Reichtum
Andrew Carnegie - Das Evangelium des Reichtums
p-2siehe auch Eigentum, Kapitalismus, Besitz, Armut, Sicherheit, Wert, Recht

001 "Die Verteilung des Reichtums ist eine rein menschliche Institution. Sie ist von den Gesetzen und Sitten der Gesellschaft abhängig. Die Regeln der Verteilung werden von den Meinungen und Gefühlen des herrschenden Teils der Gesellschaft bestimmt und sind zu verschiedenen Zeiten und in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich sein, wenn es der Menschheit beliebte."

002 "'Den' Reichtum, den kein König und kein Dieb dir rauben kann, und der auch im Tode dich nicht verläßt: 'den' Reichtum verschaffe dir."

003 "Man ist es leid, auf dem Lande zu leben, man fährt in die Hauptstadt; man ist seines Geburtslandes leid, man reist ins Ausland; man ist europamüde, man reist nach Amerika usf., man gibt sich hin einer schwärmerischen Hoffnung auf eine unendliche Reise von Stern zu Stern. Oder die Bewegung ist eine andere und gleichwohl extensiv: Man ist es leid von Porzellan zu essen, man ißt von Silber; man ist des Silbers leid, man ißt von Gold, man brennt das halbe Rom nieder, um den Brand Trojas zu schauen."

004 "Es gibt keinen Reichtum, nur Leben."

005 "Die Reichen tragen schon allein dadurch, daß sie reich sind, eine Schuld."

006 Im Zeitalter der strengen sozialen Abstufung beneideten und bekämpften die unteren Schichten solange nicht, wie der Glaube an die Gottgewolltheit einer Scheidung der Menschen in arm und reich vorherrschte.

007 Die Arbeit ist Grundlage jeden Reichtums, sonst nichts.

008 Reichtum darf nicht zur Herrschaft über Menschen werden.

009 "Privater Reichtum braucht nicht gesetzlich verboten zu werden, vielmehr nur private Investierungen; daraus ergibt sich, daß der private Reichtum, da niemand mehr Zinsen empfangen wird, langsam dahinschwinden muß, bis auf ein vernünftiges Maß an persönlichen Besitz."

010 Reichtum weckt und stachelt den Individualismus an.

011 Nicht der, der 'hat' ist reich, sondern der, der viel gibt.

012 Der Reichtum erstickt die Menschlichkeit.

013 Tugend und Reichtum liegen gleichsam in verschiedenen Waagschalen, von denen die eine in eben dem Maße sinkt, wie die andere steigt.

014 "Der naturgemäße Reichtum ist begrenzt und leicht zu gewinnen, aber der, auf den nichtige Wahnvorstellungen hinzielen, geht ins Unendliche."

015 Die privilegierten Klassen sind heute klug genug, ihren Luxus vornehmlich unter sich zu entfalten.

016 Die Arme und der Reiche: In der Geschlechtsnot treffen sie zusammen.

017 "Für den geistig Ergriffenen und Inspirierten aber wird Entsagung und Weltverzicht und dergleichen zur natürlichen Lebensform, denn er verlangt nicht mehr nach den Spielzeugen der Welt, deren Reichtümer ihm als Armut, deren Vergnügungen ihm als banal und leer erscheinen."

018 Ein Friedhof mit Komfort und Luxus sind die Wohnstuben der angepassten Wohlstandsbürger.

019 Die Anhäufung von Reichtum allein ergibt kein sinnvolles Leben.

020 Freiheit und Wohlstand sind Voraussetzungen des Glücks.

021 Ein Mann mit bescheidenem Vermögen kann sich nur durch eine vorbildliche Moral Ansehen erwerben.

022 Reichtum und Armut sind die zwei größten Übel der Menschheit.

023 Die Bürger, die weniger oder gar keinen Steuerbeitrag zahlten, besaßen keinerlei politische Rechte.

024 Wir müssen uns entscheiden, ob wir reich an Dingen oder reich an inneren Werten sein wollen.

025 "Ah, die Reichen, die Mächtigen, die Richter, sie gehen ins Theater, nachdem sie ein Todesurteil ausgesprochen haben."

026 Der Reichtum ist im Prinzip eine Last.

027 "Hinter jedem Reichen steht ein Teufel, und hinter jedem Armen - zwei."

