Kapitalismus
R. Liefmann - Theorie des Sparens und der Kapitalbildung
p-2siehe auch Eigentum, Besitz, Reichtum, Armut, Ökonomie, Ideologie, Handel, Produktion, Arbeit, Wert

001 Ein Hauptübel des kapitalistischen Wirtschaftssystems ist sein schlechter Einfluß auf den menschlichen Charakter.

002 Der anonyme Markt erkennt nur zahlungsfähige Bedürfnisse an.

003 Der Keim der kapitalistischen Produktionsform steckt bereits in der Wertform der Produkte.

004 Im Kapitalismus wie im Sozialismus beherrscht eine Technostruktur die Wirtschaft.

005 Der Kapitalismus ist die Geldordnung.

006 Der Kapitalismus hat aus der Arbeit eine rein kommerzielle Tätigkeit gemacht, eine seelenlose und freudlose Sache.

007 Die Arbeiterbewegung ist zu einem integrierten Bestandteil des kapitalistischen Systems geworden.

008 Der Kapitalismus ist die Umsetzung aller Güter, Dienstleistungen und Energien in abstrakte Geldwerte.

009 Alles wird verkäuflich und kaufbar.

010 "Alle Menschen ohne Ausnahme sind kleine Wirtschaftsbeamte des Staates."

011 Im Kapitalismus wird alles zur Ware: die lebendige Arbeit, das Gewissen, die Würde, das gesamte Leben.

012 Nach Karl Marx gilt es alle Verhältnisse zu revolutionieren, in denen der Mensch zur Ware und die Ware zum eigentlichen Subjekt geworden ist.

013 Elend ist die dialektisch notwendige Kehrseite des kapitalistischen Glanzes, mit ihm gesetzt, von ihm unabtrennbar, mit ihm wachsend; daher kann und wird die kapitalistische Zivilisation das Elend nie eliminieren.

014 Das kapitalistische Wirtschaftssystem macht die menschliche Arbeit zur Ware und unterwirft sie dem Mechanismus von Angebot und Nachfrage.

015 Was der Kapitalismus vom Staat braucht ist die Legitimierung des Privateigentums.

016 "Das Geldmachen ist das treibende Motiv der kapitalistischen Produktion. Der Produktionsprozess erscheint nur als unvermeidliches Mittelglied, als notwendiges Übel zum Behuf des Geldmachens."

017 Kapitalismus und Sozialismus sind die streitenden Zwillingsformen ein und desselben Produktionsglaubens.

018 Mit einem Schlage beseitigte Mill die der klassischen Lehre innewohnende Hoffnungslosigkeit die die Menschen dazu verdammen schien, einem in den kapitalistischen Privatunternehmen zum Ausdruck kommende Naturgesetz zu gehorchen, das Armut und Ungerechtigkeit zu verewigen schien.

019 "Der Kapitalist - und noch mehr sein theoretischer Dolmetscher, der politische Ökonom."

020 "Indem man die Arbeit zu einem psychologischen Opfer gestempelt hat, hat man sich eine Möglichkeit eröffnet, Kapital und Arbeit gleichzustellen."

021 Kapitalistisch denken heißt, anerkennen, daß der Mensch der Wirtschaft wegen und nicht die Wirtschaft des Menschen wegen da ist.

022 Nur Quantitäten sind kommensurabel, die Vergleichbarkeit der Arbeitsquanten bedeutet die Reduktion aller Arbeitsqualitäten auf abstrakte, allgemeine Arbeit, auf quantitativ bestimmte Arbeit.

023 In ihrer totalitären Tendenz sind sich Kapitalismus und Kommunismus ähnlich.

024 "In den Betrieben der kapitalistischen Großindustrie ist die Arbeit seelenlos geworden und hat für das Einzelwesen den Charakter der Schöpferfreude verloren. Sie ist zum öden Selbstzweck geworden der das Wertvollste geraubt ist, die innere Freude am geschaffenen Werk, der Schöpferkraft der Persönlichkeit."

025 Kapitalistische Wirtschaft ist Erzeugung für den Profit, nicht für den Bedarf.

026 Für Hegel war die kapitalistische Gesellschaft das "geistige Tierreich".

027 Kapitalismus und Kommunismus sind nichts anderes, als zwei Seiten desselben Prinzips autoritärer Gewalt.

028 "Die kapitalistische Gesellschaft ist eine kranke Gesellschaft. Der gesunde Mensch der kapitalistischen Gesellschaft ist der, dessen Kranksein nicht auffällt."

