Allgemeinheit
Gustav Störring - Zur Lehre von den Allgemeinbegriffen
p-2siehe auch Gleichheit, Abstraktion, Objektivität, Gesetz, Analogie, Mehrheit, Methode, Erkenntnis

001 "Ich habe den Gedanken einer naturwissenschaftlichen Universalmethode bekämpft und zu zeigen versucht, wie nichtssagend die Lehre ist, nach welcher die gemeinsamen Elemente der Dinge mit den wesentlichen Merkmalen der Begriffe identisch sind. Es war mir klar geworden, daß es stets eines bestimmten  Z w e c k e s  bedarf, mit Rücksicht auf den die wesentlichen von den unwesentlichen Merkmalen geschieden werden und daß es in der Methodenlehre darauf ankommt, die Verschiedenartigkeit dieser Zwecke kennenzulernen, um die Mannigfaltigkeit der wissenschaftlichen Methoden zu verstehen und ihr gerecht zu werden." - Heinrich Rickert, Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung, Freiburg/Br. 1902, Vorwort Seite III

002 Universalität kommt nicht den Dingen selbst zu. Die Dinge sind in ihrer Existenz sämtlich einzeln.

003 Universalien wie "Hammer" oder "Mobilar"

004 Allgemeingültig, d.h. an jedem Ort, zu jeder Zeit.

005 Die Frage ist, wie man aufgrund von Beobachtungen zu einer allgemeinen Aussage kommt, die ihrem Gehalt nach über das Beobachtete hinausgehen muß, um Prognosen zu ermöglichen.

006 Alles Wirkliche bleibt ungesagt und ungefragt, wenn wir mit harmlosen Allgemeinvorstellungen an die Wirklichkeit herangehen.

007 Verallgemeinern heißt auch immer harmonisieren.

008 Die Frage nach dem  ansich  sieht ausdrücklich von allen sinnlichen Qualitäten ab.

009 Werte ansich haben überhaupt keinen Wert.

010 Das Problem der Objektivität ist das Problem der objektiven, bzw. allgemeinen  Gültigkeit 
des Wissens.

011 Für die Verallgemeinerung gibt es keine logische Rechtfertigung.

012 Eine Verallgemeinerung ist einfach eine Annahme.

013 Wir verallgemeinern, um für Erörterungen und Mitteilungen bequeme, allgemeine Namen zu haben.

014 Das allgemeine Vorurteil nimmt die Erscheinung für das Ding ansich.

015 Die Maße des Wirklichen sind immer inkommensurabel.

016 "Der Objektgedanke ist nicht der Gedanke von einem Ding, wenngleich jedes  Ding  durch ihn konstituiert wird. Er ist der Gedanke von einer allgemeinsten Beziehung, der jede andere in einem ganz bestimmten Umfang unterworfen ist. Es ist der Gedanke von einem formalen Geltungsprinzip, das als höchste Bedingung jene Systeme von Beziehungen beherrscht, die man  Wissenschaft  und  Wirklichkeit  nennt. Denn beide wollen objektiv sein und beide sind es nur Kraft jenes formalen Geltungsprinzips." - Richard Hönigswald in Flach / Holzhey (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 288

017 Es gibt keine objektiven Probleme, deshalb kann es auch keine allgemeingültigen Lösungen geben.

018 Allgemeinbegriffe sind hinterlistige Schleichwege, mit denen man glaubt, die Wirklichkeitsschwierigkeiten überwinden zu können.

019 Der Allgemeinbegriff ist nur ein Ideal.

020 "Der  Transzendenz der Darstellung,  die schon bei singulären Aussagen - also auch sogenannten Basisaussagen - zu konstatieren ist, weil in ihnen Allgemeinbegriffe auftreten, entspricht eine ganz analoge  Transzendenz der Wahrnehmung  da auch in ihr schon ein gesetzmäßiges Verhalten der wahrgenommenen Gegenstände  angenommen  wird. Das bedeutet keineswegs, daß Aussagen durch Erlebnisse  verifiziert  werden können, sondern nur, daß schon die Wahrnehmung selbst mit  Hypothesen  arbeitet." - Hans Albert, Kritische Vernunft und menschliche Praxis, Stuttgart 1984, Seite 118

021 "Weitaus die meisten Dinge und Vorgänge interessieren uns nur durch das, was sie mit einem anderen gemein haben, und daher achten wir auch nur auf dies Gemeinsame, obwohl tatsächlich jeder Teil der Wirklichkeit von jedem anderen individuell verschieden ist, und nichts in der Welt sich genau wiederholt. Weil die Individualität der meisten Objekte uns also gleichgültig ist, so kennen wir ihre Individualität auch nicht, sondern diese Objekte sind für uns nichts anderes, als  Exemplare  eines allgemeinen  Gattungsbegriffs,  die durch andere Exemplare desselben Begriffs ersetzt werden können, das heißt, wir sehen sie, obwohl sie niemals gleich  sind,  als gleich an, und bezeichnen sie daher auch nur mit allgemeinen Gattungsnamen. Diese jedem bekannte Beschränkung des Interesses,auf das Allgemeine im Sinne des einer Gruppe von Gegenständen Gemeinsame oder die  generalisierende Auffassung,  auf Grund deren wir mit Recht glauben, es gäbe wirklich so etwas wie Gleichheit und Wiederholung in der Welt, ist für uns zugleich von großem praktischen Wert. Sie gliedert die unübersehbare Mannigfaltigkeit und Buntheit der Wirklichkeit für uns in bestimmter Weise und macht es uns möglich, daß wir uns in ihr zurechtfinden." - Heinrich Rickert in Hans-Ludwig Ollig, Materialien zur Neukantianismus-Diskussion, Darmstadt 1987, Seite 368

022 Es ist ein Irrtum zu glauben, die Wirklichkeit wäre etwas, das allen kompetenten Beobachtern gleichermaßen zugänglich sein muß.

023 "Schließlich liegt das Geheimnis des weltgeschichtlichen Erfolges jener tautologischen Formeln und Zirkelschlüsse gerade in ihrer Leerheit, denn diese erlaubte es, ihnen jeden beliebigen weltanschaulichen Inhalt mit dem Anspruch auf Allgemeingültigkeit zu unterlegen. Durch mehr als zwei Jahrtausende haben derartige Denkformen den verschiedensten Werten und Idealen, Zielen und Interessen gedient. Der griechische Weise und der römische Jurist, der katholische Scholastiker und der aufgeklärte Literat, der liberale Freihändler und der sozialistische Revolutionär haben jene altehrwürdige Begriffswelt benützen können, um ihre Lehren als  wahrhaft natürlich  oder  wahrhaft vernünftig  hinzustellen und ihnen auf diese Weise den Anschein einer höheren Legitimation zu geben. Dazu kommt, daß sich solche Leerformeln für alle Arten institutioneller Menschenführung besonders eignen. Sie erwecken - zumal bei den Geführten - den Eindruck unerschütterlicher Stetigkeit der obersten Grundsätze, während sie die lenkenden Autoritäten bei ihren konkreten Entscheidungen in keiner Weise behindern." - Ernst Topitsch, Soziologie des Existenzialismus in Merkur, 7. Jahrgang 1953, Heft 6, Seite 504f

024 Es ist ein verhängnisvoller Fehler, das Denken als Mittel anzusehen etwas zu wissen, was immer und überall in der Welt zu jeder Zeit unbedingte Geltung haben muß. Für Berkeley war die Mathematik in diesem Sinne eine ähnliche Pest, wie der Materialismus.

025 Alles nichtallgemeine ist logisch irrelevant.

026 "Haec est causa mortalibus omnium malorum, non posse communes notiones aptare singularibus." (Dies ist für die Menschen die Ursache aller Übel: daß sie die allgemeinen Begriffe nicht auf die einzelnen Fälle anwenden können.) - Epiktet dissert. III 26

027 "Der Geist nämlich wird der Erfahrung bald überdrüssig und sucht seiner Bequemlichkeit wegen das Gebiet des Generellen." - Francis Bacon, Neues Organ der Wissenschaften, Darmstadt 1981, Seite 29

028 "Das Geheimnis aller Wissenschaft besteht in der Generalisierung." - Gunnar Myrdal, Das Wertproblem in der Sozialwissenschaft, Bonn-Bad Godesberg 1975, Seite 81

029 Den Gattungsnamen entspricht nichts Wirkliches in den Dingen.

030 Antike Philosophie und Wissenschaft sind davon überzeugt, daß es letzten Endes Einsichten gibt, die allgemeingültig sind und von jedem Menschen eingesehen werden können und sollen.

031 Um sich nicht in einer endlosen Menge von Einzelurteilen zu verlieren, bedienen wir uns der Abstraktion und denken alles Einzelne ins Allgemeine um.

032 Beim Abstrahieren werden Faktoren beliebig weggelassen, um die Denkrechnung nicht zu kompliziert zu machen.

033 In Bezug auf das Allgemeine ist das Besondere immer etwas Zufälliges.

034 Verallgemeinern heißt ein System zu schaffen.

035 Etwas Allgemeines ist nicht anschaulich und kann gar nicht anschaulich sein.

036 Der Fehler des Generalisierens besteht darin, daß angenommen wird, daß wenn zwei Dinge in vielen bekannten Eigenschaften übereinstimmen, sie wohl auch noch in den unbekannten Eigenschaften übereinstimmen werden.

037 Der Rationalismus ist die Idee, daß es allgemeine Maßstäbe für Denken und Handeln gibt.

038 Aus Einzeldingen kann man keine Schlußfolgerungen ziehen.

039 Allgemeingültigkeit ist Gleichgültigkeit.

040 Unzulässige Zusammenkoppelung von Allgemeingültigkeit und Wahrheit

041 Will man in der Wissenschaft ein Problem richtig lösen, dann muß man es nur allgemein genug stellen.

042 "Die Wesen allein und nichts als die Wesen zu erkennen und anzuerkennen, das ist Religion: ihr Reich ein Reich der Wesen, des Spuks und der Gespenster." - Ludwig Feuerbach, in Fritz Mauthner, Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande Bd. 4, Ffm 1989, Seite 203

043 "Die Rechtfertigung für unser Streben nach der größtmöglichen Verallgemeinerung besteht darin, die 'Zeitverschwendung' zu vermeiden, für bestimmte Spezialfälle etwas beweisen zu müssen, was sich möglicherweise mit unbeschränkter Allgemeinheit beweisen laßt." - Bertrand Russell, Philosophie - Die Entwicklung meines Denkens, Ffm 1988, Seite 278

044 "Es gibt keine Wissenschaft vom  Einmaligen  und  Besonderen,  die es mit Rücksicht auf seine Einmaligkeit und Besonderheit darstellt. Es gilt vielmehr,  alle  Objekte allgemeinen  Begriffen, womöglich Gesetzesbegriffen, unterzuordnen." - Heinrich Rickert, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft, Stuttgart 1986, Seite 59

045 Zurechstutzen der subjektiv geprägten, konkreten Erfahrung zugunsten eines allgemeinen, wiederholbaren Effekts.

046 Es bringt offensichtlich nichts ein, für jeden Fall oder für jede Klasse von Fällen ein eigenes Prinzip zu benötigen.

