p-4tb-1M. PalàgyiH. VaihingerC. CoerperMüller-Freienfels    
 
GILBERT WHITNEY CAMPBELL
Fiktives in der Lehre
von den Empfindungen

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"Eine bewußtermaßen fiktive Auffassung der psychischen Elemente bestimmt das psychologische Denken. Wir brauchen uns nur mit der Art und Weise, wie die Fiktionen angewendet werden, zu beschäftigen. Bei denjenigen Forschern, die eine Warnung zur Vorsicht aus den Augen lassen, werden wir einen anerkannt fiktiven Begriff mit einem solchen verwechselt finden, der vermeintliche Tatsachen bezeichnen soll. Der Gebrauch einer Fiktion ist aber vom Zweck, dem sie dienen soll, abhängig."

"Unter Empfindung verstehen wir einen im Zentralorgan auf Veranlassung eines ihm von den peripheren Organen zugeführten Nervenreizes entwickelten Bewußtseinszustandes, in welchem ein qualitativ und quantitativ bestimmtes Etwas zur sinnlichen Erscheinung kommt. Dieses Element ist dasjenige, das wir als Inhalt betrachtet haben. Es ist dieses präsentative oder bloß sinnlich gegebene, nicht umgearbeitete Material, das ohne Beurteilung oder Denken in irgendeiner Form einfach da ist, das ohne Zusatz oder Vermischung und anderen Erfahrungsmomenten existiert, was der Begriff rein bezeichnen soll."


Kapitel II
Betrachtung fiktiver Elemente in den
Empfindungslehren verschiedener Psychologen


Einleitung

Die psychologische Auffassung der Empfindungen, die wir bei VAIHINGER gefunden haben, stimmt in einer Hinsicht mit der der meisten Psychologen überein. Ihnen allen gilt der Empfindungsbegriff als der Begriff eines auf irgendeine Weise letztlich Gegebenen der menschlichen Erfahrung die Empfindungen sollen letzte, unzerlegbare Bestandteile des psychischen Erlebnisses sein.

Zu gleicher Zeit schicken die meisten modernen Seelenforscher ihrer Betrachtung der "Elemente des psychischen Lebens" eine Warnung voraus, in der betont wird, daß das Bewußtsein in jedem Augenblick aus einer sehr verwickelten, verwobenen, ja verschmolzenen Vielfältigkeit besteht, und daß deshalb die Elemente des seelischen Lebens nie als einfache, isolierte, stillstehende, beharrende, klötzchenhafte Bestandteil wirklich zu beobachten sind, sondern aus Gründen der theoretischen Einfachheit oder Zweckmäßigkeit so betrachtet werden, als ob sie jene Eigenschaften besäßen. EBBINGHAUS schreibt:
    "In der Tat ist ja fast alles Seelische unablässig und relativ schnellen Veränderungen unterworfen, es befindet sich in einem fortwährenden Fluß des Geschehens ... Dieselben Gründe aber, die ... (die Abstraktionen) ... anderswo als notwendig oder als zweckmäßig erscheinen lassen ... bestehen auch für die Psychologie." (8)
In demselben Sinn bemerkt JODL:
    "Es gibt im normalen Verlauf des psychischen Lebens schlechterdings keine völlig einzelnen, für sich bestehenden und isolierten Empfindungen, Sensationspunkte, sondern durchaus nur Empfindungsreihen, Sensationscontinua. Die sogenannte einfache oder reine Empfindung ist eine Abstraktion." (9)

    "Keiner besonderen Erwähnung", sagt Lipps, "bedarf das Selbstverständliche, daß alle diese Bewußtseinserlebnisse nur durch einen Akt der Abstraktion aus der Einheit des Bewußtseinslebens herauslösbar sind. Zugleich findet sich in dieser Einheit alles in fortwährendem Fluß und Übergang." (10)
CARL STUMPF behauptet beiläufig: "absolut Beharrliches gibt es eben nicht, auch nicht in kleinster Zeitspanne." (11) WILLIAM JAMES vertritt, wie man von einem Pragmatisten erwarten mußte, die Meinung, daß man sich der Bequemlichkeit wegen einer Formulierung der psychischen Tatsachen auf atomistische Weise und einer Betrachtung der höheren Zustände des Bewußtseins, als ob sie aus unveränderlichen einfachen Vorstellungen beständen, bedienen dürfte. Er beton jedoch dabei stark, man dürfe nie vergessen, "that we are talking symbolically, and that there is nothing in nature to answer to our words." [daß wir symolisch sprechen und daß es in der Natur nichts gibt, das auf unsere Wörter antwortet - wp] (12). TITCHENER ist derselben Meinung. Er spricht von "praktischen Zwecken" und sagt: "In einem praktischen Sinn kann daher der Psychologe ein psychisches Element isolieren." (13)

Wir werden im Folgenden noch oft darauf stoßen, wie diese bewußtermaßen fiktive Auffassung der psychischen Elemente das psychologische Denken bestimmt. In diesen Fällen brauchen wir uns nur mit der Art und Weise, wie die Fiktionen angewendet werden, zu beschäftigen. Bei denjenigen Forschern jedoch, die ihre eigene Warnung zur Vorsicht aus den Augen lassen, werden wir einen anerkannt fiktiven Begriff mit einem solchen verwechselt finden, der vermeintliche Tatsachen bezeichnen soll.

Der Gebrauch einer Fiktion ist, wie schon gesagt, vom Zweck, dem sie dienen soll, abhängig. In der Psychologie wie in anderen Wissenschaften ist "Zweckmäßigkeit" ein relativer Begriff und diese Relativität wird bestimmt erstens durch die dem jeweilig begrenzten Gebiet sachlich entstammenden Anforderungen an die Begriffsbildung und zweitens durch die besondere wissenschaftliche Stellungnahme des einzelnen Forschers. Für einen Psychologen also, der die Psychologie als eine rein empirische Wissenschaft ansieht, wird grundlegenden Begriffen eine andere Bedeutung zukommen, als für einen, dessen Ansicht mit dieser nicht übereinstimmt; dasselbe gilt bezüglich der Auffassung der Psychologie als einer rein beschreibenden oder als einer erklärenden Wissenschaft. Bei einem Biologen z. B. der gleichzeitig Psychologe ist, werden nicht selten die psychologischen Begriffe Beeinflussungen aus dem Gebiet der Physiologie oder Anatomie aufweisen. Doch hierauf kommen wir später zurück.

Diese Arbeit verfolgt einen dreifachen Zweck: erstens wollen wir einige wichtigere, von verschiedenen Forschern aufgestellte Begriffe der Empfindung betrachten, um uns über den Sinn, in dem diese Begriffe angewendet werden, klar zu werden, zweitens wollen wir versuchen, den Grad der Genauigkeit und Vollkommenheit zu bestimmen, welchen diese Begriffe in der Beschreibung der Tatsachen erreichen; und drittens wollen wir diejenigen Begriffe auswählen, welche uns die passendsten zu sein scheinen, um der Psychologie als einer rein empirischen Wissenschaft zu dienen. Und zwar wollen wir nicht alle Empfindungsbegriffe auf diese Weise bestimmen, sondern nur einige der meist verbreiteten, um auf die bei der Auswahl der "zweckmäßigsten" einzuschlagende Richtung hinzuweisen.

