Eigentum
C. H. Weisse - Über den Rechtsgrund des Eigentums
p-2siehe auch Besitz, Kapital, Ökonomie, Reichtum, Ethik, Ausbeutung

001 "Wie die Einzelnen im Gesellschaftsvertrag sich gegenseitig ihre Freiheit garantieren, so garantieren sie sich in diesem Eigentumsvertrag gegenseitig ihr Eigentum. Dieser Vertrag kann aber für abgeschlossen und als gültig angesehen werden nur zwischen Eigentümern: der Eigentumslose hat kein Interesse, einem Vertrage beizutreten, durch den er lediglich die Achtung fremden Eigentums versprechen würde, ohne den Anspruch auf die Achtung eigener Rechtsgüter zu gewinnen, er kann also als Kontrahent dieses Vertrages nicht fingiert werden. Deshalb ist jener Eigentumsvertrag für den Eigentumslosen unverbindlich. Jeder besitzt Eigentum nur unter der Bedingung, daß alle von ihrem Eigentum leben können. Von dem Augenblick an, wo jemand Not leidet, gehört keinem mehr der Teil seines Eigentums mehr an, der notwendig ist, um den Notleidenden von seiner Not zu befreien. Wenn nur ein einziger vom Eigentum ausgeschlossen ist, dann hört das Eigentum in der Gesellschaft auf zu bestehen."

002 "Das Eigentum karikiert die Aneignung des Universums durch den Menschen."

003 "Im Gegensatz zu der Vorstellung, die das Eigentum auf 'occupatio', auf einfache Besitzergreifung, gründet, gilt es, einen Rechtsgrund zu finden, der das moralische Gewissen des gemeinen Mannes eher zufriedenstellt."

004 "Nur wer Geist hat, sollte Besitz haben: sonst ist der Besitz gemeingefährlich. Der Besitzende nämlich, der von der freien Zeit, welche der Besitz ihm gewähren könnte, keinen Gebrauch zu machen versteht, wird immer fortfahren, nach Besitz zu streben: dieses Streben wird seine Unterhaltung, seine Kriegslist im Kampf mit der Langeweile sein. So entsteht zuletzt, aus mäßigem Besitz, welcher dem Geistigen genügen würde, der eigentliche Reichtum: und zwar als das gleißende Ergebnis geistiger Unselbständigkeit und Armut."

005 Das Wahlrecht war noch im 19. Jahrhundert auf Eigentum gegründet.

006 Das Eigentum war ursprünglich ein Eigentum an Personen, vor allem an Frauen.

007 Man darf von der Abschaffung des Privateigentums keine großen Ergebnisse erwarten. Alles, was der Mühe wert ist muß noch immer mit Hingabe und Geduld erarbeitet werden.

008 Harmonie-ökonomische Theoretiker nehmen die Besitzverteilung als gegeben und implizite als gerechtfertigt hin.

009 Konflikte sind auf Herrschaftsverhältnisse oder auf Eigentumsverhältnisse zurückzuführen.

010 Arbeit als Grund für Eigentum ist mehr als fragwürdig.

011 Auch die Abschaffung des Privateigentums setzt nur eine neue Klasse an die Stelle der alten.

012 "Aufrichtige Freundschaft sollte das Privateigentum aufheben, aus allem eins werden, das Ganze jedem einzelnen und alles allen gehören."

013 "Das von Christensen formulierte Äquivalenzprinzip geht darauf aus, bei allen allen sozialen Beziehungen Leistung gegen Gegenleistung so abzuwägen, daß sie sich gegenseitig im Wert entsprechen und derart, daß das Ergebnis ein solches wird, daß jeder sein (durch gleiche Leistung erworbene) Eigentum bekommt und behält. Es ist ja nämlich klar, daß, damit von gleichem Tausch die Rede sein kann, im voraus gegeben sein muß, was  dein  und was  mein  ist, oder wie Christensen es nennt, das ethische Eigentum. Dieses soll das ursprüngliche Recht am Arbeitserzeugnis sein. Wenn Christensen glaubt, dieses Gesetz wiederum aus dem Austauschgesetz (die Produktion muß hier als Austausch zwischen Arbeiter und Natur aufgefaßt werden) ableiten zu können, so ist das natürlich vollkommener Unsinn. Es müßte in diesem Fall schon vor dem Austausch feststehen, woran der Arbeiter und woran die Natur  Eigentum habe  usw. ad infinitum. Das Äquivalenzprinzip setzt notwendigerweise ursprüngliche, irreduzierbare  Rechte  und obendrein  objektive Werte  als Maß für die Gleichheit der Leistungen voraus." - Alf Ross, Kritik der sogenannten praktischen Erkenntnis, Kopenhagen und Leipzig 1933, Seite 388f

014 Bei der Realisierung der Liebe in der Welt stößt man auf das Problem von Besitz und Eigentum.

015 Die Aufhebung des Eigentums führt nicht unbedingt zur Aufhebung der Ungleichheit der Menschen.

016 Das Eigentum ist Hüter der umstrittenen Grenze zwischen Individuum und Staat.

017 Herrschaft des Menschen über den Menschen vollzieht sich mittels der Herrschaft des Privateigentums.

018 Jeder Besitz an überflüssigen Dingen ist Eigentum und Eigentum ist ein Verbrechen, solange es noch einen armen Menschen auf der Welt gibt.

