Glaube
Erich Adickes - Wissen und Glauben
siehe auch Skepsis, Sicherheit, Wissen, Religion, Denken, Irrationalität, Ideologie, Manipulation, Ideal, Konformismus

001 Jede Glaubensweise ist auch eine Denkweise und jede Denkweise auch eine Glaubensweise.

002 "Und wirklich ist ja aller Glaube in seinem letzten und tiefsten Grunde Glaube an das 'Wort'."

003 "Der Glaube ist Stillstehen des Denkens, Ruhen der Gedanken in Gott. Wie der Mensch aber einmal beschaffen ist, kommt er nicht früher zum Glauben, als bis ihn sein Leben ihn tatsächlich zu dem Punkt hingeführt hat, wo einem 'der Verstand stillsteht'."

004 Glaube - alt. Test. Emunah = Standhaftigkeit

005 Überzeugungen schaffen Gefangene. Was immer du glaubst, kerkert dich ein.

006 Dem Geist ist der Glaube natürlich, dem Willen die Liebe.

007 Glauben heißt auf etwas vertrauen, sich auf etwas verlassen.

008 Die Legitimität einer Herrschaftsordnung bemißt sich am Legitimitätsglauben der Beherrschten.

009 Glaube als Wille zum Handeln.

010 Was der Mensch am meisten will, das glaubt er am liebsten.

011 Der bestimmte Glaube an irgendetwas kann zerstört werden, der Glaube selbst ist unzerstörbar. Irgendetwas wollen und müssen die Leute immer glauben, da sie alles ergreifen wollen, aber nicht alles wissen können.

012 Das Band des Vertrauens und der Aufrichtigkeit, das die Einzelnen zur Einheit verbindet.

013 Der Glaubende ist für Autorität empfänglich, der Denker für Gründe.

014 "Im Verhältnis zum Unbedingten gelangt mehr Verstand nicht weiter, als weniger Verstand."

015 Das Unbedingte ist Sache des Glaubens.

016 Der Glaube ist eine unbedingte Zuversicht.

017 Wenn die Wahrheit mit der Freiheit oder dem Glauben in Konflikt gerät, haben wir die Wahl. Wir können Freiheit oder Glauben aufgeben oder auch die Wahrheit.

018 Das Erlebnis, das wir "Sehen des Tisches" nennen, gibt uns Grund, an etwas zu glauben,
das fortdauert, auch wenn wir es nicht sehen.

019 Der Glaube des modernen Menschen an die Wissenschaft dient letzten Endes auch nur Ordnungs- und Disziplinierungszwecken.

020 Mystischer Glaube an die durchgängige Einheit der Phänomene dieser Welt.

021 Der Glaube ist dasjenige, wovon Menschen leben.

022 "Credo quia absurdum." (Ich glaube, weil es absurd ist)

023 Es gibt Konflikte, die nicht auf einen der beiden Partner reduziert werden können, weil sie ihm Wesen der Beziehung liegen.

024 Wer glaubt, glaubt an eine unerforschliche, den Dingen innewohnende Tendenz und an die Möglichkeit eines übernatürlichen Eingriffs in den Ablauf der Ereignisse.

025 Wer nicht glaubt, der bezweifelt.

026 Glauben heißt empfinden. Um an Gott glauben zu können, muß man Gott empfinden.

027 "Glaube, und du wirst gerettet sein."

028 Der Glaube folgt nicht den Gesetzen der Logik. Zum Glauben gehören die Widersprüche.

029 Alles Wissen ist lediglich ein Glauben.

030 Der schizoide Zwiespalt und chronische Konflikt zwischen rationalem Denken und irrationalem Glauben.

031 "Eigentlich gibt es gar kein Gut und Böse, sondern nur Glaube und Zweifel."

032 Vertrauen in die Kraft der Freiheit.

033 Der Glaube an die Allmacht der Gedanken ist Urquell von Wort- und Symbolmagie.

034 Jeder allgemeine Satz beruth auf gutem Glauben.

035 Das objektiv beweisbare Wissen steht der subjektiven Glaubensmeinung gegenüber.

036 Glauben und Wissen können sich zwar ergänzen, aber niemals einander widersprechen.

037 Jeder Glaube ist eine subjektive Wertung.

038 Glaube, Hoffnung und Liebe sind die drei theologischen Tugenden.

039 Ein Gegensatz von Wissen und Glauben ist eine abstrakte Konstruktion, der nichts in der Wirklichkeit entspricht. Wir glauben immer, wenn wir denken und denken immer auch, wenn wir glauben.

