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HANS KLEINPETER
Die Erkenntnistheorie der
Naturforschung der Gegenwart

[6/7]

"Die Wissenschaft entsteht aus der Entdeckung von Identitäten in der Mannigfaltigkeit schrieb Jevons 1872 an der Spitze seiner Logik. Eine neue unbekannte Erscheinung gilt als erklärt, wenn wir sie mit einer bekannten identifizieren können."

"Nehmen wir z. B. an, wir nehmen eine Gruppe von Wahrnehmungen wahr, der wir den Namen Haus beilegen. Es kann nun geschehen, daß diese Gruppe aus unserem Bewußtsein verschwindet, unter gewissen Bedingungen aber wiederkehrt. Wir schreiben ihr daher ein von unserem jeweiligen Bewußtseins- zustand unabhängiges Dasein zu. In dieser Handlungsweise spricht sich nichts anderes als das Prinzip der Ökonomie des Denkens aus. Statt die Gruppe immer wieder neu erstehen zu lassen, begnügen wir uns mit der Annahme einer einzigen, der wir dafür ein fiktives Dasein außerhalb unseres Bewußtseins zuschreiben."


IV. Die Prinzipien der Erkenntnis
in den einzelnen Wissenschaften.

[Fortsetzung 2]
8. Die Voraussetzungen der Physik

Die Vertiefung in die speziellen Arbeitsmethoden einer Wissenschaft kann leicht die Aufmerksamkeit von den allgemeinen Voraussetzungen derselben ablenken. Im vorigen Abschnitt ist gezeigt worden, welcher Mittel sich die Physik bedient, um ihr Ziel - die Darstellung von Tatsachen - zu erreichen. Zur Beurteilung der Erreichung desselben ist es aber noch notwendig, die Voraussetzungen mit in den Kreis der Betrachtung zu ziehen, von denen sie ausgeht und die gewöhnlich mit Stillschweigen übergangen zu werden pflegen.

Verfolgt man den Werdegang einer physikalischen Erkenntnis bzw. des Systems einer solchen, so hat man etwa die folgenden Stufen zu unterscheiden. An erster Stelle steht die Beobachtung von Tatsachen durch einen Experimentator. Soll diese Anspruch auf irgendeine Bedeutung erheben können, so ist hierzu schon eine Reihe von Voraussetzungen notwendig. Zunächst muß die Annahme gestattet sein, daß jeder andere Beobachter und auch der ursprüngliche Beobachter selbst zu einer anderen Zeit unter denselben Umständen dasselbe beobachten würde. Das ist eine Voraussetzung, von deren Zutreffen die Gültigkeit alles Folgenden abhängig ist. Wir haben keine Mittel, sie in endgültiger Weise auf ihre Stichhaltigkeit zu prüfen. Die Nachprüfung der Erscheinung durch andere Beobachter ist das uns hierfür zu Gebote stehende Kontrollmittel. Stellt sich zwischen den Beobachtungen vieler Forscher eine genügende Übereinstimmung heraus, so betrachten wir das Resultat als gesichert, ohne aber demselben eine absolute Gewißheit zuschreiben zu können. In manchen Fällen läßt die Übereinstimmung verschiedener Beobachtungen zu wünschen übrig. Lange Erfahrung lehrt uns mit der Zeit einige Gründe der Nichtübereinstimmung kennen. Wir kommen zu der Erkenntnis der persönlichen Ungleichheiten der Forscher und den Versuchen ihrer Eliminierung. Es entwickelt sich eine besondere Beobachtungskunst und wir lernen die Zuverlässigkeit der Beobachtungen verschiedener Beobachter verschieden einzuschätzen. Die metereologischen Zentralanstalten kommen z. B. den ihnen von verschiedenen Ständen zukommenden Beobachtungen mit einem verschiedenen Grad des Vertrauens entgegen.

In der Erwartung, daß unter gleichen Verhältnissen sich Gleiches ereignet, ist ferner eine weitere Voraussetzung mit eingeschlossen, die über die Gleichförmigkeit und Regelmäßigkeit des Naturablaufs. Irgendein Zwang für dieselbe besteht ja nicht; die Natur könnte so regellos sein, daß eine Abbildung derselben in Gedanken sich als unmöglich herausstellen würde. Tatsächlich ist sie es nach den bisherigen Erfahrungen nicht; wir wissen nicht, ob sie es auch künftig sein wird, und haben jedenfalls kein Recht es zu verlangen; wir erwarten es nur so.

Eine weitere Voraussetzung bildet das gute Gedächtnis des Beobachters; besitzt dasselbe nicht die notwendige Treue, so wird die Beobachtung wertlos.

