Technik
Karl Korn - Die Sprache der Technik
p-2siehe auch Arbeit, Produktion, Praxis, Macht, Moral, Natur, Fortschritt

001 Der technische Fortschritt übernimmt auf einmal die Funktion der Moral.

002 Technik mag die richtige Lösung für die Probleme industrieller Produktion sein, sie ist es jedoch keineswegs für menschliche Probleme.

003 Die Herrschaftsdisziplin wird durch eine Sachdisziplin abgelöst.

004 Die Technologie produziert mittlerweile mehr Schaden, als Nutzen.

005 "Der funktionierende Apparat bedarf keiner politischen Legitimation mehr, denn er verkörpert sie bereits qua technischer Rationalität."

006 "Die moderne technische Zivilisation gefährdet den Menschen mehr, als sie ihn schützt."

007 Die moderne Technologie diktiert die Zwecke.

008 "Die Dienstleistungsindustrie vermittelt eine Weltanschauung, die unsere Existenz und unsere Gesellschaft als eine Serie technischer Probleme definiert."

009 Die Ideologie der Technik äußert sich als sachgerechte Verwaltung rationaler und notwendiger Prozesse.

010 "Die moderne Technik ist gekennzeichnet durch die analytische Zerlegung des Gegenstandes im weitesten Sinn in letzte, 'natürlich' nicht vorfindbare Elemente."

011 Der Sinn der Technik ist nicht mehr der Nutzen, sondern die Macht.

012 Nicht die Technologie ist der Dämon, sondern unsere Neigung, Mittel als Zwecke anzusehen.

013 "Die dogmatisch normative  Wissenschaft  des Rechts ist keine Wissenschaft, sondern eine konkreten Zwecken dienende  Technik."  - Eugen Ehrlich in Georges Gurvitch, Grundzüge der Soziologie des Rechts, Darmstadt und Neuwied 1974, Seite 116

014 Der technische Sachzwang wird zur Legitimationsbasis.

015 "Die Technologie ist nicht einfach ein 'objektiver Zwang', sie ist Gegenstand und Vehikel eines Machtkampfes."

016 Weder Kapitalismus noch Sozialismus sind gegen die Auswüchse des Technofaschismus gefeit.

017 "Schon heute üben technische Systeme durch ihre Eigengesetzlichkeit eine Macht aus, die unvergleichlich viel stärker ist, als die Macht der Menschen, die sich einbilden, diese Systeme zu beherrschen."

018 Die Technik darf keine Macht sein, die unser gesamtes Dasein beherrscht.

019 "Personale Herrschaft tritt in den Hintergrund, Herrschaft überhaupt wird unsichtbar, alle, auch die Chefs, müssen sich dem rationalen technischen Prozess unterwerfen."

020 Die Technostruktur beherrscht die Wirtschaft im Kapitalismus wie im sog. Sozialismus.

021 Die Entwicklung der Technik mit ihrer Vorherrschaft des Gemachten gegenüber dem Gewachsenen hat erst in den letzten Jahrhunderten ihren Höhepunkt.

022 "Heute verzweigt und erweitert sich die Herrschaft nicht nur vermittels der Technologie, sondern 'als' Technologie und diese liefert der expansiven politischen Macht, die alle Naturbereiche in sich aufnimmt, die große Legitimation."

023 Arbeit ist Technik.

024 Die ganze Technologie hat zu keiner wesentlichen Verkürzung der Arbeitszeit geführt.

025 "Hybris ist heute unsere ganze Stellung zur Natur, unsere Naturvergewaltigung mit Hilfe der Maschinen und der so unbedenklichen Techniker- und Ingenieur-Empfindsamkeit."

026 Die Instrumentalisierung der Dinge führt zu einer Instrumentalisierung der Menschen.

027 "Im Medium der Technik verschmelzen Kultur, Politik und Wirtschaft zu einem allgegenwärtigen System, das alle Alternativen in sich aufnimmt oder abstößt. Technologische Rationalität ist zu politischer Rationalität geworden."

