Wahl
p-2siehe auch Politik, Demokratie, Staat, Mehrheit, Regierung, Freiheit


001 "Das fundamentale Recht, in welchem der Wille des Staates sich ursprünglich vollzieht, ist das Wahlrecht. Es ist jenes Recht, welches den Staat konstituiert, sofern nämlich der Staat seiner  Idee  gemäß als die Ordnung eines Rechts verstanden wird, die auf dem freien Willen derer basiert, die er, indem sie ihm unterworfen sind, in dieser ihrer Freiheit sichert und schützt. Ist nun aber, wie in Preußen, die Ausführung des politischen Fundamentalrechts der Wahl fehlerhaft, d. h. ist die Gleichheit des Rechts als Gleichheit des Anteils an der Konstituierung der Gesetze, denen alle in gleicher Weise zu gehorchen haben, nicht gewahrt, so ist die Konstitution des Staates selber verfehlt. Der Staat kann dann Machtstaat sein; als Rechtsstaat ist er nicht zustande gekommen." - Hermann Lübbe, Neukantianischer Sozialismus in Hans-Ludwig Ollig, Materialien zur Neukantianismus-Diskussion, Darmstadt 1987, Seite 242

002 Alle Herrschaft ist ein Übel und sie wird auch dann nicht besser, wenn es eine Mehrheitsherrschaft ist.

003 Wo im Recht die Zustimmung aufhört, da verkehrt sich Recht in Unrecht und rechtlicher Zwang in Gewalt.

004 Eine politische Wahl ist notwendig, denn Dummheit ist immer noch besser, als Totalitarismus.

005 Erst gab es Parlamente, dann das allgemeine Stimmrecht.

006 Jeder Bürger hat das Recht, kein anderes Gesetz zu befolgen, als das, zudem er selbst zugestimmt hat. Daß Gesetze zustimmungsbedürftig sind ist die formale Voraussetzung jeder politischen Freiheit.

007 Das Volk besitzt seine Macht nur am Wahltag.

008 Wahlen bieten nur die Möglichkeit zwischen verschiedenen Herrschaftsausübern zu wählen und nicht die Möglichkeit sich der Beherrschung durch andere zu entziehen. Sie bieten also keine echte, sondern eine falsche Alternative.

009 Ohne echte Alternative gibt es auch keine Wahl.

010 Mit dem allgemeinen Stimmrecht wurde der politische Kampf auf den Wahlkampf beschränkt.

011 "Wenn die Regierung der Bevölkerung kein Vertrauen schenkt, warum löst sie diese Bevölkerung nicht einfach auf, und wählt ein neues Volk?"

012 Emanzipation durch den Wahlzettel ist eine Illusion.

013 Zum Regieren gehört die Zustimmung der Mehrheit, nicht ihre Mitwirkung.

014 Gewohnheit und Beispiel sind es, die größtenteils unser Urteil bestimmen und nicht sichere Einsicht, deshalb ist Stimmenmehrheit kein Beweis für eine kluge Wahl.

015 Die beste Art frei zu sein ist die, nicht vertreten zu sein.

016 Die fragwürdige Verpflichtung der Minderheit sich der Wahl der Mehrheit zu unterwerfen.

017 "Die Schuld trifft den, der wählt; der Himmel ist schuldlos."

018 Wahl ist logisch unmöglich. Wahl ist Willensübertragung, der Wille ist jedoch nicht übertragbar ohne Willensentäußerung.

019 "Wenn sie sich des Bösen entledigen, entledigen sie sich der Möglichkeit der Wahl. Sie müssen Dinge oder Werte haben, zwischen denen sie wählen können, und das bedeutet Gut 'und' Böse. Wenn sie nicht wählen, sind Sie nicht mehr menschlich."

020 Die Unentscheidbarkeit des Absurden und Paradoxen.

021 Wer etwas tut, weil es Sitte ist, wählt nicht.

022 In der Natur gibt es in gewissen Sinn keine Tatsachen, sondern nur eine unendliche Auswahl von potentiellen Tatsachen, die durch Wahl und Urteil zu Tatsachen werden.