Ferner müssen die Mittel der Darstellung der Resultate jedem geläufig sein; ein Lehrbuch der mathematischen Physik kann dem Nichtmathematiker nichts sagen. Denkbar wäre ja auch der Fall, daß sich zwei verschiedene Leser beim Lesen derselben Zeichen Verschiedenes denken, was ja auch in einzelnen Fällen wirklich vorkommt. Es kommt also noch die Forderung hinzu, daß die gewählten Zeichen überall im gleichen Sinn verstanden werden. Dazu ist wieder unter anderem eine gewisse Unveränderlichkeit der mechanischen Typen erforderlich, durch die sie zustande kommen.

Man sieht, die Zahl der notwendigen stillschweigenden Voraussetzungen ist nicht gering. Und wenn wir auch alle diese uns als zugestanden denken, so besitzt das so entwickelte Wesen noch immer keine apodiktische Gewißheit; wir müssen mit der Möglichkeit rechnen, daß Wichtiges übergangen, weniger Wichtiges über Gebühr hervorgehoben worden ist; denn niemals können wir hoffen, die ganze Welt mit unseren beschränkten Mitteln wiederzuspiegeln. Es gehört also zu einer erfolgreichen Forschung noch der glückliche Blick des Forschers, der die Bedeutung der einzelnen Umstände richtig einschätzt.

Es ist also klar, daß von einer schlechthinnigen Gewißheit auf dem Gebiet der Physik nicht die Rede sein kann. Die Richtigkeit der Ergebnisse hängt von der Erfüllung einer Reihe von Voraussetzungen ab, die wir zwar kontrollieren, deren Zutreffen wir aber nie mit Bestimmtheit annehmen können. Unser Wissen hat daher weder einen apodiktischen noch assertorischen - allerdings auch keinen problematischen, was zu wenig gesagt wäre -, sondern einen hypothetischen Charakter.

Dasselbe gilt auch von allen anderen Wissenschaften. Mit der Logik oder Mathematik verhält es sich nicht anders, nur daß die Zahl der Voraussetzungen eine kleinere ist. Es entfallen die auf die Gleichförmigkeit des Naturlaufs und die Beobachtung der Erscheinungen hin gemachten. Es bleibt aber die Hypothese gleicher Anlagen bei verschiedenen Menschen.

Damit fällt allerdings die Grenze der Exaktheit, die man zwischen den Wissenschaften zu ziehen versucht hatte. Die "Kritik der reinen Vernunft" kann auf keinen höheren Grad der Gewißheit Anspruch erheben, als ein Kochbuch. Wohl ist die Zahl der erforderlichen Voraussetzungen, von denen die Gültigkeit der Entwicklungen abhängt, eine verschiedene; das ist aber auch das Ganze. Im Gegenteil muß der Grad der Exaktheit der "Kritik der reinen Vernunft" als der geringere betrachtet werden, denn von allem anderen abgesehen, zählt sie nicht alle Voraussetzungen auf, die sie macht, und unter den hervorgehobenen befinden sich überdies manche von zweifelhafter Berechtigung.


9. Das Ziel der Physik

Faßt man die Physik als eine Berichterstattung über gewisse Arten erlebter Tatsachen auf, die mit dem Anspruch auftreten, spezielle Beispiele einer sich wiederholenden Regelmäßigkeit zu bilden, deren Statthaben nur von der Erfüllung einiger namhaft gemachten plausibel erscheinenden Voraussetzungen abhängig ist, so hat man damit der Physik den Charakter strengster, wenn auch nüchterner Wissenschaftlichkeit gewahrt. Sie enthält dann nichts weiter, als eine Beschreibung beobachteter Erscheinungen, deren Wiederkehr unter Erfüllung bestimmter Bedingungen und Voraussetzungen wieder zu erwarten steht. Diese Auffassungsweise der Physik ist die phänomenalistische genannt worden. Zu ihr steht im Gegensatz eine versuchte mechanistische Auffassung der Physik, die es sich als Ziel gesetzt hatte, alle physikalischen Erscheinungen auf mechanische zurückzuführen und dadurch zu "erklären". Ersteres sollte dadurch geschehen, daß sich alle physikalischen Erscheinungen auf die Bewegungen von Massenpunkten zurückführen lassen sollten, letzteres dadurch, daß nicht nur die Erscheinungen einfach beschrieben, sondern auch die Notwendigkeit ihres Zustandekommens demonstriert werden sollte.

