tb-3ra-1B. RusselF. MauthnerG. H. LewesR. LoeningAristoteles    
 



SAMUEL ICHYIÉ HAYAKAWA
Die aristotelische
Struktur der Sprache


Allgemeine Semantik
Umgang mit Kindern
"Die traditionelle Sprachstruktur und die sie begleitenden semantischen Reaktionen sind hauptsächlich zweiwertig: Aussagen sollen entweder "wahr" oder "falsch", Verhaltensweisen entweder "gut" oder "schlecht" sein usw."

Es soll Zweck dieses Beitrages sein, kurz darzulegen, was ich unter KORZYBSKIs Standpunkt zum Thema der Beziehung zwischen Sprachstruktur und "Denken", zwischen Sprache und Verhalten verstehe. Daß solche Beziehungen bestehen, ist seiner Meinung nach selbst für intelligente und einigermaßen gebildete Menschen "nicht selbstverständlich".

Sprachforscher kennen jedoch seit langem diese Beziehung, WHORF zum Beispiel sagt:

"Die Natur analysieren wir entsprechend den in unseren Muttersprachen vorhandenen Richtlinien. Die Kategorien und Typen, die wir aus der Welt der Phänomene isolieren, finden wir dort nicht, weil sie uns ins Gesicht starren. Im Gegenteil bietet sich uns die Welt in einem kaleidoskopartigen Fluß von Impressionen dar, der in unseren Köpfen, mittels unserer Sprachsysteme, geordnet werden muß. Wir zerlegen die Natur, erfassen sie in Begriffen, denen wir Bedeutung zumessen, weil wir uns vorwiegend an Übereinkünfte halten, die für unsere Sprachgemeinschaft durchweg gelten und in Sprachmustern niedergelegt sind. Diese Übereinstimmung ist stillschweigend und selbstverständlich,  aber ihre Inhalte sind absolut verpflichtend.  Wir können uns ja überhaupt nicht ausdrücken, wenn wir die Gruppierung und Klassifikation der Daten, die uns die Übereinkunft vorschreibt, nicht gelten lassen."
Die Folgerungen aus dereartigen sprachlichen Tatsachen sind, wenigstens von den Sprachwissenschaftlern, bisher nur unvollständig erforscht worden. Wir sind jetzt alle mit der Tatsache vertraut, daß die Relativitätstheorie, die neue Quantenmechanik, die moderne Mathematik usw. nicht nur unsere Vorstellungen von der Welt, sondern auch die dahinter liegenden Strukturannahmen verändert haben, auf denen die traditionellen Überzeugungen beruhten. Die traditionellen Übereinkommen, an die wir uns bei der "Organisation und Klassifikation der Daten" hielten, die der Welt durch den traditionellen Sprachgebrauch unbewußt zugeschriebene Struktur, haben sich für moderne wissenschaftliche Zwecke als gänzlich unzureichend erwiesen. Daher wurden neue Sprachen entwickelt, denen neue Strukturannahmen zugrunde liegen. (1)

Sprachwissenschaftlich nicht geschulte Leute sind geneigt, Sprache als etwas "Abseitiges" zu objektivieren, das als unabhängig von Sprechern und Hörern betrachtet werden könne. Ein System konventioneller Zeichen ist indessen solange keine "Sprache", wie es von den Mitgliedern der sozialen Gruppe nicht  internalisiert  worden ist, wie die Psychiater sagen.

Eine Sprache ist deshalb nicht bloß ein System von Zeichen, sondern stellt auch das ganze Repertoire der semantischen Reaktionen dar, die Zeichen in denjenigen hervorrufen, die die Sprache sprechen und verstehen. Die Strukturannahmen, die einer Sprache zugrunde liegen, zeigen sich notwendigerweise in Verhaltensreaktionen. KORZYBSKI betont diesen Punkt besonders:

" Einer Sprache, jeder Sprache, liegt eine bestimmte Metaphysik zugrunde, die der Welt, bewußt oder unbewußt, eine Art Struktur zuschreibt."

"Diese strukturellen Annahmen sind in uns, sobald wir eine Sprache,  jede  Sprache übernehmen."

