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ANTON von LECLAIR
Beiträge zu einer
monistischen Erkenntnistheorie

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"Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf aufmerksam machen, welche Gefahren in so hohen Gebieten der Abstraktion das in keiner Weise zu umgehende kategoriale Gefüge unseres Denkens und seiner sprachlichen Verkörperung überhaupt mit sich bringt. Wir können nicht anders als unausgesetzt in Sätzen zu denken mit Subjekt und Prädikat und Objekt, mit Attributen und Verben. Unser tatsächliches Denken kann sich niemals emanzieren von dem stereotypen Gepräge, welches ihm die Kategorialbegriffe Ding und Eigenschaft, Kausalität, Tätigkeit usw. aufdrängen."

"Sehen, Wahrnehmen, Urteilen, Denken sind lediglich abgestufte Gattungsbegriffe für ganz individuelle Erlebnisse, jedoch unter den allgemeinen Gesichtspunkt der Tätigkeit gebracht. Dadurch nun, daß sich jede dieser Tätigkeiten erfahrungsgemäß an so mannigfaltigen Individualinhalten verwirklicht und an jedem dieser Individualinhalte wiedererkannt wird, entsteht der täuschende Eindruck, als wenn der Individualinhalt diesen Tätigkeiten äußerlich gegenübersteht, ihnen gewissermaßen begegnet und von ihnen erfaßt wird, also auch schon vor dem Begegnen und Erfaßtwerden vorhanden gewesen ist."

1. Der Begriff der monistischen
Erkenntnistheorie

Wenn die Überschrift "Beiträge zu iner monistischen Erkenntnistheorie" ankündigt, so bedarf zunächst das Attribut "monistisch" einer Erläuterung. Es ist in der Überschrift keineswegs eine Erkenntnistheorie gemeint, die sich organisch in ein monistisch-metaphysisches System eingliedert.

Jegliche Metaphysik entspringt aus dem Glauben an die Möglichkeit der Erkenntnis eines Realen, dessen Realität sich keineswegs in der Realität des Erkenntnisinhaltes und Erkenntnisaktes erschöpft, das vielmehr dem Erkenntnisakt in der Weise gegenüberstehend gedacht - ich betone schon jetzt: gedacht - wird, daß es für dasselbe ganz zufällig und gleichgültig und ohne jeden Einfluß auf seine Existenzweise ist, ob seine Wesenheit in einem Erkenntnisakt als Erkenntnisinhalt erscheint oder nicht erscheint. Das Erkenntn und überhaupt alles, was innerhalb des menschlichen Bewußtseins vorkommt und vorgeht, gilt dem Metaphysiker lediglich als ein Ausschnitt aus der Gesamtheit des Seienden und Geschehenden. In den allermeinsten Fällen wird den Tatbeständen des psychischen Lebens mit ihren psychomechanischen und logischen Bewegungsgesetzen das äußere, Raum und Zeit erfüllende Naturgeschehen mit seinen toto genere [völlig - wp] verschiedenen mathematisch-mechanischen Gesetzen gegenübergestellt als ohne weiteres verständlicher und genügend legitimierter realer Gegensatz. Mit erweiterter Geltungssphäre prägt sich dieser Gegensatz in der Antithese von Denken und Sein aus, welche deutlich genug zu erkennen gibt, daß sie stark zu der Auffassung hinneigt, daß das Sein, d. h. das sogenannte wahre, echte, solide Sein oder die Wirklichkeit kein Denken ist und das Denken kein Sein, wenigstens kein solches Sein, sondern eine flüchtigere, vergänglichere Spezies von Sein oder Seiendem darstellt (1). Dieser Gegensatz, dessen Wurzeln im naiven Bewußtseinszustand zu suchen sind, dient der Metaphysik als Ausgangspunkt; sie faßt es als ein ernsthaftes Problem auf, zu fragen, wie nun durch das Denken das Sein erfaßt werden kann, wie der erkennende Geist die Natur in seine Aktionen aufnehmen, die Natur sich assimilieren kann, wie er seine Begriffe in Übereinstimmung mit den "wirklichen" Dingen bringen kann. Man konnte sich nämlich der Tatsache füglich nicht verschließen, daß das Seelenleben selbst unmittelbar all jene Data bietet, die unsere Kenntnis des Kosmos ausmachen. Anstatt nun aber diese Tatsache zur genaueren Untersuchung des landläufigen Gegensatzes auszubeuten und auszudeuten, hielt man ihn kritiklos in dem Sinne fest, daß Denken und Sein, Geist und Natur spezifisch verschiedene Arten von Seiendem darstellen.

Dabei übersah man freilich das Mißliche, daß diese Disparatheit vom Boden des einen dieser Gegensätze selbst aus konstatiert wurde. Mochte man auch nie so naiv gewesen sein, zu wähnen, daß man als metaphysischer Philosoph mit seiner Reflexion den beiden beurteilten Objekten als ein Drittes gegenübersteht, das weder in das Gebiet des Erkennens noch in das des Seins fällt, so verstand man dennoch und versteht man noch jetzt fast allgemein unter "Wirklichkeit" bloß den Inbegriff jenes Seienden, das man jenseits allen Erkennens und in völliger Unabhängigkeit von demselben setzt, selbstverständlich aber denkend setzt. Erfolgt etwa der Einwurf, daß jede solche Aufstellung doch wohl im Bereich und mittels des Erkennens sich vollzieht, so wird man dies zugeben, aber zugleich zu bedenken geben, daß das Erkennen über seinen Bereich eben hinauszugreifen vermag. Sollte nun aber von einem vorwitzigen Zweifler der weitere Einwand gewagt werden, auf welche Gründe sich diese Annahme stützt und wie sie sich vor dem Forum der Logik rechtfertigen läßt, dann muß sich die Verlegenheit des Metaphysikers hinter leere Redensarten flüchten, die entweder das zu Beweisende immer schon voraussetzen oder, zu exoterischen Auskunftsmitteln greifend, mit den Schlagworten "destruktive Negation", "steriler Skeptizismus", "erkenntnistheoretischer Jllusionismus" oder gar "Nihilismus" um sich werfen.

Lassen wir demnach den Metaphysiker gewähren: er bietet uns ein ganz artiges Schauspiel. Seine Überzeugung, daß das Erkennen über sich selbst hinausführt, lockt ihn ins Transzendente, dort findet er den Boden für seine Wissenschaft, die uns über das "wahrhaft" Seiende aufklären soll. Er weiß uns dasjenige aufzuzeigen, was Anspruch hat auf das Prädikat des wirklichen Seins und Geschehens, und ebenso zeigt er uns, wie und an welchem Punkt jenes besondere Geschehen hervorbricht oder zustande kommt, das man als Erkennen oder Selbstbewußtsein oder geistiges Leben und dgl. bezeichnet. Allen Ernstes wird uns zugemutet, diese Aufklärungen als eine theoretisch wertvolle Bereicherung unserer Welterkenntnis anzusehen! Und dabei fühlt man sich bezüglich seiner Methode und seiner Resultate so sicher, daß man ganz unbefangen - sogar mit Vorliebe - Redewendungen gebraucht, wie: x ist zu denken als A B C; y kann nicht anders gefaßt werden (oder vorgestellt werden) denn als M N O; unter z verstehe ich D E F und dgl. mehr. Es wäre eine ebenso kurze wie drastische Art von Widerlegung einer transzendenten Metaphysik, wenn man sich darauf beschränken würde, in der bezüglichen Darstellung all jene den Erkenntnisakt als solchen bezeichnenden Redewendungen augenfällig zu unterstreichen. Dadurch würden alle derartigen scheinwissenschaftlichen Aufstellungen als das gekennzeichnet, was sie in der Tat sind und jederzeit sein müssen: als mehr oder weniger phantasiereiche Gedankenprodukte.

