Mittel und Zweck
p-2siehe auch Moral, Ethik, Taktik, Interesse, Macht, Nutzen

001 "Ich habe den Gedanken einer naturwissenschaftlichen Universalmethode bekämpft und zu zeigen versucht, wie nichtssagend die Lehre ist, nach welcher die gemeinsamen Elemente der Dinge mit den wesentlichen Merkmalen der Begriffe identisch sind. Es war mir klar geworden, daß es stets eines bestimmten  Z w e c k e s  bedarf, mit Rücksicht auf den die wesentlichen von den unwesentlichen Merkmalen geschieden werden und daß es in der Methodenlehre darauf ankommt, die Verschiedenartigkeit dieser Zwecke kennenzulernen, um die Mannigfaltigkeit der wissenschaftlichen Methoden zu verstehen und ihr gerecht zu werden." - Heinrich Rickert, Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung, Freiburg/Br. 1902, Vorwort Seite III

002 "Zwischen Theorie und Praxis ist ansich innigste Verbindung und Verwandtschaft; jene verhält sich zu dieser wie das Allgemeine zum Besonderen, wie die Regel zu ihrer Anwendung, wie das Mittel zu seinem Zweck."- Paul Johann Anselm von Feuerbach, Blick auf die deutsche Rechtswissenschaft, München 1810, Seite 3

003 "Man kann Zwecke als koordinierende Generalisierungen bezeichnen. Dadurch daß sie Erwartung, nicht Ereignis sind und eine abstrahierend ausgewählte Wirkung, nicht eine konkrete Situation anvisieren, schaffen sie jenen Abstand zum konkreten Geschehen, der es ermöglicht, verschiedenartige Bedürfnisse auf einen Nenner zu bringen." - Niklas Luhmann, Zweckbegriff und Systemrationalität, Ffm 1973, Seite 189

004 "Die Diskussion des  Staatszwecks  hat über Leerformeln wie  Förderung des Gemeinwohls  oder  Wahrnehmung der öffentlichen Interessen  oder  Sicherung der Freiheit im rechtlich geordneten Zusammenleben  nicht hinausgeführt. ... Diese Zweckbestimmungen dienen dazu, dem politischen System Macht und Legitimität für seine Entscheidungen zu sichern. Das politische System muß daher, um durch seine Zwecke die notwendige Unterstützung aktivieren zu können, die Staatsziele so breit und vieldeutig formulieren, daß sie zwar konsensfähig sind, aber als interne Rationalisierungs-, Arbeitsteilungs- und Kontrollstruktur versagen. Die Staatszwecke sind, mit anderen Worten, für eine ideologische Funktion reserviert; sie dienen in ihrer globalen Fassung nicht als Entscheidungsprogramm." - Niklas Luhmann, Zweckbegriff und Systemrationalität, Ffm 1973, Seite 217

005 Es ist unmöglich die Freiheit mit Mitteln zu verwirklichen, die selber unfreiheitlich sind.

006 Kein noch so guter Zweck rechtfertigt schlechte Mittel.

007 In den klassischen Unterscheidungen war "theoretisch", was sich auf Ursache und Wirkung bezog, "praktisch" dagegen galt in Hinsicht auf Mittel und Zwecke.

008 "Wir besitzen nicht die Macht, wir brauchen nicht positiv zu sein." - Wolfgang Dreßen, Gegen Narzißmus und Volkstümelei in Kursbuch 19, Berlin 1969, Seite 39

009 Es gibt kein Mittel an sich.

010 Zwecke ansich gibt es nicht.

011 "Handle so, daß du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden andern zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest."

012 "Es wäre ein unerträglicher Anblick, wenn infolge konsequenter Belohnung des Guten und Bestrafung des Bösen hienieden die Bösen sich aus Zweckmäßigkeit anfingen gut aufzuführen; denn unvermeidlich vorhanden und innerlich böse wären sie ja doch."