Der Standpunkt, von dem unsere Betrachtung ausgeht, ist folgender: Fiktioinen können der Psychologie dienstbar sein: einige Fiktionen sind anderen vorzuziehen; diejenigen Fiktionen, welche die Tatsachen am wenigsten verdunkeln, sind stets die geeignetsten.

Nach diesen einleitenden Bemerkungen wenden wir uns dem Begriff der Empfindung als eines konstanten Inhalts der Wahrnehmung zu. Der Begriff der Empfindungen hat eine lange Geschichte hinter sich, doch spielt er heutzutage eine irreführende Rolle.


§ 1. Die Empfindung als konstanter Inhalt

Die Frage nach der Zusammensetzung der sinnlichen Wahrnehmungen hat seit altersher die Philosophen nicht weniger als die Psychologen beschäftigt. Vornehmlich war es das Problem der Erkenntnis einer Welt der körperlichen Dinge, das immer wieder zur Unterscheidung zweier Elemente in jedem Wahrnehmungsprozeß führte. Bei BERKELEY schon findet sich eine Erklärung der Gesichtswahrnehmung, welche in fast unveränderter Form bis auf unsere Tage viele Vertreter hat. BERKELEYs "New Theory of Vision" zeigt, wie die Wahrnehmung der Dinge der körperlichen Welt nur dadurch möglich ist, daß die gegebenen Gesichtselemente, speziell ihre räumlichen Eigenschaften, durch andere Erfahrungselemente ergänzt oder umgeordnet werden.

Seitdem sind die Psychologen und die Philosophen bemüht, zwei "ganz verschiedene Faktoren" bei jeder Wahrnehmung eines Dings scharf zu unterscheiden, nämlich das sinnlich gegebene Material und die seelischen Elemente, die hineingewoben werden, um das sinnliche Material zu ergänzen.

Die Psychologie hat große Fortschritte gemacht, seit ein ÜBERWEG seine Ansicht vorbrachte, doch vertreten noch mehrere der neuesten Psychologen eine ähnliche Meinung. ÜBERWEG sagte:
    "Infolge der Affektion des Nerven, z. B. der Netzhaut, entsteht in uns eine sinnliche Empfindung. Unmittelbar ist nur diese in unserem Bewußtsein; alles übrige ist eine Deutung derselben. Wir deuten sie unwillkürlich ... auf ein äußeres Objekt." (14)
Diese Auffassung von der sinnlichen Empfindung als dem einzigen und zwar einem konstanten Inhalt des Bewußtseins bei der Wahrnehmung geht historisch zurück auf LOCKEs Empirismus. Der in diesem Jahr verstorbene Psychologe JODL macht einen Unterschied zwischen dem Rohmaterial und der verdeutlichten Empfindung. Ebenso behauptet er die Existenz solcher unverdeutlichten Inhalte als absolute Elemente, nicht nur die Notwendigkeit sie zu fingieren (15). Wir haben schon eine allgemeine Auffassung des psychischen Lebens kennen gelernt, wonach nur "Empfindungsreihen, Sensationscontinua" und nicht isolierte Empfindungen vorgefunden werden. Aber man darf nach JODL nicht annehmen, daß in diesen Reihen gewisse Teile nicht diesselben bleiben. Er warnt nachdrücklich vor der Ansicht, "daß wir gar nicht absolute Inhalte ... empfinden." (16) Auch HUSSERL spricht zuweilen von der Sinnesempfindung so, als ob sie ein unveränderlich gleichbleibendes Element wäre; z. B. sagt er: "Verschiedene Leute können dasselbe empfinden und doch ganz Verschiedenes wahrnehmen." (17) Nach WUNDTs Ansicht, welche wir später ausführlicher betrachten werden, kann "unter verschiedenen subjektiven Bedingungen ein und dieselbe Empfindung von verschiedenen Gefühlen begleitet sein." (18)

Der Unterschied zwischen dem Empfindungsvorgang und dem Empfindungsinhalt scheint LIPPS so wichtig, daß er es als eine Grundbedingung für die Psychologie erachtet, "daß jederzeit und an jedem Punkt auf das Bestimmteste unterschieden werden: die Empfindungsinhalte und die Empfindungen." Hier ist der Verfasser darauf bedacht, die Empfindungen den Gefühlen gegenüber zu charakterisieren und alle Bewußtseinsprozesse überhaupt in zwei Hauptklassen zu ordnen: die Gefühle sind ihm zuständliche Erlebnisse, die Erlebnisse der anderen Gruppe "absolut gegenständliche Inhalte." Die allgemeinere Bedeutung des hier gemachten Unterschieds zwischen seelischen Vorgängen werden wir noch besonders ins Auge fassen. Hier aber kommt es darauf an, daß auch LIPPS in den Empfindungsinhalten eine ganz eigenartige Gruppe von Bewußtseinstatsachen erblickt. "Der empfundene Ton", lehrt er, "ist ein Empfindungsinhalt". (19) Auf ähnliche Weise sind Farben, Geschmäcke, Gerüche usw. Inhalte, und LIPPS glaubt diesen Inhalten Unveränderlichkeit zuschreiben zu sollen. Das kommt deutlich in seinen Betrachtungen über die Tonphänomene zum Ausdruck. Dort behauptet er, daß, wenn zwei oder mehr Tasten eines Klaviers zu gleicher Zeit angeschlagen werden, die Fähigkeit eines Zuhörers, den Klang als einen Mehrklang zu erkennen, von seiner Kenntnis der Primärtöne abhängig ist. Ersichtlich setzt diese Behauptung die konstante Natur der Empfindungen dieser Primärtöne voraus.