Soviel über das allgemeine Verfahren der transzendenten Metaphysik. Jetzt wollen wir noch den metaphysischen Monismus etwas näher ins Auge fassen. Das Wesen desselben besteht darin, daß das Prädikat des wirklichen Seins einem einzigen allumfassenden Realen oder einer Vielheit gleichartiger Realen zugeschrieben wird, deren Wesen so beschaffen ist, daß durch sie, durch ihre Betätigungen und Wechselwirkungen die ganze Mannigfaltigkeit der "inneren" und "äußeren" Erfahrung gleichmäßig erklärt, bzw. aus ihnen abgeleitet werden kann. Dieses ens realissimum ermöglicht die Versöhnung des oben berührten Gegensatzes von Denken und Sein, Natur und Geist, - es ermöglicht diese Vermittlung dadurch, daß sich diese beiden, einander allem Anschein nach so schroff gegenüber stehenden Seinsgebiete als verschiedene "Seiten" oder "Wirkungs"weisen oder "Tätigkeiten" ein und desselben Realen herausstellen. Wir wiederholen: auch der metaphysische Monismus hält den aus naiven Denkstadien überkommenen Gegensatz fest, nur fixiert er ihn in dem einheitsschaffenden Rahmen eines transzendenten Realen und proklamiert ihn so als Urtatsache, die sich jeder Diskussion entzieht. Eine befriedigende Auflösung, bzw. Aufhellung des fraglichen Gegensatzes liefert er so wenig, daß er vielmehr gerade der Richtung folgt, nach welcher das korrekturbedürftige Glied desselben weist, und den Widersinn verdoppelt und verdreifacht, indem er die "wahre" Wirklichkeit einem Etwas vindiziert [beimißt - wp], dem nebst anderen Eigenschaften auch die eine inhäriert, daß aus ihm die Tatsachen des Bewußtseins als etwas Akzidentielles [Zufälliges - wp] hervorspringen können. Die fundamentale Schwierigkeit wird durch das allerdings radikale Mittel beseitigt oder vielmehr umgangen, daß man das nichtlegitimierte Gegensatzglied auf den Thron hebt, seinem Korrelatbegriff eine untergeordnete Stellung anweist und sich so selbst über die fragwürdige Natur des ersteren hinwegtäuscht.

Freilich muß der solchergestalt konstruierende Monist im Falle einer Reklamation, um sein proton pseudos [erster Irrtum, erste Lüge - wp], einigermaßen gutzumachen, die Versicherung abgeben, daß die Bewußtseinstatsachen die Fähigkeit haben, über ihren eigenen Bereich hinauszugreifen oder hinauszuweisen und von dem Baum zu erzählen, auf dem sie etwa die Rolle der Früchte spielen, während sich an demselben nebst ihnen noch Blätter, holzige Teile usw. vorfinden. Wenn nun aber jemand nach der Legitimation jener Versicherung fragen wollte? Woher soll sie der Monist beschaffen? Es bleibt bei seiner Versicherung, seine aus subjektiver Überzeugung hervorgehende Versicherung ist das unterste Fundament seiner Metaphysik, die da bestimmt ist, das weitläufige Gebäude der Spezialwissenschaften zu krönen und denselben jenen einheitlichen Abschluß zu verleihen, nach welchem jede einzelne in ihren obersten Begriffen hindrängt.

Die monistische Welterklärungstendenz hat sich historisch in verschiedenen Systemenen und Systemversuchen ausgeprägt: man denke z. B. an SPINOZAs Substanz, an BERKELEYs Geisterwelt, an die rudimentär belebten Atome moderner Naturforscher-Philosophen (2) oder etwa auch an den gänzlich naiven und wohl schon fast völlig wieder verlassenen Kinderstandpunkt der materialistischen "Kraftstoffelei", der zwischen dem psychischen Phänomen (z. B. einem bestimmten Schmerz oder einer bestimmten Farbwahrnehmung) und dem mit ihm parallel gehenden Gehirnnervenprozeß nicht scharf zu unterscheiden weiß! Die so verschiedenartige Lösung bei gemeisamer Lösungstendenz kann ebensowenig Wunder nehmen als die Mannigfaltigkeit der metaphysischen Systemversuche überhaupt. Es wäre vielmehr ein erstaunliches Wunder, wenn es anders gekommen wäre. Denn ist einmal aufgrund der oben hervorgehobenen Zuversicht der solide Boden der Erfahrung definitiv verlassen, so daß jegliches Korrektiv und Regulativ des uns allen gemeinsamen Erfahrungsbereiches entfällt, so tritt offenbar die individuelle Phantasie in ihre Rechte ein und es entstehen ebenso viele "metempirische" Luftschlösser, als es original beanlagte und unternehmungslustige Baumeister gibt.

Man möchte nun freilich glauben, es gäbe in der Tat auch für alle philosophierenden Individuen ein gemeinsames Regulativ und Korrektiv, nämlich die Denknormen der Logik und zwar vor allem die Regeln der Wissenschaftslehre. Logisch entwickelt zu sein - darauf erhebt allerdings jede metaphysische Lehre ausdrücklich Anspruch. Mit diesem logischen Zwang kann es jedoch nicht sonderlich gut bestellt sein, da ja doch der Metaphysiker E die Systeme A, B, C, D für unannehmbar erklärt, während sofort ein F auftritt, der versichern zu müssen glaubt, daß mit E nichts anzufangen ist; indessen auch F findet früher oder später seinen Meister in G usw. usf. So geht es nun schon seit THALES von Milet seit mehr als 3500 Jahren. Die Folgen dieser Erscheinung konnten nicht ausbleiben: in dem Maße, als die organische Entwicklung der Spezialwissenschaften den augenscheinlichen Beweis geliefert hat, daß es auf den verschiedensten Tatsachengebieten Wissenschaft gibt, die, durch gemeinsame Denkarbeit errungen, auch ein unverlierbares Gemeingut aller Beteiligten und der notwendige Ausgangspunkt für jede weitere Wissensförderung ist: in demselben Maße stieg die Geringschätzung der Metaphysik, die bisher stets nur zu konträren, sich gegenseitig aufhebenden Lehrsystemen geführt hatte. Und da der Philosoph zu allermeist in der metaphysischen Fundamentierung den wertvollsten Teil und das oberste Ziel, gewissermaßen die Quintessenz seiner Forschung erblickt, so gewann es eine gewisse Berechtigung, die Sache der Metaphysik mit der der Philosophie überhaupt zu identifizieren. Man mußte ihr die - sonst so deutlich zutage tretenden - Kriterien echter Wissenschaftlichkeit absprechen, man kehrte ihren Velleitäten [Willkürlichkeiten - wp], oft mit Verachtung, den Rücken. Wir sollten übrigens im Präsens sprechen. Denn dies ist der tatsächliche Zustand, der trotz philosophischer Allüren vereinzelter "Exakter" in der Gelehrtenrepublik augenblicklich noch vorherrscht, wenn man es auch nicht immer wahr haben will.