047 Der Unterschied ist kein Unterschied der Sache selbst, sondern liegt nur im Worte.

048 Der Begriff fasst Verschiedenes unter Gleiches.

049 "die Mystik des Substantivs" - Fritz Mauthner, ohne weitere Quelle

050 Jedes "ansich" ist ein Vorurteil.

051 Der Unterschied zwischen Allgemeinbegriffen und Individualgegenständen ist der Unterschied zwischen der raumzeitlichen Ordnung und Ordnungen, die außerraumzeitlich sind.

052 Die höhere Würde des Menschen duldet keine Quantifizierung.

053 Es gibt nichts Sichtbares und Fühlbares überhaupt, weil es kein Fühlen oder Sehen überhaupt gibt.

054 "Der Gebrauch der undifferenzierten Kollektivbegriffe, mit denen die Sprache des Alltags arbeitet, ist stets der Deckmantel von Unklarheiten des Denkens oder Wollens, oft genug das Werkzeug bedenklicher Erschleichungen, immer aber ein Mittel, die Entwicklung der richtigen Problemstellung zu hemmen." - Max Weber, Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1988, Seite 212

055 "Eine Neigung der Köpfe zum Operieren mit solchen abstrakten und zu weit gefassten Begriffen hat sich fast zu allen Zeiten gezeigt: sie mag zuletzt auf einer gewissen Trägheit des Intellekts beruhen dem es zu beschwerlich ist, das Denken stets durch die Anschauung zu kontrollieren. Solche zu weite Begriffe werden dann allmählich fast wie algebraische Zeichen gebraucht und wie diese hin und her geworfen, wodurch das Philosophieren zu einem bloßen Kombinieren, zu einer Art Rechnerei ausartet, welche (wie alles Rechnen) nur niedrige Fähigkeiten beschäftigt und erfordert. Ja zuletzt entsteht hieraus ein bloßer Wortkram." - Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung Bd. 1, Teil2, Zürich 1977, Seite 402

056"Unterordnung des Besonderen unter das Allgemeine ist also in allen Fällen das Wesen des Beweisens." - Wilhelm Windelband in Flach / Holzhey (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 358

057 Spaltung zwischen besonderem und allgemeinem Interesse als Grundlage für eine dem Menschen gegenüber stehende Macht.

058 "Die Fiktion einer einheitlichen, von allen Mitgliedern der Gesellschaft akzeptierten und für alle akzeptablen Wertskala, von der her ein prinzipiell realisierbares "Gemeinwohl" mit den Mitteln der Erkenntnis bestimmbar und ein sich daran orientierender "Gemeinwille" herstellbar wäre, kann nicht mehr aufrechterhalten werden." - Vgl. Hans Albert, Kritische Vernunft und menschliche Praxis, Stuttgart 1984, Seite 199

059 "Man kann die Allgemeinbegriffe Gleichheitszentra nennen." - Hans Vaihinger, Die Philosophie des Als-Ob, Berlin 1919, Seite 407

060 Einzelideen haben nichts logisches.

061 Die Zahlen sind die einfachsten und allgemeinsten Begriffe, die wir haben, und der Unterschied der Zahlen, der zahlenmäßige Unterschied ist der klarste und bestimmteste, den wir kennen.

062 Vieles, was Freud für charakteristisch für die menschliche Natur ansah, galt lediglich für gewisse Angehörige der europäischen Mittelklasse.

063 Anarchismus ist die Bekämpfung der Generalisierung in ihrem Charakter als System.

064 Die Zusammenfassung der allgemeinen Gleichheit ist der Ausgangspunkt der Macht.

065 Ohne Allgemeines ist eine Vermittlung der Individuen nicht denkbar.

066 Eine Institution ist eine bestimmte Art der Gleichförmigkeit und Gleichförmigkeit kann nur in einer Verallgemeinerung erfasst werden.

067 Der anarchistische Gelehrte verneint die Überlegenheit der allgemeinen Theorie.

068 Allgemeinheit ist kein Verhältnis des Seins, sondern des Denkens.

069 "Die Menschen glauben nämlich, ihre Vernunft führe die Herrschaft über die Worte; allein nicht selten beherrschen gegentheils die Worte den Sinn so, daß dadurch die Philosophie und die Wissenschaften zu unnützer Sophisterei herabgesunken sind. Denn die Worte werden meist im Sinne des Haufens geprägt und begrenzen die Dinge der gemeinen Fassungskraft gemäß; will nun ein geschärfter Verstand, eine tiefere Beobachtung in jene Grenzen versetzen, um sie der Natur anpassender zu machen: so empören sich die Worte dagegen." - Francis Bacon, Neues Organ der Wissenschaften, Darmstadt 1981, Seite 40

070 "Man muß sofort untersuchen, worin man gefehlt, wenn man den Beifall des Haufens erlangt." - Phocion in Francis Bacon, Neues Organ der Wissenschaften, Darmstadt 1981, Seite 57

071 Es ist auf der Welt nichts allgemein außer den Namen, denn jedes benannte Ding ist individuell und einzeln.

072 Abstrakte Konstruktionen müssen als allgemein angewandte idealtypische Einkleidungen betrachtet werden, in denen man die behauptete höhere Faktizität von Normen vorträgt.

073 "Die Subsumtion des Tatbestandes unter die generelle Norm ist somit ein Akt der Rechtserzeugung, ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses, in dem Recht  gesetzt  wird." - Hans Kelsen, Aufsätze zur Ideologiekritik, Neuwied 1964, Seite 91

074 "Daß diese Theorien (welche Denk- mit Seinsformen identifizieren) sich meist genötigt sahen, in irgendeiner Form ein "allgemeines" Bewußtsein anzunehmen, dessen Gedanken und Denkformen eben die Formen und Gesetze der Wirklichkeit sein sollen, wobei die menschlich-subjektiven Bewußtseine meist als weniger vollkommene Individuationen des allgemeinen Bewußtseins angenommen werden." - Bela Juhos in Topitsch, Ernst (Hg), Viktor Kraft - Probleme der Wissenschaftstheorie, Wien 1960, Seite 104

075 Allgemeine Sätze sind auf 'jeder' Abstraktionsstufe hypothetisch.

076 "Was ist der Staat? Die Metaphysiker und Rechtsgelehrten antworten uns darauf, daß der Staat das allgemeine Interesse sei." - Michail Bakunin, Staatlichkeit und Anarchie, Ffm/Berlin/Wien 1972, Seite 113

077 Werturteile können keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben. Dieser läßt sich nicht rechtfertigen.

078 Da alle Gesetze nur allgemeine Prinzipien darstellen, müssen sie ausgelegt werden.

079 "Wo Allgemeines als Gleichheit oder Ähnlichkeit vorliegt ist Kontrolle und Objektivität möglich, d.h. Unabhängigkeit des Ausgesagten vom Aussagenden erreichbar. Die Wiederholung ist gewissermaßen das Allgemeine an der Wirklichkeit. Einen wirklichen Willen hat nur der  einzelne  Konsument, und dieser bringt ihn in einer konkreten Machtsituation durch seinen Kaufakt zum Ausdruck. Der in der Souveränitätstheorie auftretende Wille der  Gesamtheit  der Konsumenten ist dagegen eine ökonomische Konstruktion. ... Es kann ja keinem Zweifel unterliegen, daß die  Souveränität des Konsumenten  das ökonomische Pendant zur  Souveränität des Staatsbürgers  der demokratische Ideologie ist, die in der Staatswissenschaft die gleiche Rechtfertigungsfunktion erfüllt wie jene in der Wirtschaftswissenschaft. ... daß es daher weder angebracht ist, die freie Güterwahl des Konsumenten als seine Herrschaft über die Produktion, noch die freie Personenwahl des Staatsbürgers als seine Herrschaft über die Exekutive zu interpretieren." - Hans Albert, Ökonomische Ideologie und politische Theorie, Göttingen 1954, Seite 116

080 "Gesetzmäßigkeit ist nur eine besondere Form der Allgemeinheit: Allgemeinheit einer Beziehung, gegenüber der Allgemeinheit eines Merkmals. Der Gedanke der Gesetzmäßigkeit wurzelt ganz in der Eigenart des Denkens, Allgemeinheit zu sehen und zu suchen. Der Gesichtspunkt des "alle" ist überhaupt nur dem Denken eigen; und in ihm hat der Gedanke des Gesetzes als eines gleichen Verhältnisses in allen Fällen allein seinen Grund. Gesetzmäßigkeit ist im Grund nichts anderes, als das Denken selber, als die spezifische Art und Weise, in der das Denken sich geltend macht. Gesetzmäßigkeit heißt, daß ein Verhältnis in einer bestimmten Art von Fällen identisch ist. Die Statuierung eines solchen "multiponiblen" Verhältnisses enthält aber genau dasselbe wie das Phänomen eines allgemeinen Begriffs überhaupt." - Viktor Kraft, Weltbegriff und Erkenntnisbegriff, Leipzig 1912, Seite 103

081 "Es gibt nur einzelne Sterne, keinen Stern ansich, es gibt nur einzelne Hunde, keinen Hund überhaupt. Es gibt nur einzelne Menschen, keinen Menschen überhaupt. Also Stern, Hund und Mensch sind Vorstellungen, denen keine Wirklichkeit entspricht." - Hans Vaihinger frei nach Antisthenes, Die Philosophie des Als-Ob, Berlin 1919, Seite 401

082 Allgemeinerkenntnis ist verworrene, undeutliche Erkenntnis.

083Abstrakta sind ein süßes Gift, das Geisteszerrüttung nach sich zieht.

084 Für die traditionelle Theorie war die Geltung der Allgemeinbegriffe durch die Hypothese der Gleichheit von Begriff und realer Wesenheit vermittels der Verdinglichung des Begriffs und der Rationalisierung des Dinglichen gestützt.