013 Eine Ordnung ist immer eine Ordnung zu einem bestimmten Zweck, es gibt nicht 'die' Ordnung.

014 "Die Hasen laufen umher, damit der Mensch, die Krone der Schöpfung, gespickten Hasenrücken mit Sahnesauce essen kann."

015 "Wer einen Endzweck hat, der hat ein Gesetz über sich. Wer keinen Endzweck, hat keine Heimat, kein Heiligtum. Größtes Unglück ist Zwecklosigkeit. Wer einen Zweck hat, der hat eben damit Religion."

016 Der Mensch ist Selbstzweck.

017 In der Macht wird das Mittel zum Zweck.

018 "Askese kann gut sein und der Rausch ebenso. Das sind wie gesagt, Fahrzeuge. Doch zu unterscheiden, wann das eine oder das andere gut ist: das steht jedem zu."

019 Der Zweck des Herrrschenden ist das Herrschen selber, das aber muß verschleiert werden, weil sich ein solcher Zweck selbst vereitelt, wenn er sich erklärt.

020 Wo die Wahrheit Mittel zum Zweck ist und nicht für sich selbst spricht, ist sie schon mißbraucht.

021 In Bezug auf das Handeln ist alles Wissen nur Mittel, nicht Zweck.

022 "Man kann das Problem des richtigen Handelns nicht 'aufspalten' in ein 'ethisches' der sittlichen 'Zweck'setzung und ein ökonomisches der rationalen 'Mittel'verwendung."

023 Die Entwicklung der Mittel ohne lohnenswerte Ziele schafft bestenfalls ein trostloses Leben.

024 Freiheit ist nicht Mittel, sondern Selbstzweck.

025 "Die Niedertracht des Mittels ist mit der Macht so eng verbunden, wie die Fäulnis mit dem Tode."

026 Der höchste Zweck ist die Moral.

027 "Philosophie ist unbedingt und zwecklos. Sie kann weder aus einem anderen her begründet noch durch Brauchbarkeit für etwas gerechtfertigt werden. Sie ist kein Balken und ist kein Strohhalm, an dem man sich halten könnte. Man kann nicht über Philosophie verfügen. Man kann sie nicht benützen."

028 "Man glaubt, die Macht als Mittel zu gebrauchen, doch das Mittel wächst sich bald zum Selbstzweck aus, hinter dem alles verschwindet. Gerade 'weil' die Macht unfruchtbar ist und aus sich selbst nichts Schöpferisches gebären kann, ist sie gezwungen, sich die schaffenden Kräfte in der Gesellschaft dienstbar zu machen und in ihren Sold zu pressen."

030 "... denn Gott kennt kein Vermittelndes, er kann kein Vermittelndes dulden."

031 "Wenn es überhaupt einen allgemeingültigen und verbindlichen Grundsatz revolutionären Handelns gibt, dann den, daß das Ziel im Mittel erkennbar sein muß."

032 Güter, die Eigenwert besitzen, wie Wissenschaft, Kunst, oder Recht, sind von denen zu trennen, denen ein Wert nur als Mittel zukommt; wie Vitalität, Wirtschaft, Technik.

033 Die Rationalität ist bloßes Werkzeug des Willens.

034 "Der Mensch muß danach streben, die Wahrheit zu erkennen und kann nur in dem Maße ganz menschlich sein, als ihm diese Aufgabe gelingt."

035 In einer wechselseitigen Beziehung ist jedes beteiligte Subjekt zugleich Mittel und Zweck.

036 Die Eroberung der politischen Macht scheint das einzige Mittel, der Ausbeutung des Proletariats ein Ende zu bereiten.

037 Denken ist zweckmäßig oder es ist kein Denken.

038 Arbeit ist Mittel zur Transformation.

039 "Alle Versuche, das heutige ungeheuerliche Gesellschaftssystem durch friedliche Mittel, wie z.B. durch Wahlen, zu beseitigen, waren ganz nutzlos. Daraus ergibt sich, daß der Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie einen gewalttätig revolutionären Charakter haben muß, und daß bloße Lohnkämpfe nicht zum Ziel führen. Unter diesen Umständen bleibt nur ein Mittel übrig - die Gewalt."