"Wir machen uns nicht klar, welche gewaltige Macht die Struktur einer gewohnten Sprache hat. Es ist nicht übertrieben zu sagen, daß sie uns durch den Mechanismus semantischer Reaktionen versklavt und daß die Struktur, die eine Sprache aufweist und uns unbewußt einprägt, auf unsere Umwelt  automatisch projeziert wird." 
Es ist eine wichtige Behauptung der Autoren der  Allgemeinen Semantik,  daß die Alltagssprache und in großem Umfang die wissenschaftlichen und technischen Sprachen, besonders auf den noch nicht in Regeln gefaßten Gebieten, von vorwissenschaftlichen strukturellen Annahmen durchdrungen sind. Das stellt für einen gut ausgebildeten Sprachforscher keine Überraschung dar. Die logische Folge hiervon ist, daß Alltagsunterhaltungen, öffentliche Auseinandersetzungen und sogar wissenschaftliche Darlegungen häufig unfruchtbar oder sinnlos werden, weil sich überholte, vorwissenschaftliche Annahmen unbemerkt einschleichen. Auch auf diese uns vertraute Vorstellung wurde nachdrücklich von LADY WELBY (2) und später ausführlich von OGDEN, RICHARDS (3) wurde und MALINOWSKI (4) hingewiesen.

KORZYBSKIs meiner Meinung nach größte Leistung, mit der er seine Vorgänger weit hinter sich ließ, ist das Ausmaß, in dem er das menschliche Verhalten analysiert hat. Einerseits rückte er das schöpferische Verhalten (zum Beispiel in der Wissenschaft und der Mathematik) und andererseits das unproduktive und selbstzerstörerische Verhalten (in philosophischen und politischen Auseinandersetzungen, in der Propaganda und in Fällen geistiger Erkrankung usw.) in das Licht seiner Sprachhypothesen.

Nach seiner Annahme liegen vorwissenschaftliche Strukturannahmen, eine primitive Metaphysik und dergleichen der Sprache derjenigen zugrunde (und kommen in ihren semantischen Reaktionen zum Ausdruck), deren Anstrengungen nutzlos und unproduktiv sind, während strukturell zutreffendere und beweglichere Auffassungen der Sprache derjenigen zugrunde liegen (und in ihren semantischen Reaktionen zutage treten), die auf ihren Gebieten bemerkenswertes leisten. Die Sprachgewohnheiten der Ersteren, die eine stillschweigende Forderung der Identität in sich schließen, nannte er "aristotelisch". Die Letzteren, bei denen eine Identität ausdrücklich abgelehnt wird, nennt er "nichtaristotelisch".

Im Mittelpunkt von KORZYBSKIs Denken steht in der Tat die Entdeckung, daß in unseren semantischen Reaktionen eine unbewußte Forderung der Identität vorhanden ist; er stellt ausdrücklich die Forderung auf, die Nichtidentität einer Umerziehung zu neuer Denkweise zugrunde zu legen. Den Übergang von aristotelischen zu nichtaristotelischen Ausdruchsweisen und semantischen Reaktionen ist für KORZYBSKI nur eine Verallgemeinerung der größeren modernen Umstellung traditioneller Denkgewohnheiten, wie sie im Übergang von euklidischer zu nichteuklidischer Mathematik, im Übergang von Newtonscher zu Einsteinscher Physik auftritt. Hierzu schreibt er:

"Mein nichtaristotelisches Denksystem verwirft die von ARISTOTELES vorausgesetzten, gewöhnlich  Metaphysik  (etwa um 350 v.Chr) genannten Strukturen. Ich setze die moderne Wissenschaft als meine Metaphysik an ihre Stelle."
Wir in der westliche Kultur aufgewachsenen Menschen haben alle die traditionelle indo-europäische (aristotelische) Sprachstruktur in uns aufgenommen. Da deren Verhaltensmodelle für die Lösung heutiger Probleme nachweislich nicht genügen, bietet uns KORZYBSKI mit einer  Allgemeinen Semantik  eine Erziehungstheorie und -disziplin an, durch die wir hoffen können, den so verbreiteten, ernsten kulturellen Rückstand zu überwinden, der seiner Meinung nach weithin für Rückständigkeiten auf vielen anderen Gebieten verantwortlich ist. Wie EINSTEIN kürzlich in seinem "Telegramm an das Volk" gesagt hat:
"Die freigesetzte Kraft des Atoms hat alles verändert, unsere Denkgewohnheiten ausgenommen. So treiben wir einer beispiellosen Katastrophe zu."
Die  Allgemeine Semantik  ist der Versuch einer  Anatomie  der alten und der neuen "Denkweisen", wobei Verfahren aufgezeigt werden, mittels derer der Übergang erfolgen könnte. Folgende sind einige charakteristische Merkmale der traditionellen indo-europäischen Sprachstruktur, die KORZYBSKI die aristotelische nennt:


I. Die traditionelle Struktur der Sprache, die das sogenannte "Ist der Identität" in sich birgt, führt dazu, den Unterschied zwischen Worten und Dingen zu verdunkeln.