085 "Die Verallgemeinerung ist kein Schluß: sie ist der Übergang vom Wissen zum Tun." - Heinrich Gomperz in Albert/Topitsch, Werturteilsstreit, Darmstadt 1979, Seite 411

086 Das menschliche Denken vollzieht sich in der Differenz zwischen Allgemeinem und Besonderem.

087 Das Sein als Dauerhaftigkeit wird durch das Allgemeine repräsentiert.

088 "Die ausschließliche Singularität alles Seienden, die Leugnung jeglicher extramentalen Realität des Allgemeinen, hatte die Begriffe und ihre Objekte auseinander gerissen." - Erich Hochstetter, Studien zur Metaphysik und Erkenntnislehre Wilhelms von Ockham, Berlin 1927, Seite 117

089 Daß es eine für alle Menschen gültige, objektive Welt gibt, ist die Ansicht des Common Sense, die der kritische Rationalismus verwirft.

090 Sobald man etwas Allgemeines anerkennt und verehrt ist man religiös.

091 "Die Allgemeinheit ist Gott." - G. W. F. Hegel. ohne weitere Quelle

092 Ein Kind generalisiert gern.

093 "Nun beruhet jedes Kollektivum auf dem Gedanken, der das Mannigfaltige zusammenfasst; denn ausserhalb der Gedanken ist jedes einzelne isoliert,  ein Ding  für sich; nur die Beziehung macht es zum Teil des Ganzen, zum Gliede des  Zusammen.  Beziehung aber ist Operation des Denkens." - Moses Mendelssohn, An die Freunde Lessings, Berlin 1786, Seite 53

094 "Die natürliche Einstellung ist die Einstellung des normalen Jedermanns-Bewußtseins, eben weil sie sich auf eine Welt bezieht, die für jedermann eine gemeinsame ist." - Berger/Luckmann, Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Ffm 1980, Seite 26

095 "Das logische Gesetz des Nichtwiderspruchs, welches Kant unter dem Namen Allgemeinheit und Notwendigkeit zum Kriterium der praktischen Vernunft macht, eint Rechtsphilosophie und Ethik um den Preis, daß beide gleichgültig gegen jeden Inhalt sind, also - was dasselbe ist - jeden Inhalt vertragen." - Ernst Bloch, Naturrecht und menschliche Würde, Ffm 1985, Seite 85

096 Das Objektive entbindet uns nicht von unserer Verantwortung.

097 Zwischen dem Allgemeinen und Besonderen besteht eine dialektische Beziehung.

098 Streifen wir alle ungerechtfertigten und überflüßigen Denkzutaten ab, erkennen wir das, was es in der Welt gibt als Zusammenhang von Farben, Tönen, Gerüchen, Geschmäcken usw. Es hat keinen Sinn zu fragen, wie etwas  ansich  beschaffen ist, abgesehen vom Zusammenhang mit allem anderen.

099 "Denn in der herkömmlichen Theorie der Begriffsbildung wird das  Allgemeine,  das den Inhalt des Begriffs ausmacht, immer erst nachträglich aus dem Besonderen, das als solches vor aller begrifflichen Bestimmung als  gegeben  gilt, entwickelt und genommen. Es bildet demnach ein sekundäres Produkt, das gleichsam in einer ganz anderen Ebene liegt als die primären anschaulichen Elemente, an welche die Begriffsbildung anknüpft. In der Beziehung dieser beiden Ebenen zueinander ergeben sich alsdann all jene Schwierigkeiten, die in dem mittelalterlichen Kampf um die Realität der  Universalien ihren bekanntesten und prägnantesten Ausdruck gefunden haben, die aber, in anderer Fassung und Formulierung noch bis tief in die Philosophie hinein weiterwirken. Sind indessen die echten, wissenschaftlich fruchtbaren Begriffe als Ausdruck von Relationen erkannt, so schwindet die eigentliche Schwierigkeit: denn die  Relation  ist nichts Vermitteltes und Nachträgliches, was zu dem anschaulichen  Bestand  hinzutritt, sondern sie bildet eine konstitutive Bedingung dieses Bestandes selbst." - Ernst Cassirer in Flach / Holzhey (Hrsg), Erkenntnistheorie und Logik im Neukantianismus, Hildesheim 1980, Seite 284

100 Das Induktionsproblem besteht in der Frage nach der logischen Rechtfertigung allgemeiner Sätze über die Wirklichkeit.

101 Was existiert ist immer das Einzelne, das Allgemeine existiert nicht.

102 Die Berufung auf einen allgemeinen Sprachgebrauch ist irrelevant.

103 Der Kampf gegen die Allgemeinbegriffe ist angeblich sinnlos.

104 Wie wollt ihr popularisieren, ohne zu generalisieren?

105 "Die unkritische Theorie des Alltagsverstand ist die Verschwörungstheorie der Gesellschaft". - Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt, München 1989, Seite 202

106 "In der Tat, der Philosoph ist ein Mensch, der die versteckten Risse im Aufbau unserer Begriffe spürt, dort, wo andere nur den ausgetretenen Pfad der Alltäglichkeit vor sich sehen." - Friedrich Waismann in Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt, München 1989, Seite 202

107 "Massenhalluzinationen können keine Bestätigung liefern." - Paul Feyerabend, Probleme des Empirismus, Braunschweig 1981, Seite 202

108 "In einem Prozess der Verdinglichung wird das, was die Dinge in einer konkreten Lage für uns sind, und was die Menschen in einer bestimmten Situation für uns bedeuten, zu einem Ansich hypostasiert, welches sodann den scheinbar neutralisierten Gegenständen als sozusagen anhängende Qualität eines  Wertes  zugeschrieben werden kann. Die Wertfreiheit des erfahrungswissenschaftlichen Objektivierten ist ebenso ein Produkt dieser Verdinglichung, wie die vom Lebenszusammenhang abstrahierten Werte selber." - Jürgen Habermas in Adorno, Dahrendorf, Pilot u.a., Positivismusstreit in der deutschen Soziologie, Ffm 1989, Seite 185

109 Alle Abstraktionen sind willkürlich.

110 "Die Natur ist so beschaffen, daß kein Gesetz jemals allgemeingültig sein kann." - Paul Feyerabend, Probleme des Empirismus, Braunschweig 1981, Seite 246

111 Es gibt keine allgemeinverbindlichen Urteile darüber, was moralisch richtig oder falsch ist.

112 Das Grundproblem einer Theorie des Verstehens ist die Möglichkeit einer allgemeingültigen Erkenntnis.

113 In jeder Arbeit ist etwas allgemeines, das alle Arbeiten vergleichbar macht, die Güter zu Waren und Tauschwerten.

114 Der Universalismus des Geldes.

115 "Da alles wissenschaftliche Forschen und Beweisen in der Form des Begriffs vonstatten geht, so bleibt für die Logik immer die Untersuchung über Wesen, Begründung und Anwendung des Allgemeinen das nächste und bedeutendste Interesse. - Wilhelm Windelband in Hans-Ludwig Ollig (Hrsg), Neukantianismus, Stuttgart 1982, Seite 169

116 Die unwirkliche, substantivische Welt ist die Welt der Mystik.

117 Überwindung des Gegensatzes von subjektivem Interesse und allgemeiner Organisation durch Identifizierung.

118 "Das Allgemeine waltet durch ein ruhiges Gebieten." - Plotin, ohne weitere Quelle

119 So etwas wie ein Durchschnittsmensch existiert nicht, ebensowenig existiert so etwas wie ein Durchschnittseinkommen.

120 Vernunft und Realität sind nichts anderes, als allgemeiner Konsens.

121 Identifikation von Normalität und Allgemeinheit.

122 Allgemeine Fakten sind wichtiger, als spezielle, das sich Wiederholende wichtiger, als das Einmalige.

123 Ein allgemeines Schema ermöglicht eine methodische Vorgehensweise.

124 Das allgemeine Interesse kann niemals aus dem Willen der konkurrierenden Individuen abgeleitet werden.

125 Sinnliche Einzelheiten - unsinnliche Allgemeinheiten.

126 "Gemeinwohl  ist kein denkbarer Zweck." - Niklas Luhmann, Zweckbegriff und Systemrationalität, Ffm 1973, Seite 180

127 Die Erkenntnis des Speziellen kommt vor dem Allgemeinen. Allgemeine Sätze kommen nicht mit Beginn des Verstandesgebrauchs zu Bewußtsein.

128 "Zwischen Theorie und Praxis ist ansich innigste Verbindung und Verwandtschaft; jene verhält sich zu dieser wie das Allgemeine zum Besonderen, wie die Regel zu ihrer Anwendung, wie das Mittel zu seinem Zweck."- Paul Johann Anselm von Feuerbach, Blick auf die deutsche Rechtswissenschaft, München 1810, Seite 3

129 "Der Konsensus des Kundigen als Kriterium der Wahrheit wird dann im operationalen Behaviorismus auf den Konsensus  aller  ausgedehnt. Damit kommt zum Tierexperiment die Befragungsmethode, zur objektiven die subjektive Erfahrung von  Jedermann.  Man kann ihn über schlechtweg alles fragen: über Politik und Gesellschaft, Religion und Moral; kann ihn fragen, was Wissenschaft sei und was man unter Aggression verstehe, aus welchen Gründen man sich scheiden lassen dürfe, ob man nicht schon Sechzehnjährige zu allen Filmen zulassen solle usw. Herr und Frau Jedermann wissen alles. Man muß sie nur nach den Spielregeln der Statistik befragen. Und muß  viele  von ihnen fragen, mindestens so viele, daß man Signifikanzen errechnen kann. Da Jedermann seine Meinung nicht immer in wünschenswerter Klarheit kundtun kann, formuliert man die Fragen so, daß er nur mit  ja  oder  nein  oder  unentschieden  zu antworten braucht. Oder man liegt ihm Sentenzen, deren Behauptung er anerkennen oder ablehnen kann, oder ein Polaritätsprofil vor auf dem er nur anzugeben braucht, ob der erfragte Gegenstand mehr den einen oder dem anderen Pol zuzuordnen sei. - - - Die Befragungsmethode zusammen mit der Statistik hat heutzutage in der Psychologie ihren festen Platz. Mit ihr setzt sich in der Wissenschaft das demokratische Prinzip oder das  Gesetz der großen Zahl  durch. Die Frage ist, ob man die so ermittelten Ergebnisse als reine  Istwerte  über Urteilsverteilungen und Textbestände anzusehen habe oder ob sie auch  Sollenswert sind, das heißt, ob die statistisch häufigste Meinung auch die gültige sein kann." - Ludwig J. Pongratz, Problemgeschichte der Psychologie, Bern/München 1984, Seite 320f