028 Armut und Reichtum machen die Menschen zu Sklaven.

029 Der Reiche besitzt nicht, sondern wird besessen.

030 Wer Reichtümer ansammeln will, muß unter Umständen auch grausam sein und schlaue Berechnungen anstellen können. Ohne Unredlichkeit geht es dabei nicht ab.

031 Reichtum und Macht müssen in gerechte Grenzen eingeschränkt werden.

032 Der Arme hat weit mehr Aussicht in den Himmel zu kommen, als der Reiche.

033 Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer.

034 Der Konsum ist "Zeuge des Reichtums".

035 In vielen Ländern lebt die Mehrheit der Bevölkerung in Armut während eine Minderheit im Reichtum schwelgt.

036 Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich zum Mißbrauch.

037 Der Wunsch nach Reichtum ist der Wunsch mehr zu haben, als man braucht.

038 "Man hat gesehen, wie der Reiche sich des Staates bemächtigte und als Herr die tyrannischen Gesetze dem Armen diktierte, dem durch Not Gewalt angetan, der durch die Unwissenheit erniedrigt und durch die Religion getäuscht wurde."

039 "Möge der grauenhafte Krieg der Reichen gegen die Armen doch endlich seinen unwürdigen Charakter verlieren, den Charakter der Frechheit und absoluten Willkür auf der einen Seite, der äußersten Feigheit auf der anderen!"

040 Der Wunsch reich zu sein ist in den meisten Fällen auf ein psychotisches Verlangen nach Sicherheit zurückzuführen.

041 "Jeder hat Anspruch auf soviel Reichtum eines anderen, daß er vor äußerster Not bewahrt bleibt, wenn er keine andere Möglichkeit hat."

042 Reichtum und Macht sind hierarchische Werte.

043 Die Frustration ist der Preis für den materiellen Wohlstand.

044 Es sind nicht die Reichen, die die Armut der Armen schaffen, sondern die Armen, die den Reichtum der Reichen schaffen.

045 Der wachsende Reichtum der westlichen Industriegesellschaften hat keineswegs die Ungleichheit beseitigt.

046 Die Glücksgüter werden wesentlich ökonomisch betrachtet. Reichtum gilt als lustfördernd.

047 Die Unterschiede der Intelligenz rechtfertigen keinesfalls die Ungleichheit des Reichtums und der Macht.

048 Eigentum ist die Sicherung des privaten Anrechts auf Reichtum.

049 "Das Gerichtswesen ist erst rentabel, wenn das Ausmaß des erlittenen Schadens die Prozesskosten rechtfertigt: also meist nur für die Reichen."

050 "Rockefeller will die ganze Welt und ist doch noch nicht zufrieden, wenn er nicht auch noch einen Zaun drumrum hat".

051 Der dritte Weltkrieg findet zwischen arm und reich statt.

052 Ohne eine radikale Umverteilung des Reichtums ist der Machtmißbrauch nur schwer zu verhindern.

053 Das Recht auf Eigentum muß seine Grenzen dort finden, wo ein offenkundiges Mißverhältnis zwischen aufgewendeter Arbeit und erworbenem Reichtum besteht.

054 Luxus schafft Einkommen und Arbeit.

055 Reichtum ist der Lohn des Sparens. Auch Warten schafft Werte.

056 Reichtum verdankt sich immer dem eigenen Durchsetzungsvermögen.

057 Reichtum bedeutet politische Macht im Sinne einer Herrschaft über den Menschen.

058 Die Macht des Kapitalisten leitet sich aus seinem finanziellen Reichtum ab.

059 Ohne den Schutz des Eigentums durch Gesetze würde der Reiche bald seinen Reichtum verlieren. Die ökonomische Gewalt hängt deshalb sehr von der politischen ab.

060 "Reichtum ist ehrenhaft, denn er bedeutet Macht."

061 Reichtum und Wissen sind Ausdrucksformen von Macht.

062 Reichtum ergibt sich aus der unrechtmäßigen Aneignung des Mehrwerts.

063 "Wir haben hier für Vermögen keinen Bedarf; und solange sie mir nicht zeigen können, wie man ein Vermögen erwirbt, ohne dabei andere arm zu machen, ist das ein Ziel, auf das wir gerne verzichten."