023 Jeder sollte soviele Stimmen haben, wie er Interessen hat, aber nur eine Stimme für jedes Interesse.

024 Eigentum macht das freie und gleiche Wahlrecht zur Fata Morgana.

025 "Stimmenmehrheit ist kein Beweis angesichts von schwer zu entdeckender Wahrheiten, denn es ist weit wahrscheinlicher, daß ein Mensch allein sie findet, als ein ganzes Volk."

026 Je weiter ein Mensch von physischer Not entfernt ist, desto aufgeschlossener ist er gegenüber Überzeugungskünsten.

027 "Die Zeitschrift 'Ethische Kultur' hatte Cohen angefragt, ob denn Menschen, die nicht intellektuell und moralisch gleichwertig sind, überhaupt gleichwertig an der Gesetzgebung zusammenwirken können. Ob nicht dadurch die Klügeren und Besseren durch die Masse der Minderwertigen unterdrückt würden? Das ist, in Form von Fragen, die bis auf Platon zurückreichende klassische Argumentation, welche die Eigenschaften des Staatsbürgers mit schulisch-beruflichen Qualitäten verwechselt und sie konsequenterweise wie diese unter eine mit politischen Wirkungen ausgestattete pädagogische Zensur stellen möchte. Cohen wies diese Gedanken zurück, indem er zugleich ihre Eignung aufdeckte, als Vorwand für die Verteidigung faktischer politischer Privilegien zu dienen. Differenzen politischer Moralität und Intellektualität seien kein sehr geeigneter Gegenstand für eine Staatsprüfung. Es sei nicht gerechtfertigt, im Hinblick auf Wahlrechte von  minderwertigen  Bürgern zu reden. Ablehnendes oder zustimmendes Urteil über politisches Handeln ist nicht nur eine Sache von Fachleuten; es steht ebenso denjenigen zu, die von den Resultaten solchen Handelns betroffen sind, also den Bürgern in ihrer Gesamtheit. Wer soll denn über die staatsbürgerliche Reife entscheiden? Etwa ein Zensus? Niemand habe ein Recht, bemerkt Cohen in einer bei ihm seltenen Anwandlung von Ironie, den gegenwärtig herrschenden Klassen eine geringere moralische Qualität zu unterstellen, obwohl die Klassen eine geringere moralische Qualität zu unterstellen, obwohl diese Klassen doch eine allzu leicht korrumpierende, ausgiebigere politische Veranlassung zum Unrecht besäßen. Rechte und Pflichten sind egalitär zu verteilen. Die angeblich  Minderwertigen  würden doch der allgemeinen Wehrpflicht für  würdig  befunden; ein ebenso allgemeines Wahlrecht genössen sie nicht: Der Staat des Vaterlandes darf einen Unterschied machen zwischen der gleichen Wehrpflicht und dem gleichen Wahlrecht. Gewiß fordere ein solches Wahlrecht politische Mündigkeit von den Berechtigten. Es gebe jedoch kein besseres Mittel der Bildung des Volkes zu dieser Mündigkeit als eben die Praktizierung des demokratischen Wahlrechts selbst. Es sei ein grundsätzlicher Irrtum, daß der Mensch reif und selbständig werden könnte und auf anderem Wege als durch seine selbständige Mitwirkung am Staate und in erster Linie an der Mitbegründung des Staatswillens." - Hermann Lübbe, Neukantianischer Sozialismus in Hans-Ludwig Ollig, Materialien zur Neukantianismus-Diskussion, Darmstadt 1987, Seite 242f

028 Die Wahl zwischen zwei Alternativen ist am einfachsten.

029 Eine Regierung agiert nicht zum Wohle des Staates, schon gar nicht zum Wohle des Volkes, sondern zum Vorteil der Wiederwahl.