130 Die Form des Begriffs ist die des Gesetzes, der Allgemeinheit und der Objektivität.

131 Die gewöhnliche menschliche Erkenntnis subsumiert das Besondere bloß immer unter das Allgemeine.

132 "Im Gebiete des Geistes ist ein allgemeiner Beifall sehr verdächtig. Denn nur das kann allgemein gefallen, was die Einbildungskraft anspricht und den Verstand und in Netze herkömmlicher Begriffe verwickelt." - Francis Bacon, Neues Organ der Wissenschaften, Darmstadt 1981, Seite 57

133 "Die Einheit des Geistes mit seiner Realität muß sich zerreißen. Das ideelle Prinzip muß sich in der Form der Allgemeinheit konstituieren, das Reelle sich als  Einzelheit  festsetzen und die Natur als entweihter Leichnam liegen bleiben." - Georg Lukàcs, Der junge Hegel Bd. 2, Ffm 1973, Seite 739

134 Alles statistische ist unsinnlich.

135 "die Macht der Allgemeinheit, an welcher die Individualität zerschmettert wird." - Georg Lukàcs, Der junge Hegel Bd. 2, Ffm 1973, Seite 739

136 leblose, abstrakte Allgemeinheit

137 idealistische Verallgemeinerungen

138 Die kategorische und unbedingte Geltung der Sollensforderung ist nichts anderes, als ihre Verallgemeinerbarkeit.

139 Der typisch-deutsche Student ist 21,3 Jahre alt.

140 Extreme oder reine "Typen", die in der konkreten Realität nur selten, wenn überhaupt, anzutreffen sind; sie vermögen jedoch als begriffliche Bezugspunkte oder "Pole" zu dienen, zwischen denen alle in der Wirklichkeit vorkommende Phänomene in einer Reihe eingeordnet werden können.

141 Ein Idealtypus soll ein interpretatives und erklärendes Schema sein, das eine Reihe allgemeiner Erfahrungsregeln umfasst, die subjektiv-bedeutsame Verbindungen zwischen verschiedenen Aspekten einer Klasse von Phänomenen herzustellen. Idealbegriffe sind keine Begriffe im eigentlichen Sinn, sondern vielmehr Theorien.

142 Der Grund für die Zählebigkeit allgemein-abstrakter Begriffe liegt in ihrer psychologischen Wirksamkeit und praktisch-politischen Wirksamkeit.

143 Von den faktischen Einzelfällen auf Allgemeine, Gesetzmäßige schließend, erzeugt diese Methode ein Wissen, dessen Anwendung die Möglichkeit eröffnet, mit gezielten Eingriffen Vorgänge in der Natur und auch in der Gesellschaft zu beeinflußen und zu beherrschen.

144 Kein Begriff kann so allgemein sein, daß er sich nicht auf einen allgemeineren bringen ließe.

145 Das niemals vollständig integrierte Einzelne und das auf Integration abzielende, mächtige Allgemeinheit.

146 Jeder allgemeine Satz beruth auf gutem Glauben.

147 allgemeine Aussagen, auch Theorien genannt.

148 "Die primäre Sozialisation endet damit, daß sich die Vorstellung des generalisierten Anderen im Bewußtsein der Person angesiedelt hat." - Berger/Luckmann, Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Ffm 1980, Seite 148

149 "Was heute (1937) am gesellschaftlichen Horizont Europas und der Welt heraufzieht, ist die Diktatur des Ungeistes, der da glaubt, die ganze Gesellschaft auf das tote Räderwerk einer Maschine einstellen zu können, deren Gleichgang alles Organische erstickt und die Seelenlosigkeit der Mechanik zum Prinzip erhebt." - Rudolf Rocker, Nationalismus und Kultur Bd. 2, Bremen ohne Jahr, Seite 721

150 Jedes Einordnen geistiger Gebilde unter bestimmte Gesichtspunkte enthält notwendig eine gewisse Abstraktion vom Besonderen, Unterscheidenden und damit eine Ungerechtigkeit.

151 Die alte Erkenntnistheorie, die von Aristoteles bis zur Scholastik unumschränkt herrschte, beruthe auf dem Satze, daß ein Allgemeines das Bestimmende und gestaltgebende Innere der Dinge sei.

152 idealtypische Vereinfachungen

153 Die platteste Mittelmäßigkeit ist stets obenauf und erstickt jeden Drang nach Neuerung bereits im Keim.

154 der Fehler der falschen Verallgemeinerung

155 "Man" - der generalisierte Andere.

156 "Massenmedien sind bestimmt von der Notwendigkeit  alle  anzusprechen und wenden sich deshalb an den "Durchschnittsempfänger". Das Gebotene wird in der Regel auf einem allgemeinverständlichen Niveau vorgelegt, das unvermeidlich von Vereinfachungen, unpräzisen Sätzen, banalen Beigaben und anderem bestimmt ist, woraus unterdurchschnittlich gebildete Empfänger, die das Gros des Massenpublikums ausmachen, hauptsächlich Schlagworte und schlichte Redewendungen behalten, ohne das Ganze im Zusammenhang zu überdenken." - Georgi Schischkoff, Philosophisches Wörterbuch, Stuttgart 1978, Seite 424

157 "Der Mensch, welcher nicht zur Masse gehören will, braucht nur aufzuhören, gegen sich bequem zu sein; er folge seinem Gewissen, welches ihm zuruft: "Sei du selbst! Das bist du alles nicht, was du jetzt tust, meinst, begehrst. Jetzt bist du nur ein öffentlich meinender Scheinmensch." - Friedrich Nietzsche, Schopenhauer als Erzieher, 1874

158 Alle Erkenntnis ist vom persönlichen Standort und der Perspektive des Erkennenden abhängig, eine standortfreie Allgemeingültigkeit ist also nicht möglich.

159 Individualität ist nicht generalisierbar, der unfassbare Moment kann nicht verewigt werden.

160 Die Meinungen der großen Menge stützt sich auf oberflächliche Erfahrungen.

161 Für den Common Sense ist der naive Realismus eine Selbstverständlichkeit.

162 Der Drang nach Macht äußert sich als Erweiterung der Kenntnisse ins Allgemeine.

163 Macht und Reichtum sind etwas Abstraktes, Allgemeinbegriffe.

164 Wellen- und Teilchenbegriffe sind die einzigen, die zur Beschreibung der Beschaffenheit von Licht und Materie zur Verfügung stehen. Diese Begriffe sind nicht mehr allgemein, also unabhängig von der jeweiligen Untersuchungsmethode, anwendbar. Wir müssen die  Beschreibung  von Licht und Materie ersetzen durch eine  Beschreibung  dessen, wie Licht und Materie unter bestimmten experimentellen Bedingungen erscheinen. Zwischen Teilchen und Welle besteht keine auch nur irgendwie geartete Beziehung, sie haben nichts gemeinsam für die menschliche Logik und stellen einen unvorhersagbaren und unteilbaren Sprung dar. In der Quantentheorie gibt es keine rationale Verallgemeinerung des Phänomens.

165 ein abstrakter Durchschnitt

166 In jeder Wissenschaft ist die Forderung nach Allgemeingültigkeit enthalten.

167 Aller Wert ist auf eine durchschnittliche Lebensdauer berechnet. Wie bei aller Wertbestimmung, bestimmt der Durchschnitt.

168 "Das Einzelne wird den Zwecken des Auffassens der Wirklichkeit unterworfen; die Veränderlichkeit des intuitiv Gegebenen wird in einer Beziehung von Begriffen zu allgemeingültiger Repräsentation erhoben; das Konkrete wird durch Abstraktion und analytisches Verfahren in gleichartige Reihen gebraucht, welche Aussagen von Regelmäßigkeiten gestatten." - Wilhelm Dilthey, Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften, Ffm 1981, Seite 152

169 "Und je ungenauer die Wörter sind, desto größer ist die Delegierung, einfach deshalb, weil sie dann auf mehr Einzelfälle angewendet werden können, dies ist das einzig wichtige Charakteristikum der Wörter in einem Gesetzesentwurf und einer Rechtsinterpretation." - Marshall McLuhan, Die Gutenberg-Galaxis - Das Ende des Buchzeitalters, Düsseldorf/Wien 1968, Seite 226

170 Das Problem der Erkenntnistheorie ist die Verallgemeinerung.

171 Je weiter die Allgemeinheit vorwärts schreitet, desto stärker ist das Moment des Hypothetischen in ihr.

172 Die Zeit ist die allgemeinste Form aller Objekte.

173 Der "Leib" ist nichts anderes, als eine abstrakte Generalisierung einer sich von Augenblick zu Augenblick verändernden Zusammensetzung chemischer Bestandteile.

174 "Die letzten Elemente der wissenschaftlichen Begriffe sind nämlich unter allen Umständen allgemein, und einen Begriff kann man deswegen nur aus allgemeinen Elementen bilden, weil die Worte, deren sich die Wissenschaft bedient, um allen verständlich zu sein, allgemeine Bedeutung haben müssen." - Heinrich Rickert, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft, Stuttgart 1986, Seite 59

175 Jede Erkenntnis bedarf allgemeiner Begriffe.

176 "Jede Vorstellung ist eine Verallgemeinerung und diese gehört dem Denken an.  Etwas  allgemein machen heißt, es denken." - G. W. F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, Ffm 1986, Seite 47

177 "Unabhängigkeit scheint lautlos verloren zu gehen in der Überflutung allen Daseins durch das Typische, die Gewohnheiten, die unbefragten Selbstverständlichkeiten." - Karl Jaspers, Was ist Philosophie, München 1980, Seite 97

178 Die Folge ist die Allgemeinheit einer Handlung.

179 "Die allgemeine Denkungsweise ist Erkennen, ist Erkennen von Etwas und bringt ein Wissen, das ich dann habe und besitze. Es liegt gleichsam auf dem Tisch. Ich greife zu, indem ich die Verstandesoperation mache, die zum Verständnis gehören, und dann ist es mein Eigentum wie jedes anderen, der es ebenso verstehen kann." - Karl Jaspers, Was ist Philosophie, München 1980, Seite 155

180 Allgemeingültige Ergebnisse sind etwas, das man wissen und damit besitzen kann.

181 "Ein Wille, der nur das abstrakt Allgemeine will, will  nichts  und ist deswegen kein Wille." - G. W. F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, Ffm 1986, Seite 54

182 "Das Allgemeine ist als Abstraktes nicht zu vollbringen." - G. W. F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, Ffm 1986, Seite 54

183 Der Induktionsschluß geschieht vom Besonderen auf das Allgemeine. Die Frage, ob und wann induktive Schlüsse berechtigt sind, wird als Induktionsproblem bezeichnet.