029 In der Welt des Kapitalismus erscheinen alle Beziehungen zwischen Menschen als Beziehungen zwischen Dingen.

030 Die kapitalistische Produktionsweise erfordert ein Leistungsprinzip, das in der psychischen Struktur der Individuen verankert sein muß, so daß es nicht ständig von außen aufgezwungen werden muß, sondern als innerer Zwang funktionieren kann.

031 Die Beseitigung der kapitalistischen Produktionsform erlaubt, den Arbeitstag auf eine notwendige Arbeitszeit zu beschränken.

032 Die kapitalistische Wirtschaft tendiert zur Konzentration in Großbetrieben.

033 "Wenn Menschen im Elend leben, dann haben andere im Überfluß. Wenn Menschen im Überfluß leben, dann nur, weil andere über zuviel unnütze Kenntnis verfügen. Wenn einige unter dem skl zu schwerer Arbeit zusammenbrechen, dann nur, weil andere dem Müßiggang frönen. Und wenn man sich dann die Frage stellt: wer sind die anderen?, dann drängt sich mir die Antwort auf: Ich, Ich und meine Familie."

034 Kapitalismus ist identisch mit dem Streben nach Gewinn.

035 Der Konkurrenzkapitalismus verwandelt sich in einen Monopolkapitalismus.

036 Unter der Herrschaft des Leistungsprinzips muß die Sexualität entscheidend gr werden.

037 "Dem Arbeiter 'spart' die 'kapitalistische Technik' keine Arbeit."

038 Die materialistische Weltanschauung leugnet die Existenz sittlicher Normen.

039 Durch den Wechsel der Herrschenden kann der Kapitalismus nicht ausgerottet werden, sondern einzig durch die Beseitigung der Herrschaft selbst.

040 In einem Krieg gibt es viel viel Geld zu verdienen.

041 Der Kapitalismus ist die Wirtschaftsform der Gewalt und der Übervorteilung und Versklavung der Besitzlosen.

042 Das Bedürfnis kapitalistischer Industrien nach neuen Märkten ist das maßgebliche Motiv imperialistischer Expansion.

043 Der Kapitalismus muß ständig expandieren.

044 Unter kapitalistischen Bedingungen kann es keine gerechte Vermögensverteilung geben.

045 Die kapitalistische Wirtschaft muß sich ausdehnen oder untergehen.

046 Alles Übel wurzelt schlicht und ergreifend in uneingeschränktem Profitstreben.

047 Die Sprache ist die Erzmaterialistin.

048 Der Staat ist im Prinzip eine kapitalistische Institution.

049 Es gibt keinen kapitalistischen Staat, sondern nur einen von den Kapitalisten benutzten Staat.

050 Die schwarzen Hunde des Anarchismus bellen den kapitalistischen Wolf an.

051 Die Widersprüche des Kapitalismus beruhen auf dem Umstand, daß sich Konkurrenz und Profitmachen widersprechen.

052 Der Kapitalismus ruth auf zwei Säulen: auf der Institution des Eigentums und der Vertragsfreiheit.

053 Das spezifische Interesse des rationalen kapitalistischen 'Betriebes', an 'rationalen' Ordnungen ist deren praktisches Funktionieren, da menschliche Leistung ebenso berechnet werden kann wie die einer Maschine.

054 Die kapitalistische Gesellschaft ist grundsätzlich kriminell.

055 "Der Kapitalist 'besitzt' die Arbeiter, als ob sie Sklaven wären. Der einzige Unterschied ist die Art sie zu kaufen."

056 "Eine Gesellschaft ist 'kapitalistisch', wenn sie bestimmt ist durch die abstrakten Flußgrößen Ware und Geld."

057 Der Austausch ist die zentrale Verkehrsform des Kapitalismus.

058 die Anarchie der kapitalistischen Produktionsweise

059 Der Kapitalismus beruth auf Abstraktion und Verdrängung, auf Verwandlung der Gebrauchswerte in Tauschwerte.

060 Konkurrenzprinzip, Warenbeziehung, Entfremdung und Leistungsprinzip als Wesensmerkmale des Kapitalismus.

061 "Die, welche das Geld haben, laden und richten die Batterien der Gesetze und Strafen gegen die, welche es nicht haben."