028 Es ist immer der Mensch, der den Menschen unterdrückt und nicht die Maschine.

029 "Die Technik ist zum großen Mittel der Verdinglichung geworden - der Verdinglichung in ihrer ausgebildetsten und wirksamsten Form."

030 Die Technik verselbständigt sich und wird zum Selbstzweck, der seiner eigenen Logik folgt.

031 Technik ist die Anwendung des wissenschaftlichen Denkens auf die Praxis.

032 Die Technik ist nicht mit technischen Methoden zu überwinden.

033 "die Mediatisierung der Herrschaft durch Technik."

034 Das Logische ist seiner Natur nach operativ. Was auf logische Weise hergestellt wird, läßt sich dann auch maschinell weiterverarbeiten.

035 Für den Technokraten ist prinzipiell alles machbar.

036 das technische Bemächtigungsdenken.

037 Die Eigendynamik der expansionistischen Supertechnik droht der Kontrolle des Menschen zu entgleiten.

038 Es ist die durchgehend logisch, d.h. quantitative Verfassung wissenschaftlicher Theorien, die sie zur praktischen Verwendung im technisch-industriellen Bereich so geeignet macht.

039 Die Technik ist ein Vehikel der Verdinglichung geworden.

040 Die Entwicklung der Technik ist ohne vergleichbare moralische Entwicklung.

041 Die praktische Anwendung der Wissenschaft heißt Technik.

042 Die Vernachlässigung der Ökologie ist eine der größten Schwächen der modernen Technik.

043 Das blinde Vertrauen in den technischen Fortschritt läßt sich nur mehr schwerlich aufrechterhalten.

044 Schöpferisch ist nur der Augenblick, in dem das Ganze intuitiv erfaßt wird, das übrige ist bloß noch Ausführung.

045 Die Vorteile der Technik stehen ihren Nachteilen gegenüber.

046 Bei der Lösung von Problemen schafft die Anwendung von Technik vielfach wieder nur neue Probleme.

047 John Stuart Mill schrieb 1848: "Es ist heute noch fraglich, ob alle bislang gemachten technischen Erfindungen die tägliche Last auch nur eines Menschen erleichtert haben. Sie führten dazu, daß mehr Menschen das gleiche Leben von Mühsal und Gefangenschaft leben, und daß nur eine größere Zahl von Unternehmern und anderen Reichtümern anhäuften."

048 Ein allgemeiner Zug großtechnischer Entwicklung ist der zur Konzentration.

049 Der den Krieg entscheidende Faktor ist die Technik.

050 Die zunehmende Verbreitung der Technologie im Alltag untergräbt zuletzt jedes Element persönlicher Einzigartigkeit.

051 Moderne Kriege werden mit Technik geführt.

052 "Technik und Wissenschaft sind das Resultat eines komplexen und umfangreichen Vergegenständlichungsprozesses von Menschen."

054 Die Wissenschaft ist eher eine Dienerin der Technologie, als ein Instrument zur Selbstbestimmung des Menschen.

055 Die angebliche Wertneutralität von Wissenschaft und Technik läßt sich nicht aufrechterhalten.

053 Die technischen Sachzwänge bedeuten die Herrschaft des Produkts über den Menschen.

056 Mit Wissenschaft und Technik wird die Natur beherrscht.

057 Durch ihre technische Anwendung ist die Wissenschaft zu einer allesbestimmenden Macht geworden.

058 Der Sieg der Technik ist wahrscheinlich zuteuer erkauft.

059 Wissenschaften haben lediglich 'technische' und keinerlei 'ethische' Relevanz.

060 Durch Wissenschaft und Technik verfügen die Menschen heute über die Macht, alles Leben auf dem Erdball restlos zu vernichten.

061 Technik ist eine Kunst, mit der der Mensch die Mängel seiner natürlichen Konstitution zu kompensieren sucht.

062 Technik ist Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck.

063 "Wirtschaft gibt es nicht ohne Technik, Technik nicht ohne Wissenschaft."