184 Das Wissen darum, daß alles fließt, führt zu großer Vorsicht bei allgemeinen Aussagen.

185 Das Gemeine und das Erhabene.

186 "Wirklichkeit ist immer Einheit der Allgemeinheit und Besonderheit." - G. W. F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, Ffm 1986, Seite 428

187 "Die Logik des täglichen Lebens ist deshalb erfolgreich, weil sie Kamele verschluckt und durchaus keine Mücken." - F. A. Lange, Geschichte des Materialismus Bd. 2, Ffm 1974, Seite 493

188 Der Theoretiker neigt eher zum Allgemeinen, der Praktiker eher zum Besonderen.

189 Die Stabilität statistischer Häufigkeiten scheint fast sicher.

190 Allgemeine Sätze sind raum-zeitlich nicht beschränkt.

191 Der individuelle Mensch ist das Maß aller Dinge, eine allgemeingültige Wahrheit ist deshalb nicht möglich.

192 "Wissenschaftliche Theorien sind allgemeine Sätze." - Karl Popper, Logik der Forschung, Tübingen 1989, Seite 31

193 "Die logische Nichtfalsifizierbarkeit der Wahrscheinlichkeitsaussagen steht außer Zweifel." - Karl Popper, Logik der Forschung, Tübingen 1989, Seite 146

194 Der Weg der Wissenschaft führt von der weniger allgemeinen Theorie zur allgemeineren Theorie.

195 Eine verallgemeinernde Beweisführung ist unzulässig.

196 Juden, Kommunisten, Radikale, Bonzen, Arbeitslose, Politiker, Journalisten, Männer, Frauen, Kinder, Idioten, Kapitalisten, Türken, Ausländer, Weicheier

197 Das Ding  ansich  ist unerkennbar, wir können immer nur die Erscheinung erkennen.

198 "Man kann hinzufügen, daß sich für jede endliche Gruppe oder Menge von Dingen, mag sie noch so regellos zusammengestellt sein, bei einiger Geschicklichkeit Standpunkte finden lassen, von denen aus alle zu der Menge gehörenden Dinge ähnlich (oder teilweise gleich) sind. Das bedeutet, daß jedes beliebige Ding oder Ereignis als  Wiederholung  jedes beliebigen anderen angesehen werden, wenn man nur den geeigneten Standpunkt einnimmt." - Karl Popper, Logik der Forschung, Tübingen 1989, Seite 376

199 Der allgemeine Wille soll die Vielen in eine Einheit zusammenbinden.

200 Einer Verallgemeinerung können wir lediglich Wahrscheinlichkeit beimessen.

201 Das Ganze ist eine Idee.

202 Es gibt kein Denken, welches bloß das Allgemeine zum Inhalt hat. Es gibt auch keine Empfindung, welche nichts Allgemeines in sich hätte.

203 Die sinnliche Lust kann jeder Beliebige genießen.

204 "Das Nomen ist dem Verbum gegenüber das Allgemeine." - Aristoteles, Kategorien - Lehre vom Satz, Hamburg 1974, Seite 121

205 "Die Generalisation ist gleichfalls eine Form der Übertragung, sei es nun auf der verhältnismäßig elementaren Stufe der bedingten Reflexe oder auf der komplexen Stufe abstrakter wissenschaftlicher Verallgemeinerung, wo eine einzelne Aussage eine Myriade von Einzelheiten zusammenfasst." - John A. McGeoch, Die Psychologie des individuellen Lernens, NY 1942

206 Das Schema der Abstraktion ist ein Produkt der menschlichen Einbildungskraft.

207 Das reine Schema der Größe ist die Zahl.

208 Leibniz noch nahm die Erscheinungen als Dinge ansich.

209 Die einfachsten Vorgänge sind notwendig die allgemeinsten.

210 "Die Idee bedarf zur Ausführung eines Schemas." - Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, Stuttgart 1982, Seite 840

211 Durch die Arbeit entsteht unmittelbar gesellschaftliche Allgemeinheit.

212 die Art (Habitus)

213 "Also muß der Arbeitsprozess so organisisert werden, daß alle qualitative Besonderheiten des Stoffes für den Arbeiter irrelevant sind. Für die Organisierung der Arbeit dürfen nur die allgemeinen Eigenschaften aller Stoffe - Größe, Figur, Gewicht, Härte und dgl. - in Frage kommen. Alles andere bleibt außer Betracht." - Franz Borkenau, Der Übergang vom feudalen zum bürgerlichen Weltbild, Darmstadt 1971, Seite 8

214 Aus der Natur eines Durchschnittsmenschen soll eine Moral abgeleitet werden.

215 Allgemeinheit hat in ihrer praktischen Anwendbarkeit ihre Schranke.

216 Die Gesetze der Physik und Chemie sind durchweg statistischer Natur.

217 Das erkenntnistheoretische Problem ist überall dasselbe: Allgemeingültiges Wissen aus Erfahrung.

218 Das logische Ideal wäre ein System absolut allgemeingültiger Formeln.

219 Die über den einzelnen Gesetzen stehende, höhere Systematisierungsform ist die Theorie.

220 Mystik ist das Bewußtsein der Identität des eigenen Wesens mit dem aller Dinge oder dem Kern der Welt.

221 Die Gefahr der Verselbständigung des Allgemeinen als das Wahre und Eigentliche besteht nicht mehr, da es kaum mehr etwas partikulares und individuelles

222 Norma (lat. Maß, Winkel) als normal Bezeichnung eine allgemeinen Typus.

223 Es liegt im Wesen des Naturgesetzes, allgemeingültig zu sein, denn erst, wenn wir eine Regel gefunden haben, die das Geschehen ganz ausnahmslos beschreibt, nennen wir die Regel ein Naturgesetz.

224 Generalisieren ist wesentlich, um mit der Welt fertig zu werden.

225 "In der Mikrowelt handelt es sich immer um System-Aussagen, nicht aber um Aussagen, nicht aber um Aussagen über das, Verhältnis räumlich-zeitlich  individualisierter  Faktoren." - Vgl. Richard Hönigswald, Grundprobleme der Wissenschaftstheorie, Bonn 1965, Seite 45f

226 Das Allgemeine ist Prinzip und Wesen der Wahrnehmung.

227Naturwissenschaftliche Sätze beziehen sich auf "feste Körper überhaupt" oder auf die "Bakterienzelle überhaupt".

228 Fragen sind allgemein, Probleme speziell. Fragen ergeben sich, Probleme werden gemacht. Fragen sind exoterisch, Probleme esoterisch.

229 Die bürgerliche Gesellschaft ist beherrscht vom Äquivalent. Sie macht Ungleichnamiges komparabel.

230 Nicht allgemein-gültig, sondern individuell brauchbar.

231 Die Verallgemeinerung bedeutet geradezu eine Flucht vor der Wirklichkeit.

232 Der Bezieher großer Mengen bekommt meist einen Preisvorteil eingeräumt.

233 "Die Apostel der Umgangssprache..." - Paul Feyerabend, Probleme des Empirismus, Braunschweig 1981, Seite 108

234 Durch den orthodoxen Glauben an die Allgemeinheit und Allgemeingültigkeit objektiver Tatsachen werden die Geister der Leute gebunden.

235 "Durch die Arbeit entsteht im Menschen selbst etwas Allgemeines." - Georg Lukàcs, Der junge Hegel Bd. 2, Ffm 1973, Seite 505

236 Wir leben wie selbstverständlich in einem Schleier abstrakter Allgemeinheiten.

237 Alles Rationale ist allgemein.

238 Das Durchschnittliche, Gewöhnliche, Häufige gegenüber dem Charakteristischen, Originellen, Spezifischen, Eigentümlichen, Einmaligen.

239 Form ist das Gemeinsame, Inhalt das Verschiedene.

240 Der Vorteil des Allgemeinen besteht darin, daß es sowohl theoretische als auch praktische Bedeutung hat.

241 Typen sind stets gedankliche Konstruktionen, die als solche in der Wirklichkeit nicht voll vorfindbar sind. In keinem Lebensbereich gibt es  reine  Typen.

242 Allgemeinbegriffe sind bloße Flatus. (Hauch)

243 "Urteilskraft überhaupt ist das Vermögen, das Besondere als enthalten unter Allgemeinen zu denken." - Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft, Stuttgart 1986, Seite 33

244 Die formale Logik ist nur dann wertvoll, wenn es allen Menschen gemeinsame, abstrakte Begriffe gibt.

245 "...nicht Individuen, sondern mehr oder weniger idealische Masken; keine Wirklichkeit, sondern eine allegorische Allgemeinheit." - Friedrich Nietzsche, Menschliches Allzumenschliches - Ein Buch für freie Geister, Frankfurt 1982, Seite 159

246 Das Recht entspringt der Tatsache, daß es ein abstrakte Verallgemeinerung besonderer Interessen gibt.

247 Verallgemeinerungsfähige Interessen und solche, die es nicht sind.

248 Der Grundsatz der Verallgemeinerung ist das Moralprinzip.

249 "Das Allgemeine begründet die Möglichkeit der Kommunikation." - Nikolai Berdiaev, Das Ich und die Welt der Objekte, Darmstadt 1933, Seite 222

250 Wissen, d.h. die Produktion eines Zustandes der Unveränderlichkeit und Allgemeinheit einer Theorie.

251 Allgemeinbegriffe sind Kunstgriffe, die uns umständliches Denken ersparen sollen.

252 Die Verwandtschaft der Ähnlichkeit.

253 Das Allgemeine ist die ideale Einheit.

254 "Die Abstraktion als ausschließendes Interesse bewirkt eo ipso Verallgemeinerung." - Edmund Husserl, Logische Untersuchungen Bd. 2, Teil 1, Tübingen 1980, Seite 159

255 "Die Schrift für das allgemeine Leben ist analog dem Gelde." - E. F. D. Schleiermacher, Hermeneutik und Kritik, Ffm 1977, Seite 386

256 Das Gespenst des "Ding ansich"

257 Alle Sprache spricht nur Allgemeines aus, von den Individualnamen einmal abgesehen.

258 "Zu sagen, daß das Wesen oder daß die Idee das Reale sei, hat seine Veranlassung darin, daß dem ungebildeten Denken die abstraktesten  Kategorien,  wie  Sein,   Dasein,   Realität  die geläufigsten sind." - G. W. F. Hegel, Wissenschaft der Logik Bd. 1, Ffm 1986, Seite 165

259 Das "Wasser" oder die "Materie" oder die "Atome" sind  Gedanken,  allgemein und ideell, nichts, was wir unmittelbar vorfinden.