030 Die Zahl entscheidet über Sieg und Niederlage.

031 Gehorsam enthebt den Menschen nicht der Wahl zwischen Gut und Böse.

032 Die Wahl markiert den Ausgang aus dem Konflikt.

033 Wir haben immer nur die Wahl zwischen zwei Übeln.

034 "Aus der Vielfalt an Dingen, von deren Existenz wir wissen, müssen wir eine Auswahl treffen, und was wir auswählen, und Bewußtsein nennen, ist nie dasselbe, wie die Dinge selbst, denn durch das Auswählen werden sie verändert. Wir nehmen eine Handvoll Sand aus der endlos weiten Landschaft, die uns umgibt, und nennen diese Handvoll Sand 'Welt'."

035 Was wir wahrnehmen und welche Auswahl wir an den Beobachtungsdaten treffen, ist willkürlich und Ausgangspunkt der Subjektivität des Menschen.

036 Mit dem allgemeinen Stimmrecht wurde der politische Kampf auf den Wahlkampf beschränkt.

037 Schuld gründet sich im Wahlakt.

038 Aufgabe der Ethik ist es, Prinzipien zu formulieren, die in Fällen von Interessenkonflikten zur Bestimmung des vorrangigen Interesses dienen können.

039 In der Welt des Bewußtseins gibt es Vorgänge, die das Ergebnis von freien Wahlakten und Entscheidungen sein müssen, damit der Begriff des verantwortungsvollen Handelns nicht zerstört wird.

040 Der Stimmzettel hat die Flinte ersetzt.

041 "Eine ganze Reihe von äußerst wichtigen Verpflichtungen und Relationen sind unabhängig von einer Übereinstimmung zweier gleichwertiger Willenskundgebungen entstanden. Was man noch  Vertrag  nennt, wie die  Schalter-Verträge,  Abkommen mit dem Gas- und Elektrizitätswerk, Beförderungsabkommen, Arbeitsverträge, öffentliche Lasten, kollektive Arbeitskonventionen, sind nur einseitige Zustimmungen zu vorher festgelegten Rechtsordnungen ohne eigentliche Willenskundgebung des  Vertragschließenden;  dieser nimmt nur noch ein Statut an, das ihm auferlegt wird und das er nicht mehr ändern kann. Er beugt sich nur noch, da er seine Integration einer bereits konstituierten Gruppe verdankt." - Georges Gurvitch, Grundzüge der Soziologie des Rechts, Darmstadt und Neuwied 1974, Seite 101

042 Freiheit besteht in der Möglichkeit zur Wahl.

043 Stimmen werden gezählt, anstatt sie zu wägen.

044 Die Zeiten, in denen Wahlen über bestimmte Probleme entschieden haben, sind vorbei, wenn es überhaupt jemals solche Zeiten gegeben hat.

045 "Wann immer in menschlichen Angelegenheiten ein Übereinkommen oder eine Zustimmung erreicht wird, wird dieses Übereinkommen durch sprachliche Prozesse erreicht, oder es wird nicht erreicht."

046 Wer liebt, wählt aus.

047 Aus Charakterschwäche entscheiden sich Menschen sowohl bei der Wahl zwischen zwei senen Freuden für das nähere Gut, obgleich sie wissen, daß es weniger Wert hat. Sie geben sich zum Schaden ihrer Gesundheit sinnlichen Genüssen hin, obgleich sie wissen, daß die Gesundheit das höhere Gut ist.

048 "Das Verflachende des 'Alltags' in diesem eigentlichsten Sinn des Wortes besteht ja gerade darin: daß der in ihm dahinlebende Mensch sich dieser teils psychologisch, teils pragmatisch bedingten Vermengung todfeindlicher Werte nicht bewußt wird und vor allem: auch gar nicht bewußt werden 'will', daß er sich vielmehr der Wahl zwischen 'Gott' und 'Teufel' und der eigenen letzten Entscheidung darüber: welcher der kollidierenden Werte von dem Einen und welcher von dem Anderen regiert werde, entzieht. Die aller menschlichen Bequemlichkeit unwillkommene, aber unvermeidliche Frucht vom Baum der Erkenntnis ist gar keine andere als eben die: um jene Gegensätze wissen und also sehen zu müssen, daß jede einzelne wichtige Handlung und daß vollends das Leben als Ganzes, wenn es nicht wie ein Naturereignis dahingleiten, sondern bewußt geführt werden soll, eine Kette letzter Entscheidungen bedeutet, durch welche die Seele ihr eigenes Schicksal: den Sinn ihres Tuns und Seins heißt das - 'wählt'."