Eine übereinstimmende Auffassung hat STUMPF unverkennbar verteidigt. Im ersten Band seiner Tonpsychologie beginnt er damit, andere Standpunkte darzulegen, um seine eigene Empfindungslehre vorzubereiten. Schon in dieser Vorbereitung zu seiner eigentlichen Aufgabe tritt uns sogleich die Lehre von den absoluten Inhalten entgegen. Er betont, daß, obwohl jede Empfindung realiter in einem Zusammenhang steht und infolgedessen nie rein vorgefunden wird, man doch daraus keinen Schluß gegen die Existenz der Inhalte, wie sie "ansich" sind, ziehen darf. Seine Behauptung lautet:
    "Auch die Folgerung würde sich nicht rechtfertigen lassen, daß wir durch den Mangel einer reinen, d. h. nicht irgendwie bezogenen Empfindung in uns Erwachsenen außerstande sind, über den Inhalt der Empfindungen, wie sie ansich sind, etwas zu ermitteln. Dies wäre nur dann zu fürchten, wenn durch die hinzukommende Beurteilung etwas am Inhalt der Empfindungen geändert würde: was aber offenbar niemals der Fall ist ... Wohl kann eine Empfindung falsch beurteilt werden, wir können für a halten was c ist. Aber die Empfindung" - (Empfindungsinhalt nach Lipps) - "ist dabei dieselbe, als wenn wir bei gleicher Beschaffenheit des Ohres und des Reizes c zu hören glauben; die Höhe des empfundenen Tones ist beidemale einfach durch die Zahl der auf das Ohr eindringenden Luftwellen bestimmt." (20)
In einem neueren Aufsatz ist seine Stellungnahme unverändert geblieben. Hier heißt es:
    "unsere These ... (ist) ... daß beim Übergang eines Unbemerkten in ein Bemerktes nicht notwendig eine Veränderung in der Erscheinung selbst vorgehen muß. Was sich verändert, ist wesentlich nur funktioneller Art." (21)
Man könnte meien, daß der Begriff des absoluten Inhalts von STUMPF nur als ein fiktives Hilfsmittel zur Beschreibung angesehen wird. Doch scheint dies nicht der Fall zu sein. An der zuletzt zitierten Stelle sagt er:
    "Der Klang, den ich zuerst unzergliedert, dann zergliedert erfasse, ebenso der anfänglich einheitliche Eindruck einer Speise ... ein Geruch und eine Wärmequalität ... sie bleiben, was sie waren. Und zwar können nicht nur die objektiven Reize und die physiologischen Prozesse, sondern auch, wie ich meine, die subjektiven Erscheinungen dieselben bleiben." (22)
In der oben erwähnten Auseinandersetzung bekämpft er auf das Heftigste die Relativitätslehre hinsichtlich der Empfindungsinhalte. Er versteht darunter folgende Theorie:
    "Die Empfindung selbst ist etwas Relatives; wir empfinden keine absoluten Inhalte, sondern nur Beziehungen, Unterschiede, Veränderungen."
Er sieht in diesem Satz nur eine Formel und charakterisiert sie, wenn "wörtlich genommen", als "absurd".
    "Beziehungen", sagt Stumpf, "finden doch immer zwischen etwas statt. So kann es Beziehungen zwischen Empfindungen geben, aber schließlich müssen doch irgendwelche absoluten Inhalte vorhanden sein, welche wir aufeinander beziehen. Und dieser absolute Inhalt der Empfindungen wird nicht etwa durch die Beziehungen erst gegeben oder erzeugt, er ist das Ursprüngliche, die Beziehungen das Abgeleitete." (23)
Hier scheint nicht der tatsächliche Sachverhalt Gegenstand der Betrachtung zu sein. Der wahre Tatbestand, daß in dem Moment, wo eine Beziehung vorhanden ist, immer zugleich etwas Bezogenes da ist, und daß infolgedessen beide, die Beziehungen und das Bezogene, gleich ursprünglich sind, bedarf einer anderen Beschreibung. Danach ist das Ursprüngliche ein gegebenes komplexes Erlebnis, und beide, Beziehungen und Inhalte, sind diejenigen gleichzeitig vorhandenen abstrakten Seiten, die an einem solchen Einheitserlebnis durch die begriffliche Analyse herausgehoben werden. Diese Art der Betrachtung würde viele Schwierigkeiten beseitigen.

In der Darstellung STUMPFs sind die Empfindungen scheinbar konstruiert nach Maßgabe unseres Wissens um die physikalischen Reize. Vorsichtiger drückt sich der Physiologe HERING aus, wenn er sagt, daß Reinheit, Deutlichkeit und Klarheit irgendeiner Empfindung oder Vorstellung von dem Verhältnis abhängt, in dem sie sich zu allen gleichzeitig vorhandenen Empfindungen oder Vorstellungen befindet. (24) Eine solche Abhängigkeit mag vielleicht in anderen Gebieten sehr wirksam sein, "aber beim Tonsinn", sagt STUMPF, "zeigt sich ein Empfindungskontrast nur hinsichtlich der Intensität, nicht der Qualität der Empfindungen. Wo es diesen Anschein hat, da darf doch nur von einer "Urteilstäuschung", nicht von einer Modifikation der wirklichen Empfindung die Rede sein. (25) Freiich kleine Änderungen müssen auch im Tongebiet immer eintreten, ganz zu schweigen von den anderen, insbesondere den niederen Sinnesgebieten. Die soeben erwähnte konstante "Qualität" betrachtet STUMPF "abgesehen natürlich von den abnormen Zuständen des Organs, sowie von minimalen Schwankungen." (26)

Diese "wirkliche" Empfindung ist in der Tat ein Ding-ansich im Sinne KANTs; (27) denn "es gibt ... Fälle, wo wir bei aller Anstrengung die eigenen Empfindungen nicht, wie sie in Wahrheit sind, erkennen." (28) Eine solche Empfindung, deren eigentümlichste Eigenschaft es ist, empfunden zu werden, und die trotzdem "bei aller Anstrengung" nicht empfunden werden kann, ist sicherlich ein durchaus fiktiver Begriff, vergleichbar den Atomen des Physikers, aber schwerlich von der gleichen theoretischen Fruchtbarkeit.

In einer Anmerkung zitiert STUMPF eine Ansicht PREYERs, welche seiner eigenen entgegengesetzt ist, und bemerkt dabei: "Aber wie sollte die Musik bestehen, wenn durch die Hinzufügung eines höheren Tones der zuerst angegebene wirklich herunterginge!" (29) Wir haben schon eine Stelle angeführt, worin er zugibt, daß gewisse Ausnahmen zugelassen werden müssen, und so sind die Töne nur innerhalb gewisser Grenzen absolut. Die Voraussetzung seiner Betrachtung ist ein "normaler" Mensch. Aber es bietet doch Schwierigkeiten, die Zustände der Organe, den Grad der Spannung, die Richtung des Blickpunktes, die Färbung der vergangenen Erfahrungen usw. zu bestimmen, unter denen eine normale Empfindung vorhanden ist. Wir müssen wiederholen, daß eine solche Empfindung ein rein fiktives Gebilde ist. Die Qualität jeder Empfindung, nicht weniger als die Intensität, ist in jedem Augenblick von dem Komplex abhängig, in dem die Empfindung enthalten ist, oder besser gesagt, aus dem sie durch eine Analyse herausgehoben wird.

Es ist eine Tatsache, daß der entwickelte Mensch jederzeit mit mehr oder weniger bestimmten Begriffen an seine Wahrnehmungen herantritt. Auch besteht kein Zweifel an der Zweckmäßigkeit dieser Verfahrensweise im Dienst des praktischen Lebens. Auch braucht man den Begriff "praktisch" nicht in einem zu engen Sinn zu nehmen. Der Physiker nimmt an, daß in einer erwärmten Flüssigkeit sich die wärmsten Teile oben befinden, aber obwohl dies im allgemeinen zutrifft, ist es doch beweisbar, daß Wasser von vier Grad Wärme schwerer ist, als solches auf dem Gefrierpunkt. Der Mathematiker betrachtet die krummen Linien, als ob sie aus unendlich kleinen Geraden beständen, aber der Baumeister findet, daß solche Betrachtungen für gewisse Zwecke nicht zulässig sind.

Auch die Musik bildet keine Ausnahme in der Hinsicht, daß das sinnliche Erleben des entwickelten Menschen mit nichtsinnlichen, namentlich auch begrifflichen Elementen verwoben zu sein pflegt. Aber deshalb braucht der Musiker keine Angst vor dem Untergang seiner Kunst zu haben. Die heute herrschende Theorie der Musik ist aufgebaut auf der Gewohnheit des Menschen, gewisse Verhältnisse zwischen bestimmen physikalischen Reizen und Tonempfindungen anzusehen, als ob das Verhältnis immer dasselbe wäre, aber es ist nicht unmöglich, daß die Zukunft eine Umwandlung in der Theorie hervorrufen wird, welche der wahren psychologischen Einsicht in dieses Verhältnis entsprechen wird. STUMPF, der Psychologe, scheint sehr von STUMPF, dem durchgebildeten Musiker, beeinflußt zu sein; und auf ähnliche Weise scheint die psychologische Auffassung seiner Tonpsychologie durch physikalische Betrachtungen und Vorurteile aus der Physik bestimmt zu sein. Die Theorien aber bleiben immer den Tatsachen unterworfen. Der Psychologe als Erforscher der Tatsachen und als Beobachter des wirklichen seelischen Geschehens darf nicht von denjenigen Schwankungen oder komplexen Bedingungen absehen, welche der Musiker oder Physiker für seine Zwecke außer Acht lassen kann.