040 Die Ordnung ist ein Zweckbegriff.

041 Wissen und Vernunft sind Werkzeuge, die ihre Verwendung nicht selbst bestimmen können.

042 Wenn wir den Zweck verstehen, verstehen wir auch das Motiv des Handelnden.

043 "Wenn man den Zweck dazu benützt hat, um Zweckfreiheit zu erreichen dann hat man das Wesentliche Begriffen."

044 Auf die Frage: 'Was soll ich tun?' erhalte ich Antwort durch Aufgabe endlicher Zwecke und deren Mittel.

045 Gut und Böse gibt es nur für die, die ein Ziel haben.

046 Die Schmeichler der Masse, die im Volk nur ein Mittel sehen, um zur Macht zu gelangen.

047 Man kann Mittel und Zweck nicht trennen, denn sie bilden einen einzigen unteilbaren Vorgang. Mittel sind Zwecke auf Zeit.

048 "Wo man eine Absicht hat, da hat man Geist."

049 Die Gesetze des Lebens sind allenfalls Zweckmäßigkeiten.

050 Die Mittel sind noch lange nicht überwunden, wenn der Zweck erreicht ist.

051 Institutionen wie Polizei, Gericht, Gefängnisse und Militär sind Mittel des Staates zur Unterdrückung dessen, was als Unrecht oder Verbrechen angesehen wird.

052 "Der Weg, der sagbar ist, ist nicht der beständige Weg."

053 Menschliches Verhalten ist zielgerichtet, Menschen haben Zwecke.

054 Der Schmerz ist ein Mittel, um die magische Kraft eines Menschen zu erhöhen.

055 Wo es keinen Anfang und kein Ende gibt, ist alles Mittel und Zweck zugleich.

056 Der Intellekt ist nur ein Instrument.

057 Zwecksetzung beruth auf der Annahme von Normen.

058 die Unmittelbarkeit

059 Jedes Instrument oder Mittel kann man richtig, also im Sinne des Zweckes anwenden, oder aber mißbrauchen.

060 Die Zweckmäßigkeit wird erst vom Verstand in die Natur gebracht.

061 Die Askese ist ein Mittel, eine bestimmte Art von Leistungsfähigkeit, eine bestimmte Art von Lebenskraft hervorzubringen.

062 "Wenn Gott einen Willen, einen Zweck hätte, wenn er aus einem bestimmten Grund handelte, dann hätte er ein Bedürfnis, dann fehlte ihm eine Vollkommenheit. Er wäre nicht Gott."

063 mechanei - Mittel, Werkzeug, Methode

064 "Die Intelligenz ist der schnellste aller Vögel. Wer begreift, hat Flügel."

065 Keine formale Logik kann die Existenz des Irrtums begreifen. Irrtum kann nur ausgesagt werden in Bezug auf einen Zweck, der verfehlt wird.

066 Der Mensch hat zwischen sich und der Tierwelt das Werkzeug gesetzt.

067 Der Pragmatismus ist ein unkritischer Zweck-Mittel-Instrumentalismus.

068 Handlungen, die nicht in einem Zweck-Mittel-Rahmen interpretiert werden können, erhalten leicht den Anschein des Unlogischen.

069 Leben ohne Sinn und Zweck ist bloßes Existieren.

070 Die Wahrnehmung wird durch Zwecke geleitet.

071 Esoterischer Grundsatz der Nutzlosigkeit von Gewaltanwendung zur Erreichung irgendeines, ganz gleich welchen Zweckes.

072 "Der Gebrauch der Logik im Denken ist ebenso notwendig und berechtigt wie der Gebrauch der Perspektive in der Malerei, - jedoch nur als Ausdrucksmittel und nicht als Kriterium der Wirklichkeit."

073 Der bürgerliche Gelehrte macht aus der Wissenschaft einen Handel und ein Mittel zum Emporkommen.

074 Wer unfähig ist Spannungen zu ertragen, wird abhängig von einem Mittel.

075 Mittel können so überstrapaziert werden, daß sie genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie eigentlich sollen.