049 "Wählen ist überhaupt etwas Überflüssiges oder reduziert sich auf ein geringes Spiel der Meinungen."

050 Wählen heißt bevorzugen.

051 Werte und Wertung sind Sache der Wahl.

052 Das Majoritätsprinzip ist "elektiver Despotismus", wie es Thomas Jefferson einmal formulierte.

053 die Wahlfähigkeit oder der Wille

054 Vorziehen ist besser als wählen, das Wählen grenzt eher an das Begehren.

055 Im England des 17. Jahrhunderts waren Almosenempfänger, Bedienstete und Lohnempfänger vom Wahlrecht ausgeschlossen. Das Stimmrecht war auf Eigentümer von Grundbesitz und freie Mitglieder von Zünften beschränkt.

056 Das Wahlrecht war auf Eigentum gegründet.

057 Das Wahlrecht ist das Recht, das den Staat konstituiert.

058 Aufmerksamkeit ist im wesentlichen ein Unterscheidungsvorgang, ein Akt des Aussonderns.

059 stillschweigende oder ausdrückliche Zustimmung

060 Die Verbraucher setzen ihre Geldscheine an den Kassen der Geschäfte wie Stimmzettel an der Wahlurne ein.

061 Die Manipulationstechniken derjenigen, die die Macht haben, lassen eine freie Willensbildung in den Wahlen gar nicht zu.

062 Die Demokratie funktioniert, solange der Wahlritus funktioniert.

063 "Wirtschaften" muß als zweckbewußtes Wahlhandeln aufgefaßt werden.

064 Wahl ist die Vereinheitlichung von Gegensätzen.

065 Wahlen und Abstimmungen sind Quellen der Legitimität.

066 Zwischen letztbegründeter Meinung und Gegenmeinung ist keine vernünftige Entscheidung möglich, da diese widerstreitenden Urteile einander logisch gleichwertig sind.

067 Der Mensch, der sich nicht entscheidet, verwirklicht sich auch nicht.

068 Entscheidung ist nur möglich, wenn es Freiheit gibt.

069 "Die Demokratie ist nichts anderes, als die Tyrannei der Majoritäten, sie ist die abscheulichste Tyrannei von allen, denn sie beruth nur auf der Zahl und hat als Maske den Namen des Volkes."

070 Die Demokratie existiert nur im Augenblick der Wahl. Sobald dieser Augenblick vorüber ist, zieht die Demokratie sich wieder in sich selbst zurück und beginnt ihre antidemokratische Arbeit und wird Autorität.

071 Frei oder nicht frei zu sein ist für den Menschen die entscheidende Wahl.

072 Tatsachen erhalten ihren Sinn durch Entscheidungen.

073 Der Skeptizismus ist ohne Freiheit, denn seine Wurzel ist die Entscheidungslosigkeit.

074 Das wahre Problem, das es zu lösen gilt ist nicht das politische, sondern das Wirtschaftliche.

075 Wer nicht wählt, wählt die stärkere Partei.

076 Das Wahlrecht ist ein Verfahren, bei dem die Wahrheit auf Zahlen gegründet ist.

077 Das Grundverhältnis des Selbstseins ist sich entschließen.

078 Das Auswählen von Mitteln zur Verfolgung von Zwecken.

079 Wo es um Gerechtigkeit geht, gerät das Prinzip der Gleichheit mit dem der Freiheit in Konflikt, sodaß man zwischen beiden Prinzipien eine Wahl und eine Entscheidung treffen muß.

080 Man muß die Menschen durch die Manipulationen ihrer Instinkte und Gemütsbewegungen beherrschen, statt durch Änderung ihres Gedankengangs.