"Ein Gegenstand oder Gefühl ...  ist nicht  verbal,  besteht nicht  aus Worten ... Wer das übersieht - und leider geschieht das sehr leicht - vernachläßigt einen der wichtigsten psychologischen Faktoren bei allen semantischen Reaktionen, auf denen geistige Gesundheit beruht. Diese Vernachlässigung wird in den älteren Systemen, Denkgewohnheiten, Verhaltensweisen, hauptsächlich aber durch die primitive  Struktur  unserer aristotelischen Sprache mit ihrem  Ist der Identität  gefördert. So  hantieren  wir zum Beispiel mit dem, was wir einen Bleistift nennen. Was wir auch immer zur Hand nehmen mögen, ist an sich wortlos. Dennoch sagen wir: "Dies  ist  ein Bleistift". Eine solche Feststellung verfälscht unbedingt die Tatsache: der Gegenstand tritt als ein absolutes Individuum auf. Er ist doch aber kein Wort. Unsere semantischen Reaktionen werden so von vornherein an täuschende Vorstellungen gewöhnt, was pathologisch sein muß."
Der Umstand, daß wir alle daran gewöhnt sind, bei der Beschreibung von Fehlurteilen anderer Leute Ausdrücke zu verwenden wie "er denkt nicht klar", "seine Gedanken sind verkehrt" usw. mach das Verständnis für die allgemeine Gültigkeit und Bedeutung dieses Prinzips schwierig. Es bedarf einer geduldigen Analyse der  Mechanik  vieler Auseinandersetzungen, Konflikte, Fallstudien von Geisteskranken usw., um völlig zu begreifen, was mit der Gewöhnung an Begriffstäuschungen gemeint ist.

Man hat versäumt, zwischen verbalen und nicht-verbalen Ebenen in den eigenen semantischen Reaktionen zu unterscheiden. Nach KORZYBSKIs Ansicht fördert unsere Kulturtradition, zu der doch die Sprachstruktur und die aus ihr folgenden semantischen Reaktionen gehören, die Beibehaltung dieser Tendenz. Diesen unsere ganze Kultur durchziehenden Prozess beschreibt Trigant Burrow von einem anderen Gesichtspunkt aus:

"Die ursprünglichen Anlagen des menschlichen Organismus werden frühzeitig an das gesellschaftlich bedingte System partieller Reflexe gewöhnt, die wir als den Zeichen-Kodex oder die Sprache bezeichnen; es stellt ein System von Reaktionen dar, zu dem der Organismus durch die Sprache erzogen wurde. Daher ist der menschliche Organismus, zusätzlich zu dem ursprünglichen Prozess der Anpassung, von Anfang an weiterer Beeinflußung ausgesetzt... Der Organismus tritt in eine Gruppe ein, deren ihn umfassende und schützende Umwelt durch jene integrierten Sekundärreflexe geformt worden ist, die die bloßen Dingzeichen und -bezeichnungen für den heranwachsenden Organismus bilden. Kurz gesagt wird als Ergebnis seines früheren Trainings das Kind nicht so sehr von einem Feld spontaner, es ganz umfassender und an die Umwelt anpassender Reaktionen eingehüllt, sondern von einem Feld von Ersatzsymbolen, die seine ganze Welt objektiver Wirklichkeit immer mehr ersetzen."
Um diese Tendenz unserer Kultur, Wortwissen für Sachwissen zu nehmen, noch weiter zu erhellen, könnten wir die Geschichte der westlichen Wissenschaft anführen. Die traditionelle philosophische Bemühung ging in ihr dahin, das "Wesen der Dinge" zu "definieren". Diese Tendenz ist auch noch in der "natürlichen Logik" unreflektierter Leute zu beobachten, die meinen, daß, wenn eine Sache  benannt  ist, alles darüber ausgesagt ist, was man von ihr zu wissen brauche. Bei vielen Leuten bemerkt man eine merkbare Spannung , wenn sie einem Ding ohne Namen gegenüber stehen: diese Spannung verschwindet gewöhnlich, sobald man seinen Namen erfährt. In der semantischen Fachsprache bezeichnet man ein solches Verhalten auf allen Ebenen als die Tendenz, sich nicht Gegenständen, sondern ihren Namen anzupassen. (5)