076 Gewalt birgt immer die Gefahr in sich, daß die Mittel die Ziele zunichte machen.

077 Die Münze ist die Vermittlerin zwischen zwei Werten, sie hat keine andere Bestimmung. Banknoten sind Tauschmittel.

078 Man verwendet Zeichen, um Informationen zu übermitteln.

079 Ein Werturteil setzt stets einen Zweckbegriff voraus.

080 Unmittelbarkeit und Vermittlung wechseln sich ab.

081 Die Wirtschaft ist nicht Mittel zum Zwecke eines höherentwickelten Menschen, sondern gibt sich als Selbstzweck.

082 Sämtliche Werte und Zwecke sind auf den Willen bezogen.

083 Für das technische Denken ist eine Zweck-Mittel-Rationalität charakteristisch.

084 "Die Staatszwecke verwandeln sich in Bürozwecke oder die Bürozwecke in Staatszwecke."

085 Jeder Zweck ist ideal.

086 Ein zu weit entlegener Zweck, der bloßer Zweck bleibt, ist ein Traum.

087 "Mittel und Zwecke sind zwei Namen für dieselbe Wirklichkeit."

088 Pädagogik ist eines der wichtigsten Machtmittel.

089 Das Hauptziel ist Entwicklung und der Sozialismus ist ein Mittel dazu.

090 Zwecke und Mittel sind Relationen, sind relativ.

091 Das Nützliche ist ein Gutes hinsichtlich des Mittels.

092 'Erklärt' wird nur in einem Mittel-Zweck-Zusammenhang. Alle Erkenntnis ist bloße Beschreibung.

093 Wissenschaft ist Machtinstrument.

094 Mittel sind Zwischenursachen.

095 Das uralte moralische Problem von Zweck und Mittel.

096 Waffen, Gefolgsleute, Geld, Information sind unbegrenzt vermehrbare Mittel der Macht.

097 Der Besitz von Produktionsmitteln ist die Basis jeder Herrschaft.

098 Da Gott keine Ziele kennt, ist ihm auch keine Möglichkeit der Wahl gegeben.

099 Eine politische Richtung darf man nie nach den Zielen beurteilen, die sie lauthals verkündet, sondern nur nach den Mitteln, die sie zu ihrer Verwirklichung einsetzt.

100 Der Staat ist Instrument zur Niederhaltung der Gegner des Sozialismus.

101 Ihre Mittelhaftigkeit ist die Grenze der Technik.

102 Der Zweck heiligt die Mittel.

103 Zwang und Gewalt sind Mittel zur Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung.

104 Das Eigentum ist nicht Zweck, sondern Mittel zur Herstellung von größerer Freiheit.

105 Das Gute muß allein um des Guten willen getan werden.

106 Die Technik ist nur Mittel und ansich weder gut noch böse.

107 Alles Tun unterliegt bestimmten Zwecken.

108 Freiheit kann nur Mittel und Zweck zugleich sein.

109 Vernunft ist zweckmäßiges Tun.

110 Das Glück wird allein um seiner selbst willen gesucht.

111 "Der Zweck des Geistes besteht darin, daß er Gott inne wird."

112 "Der Staat ist nur ein Kampforgan in den Händen der kapitalistischen Klasse, die über seine Macht verfügt, um sich ihre wirtschaftlichen Privilegien zu sichern."

113 "Welche Eigenschaften eines Begriffs ich am besten zu seiner Definition benütze, hängt nur von Zweckmäßigkeitsgründen ab."

114 Auf der unbegrenzten Mittelakkumulation beruth Macht.

115 Recht, Kunst, Religion, Wirtschaft - alles Zwecksysteme.

116 Gut und schlecht hängt vom Zweck ab, der erreicht werden soll.

117 In jeder Struktur ist Zweckmäßigkeit wirksam.

118 Die Absicht ist der Zweck, die Intention, der Wille.

119 Wert als wirksames Verhältnis zwischen Mittel und Zweck

120 "Die Ökonomik ist die Wissenschaft nicht von Motiven und Zwecken, sondern lediglich von Mitteln, die Wirtschaft ist ein System von Mitteln."