Daß man hierbei das Kind mit dem Bade ausschüttet, liegt an der Identifikation von philosophischer und metaphysischer Forschung. Vermeidet man dagegen dieselbe, dann ist die Verwerfung der Metaphysik ganz wohl verträglich mit der Beibehaltung der Philosophie, wobei die letztere auf die Lösung metaphysischer "Probleme" verzichtet und außerdem überhaupt durch ihre Methode die Kriterien der Wissenschaftlichkeit erwirbt. Der permanente Kriegszustand innerhalb der Metaphysik, der unversöhnliche Gegensatz der neben und nacheinander aufgeteilten Systeme allein schon muß von dem Gedanken abschrecken, den n-fach angestellten Versuchen einen n + 1ten Versuch anzureihen, bevor man den gemeinsamen Ausgangspunkt, der nach so verschiedenen, so weit auseinander liegenden Zielen führen konnte, einer genaueren Prüfung unterworfen hat. Es wurde schon oben hervorgehoben,, daß wohl jedes metaphysische System den Anspruch erhebt, streng logisch entwickelt zu sein. In der Tat ist mancher metaphysischen Deduktion, wenn man sich einmal auf denselben Ausgangspunkt stellt und dieselben Voraussetzungen macht wie ihr Urheber, zwingende Schlüssigkeit nicht abzusprechen. Ist ein Großmeister des Gedankens am Werk gewesen, so kann der logische Zusammenhang eines allumfassenden Gedankenbaus den empfänglichen Leser durch die Großartigkeit des Totaleindrucks berücken und dessen eigenes Denken in Fesseln schlagen. Umso dringender wird für den kühleren Beobachter, der nicht ästhetische und logische Befriedigung zu konfundieren liebt, die Aufforderung, den Ausgangspunkt selbst, die Denkvoraussetzungen selbst, welche allen Metaphysikern gemeinsam sind, genauer ins Auge zu fassen.

Diese Prüfung hat vor eben hundert Jahren KANT durch seine "Kritik der reinen Vernunft" in höchst wirksamer Weise eingeleitet; er hat die materielle Unmöglichkeit einer Metaphysik als dogmatischer Wissenschaft vom Transzendenten nachgewiesen, ohne aber mit dem Prinzip, das neben der Erfahrungswelt eine Ansichtswelt anerkennt und zwischen beide eine unüberwindbare Kluft setzt, vollständig zu brechen. Diese für KANTs Theorie der Erfahrung verhängnisvolle Halbheit (3) hat sich dann auch die nachkantische "Spekulation" zunutze gemacht und hat nun im "fortbildenden" Anschluß an KANT lustiger denn je drauflos phantasiert. Die durch KANTs Kritizismus bezweckte Heilung war demnach keine radikale gewesen und erst in der jüngsten Vergangenheit sind wieder, mehr oder weniger unter der befruchtenden Anregung kantischer Gedanken, Versuche hervorgetreten, die Grundvoraussetzung des "metempirischen" Philosophen auf ihre logische Konstitution und Stichhaltigkeit zu prüfen. Das Resultat war ein negatives, indem sich der Begriff des metempirischen (transzendenten, außermentalen) Seins als ein logisch widerspruchsvoller, die Fähigkeit des Erkennens, über sich selbst, d. h. über das Erfahrungsgebiet im weitesten Sinne des Wortes hinaus zu wirken, als eine Jllusion und die Möglichkeit der Erfassung eines transzendenten Seienden durch einen Erkenntnisakt als bare Selbsttäuschung herausstellte (4). Sind die Erwägungen, welche mit diesem Verdikt abgeschlossen haben, begründet, dann scheidet Metaphysik als - relativ, nämlich ästhetisch berechtigte - Begriffsdichtung aus dem Umfang der theoretisch-philosophischen Disziplinen aus, den letzteren dagegen wächst eben dadurch die Aussicht, durch ihre weitere Entwicklung und Ausgestaltung endlich jenen Charakter zu gewinnen, dem die Signatur der Wissenschaftlichkeit gebührt.

Es war in der umfassenden, aber eben nur allzu umfassenden Aufgabe, die sich der metaphysische Systematiker stellte, begründet, daß dem System auch eine Erkenntnistheorie einverleibt werden muß. Es kam darauf an zu zeigen, wie das Erkennen (Denken) das Sein zu erfassen oder sich anzueignen vermag, welcher Erkenntniswert in Bezug auf das zu erfassende Sein den einzelnen Kategorien der Bewußtseinsdata nach ihren materiellen Unterschieden zukommt, auf welchen Gebieten und unter welchen Bedingungen Erkenntnis mit den Charakteren der Allgemeinheit und Notwendigkeit verknüpft ist und dgl. mehr. Eine solche Erkenntnistheorie mußte notwendig ein dualistisches Gepräge erhalten, mochte das zugehörige metaphysische System ein Monismus sein oder irgendeiner anderen Spezies angehören. Dualistisch nenne ich eine derartige Erkenntnistheorie deswegen, weil in ihr mit vollem Bewußtsein dem Erkenntnismittel und Erkenntnisakt ein Seiendes gegenüber gestellt wird, dessen Realität nur negativ dahin charakterisiert werden kann, daß ihr Wert und ihre Bedeutung eben darin besteht, sich nicht in der Realität des Erkenntnisaktes zu erschöpfen. Nennen wir die Spezies von Seiendem, welche die Erkenntnismittel und Erkenntnisakte darstellen, S a und die Spezies des transzendenten Seienden S α, so handelt es sich um den Nachweis, wie S α zu diesem oder jenem Teil, mit diesem oder jenen seiner Bestimmungen in S a übergehen kann, und aller Wert von S a wird dann gerade darin erblickt, daß S α es sich assimilieren kann, daß es ein geeignetes Mittel für diesen Zweck ist.

Dieser allgemeinen Formulierung der Absichten einer metaphysischen Erkenntnistheorie scheint auf den ersten Blick z. B. BERKELEYs Geisterwelt mit Gott als dem Erreger der kongruierenden Weltvorstellungen, sowie den Systemen prästabilierter Harmonie zu widerstehen. Soweit jedoch innerhalb dieser Anschauungsweisen von Erkenntnistheorie gesprochen werden kann, zeigen sie gleichfalls die für sie ohne weiteres verständliche Voraussetzung, daß es neben S a auch ein S &alspha; gibt, und insofern im Bannkreis des S a von einem S α gesprochen wird, ist S α bereits von den Polypenarmen des S a ergriffen worden, so daß wir keinen Anstand nehmen, auch hier im erörterten Sinn einen erkenntnistheoretischen Dualismus zu konstatieren.