040 Ziel des Glaubens ist der Gehorsam.

041 Der Glaube ist ein theoretisch unzureichendes Fürwahrhalten.

042 Die Gläubigen streiten erbittert um Dinge, die beiderseits nicht objektiv beweisbar sind.

043 Der Glaube an den Staat ist tief und mächtig.

044 Die Glaubensmeinung ist von Phantasien, Einbildungen und Illusionen nicht unterscheidbar.

045 religiöser, bzw. ideologischer Glaube.

046 Jede Abstraktion endet schließlich im Glauben.

047 Nicht jeder kann handeln, aber jeder kann glauben.

048 Der Gläubige lebt, wie der Wahnsinnige, inmitten von Wesen und Dingen, die nur eine Verbalexistenz haben.

049 Vertrauen ist etwas subjektives.

050 Autorität oder Unterdrückung gründen sich entweder auf Zwang, oder auf Glauben.

051 Ohne gemeinsame Vorstellungen gibt es kein gemeinsames Tun.

052 Der Glaube an die Gefühlszustände und Empfindungen anderer Menschen ist der Ausgangspunkt allen
zivilisierten Lebens.

053 Die Freiheit ist ein Ideal, ein Glaube.

054 Glaube ist Leidenschaft.

055 Die letzten Verallgemeinerungen bleiben eine Sache des Glaubens.

056 Wir glauben allenfalls an einen bewußtseinsabhängigen Fortbestand der Wahrnehmungsobjekte.

057 Der Glaube hält die Menschen in Kampforganisationen zusammen, in Kirchen, Parteien, Staaten.

058 Wollte sich jeder seine eigene Anschauung bilden, so fänden sich vermutlich nicht viele Menschen jemals zu einem gemeinsamen Glauben zusammen.

059 Der irrationale Glaube ist die Unterwerfung unter eine Macht.

060 Der mystische Glaube an die Wirklichkeit der Welt.

061 Was dem Massenmenschen am meisten fehlt ist nicht der Glaube, sondern die Kritikfähigkeit.

062 Der Glaube der Wissenschaft heißt Hypothese.

063 kritiklose Gläubigkeit.

064 Glauben heißt Vertrauen in das Unbekannte zeigen.

065 Der Patient, der glaubt wird leichter gesund, als der, der skeptisch ist.

066 In unserem Sprachgebrauch steckt der Glaube an die logische Notwendigkeit der Begriffe.

067 Die Freiheit ist ein Ideal, ein Glaube.

068 Der Glaube bedarf der Glaubwürdigkeit.

069 "Die heutig geläufige Legitimitätsform ist der Legitimitätsglaube."

070 Der Glaube stützt den Willen.

071 Der Glaube an die Gerechtigkeit

072 Auf die unteilbare Wahrheit des Glaubens muß sich der Friede gründen.

073 Glaubenssätze gehören zu den Grundlagen unseres Handelns und damit zu den Grundlagen unserer Existenz.

074 Der Glaube heilt.

075 Die Kraft des Glaubens.

076 Was der Glaube fordert, fordert er bedingungslos gegen die Vernunft.

077 Für alles, was der Mensch nicht erklären kann, schafft er sich Glaubensvorstellungen.

078 "Die Vernunft sagt: drei ist drei,- und der Glaube erklärt: drei ist eins."

079 Glauben hat die etymologische Grundbedeutung von "gut heißen".

080 Der Begriff der Wahrheit ist mit dem des Glaubens identisch.

081 Der Glaube ist eine Wahrheit, die unseren Absichten förderlich ist.

082 Der Glaube ist ein Gefühl und Empfinden.

083 Das Entscheidende ist, was der Glaube für die Praxis leistet, für das Handeln und Arbeiten.

084 Der Glaube ist Ursprung allen revolutionären Handelns.

085 Der Glaube an die Kausalität ist kaum höher zu bewerten, als ein Aberglaube.

086 Zu einer gemeinsamen Aktion ist ein gemeinsamer Glaube notwendig.

087 "Da jeder Glaube absurd ist, können wir genausogut glauben, was uns am besten passt."

088 Der Glaube versetzt Berge.

089 "Es gibt überhaupt keine Gemeinschaft, die keine Glaubensgemeinschaft wäre."