121 Die Organisation der Massen darf kein Selbstzweck sein.

122 Die Psychologie des Unerreichbaren: alle Erfüllung wird als Verlust erlebt.

123 Denken ist Mittel zur Entlastung des Bewußtseins.

124 Necaev hält im politischen Kampf alle Mittel für erlaubt. Der Zweck heiligt die Mittel.

125 Liebe dient keinem Zweck und existiert um ihrer selbst willen.

126 Die politische Freiheit ist nicht Zweck, sondern Mittel zum Zweck der Herstellung ökonomischer Gleichheit. Die Freiheit hört da auf, wo sie durch ihre Übergriffe die Gleichheit verletzt.

127 Technik ist Mittel und bedarf der Führung.

128 "Zweckbewußtsein und Weltendlichkeit fordern einander. Zweckbewußtsein und Geradlinigkeit fordern einander. Zweckbewußtsein und Dinglichkeit fordern einander. Zweckbewußtsein und Gesetzlichkeit fordern einander. Zweckbewußtsein und Ursachglaube fordern einander. Zweckbewußtsein und Zählbarkeit fordern einander, und nur ein solches Bewußtsein hat Aussicht, unter der Herrschaft des Willens fortzubestehen, das die Wirklichkeit für meßbar hält."

129 "Das ganze Recht ist nichts als eine einzige Zweckschöpfung, ein gewaltiger Rechtspolyp mit unzähligen Fangarmen, Rechtssätze genannt, von denen jeder etwas will, bezweckt erstrebt."

130 "Der amerikanische 'Pragmatismus' gibt uns die erkenntnistheoretische Karikatur des wirklich bestehenden Sachverhalts, daß der neuzeitliche Geist dem Zweckbegriff verfallen ist, mag er im übrigen 'realistische' oder 'idealistische' Gewandung zeigen."

131 "Der ganze Erkenntnis-Apparat ist ein Abstraktions- und Simplifikationsapparat - nicht auf Erkenntnis gerichtet, sondern auf Bemächtigung der Dinge: 'Zweck' und 'Mittel' sind so fern vom Wesen wie Begriffe. Mit 'Zweck' und 'Mittel' bemächtigt man sich des Prozesses (man erfindet einen Prozess, der fassbar ist), mit 'Begriffen' aber der 'Dinge', welche den Prozess machen."

132 "Das Reich der Zwecke ist eine bloße Idee."

133 Der eigentliche Zweck des Denkens ist das Handeln und letztlich das ethische Handeln.

134 Für Descartes ist nicht der Zweck, sondern die Kausalität das Maßgebende.

135 "Gegenstände schlechthin sind regelwillige Mittel möglicher Zwecke und nichts außerdem."

136 Das Wesen der rationalen Forschungsmethode ist es, die Dinge in der Einbildung von allen äußeren Einflüssen zu trennen, um sie ganz isoliert ohne Rücksicht auf einen besonderen Zweck zu betrachten.

137 Immer wenn wir handeln, zielen wir auf einen besonderen Zweck ab.

138 Mittel und Zweck sind Denkformen zum ordnen von Bewußtseinsinhalten.

139 Die Ursache wird leicht mit Zweck oder Mittel verwechselt und gleichgesetzt.

140 "Das gesellschaftliche Dasein der Menschen bedeutet die Verbindung ihrer Zwecke zu gemeinsamer Arbeit."

141 Die Tauglichkeit eines Mittels für einen bestimmten Zweck ist sein Wert.

142 Der Mensch wählt nicht unter bestimmten Zwecken, sondern unter bestimmten Mitteln.

143 "Der Begriff des Wollens wird durch die Gedankenrichtungen von Zweck und Mittel bestimmt."