081 Stimmenmaximierung zur Erringung von Wahlsiegen mit dem Parlament als exklusiver Arena für politische Aktionen.

082 "Politische Entscheidungsbefugnis wird vermittels eines Konkurrenzkampfes um die Stimmen des Volkes erworben.

083 Normen und Ziele sind keine Gegenstände der Erkenntnis, sondern der Wahl.

084 Die Probleme eine Auswahl treffen zu müssen sind unausweichlich.

085 Wähler: Mehrheit - Gewählte: Minderheit

086 "Alle Beziehungen des Logikkalküls lassen sich ableiten aus der Beziehung "und" und deren Negation. Die Verknüpfung "und" kommt nur durch uns selbst zustande. Denn es liegt in unserer Wahl, welche Elemente wir durch "und" verbinden wollen. Diese Beziehung liegt also nicht in der Wirklichkeit. Daß die Negation nicht in der Wirklichkeit liegt, ist offenbar. Denn sie verneint ja gerade die Wirklichkeit. Daraus folgt, daß keine der logischen Beziehungen der Wirklichkeit angehört."

087 Volksherrschaft ist "Wahlmache" und ihre Voraussetzungen liegen in der Beeinflußbarkeit der Masse.

088 Stimmen einer hauptsächlich passiven politischen Wählerschaft

089 "Die Organisation ist die Mutter der Herrschaft der Gewählten über die Wählenden."

090 Auf lokaler Ebene wird noch gewußt, wen man wählen kann und wen nicht.

091 Die Wahl ist Ausdruck des demokratischen Prozesses.

092 Von der Lust aus beginnen wir mit dem Wählen und dem Meiden.

093 Dem Zwang zur Wahl unter den Möglichkeiten entgeht der Mensch in keinem Augenblick seines Lebens.

094 "Das allgemeine Wahlrecht bedeutet für Nietzsche die Herrschaft der Mittelmäßigen."

095 Freiheit ist die Entscheidung für etwas.

096 Weltorientierung heißt nichts anderes, als Klärung von Handlungsalternativen.

097 Dissonanz ist die unvermeidbare Konsequenz jeder Entscheidung.

098 "Auch wenn die Herrschaft der Majorität ungerecht und tyrannisch ist, ist die Herrschaft der Minorität noch viel ungerechter und gefährlicher."

099 der Wahlstimmenmarkt

100 Zwischen letzten Weltanschauungen muß schließlich gewählt werden.

101 "Sowie die Sache in die Reflexion tritt, wird sie als Sache der Wahl bestimmt."

102 "Siegessicher proklamierten sie das allgemeine Wahlrecht als Grundlage der neuen Staatsordnung. Diese arithmetische Flagge war ihnen sympathisch, die Wahrheit ließ sich durch Addition und Subtraktion ermitteln, man konnte sie auf dem Rechenbrett ausrechnen und mit Stecknadeln abstecken."

103 Auf die Vermögenskreise beschränktes Zensuswahlrecht: Für das aktive Wahlrecht muß man 1000 Francs, für das passive 300 Francs bezahlen.

104 "Der Staatsapparat war genügend gefestigt - und das Volk hinreichend gebändigt -, so daß diese Regierung nun nach Gutdünken über ihr Stimmvieh verfügen konnte."

105 Die politischen Parteien beeinflußen die Menschen, um sich die Unterstützung einer Wählerschaft zu sichern.

106 Schweigen als Einwilligung oder als Mißbilligung.

107 Bejahen ist nichts anderes, als Wollen.

108 Das Wertvollste, was ein Mensch besitzt, ist die eigene Persönlichkeit.

109 Gewöhnung verringert die Bürde der Entscheidung.

110 Wer wählt ist auch verantwortlich.

111 Macht und Herrschaft können nur mit Zustimmung der Beherrschten ausgeübt werden.

112 In der Regel hat der Mensch die Wahl zwischen mehreren Werten.

113 49% der Amerikaner beteiligen sich nicht an den Präsidentschaftswahlen.