064 Für Herbert Spencer war der Reichtum das unvermeidliche Resultat natürlicher Stärke und geistiger Fähigkeiten.

065 Der Reichtum des Kapitalisten ist geronnene Arbeit.

066 Wer lernt, sammelt sich geistige Reichtümer.

067 Der Reichtum als solcher ist Quelle von Genuß- und Machtgier.

068 Der Reichtum treibt nur allzuoft die Religion aus den Menschen.

069 Der Reichtumsgewinn ist ein Nebenprodukt, aber nicht Hauptzweck der Arbeit.

070 Der heutige Reichtum ist größtenteils sinnlos.

071 Luxus ist der Gebrauch, den man vom Reichtum macht.

072 Das Interesse des Volkes ist das Allgemeininteresse, das der Reichen ein Individualinteresse.

073 "Der Luxus ist ein unersättlicher Treiber.''

074 Der geistige Reichtum eines Individuums hängt ab vom Reichtum seiner Beziehungen zur Welt.

075 Luxus ist jeder Aufwand, der über das Notwendige hinausgeht.

076 Luxus kann qualitativ oder quantitativ ausgerichtet sein.

077 Der Staat ist die Stütze der Reichen gegen die Armen, bisweilen aber auch eine Stütze der Armen gegen die Reichen.

078 "Der Luxus ähnelt dem Feuer, das erwärmt und verbrennt. Wenn er die reichen Häuser verschlingt, unterhält er unser Gewerbe. Wenn er das Vermögen eines Prassers aufsaugt, ernährt er unsere Arbeiter. Wenn er die Reichtümer der Wenigen verringert, vervielfacht er die Einkommen der Massen. Wenn man unsere Lyoneser Stoffe, unsere Goldwaren, unsere Teppiche, Spitzen, Spiegel, Kleinodien, Equipagen, unsere eleganten Möbel, unseren Tischluxus verachten würde, sehe ich gleich Millionen von Händen untätig sinken, und gleichzeitig höre ich Stimmen, die nach Brot verlangen."

079 "Im Grunde genommen sind alle Reichtümer, alle Waren der Welt nichts anderes, als menschliche Arbeit, mehr oder weniger kondensierter menschlicher Schweiß."

080 Auch Wörter stellen einen Reichtum dar. Nicht umsonst sprechen wir vom Wortschatz.

081 "Die Reize sind nicht mehr befriedigt, sondern abgestumpft und anstelle einer pikanten Abwechslung treten bizarre Aufwendungen. Die reichen Leute sind bald an dem Punkt angelangt, nichts mehr zu fühlen."

082 In einer Ordnung, die keine andere Basis, als einen niederen brutalen Materialismus hat, besteht der Staat ausschließlich zum Zweck der Ausbeutung des Armen durch den Reichen.

083 Das Streben des Menschen nach Wohlstand und sozialem Rang ist immer mit Bevorzugung und negativen Folgen für die soziale Umgebung verbunden.

084 Macht und Reichtum sind etwas ganz abstraktes.

085 Reichtum ist in den meisten Fällen nicht das Produkt persönlicher Arbeit, sondern der Arbeit anderer.

086 Der Überfluß weniger setzt die Armut bei vielen voraus.

087 Wie durch Macht werden die Menschen auch durch Reichtum verdorben.

088 Wie soll ein Mensch, der neben einem Freßsack verhungert, diesen Widerspruch hinnehmen, wenn ihn nicht eine Autorität dazu anhält: Gott will es so. Es muß Arme und Reiche geben, aber dereinst in der Ewigkeit wird es einmal anders sein.

089 Ungleichheit aufgrund des Vermögens.

090 "Nicht Reichtum ist wünschbar, sondern Tugend."

091 Poros = der Reichtum; Penia = die Armut;

092 Sicherheit ist wichtiger als Reichtum.

093 "Was soll man dazu sagen, daß die Reichen von dem täglichen Lohn der Armen alle Tage noch etwas abzwacken, nicht nur durch privaten Betrug, sondern sogar aufgrund öffentlicher Gesetze."

094 Die englische Bourgeoisie brauchte eine Philosophie, die als "Wissenschaft vom Reichwerden" fungieren konnte. Nationalökonomie und Utilitarismus erfüllten diesen Zweck.

095 In Zeiten des Luxus und Wohlstands wird das Seltene dem Gewöhnlichen vorgezogen.

096 Der Weg zum Frieden liegt nicht auf dem Weg zum Reichtum.

097 Nicht der Reichtum steht der Befreiung im Wege, sondern die Bindung an ihn, nicht die Freude an den angenehmen Dingen, sondern das Verlangen nach ihnen.