090 Der Glaubensprung als Lösung einer Konfliktsituation.

091 Der Glaube ist ein subjektives Überzeugungserlebnis.

092 Woran wir glauben ist nicht das, was wir wissen.

093 Irrational ist die Freiheit, ist der Glaube, ist die Existenz.

094 "Wer glaubt, glaubt an Wahrheit."

095 Verliert ein Mensch seine Glaubensvorstellungen, ohne einen Ersatz finden zu können, verliert er sein seelisches Gleichgewicht, d.h er wird psychisch krank.

096 "Gewißheit des Glaubens ist 'existenziell', was bedeutet, daß die ganze Existenz des Menschen an ihr teilhat."

097 Der Glaube an das Beharrende, an das Dauernde, an das Unbedingte, ist nicht der am meisten wahre, sondern der am meisten nützliche Glaube.

098 "Wer viel glaubt, dem widerfährt viel."

099 Herrscher und Beherrschte glauben gleichermaßen an das Prinzip von Autorität, Hierarchie und Macht.

100 Die Grundlage jeder Herrschaft ist die fraglose Verinnerlichung der jeweiligen Ideologie durch die Beherrschten.

101 Der Gottgläubige lebt im Glauben an eine unsichtbare Macht.

102 Der Glaube ist eine schöpferische Macht.

103 Der religiöse Glaube stützt sich auf sogenanntes Offenbarungswissen.

104 Die Haltung des Glaubens beruht auf Zustimmung und Ja-Sagen.

105 Kampf der Aufklärung gegen den Aberglauben

106 Von Zweifeln zernagt, von Glaubensunsicherheit zerissen, in die drohende Zukunft.

107 Wir müssen mit unserem Glauben aus dem Dualismus heraus, mit unserem Denken können wir es nicht.

108 Nicht der Erkenntnis, sondern nur des Bekenntnisses fähig.

109 Die Unsterblichkeit ist des Glaubens liebstes Kind.

110 "Aus Glauben ist der Mensch gemacht. Wie einer glaubt, so ist er."

111 Glaube und Zweifel wechseln sich ab. Wir wenden uns vom Glauben ab, um dem Zweifel zu folgen und umgekehrt.

112 Die Wahrscheinlichkeit ist eine Folge der Gewohnheit.

113 Eine jede Herrschaftsorganisation beruth letzten Endes auf dem Glauben der Beherrschten, daß eine Existenz ohne diese Organisation gar nicht möglich ist.

114 Erkenntnis - Bekenntnis

115 Es gibt keinen Gegensatz zwischen Wissen und Glauben, sondern nur zwischen zwei Glaubensarten.

116 Regeln lassen sich nur mit Verhaltenserwartungen bestimmen.

117 Wir glauben an Dinge und Substanzen.

118 "Die Sinne geben uns Wirkungen der Dinge, nicht getreue Bilder, oder gar die Dinge selbst. Wir müssen also den Bestand einer transzendenten Weltordnung anerkennen."

119 In einer Zeit, wo der Glaube von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf wechselte.

120 "Der Mensch glaubt an einen Sinn, solange er noch atmet."

121 "Im Glauben lebt der Mensch subjektiv existierend, im Wissen erfaßt er etwas objektiv ... Der Glaube ist eine Kraft der Persönlichkeit, das Wissen wird ohne Leistung der Persönlichkeit in bloßer intellektueller Arbeit als Objektives hingenommen."

122 "Glauben ist eine Erkenntnis des Geistes durch den Geist, und nur gleiche Geister können sich erkennen und verstehen, ungleiche erkennen nur, daß sie nicht sind, was der andere ist."

123 "Die Kraft des Lebens ist im Glauben beheimatet und die tiefste menschliche Weisheit findet sich in den vom Glauben gegebenen Antworten."

124 Subjektive Wahrscheinlichkeit ist partieller Glaube.

125 All unser Wissen ist im Grunde nur ein völlig grundloses Glauben.

126 Die Suche nach Bedeutung ist deshalb die wichtigste Aufgabe unserer Zeit.

127 An die Stelle des Glaubens trat die sogenannte öffentliche Meinung.

128 Als Menschen des Glaubens hassen sie Analyse und Zweifel.

129 Gewalt als Mittel der Glaubensverteidigung, also Glaubenskrieg.

130 Der Irrglaube an die Bösartigkeit ist selbst bösartig.

131 Bei Gaubensfragen handelt es sich keineswegs um beweisbare Tatsachen, die anerkannt werden müssen.

132 "Denn der Glaube ist ein neues Leben."