144 Was unter einem bestimmten Gesichtspunkt als Zweck erscheint, ist unter anderen als Mittel anzusehen und umgekehrt.

145 "Wir haben den Begriff 'Zweck' erfunden: in der Realität fehlt der Zweck."

146 Verben fassen eine Summe fortschreitender Veränderungen unter einen Zweckbegriff zusammen.

147 Willensinhalte werden nicht kausal begriffen, sondern nach Zwecken und Mitteln geordnet.

148 Ein Wort hat keinen Wert, wenn man nicht einen bestimmten Sinn damit verbindet.

149 Zwecke sind etwas Zukünftiges.

150 "Jakob Böhme war es, der die Schuhzwecke der Denkwelt einverleibt hat."

151 Gerechtigkeit, nicht Zweckmäßigkeit ist die Idee des Rechts.

152 Die Vernunft hat die wesentliche Aufgabe, Mittel für erwünschte Zwecke zu ersinnen.

153 Das Mittel ist die Ausführung des Zwecks.

154 Der Zweck ist Ziel des Willens.

155 Macht wird über vermittelnde Zwischenglieder ausgeübt. Otto Ullrich spricht von der Mediatisierung von Herrschaft'.

156 Alle Mittel sind Zwecke und alle Zwecke sind wieder Mittel für höhere Zwecke.

157 Der dogmatische Charakter doktrinärer Ideologien besteht darin, daß alle Mittel, nur nicht rationale Diskussion verwendet werden, um sie durchzusetzen.

158 "Rechtsordnung und Staatsordnung sind nicht identisch. Rechtssicherheit verlangt die Geltung des positiven Rechts auch wenn es für den Staat unzweckmäßig ist."

159 "Die rechte Kunst ist zwecklos, absichtslos."

160 Der Zentralbegriff der Moral ist, daß der Mensch Selbstzweck ist.

161 Der Grund allen Seins liegt im Sollen, das heißt in der Zwecktätigkeit des Bewußtseins.

162 Fast alles begehren wir als Mittel, ausgenommen die Glückseligkeit.

163 Das menschliche Denken ist Mittel im Kampf um Macht und Überleben.

164 "Der Gedanke, daß alles Leben keinen höheren Zweck hat, als die Lust, ist eine Ansicht, die nur der 'Schweine' würdig ist."

165 Die Frage der Zweck- oder Zielsetzung macht eine moralische Entscheidung erforderlich, Fragen der Mittelverwendung dagegen scheinen rein technische oder ökonomische Fragen zu sein.

166 Weil die Technik keinen außer ihr liegenden Zweck hat, ist sie beliebig instrumentierbar.

167 Systematisierungsfragen sind Zweckmäßigkeitsfragen.

168 Die Ursprünglichkeit des Gottesglaubens verwehrt jedes Mittlertum.

169 Der Weg hinauf und der Weg hinab sind ein und derselbe.

170 Alle Objekte existieren nur mittelbar.

171 Mystik ist unmittelbares Innewerden dessen, wohin weder Anschauung noch Begriff, also überhaupt keine Erkenntnis reicht. Die mystische Erfahrung ist nicht mitteilbar, folglich vermag der Mystiker auch nicht zu überzeugen. "Die Mystik kann nie Dogma werden."

172 Ohne Abstraktion ist Vermittlung zwischen den Individuen nicht denkbar.

173 Alles erfordert die Vermittlung durch Zeichen, welche die Ideen repräsentieren.

174 "Der Wille verläuft im Rhythmus von Mittel und Zweck."

175 Alle Objektivierung ist Vermittlung und muß Vermittlung bleiben.

176 Teleologie als Lehre von den Mitteln und Zwecken.

177 Im Element des Willens liegt es, daß ich mich von allem lossagen kann und alle Zweck aufgeben kann. "Der Mensch allein kann alles fallen lassen, auch sein Leben."

178 "Alle rationale Rechtfertigung ist ihrem Wesen nach Rechtfertigung als geeignetes Mittel; und ein letzter Zweck ist eben nicht mehr ein Mittel zu einem weiteren Zweck."