Was nun den ersteren Punkt anbelangt, so ist zunächst zu bemerken, aß sich die Physik der Pflicht nicht enziehen kann, uns über die zu erwartenden Wärme-, Gehörs-, Farbempfindungen usw. zu belehren, die ja einen Teil unserer Erlebnisse bilden. Sie kann sich also jedenfalls nicht auf die Betrachtung bewegter Massenpunkte allein beschränken. Was wir von ihr verlangen, ist, daß sie über den Zusammenhang unserer gesamten Erfahrung uns belehrt, und zu derselben gehören alle unsere Empfindungen. Etwas anderes ist allerdings die Frage, ob es nicht möglich ist, zwischen unseren Empfindungen einerseits und den Bewegungen sichtbarer oder erdachter Massen andererseits eine Kausalbeziehung herzustellen, derart, daß einer jeden Bewegungsart eine Empfindung und umgekehrt entsprechen würde, also eine Art Parallelismus. Die Beantwortung dieser Frage ist ganz eine Angelegenheit der physikalischen Wissenschaft selbst. Vom erkenntnistheoretischen Standpunkt aus kann nur betont werden, daß die Erreichung eines solchen Zieles keine Notwendigkeit darstellt. Der Weg einer Konstruktion der Zukunft und Vergangenheit kann ein verschiedener sein und bleiben. Andererseits läßt sich die Unmöglichkeit eines solchen Beginnens heute wohl noch nicht mit Sicherheit aussprechen. Es mag also den Physikern unbenommen bleiben, in dieser Richtung weitere Versuche zu unternehmen, wenn ihnen dieselben aussichtsvoll zu sein scheinen. Heute sind wir von diesem Ziel jedenfalls noch viel weiter entfernt, als gemeinhin geglaubt wird.

Etwas anders steht es mit dem zweiten Punkt, dem Postulat des "Erklärens" mittels der Zurückführung auf mechanische Vorgänge. Allen Versuchen dieser Art kann die Erkenntnistheorie schon heute mit aller wünschenswerten Sicherheit ihr Halt! entgegenrufen. Sie sind aussichtsslos schon deshalb, weil auf mechanischem Gebiet selbst eine "Erklärung" in diesem Sinn nicht möglich ist. Daß eine Billardkugel die andere stößt, ist, wie schon HUME herausgefunden hat, nur ein rein phänomenalistisch beschreibbarer Vorgang. In die Wirkungsweise der Dinge selbst vermögen wir im angestrebten Sinn nicht hineinzusehen. Wir sehen den Vorgang selbst, aber nie das Bewirktwerden desselben, können nie sagen, daß von der einen Kugel die Wirkung ausgehen mußte. An diesem Sachverhalt ist seit den Zeiten HUMEs trotz vieler Versuche nicht das Allergeringste geändert worden. HUME hat heute so recht, wie vor 150 Jahren.

Der Mensch vermag den Naturerscheinungen gegenüber nur die Rolle des Zuschauers einnehmen. Er beobachtet und beschreibt, was er beobachtet. Da sich die Beobachtungen, die über eine längere Zeitperiode ausgedehnt sind, immer wiederkehrende Regelmäßigkeiten herausgestellt haben, so erwartet er auch für die Zukunft dieselbe. Das ist das Ganze. Daß etwas eintreten muß, kann er nie mit Sicherheit sagen. Die Naturerscheinungen sind ja ihrer Definition nach diejenigen psychischen Erlebnisse, die sich ohne und auch gegen unser Zutun abspielen, auf die unser Wille nur den Einfluß nehmen kann, daß er die Bedingungen ihres Zustandeskommens abändert. Sind aber die gegeben, hat seine Macht ein Ende gefunden. Der Mensch muß das vorfinden, was sich ihm aufdrängt, mag er nun wollen oder nicht. Aus diesem Grund vermag er der Natur nichts vorzuschreiben, was ja der Fall wäre, wenn er im strengen Sinn des Wortes prophezeien könnte.

Erklärung in diesem Sinn ist also unmöglich. Deshalb ist aber Erklärung überhaupt noch nicht unmöglich gemacht. Es ist ein psychologischer Tatbestand, daß in gewissen Fällen unser Erklärungsbedürfnis sich befriedigt fühlt. Wie kommt dies zustande?

Diese Frage ist längst beantwortet und erledigt. In manchen Ländern - wie in England - ist dies längst geschehen und anerkannt; in andern - wie namentlich in Deutschland - wird noch ernsthaft darüber gestritten. Die Sache selbst ist ganz einfach. "Science arises from the discovery of Identity amidst Diversity" (Die Wissenschaft entsteht aus der Entdeckung von Identitäten in der Mannigfaltigkeit) schrieb JEVONS 1872 an der Spitze seiner Logik. Eine neue unbekannte Erscheinung gilt als erklärt, wenn wir sie mit einer bekannten identifizieren können. Wir würden es z. B. eine Erklärung der Röntgenstrahlen nennen, wenn wir erfahren, daß sie Licht von bestimmter Wellenlänge sind. NEWTON erklärte die Bewegungen der Himmelskörper durch den Nachweis, daß dieselbe Kraft, die den Apfel zur Erde fallen läßt, auch auf den Mond wirkt und dasselbe Gesetz ihrer Abnahme wie im Fall des Mondes auch in dem der anderen Himmelskörper gilt, usw.