133 Wie heißt der Glaube auf französisch?: "le credit!"

134 Der Glaube macht selig.

135 "Primus in orbe deus fecit timor." (Die Furcht schuf als erste den Glauben an die Götter.)

136 Die Rolle des Heilers besteht darin, den erforderlichen Glauben zu wecken..

137 Der Kampf zwischen Glauben und Unglauben ist das eigentliche Thema der Weltgeschichte.

138 Der Nominalismus zerschlug das mittelalterliche Band zwischen Wissen und Glauben.

139 "Wer sich mit dem zufrieden gibt, was sich in Worten ausdrücken läßt - Gott ist ein Wort, Himmel ist ein Wort -, darf mit Fug und Recht ein Ungläubiger genannt werden."

140 "Denn keine Macht erhält sich auf Grund besonderer Charaktermerkmale, die ihr innewohnen; ihre Größe fußt stets auf erborgten Eigenschaften, die der Glaube der Menschen ihr beilegte."

141 Der Standpunkt des natürlichen Bewußtseins ist der eines hingebenden Vertrauens an die äußere Wahrnehmung und das innere Erleben, wodurch uns eine "objektive" Wirklichkeit verbürgt wird.

142 Der naive Realismus ist kein ausgeprägter Glaube, sondern eher ein Mangel an Zweifel.

143 "Das Objekt als solches für eigentliches Sein zu halten, das ist das Wesen aller Dogmatik, und die Symbole als materielle Leibhaftigkeit für real zu halten, ist insbesondere das Wesen des Aberglaubens. Denn Aberglaube ist Fesselung an das Objekt."

144 "Glaube ist kein Besitz. Es gibt in ihm keine Sicherheit des Wissens, sondern nur Gewißheit in der Praxis des Lebens."

145 Die Welt des Glaubens ist die Welt der unbeschränkten Subjektivität.

146 die drei heiligen Impulse: Glaube, Liebe, Hoffnung.

147 Ohne durch die Dunkelheit zu gehen, können wir nicht zum Glauben kommen.

148 "Die große Menge glaubt nur an das Geld. Besteht nun die heutige Religion in der Geldwerdung Gottes oder in der Gottwerdung des Geldes."

149 "Glaube, Liebe, Hoffnung lassen sich nicht manipulieren und fabrizieren. Niemand kann sie befehlen. Selbst dem zugriff des eigenen Willens entziehen sie sich. Ich kann nicht glauben wollen, ich kann nicht hoffen wollen - und vor allem kann ich nicht wollen wollen."

150 Vertrauen schafft Einigkeit und Einigkeit macht stark. Das Vertrauen darf aber keine Dummheit sein und die Einigkeit kein Trugbild.

151 "Der Mensch glaubt immer leicht an das, was er wünscht und was seinen Interessen nicht widerspricht. Einerlei, wie intelligent und gebildet er ist, seine Eigenliebe und sein Wunsch, mit seinen Nachbarn zu leben und ihre Achtung zu genießen, werden immer bewirken, daß er das glaubt, was ihm angenehm und nützlich ist."

152 "Diese Macht des Souveräns ist an sich nur eine juristische Fiktion, sie existiert nur durch die Überzeugung der Untertanen von ihrer Notwendigkeit."

153 Jeder Glaube ist irrational, aber er kann für unser praktisches Handeln wichtig sein.

154 Das Wort "Glaube" weist auf eine ganz bestimmte Wirklichkeit hin.

155 Der Glaube ist ein Akt der Person als ganzer.

156 "Glaube ist ein Akt, in dem beide, die rationalen und die nichtrationalen Elemente des menschlichen Seins, transzendiert sind."

157 Der ideologische Glaube an den Marxismus als die einzig richtige Interpretation der Geschichte.

157 "Der Glaube ist das Ergriffensein vom Unbedingten."

159 "Glaubensentscheidungen sind existenzielle und nicht theoretische Entscheidungen."

160 "Das unbedingte Ergriffensein des Glaubensaktes und das Unbedingte, das im Akt des Glaubens erfahren wird, sind ein und dasselbe. Die Mystiker sprachen dasselbe symbolisch aus, wenn sie sagten, daß ihre Erkenntnis Gottes zugleich das Wissen Gottes um sich selbst sei."