062 Rockefeller will die ganze Welt haben und ist doch nicht zufrieden, bis er nicht auch noch einen Zaun drumrum hat.

063 Der Kapitalist beutet nach den Gesetzen des Profits aus.

064 Das entscheidende Gewaltverhältnis des organisierten Kapitalismus ist die private Aneignung des Mehrwerts.

065 Der Kapitalismus kann nur existieren, sofern er mehr produziert, als er verbraucht, was eine ständige Überproduktion zur Folge hat.

066 Untrennbar mit der kapitalistischen Wirtschaft ist die Vergewaltigung der Natur verknüpft.

067 Kapitalismus als Gelderwerb zum Selbstzweck.

068 das kapitalistische freie Spiel der Kräfte

069 Kapitalismus als Erwerb über den Bedarf hinaus.

070 Rechenhaftigkeit als entscheidendes Merkmal des kapitalistischen Geistes.

071 "Wir schaffen das Vorrecht des Kapitals ab und machen jedem einzelnen zur Auflage, soviel zu produzieren, wie er verbraucht."

072 "Der Staatskapitalismus ist noch abscheulicher, als der Privatkapitalismus."

073 Das nichtkapitalistische System impliziert das regierunglose System.

074 "Wenn die Menschen nicht frei arbeiten, ist das System notwendigerweise kapitalistisch."

075 Das Quantifizieren als rechnerische Art der Erkenntnis.

076 Am Krieg ist viel zu verdienen.

077 "Kämpft gegen den Kapitalismus und ihr kämpft gegen jeden Krieg."

078 Die Kleinfamilie ist die für den Kapitalismus günstigste Konsumeinheit.

079 Die kapitalistischen Zustände sind unmenschlich.

080 Der Kapitalismus muß aus der Position des geistigen Kampfes heraus besiegt werden, oder er wird nie besiegt werden.

081 Im Kapitalismus werden die rentabelsten Projekte vorrangig behandelt.

082 Das kapitalistische Interesse ist verantwortlich für das Fortbestehen eines bloß quantitativen Natur-Bezugs des Menschen.

083 Die mechanistische Betrachtung der Natur sollte die Expansion des Kommerz-Kapitalismus rechtfertigen.

084 Kapitalzins ist das Entgelt für das subjektive Opfer, das darin liegt, daß sich jemand unmittelbarer Bedürfnisbefriedigung enthält.

085 Der Arbeitsprozess muß so organisiert werden, daß alle qualitativen Besonderheiten des Stoffs für den Arbeiter irrelevant sind. Für die Organisation der Arbeit dürfen nur die allgemeinen Eigenschaften der Stoffe wie Größe, Figur, Gewicht, Härte und dgl. in Frage in kommen. Alles andere bleibt außer Betracht.

086 Immanentes Prinzip aller kapitalistischen Wirtschaft ist die Rechenhaftigkeit.

087 Nach Marx ist das Kapital ein Verhältnis zwischen Personen vermittelt durch Sachen.

088 Nur eine Betrachtung der Natur nach quantitativen Methoden macht den kapitalistischen Arbeitsprozess möglich.

089 Die Nationalökonomie stellt nur eine Beschönigung der kapitalistischen Ausbeutung dar.

090 Der Kapitalismus hat ein Zeitalter des schrankenlosesten Egoismus herbeigeführt.

091 Wirtschaftlich ist der Kapitalismus ein Phänomen der Anhäufung durch Unterdrückung.

092 Der Geist des Kapitalismus ist der Gedanke an die Berufspflicht.

093 Der Zweck des kapitalistischen Produzierens ist Bereicherung.

094 "Andere Konsumarten als zahlende kennt das kapitalistische System nicht."

095 Das physiokratische System ist die erste systematische Fassung der kapitalistischen Produktion.

zuschriften
Hinweis: Bei den nicht näher gekennzeichneten Textstellen handelt es sich um Passagen, die in verschiedenen Quellen mehr oder weniger sinngleich auftauchen, so daß nicht klar ist, wer von wem abgeschrieben hat.