10. Wert und Bedeutung der Hypothese
für die Physik

Außer in der Darstellung beobachteter Tatsachen und in der Erklärung unbekannter Vorgänge durch die Aufdeckung von deren Beziehungen zu bekannten haben viele Naturforscher eine Aufgabe ihres Lebens in der Erdenkung provisorisch aufgestellter mehr oder weniger weit ausgeführter Vermutungen erblick, die einen Zusammenhang zwischen Erscheinungen konstruierten, der, durch die Erfahrung nicht gegeben, mit denselben lediglich nach dem momentanen Stand der Wissenschaft verträglich zu sein braucht. Während man mit dem Wort "Theorie" einen erfahrungsmäßig belegten Zusammenhang versteht, verwendet man für solche gleichsam als ballons d'essai [Versuchsballon - wp] zu deutenden Versuche einer Theorie den Namen "Hypothese". Eine Theorie ist z. B. die Theorie NEWTONs von den Bewegungen der Himmelskörper oder die Wellentheorie des Lichts, sofern man unter dem letzteren Wort nur die Tatsache gewisser periodischer Zustandsänderungen versteht; zu einer Hypothese wird ebendieselbe Lichttheorie, wenn man den elastischen Äther als Träger derselben ansieht; ebend hierhin gehören dann auch die mechanische Atomtheorie, die moderne Ionen- und Elektronentheorie. Man sieht, der Sprachgebrauch ist nicht sehr konsequent und befleißigt sich einer gewissen Höflichkeit - ähnlich der im Titelwesen des bürgerlichen Verkehrs. Wenn etwa aufgrund der Tatsache, daß Kathoden- oder Röntgenstrahlen im dampfübersättigten Raum gerade so nebelbildend wirken, wie Staubteilchen, geschlossen wird, daß dieselben die Bestandteile der Luft in gewisse Teilchen - Ionen - zerlegt haben, die als feste Körper zu betrachten sind, so ist das eine Ansicht, die zwar mit den Tatsachen vereinbar ist und uns durch dieselben ein wenig nahegelegt wird, keineswegs aber sich aus denselben mit zwingender logischer Notwendigkeit ergibt. Es ist eben ein eindeutiger Rückschluß von den Tatsachen auf die Bedingungen derselben nicht möglich. Die geäußerte Vermutung kann sich als wahr oder als falsch und im letzteren Fall vielleicht zumindest nach einer gewissen Richtung hin als zutreffend erweisen; ob das eine oder das andere eintritt, davon hängt dann der Wert der Hypothese ab. Im ersteren Fall erweist sie sich als eine glückliche Vorahnung und kann dazu dienen, das Auffinden neuer Wahrheiten zu erleichtern; sie hat dann einen Wert, der in der subjektiven Unterstützung der Forscherarbeit gelegen ist; sie hat keinen direkten objektiven wissenschaftlichen Wert, da sie ja noch keine Wahrheit enthält, sondern einen subjektiven für den Forscher, dem sie die Auffindung der Wahrheit erleichtert. Ihr Platz ist also die Psychologie der Forschung. Umgekehrt kann sie, wenn sie sich als unglückliche Vorahnung erweist, die Forschung aufhalten, indem sie Vorurteile derselben in den Weg setzt. So war z. B. NEWTONs Emissionstheorie des Lichts der Erkennung seiner periodischen Natur hinderlich.

Der Wert einer Hypothese ist also ein subjektiver; sie kann dem Forscher bei seiner Tätigkeit eine Hilfe, aber auch ein Hindernis sein.

Es ist übrigens zu bemerken, daß wie in so vielen Fällen auch hier die Grenze zwischen Theorie und Hypothese keine allzu scharfe ist. Auch NEWTONs Gravitationstheorie war zunächst eine reine Vermutungf. Ihre erste Bestätigung am Mond fand sie viele Jahre nachher, nachdem der Einfall ihrem Urheber gekommen war, und natürlich konnte sie sich nur in einer endlichen Anzahl von Fällen bestätigen lassen. Trotzdem betrachtet man sie heute allgemein als allgemeingültig. Jede Theorie ist streng genommen eine Hypothese, da sie durch eine Verallgemeinerung von Erkenntnissen gewonnen wird, deren Berechtigung sich ja immer - zumindest theoretisch - anzweifeln läßt. Freilich bleibt noch immer ein großer Unterschied zwischen Theorie und Hypothese. Ein charakteristisches Merkmal derselben bleibt die Hereinziehung fremder Elemente. Man könnte z. B. sagen, die Ionenlehre würde aus einer Hypothese zu einer Theorie, wenn es gelänge, einzelne Ionen wirklich nachzuweisen, oder die Atomtheorie erhielte ihre Berechtigung als Theorie durch den Nachweis der wirklichen Existenz von Molekülen und Atomen. Eine Theorie erlaubt die Prüfung durch die Erfahrung, denn sie gibt mir an, was unter gewissen Umständen eintreten muß, und ich kann mich durch Herstellung dieser Umstände davon überzeugen, ob das wirklich der Fall wird; eine Hypothese läßt sich durch die Erfahrung nicht prüfen; denn solange die Atomhypothese Hypothese bleibt, haben wir kein Mittel, uns von der wirklichen Existenz der Atome zu überzeugen; hätten wir ein solches, so würde die Hypothese aufhören, eine Hypothese zu sein.