179 Eine Frage menschlicher Zwecksetzung hat mit den Notwendigkeiten des physischen Geschehens nichts gemein.

180 Menschliche Zielsetzungen und Zweckbegriffe dürfen nicht den mechanischen Gesetzen des kosmischen Geschehens gleichgesetzt werden.

181 Der Weg von der Wertbestimmung zur Zwecksetzung und Regelgebung.

182 Das Leben der Gesellschaft gliedert sich in Zweckzusammenhänge.

183 Die Zwecke, die das Wollen sich setzt, sowie die Regeln, an die es sich gebunden findet.

184 "Das Medium ist die Botschaft."

185 Die Abstraktion ist ein Denkgebilde, das unter den Bedingungen einer gewollten Wirkung steht.

186 Die Sprache vermittelt.

187 Zweckmäßigkeit wird erst vom Verstand in die Natur gebracht.

188 Der eigentliche Zweck im Leben besteht im Glücklichsein.

189 Wertgebend und zwecksetzend, kurz: schaffend.

190 Bedeutung, Wert und Zweck treten nur im konkreten Individuum auf.

191 Bedürfnisse können wir auch als Zwecke setzen.

192 Wie Leben entsteht, hat noch niemand kausal erklären können. "Leben" ist ein Bereich, der sich kausal nicht erschöpfend erklären, sondern nur unter Zuhilfenahme von Zweckbegriffen verstehen läßt.

193 Die wirkliche Welt ist ohne Zweck und Ziel. Sie ist sinnlos, bedeutungslos und wertlos, wenn wir ihr nicht Sinn und Bedeutung geben und Werte setzen.

194 Hat man den Zweck begriffen, ist man dem Sinn nahe.

029 Der Sinn liegt im Weg.

195 Alle Willensbestimmungen sind Zwecke.

196 Der Mensch hat auch das Recht, sich unfreie Zwecke zu setzen.

197 "Die realisierte Freiheit ist der absolute Endzweck der Welt."

198 "Es ist ein absoluter Zweck der Vernunft, daß die Freiheit wirklich sei."

199 In der Kunst gibt es keine Zwecke, die Kunst ist, wie die Welt, um ihrer selbst willen da.

200 "Einen vernünftigen, argumentierenden Meinungsstreit kann es nur zwischen denen geben, die denselben Zweck verfolgen; die Wahl des Zweckes aber ist allein Sache des Entschlusses über den es einen Streit mit Argumenten nicht geben kann."

201 Die Ideologie täuscht, um bestimmte Zwecke zu erreichen.

202 Der Zweckgedanke des Rechts zielt auf eine harmonisierende Gestaltung des Gemeinschaftslebens ab.

203 Politik ist in ihrer Praxis immer ein Kampf um Mittel.

204 "... muß dich Gott mit seinem einfältigen Sein berühren, ohne Vermittlung irgendeines Bildes."

205 Aristoteles stellte den Zweck in den Mittelpunkt. In der aristotelischen Kosmologie werden das Bestehen und die Eigenschaften der Dinge letztlich aus Zwecken erklärt, so auch aus göttlichen Zwecken.

206 Die Menschen stets als Selbstzweck und nie als Mittel zum Zweck gebrauchen.

207 "Gott wirkt ohne Mittel und ohne Bild, und je mehr du ohne Bild bist, um so empfänglicher bist du für sein Einwirken, und je mehr du nach innen gekehrt und je (selbst)vergessener du bist, umso näher bist du diesem."

208 Ein reines Mittel gibt es ebensowenig, wie einen reinen Willen oder eine reine Ursache.

209 "Rechtszustände sind zeitweilige Mittel, welche die Klugheit anrät, keine Ziele."

210 Technik ist ein Mittel, einsetzbar für verschiedene Ziele. In der Mittel-Relation besteht die Verbindung von Technik und Herrschaft.

211 Keine Vorstellung geht unmittelbar auf den Gegenstand.

212 "Die Erreichung jeder Absicht ist mit dem Gefühle der Lust verbunden."