260 "Im Objekt kann man nicht das einmalig Individuelle, sondern nur das Allgemeine fassen, und darum bleibt immer eine Entfremdung bestehen. Objektiviertes Sein ist nicht mehr das Sein, es ist vom Subjekt für Erkenntniszwecke präpariert. Die Entfremdung vom Subjekt ist das, was am besten seiner Erkenntnisstruktur entspricht. Erkenntnis ist Entfremdung." - Nikolai Berdiaev, Das Ich und die Welt der Objekte, Darmstadt 1933, Seite 64

261 Als Objektivierung hat Erkenntnis immer mit einem Allgemeinen zu tun.

262 Eine Organisation, die soviele Menschen wie möglich zu gewinnen bestrebt ist, muß sich auf einen allgemeinen Bereich beschränken.

263 Allgemeiner Konsens bedeutet ja gerade das Fehlen von Konflikten.

264 Das Unbedingte ist das unbestimmt Allgemeine.

265 Handle nach einer Maxime, die zugleich als allgemeines Gesetz gelten kann.

266 Der Staat ist Wahrer der allgemeinen Interessen.

267 Rousseau führte die Anwendung metaphysischer Abstraktionen, wie die Lehre vom allgemeinen Willen und die mystische Identifizierung von Staat und Gesellschaft bei den Theoretikern der Demokratie ein.

268 Recht und Gesetz im Namen der Allgemeinheit, im Namen des Volkes.

269 Soziale Ordnung durch allgemeine Begriffe wie "Wahrheit", "Welt", "Vernunft" etc.

270 Die normal entfremdete Person hält man für gesund, weil sie mehr oder weniger wie jedermann handelt.

271 Sprachgebrauch ist der Gebrauch der Masse und die Masse denkt sich bei den Begriffen noch weniger, als der Denker.

272 Bei allgemeinen Gesetzmäßigkeiten sind individuelle Gegebenheiten Randbedingungen.

272 Das Grundsätzliche, Prinzipielle, Typische, Wiederkehrende

273 Es gibt keinerlei Individuum, sondern nur Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft.

274 Allgemeine Regeln aufzustellen und zu befolgen ist weder möglich noch wünschenswert.

275 Die Methode der Wissenschaft heißt Quantifizierung.

276 Faustregeln haben die Bedeutung von Orientierungsdaten.

277 Nichts Allgemeines ist jemals wahr oder falsch.

278 Allgemeingültige Sätze reichen über die individuell vorhandene Erfahrung hinaus.

279 "Wahre Gemeinschaft ist wesentlich Gemeinschaft verantwortlicher Personen - bloße Masse aber nur Summe entpersönlichter Wesen." - Viktor Frankl, Ärztliche Seelsorge [Grundlagen der Logotherapie und Existenzanalyse], München 1980, Seite 90

280 Nicht alle menschlichen Bedürfnisse sind allgemein und permanent.

281 Aussagen über Gleichförmigkeit setzen Urteile über Identitäten voraus.

282 Die konkrete Situation ist keine Spezialisierung einer allgemeinen Regel oder eines allgemeinen Begriffs.

283 Die Allgemeinheit des Absoluten und Totalitären.

284 Die Gattung ist nicht wie das Individuum auf Ort und Zeit eingeschränkt, sondern als Allgemeinheit ist sie überall und immer.

285 Der abstrakte, allgemeine Wert des Geldes hat die konkrete Nützlichkeit ersetzt.

286 Das Allgemeine ist allem Besonderen, sowie allem Wandel übergeordnet.

287 Allgemeine und elementare Natur des materiellen Konsums des Lebensnotwendigen.

288 Die Arbeit muß organisiert werden zugunsten der Allgemeinheit.

289 "Bei Objektivierung und Sozialisierung beginnt die Zahl zu herrschen." - Nikolai Berdiaev, Das Ich und die Welt der Objekte, Darmstadt 1933, Seite 222

290 Die allgemeine Äquivalentform ist die Form des Werts überhaupt.

291 Das Geld ist die gesellschaftlich gültige Äquivalentform, das allgemeine Äquivalent.

292 Geld gilt unter gewissen Leuten als das allgemeine Maß der Werte.

292 Der allgemeine Wille ist der Ort, von dem Herrschaft herkommt.

293 Das Einzelne wird durch die allgemeine Gleichheit isoliert.

294 Macht ist die Vertretung des Allgemeinen.

295 Es gibt unüberwindliche Einwände gegen jede Art von verallgemeinernder Theorie.

296 Methodisch stellen wir entweder das Typische oder das Besondere heraus.

297 Die Wissenschaft kann allgemeine Landschaften oder Menschentypen beschreiben, aber niemals einzelne und individuelle.

298 "Der Teil steht für das Ganze" ist der Grundgedanke des Fetischglaubens.

299 Der gute dumme Michel - das Volk.

300 Der Begriff ist eine wesentlich unpersönliche Darstellungsform.

301 Das Allgemeine ist Durchschnitt und Mittelmäßigkeit.

302 In der Wahrnehmung wird die Empfindung zu einer Atmosphäre von Allgemeinheit.

303 Einheit und Allgemeinheit waren in der empirischen Realität nicht zu finden.

304 Im Bereich der Ungewißheit und des Zufalls kann keine Notwendigkeit und Allgemeinheit abgeleitet werden.

305 Besondere Arbeit zur Befriedigung eines persönlichen Bedarfs im Gegensatz zur allgemeinen Arbeit für einen Markt.

306 "Die Substanz ist das Generellste." - Aristoteles, ohne weitere Quelle

307 Das Gesetz steht über dem Individuum.

308 Das Überindividuelle als das Höhere im Sinne eines Wertvolleren.

309 Wenn man nicht jeden einzeln unterrichten will, muß man versuchen, Typen von Situationen zusammenzustellen.

310 Die politische Ordnung hat sich auf Daseinsfragen zu beschränken, auf das, was allen Menschen gemeinsam ist, über alle Verschiedenheiten und Abweichungen von Glaube und Weltanschauung hinweg, auf das Allgemeinmenschliche.

311 Die Gefahr der wissenschaftlichen Vorgehensweise liegt nicht so sehr darin, daß sich Forscher spezialisieren, sondern daß Wissenschaftler generalisieren.

312 "jene mystische Allgemeinheit" - Heinrich Heine, ohne weitere Quelle

313 Die gleiche Handlung kann gut oder böse sein.

314 Der Mensch ist eine moralische Kategorie

315 TYPOS (griech.= Schlag, Stoß, Prägestempel, Prägung, Muster, Gestalt) bezeichnet alle Momente des Gestaltungsprozesses.

316 Allgemeinheit ist die Vertretung von Erscheinungen derselben Art.

317 "Erst wenn der wirklich individuelle Mensch den abstrakten Bürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, ... erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht." - Karl Marx in Gustav Radbruch, Rechtsphilosophie, Stuttgart 1973, Seite 225

318 "Die zerstückelnde Betrachtung der Naturkörper macht den Geist kleinlich und beschränkt; die allgemeine und combinierende Übersicht dagegen zerstreut und betäubt ihn leicht." - Francis Bacon, Neues Organ der Wissenschaften, Darmstadt 1981, Seite 39

319 Das Allgemeine maßt sich dem Besonderen gegenüber das Recht der Gesetzgebung vor.

320 Die Wahrnehmung ist vor der sinnlichen Wahrnehmung ausgezeichnet, daß Allgemeinheit ihr Prinzip ist.

321 Das Allgemeine hat gegenüber dem Besonderen Vorrang.

322 Die Sprache ist die erste wirkliche Allgemeinheit.

323 Die Aufgabe der Abstraktion ist das Aufheben und die Reduktion des sinnlichen Stoffes als bloßer Erscheinung auf das Wesentliche, welches sich nur im Begriff manifestiert.

324 Tauschwert setzende Arbeit ist abstrakt-allgemeine Arbeit.

325 Wissenschaftlich ist nur, was allgemeingültig ist.

326 Gleichgültigkeit gegenüber individuellen Unterschieden als Wesensmerkmal der Allgemeinheit des Gesetzes.

327 "Der menschliche Verstand hat eine viel höhere Kraft, als dunkel zu schematisieren." - J. G. Herder, Sprachphilosophie, Hamburg 1960, Seite 211

328 Der Einzelne besitzt das Recht in der Form der Allgemeinheit, als allgemeine Person.

329 Die Herrschaft des Gesetzes erstreckt sich auf die allgemeine Person und nicht auf das konkrete Individuum.

330 "Erst der Anspruch auf allgemeine Geltung verleiht einem Interesse, einem Willen oder einer Norm die Würde moralischer Autorität." - Lawrence Kohlberg in Jürgen Habermas, Moralbewußtsein und kommunikatives Handeln, Ffm 1991, Seite 59

331 Die logische Form der Allgemeinheit ist der Begriff.

332 Abstrakte Gedanken sind solche, die immer mehr die Form der Allgemeinheit annehmen.

333 Die Menschheit, nicht der Staat ist das wirklich Allgemeine.

334 Das Generelle ist auf das analytisch bestimmbare begrenzt, das Lebensgeschichtliche ist mehr.

335 Kategorien sind bequem, alles, was man beobachtet läßt sich subsumieren.

336 terrible simplificateur

337 "J.M. Keynes wandte gegen die Häufigkeitstheorie ein, daß sie den Begriff "Belang" nicht definieren könne." - Vgl. Karl Popper, Logik der Forschung, Tübingen 1989, Seite 116

338 Lehrbares Wissen erhält man durch Wissen vom Allgemeinen, durch Wissen des Warum, des Notwendigen, des Ewigen.

339 Die Hauptmethode für die Untersuchungen in der politischen Ökonomie ist die Methode der logischen Abstraktion.

340 Ein moralisches Urteil betrifft niemals nur den Einzelfall, sondern ist immer auf eine Klasse von Fällen anwendbar.

341 Das Substantiv bezeichnet die Gesamtheit.

342 Allgemeine Anwenbarkeit bedeutet Verkaufbarkeit.

343 Generalisierungen sind Modelle von Erfahrungen.

344 Das Geld, der Generalnenner für alle Tugenden.

345 Verallgemeinerungen sind quasi-statistisch.

346 Jeder sprachliche Ausdruck ist eine Generalisierung.

347 Unterordnung der individuellen Situation mit Hilfe von Schemata unter das Gewohnte und Gewöhnliche.

348 Man kann mit Gegnern, die mit derartig vereinfachenden Vereinheitlichungen argumentieren überhaupt nicht diskutieren.

349 Psychische Ereignisse repräsentieren nichts.

350 Schon die Identifikation einzelner Ereignisse verlangt Kategorien, die allgemeine Gesetzesannahmen implizieren.

351 idealtypische Kollektivbegriffe

352 Die Verwandtschaft der Ähnlichkeit.

353 Die Verbindung zwischen allgemeinem und Individuellem ist das logische Grundproblem der systematischen Geisteswissenschaften.