Aus dieser Betrachtung resultiert, daß metaphysische und dualistische Erkenntnistheorie Wechselbegriffe sind. Daraus folgt aber unmittelbar, daß eine Erkenntnistheorie, die sich als monistisch bezeichnet, eben dadurch die Anerkennung eines transzendenten Faktors ablehnt und somit als Fundament einer Philosophie zu gelten beansprucht, innerhalb welcher Metaphysik keinen Platz findet. Ob diese Philosophie aber nach ihrem so wesentlich modifizierten Begriff und Zweck das Attribut der Wissenschaftlichkeit verdient, wird in allererster Linie davon abhängen, was ihre Erkenntnistheorie leistet. Aus einer kurzen Betrachtung dessen wiederum, was die letztere in erster Linie zu leisten hat, wird sich ergeben, daß ihre Charakterisierung zutreffend ist, wenn man sie monistisch nennt.


2. Der Begriff des Seins
(= Seienden)

Die allerwichtigste Aufgabe derselben ist es nämlich, den Begriff des Seins jedem Versuch mißverständlicher und scheinwissenschaftlicher Verwertung dadurch zu entrücken, daß anhand der unmittelbar gegebenen Tatsachen seine Geltungssphäre und sein einzig verständlicher Sinn aufgezeigt wird. Dadurch wird zugleich der Begriff der Wirklichkeit in die richtige Beleuchtung gebracht. Es ist das große Verdienst WILHELM SCHUPPEs (5), das logische Verhältnis der vulgären Gegensätze "Denken und Sein", "Subjekt und Objekt" durch eine bis zu ihren Wurzeln eindringende Betrachtung definitiv aufgehellt zu haben. Ganz unabhängig von SCHUPPE hat der Verfasser dieser Abhandlung in seinen "kritischen Streifzügen" über den Realismus der modernen Naturwissenschaft Gelegenheit gefunden, seine Auffassung des fraglichen Gegensatzes zu entwickeln, und es war ihm eine nicht gering anzuschlagende Bestätigung der Richtigkeit seiner Denkergebnisse, daß nahezu gleichzeitig ein zweiter Forscher bei der Lösung einer ganz anders gearteten Aufgabe zu den gleichen Resultaten gelangt ist; und sollten dieselben als Irrtum und "Selbsttäuschung" sich herausstellen, so wird es für ihn ein nicht geringer anzuschlagender Trost sein, in Gesellschaft eines so tief angelegten Denkers geirrt zu haben.

Im Folgenden soll demgemäß nicht etwa ein bloßes Referat über den Gedankengang SCHUPPEs gegeben werden, vielmehr gedenke ich bloß den Ausgangspunkt der Überlegung von SCHUPPE zu entlehnen, während die weiteren Gedankenreihen selbstständig entwickelt werden sollen.

SCHUPPE geht aus von der Betrachtung der Begriffspaare "Raum und Raumerfüllendes", "Stoff und Form", "Denkform und Denkinhalt". Er findet die beabsichtigte Abstraktion in diesen drei Fällen gewöhnlich nicht konsequent durchgeführt: der sogenannte leere Raum ist stets ein bereits erfüllter und das Raumerfüllende ein bereits räumliches, wenn nicht beide anschaulich bleiben sollen, und das letztere wird sicherlich von denjenigen gewünscht, die an jene Entgegensetzung anknüpfen. Der leere Raum ist z. B. nach KANT Anschauungsform unserer Sinnlichkeit; die Empfindung, also das Raumerfüllende, ist nach WUNDT "das psychologische Element, welches den Charakter einfachster Erscheinungen zweifellos an sich trägt"; die reinen Empfindungen sind ihm
    "die ursprünglichsten Zustände, welche der Mensch in sich findet, losgetrennt von allen Beziehungen und Verbindungen, die das entwickelte Bewußtsein immer ausführt."
Die reine Empfindung "ist das Element, aus welchem alle anderen Produkte des Bewußtseins hervorgehen". Diese Bestimmungen sind jedoch miteinander schlechthin unverträglich. Die reine Empfindung, die sich nach WUNDT dadurch charakterisiert, daß Intensität und Qualität ihre einzigen näheren Bestimmungen sind, ist ein begriffliches Abstraktum; eben dadurch, daß wir dasjenige (E), an dem sich nur Intensität und Qualität unterscheiden lassen, "von allen Beziehungen und Verbindungen, die das entwickelte Bewußtsein immer ausführt, lostrennen" - eben dadurch verliert E den Anspruch, als ursprünglichster Seelenzustand zu gelten. Die uns unbekannten und überhaupt unnahbaren Ereignisse innerhalb eines nicht- oder halbentwickelten Bewußtseins können dagegen keine Instanz bieten. Und aus eben demselben Grund kann E nicht das "Element" sein, "aus welchem alle anderen Produkte des Bewußtseins hervorgehen", da es vielmehr selbst das Produkt einer Abstraktion ist, die an ursprünglichem Gegebenem vorgenommen wird. Was unter E gemeint wird, ist sicherlich nicht das Abstractum, welches die Räumlichkeit vollkommen abgestreift hat, sondern muß selbst räumlich gedacht sein, um die Rolle spielen zu können, die ihm im Großen und Ganzen von Psychologen und Physiologen gleichermaßen zugedacht wird.

Es rächt sich hier eben die Tendenz, Metaphysik im Kleinen zu treiben. Man will gewissen Bewußtseinsdaten (E R) (z. B. der Wahrnehmung eines roten Quadrats auf schwarzem Hintergrund oder einer Kälteempfindung auf dem Rücken der rechten Hand oder der Wahrnehmung eines Geigentones) ihre metempirische Entstehung ablauschen. Hierzu scheinen einige der verschiedenen Bestimmungsstücke, die abstrahendo an der untrennbaren Einheit des primär Gegebenen fixiert und begrifflich verselbständigt werden können, eine Handhabe zu bieten. Da nun aber diese abstrakten Bestimmungsstücke (E und R) bei strenger Wahrung ihres begrifflichen Charakters für eine metempirische Kooperation, wie sich von selbst aufdrängen mußte, unbrauchbar waren, so ließ man dem abgetrennten Bestimmungsstück verstohlenerweise die Gemeinschaft mit dem vernachlässigten, worauf die Kooperation sich bei der bekannten Natur des Raumes leicht vollziehen konnte, d. h. an die Stelle der ganz überflüssigen Kooperation trat die Aneinanderfügung von minimalen erfüllten Raumstücken; E R = ∑ (Er).