098Nur unter dem Schutz der staatlichen Behörden kann der Vermögende ruhig schlafen.

099 Die Diener der Kirche sitzen an der Tafel der Reichen und predigen den Armen Unterwürfigkeit.

100 Die gegenwärtigen Vorstellungen von der Anhäufung materieller Güter muß überwunden werden zugunsten eines umfassenderen Begriffs vom menschlichen Reichtum.

101 "Das Verhältnis zwischen Armen und Reichen ist das einzige revolutionäre Element in der Welt."

102 Laster und Luxus entstehen als Folge des Bedürfnisses nach immer stärkeren und häufigeren Reizen.

103 Die Menschenwürde kann niemals eine Sache des materiellen Wohlstandes sein. Der Anspruch auf Würde ist ein moralischer.

104 Die Wirtschaftswissenschaften behaupten den menschlichen Reichtum in materieller Bereicherung unter Vernachlässigung der zwischenmenschlichen Beziehungen.

105 "Das ist die majestetische Gleichheit vor dem Gesetz, daß es den Reichen wie den Armen gleichmäßig verbietet, Holz zu stehlen."

106 Die materiell und kulturell gehobene Lebensweise einer verschwindend kleinen Oberschicht wird erkauft durch das menschenunwürdige Elend der Masse der Bevölkerung.

107 Die Besitzverhältnisse müssen geändert werden, wenn überhaupt ein Interesse an höherer Menschlichkeit besteht.

108 "Die Gesellschaft kann nicht ohne Ungleichheit des Besitzes bestehen, die Ungleichheit nicht ohne Religion. Wenn ein Mensch vor Hunger stirbt neben einem, der übersatt ist, könnte er sich unmöglich damit abfinden, gäbe es nicht eine Macht, die ihm sagt: Das ist Gottes Wille; hier auf Erden muß es Reiche und Arme geben, dort, in der Ewigkeit wird es anders sein."

109 Faktisch wirkt sich der auf der Abstraktion gesellschaftlich gleicher Individuen aufgebaute Liberalismus zum Vorteil der Reichen aus.

110 Solange auf der einen Seite Luxus besteht, muß notwendigerweise auf der anderen übermäßige Arbeit und schlechtes Leben bestehen.

111 Kein Mensch kann sich bereichern, ohne daß ein anderer verarmt.

112 Keine Moral der Welt kann den Müßiggänger auf eine höhere Stufe stellen als den Arbeiter.

113 "Die silbernen Gefäße und das Purpurkleid / sind fürs Theater gut, fürs Leben nicht."

114 "Der Reichtum der einen ist der Armut der anderen begründet, und die Notlage der großen Menge muß um jeden Preis aufrecht erhalten bleiben, damit genügend Arme bleiben, die willig sind, sich für einen Teil dessen zu verkaufen, was sie hervorzubringen sie imstande sind."

115 "Wenn Millionen von Wesen Hunger leiden und im Elend schmachten, ist das nicht deshalb der Fall, weil die Erde nicht genügend Produkte hervorbringt, sondern weil diese Produkte in den niederträchtigsten und sinnlosesten Weise verschleudert werden."

116 "Jeder Besitz an überflüssigen Dingen ist ein Verbrechen, solange es noch einen Armen gibt, und ein Raub, solange es noch einen Eigentumslosen gibt."

117 Mit Macht, Reichtum, Wissen und Sex versucht der Teufel den Menschen zu verführen.

118 "Derjenige ist reich, der weiß, daß er genug hat."

119 Macht folgte immer dem Reichtum.

120 "Wir vielmehr sollen alle Dinge (nur so) haben, als ob sie uns geliehen seien und nicht gegeben, ohne jeden Eigenbesitz, es sei Leib oder Seele, Sinn, Kräfte, äußeres Gut oder Ehre, Freunde, Verwandte, Haus, Hof und alle Dinge."

121Die Vermögensverteilung ist eine politische Angelegenheit. Eigentum ist eine politische Angelegenheit. Eigentum ist nur durch die Bereitschaft der Gesellschaft gesichert, Polizei und andere Mittel zum Schutz der Eigentümer und deren Besitz einzusetzen.

122 "Ist gerecht die Arbeit dein, baut sie dir kein Haus aus Stein."

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.