11. Das natürliche Weltbild

Die Hypothese gewinnt dadurch sehr viel an wissenschaftlicher Berechtigung, daß sie sich schon für die Auffassung des gewöhnlichen Lebens als unabweisbar erweist. Denn außer den Theorien und Hypothesen der Wissenschaft gibt es auch solche des gewöhnlichen Lebens; CORNELIUS nennt sie die "natürlichen Theorien". Ihrer bedarf jeder Mensch, um sich mit seiner Umgebung ins Verhältnis zu setzen; sie dienen ihm als Grundlage seines Handelns. Die Gesamtheit derselben setzen das natürliche Weltbild zusammen, d. h. jene Weltauffassung des gemeinen Mannes, die ohne Beihilfe besonderer wissenschaftlicher Reflexion gleichsam wie ein Naturprodukt zustande kommt. Als solches muß sie selbst einer Erklärung fähig sein; d. h. es muß gezeigt werden können, durch welcher Faktoren Wirksamkeit sie zustande kam, wie weit ihr eigener Wirkungskreis reicht und wann und inwiefern sie einer Korrektur durch die wissenschaftliche Erkenntnistheorie bedarf. Die Unmöglichkeit, eine solche Erklärung bieten zu können, hat die Schwäche mehr als eines erkenntnistheoretischen Systems aufgedeckt; es verfiel der Kritik der gefürchteten Instand des "gesunden Menschenverstandes".

Von dem hier eingenommenen Standpunkt aus läßt sich die Entstehung und Entwicklung des natürlichen Weltbildes in ungezwungener Weise verständlich machen.

Unseren Ausgangspunkt bildet das Gegebensein von Bewußtseinszuständen, das wir als erste unzweifelhafte Tatsache zu bezeichnen haben. Der Naturmensch wird sich dessen allerdings nicht in dem Grad bewußt; das erklärt sich aber dadurch, daß er in der Analyse des Tatbestandes nicht bis zu den letzten Elementen zurückgeht; er vereinigt vielmehr (oder läßt vereinigt) mit dieser Tatsache die von uns an zweiter Stelle hervorgehobene, die in der Fähigkeit der Analyse der vorgefundenen Bewußtseinsinhalt, des selbständigen Gegenübertretens des "Ich" gegen dieselben, bestanden hat. Es stellt sich heraus, daß einige der vorgefundenen Bewußtseinsinhalte nach Belieben aus dem Bewußtsein entfernt und in dasselbe zurückgerufen werden können, andere hingegen sich ganz unabhängig - zwangsläufig, um einen Ausdruck aus der Maschinenlehre zu benützen - einstellen und in ebenderselben Weise wieder verschwinden. Aufgrund dieses Sachverhalts konstruiert der Naturmensch den Begriff des Ich, den Begriff fremder Iche und den Begriff der Außenwelt. Mit diesen Namen bezeichnet er die Faktoren, welche das Eintreten der zwei Kategorien von Bewußtseinsinhalten veranlassen. Unter diesen scheint der Begriff des fremden Ichs der älteste zu sein - bekanntlich sprechen ja Kinder von sich zuerst in der dritten Person. Es ist auch begreiflich, daß zuerst der Zusammenhang zwischen einer Vorstellungsgruppe (Vater, Mutter) und gewissen an sie geknüpften Handlungen auffällt. Das ist eine Sache bloßer Assoziation. Später bildet sich die Erkenntnis eines ähnlichen Zusammenhangs an der eigenen Person heraus. Das hat dann wieder zur Folge, daß alles, was als nicht von mir selbst bewirkt erkannt wird, zur "Außenwelt" gerechnet wird. "Außenwelt" heißt soviel wie "Nicht-Ich", wobei zum Ich nur die zu dessen freier Verfügung stehenden Inhalte gerechnet werden.