114 Es besteht kein wirklicher Grund zu glauben, daß die größere Zahl immer auf Seiten der Wahrheit und Gerechtigkeit oder etwa des Allgemeinwohls steht.

115 Bis zum letzten Atemzug hat man die Freiheit sich zu seinem Schicksal so oder so einzustellen. Und es gibt immer ein so oder so.

116 Wenn die Wahrheit mit Freiheit oder Glauben in Konflikt gerät, haben wir die Wahl.

117 Welch ein schrecklicher Umsturz der Öffentlichen Ordnung! Jetzt verlangt sogar der einfache Bauer das Wahlrecht. Das ist doch nicht zu glauben! Wirklich ein starkes Stück.

118 Das allgemeine Wahlrecht beruth auf dem Recht der Mehrheit, ihren Willen der Minorität aufzuzwingen.

119 Wer hat die Wahl, wenn das nackte Überleben das Kriterium geworden ist.

120 Handeln heißt bejahen und eine Wahl treffen.

121 Verschiedene Willen bringen das Herz in Zwiespalt und streiten solange, bis eine Wahl getroffen wird.

122 "Der Politiker, der einstmals lernen mußte, wie man Königen schmeichelt, muß jetzt lernen, wie man die Phantasie der Wähler bezaubert, unterhält, bestrickt, beschwindelt, erschreckt oder sonst irgendwie verblüfft."

123 Ethische Probleme sind nur durch Entscheidung zu lösen.

124 Die Theorie von der fundamentalen Irrationalität aller Entscheidungen führt zu einer Gleichsetzung von Entscheidung und Willkür.

125 Entscheidungen werden gern als Erkenntnisse camoufliert.

126 Wir können mit unseren Entscheidungen nicht warten, bis wir allwissend geworden sind, sondern müssen oft sofortige Entscheidungen treffen, bei denen uns keine langwierige Überlegung hilft.

127 Die Entzweiung gibt uns die Freiheit der Wahl.

128 Der Alltag ist uns unausweichlich gegeben, ihn können wir nicht wählen wie Automarken oder Süßigkeiten.

129 "Wenn ich der Regel folge, wähle ich nicht."

130 Reduktion der politischen Existenz des Bürgers auf den Wahlvorgang.

131 "Glaubensentscheidungen sind existentielle und nicht theoretische Entscheidungen."

132 In der Alltagspraxis sind wir kontinuierlich genötigt mit 'Ja' oder 'Nein' Stellung zu nehmen.

133 "Beobachtung ist Auswahl."

134 "Das allgemeine Stimmrecht darf nicht nur der Ausdruck eines Majoritäten-Willens sein: das ganze Land muß es wollen. Deshalb genügt schon der Widerspruch einer sehr kleinen Minorität, dasselbe als untunlich wieder beiseite zu stellen: und die 'Nichtbeteiligung' an einer Abstimmung ist eben ein solcher Widerspruch, der das ganze Stimmsystem zum Falle bringt."

135 Es ist unmöglich, bis ins Einzelnste vorzudringen, weil es im Grunde keine Grenze der Spezialisierung gibt. Damit ist die Unerläßlichkeit der Auslese gegeben.

136 Die sogenannten Wähler werden systematisch irregeführt und angelogen, durch die Massenmedien und in den Schulen indoktriniert.

137 Eine freie Wahl fordert genügend Wissen und Verständnis in die Sachverhalte, um eine aufgeklärte und einsichtige Entscheidung treffen zu können, fordert die Abwesenheit von Druck, Betrug, Täuschung, Nötigung oder andere Formen des Zwangs.

138 Der Begriff der Wahl schließt eine zwingende Kausalität aus. Das Problem der rechten Wahl ist kein Problem der Naturforschung, sondern betrifft eine Sollensforderung.