Dasselbe, was vom Gegensatz "Raum und Raumerfüllendes" gilt, läßt sich von "Stoff und Form" behaupten. Auch hier liegt die Gefahr sehr nahe, sich Stoff doch immer wieder geformt und ebenso Form stofflich vorzustellen. Sobald wir auf Anschaulichkeit nicht vollständig verzichten, ist jeglicher Stoff von bestimmter Form und jegliche Form von bestimmtem Stoff; der gewöhnliche Sprachgebrauch würde statt von bestimmtem Stoff an bestimmtem Stoff sagen. Die Erfahrung, daß es in unserer Macht liegt, unseren Wünschen und Bedürfnissen gemäß manche Stoffe in diese oder jene Form zu bringen, erzeugt leicht die Täuschung, daß die Form überhaupt real abtrennbar ist und formlosen Stoff zurückläßt, ganz so wie die Möglichkeit, einem fixierten Raumstück nacheinander verschiedene Erfüllungen zu geben, bald durch eine einzige Sinnesqualität, bald durch mehrere gleichzeitig, den Wahn erzeugt, Raum sei auch ohne jede Erfüllung vorstellbar. Man übersieht dabei, daß lediglich die eine Sinnesqualität durch die andere oder durch mehrere andere gleichzeitig abgelöst werden kann, mindestens eine Sinnesqualität aber immer vorhanden ist. Ebenso tritt beim materiellen Stoff immer nur eine Form anstelle einer anderen, nur daß unsere Interessen und Bedürfnissen gegenüber die eine Form sich ganz verschieden verhalten kann als die andere.
    "Ein solches Gesetz", sagt Schuppe, "ist auch das wirkliche Denken, d. h. aus unserer Erfahrung uns bekannte Denken, das konkrete Denken. Wenn das Denken sich selbst Objekt wird, so werden in gleicher Weise Bestandteile unterscheidbar sein, welche für sich allein keine selbständige Existenz haben, sondern nur im Verein miteinander als tatsächliches Denken existieren, gerade so nur abstrahendo unterscheidbar sind, wie die oben behandelten Elemente der Erscheinung. Es sind die das Denken und sein Inhalt oder Objekt, das Gedachte."
Es sei nun gestattet, durch die Anführung einiger weiterer Stellen aus der "Erkenntnistheoretischen Logik", welche die Allgemeinbegriffe der traditionellen Schullogik behandeln, Proben zu liefern von der radikalen Kritik, die von SCHUPPE geübt wird, und zugleich zu zeigen, um wieviel tiefer seine Auffassung der Aufgabe der Logik greift, als die herkömmliche.

SCHUPPE könnte sich mit einer bloß vergleichsweisen Bezeichnung der Begriffe "Begriff, Urteil, Schluß" als Denkform versöhnen:
    "Man kann das Allgemeine als das Allumfassende, welches auch in dem sonst Verschiedenartigsten als eigentümliches Gepräge herauserkannt wird, als Form bezeichnen, nicht freilich, weil es an und für sich den Vergleich mit einer Form oder Gestalt hervorruft, sondern mehr durch den Gegensatz des vielfachen Verschiedenen, welches unter jenes subsumierbar, also in ihm enthalten, den höheren Begriff von Seiten des Umfangs als einen verschiedenen Inhalt in sich fassen Form denken läßt. Aber dieser Vergleich rechtfertigt den Namen doch nur notdürftig; er könnte nur einen vorübergehenden Gebrauch desselben rechtfertigen, nicht aber seine prinzipielle und dauernde Anwendung zur eigentlichen Bezeichnung des ganzen Gebietes der Untersuchung. Vor allem müssen wir fragen: welches Allgemeine im Gegensatz zu welchen Besonderheiten ist den gemeint? Ist das gedachte Sein oder der Inhalt in dieser Weise, wie ein subsumiertes Spezielles in jenem Allgemeinen enthalten? Wenn Hund und Katze Begriffe sind, und "der Hund ist ein Tier" ein Urteil ist, werden diese Begriffe Begriff und Urteil wirklich jenen Begriffen und jenem Urteil wie die Gattung ihrer Spezies gegenübergestellt werden können? Freilich, wenn ich als Spezies eben den Begriff Hund und das Urteil, der Hund ist ein Tier ansetze, dann stehen diese Begriffe und dieses Urteil dem allgemeinen Begriff Begriff und Urteil wie Spezies oder Individuen gegenüber. Aber bei diesem Verfahren ist doch, daß Hund und Katze Begriffe sind und daß der Hund ist ein Tier ein Urteil ist, schon vorausgesetzt und es frägt sich wieder, ob nun in dieser Voraussetzung Hund unter Begriff und der Hund ist ein Tier unter Urteil wie die Spezies unter ihre Gattung subsumiert wird. Wenn wir, scheinbar subsumierend, Hund einen Begriff und jenes Urteil ein Urteil nennen, so ist das eben die Aufgabe der Logik, herauszustellen, wie diese Aussage möglich ist und welchen Sinn sie hat. Es ist die Grundfrage nach dem Wesen jener Synthese, wie das Begreifen oder das Denken sein Objekt erfaßt und was es mit ihm macht, und ob und wie es sich mit ihm vereinigt und mit ihm ein Ganzes ausmacht." - -

    "Wenn in der Reflexion die logischen Funktionen zu Bewußtsein kommen, so werden sie von demjenigen, was ihr Produkt ist, ausgesagt. Nun hat gewiß mancher bemerkt, daß dieses, wovon sie ausgesagt werden, ganz dasselbe bleibt, eine Katze oder ein Hund, gleichviel ob erkannt oder ausgesagt wird, daß es Begriffe sind und so scheint ihm dieser Inhalt wie etwas für sich Selbständiges und jene insofern eben unwesentliche Prädikate als etwas äußerlich Hinzukommendes, und so mag sich auch von dieser Seite her eine unklare Vorstellung von einer Form eingestellt haben. Aber die prädizierte logische Funktion steckt im Subjekt und wenn dieses, so wie es gedacht wird, den Inhalt ausmachen soll, so wird eben das, was als Form ausgesondert werden sollte, im Inhalt mitgedacht, der ohne jene gar nicht denkbar ist. Hier zeigt sich wieder das Verdoppeln aus Schwäche der Abstraktion." - -

    "Wenn wir auch in dem Urteil Wechselfälschung wird so und so bestraft von der Verbindung als der Form abstrahieren können, so sind die losgelösten einzelnen Begriffe nichts weniger als reiner Inhalt. Vielmehr steckt in jedem dieser Begriffe noch sehr viel Form, d. h. eine Reihe von reinen Denktätigkeiten, und wenn wir konsequent diese alle bis auf die letzte wegdenken, so bleibt einfach nichts übrig. Denn sobald wir noch etwas als den angeblichen Rest denkend aussprechen, ist auch in diesem Gedachten so sogenannte Form enthalten. So wie es aber eine bare Unmöglichkeit ist, jenen Inhalt ohne Form zu denken, ich meine nicht nur ihn sich vorstellen, sondern auch abstrahendo als begriffliches Element zu denken - es sei denn eben nur durch die Subtraktionsformel, welche sich als unausführbar erweist - so ist es andererseits ebenso unmöglich nach völliger Abstraktion vom Inhalt die übrigbleibende Form zu denken." - -