Aus der bevorstehenden Betrachtung glauben wir die folgenden Schlüsse ziehen zu können:
    1. Der Begrifff des konstanten sinnlichen Elements in der Wahrnehmung ist unleugbar ein fiktiver Begriff.

    2. Da ein solcher Begriff nicht den Tatsachen entspricht, ist sein Gebrauch von der rein beschreibenden Psychologie auszuschließen.

    3. Als Hilfsbegriff im Dienste einer kausalgenetischen Erklärung darf man ihn nur dann gebrauchen, wenn sein Gebrauch von einem Bewußtsein seiner fiktiven Natur begleitet wird.
Als ein solcher Hilfsbegriff reiht er sich dem der reinen Empfindung an, zu dessen Betrachtung wir uns jetzt wenden.


§ 2. Die Empfindung als reines Element

Wir haben schon darauf hingewiesen, daß nahezu alle Psychologen heutzutage ihre Betrachtung der Elemente des seelischen Lebens mit einer warnenden Vorrede einleiten. Darin betonen sie, daß die Elemente als isolierte, für sich allein bestehende Bestandteile des Bewußtseinserlebnisses nie vorhanden sind, daß vielmehr die sogenannte einfache oder reine Empfindung in diesem Sinn eine Abstraktion ist. In unserer Betrachtung der Empfindung als konstanten Inhalts trafen wir auf eine Ansicht, wonach die Empfindung, obwohl sie nie isoliert erscheint, doch in demjenigen Zusammenhang, in dem sie vorkommt, unverändert durch ihre Umgebung bleibt oder bleiben kann.

Die Betrachtung der Empfindung, als ob sie jedes Mal ein unveränderter Inhalt des Bewußtseins wäre, d. h. als ob dasselbe Element ohne Beeinflussung durch andere gleichzeitig vorhandene oder vorangehende Bestandteile existiert, ist naheverwandt mit dem Begriff der "reinen" Empfindung. In der Tat sind diese beiden Begriffe, wie wir sehen werden, nur zwei verschiedene Auffassung und Benennungen desselben Gedankens. Der eine Begriff bezeichnet das sinnlich Gegebene von der objektiven Seite her, d. h. in seinem Verhältnis zum physikalischen Reiz; der andere bezeichnet dasselbe Element von der subjektiven Seite, d. h. nach seiner Stellung im Bewußtsein.

Die Frage nach der Bedeutung des Ausdrucks "im Bewußtsein" verschieben wir bis zu einem späteren Abschnitt. Hier wollen wir zunächst eine Definition bringen, die mehreren Psychologen als eine gute Bestimmung der vermeintlichen Bedeutung des Begriffs der Empfindung gilt. Sie lautet:
    "Unter Empfindung verstehen wir einen im Zentralorgan auf Veranlassung eines ihm von den peripheren Organen zugeführten Nervenreizes entwickelten Bewußtseinszustandes, in welchem ein qualitativ und quantitativ bestimmtes Etwas (Inhalt, Aliquid [Etwas - wp]) zur sinnlichen Erscheinung kommt."
Dieses wird in der englischen und französischen Psychologie auch als das präsentative oder perzeptive Element in der Empfindung bezeichnet. (30)

Dieses Element ist dasjenige, das wir als Inhalt betrachtet haben. Es ist dieses präsentative oder bloß sinnlich gegebene, nicht umgearbeitete Material, das ohne Beurteilung oder Denken in irgendeiner Form einfach da ist, das ohne Zusatz oder Vermischung und anderen Erfahrungsmomenten existiert, was der Begriff "rein" bezeichnen soll. Die Zweckmäßigkeit dieses Begriffs für die psychologische Beschreibung und Erklärung zu bestimmen, soll jetzt unsere Aufgabe sein.

Zweifellos muß man einen Punkt annehmen, wo in der Geschichte des individuellen Bewußtseins das psychische Leben beginnt. Der Psychologe kennt nur die Bewußtseine in der Zeit und in enger Beziehung zur den körperlichen Erscheinungen; für die kausalgenetische Betrachtung führen die Erscheinungen immer auf eine erste in der gesamten Reihe zurück; und jede Art Psychologie ist genetisch, insofern sie nach den Bedingungen eines Zustandes oder einer Sukzession der Zustände des Bewußtseins forscht. Also dieses ursprüngliche Erscheinen, diesen ersten Zeitpunkt des Auftauchens, das "Dämmerlicht" des Bewußtseins beim neugeborenen ind oder der Gattung, darf der genetische Forscher als "reine" Empfindung bezeichnen. Freilich ist dieser Augenblick der Entstehung des Bewußtseins kein hypothetischer Zeitpunkt in dem Sinne, daß man seine Entdeckung auf anschauliche oder beschreibbare Weise erwarten kann. Für den Psychologen kann der Beginn nur als eine Fiktion gelten. Und da der Begriff "rein" vielfach in einer anderen Bedeutung angewendet wird, ziehen wir es der Eindeutigkeit halber vor, diese erste, ursprüngliche oder Anfangsstufe mit demjenigen Eigenschaftswort zu benennen, das in dem Zusammenhang, in dem es steht, am passendsten zu sein scheint. Man wird besser von der ersten Stufe des Bewußtseins als vvon einer reinen Empfindung reden. Nach Analogie des Bewußtseins der Erwachsenen muß man einen verworrenen und gemischten Zustand zu finden erwarten.

Über die Empfindungen als "rein" im oben erwähnten Sinn sagt STUMPF:
    "In Bezug auf den Erwachsenen ist dies wohl uneingeschränkt richtig: aber in den Anfängen des psychischen Lebens kann doch offenbar nicht an jede Empfindung bereits ein beziehendes Urteil geknüpft sein. Zumindest die erste Empfindung kann mit keiner anderen verglichen, von keiner unterschieden werden. Irgendeine muß aber die erste sein." (31)
Für die rein empirische Psychologie gilt kein Muß in diesem Sinne. Auch sei erwähnt, daß Empfindung hier einem Gesamtzustand des Bewußtseins gleich ist. Nur der Ausdruck "erste Empfindung" würde das von STUMPF Gemeinte klar bezeichnen.

Man sieht hieraus, daß diese reine Empfindung nur ein Zeichen für eine der Beobachtung unzulängliche und deshalb ganz fiktive erste Empfindung ist. Diese erste Empfindung - wir ziehen diese Bezeichnung dem Ausdruck "reine Empfindung" vor - kann als Grenzbegriff dem Forscher auf dem Gebiet der Sinnespsychologie, insbesondere demjenigen, der sich mit kausalgenetischen Problemen beschäftigt, gute Dienste leisten; aber sein Gebrauch überschreitet den Bereich der beschreibenden Psychologie.