139 Die Stimmenmaximierung ist in Demokratien das Hauptziel der politischen Aktion.

140 "Das fundamentale Recht, in welchem der Wille des Staates sich ursprünglich vollzieht, sei das Wahlrecht. Er sei jenes Recht, welches den Staat konstituiert, sofern nämlich der Staat seiner 'Idee' gemäß als die Ordnung eines Rechts verstanden wird, die auf dem freien Willen derer basiert, die er, indem sie ihm unterworfen sind, in dieser ihrer Freiheit sichert und schützt. Ist nun aber die 'Ausführung' des politischen Fundamentalrechts der Wahl 'fehlerhaft', d.h. ist die Gleichheit des Anteils an der Konstituierung der Gesetze, denen alle in gleicher Weise zu gehorchen haben, nicht gewahrt, so ist die Konstitution des Staates selber 'verfehlt. Der Staat kann dann Machtstaat sein; als Rechtsstaat ist er nicht zustandegekommen."

141 "Wollen aber kann man nur Einzelnes, das Ganze kann man nicht wollen."

142 endlich und zeitlich und damit wählend

143 Die Autorität erlaubt nicht die Wahl.

144Das wahlfähige Publikum ist der politische Konsument.

145Übereinkunft und Einwilligung alle seine Macht den Vertretern der Mehrheit zu überantworten - dadurch wird die bürgerliche Gesellschaft gegründet.

146Die politische Macht ist der Sammelpunkt aller von den Individuen abgegebenen Rechte.

147Es bleibt nur die Wahl zwischen Verständigungspolitik und der Politik der gegenseitigen Behinderung.

148 "Bei jeder Untersuchung und Erweiterung des Wissens sind wir in eine Handlung verwickelt; bei jeder Handlung in eine Wahl und bei jeder Wahl in einen Verlust, den Verlust dessen, was wir nicht getan haben. Wir finden das in den einfachsten Situationen vor. Wir finden es im Wahrnehmungsvermögen, wo die Möglichkeit wahrzunehmen gebunden ist an die Ignorierung vieler Dinge, die gleichzeitig vor sich gehen. Wir finden es auch in der Sprache, wo die Möglichkeit verstehbaren Sprechens nur gegeben ist, wenn man vieles in der Luft, unter den Tonwellen oder ganz allgemein in der Umgebung Vorhandene nicht beachtet. Sinnerfülltheit ist nur dadurch zu erreichen, daß man Dinge außer acht läßt."

149 Der Zwang Entscheidungen zu treffen

150 Politischer Konkurrenzkampf um die Stimmen einer hauptsächlich passiven Wählerschaft.

151 "Alle Politik besteht in der Wahl des geringeren Übels."

152 Im Parlament wird meist über Sachen abgestimmt, die zum Zeitpunkt der Wahl noch gar nicht zur Debatte standen.

153 Wo die ausdrückliche Zustimmung des Bürgers eines Gemeinwesens fehlt, wird einfach eine stillschweigende Übereinstimmung angenommen.

154Die Minderheit verpflichtet sich, sich der Wahl der Mehrheit unterzuordnen.

155In jeder parlamentarischen Debatte kommt schließlich der Punkt, an welchem nicht mehr Argumente gewogen werden, sondern bloß mehr Stimmen gezählt.

156Gewaltenteilung, Wahlen und Gerichte sind Institutionen die den Kampf der Interessengruppen auf Austragungsformen beschränken, die physische und Waffengewalt ausschließen. 157 "Er regiert nicht mehr zum Wohl des Staates, sondern zum Vorteil seiner Wiederwahl; er neigt sich vor der Mehrheit, und statt ihren Leidenschaften zu widerstehen, wie es seine Pflicht wäre, kommt er ihren Launen entgegen."

158Die politische Existenz des Bürgers wird auf den Wahlvorgang reduziert.

159 "....daß es daher weder angebracht ist, die freie Güterwahl des Konsumenten als seine Herrschaft über die Produktion, noch die freie Personenwahl des Staatsbürgers als seine Herrschaft über die Exekutive zu interpretieren."

160 Der Mensch wählt eigentlich niemals zwischen bestimmten Zwecken, sondern immer nur unter verschiedenen Mitteln.

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.