213 "Alles Interesse setzt Bedürfnis voraus, oder bringt eines hervor und, als Bestimmungsgrund des Beifalls, läßt es das Urteil über den Gegenstand nicht mehr frei sein."

214 Zweckmäßigkeit bedeutet Nützlichkeit.

215 Erkennen ist kriteriengeleitetes Handeln. Kriterien sind stets auf ein 'Wofür' bezogen.

216 Die unmittelbaren Ziele der Hausfrau sind nur Mittel, keine wirklichen Endziele, und in ihnen spiegeln sich nur Absichten, von denen nicht weiter die Rede ist. Wohnung, Ernährung sind zum Leben nützlich, verleihen ihm aber keinen Sinn.

217 "Die Bedeutung eines Wortes ist der Zweck, den es hat; d.h. seine Wirkung."

218 Die Möglichkeit von Zwecken liegt im Bewußtsein begründet. (Im Begehrungsvermögen)

219 "Da wir inzwischen zu der Einsicht gelangt sind, daß die Wissenschaft keine Beschreibung der 'Wirklichkeit', sondern vielmehr ein metaphorisches Ordnen der Erfahrung ist, stellt die neue Wissenschaft keinen Angriff auf die alte dar. Es geht nicht darum festzustellen, welche Sichtweise die absolut 'richtige' ist. Wir sollten uns statt dessen fragen, welche für unsere menschlichen Belange das zweckdienlichere Leitbild abgibt."

220 "Der Mensch der Moderne gebraucht das Schema von Ursache und Wirkung nicht anders, als der Mensch des Altertums von seinen Göttern Gebrauch gemacht hat, nämlich dazu, Ordnung in sein Universum zu bringen - nicht, weil dieses Schema der Wirklichkeit am nächsten kommen würde, sondern allen wegen seiner Zweckdienlichkeit."

221 Praktisches Wissen ist immer an Zwecke gebunden.

222 Jedes Mittel wurde vom Zweck geheiligt: vom Willen zur Macht.

223 "Die 'Erfahrung', welche die objektivierende Wissenschaft schafft, ist erst möglich nach Loslösung der Wirklichkeit von der Aktualität des wirklich Erlebten. Sie ist ein für bestimmte, ursprünglich praktische, später logische Zwecke geschaffenes, unwirkliches Abstraktionsprodukt."

224 "Hüten wir uns, zu sagen, daß es Gesetze in der Natur gebe. Es gibt nur Notwendigkeiten: da ist keiner, der befiehlt, keiner, der gehorcht. Wenn ihr wißt, daß es keine Zwecke gibt, so wißt ihr auch, daß es keinen Zufall gibt: denn nur neben einer Welt von Zwecken hat das Wort 'Zufall' einen Sinn."

225 "Sinn" umfaßt Absichten, Glaubensinhalte und Zweckvorstellungen.

226 Zweckdienliches Handeln ist an Erwartungen orientiert.

227 Menschen sind Selbstzweck und dürfen niemals als Mittel aufgefaßt werden.

228 Erkenntniszweck ist Rationalisierung und Objektivierung der Wirklichkeit.

229 Sinnvolles menschliches Handeln ist an die Kategorien von 'Zweck' und 'Mittel' gebunden.

230 Der technische Sachzwang wird zur Legitimationsbasis interessenfreier Herrschaft.

231 Politisches Handeln wird durch Sachzwänge ersetzt.

232 Mit dem Zweckgedanken ist ursprünglich der Gedanke an einen Wert verknüpft.

233 Die Art der Begriffsbildung ist weitgehend eine Zweckmäßigkeitsfrage.

234 "Wo eine Nadel nötig ist, nützt ein Schwert nichts."

235Das Gute ist Selbstzweck und muß um seiner selbst willen getan werden.

236 "Mit der Anarchie als Zweck und Mittel wird der Kommunismus möglich."

237Aristoteles machte den Zweck zum Fundamentalbegriff der Wissenschaft.

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.