Doch wollen wir noch einen Versuch betrachten, den EBBINGHAUS gemacht hat, um den Begriff einer reinen Empfindung auch auf den Erwachsenen anzuwenden. Er stimmt der oben angegebenen Definition JODLs im Wesentlichen zu. An der Stelle, wo er behauptet, daß es unmöglich ist, die Tiefe zu empfinden, "weil das Auge kein Mittel dazu hat", finden wir die Gründe für seine Behauptung, daß eine reine Empfindung bei Erwachsenen vorhanden ist.

Er gibt zu, daß uns der Raum als eine dreidimensionale Mannigfaltigkeit erscheint, und betont, daß das Bewußtsein der Tiefendimension "durchaus auf der assoziativen Verarbeitung gewisser Erfahrungen" beruth. Diese aus früherer Erfahrung stammenden Vorstellungen
    "werden jetzt geweckt", sagte er, "und drängen sich in die rein optischen Eindrücke hinein, und wir sehen nun mit dem geistigen Auge sozusagen Entfernungen zwischen den Dingen, die für das leibliche Auge nicht vorhanden sind oder doch anders sind als die rein sinnlich gegebenen Abstände." (32)
Daß es sich ihm hier nur um eine Fiktion handelt, zeigt er bald durch seine Äußerungen über das ursprüngliche Sehen, welches dasselbe ist, wie das rein Optische oder das rein sinnlich Gegebene. Er sagt:
    "Wenn man uns von einer Fläche spricht, so denken wir etwa an ein Blatt Papier oder eine Wand, eine Wasserfläche, vielleicht auch an die Himmelsfläche, eine Zylinderfläche, Sattelfläche usw. Eine Fläche nun in der Weise solcher Flächen ist die ursprünglich gesehene Räumlichkeit nicht ..."

    "Der geistig entwickelte Mensch, der eine Fläche betrachtet oder vorstellt, kann diese gar nicht mehr primitiv und naiv sehen." (33)
So sehen wir, daß wir es mit einer Fiktion zu tun haben, wo man in jenem Sinn von einem rein sinnlich Gegebenen spricht. Reine Empfindungen, d. h. Empfindungen ohne eine Vermischung mit Erfahrungsmomenten, sind für geistig entwickelte Menschen nie vorhanden. Nach der vorhergehenden Ansicht ist es nur möglich, diesen primitiven Zustand beim Unentwickelten, d. h. beim Erfahrungslosen - kurz beim Neugeborenen - als wirklich zu denken.

Trotz der Überzeugung, daß es unmöglich ist, diese reinen Empfindungen im normalen Leben realiter zu entdecken, deutet EBBINGHAUS etwas Ähnliches an. Er empfiehlt dazu die folgende Methode:
    "Man schließe die Augen und betrachte das umgebende Dunkel, oder man schaue in die Finsternis eines dunklen Zimmers, in dicken Nebel, gegen den Himmel, in eine durchsichtige Flüssigkeit oder die Glut einer Flamme."

    "Die Ausdehnung nach Höhe und Breite sehe ich, aber zu einer sicheren und bestimmten Tiefenlokalisation komme ich nicht, ich sehe also in der Tat, zumindest annähernd, eine zweidimensionale Räumlichkeit ohne Tiefe ..."

    "Mir scheint, man kann sich mit Hilfe (dieser Versuche) wohl vorstellen, wie dem ganz jungen Kind die Welt erscheinen muß." (34)
Seine Methode also fordert die Fiktion eines vagen, unsicheren, unbestimmten Eindrucks, beim "ganz jungen Kind" und danach den Versuch, in sich einen solchen Zustand der Unbestimmtheit und Unsicherheit beim Tiefensehen zu erzeugen. Uns scheint das Resultat seines Versuches höchstens zu sein, daß man beim Tiefensehen zuweilen unter gewissen Umständen einen sehr geringen Grad der Bestimmtheit zu erreichen vermag.

Man darf nie vergessen, daß auch Bewußtseinszustände, in denen nur ein Sinn wirksam zu sein scheint, doch von Erfahrungen beeinflußt sind, die durch andere Sinne erworben wurden. Ein Zustand, in dem man seine Aufmerksamkeit auf nur sinnliche Elemente des Erlebnisses richtet, ist ein wirklicher psychologischer Zustand. Sobald man aber annimmt, daß dieser Moment von anderen unbemerkten Elementen unbeeinflußt bleiben kann, ist der wahre Zustand durch ein fiktives Gebilde des Denkens ersetzt.

Die Sinnespsychologie braucht diesen Begriff der reinen Empfindung als einen Grenzbegrif der Forschung und mit dem begleitenden Bewußtsein, daß der Begrif eine Fiktion ist, kann sich der Forscher seiner wohl bedienen. Ein neuerer Psychologe hat in einer Kritik dieses Begriffs die Ansicht geäußert, daß es sich um einen Grenzbegriff handelt,
    "an dem wir festhalten wollen, und dem wir eine analoge Wichtigkeit für die Psychologie zuschreiben können, wie den Atomen und Molekülen für die Naturwissenschaften." (35)

Obwohl HOFMANN den Begriff aus der rein deskriptiven Psychologie ausscheidet, scheint er der Gefahr, welche die Anwendung dieser Fiktion mit sich führt, nicht entgangen zu sein; Gründe für diese Vermutung bringen wir an anderer Stelle.

Es ist in der Tat möglich und weniger irreführend, andere Begriffe anzuwenden, die weniger der Tendenz verdinglicht zu werden, unterworfen sind. Deshalb wird in Zukunft, wenn ich die Richtung der jüngeren Psychologie recht verstehe, die Fiktion der reinen Empfindung immer weniger und weniger Anwendung finden.

Auch in anderer Bedeutung wird das Wort "rein" häufig gebraucht. Diesen Gebrauch und diese Bedeutung zu betrachten, ist die Aufgabe des nächsten Abschnittes.


§ 3. Die Empfindung als einfaches Element

"Jede psychische Erregung kann in eine Mehrheit von gleichen Teilerregungen gedanklich zerlegt werden." (36) Diese Möglichkeit der gedanklichen Analyse trägt mehr Schuld an der Verfälschung der psychologischen Tatsachen als irgendeine andere Ursache. Gedankliche Analyse ist mit der Unterscheidung der unmittelbar beobachteten, gleichzeitigen Tatsachen verwechselt und die einfachen Elemente, die durch die eine Methode fingiert wurden, sind mit den durch die wirkliche Beobachtung herausanalysierten Bestandteilen gleichgesetzt worden. Es ist wohl selbstverständlich, daß diese sogenannte gedachte Einfachheit keine berechtigte Stelle in der rein empirischen Psychologie finden kann; wo sie daselbst eingeführt wird, ist sie eine Fiktion schlechter Art, die als ein nur irreführendes Gebilde daraus ausgeschaltet werden muß.