    "Die Formen des Denkens können nicht gedacht werden außer unter Voraussetzung der Grundvorstellung Denken, welche sich in ihnen spezifiziert. Im Begriff des Denkens, so wie die Erfahrung ihn uns gibt, d. h. also des wirklichen tatsächlichen Denkens liegt aber als absolut unentbehrlicher Bestandteil der Begriff des Gedachten, wenn man will, des gedachten Seins, und so ist die Vernachlässigung des Inhalts des Denkens bei einer Lehre von den Denkformen in diesem Sinne eine Unmöglichkeit. Denn Formen des Denkens heißt dann nur die bestimmten Arten, Seiendes zu denken. Die Vorstellung des Inhaltes ist aus der des Denkens nicht entfernbar, ohne diese selbst zu vernichten, und so wird die Darstellung der Formen des Denkens zeigen, welche Formen das Denken des Seienden haben kann."
Die einzig mögliche Bedeutung des Ausdrucks "Formen des Denkens" präzisiert SCHUPPE in folgenden Worten:
    "Denken und Gedachtes läßt sich nicht in den Gegensatz von Form und geformtem Stoff zwängen, aber wie der allgemeine Begriff der Ausdehnung nur wirklich werden kann, wenn sie Form und Gestalt annimmt, so kann die Form des Denkens als die spezifische Differenz angesehen werden, ohne welche das Denken eben nur eine Abstraktion bleibt und welche hinzukommen muß, um es tatsächlich einem wirklichen Denken, zu einzelnen Gedanken zu machen." - -
Durch die vorstehende Erörterung des gegenseitigen Verhältnisses der Begriffe Raum und Raumerfüllendes, Stoff und Form, Denkform und Denkinhalt dürfte eine hinreichend klare Vorstellung von der "Schwäche der Abstraktion" gegeben sein, welche auch der landläufigen Verwertung des Begriffspaares "Denken und Sein" anhaftet und demnach dafür verantwortlich zu machen ist, daß dieser Gegensatz, bzw. seine mißverständliche Auffassung die Grundvoraussetzung und das wahre Atmungszentrum für jegliche Metaphysik geworden ist. Und hiermit sind wir nun bei unserem Hauptthema angelangt.

Das erste Glied unseres Gegensatzes bezeichnet in der Verbalform "Denken" eine Tätigkeit, in der Partizipialform "Gedachtes" den in die Denkbewegung hineingezogenen Inhalt, an dem erst das Denken als Tätigkeit offenbar wird und den wir auch "Gedanke" nennen. Es wäre nicht mehr als ein Spielen mit Worten, wenn wir einen analogen Gegensatz für die Ausdrücke "Sein" und "Seiendes" aufstellen wollten. Die Analogie würde jedoch auch nicht weit reichen. Denn man könnte höchstens mit "Sein" eine Art von Tätigkeit, mit "Seiendes" dasjenige bezeichnen wollen, das die "Tätigkeit" des "Isten's" ausübt. Da nun aber die ganze Charakteristik des "Seienden" nur darin bestehen kann, daß es (?) jene interessante Tätigkeit ausübt, so hängt dieselbe völlig in der Luft, der Sinn des Wortes "Tätigkeit" ist in Rauch und Nebel aufgegangen und wir könnten uns höchstens nach einem von DÜHRINGs Kraftworten, am "Geklapper mit Wortschalen" erfreuen. Ganz anders steht es mit dem Begriff "Denken". Wenn wir darunter eine Tätigkeit verstehen, so ist dies begrifflich vollkommen verständlich und begründbar. Subjekt für dieselbe ist das im Begriff des Erkennens überhaupt eingeschlossene "Erkenntnis-Ich" (REHMKE) und andererseits stützt sie sich auf ihren jederzeit gegebenen Inhalt, der als ihr Objekt aufgefaßt wird.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf aufmerksam machen, welche Gefahren in so hohen Gebieten der Abstraktion das in keiner Weise zu umgehende kategoriale Gefüge unseres Denkens und seiner sprachlichen Verkörperung überhaupt mit sich bringt. Wir können nicht anders als unausgesetzt in Sätzen zu denken mit Subjekt und Prädikat und Objekt, mit Attributen und Verben. Unser tatsächliches Denken kann sich niemals emanzieren von dem stereotypen Gepräge, welches ihm die Kategorialbegriffe Ding und Eigenschaft, Kausalität, Tätigkeit usw. aufdrängen. In den niedrigeren Regionen der speziellen Erfahrungsgebiete, wo die genannten Kategorialbegriffe sozusagen zuhause sind, wird jenes Gepräge nur selten irre führen können, da hier der Sinn der ins Spiel gesetzten Begriffe nach Bedarf oder auf Verlangen jederzeit an der besonderen empirischen Grundlage nachgewiesen werden kann. Anders steht es bei Begriffsoperationen höherer und höchster Abstraktionsstufen, innerhalb welcher das längst geläufige kategoriale Denken all jene Gefahren mit sich bringen muß, welche seine - allerdings unvermeidliche - Anwendung auf ein nicht mehr ganz adäquates Gebiet notwendig bedingt. Verkennt man aber die Gefahren dieser gewissermaßen übertragenen Anwendung des Denkens, so muß daraus eine Menge von Mißverständnissen und eingebildeten Erkenntnisförderungen entspringen. - -

Wir erklärenn nun ein für allemal in der folgenden Erörterung unter "Denken" und "Gedachtes" nur eine Abbreviatur [Abkürzung - wp] für die ganze Mannigfaltigkeit der Bewußtseinstatsachen verstehen zu wollen, die, unter den Gesichtspunkt der Tätigkeit gebracht, durch die Gattungsbegriffe "Empfinden, Wahrnehmen, Anschauen, Urteilen, Schließen" gruppenweise zusammengefaßt werden. Über das Gebiet der Gefühle wird weiter unten eine besondere Bemerkung folgen müssen. Wir betonen ausdrücklich, durch die Wahl des Terminus "Denken" durchaus nichts über den generellen Charakter all dieser Phänomengruppen bestimmen zu wollen. Er dient uns vorläufig, wie gesagt, nur zur zusammenfassenden Bezeichnung.