354 Unser ganzer Erkenntnisapparat ist ein Abstraktions- und Simplifizierungsapparat.

355 Die Gesellschaft als Allgemeinheit der Anderen.

356 Im Leben verkehren wir mit Individuen, in der Wissenschaft mit Gattungen.

357 Unbeschränkt ist die Gattung, beschränkt nur das Individuum.

358 Wir ziehen logisch Schlüsse mit Hilfe allgemeiner Prinzipien.

359 Nur was mathematisch erzeugt ist, ist erkennbar, nur was man mechanisch begreifen kann, wird verstanden. Zum inhaltlichen Substrat der Dinge, die aus derartigen Abstraktionen gefolgert werden haben wir gar keinen Bezug mehr, wir beziehen uns lediglich auf formale Gesetze. Politische Parteien befassen sich mit dem Allgemeinen und nicht mit den Einzelfällen, mit Ideen, nicht mit den Menschen.

360 Abstraktionen sind theoretische Vereinheitlichungen.

361 Wer der allgemeinen Begriffe bedarf fühlt sich genötigt, eine große Zahl übereinstimmender Dinge in die gleiche Form zu fassen, um sie bequemer zu greifen.

362 Es ist ein Irrtum zu glauben man könnte sich mit Hilfe der allgemeinen Begriffe der zeitraubenden Mühe entheben, sich mit den Einzelfällen zu befassen.

363 Wenn Sein mit Erkennbarkeit identifiziert wird, ist die Kategorie eines "Dings ansich" sinnlos.

364 Jeder Mensch hat den allgemeinen Wunsch, glücklich zu werden.

365 Ursprüngliche Einheit von Allgemeinem und Besonderem unter der Herrschaft des Lustprinzips.

366 Das Ding an sich ist ein bloßer Grenzbegriff.

367 Die einzig allgemeine Ansicht, die mit einer freien Gesellschaft vereinbar ist, ist ein Relativismus.

368 Das Allgemeine ermöglicht das Überleben der Menschen in einer permanent veränderlichen Welt.

369 Güte, Glätte und Gleichheit sind Eigenschaften, die von den Dingen durch Isolation losgelöst sind.

370 "Was jedermann weiß, hat seine eigene Logik." - Berger/Luckmann, Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Ffm 1980, Seite 45

371 Dogmatismus als Ausdruck eines vulgarisierten und schematisierten Denkens.

372 Ähnlichkeit ist teilweise Identität.

373 Der Nebel des Allgemeinen.

374 Autonome Vielfalt anstatt abstrakter Gleichheit.

375 Alles wird mit allem gleichgesetzt. Die Herrschaft der großen Zahl feiert auf dem Markt Triumphe. Den Dingen wird ein Preis zugeordnet, um sie austauschbar zu machen.

376 vom Casus zum Typus: vom Individuellen zum Allgemeinen.

377 Abstraktionen sind ideologische Positionen.

378 Das Geld ist der große Gleichsetzer.

379 Die Vereinheitlichung als Methode der Wissenschaften hat zur Folge, daß sie mit ihren Kategorien die physische und psychische Einzigartigkeit von Ding und Mensch zum Verschwinden bringt, also alles seiner Individualität beraubt und zur bloßen Illustration allgemeiner Kategorien und Prinzipien erniedrigt.

380 das graue Einerlei des Gleichen.

381 Der Systematiker will alles aus einem Prinzip ableiten.

382 Apollon = Negation des Vielen = Ordnung.

383 "Die Institution macht aus individuellen Akteuren und individuellen Akten Typen." - Berger/Luckmann, Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Ffm 1980, Seite 58

384 Die Zahl ist die einfachste und allgemeinste Idee.

385 Die Vereinbarung von Signalen enthält immer eine Allgemeinheit, sonst ist die Vereinbarung unnötig.
386 Wenn wir Begriffe bilden, dann lassen wir von den verschiedenen Eigenschaften der Dinge einige fallen, wodurch unsere Vorstellungen zwar an Anschaulichkeit einbüßen, wir aber an Übersichtlichkeit und an Leichtigkeit der Handhabung gewinnen.

387 "Der Verstand ist die Form der Formen." - Aristoteles, ohne weitere Quelle

388 die herrschende oder allgemeine Meinung.

389 Der Ansicht des Nominalismus gemäß liegt dem Allgemeinbegriff keine Realität zugrunde. Der Scholastiker eine Realität der Allgemeinbegriffe an.

390 Allgemeinbegriffe führen ins Blaue, wo sie nicht mehr meßbar sind.

391 Es braucht auch Schutz gegen die Tyrannei des vorherrrschenden Meinens und Empfindens.

392 Die bloße Denkökonomie fordert die Schaffung eines praktischen Generalnenners für unsere Probleme in Gestalt von Allgemeingültigkeit.

393 Sicherheit heißt das Motto, nachdem das Einzelne unter das Allgemeine gebracht wird.

394 Die Vereinbarung von Signalen enthält immer eine Allgemeinheit, sonst ist die Vereinbarung unnötig.

395 Es liegt im Wesen des Naturgesetzes, allgemeingültig zu sein, denn erst, wenn wir eine allgemeine Regel gefunden haben, die ein Geschehen ganz ausnahmslos beschreibt, nennen wir die Regel ein Naturgesetz.

396 Wer an Gesetzen interessiert ist, der muß sich den generalisierenden Wissenschaften zuwenden.

397 Die Menge urteilt nach dem Äußeren, weil sie allein dafür Sinn hat.

398 Der unüberwindliche Gegensatz zwischen allgemeinem Zeichen und individueller Wirklichkeit.

399 Die sinnliche Empfindung bezieht sich auf das Einzelding, der Intellekt abstrahiert aus dem Vorstellungsding die allgemeinen Begriffe.

400 Die Reduktion des Einzelnen auf eine rational erfassbare Allgemeinheit entbehrt jeder Grundlage. Das Individuum kann nichts anderem untergeordnet werden und erscheint deshalb in seiner unersetzlichen Einmaligkeit.

401 "Einmal ist keinmal - zweimal ist immer." - Soziologenweisheit

402 Das Allgemeine ist übergeschichtlich, das Besondere geschichtlich.

403 Das Gute oder Schlechte sind nur Begriffe des Denkens und Begriffe, die wir dadurch bilden, daß wir die Dinge miteinander vergleichen.

404 Der alte Grundsatz aller Staatsordnung: salus publica prima lex esto. (Das Allgemeinwohl soll das erste Gesetz sein.)

405 Abstrakt und allgemein und daher kalt.

406 Das Allgemeine hat einen Hang zur Transzendentalität.

407 Der Begriff ist eine Zusammenfassung des Allgemeinen.

408 Allgemeingültigkeit ist eine Frage der Mitteilbarkeit.

409 "die Glücklich-Verdauenden, kurz das  Volk  ..." - Friedrich Nietzsche in Colli/Montinari (Hg), KSA Bd. 6, München 1988, Seite 24

410 Verallgemeinerungen im Denken sind die Institutionalisierung von Einstellungen.

411 Allgemeine Ideen ermöglichen gleichsam die gruppenweise Betrachtung der Dinge.

412 "In der Ausnahme durchbricht die Kraft des wirklichen Lebens die Kruste einer in Wiederholung erstarrten Mechanik." - Thomas Hobbes, ohne weitere Quelle

413 "..du sollst der Menge nicht folgen zum Bösen!" - 2. Buch Mose 23,2

414 Im Absoluten ist alles gleich. A=A

415 Alle Abstraktion besteht im bloßen Wegdenken.

416 In der generalisierenden Betrachtung verschwindet das Individuum gerade in seiner Einmaligkeit.

417 Die Flucht ins Allgemeine

418 In der Alltagssprache sind weit mehr theoretische Elemente enthalten, als gewöhnlich angenommen wird; diese abstrakten Elemente gehen weit über das hinaus, was direkt beobachtet wird.

419 Wir verallgemeinern die ständige Wiederkehr eines Ereignisses derselben Art.

420 "Die Sinne sind flüchtig, wie das Wasser im Bach, die Ideen hingegen beharrend." - Platon, ohne weitere Quelle

421 "Ihr Amt ist's zu entnebeln." - J. G. Herder, Sprachphilosophie, Hamburg 1960, Seite 221

422 Nur die Form ist allgemein.

423 Das Abstrakte, Allgemeine, Absolute und Unendliche als logische Variante der Entfremdung.

424 Der insich kreisende Akt der Abstraktion.

425 "Der Staat, der alles im Großen sieht, kümmert sich herzlich wenig um den  Einzelnen solange die Maschine läuft." - Marquise de Sade, Justine oder vom Mißgeschick der Tugend, Ffm/Berlin/Wien 1967, Seite 21

426 Es gibt keine universale Zeit, es gibt nur Eigenzeiten.

427 Je höher die Abstraktion getrieben wird, desto mehr Zwang legt sie dem Denken auf.

428 Begriffe erhalten wir nur durch das Identifizieren des Nichtgleichen und tun dann so, als ob z.B. der Begriff Mensch etwas wirkliches wäre, während er doch nur durch Fallenlassen aller individuellen Züge zustandekommt.

429 Zu ihrem Überleben benötigt jede Gesellschaft Normen, die allgemein anerkannt werden.

430 "Jede Gesellschaft braucht um ihrer Stabilität willen die anerkannte Abweichung. Leute, die seltsam aussehen, oder sich merkwürdig benehmen, gelten solange als subversiv, bis ihre besonderen Merkmale mit einem formellen Namen belegt und ihr beunruhigendes Verhalten in einem Schubfach katalogisiert ist. Durch die Zuweisung eines Namens und einer Rolle werden unheimliche, beängstigende Monster gezähmt und zu berechenbaren Randfiguren gemacht, die dann gehätschelt, gemieden, unterdrückt oder verstoßen werden können." - Henry E. Sigerist, Zivilisation und Krankheit, Chicago Press 1970, Seite 249

431 Die Physik wurde erkenntnistheoretisch und untersuchte unmittelbar das  Wissen während die klassische Physik eine  Wesenheit  (die äußere Welt) untersuchte, oder zu untersuchen bestrebt war, welche das Wissen beschreiben soll.

432 Handlungen, Erfahrungen und soziale Beziehungen lassen sich niemals vollständig rationalisieren, aber gerade in diesem irrationalen Bereich der menschlichen Individualität liegt die Bedeutung.