Abgesehen von diesem zu Unrecht eingeführten Begriff des Einfachen gibt es noch zwei andere Bedeutungen davon, die stets zur Verwirrung führen, wenn sie nicht auseinandergehalten werden. Diese beiden scheinen mit Recht dauernde Stellen in der rein empirischen Psychologie zu beanspruchen. Einfache Empfindungen bedeuten einerseits für den psychologischen Forscher diejenigen Bestandteile, welche der unmittelbaren Beobachtung keine weitere Zerlegung gestatten. Man findet in der englischen Assoziationsschule diesen Begriff der "simple ideas", oft aber mit einem gedachten "simple" verwechselt. Von Einfachheit ist andererseits beim kausalgenetischen Standpunkt die Rede, bei dem der Forscher die niedrigeren Stufen der Entwicklung des psychischen Lebens zu erkennen sucht, und hier bedeutet der Begriffe "einfach" nicht die aus einem konkreten Zusammenhang herauslösbaren Bestandteile, sondern Zustände oder Vorgänge, die weniger verwickelt sind als die einer höheren Entwicklungsstufe.

Dem ersten von diesen beiden Begriffen des Einfachen hat WUNDT den Namen rein gegeben, obwohl er in seiner Anwendbarkeit zur genaueren Beschreibung des wirkliche Gegebenen mit der nie zu entdeckenden, völlig unzugänglichen reinen Empfindung unseres letzten Abschnitts nicht zu vergleichen ist. Da diese reinen Empfindungen im Gegensatz zu den "einfachen Gefühlen" stehen und ihm die Empfindungen und die Gefühle die zwei Hauptklassen der seelischen Elemente ausmachen, betrachten wir den Begriff in diesem Zusammenhang.

Nachdem WUNDT betont hat, daß die seelischen Erlebnisse bei ihrer unmittelbaren Wahrnehmung den Eindruck "eines unaufhörlichen, nirgends der Beobachtung still haltenden Geschehens" hervorbringen, wendet er sich zur Erläuterung des ebenso starkenen Eindrucks, daß dieses Geschehen "zugleich in jedem Augenblick von überaus zusammengesetzter Beschaffenheit ist." (37)
    "Wo wir etwa auf den ersten Anschein meinen möchten", bemerkt Wundt, einen einfachen Tatbestand wirklich zu finden, da zeigt sich dieser regelmäßig nicht bloß von anderen, zunächst übersehenen Inhalten begleitet und demnach infolge seiner Verbindung mit diesen zusammengesetzt, sondern er bietet schon in seiner eigenen, ohne Rücksicht auf solche Verbindungen betrachteten Beschaffenheit ein kompliziertes Verhalten." (38)
Mit anderen Worten, jeder als einfach erscheinende psychische Tatbestand enthält und zeigt bereits das Ergebnis eines doppelten Abstrahierens; erstens abstrahiert man vom gesamten Zusammenhang des psychischen Geschehens, und zweitens sieht man von gewissen Bestandteilen des betrachteten Komplexes ab. Für besondere Zwecke betrachten wir ein gewisses Erlebnis als einfach. An der betreffenden Stelle fährt WUNDT fort:
    "Halten wir daher unter Umständen irgendein psychisches Erlebnis für einfache, so beruth dies stets darauf, daß wir gewisse tatsächlich gegebene Inhalte allein berücksichtigen, weil ihnen allein unsere Aufmerksamkeit zugekehrt ist, während andere, für die diese Bevorzugung nicht zutrifft, uns entgehen." (39)
Die psychologische Analyse und Abstraktion ist nur eine Fortsetzung dieses natürlichen Abstraktionsverfahrens zu theoretischen Zwecken. Die Veranlassung zur Analyse der zusammengesetzten Inhalte in einfachere Teile ist mit den Bedingungen des seelischen Geschehens von vornherein gegeben. Die Tendenz zur Analyse ist ebenso ursprünglich, wie die zu analysierenden Erlebnisse. Die Bedingungen sind solcher Art, daß durch sie erstens die Elemente des psychischen Lebens "in fortwährend wechselnden Verbindungen" vorkommen, "so daß sich dadurch die einzelnen, obgleich sie ansich niemals vorkommen, doch als relativ selbständige Teilinhalte aussondern"; und zweitens heben sich diese "sich aussondernden Bestandteile aus dem Fluß des psychischen Geschehens heraus", (40) wodurch sie deutlicher und klarer werden.

Diejenige Bedingung, durch die "ein psychischer Inhalt a in verschiedenen Momenten in verschiedenen Verbindungen gefunden wird", nennt WUNDT den Grund eines "objektiven Motivs"; aus der anderen ergibt sich ein "subjektives Motiv", weil durch die dadurch entstandene Klarheit gewisser Teil das Subjekt diese den übrigen vorzieht. Vielleicht findet später dieser Inhalt a eine spezielle Betrachtung und aus ihm löste sich ein oder andere Bestandteile heraus und aus diesen wieder andere einfachere. Für das Denken kann dieser Prozeß immer von Neuem sich wiederholen, aber für die empirisch psychologische Beobachtung muß diese Analyse schließlich zu einem Endpunkt führen. "Diese letzten Bestandteie, die sich so lediglich vermöge der Verhältnisse ihres Vorkommens als nicht weiter zerlegbar ergeben", bezeichnet WUNDT als "psychische Elemente." (41) Diese Elemente scheidet er in zwei Hauptklassen:
    "Empfindungen und Gefühle (sind) als reale und gleich wesentliche Teile des psychischen Geschehens anzusehen, die aber in durchgängigen Beziehungen zueinander stehen ... Einfache Empfindungen ... bezeichnet man aber als reine Empfindungen." (42)
Es ist also klar, daß WUNDT die Unterscheidung der seelischen Elemente in einfache Empfindungen und einfache Gefühle nur als ein Hilfsmittel für die Betrachtung ansieht, und daß ihm die Produkte dieser Unterscheidung als fiktive Begriffe gelten. Trotz seiner Anerkennung der Relativität dieser Begriffe (einfache Empfindungen und einfache Gefühle) je nach der Art und Weise der Betrachtung, scheint WUNDT an vielen Stellen dieselben Begriffe für fest bestimmte Elemente zu halten; so sagt er z. B.:
    "So ist es auch der akustischen Technik gelungen, wirklich einfache Töne in nahezu vollendeter Reinheit herzustellen." (43)
Natürlich darf damit nur gemeint sein, daß es der Technik wirklich gelungen ist, die als einfach definierten physikalischen Tonreize herzustellen. Der Satz, "daß man die Empfindung in der Regel als eine einfache unzerlegbare auffaßt", bringt seine Meinung unverkennbar zum Ausdruck. Man wird WUNDT gerne zugeben, daß ein Grundton ohne seine begleitenden Töne mit Hilfe eines Resonators herausgehört werden kann. Was aber hier geschieht, scheint nicht zu dem Schluß zu zwingen, daß der in diesem Fall gehörte Ton bei gleichem Reiz immer derselbe bleibt, und daß wir "denselben Ton" in verschiedenen Höhen und Intensitäten hören. Eine solche Betrachtung kann für besondere Zwecke sehr bequem sein, aber dieses Zugeständnis darf uns durchaus nicht so binden, daß wir die Tatsachen nicht auch anders betrachten könnten.