Es wird nun kaum bestritten werden, daß die Tätigkeit des Denkens, um wirklich zu sein, eine der angeführten Speziesformen annehmen muß; allein noch mehr: diese Speziesformen sind eben noch immer Abstrakta; das "Urteilen" z. B. muß, um wirklich zu sein, ein ganz bestimmtes Urteil, sei es ein Wahrnehmungs- oder Begriffsurteil sein und zwar von der Person A und in dem bestimmten Zeitpunkt t gefällt. Das "Empfinden" muß sich, um mehr zu sein als ein hohler Gattungsbegrifff, spezifizieren zum "Sehen" oder "Hören" oder "Riechen" usw. und das "Sehen" wiederum muß das Sehen z. B. eines vertikalen roten Quadrats von ganz bestimmter ("scheinbarer") Größe sein, ausgeübt von der Person B im Zeitpunkt t1. Daraus ist zu ersehen, daß "Sehen", "Wahrnehmen", "Urteilen", "Denken" lediglich abgestufte Gattungsbegriffe für ganz individuelle Erlebnisse sind, jedoch unter den allgemeinen Gesichtspunkt der Tätigkeit gebracht. Dadurch nun, daß sich jede dieser Tätigkeiten erfahrungsgemäß an so mannigfaltigen Individualinhalten verwirklicht und an jedem dieser Individualinhalte wiedererkannt wird, entsteht der täuschende Eindruck, als wenn der Individualinhalt diesen Tätigkeiten äußerlich gegenübersteht, ihnen gewissermaßen begegnet und von ihnen erfaßt wird, also auch schon vor dem Begegnen und Erfaßtwerden vorhanden gewesen ist. Diese Auffassungsweise, welche sich auf den Gebieten der Sinnesqualitäten am ursprünglichsten und lebendigsten geltend macht, ist offenbar der primäre psychologische Impuls, der treibende Keim für jeglichen theoretischen Realismus, bzw. erkenntnistheoretischen Dualismus. Wir behaupten dies nicht nur für den naiven Realismus des natürlichen Bewußtseins, sondern auch für den reflektierenden Realismus irgendeines "sublimierten, theoretisch zugestutzten Körperglaubens". Denn mag auch der letztere die Übereinstimung des "wirklichen Dings" mit der "Wahrnehmung" oder "Anschauung" auf noch so bescheidene Reste reduziert haben, so ist es doch immer noch dieser festgehaltene Begriff der außermentalen Wirklichkeit, der sich aus dem Schiffbruch jener naiven Gegenüberstellung des Erkenntnisobjekts und des Erkenntnisaktes gerettet hat und jeglicher dahin gerichteter Aufstellung, mag sie auch mit der größten Besonnenheit und Exaktheit aufzutreten glauben, den Stempel der metaphysischen Dichtung und des Selbstbelügens aufdrückt; es müßte denn sein, daß ihr die ausdrückliche Erklärung mit auf den Weg gegeben wird, daß die angenommenen Atome, Kraftzentren und dgl. nichts anderes sein wollen, als begriffliche Hilfskonstruktionen für Zwecke der einheitlicheren Systematisierung der empirischen Tatsachen und zur methodischen, antizipierenden Anbahnung einer Erweiterung derselben. Die trefflichen Dienste, die in dieser Beziehung im Bereich der Naturwissenschaften manche Hypothese geleistet hat, haben nicht das Mindeste zu tun mit ihren etwaigen Ansprüchen auf eine transzendente Geltung.

Bezüglich der Gefahr, die Tätigkeit des Denkens von ihrem Objekt oder Inhalt abzutrennen und zu verselbständigen, finden wir bei SCHUPPE (a. a. O.) folgende treffende Bemerkung:
    "Wenn wir sagen wollen, was Denken, bzw. Erkennen ist, so stehen nur bildliche Ausdrücke zu Gebote, daß es ein Ergreifen, natürlich ein geistiges, und Erfassen, ein Aneignen der uns umgebenden Welt ist. - - Diese Bilder sind nicht zu tadeln und es steht ihrer Verwendung nichts im Weg. Aber ein Mißverständnis sind sie hervorzurufen geeignet, vor welchem ausdrücklich gewarnt werden muß. Wenn auch in jedem Ergreifen oder Erfassen, Aneignen, Verknüpfen die Vorstellung des Objekts wesentlich ist, so ist doch die körperliche Tätigkeit, welche dabei gedacht werden kann und welche die geistige veranschaulichen soll, ohne Objekt denkbar. Ich kann diejenige Bewegung von Arm und Fingern, welche um einen Gegenstand zu ergreifen notwendig ist, vornehmen, ohne daß ein greifbarer Gegenstand vorhanden ist. Dadurch wird die irrige Vorstellung erweckt, als wäre das Denken auch eine vor und unabhängig von seinem Objekt existierende Tätigkeit, welche ähnlich wie eine räumliche Bewegung auf ihrem Weg das Objekt, welches gleichfalls unabhängig von ihr und vor ihr existiert hat, trifft." -
Aus den voranstehenden Erörterungen gewinnen wir das Resultat, daß Denken und Sein zwei verschiedene begriffliche Auffassung zwei verschiedene Seiten ein und desselben Gegegebenen sind: wir finden in unserem Bewußtsein gewisse Data vor, die wir wegen ihres zeitlichen Verlaufs und wegen anderer nebensächlicher Umstände (wegen parallel gehender Bewegungen von Sinnesorganen, z. B. des Augapfels oder infolgen von Kongestivzuständen (Bluthochdruck - wp], Ermüdungsgefühlen u. a.) unter dem Gesichtspunkt der Tätigkeit auffassen. "Denken" ist dann das "Haben" dieser Bewußtseinsdata unter dem genannten Gesichtspunkt; "Sein" ist der Individualinhalt, an dem wir uns überhaupt erst einer Tätigkeit bewußt werden; wir müssen ihn - allerdings im unwillkürlichen Dienst der von uns bekämpften Anschauung - das Objekt dieser Tätigkeit nennen, nur dürfte diese Bezeichnung durch das Vorausgehende vor einem Mißverständnis hinreichend gesichert sein.

Nunmehr sind wir so weit, daß wir die Behauptung wagen können, "Sein" sei überhaupt nur der höchste Gattungsbegriff desjenigen, was Bewußtseinsdatum überhaupt ist oder sein kann, und zwar insofern, als damit die logisch notwendige Ergänzung des Korrelatbegriffs derselben Abstraktionshöhe, nämlich des "Denkens" (Erkennens) gemeint ist. Beide sind Begriffe, sie stellen die obersten Gattungsbegriffe all dessen dar, was als Teilinhalt ein konkretes Bewußtsein konstituieren kann. Die Einheit des letzteren ist durchaus sui generis [eigener Art - wp] und bei aller Mannigfaltigkeit der Komponenten jedem das unmittelbar Bekannteste und Vertrauteste. Jene beiden höchsten Gattungsbegriffe fordern und stützen einander gegenseitig; Denker ist nur verständlich als Denken eines Seins oder Seienden, Sein nur verständlich als irgendein gedachtes, d. h. als Bewußtseinsdatum auftretendes Sein. Die Antithese "Denken - Sein" verwandelt sich so in die Gleichung "Denken eines Seins = gedachtes Sein"; der Unterschied, der auch sprachlich zum Ausdruck kommt, beschränkt sich darauf, daß der Schwerpunkt der Betrachtung auf unterscheidbare Seiten desselben Einen fällt.