064 Technik und Wirtschaft sind die Hauptelemente der Macht.

065 Politische Bürokraten und Technokraten neigen dazu, das politische Leben zu einem maschinellen Vorgang zu reduzieren.

066 die Eigengesetzlichkeit des technischen Fortschritts.

067 Technische Virtuosität ist etwas anderes, als schöpferische Kreativität.

068 Technik ist ein Verfahren zur Naturbeherrschung.

069 Technik als solche geht auf Typen und auf Massenproduktion.

070 Der Fortschrittsgedanke hat seinen Ursprung in Wissenschaft und Technik.

071 "Es gibt zwei Wege zur Erlangung der technischen Reife: der eine ist die Befreiung vom Überfluß; der andere die Befreiung vom Wunschtraum des Fortschritts."

072 Die Technik ist die operative Form der Wissenschaft.

073 Die Verwaltung von Sachen ist das Charakteristikum der Technokratie.

074 Neuerung und Wandlung sind von der Technologie abhängig.

075 Die Wirklichkeit der Technik ist eine verdinglichte Welt.

076 "Unsere bisherige Technik steht in der Natur wie eine Besatzungsarmee im Feindesland."

077 Der Fortschritt ist heute ausschließlich auf die Technik beschränkt.

078 Technik ist ansich weder gut oder böse, kann aber zum Guten oder Bösen mißbraucht werden.

079 Die Technik verwischt den Unterschied zwischen geistiger und körperlicher Arbeit.

080 Die Idee der Verwaltung der Dinge anstelle der Herrschaft von Menschen über Menschen wurde angesichts der modernen Technokratenherrschaft illusorisch.

081 Auch der Sozialismus ist unmöglich ohne großkapitalistische Technik.

082 "Technologie ist der Einsatz wissenschaftlicher Kenntnisse zur Bestimmung der Mittel und Wege, etwas auf wiederholbare Weise zu tun."

083 "In der Erregung über die Ausweitung seiner wissenschaftlichen und technischen Macht hat der moderne Mensch ein Produktionssystem errichtet, das die Natur vergewaltigt, und eine Gesellschaftsform, die den Menschen verstümmelt."

084 Die erste Aufgabe der Technologie besteht eigentlich darin, die menschliche Arbeitslast zu erleichtern.

085 "Die Technologie der Massenproduktion ist insich gewalttätig, umweltschädlich, selbstzerstörerisch mit Bezug auf nicht erneuerbare Rohstoffe und den Menschen verdummend."

086 Der 'ökonomische' Problemkreis fristet ein eigenartiges Zwischendasein zwischen der 'technischen' und der 'ethischen' Problematik.

087 "Das Tempo des technischen Fortschritt ist seit nahezu zweihundert Jahren schneller als das Tempo der Veränderung unserer gesellschaftlichen und der damit verbundenen Traditionen und Ideologien."

088 Der Staat ist eine Technik der öffentlichen Angelegenheiten und der Verwaltung.

089 "Das wissenschaftliche und technische Zeitalter ist der Anfang vom Ende der Menschheit."

090 Aus wissenschaftlichen Theorien erfolgt technisch verwertbares, aber kein normatives, handlungsorientiertes Wissen.

091 "Die empirische Analyse erschließt die Wirklichkeit unter dem Gesichtspunkt möglicher technischer Verfügung über vergegenständlichte Prozesse der Natur."

092 "Die Megatechnik hat keineswegs das Problem des Mangels gelöst, sondern es nur in einer neuen Form präsentiert, in der es noch schwerer zu lösen ist."