WUNDTs psychologische Unterscheidung dürfte wohl auf seine Kenntnis außerhalb der Psychologie liegender Gebiete zurückgeführt werden, z. B. darauf, daß er weiß, daß "relativ einfachen Schallschwingungen einfache Tonempfindungen entsprechen", (44) und daß die ganze Tonlinie zwei Endprodukte hat, "von denen jener einer Schwingungsbewegung von 12-16, dieser einer solchen von 4000 - 5000 Doppelschwingungen in der Sekunde entspricht." Hieraus scheint er die Auffassung einer Empfindung, die sich stets ändert, zu entnehmen, "da man", wie er sagt, "von einer bestimmten Tonhöhe c zu irgendeiner anderen stets durch kontinuierliche Empfindungsänderung gelangen kann." Sein "System der einfachen Tonempfindungen" "von einer Dimension" neigt der Ansicht von der Empfindung als einem konstanten Inhalt zu. In der Tat ist es richtiger zu sagen, daß "derselbe Ton", d. h. ein Ton von einer bestimmten Qualität in Bezug auf seine Höhe und seine Klangfarbe, ein anderer Ton ist, jedes Mal wenn sich seine Intensität ändert. (45)

Auf dem Gebiet des Gesichtssinns stimmen WUNDTs Ansichten überein mit JOHN STUART MILLs Betrachung der Erscheinungen jeder einzelnen Farbe als einer letzten unableitbaren Tatsache. (46) WUNDT sagt:
    "Grau ist ebensogut eine einfache Empfindung wie Weiß oder Schwarz; Orange, Purpurrot und dgl. sind gerade so gut einfache Empfindungen wir Rot, Gelb usw. und irgendeine Sättigungsstufe, die wir in einem System zwischen eine reine Farbe und Weiß einordnen, ist deshalb keineswegs eine zusammengesetzte Empfindung." (47)
Und daraus folgt, daß nicht nur die verschiedenen Farben des Spektrums, sondern jede Nuance, jeder Grad der Sättigung und auch alle Kombinationen von Farbe und Helligkeit in einem gewissen Sinn jede für sich als einfach angesehen werden können.

Wir haben gesehen, wie WUNDT zum Begriff der einfachen Empfindung kommt. Die Einfachheit ist ein Produkt der Analyse des unmittelbar beobachteten. Den Begrif, welcher hier einen gegenwärtigen Tatbestand bezeichnet, wendet er abr auch in einem genetischen Sinn an. Die einfachen Empfindungen, von denen er in seiner Theorie der Raumanschauung spricht, sind offenbar fiktive Elemente. Die Empfindungen, die durch die verschiedenen Stellen der Netzhaut hervorgerufen werden, sind, bevor sie durch eine schöpferische Synthese verschmolzen werden, gedachte Empfindungen, d. h. Fiktionen. Es ist ein Fehler, daß diese zwei wesentlich verschiedenen Bedeutungen der Einfachheit nicht genügend auseinandergehalten werden, und dadurch wird verursacht, was WUNDT, wenn auch in einem anderen Zusammenhang, als "eine Konfusion der Begriffe, die schon in der Psychologie schädlich ist", charakterisiert.

Es ist auch erwähnt, daß der Begriff "einfach" bei WUNDT nicht nur die Bedingungen der Entstehung eines Zustandes des menschlichen Bewußtseins, sondern auch die Empfindungen der niedrigeren Tiere bezeichnet (48).

Wie bei WUNDT, so scheint bei HÖFFDING stellenweise durch physiologische Überlegungen die psychologische Unterscheidung bestimmt zu werden. HÖFFDING stellt es so dar, als ob die Einfachheit der Empfindung von der Einfachheit des physiologischen Prozesses abhängig wäre.
    "Wir können ganz sicher sein", sagt er, "ob wir wirklich etwas Unauflösbarem gegenüber stehen. Wo die beobachtende Psychologie aufhört, faßt die experimentierende Sinnespsychologie an und hat in vielen Fällen nachgewiesen, daß die anscheinend einfache psychologische Erscheinung einen verwickelten und zusammengesetzten physiologischen Prozeß voraussetzt." (49)
Wir kommen nun noch zu einer anderen Frage.

Trotz der Bequemlichkeit, die WUNDTs Scheidung der psychischen Elemente in zwei Hauptklassen für besondere Zwecke hat, ist die Einteilung zuweilen irreführend. Die Schwierigkeit beginnt mit dem schon zitierten Satz, worin der Verfasser zugibt, daß zu jeder psychologischen Erfahrung Empfindungen und Gefühle als reale und gleich wesentliche Elemente gehören, und daß diese in durchgängigen Beziehungen zueinander stehen. Wenn man Ernst macht mit den durchgängigen Beziehungen zwischen diesen beiden gleich wesentlichen Elementen, so liegt es auf der Hand, daß eine Änderung des einen Elements den gesamten Tatbestand ändern muß. Dann folgt ebenso zwingend, daß ein und dasselbe Gefühl von verschiedenen Empfindungen begleitet sein kann, als daß, nach der Behauptung WUNDTs, "ein und dieselbe Empfindung von verschiedenen Gefühlen begleitet sein kann." (50) Meiner Meinung nach sind beide Möglichkeiten ausgeschlossen, und seine Behauptung:
    "Darum bleiben die Qualitätssysteme der Empfpindungen bei der Entwicklung der mannigfaltigsten Gebilde konstant, während die Qualitätssystem einfacher Gefühle bei dieser Entwickung fortwährend zunehmen", (51)
ist nur willkürlich. Durch die Verbindung der Empfindungen zu psychischen Gebilden entstehen nach seiner Auffassung "nicht neue Empfindungen, sondern eigentümliche Formen der Ordnung der Empfindungen", dagegen bei der Verbindung der Gefühlselemente zu einem Gebilde "bilden sich neue einfache Gefühle." (52) Obwohl es nicht die Aufgabe der gegenwärtigen Arbeit ist, die Gefühle zu untersuchen, soll nicht unterlassen werden darauf hinzuweisen, daß fast keiner der neueren Psychologen die Arbeit WUNDTs vertritt wonach die "höheren" Gefühle aus einer beschränkten Anzahl ganz bestimmter einfacherer Gefühle zusammengesetzt sind.

Die angeführten Zitate aus der "Psychologie" WUNDTs genügen, um die fiktive Natur des Begriffs der einfachen Empfindung zu zeigen. Sie zeigen auch, wie irreführend das Festhalten an einem fast verdinglichten einfachen Element des psychischen Erlebnisses sein kann. Den ersten Fehler, der durch eine Hypostasierung [einer bloßen Vorstellung wird gegenständliche Realität zugeschrieben - wp] sogenannter einfacher Elemente entsteht, sucht man durch willkürliche Konstruktionen zu beseitigen, oder aber man findet sich genötigt, seltsame Theorien zu schaffen, um die unmittelbar erlebten Tatsachen zu beschreiben.