Entsteht auf diese Weise der Begriff des Ich zunächst aus dem fremder Ichs, so kehrt sich bald darauf der Vorgang insofern um, als nun die Eigenschaften des Ich, d. h. die persönlich erlebten Bewußtseinszustände auf die fremden Iche übertragen werden. Das ist eine reine Hypothese; logisch bleibt sie unberechtigt, psychologisch aber ist sie erklärlich. Es ist die dem Menschen innewohnende Phantasie, verbunden mit dem dem Menschen gleichfalls eigenen Mangel an strenger kritischer Selbstbesinnung, die ihn derartige Luftschlösser ersinnen läßt. So wird dann die mythologische Weltanschauung die erste und älteste des Menschengeschlechts. Die Mythologien aller Naturvölker - man denke etwa an die uns bekannteste griechische - sind solche Naturreligionen. Die Außenwelt wird bevölkert mit allerlei Arten von fremden Ichen - Göttern, Halbgöttern, Geistern, Helden usw. - ja sie besteht eigentlich nur aus solchen.

In dem Maße, wie die Naturerkenntnis wächst und der Zusammenhang aller Naturerscheinungen untereinander immer klarer und klarer hervortritt, verliert die Anschauung vieler voneinander unabhängiger Ichs an Halt. Der Erkenntnis der inneren Einheit aller Naturerscheinungen entspricht die Postulierung eines einheitlichen Urhebers, die Vorstellung eines einzigen Gottes. Der Monotheismus tritt anstelle des Polytheismus.

Dadurch wird aber auch das persönliche Element überhaupt in den Hintergrund gedrängt. Die Götter der Griechen sind Menschen, schlechte Menschen sogar. Sie streiten miteinander, wie ja auch die einzelnen Naturgewalten miteinander in Kampf geraten. Der eine Gott des Monotheismus gibt keine Gelegenheit zur Ausschmückung mit allerlei menschlichen Charaktereigentümlichkeiten. Es stellt sich vielmehr mit wachsender Naturerkenntnis immer mehr und mehr der Gegensatz zwischen den Launen, Eigenheiten und Schwächen der Menschen einerseits und dem darüber erhabenen, sich immer gleich bleibenden Naturlauf andererseits heraus. Und im Hinblick auf die frühere Bedeutung des Wortes Gott zieht es der Gebildete nun vor, an seiner Stelle ein anderes zu gebrauchen - das Wort Natur, dem im Wesentlichen noch immer dieselbe Funktion bleibt, wie seinem Vorgänger.

Die Entwicklung der Vorstellung fremder Ichs - fremder Kraftzentren - knüpft an die Beobachtungen von Körpern oder sogenannten Substanzvorstellungen - an. In der verwirrenden Mannigfaltigkeit und in dem bunten Wechsel unseres Bewußtseins fallen uns zunächst gewisse Verbindungen oder Verbindungsgruppen von Elementen auf, die sich durch eine besondere Konstanz auszeichnen. Wir suchen für diese Konstanz, die eben auffällt, einen Grund und erblicken denselben darin, daß wir dieser Gruppe ein selbständiges Dasein zuschreiben. Dazu kommt noch ein Zweites. Nehmen wir z. B. an, wir nehmen eine Gruppe von Wahrnehmungen wahr, der wir den Namen "Haus" beilegen (bzw. dieses Haus). Es kann nun geschehen, daß diese Gruppe aus unserem Bewußtsein verschwindet, unter gewissen Bedingungen aber wiederkehrt. Wir schreiben ihr daher ein von unserem jeweiligen Bewußtseinszustand unabhängiges Dasein zu. In dieser Handlungsweise spricht sich, worauf CORNELIUS zuerst hingewiesen hat, nichts anderes als das Prinzip der Ökonomie des Denkens aus. Statt die Gruppe immer wieder neu erstehen zu lassen, begnügen wir uns mit der Annahme einer einzigen, der wir dafür ein fiktives Dasein außerhalb unseres Bewußtseins zuschreiben.

Durch die Vergleichung solcher Gruppen entsteht ein wichtiger weiterer Begriff, der des Raumes. Die Gruppen müssen ja zueinander in Beziehung treten. Die erste und wichtigste Erfordernis ist nun das, anzugeben, wann aus den Wahrnehmungsmöglichkeiten wirkliche Wahrnehmungen werden, d. h. anders gesprochen: wann werden wir eines Körpers gewahr. Die Anleitung hierzu gibt die Bestimmung seines Ortes. Dazu ist aber die Angabe der räumlichen Beziehung zu allen anderen Körpern, auch denen, die sich gegenwärtig im Bewußtsein befinden, notwendig, denn nur dadurch wird es möglich, vom jeweiligen Bewußtseinszustand ausgehend, diese Körper aufzufinden. Das führt dann zur Ausbildung eines alles umfassenden Raumbildes.