093 Erst die Entwicklung der Technik gibt dem Menschen die Möglichkeit der Befreiung aus der Sklavenarbeit.

094 Durch die Art der Technik wird die Arbeitsweise bestimmt.

095 Für Stalin waren die Pädagogen "Ingenieure der Seele".

096 Die moderne Technologie ist in der Lage, die Menschheit vom Zwang spezialisierter und verdummter Arbeit zu befreien.

097 Die Rüstungen entsprechen immer dem höchsten Stand der Technik.

098 Weil die Technik keinen außer ihr selbst liegenden Zweck hat, ist sie beliebig instrumentierbar.

099 Ohne Technik ist eine humanitäre Gesellschaft undenkbar.

100 Die Großtechnologie ist ihrem Wesen nach totalitär.

101 Der Technik, als Instrument der Herrschaftsstabilisierung, steht das Emanzipationspotential der Technik gegenüber.

102 Die technische Natur der Idee erleichtert uns das Denken und das schnelle Rechnen mit Gedanken.

103 Natur soll durch Erkenntnis und Technik verläßlich werden.

104 Einer Technik entspricht eine Logik.

105 Die blinde Entwicklung der Technik verschärft die gesellschaftliche Unterdrückung und Ausbeutung.

106 Dank der Technik läßt sich der Arbeitsaufwand zum Erstellen des Lebensbedarfs erheblich herabsetzen.

107 An der logischen Ableitung besteht ein praktisch - technisches Interesse.

108 "Die technische Notwendigkeit der einzelnen Arbeitsvollzüge ist durch den gegliederten Prozess der Produktion unmittelbar erkennbar und bedarf nicht mehr des befehlenden und anordnenden Eingriffs."

109 Die Kausalität ist das Instrument zur technischen Beherrschung der Natur.

110 In einem Streit zwischen Technokraten werden die politischen Kategorien von rechts, links und liberal irrelevant.

111 Die gesamte objektive Erkenntnis ist auf technisches Wissen eingeschränkt.

112 Die Errungenschaften der modernen Technik werden in erster Linie für militärische Zwecke mißbraucht.

113 "Technik ist Mittel und bedarf der Führung."

114 "In den naturwissenschaftlichen Disziplinen nun war der praktische Wertgesichtspunkt des unmittelbar technisch Nützlichen von Anfang an mit der als Erbteil der Antike überkommenen und weiter entwickelten Hoffnung eng verbunden, auf dem Wege der generalisierenden Abstraktion und der Analyse des Empirischen auf gesetzliche Zusammenhänge hin zu einer rein 'objektiven', d.h. hier: von allen individuellen 'Zufälligkeiten' befreiten monistischen Erkenntnis der gesamten Wirklichkeit in Gestalt eines 'Begriffs'systems von metaphysischer 'Geltung' und von mathematischer 'Form' zu gelangen."

115 Kunst wird als Können von der Wissenschaft, bzw. vom Wissen unterschieden, das praktische und technische Vermögen vom theoretischen.

116 Praxis oder Technik.

117 Der traditionelle Begriff von der Neutralität der Technik läßt sich nicht mehr aufrechterhalten.

118 "Der für das technische Tun wesentliche Prozess der Vergegenständlichung gibt nun von Anbeginn auch die Möglichkeit der Trennung des Produkts vom Produzenten."

119 Nichttechnische Macht ist symbolischer Natur.

120 Psychotechnik als Technik der Veränderung, Beherrschung und Erzeugung des seelischen und geistigen Innenlebens eines Menschen.

121 Technokratisches Planen, Denken und Programmieren galt in den sechziger Jahren noch als progressiv.

122 Wir erkennen, weil wir konstruieren.

123 Je weiter der technologische Fortschritt vorangetrieben wird, umso schlechter ist es um die psychologische Umwelt bestellt.

124 Das Berechenbare und Quantitative ist das Hauptkriterium alles Technischen.

125 Spitzentechnologie ist vor allen Dingen in den Diensten der Armee zu finden.

126 Dem Arbeiter spart die kapitalistische Technik keine Arbeit.

127 Wir ordnen das Leben der Technik unter anstatt die Technik dem Leben unterzuordnen.

128 Die Technik hat den Menschen von der Anwendung körperlicher Kraft bei manueller Arbeit befreit.

129 Techniker und Ingenieure sorgen dafür, daß der mechanische Prozess die lebendige Arbeit beherrscht.

130 Die Religion der Technologie.

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.