LIPPS z. B. in seiner Tonempfindungslehre hält am Begriff der einzelnen Primärtöne eines Zweiklangs als einfacher Elemente fest. Das Wissen um diese einfachen Töne, die aus eine Zweiklang herausanalysiert werden mögen, stellt LIPPS in den Vordergrund bei seiner Beschreibung der Konsonanz. KRUEGER zeigt dagegen in seiner Auseinandersetzung mit der Theorie LIPPS', daß dieses Wissen für das Heraushören gar nicht vorhanden zu sein braucht. Von der Ansicht LIPPS' sagt er:
    "Dieses Ausgehen von der Zweiheit der target="_blank">objektiv gegebenen Töne, als wäre sie für die Wahrnehmung überall das Ursprüngliche, ist es gerade, was in der Tonpsychologie überwunden werden muß." (53)
KRUEGER geht von einem "Konsonanzbewußtsein" als einer Tatsache aus und legt das Gewicht darauf, daß schließlich alle physiologischen und anderen Theorien diese Tatsache als solche anerkennen müssen. Die folgenden Sätze zeigen, wie wichtig für die Theorie die Anerkennung des Erlebnisses ist.
    "In meinen tonpsychologischen Veröffentlichungen", sagt dieser Forscher, "ist keine Gedanke, den ich so oft und stark betonte, als der, das Wahrnehmungserlebnis der Konsonanz und Dissonanz ist nicht bedingt durch die Analyse des jeweiligen Empfindungsganzen, d. h. durch die gesonderte Wahrnehmung oder Unterscheidung der darin enthaltenen Teilempfindungen ... Konsonanz und Dissonanz sind Eigenschaften, qualitative Färbungen des Gesamteindrucks als solchem." (54)
In dieser Ansicht, wonach das unanalysierte Erelebnis eine irreduzierbare Eigenschaft besitzt, tritt uns ein Einfaches ganz anderer Art entgegen, als diejenigen, die vorher betrachtet wurden. Diese Einfachheit ist eine unmittelbar erlebte Tatsache, kein fingiertes Gebilde des begrifflichen Denkens oder Element der Analyse. In einem anderen Zusammenhang wird sie ausführlicher betrachtet werden.


Aus den Ausführungen dieses Abschnitts sieht man, daß der Begriff der einfachen Empfindung ein fiktiver Hilfsbegriff der rein empirischen Beschreibung und auch der kausalgenetischen Forschung ist. Außerdem hat der Begriff eine Bedeutung als Bezeichnung einer Tatsache der rein beschreibenden Psychologie.

Die verschiedenen Bedeutungen sind also:
    1. Die einfache Empfindung als gedanklich Einfaches,

    2. Die einfache Empfindung als Produkt der Analyse des unmittelbar Gegebenen,

    3. Die einfache Empfindung als Produkt der Analyse der Bedingungen eines Erlebnisses,

    4. Die einfache Empfindung als eine der Analyse vorausgehende unmittelbar erlebte Tatsache.
Die fiktiven Begriffe der einfachen Empfindung wie die meisten Empfindungsbegriffe, insbesondere diejenigen, die über die reine Beschreibungeines unmittelbar Gegebenen hinausgehen, setzen ausdrücklich oder stillschweigend "unbewußte" Empfindungsprozesse voraus. Diese Voraussetzung müssen wir jetzt ins Auge fassen.
LITERATUR - Gilbert Whitney Campbell, Fiktives in der Lehre von den Empfindungen, Berlin 1915
    Anmerkungen
    8) HERMANN EBBINGHAUS, Grundzüge der Psychologie, Bd. I, Leipzig 1902, Seite 163
    9) FRIEDRICH JODL, Lehrbuch der Psychologie, Bd. I, zweite Auflage, Stuttgart und Berlin 1903, Seite 207.
    10) THEODOR LIPPS, Leitfaden der Psychologie, Leipzig 1903, Seite 20
    11) CARL STUMPF, Tonpsychologie, Bd. I, Leipzig 1883, Seite 16
    12) WILLIAM JAMES, Principles of Psychology, Bd. I, London 1891, Seite 236
    13) EDWARD BRADFORD TITCHENER, Lehrbuch der Psychologie, Bd. I, Leipzig 1910, Seite 50
    14) MORITZ BRASCH, Die Welt- und Lebensanschauung Friedrich Überwegs, Leipzig 1889, Seite 26
    15) JODL, a. a. O., Seite 180
    16) JODL, a. a. O., Seite 210
    17) HUSSERL, Logische Untersuchungen II, Halle 1901, Seite 360. Ähnliches auch in der zweiten Auflage, Seite 381
    18) WUNDT, Grundriß der Psychologie, neunte Auflage, Leipzig 1909, Seite 44
    19) LIPPS, a. a. O., Seite 16
    20) STUMPF, Tonpsychologie, Bd. I, Seite 11. Über solche Ansichten vgl. SCHWARZ, Das Wahrnehmungsproblem, Leipzig 1892, Seite 396f.
    21) STUMPF, Tonpsychologie, Bd. I, Seite 11.
    22) STUMPF, Erscheinungen und psychische Funktionen", Abhandlung der königlich-preußischen Akademie der Wissenschaften, 1906, Seite 17
    23) STUMPF, Tonpsychologie, Seite 13
    24) Vgl. das Zitat bei JODL, Seite 242
    25) STUMPF, Tonpsychologie, Seite 20, 21. Auch darf man nicht von einem Kontrast als der einzigen Form der Modifikation reden. Es gibt auch im Tongebiet Kontrast und Angleichung, so sind z. B. Zwischentöne und Verschmelzungen abhängig von der absoluten Tonhöhe.
    26) STUMPF, Tonpsychologie, Seite 16.
    27) Vgl. STUMPF, Abhandlung a. a. O., Seite 36, wo STUMPF über das "Ding ansich" spricht.
    28) STUMPF, Tonpsychologie, Seite 34
    29) STUMPF, Tonpsychologie, Seite 21, Anmerkung.
    30) JODL, a. a. O., Seite 199
    31) STUMPF, Tonpsychologie, a. a. O., Seite 10
    32) JODL, a. a. O., Seite 427
    33) Loco citato
    34) JODL, a. a. O., Seite 429
    35) HEINRICH HOFMANN, Untersuchungen über den Empfindungsbegriff, Archiv für die Gesamte Psychologie, Bd. 26, Seite 20.
    36) LIPPS, a. a. O., Seite 79
    37) WUNDT, Physiologische Psychologie, Bd. I, sechste Auflage, Leipzig 1908, Seite 398
    38) WUNDT, a. a. O. Seite 399
    39) WUNDT, a. a. O. Seite 399
    40) WUNDT, a. a. O. Seite 400
    41) WUNDT, a. a. O. Seite 401
    42) WUNDT, Grundriß der Psychologie, Seite 44
    43) WUNDT, Grundriß, Seite 61
    44) WUNDT, Grundriß, Seite 62
    45) Vgl. hierzu NATORP, Allgemeine Psychologie nach kritischer Methode, Tübingen 1912, Seite 48
    46) MILL, System der deduktiven und induktiven Logik (GOMPERZ' Übersetzung), Buch III, Kap. 14, § 2, Leipzig 1872.
    47) WUNDT, Grundriß, Seite 76
    48) WUNDT, Grundriß, Seite 60. Vgl. auch LIPPS "Leitfaden", Seite 83, wo er von primären Geräuschen und Verschmelzungsgeräuschen spricht. "Ob es die ersten", sagt er, "auch noch beim Menschen gibt, muß hier dahingestellt bleiben."
    49) HÖFFDING, Psychologie in Umrissen, Leipzig 1901, Seite 137
    50) WUNDT, Grundriß, Seite 44
    51) WUNDT, Grundriß, Seite 108
    52) WUNDT, Grundriß, Seite 109
    53) KRUEGER, Die Theorie der Konsonanz, Psychologische Studien, Bd. II, Seite 1907, Seite 210.
    54) KRUEGER, a. a. O., Seite 210