019 Der Staat ist ein Schutzmittel der Besitzenden gegen die Nichtbesitzenden.

020 "Das Eigentum ist nicht mehr ein  jus utendi et abutendi  [Recht zu gebrauchen und zu zerstören], sondern eine  soziale Funktion,  eingeschränkt durch die Pflicht, die Sache, die man besitzt, in produktiver Weise zu benutzen; so kann man das Eigentum, das kein Subjekt mehr hat, das sein Eigentum wäre, zugunsten sozialer Zwecke geltend machen." - Georges Gurvitch, Grundzüge der Soziologie des Rechts, Darmstadt und Neuwied 1974, Seite 101

021 Eigentum ist die Ursache allen Übels.

022 "Nicht gewaltsame Verteilungen sondern allmähliche Umschaltung des Sinnes tun not, die Gerechtigkeit muß in allen größer werden, der gewalttätige Instinkt schwächer."

023 "Wir vielmehr sollen alle Dinge (nur so) haben, als ob sie uns geliehen seien und nicht gegeben, ohne jeden Eigenbesitz, es sei Leib oder Seele, Sinn, Kräfte, äußeres Gut oder Ehre, Freunde, Verwandte, Haus, Hof und alle Dinge."

024 "Wo es kein Eigentum gibt, gibt es kein Unrecht."

025 Die Frage der Eigentumsrechte steht im Mittelpunkt eines jeden Wirtschaftssystems.

026 Die Trennung von Eigentum und Verfügungsgewalt stellt die Profittheorie in Frage.

027 Es gibt keine politische Gleichberechtigung bei Aufrechterhaltung des Privateigentums.

028 Der Eigentumsstreit ist eine wesentliche Konfliktquelle.

029 Das Eigentum ist die Religion der Gewalt.

030 Das Eigentum ist Gewalt, nämlich als Kapital die Gewalt über fremde Arbeit.

031 Etwas in seiner Gewalt haben macht den Besitz aus.

032 Eigentum ist die rechtliche Herrschaft über eine Sache.

033 "Der Eigentümer kann seine Früchte am Stengel verfaulen lassen; er kann Salz in seine Felder säen, die Milch seiner Kühe in den Sand laufen lassen, einen Weinberg in eine Wüste und einen Park in einen Gemüsegarten verwandeln, ganz nach seinem Gutdünken."

034 Das Eigentum ist als Institution die wichtigste Säule des Kapitalismus.

035 Das Eigentum ist die Wirklichkeit des subjektiven Willens.

036 Zwischen Eigentum und Gesellschaft besteht ein unversöhnlicher Gegensatz.

037 Besitz als aktuelle, Eigentum als letztliche Verfügung über eine Sache.

038 Die geistige Revolution ist der Krieg gegen das Eigentum.

039 Das Privateigentum erzeugt den Gegensatz der Klassen und setzt den persönlichen Vorteil über die Interessen des Gemeinwesens.

040 Das Eigentum ist Gewalt kraft abstrakter Rechtsansprüche.

041 "Nichts ist lächerlicher, als das reklamierte Eigentumsrecht an Ideen."

042 "Das Eigentum allein schafft Herren und Knechte, schafft Parteiungen unter den Herren selbst, Bedürfnis nach Macht und Obrigkeit, Kriege um Macht und Obrigkeit."

043 Was der Kapitalismus vom Staat braucht, ist Schutz und Legitimierung des Privateigentums.

044 "Das Eigentum entfremdet nicht nur die Individualität der Menschen, sondern auch die der Dinge."

045 Das Eigentumsrecht entsteht allein durch die Bearbeitung der Dinge.

046 "Bringe erst die Liebe in die Leute, darnach wird es sich mit dem Eigentum oder der Gemeinschaft der Güter von selbst geben."

047 "Es gibt keine Ethik, außer einer ohne Eigentum."

048 Der Staat existiert nur um des Privateigentums willen.

049 Das Eigentum ist ein Herrschaftsrecht.

050 Eigentum hat nicht nur die positive Seite des Sachgenusses, sondern auch die negative der Ausschließung.

051 "Der Besitz wird die Gesellschaft zerstören, falls die Gesellschaft nicht den Besitz zerstört."