Daraus nun aber wird klar, daß für diesen Standpunkt die Grundfrage der Erkenntnistheorie in der vulgären Fassung, wie nämlich das Erkennen, zum "Sein" in Beziehung tretend, zu seinen Inhalten oder Objekten kommt, und ebenso das kantische Problem der "Grenzen" der Erkenntnis gegenstandslos wird. Wenn es Erkennen gibt, so ist es stets bereits erkannter Inhalt, der ein Erkennen konstatieren läßt; setzt man dem Erkennen die "ungedachte" Wirklichkeit, das "objektive" Sein gegenüber mit der Bestimmung, daß es entweder in dem und dem Maße oder Grad oder Teil assimilierbar oder etwa auch - nach KANT - gänzlich (?) unerkennbar ist, so ist dieses "objektive", mit dem Erkenntnisakt konfrontierte Sein sicherlich samt seinem Attribut "ungedacht" ein gedachtes und erkanntes, und lediglich der ausführlich erörterten logischen Trennung der Denktätigkeit und des Denkinhaltes verdankt es seine ontologische Sonderstellung, der dann die realistisch-metaphysische Erkenntnistheorie so überschwängliche Leistungen zumutet. Man kann aus dem Begriffsganzen "erkanntes Sein" durch Abstraktion vom Inhalt den Begriff des Erkennens und durch Abstraktion vom "Erkanntsein" den Begriff des Seins gewinnen, ohne daß aber damit erwiesen wäre, daß es ein Erkennen ohne ein erkanntes Sein gibt oder ein Sein, ohne erkannt zu sein. Man bedenke, daß der Sinn der negativen Prädikation auch beim Begriff des ungedachten Seins gefordert werden muß. Das Urteil "S ist nicht P" setzt voraus, daß S ein positives Datum als Bestandteil aufweist, das zu P in einem konträren oder kontradiktorischen Gegensatz steht. Welches ist dann nun aber im Begriff des ungedachten Seins das Merkmal, welches, mit dem Gedachtsein unverträglich, eben dieses ihm abzusprechen zwingt? Die Begriffe "Denken" und "Sein" verhalten sich ähnlich wie Fläche (bzw. Sehfläche) und Farbe: keine Fläche ohne Farbe, keine Farbe ohne Fläche. Nichtsdestoweniger gibt es triftige Anlässe, einmal von Flächen zu handeln ohne jede Rücksicht auf Farbe, ein andermal von Farbe ohne Rücksicht auf ihre flächenhafte Ausdehnung. Freilich erblickt hier niemand in der Abhängigkeit vom Wirklichkeitsfaktor der Flächenhaftigkeit eine Beeinträchtigung der Farbe, sowie auch schwerlich jemand Wert darauf legen wird, Fläche real unabhängig von jeglicher Farbe zu wissen, - eine Unbefangenheit, die wir gegenüber den Begriffen "Denken" und "Sein" keineswegs bemerken.

Man könnte die obige Gleichung erläutern durch das Analogon "Sehen von Himmelblau = gesehenes Himmelblau". Dieses Seitenstück ist auch insofern instruktiv, als auf dem Spezialgebiet der Farbwahrnehmungen die bessere Einsicht, die wir im allerweitesten Umfang anzubahnen versuchen, sich bereits Bahn gebrochen hat, so daß "gesehenes Himmelblau" als lästiger Pleonasmus [Doppelmoppel - wp] gefühlt wird, was beim Begriff "gedachtes Sein" (6) noch durchaus nicht der Fall ist.

Dieser Seitenblick veranlaßt uns, nachträglich einen materiellen Unterschied zu berühren, der die Bewußtseinsdata in zwei Gruppen trennt. Oben haben wir den Terminus "Denken" als Abbreviatur für die Gesamtheit jener Bewußtseinsdata gebraucht, die speziell als Erkenntnismittel gelten, d. h. bei denen diese Auffassung durch die bereits erörterte (vermeintlich) reale Trennung des Inhalts und der auf ihn bezogenen psychischen Tätigkeit nahegelegt wurde. Davon sind nun solche Erlebnisse zu sondern, wo zwar dieselbe Trennung Platz greift, jedoch nicht im realen oder besser: metempirischen, sondern bloß im einzig angemessenen logischen Sinn gemeint wird. Wir meinen Schmerz, Unbehagen, Wohlbehagen, Lust, Freude, Neid usw. Niemand meint wohl auf diesem Gebiet, daß das Fühlen sein Objekt, den individuellen Schmerz oder die individuelle Lust, erst auf seinem Weg antrifft und in seinen Bereicht zieht, wie etwa, mit falscher Annahme einer wirklichen Intermission auf der Seite des Inhalts, zuweilen gesagt wird, daß wir unter Umständen nichts sehen oder nichts hören und dann wieder etwas zu sehen oder zu hören bekommen, als ob nämlich Finsternis und Stille keine positiven Data wären. (7) Auf dem Gebiet der Gefühle ist vielmehr die richtige Anschauung auch die herrschende, indem hier jedermann den Sachverhalt von Haus aus so auffaßt, wie er aufgrund radikaler Selbstbesinnung für jedes beliebige Bewußtseinsdatum aufgefaßt werden muß.
LITERATUR - Anton von Leclair, Beiträge zu einer monistischen Erkenntnistheorie, Breslau 1882
    Anmerkungen
    1) Man vergleiche aus allerneuester Zeit z. B. Wilhelm Wundt, Erkenntnislehre, Stuttgart 1880) Seite 5f und öfter. - Hermann Lotze, Metaphysik, Leipzig 1879, Seite 14, 70, 93, 195, 202, 218 und öfter. - Eduard Zeller, Vorträge und Abhandlung, Bd. 2, Leipzig 1877, Seiten XIV und XV, wie auch 480 und 491-499. - Alois Riehl, Der philosophische Kritizismus, Bd. 2, erster Teil, Leipzig 1879, Seite 3, 12, 18f, 194, 275.
    2) Vgl. Leclair, Der Realismus der modernen Naturwissenschaft im Lichte der von Berkeley und Kant angebahnten Erkenntniskritik, Prag 1879, Seite 136; ferner Ernst Häckel, die Perigenesis der Plastidule oder die Wellenzeugung der Lebensteilchen. Ein Versuch zur mechanischen Erklärung der elementaren Lebensvorgänge, Berlin 1876, Seite 38 und 39.
    3) Vgl. Johannes Rehmke, Die Welt als Wahrnehmung und Begriff, Berlin 1880, in den ersten sieben Abschnitten allenthalben.
    4) "Und nun geht die Frage dahin, wie kann ein solches Sein, dessen Existenz in dieser Weise an und für sich besteht, Objekt des Denkens werden oder in das Bewußtsein hineinpraktiziert werden? Gesetzt nun, das Werk sei gelungen, so ist doch das nächste Resultat nur dieses, daß im Bewußtsein nun ein Inhalt als Objekt des Denkens ist, welcher vorher nicht da war. Wenn dieses im Bewußtsein als sein Inhalt und als Objekt des Denkens vorhanden sein, wenn dieses Erkenntnis ist, so geht diese Erkenntnis natürlich auf dasjenige, was nun Inhalt des Bewußtseins ist; meint man aber, sie solle auf dasjenige gehen, was - nicht etwa nur vorher nicht Inhalt des Bewußtseins war, sondern was - ohne überhaupt Objekt zu sein doch schon existierte, so muß doch, wenn es überhaupt noch eine Logik geben soll, irgendwie erkannt werden, daß dieser neue Bewußtseinsinhalt mit einem Sein, welches vorher nicht Bewußtseinsinhalt war, identisch ist; man muß also in diesem Fall, welche beiden Dingen gemeinsam sind, ihre Identität feststellen. Daß man dabei doch das außerhalb des Bewußtseins Existierende immer schon denken und kennen muß und daß man mit dem Gedanken und dem Wort eines außerhalb des Bewußtseins Existierenden dieses außerhalb eo ipso aufhebt, indem man dieses Ding denkt, liegt doch wohl auf der Hand." - Schuppe, Erkenntnistheoretische Logik, Seite 34. - Vgl. Leclair, Der Realismus der modernen Naturwissenschaft, Seite 70f, 79f, Seite 257.
    5) Wilhelm Schuppe, Erkenntnistheoretische Logik, Bonn 1878.
    6) vgl. Leclair, a. a. o., Seite 220f.
    7) vgl. Leclair, a. a. O., Seite 89f.