ein Bild! erste Metapher."

305 "Wir theilen die Dinge nach Geschlechtern ein, wir bezeichnen den Baum als männlich, die Pflanze als weiblich: welch willkürliche Übertragungen."

306 Die Sinnesorgane selbst prägen schon das Material, "so, als würden wir mit einem Netz fischen, dessen Maschen eine bestimmte Größen haben, oder als ob wir eine Brille von bestimmter Färbung trügen."

307 Empfindungen sind immer schon irgendwie vom Zentralapparat unseres Gehirns bearbeitet, wenn sie uns zu Bewußtsein kommen.

308 "Was wir Materie nennen, ist ein gewisser gesetzmäßiger Zusammenhang der Empfindungen."

309 Das Sinnliche als solches ist wertfremd.

310 Das Beharrende ist unsinnlich.

311 "Das Eine das Bleibende, das Andere das Fließende! Kontinuierlichkeit 'ist' auch das Wesen des Sinnlichen und 'nur' des Sinnlichen!"

312 "Man kann also ganz wohl sagen, daß die einfachen Empfindungen Abstraktionen sind, darf aber darum noch nicht behaupten, daß denselben kein tatsächlicher Vorgang zu Grunde liegt."

313 Vor Locke war auch schon Demokrit davon überzeugt, daß etwa Wärme, Geschmack und Farbe nicht tatsächliche Eigenschaften eines Objekts sind, unsere Sinnesorgane sollen vielmehr dafür verantwortlich sein; Eigenschaften wie Gewicht, Dichte und Härte wurden aber weiterhin als Eigenschaften des Objekts angesehen.

314 Empfindungen sind eine Form des Denkens.

315 Unser Ich ist vollkommen unsinnlich.

316 Nach Kants Überzeugung sind die unmittelbaren Wahrnehmungsobjekte teils äußeren Dingen, teils unserem eigenen Wahrnehmungsvermögen zuzuschreiben. Locke hatte die Welt an die Vorstellung gewöhnt, daß die sekundären Eigenschaften - Farben, Töne, Gerüche und so fort - subjektiv wären und nicht zum Objekt selbst gehörten. Wie Berkeley und Hume, wenn auch nicht ganz in derselben Weise, geht Kant darüber hinaus und erklärt die primären Eigenschaften ebenfalls für subjektiv.

317 Die Sinnestätigkeit ist eine Art unbewußten Schließens.

318 Alles Sinnliche ist formlos.

319 "Kein Niveau ist hoch genug, um die Spannung zwischen Anschauung und Theorie zu überwinden; keines so gering, um sie überflüssig erscheinen zu lassen."

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.