052 Das Eigentum ist die Ungleichheit der Rechte.

053 "Der Gott des praktischen Bedürfnisses und des Eigennutzes ist das Geld."

054 Gleichheit ist unvereinbar mit dem Eigentum.

055 Geistiges Eigentum ist kein Rechtstitel, sondern lediglich ein ideeller Wert. Es gibt keine realen Urheber-, Patent oder Monopolrechte für geistiges Eigentum.

056 Frauen und Besitzlose waren lange Zeit von den Bürgerrechten ausgeschlossen.

057 Privateigentum ist die Quelle der sozialen Ungleichheit.

058 Das Eigentum ist ein Rechtsverhältnis und die ausschließliche Verfügungsgewalt über eine Sache.

059 Der erste Platz der Normen bezieht sich auf Privateigentum.

060 Das Eigentum ist die Grundlage der Verfassung.

061 Eigentum ist nicht nur das Recht zu benützen, sondern auch das Recht andere von der Benützung auszuschließen.

062 Die für alle gleiche Eigentumsfreiheit gestaltet sich für den Unternehmer von einer Herrschaft über die Sache zu einer Herrschaft über Menschen.

063 Besitz ist die Bedingung des gesellschaftlichen Reichtums, Eigentum ist der Selbstmord der Gesellschaft. Besitz ist rechtlich, Eigentum widerrechtlich.

064 Eigentum ist ein Menschenrecht.

065 Sklaverei ist Privateigentum am Menschen.

066 Daß das Eigentum von jemandem nur gerechtfertigt ist, wenn er es erarbeitet hat, damit verträgt sich das Erbrecht nicht.

067 "Der Grundeigentümer hat verschiedene wichtige, gesetzliche Rechte; am bedeutendsten ist sein Recht zu bestimmen, wer sich auf dem Grund und Boden befinden darf. Das Eigentumsrecht kann vererbt werden, und für unser Gefühl hat jemand, der ein Gut erbt, berechtigten Anspruch auf die Privilegien, die ihm das Gesetz daraufhin einräumt."

068 Nur die 'Person' verleiht ein Recht an Sachen.

069 Eigentum wird Kapital, wenn es nicht mehr nur Macht über Sachen, sondern auch Macht über Menschen verleiht.

070 Einkommensunterschiede sind nicht aufgrund unterschiedlicher Produktivität zu rechtfertigen, sie sind die Folge sozialer und politischer Entscheidungen und nicht etwa volkswirtschaftlicher Gesetze.

071 Wesentliche Beteiligung der Arbeiter am Eigentum in der schwedischen Industrie

072 Für Tolstoi bedeutete die Aufgabe seines ganzen Besitzes die Befreiung von einer Sünde, von der Sünde des Eigentums.

073 "Die Sicherheit des Eigentums ist der Angel, um den sich die ganze Gesetzgebung dreht, worauf sich die meisten Rechte der Staatsbürger beziehen."

074 "Der Staat beruth auf dem Prinzip des Eigentums, darum sind seine Gesetze denen der Kirche entgegengesetzt. Das Gesetz des Staates trifft den Menschen sehr unvollständig, als einen Habenden gedacht."

075 Recht auf Eigentum (GG Art. 14)

076 Das Eigentum ist Genuß- oder Machtmittel.

077 Die Sache gehört dem, der das Recht dazu hat.

078 Die Menschenwürde kann niemals eine Frage des materiellen Besitzstandes sein. Der Anspruch auf Menschenwürde ist ein moralischer.

079 Die posessive Willensmacht ist Ursprung des Eigentums.

080 Man kann die existierenden Eigentumsverhältnisse nicht verändern, ohne zugleich die politische Organisation tiefgreifend umzugestalten.

081 Produktionsverhältnisse sind Eigentumsverhältnisse.

082 "Eigentum als Recht und Eigentum als Diebstahl stehen nebeneinander."

083 "Wo alles veräußerlicht wurde, stechen unveräußerlichte Rechte sonderlich heraus."

084 Eigentum ist kein unveräußerliches Recht.

085 Für die bürgerliche Persönlichkeit ist die Ware Hauptsache, das Geschäft - das Eigentum.

086 Unsere ganze Kultur beruth auf der fanatischen Vergötterung des Eigentums.

087 Das Eigentumsrecht ist die Grundlage der herrschenden Ordnung.

088 "Eigentum ist das Recht, seine Sachen zu gebrauchen und zu mißbrauchen", erklärt das römische Gesetz. Diese Auffassung ist bis heute Rechtsgrundlage jeder Ausbeutung und Monopolherrschaft geblieben.