433 Geheime Analogie zwischen allen Vermögen des Menschen.

434 Das Gesetz als Allgemeines beherrscht das Besondere.

435 "Die echte Liebesintention dringt also bis zu jener Seinsschicht vor in der jeder einzelne Mensch nicht mehr irgendeinen Typus darstellt, sondern nur mehr rein eigenenes einziges Exemplar, unvergleichlich, unvertretbar und ausgestattet mit der ganzen Würde solcher Einzigartigkeit." - Viktor Frankl, Ärztliche Seelsorge - Grundlagen der Logotherapie und Existenzanalyse, München 1980, Seite 143

436 Idealia sunt realia ante rem - das Allgemeine ist vor dem speziellen Ding Wirklichkeit.

437 Der Definitionsprozess ist die Festsetzung genereller Merkmale.

438 Es gibt Theorien unterschiedlicher Allgemeinheitsgrade, aber keine Theorie unter einem Mindestmaß an Abstraktion.

439 "Die Sprache scheint es, ist nur für Durchschittliches, Mittleres, Mitteilsames erfunden. Mit der Sprache vulgarisiert sich bereits der Sprechende." - Friedrich Nietzsche, Götzendämmerung oder wie man mit dem Hammer philosophiert, Ffm 1985, Seite 84

440 Aufgrund der unbestreitbaren Fundamentalität und Allgemeinheit bestimmter menschlicher Bedürfnisse entsprechen allgemeine Arten der Tugend und der Verpflichtung in irgendeiner Form bis zu irgendeinem Grad in fast jedem vorstellbaren Moralsystem Anerkennung finden.

441 Die Kenntnis des bloßen  daß des Zufälligen ist nicht lehrbar.

442 Herrschaft geht immer auf das Ganze aus, auf die Totalität, auf alles.

443 Aufklärung bedeutet die Vermittlung von Erkenntnissen und Einsichten, zu denen jedermann fähig ist und die den einzelnen Menschen von der intellektuellen Vorherrschaft, heute vor allen Dingen pseudowissenschaftlicher Autoritäten befreit.

444 Die weniger allgemeinen Aussagen schließen hauptsächlich Begriffe ein, die sich auf leicht beobachtbare Eigenschaften und Relationen beziehen. Die mehr allgemeinen Aussagen sind solche, die nicht so leicht beobachtbare Eigenschaften und Relationen betreffen.

445 Vom Unbestimmten auf zu Berechnendes

446 Vom Allgemeinen aufs Besondere

447 Jedes Gesetz gründet sich auf Allgemeinheit.

448 Jenes Allgemeine, das wir die Würde des Menschen nennen.

449 Die Dialektik von Kollektiv-Allgemeinem und Individuell-Besonderem in der Gesellschaft wird ignoriert.

450 "Nur das  Allgemeine  am Wirklichen können wir voraussagen." - Heinrich Rickert, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft, Stuttgart 1986, Seite 63

451 Das Geld als allgemeine Kaufkraft ist das Wesen der kaufmännischen Transaktion.

452 Die Gesellschaft darf nur nach dem Gemeininteresse regiert werden.

453 absolute Geltung als Allgemeingültigkeit.

454 "So wie die Sprache typisiert, so entpersönlicht sie auch." - Berger/Luckmann, Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Ffm 1980, Seite 41

455 Die Einfachheit ist ein Kunstgriff, um sich der entmutigenden Fülle und überfordernden Verflochtenheit der Probleme wenigstens zur Ordnung zu entledigen.

456 Die Gesellschaft ist der Träger logischer Allgemeinheit.

457 Das Individuelle ist wichtiger, als das Allgemeine; das Schöpferische wichtiger, als das Gesetzmäßige.

458 "Die Franzosen werden zu Tausenden nach einer Schablone produziert. In allen Städten des Kaiserreichs wird an ein und demselben Tage, zur gleichen Stunde und nach denselben Büchern ein und dasselbe unterrichtet. Bei allen Prüfungen werden ein und dieselben Fragen gestellt, ein und dieselben Rechenexempel aufgegeben; Lehrer, die vom Text abweichen oder das Programm ändern, werden unverzüglich entlasse. Diese seelenlose Gleichförmigkeit der Erziehung hat nur das in eine obligatorische, erbliche Form gebracht, was vorher in den Köpfen geisterte. Das ist das formal-demokratische Niveau, übertragen auf die geistige Entwicklung." - Alexander Herzen, Die gescheiterte Revolution, Ffm 1977, Seite 123

459 Die Alltagswelt ist eine Wirklichkeit erster Ordnung.

460 Raster als aufs Material aufgelegte Schemata

461 Allgemeine Interessen ergeben sich aus der Organisation des Zusammenlebens.

462 Im physikalischen Mikrobegriff wird der Bereich des Alltäglichen und anschaulich Vorstellbaren verlassen und damit werden zahlreiche alltägliche Begriffe nicht mehr anwendbar, darunter auch insbesondere der Begriff der Ursache.

463 Das Zeichen ist allgemein und willkürlich, das Symbol individuell und begründet.

464 Logik verabsolutiert ist Ideologie.

465 Die Welt, das Ganze, die Natur sind Abstraktionen unseres Verstandes.

466 Die Alltagswelt ist räumlich und zeitlich strukturiert.

467 Die Typisierungen des Alltagslebens werden als gesichert und gesellschaftlich bewährt erlebt.

468 Untertanen werden schablonisiert, um ihre Beherrschung zu sichern.

469 Wer quantifiziert, muß immer erst von den qualitativen Differenzen der Elemente absehen.

470 der aufklärerische Wille zur Allgemeingültigkeit des Wissens. (im Gegensatz zur echten Esoterik)

471 Das Leben ist allen Lebewesen gemeinsam.

472 Ungehorsam gegen den Gemeinwillen ist ein ungleich schlimmeres Delikt, als einst der Ungehorsam gegen die staatlichen Herrschaftsformen.

473 "Ist doch der Ort des objektiven Rechts allemal der Staat der unter sich zwar konkurrierenden, doch in ihrem "Gemeinnutz" grundsätzlich einigen herrschenden Klasse. Und für den Schlechtweggekommenen, den Beherrschten, wird ein illusionäres Allgemeininteresse ausgegeben, eine formale Gleichheit der Gesetze im bürgerlichen Staat, ein homogen gemachter Anstrich überall." - Ernst Bloch, Naturrecht und menschliche Würde, Ffm 1985, Seite 245

474 Kategorien sind allgemeine Formen.

475 Wo Verstand ist, da ist Gesetz.

476 Der sittliche Charakter eines Standpunktes ist untrennbar mit seiner Allgemeinheit verbunden.

477 "Wird alles ein äußerliches, verwirrendes Schauspiel bleiben?" - Bertrand Russell, Autobiographie Bd. 2, Ffm 1973, Seite 159

478 Die Zahl zwei ist eigentlich die erste Zahl, alle anderen sind durch Generalisation entstanden.

479 Ding, Gegenstand oder Substanz sind die allgemeinsten aller Namen.

480 Das bloße Gerücht der Insolvenz führt tatsächlich zur Insolvenz der Bank, wenn es erst einmal von genügend Kunden geglaubt wird.

481 Aus Zufallsdingen dürfen keine allgemeinen Schlüsse gezogen werden.

482 Wo Allgemeines als Gleichheit oder Ähnlichkeit vorliegt ist Kontrolle und Objektivität möglich, d.h. Unabhängigkeit des Ausgesagten vom Aussagenden erreichbar.

483 Das Generelle ist das zeiträumlich Unbeschränkte.

484 Die systematisierende Auffassung des "wenn das alle täten".

485 Denken konstituiert Allgemeinheit.

486 Begriffe und Gesetze von abstrakterem Inhalt bedeuten einen immer generelleren Geltungsbereich.

487 Aktivität oder Individualität - Passivität oder Allgemeinheit.

488 "Die  natürliche Weltansicht die Ansicht des  gesunden Menschenverstandes  gegenüber aller philosophischen Grübelei ist vor allem eben kein theoretisches und darum kein systematisches Gebilde von bewußter Allgemeinheit, sondern ein Geschöpf des praktischen Lebens, eine Begriffsbildung, die auf die Zusammenfassung von Einzelnem, Geläufigen eingestellt ist und nur auf eine ungefähre Bezeichnung, die geworden ist und nicht gesucht. Darum sind ihr auch die Grundformen des Wirklichen, in die sie die Welt gliedert: die Dinge und das Ich und das Du, so deutlich und einfach und ohne Fraglichkeit. Sobald man aber diese anscheinend bis zur Selbstverständlichkeit klaren Unterscheidungen des gewöhnlichen Lebens ins Begriffliche heben will, dann zeigen sich sofort schwere Unklarheiten und Widersprüche; dann sieht man, daß sie unfertig und unzulänglich sind, daß sie erst zuende gedacht werden müssen. Mit der Notwendigkeit, sie selbständig auszubauen und umzugestalten, bis sie den Anforderungen theoretischer Begrifflichkeit genügen, kommt man eben zur philosophischen Reflexion und gerät in die Probleme. So, wie sich das naive Bewußtsein die Welt denkt, ist sie unklar und widerspruchsvoll, die Wirklichkeiten, die ihm die Welt aufbauen, sind nicht eindeutig und scharf gefaßt, und auch nicht faßbar. Sobald wir dem auf den Grund zu gehen suchen, was wir gewöhnlich mit Dingen, mit dem Ich, mit Beseeltheit meinen, treffen wir teils auf geradezu falsche, teils auf innerlich zwiespältige Vorstellungen, auf Begriffsbildungen, die eigentlich nach gegensätzlichen Richtungen auseinandergehen und die sich dann eben der präzisierenden theoretischen Fassung als Problem darstellen." - Viktor Kraft, Weltbegriff und Erkenntnisbegriff, Leipzig 1912, Seite 25f

490Das Ding ansich ist durch die Negation aller Bestimmtheit definiert.

490 "In Zeiten der Gleichheit traut einer dem andern nicht, weil alle einander ähnlich sind; aber gerade diese Ähnlichkeit gibt ihnen ein fast unbegrenztes Vertrauen in das Urteil der Allgemeinheit, denn es erscheint nicht wahrscheinlich, daß, da alle die gleiche Einsicht haben, die Wahrheit nicht auf der Seite der größten Zahl zu finden sein soll." - Alexis de Tocqueville in Gustave Le Bon, Psychologie der Massen, Stuttgart 1982, Seite 135

491 die unterscheidungs- und bestimmungslose Allgemeinheit.

492 Überschätzung des Allgemeinen gegenüber dem Besonderen.

493 Die sinnliche Lust steht deshalb obenan, weil sie eine allgemeine ist.


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