Die Vollendung desselben übt dann wieder einen rückwirkenden Einfluß auf den Begriff der Außenwelt. Hat früher das Wort "Außen" nur soviel bedeutet wie "Nicht-Ich", so versteht man jetzt darunter, nachdem auch der menschliche Körper seine Einordnung in den Gesamtraum gefunden hat, den ganzen außerhalb desselben befindlichen Teil des Raumes. Eine Komplikation erfährt diese Vorstellung dadurch, daß einige Teile des Körpers, wie etwa die Gliedmaßen, für andere, wie z. B. die Augen, sich als äußere verhalten. Das hat die Frage wachgerufen nach jenem Teil des Körpers, der niemals zur Außenwelt gerechnet werden kann. Diese Frage kann als identisch mit der nach dem Sitz der Seele betrachtet werden. Die Widersinnigkeit derselben beweist die Unmöglichkeit der konsequenten Durchführung des natürlichen Weltbildes.

Eine weitere Theorie desselben ist die Einordnung aller Ereignisse nach einem Zeitschema. Es ist schon eingangs auf die Unmöglichkeit der strengen Durchführung der zeitlichen Ordnung hingewiesen worden. Stets muß einem Ereignis eine gewisse endliche Dauer gewahrt bleiben, da sonst überhaupt keine Aufeinanderfolge wahrgenommen werden könnte. Der natürliche Zeitbegriff bedarf also einer gewissen Korrektur.

Schreiten wir zur Kritik des natürlichen Weltbildes, so ist zunächst unschwer zu bemerken, wie dasselbe an den Grundtatsachen unseres Bewußtseinslebens seinen Ausgangspunkt nimmt. Der Unterschied in der Art der Elemente des Bewußtseins, der etwa durch die Worte "aktiv" und "passiv" ausgedrückt werden könnte, führt zur Auffassung des eigenen und fremder Iche, zur Unterscheidung unseres Willens und einer von ihm unabhängigen Außenwelt. Damit zugleich entwickeln sich die Substanz- und Kausalvorstellungen, die zur ersten Orientierung in der verwirrenden Mannigfaltigkeit unseres Seelenlebens dienen. Die Unterscheidung der Elemente unseres Bewußtseins nach Raum und Zeit entspringt demselben Bedürfnis nach Klarheit.

Das natürliche Weltbild bleibt aber nicht auf den Rahmen des wirklich Wahrnehmbaren beschränkt. Nur sein Ausgangspunkt findet seine Fundierung in der reinen Erfahrung. Nun aber setzt die freischaffende Phantasie ein und führt die Konstruktion des Weltbildes auch jenseits der Grenzen wirklicher Erfahrung, ja Erfahrungsmöglichkeit weiter aus. die uns so geläufige Annahme eines fremden Bewußtseins ist eine Hypothese, die sich gar nie verifizieren läßt. Man erblick sofort das Problematische derselben, wenn man sich die Frage nach den Grenzen desselben setzt. Hat die Pflanze noch Bewußtseins, ja haben es die niederen Tiere, oder kommt es auch den anorganischen Körpern zu? Das sind Fragen, worüber wir uns nur in Vermutungen ergehen können. Die natürliche Weltanschauung ist nicht so zaghaft und legt unseren Mitmenschen wie den höheren Tieren ohne Weiteres ein Bewußtsein, gleich oder ähnlich dem unseren, bei. Das natürliche Weltbild setzt sich demnach aus Theorien und Hypothesen zusammen, die im Laufe der menschlichen Entwicklung unter der natürlichen Einwirkung der Erfahrung, der vorhandenen Verhältnisse entstanden sind. Es ist daher erklärlich, daß sie sich mit der Erfahrung in Einklang befinden, zumindest soweit, daß ihnen diese nicht widerspricht. Beachtet man aber, daß diese Erfahrung die gewöhnliche des gemeinen Mannes und nicht die verfeinerte des Naturforschers gewesen ist, so wird es nicht verwundern, wenn das natürliche Weltbild nur den Anforderungen des alltäglichen Lebens, nicht aber auch denen der subtileren Wissenschaft genügt. Es gibt uns eine erste Orientierung, aber es läßt sich nicht immer als Grundlage der wissenschaftlichen Auffassung verwenden. Gleichwie der Naturforscher mit verschärften Sinnen und gesteigerter Beobachtungskunst der Natur entgegentritt und infolgedessen Dinge sieht, die dem gewöhnlichen Sterblichen verborgen bleiben, wird sich auch der wissenschaftliche Denker nicht immer mit der Auffassung des gemeinen Mannes begnügen können. Er wird die Pflicht haben, mehr zu sehen, genauer zu unterscheiden. Das natürliche Weltbild stellt eben nur in erster Annäherung eine Theorie des Weltganzen dar.

Eine wissenschaftlich haltbare Weltanschauung wird natürlich nicht im strikten Gegensatz zu ihr stehen können. Das natürliche Weltbild ist eine erste Annäherung, es ist nicht mehr und nicht weniger. Die Wissenschaft hat die Aufgabe, es nach und nach zu korrigieren. Es verhält sich damit ähnlich, wie mit der Bestimmung einer physischen Konstante. Aufgabe der fortschreitenden Ausbildung der Experimentalmethoden bildet die immer genauer werdende Bestimmung der Zahl. Sie war zuerst vielleicht nur auf ein oder zwei Stellen bekannt, später wird sie auf vier, fünf oder noch mehr Stellen genau ermittelt. Für viele Zwecke ist aber die Kenntnis der letzten Dezimalstellen ganz belanglos - namentlich für solche der Anwendung auf Bedürfnisse des gewöhnlichen Lebens.