161 Das Element der Ungewißheit im Glauben kann nicht ausgeschaltet werden.

162 "Das Wagnis des Glaubens an das unbedingte Anliegen ist das größte Wagnis, das ein Mensch eingehen kann. Denn wenn sich dieses Unbedingte als bedingt erweist und der Glaube daran als trügerisch, so kann der Lebenssinn eines Menschen daran zerbrechen."

163 Daß es dauernde oder gleiche Dinge gibt ist ein Irrglaube, genauso wie der Glaube, daß es überhaupt Dinge oder Substanzen gibt.

164 "Das Bindeglied zwischen Glauben und Tun ist die Liebe."

165 "Der Mensch macht alles, was ihn unbedingt angeht, zum Gott."

166 "Der Glaube hat keine andere Sprache als die des Symbols."

167 "Der Glaube besitzt heilende Kraft. Ärztliches Handeln jeder Art - auch die Psychotherapie kann keine Integration der Person als ganzer schaffen. Nur der Glaube vermag das."

168 "Gegen die ständige Drohung der Auflösung der Persönlichkeit kann nichts anderes schützen, als die zentrierende Kraft unbedingten Ergriffenseins."

169 Der Wortaberglaube scheint unausrottbar.

170 "Weder Argumente, noch Willensakte, noch Autoritäten können Glauben schaffen."

171 Der Glaube an Würde und Gleichheit der Menschen.

172 Die Quelle der Staatsautorität liegt im blinden Autoritätsglauben der Massen.

173 "Im kosmischen Bewußtsein werden wir uns eines ewigen Lebens bewußt, nicht als einer Überzeugung, daß wir es einst erlangen werden, sondern daß wir es bereits besitzen."

174 "Glaube ist der Akt, in dem wir das Unbedingte, Unendliche und Letzte ergreifen und von ihm ergriffen werden."

175 Die volle Seligkeit der Liebe liegt im unbedingten Vertrauen.

176 "Lieber Gott, wenn es einen Gott gibt, habe Erbarmen mit meiner armen Seele, wenn ich eine habe."

177 "Alle Staaten und Ordnungen der Gesellschaft: die Stände, die Ehe, die Erziehung, das Recht, alles dies hat seine Kraft und Dauer allein in dem Glauben der gebundenen Geister an sie - also in der Abwesenheit der Gründe, mindestens in der Abwehr des Fragens nach Gründen."

178 Eine Wertwirklichkeit liegt außerhalb des Bereiches unseres Wissens. Wir müssen das Wissen überschreiten, um zum Glauben an die Wertwirklichkeit zu kommen.

179 "Alles Wohlwollen ist bloße Heuchelei, Freundschaft ist ein Betrug, Gemeinsinn eine Posse, Treue eine Falle, um Glauben und Vertrauen zu gewinnen; während wir alle im Grunde nur unsere persönlichen Interessen verfolgen, tragen wir diese schönen Masken."

180 Seit Hume haben sich viele Logiker mit der In.duktion befaßt und mit der Frage, ob sie logisch zu rechtfertigen ist, ob wir nur glauben, oder ob wir "Grund" haben, zu glauben.

181 "Der Glaube, daß wir das 'erlebte' Geschehen auch so 'zu denken' vermöchten, wie es 'erlebt' werde, ist logisch unrichtig."

182 Atheisten glauben weder an Gott, noch an den Teufel.

183 "Zwischen Wissen und Glauben besteht kein Widerspruch. Gott ist eine Wirklichkeit und Religion ist Erkenntnis Gottes, also Erkenntnis einer Wirklichkeit."

184 Alles zweckrationale Handeln ist an Erwartungen orientiert.

185 "Der 'Wortaberglaube' ist nicht nur ein Zeichen von Verdummung, sondern auch ein Mittel zur Unterdrückung: die jeweils herrschenden Mächte stützen sich auf Kräfte, die, wenn alles gesagt und getan ist, nur in Worten existieren ('Gnade Gottes', 'Wille der Nation' usw. usw.)"

186 Es besteht eine enge Verbindung zwischen Wortaberglauben und Wortmacht.

187 "Der Wortaberglaube ist ganz gewiß eine notwendige Folge der menschlichen Denkweise."

188 "Soll sich der Glaube auf Erkenntnis gründen, oder fängt der Glaube erst da an, wo die Erkenntnis aufhört."


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