089 Eigentum ist entweder durch Recht oder durch Gewalt erworben.

090 Die Ungleichheit des Vermögens (Eigentum) folgt aus der Ungleichheit des Vermögens (Geschicklichkeit).

091 Die Vermögensverteilung ist eine politische Angelegenheit. Eigentum ist eine politische Angelegenheit. Eigentum ist nur durch die Bereitschaft der Gesellschaft gesichert, Polizei und andere Mittel zum Schutz der Eigentümer und deren Besitz einzusetzen.

092 Noch im 19. Jahrhundert lag die Aufgabe der Gesetze primär darin, Eigentum zu schützen, nicht Freiheit zu garantieren, denn die Freiheit mit allen Rechten und Privilegien war grundsätzlich durch Eigentum garantiert.

093 Das Privateigentum ist ein Vorrecht, ein Privileg.

094 Die Eigentumsverhältnisse müssen geändert werden, wenn überhaupt ein Interesse an höherer Menschlichkeit bestehen soll.

095 Die Vernichtung des Staates und des juristischen Rechts wird notwendigerweise die Vernichtung des Eigentums zur Folge haben.

096 "Mit dem Staat soll unwiederbringlich alles zu Grunde gehen, was juristisches Recht genannt wird, jegliche Organisation von oben nach unten durch Gesetzgeber und Regierung."

097 "Der große und wichtigste Zweck, daß Menschen sich zu einem Staatswesen vereinigen und sich unter eine Regierung stellen, ist die Erhaltung ihres Eigentums."

098 "Das Privateigentum entfremdet nicht nur die Individualität der Menschen, sondern auch die der Dinge."

099 "Das Eigentum ist die Ungleichheit der Rechte, denn wenn es nicht die Ungleichheit der Rechte wäre, wäre es die Gleichheit der Güter und dann würde das Eigentum eben nicht bestehen."

100 Die Eigentumsgesetze sind nicht dazu geschaffen, um dem Individuum den Genuß seiner Arbeitsprodukte zu sichern.

101 "Die allgemeine Denkungsweise ist Erkennen, ist Erkennen von Etwas und bringt ein Wissen, das ich dann habe und besitze. Es liegt gleichsam auf dem Tisch. Ich greife zu, indem ich die Verstandesoperationen mache, die zum Verständnis gehören, und dem ist es mein Eigentum wie jedes anderen, der es ebenso verstehen kann."

102 "Dred Scott-Entscheidung 1857: Der Supreme Court lehnt die Klage auf Freilassung mit der Begründung ab, Sklaven seien keine US-Bürger, sondern dingliches Eigentum."

103 "Eigentum und Gesellschaft sind also Dinge, zwischen denen unversöhnliche Feindschaft besteht."

104 "Vollkommene Gleichheit an Besitz führt, indem sie jede Unterordnung zerstört, zu weitestgehender Schwächung der Regierungsautorität und muß alle Macht, ebenso wie das Eigentum, nahezu restlos nivellieren."

105 Eigentum besteht heute zunehmend aus Rechtstiteln, Ansprüchen, Konzessionen und Verträgen, nicht mehr nur aus materiellen Dingen.

106 Das Eigentum bringt Ordnung in die Gesellschaft.

107 Besitz beschränkt sich darauf, was wir zur Befriedigung unserer gegenwärtigen Bedürfnisse benötigen.

108 "Hat nun der Arbeiter, der seine Aufgabe in sechs Stunden erfüllen kann, das Recht, unter dem Vorwand seiner größeren Kraft und Tätigkeit die Arbeit des weniger geschickten Arbeiters zu usurpieren und ihm so Arbeit und Brot zu nehmen? Wer früher als andere fertig ist, mag sich ausruhen, wenn er will."

109 Jedes angehäufte Kapital ist soziales Eigentum. Keiner kann daran ausschließliches Eigentum haben.

110 "Ist gerecht die Arbeit dein, baut sie dir kein Haus aus Stein."

111 "Der hat keinen Eigenbesitz, der nichts begehrt noch haben will, weder an sich selbst noch an alledem, was außer ihm ist."

112 Sozialismus handelt nicht in erster Linie von Eigentum und Staat, sondern von Gleichheit.

113 die Gewalt von Eigentumsverhältnissen.

114 Im Naturzustand gibt es weder Eigentum, noch Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit; es gibt nur Kampf und Gewalt.

115Das Privateigentum "an allem, was zum Leben nötig ist" muß abgeschafft werden.

116 Wer eine Gesellschaft angreift, die Eigentum höher schätzt, als Menschen, schlägt ihr die schlimmsten Wunden, wenn er ihr Sachschaden zufügt.

117 Einkommen aus Arbeit - Einkommen aus Eigentum (Wucher, Pacht,Miete, Zins).

zuschriften
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