In ähnlicher Weise gibt es nun auch Fälle, in denen man mit der Anschauung des gemeinen Mannes sein Auslangen nicht findet. So kann z. B. die Substanzvorstellung nur auf ungefähre Richtigkeit Anspruch erheben. Denn eine unbedingte Konstanz von Wahrnehmungen und Wahrnehmungsmöglichkeiten gibt es nirgends. Es existiert gar keine Substanz im strengen Sinne des Wortes. Der Physiker begegnet den größten Schwierigkeiten, wo er danach trachtet, einen möglichst unveränderlichen Körper herzustellen. Für die Überwachung der Urmaße besteht ein eigenes Büro. Ähnliche Schwierigkeiten hat die Herstellung eines elektrischen Widerstandsetalons [Eichmaß - wp] gemacht. Jeder Körper erleidet Veränderungen. Ganz richtig hat schon HERAKLIT erkannt: "panta rhei" (alles fließt!). Es wird also gewiß in manchen Fällen notwendig sein, nicht beim einfachen Körperbegriff stehen zu bleiben, sondern bis auf die ihn zusammensetzenden Elemente zurückzugehen. Noch weniger kann der Begriff eines kraftbegabten Stoffes auf wissenschaftliche Verwertbarkeit Anspruch erheben. Auf den ersten Blick scheint es allerdings, als ob die Körper mit gewissen Vermögen (Fähigkeiten, Kräften) ausgestattet wären. Allein beim schärferen Zusehen erkennt man, daß das, was man bisher als Eigenschaft eines Körpers aufzufassen sich gewöhnt hat, eine Eigenschaft von mindestens zwei Körpern ist und daß der Begriff "Eigenschaft eines Körpers" überhaupt ein unmöglicher ist und von einer solchen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen gesprochen werden kann.

Ähnlich verhält es sich mit der Anwendung des Substanzbegriffs auf geistige Vorgänge. Die Begriffe "Seele" oder "Geist" können für gewisse Zwecke ganz dienlich sein, aber ebenso wie bei Körpern muß man sich bei ihnen vor der Annahme einer absoluten Konstanz hüten, wenn man nicht zu ganz haltlosen Behauptungen kommen will. Die Mythendichtungen der verschiedenen Völker sprechen ja da eine genügend deutliche Sprache.

Ebenso verhält es sich mit den andern naturalistischen Begriffen. Sie sind für manche Zwecke ganz gut, ja sie sind für viele Menschen, die eines feineren Auffasungsvermögens unfähig sind, unumgänglich notwendig. Trotzdem muß man sich bei exakteren Untersuchungen und Fragestellungen davor hüten, sie einfach für bare Münze zu nehmen. Sie sind nur für bestimmte Zwecke bestimmte und ihnen in roher Annäherung genügende Fabrikate.

Mißverständnisse gröberer Art entstehen, wenn die schon bei der Bildung der naturalistischen Begriffe zutage getretene, hypothesendichtende Phantasietätigkeit in unpassender Weise weiter fortgesetzt wird bzw. den Gebilden derselben eine über ihre ursprüngliche Bedeutung hinausgehende Rolle zugedacht wird. Das war z. B. der Fall beim Versuch des Materialismus, aus der Bewegung von Atomen das Denken und Fühlen zu erklären. Auch der Begriff der Ursache vermag nur in vergleichsweise einfachen Fällen uns dienlich zu sein und muß im Allgemeinen durch den mathematisch ausgebildeteren Funktionsbegriff ersetzt werden.

Das natürliche Weltbild stellt also eine Theorie des Weltganzen dar, die, aus den Bedürfnissen des gewöhnlichen praktischen Lebens entstanden, denselben auch angepaßt ist und in rohen Umrissen oder, wie der Physiker sagt, "in erster Annäherung" uns ein Verständnis unserer Umgebung, soweit es für die Zwecke des praktischen Lebens erforderlich ist, vermittelt. Höheren wissenschaftlichen Anforderungen vermag dasselbe daher nicht mehr ganz zu genügen; vielmehr muß dasselbe einige Korrekturen erleiden, welche die nur für bestimmte Zwecke brauchbaren Begriffe des natürlichen Weltbildes durch exaktere Formulierungen zu ersetzen haben.
LITERATUR - Hans Kleinpeter, Die Erkenntnistheorie der Naturforschung der Gegenwart, Leipzig 1905