II. Die traditionelle Sprachstruktur und das damit in Zusammenhang stehende semantische Verhalten teild das Unteilbare in einzelne "Einzelheiten". Sie verdunkeln häufig die funktionellen Beziehungen oder verdecken sie häufig. Alle diese Unterscheidungen von "Substanz" und "Form", von "Körper" und "Geist", von "Ursache" und "Wirkung", von "Täter" und "Tat", von "Verstand" und "Gefühl", von "Raum" und "Zeit" nennt KORZYBSKI "Elementalismus".

Er empfiehlt sie durch  nicht-elementalistische  Begriffe und Orientierungen zu ersetzen, besonders auf jenen Gebieten, in denen sich das gegenwärtige Denken festgefahren hat. Gewiß ist der Gedanke künstlicher Wortunterscheidungen für Sprachwissenschaftler nichts Neues. Besonders beim Studium anderer als indo-europäischer Sprachen wurden sie mit den mannigfaltigen Wegen vertraut, auf denen verschiedene Sprachen aus dem Strom der Erfahrung unterschiedliche Kategorien und Beziehungen abstrahieren. Es ist das Neue an KORZYBSKIs Denken, daß er erstmalig auffordert, hierbei etwas zu unternehmen.

Was getan werden sollte, wurde auch von WHORFvorgeschlagen:

"Kein Individuum ist darin frei, die Natur mit absoluter Unvoreingenommenheit zu beschreiben. Vielmehr ist es auf bestimmte Bedeutungsweisen sogar dann festgelegt, wenn es sich ganz frei glaubt. In dieser Hinsicht ist der Freiheit am nächsten derjenige, der als Sprachwissenschaftler mit vielen, völlig verschiedenen Sprachsystemen vertraut ist."
Vermutlich würde KORZYBSKI hierzu annehmen, daß, wer, mit moderner Mathematik oder wenigstens mit den Methoden moderner Mathematik vertraut ist, sich bereits in der Lage eines Sprachwissenschaftlers, "der mit vielen völlig verschiedenen Sprachsystemen vertraut ist", befindet. Dieser hätte überdies den Vorteil, daß diese Mathematik-Systeme nicht das zufällige Überbleibsel primitiver metaphysischer und animistischer Vorstellungen sind, denen jeglicher Inhalt gegeben werden kann.

Ein Beispiel für den "Elementalismus" könnte man in dem neuen Buch "Body and Mind" (1948) von Dr. med. Flanders Dunbar sehen, einem Führer auf dem neuen nicht-elementalistischen Gebiet der psychosomatischen Medizin. Ausdrücklich stellt diese Autorin sich auf einen nichtelementalistischen Standpunkt: "Unser Körper ist unser Geist und umgekehrt." Trotz wiederholter Versicherungen in dieser Richtung kommt die Verfasserin in ihrem Buch ständig auf die Trennung von Körper und Geist zurück, zum Beispiel, wenn sie sagt: "Der Patient hat die Fähigkeit verloren, seinen Körper durch seinen Geist zu beherrschen", eine Angewohnheit, die die Genauigkeit ihrer Feststellungen ernstlich in Frage stellt. Solch Elementalismus ist allerdings in vielen Wissenszweigen verbreitet, wodurch sich erklärt, daß unzählige Probleme "unlösbar" bleiben.


III. Die traditionelle Sprachstruktur und die sie begleitenden semantischen Reaktionen sind hauptsächlich zweiwertig: Aussagen sollen entweder "wahr" oder "falsch", Verhaltensweisen entweder "gut" oder "schlecht" sein usw. Wenn diese Sprachstruktur internalisiert wird, ergibt sie zweiwertige schwarz-und-weiß Verhaltensmodelle: "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich." Anstelle dieser Denkweisen schlägt KORZYBSKI das vor, was er eine "unendlichwertige Orientierung" nennt; sie beruht auf der Internalisierung moderner Wahrscheinlichkeitslogik.


IV. Die aristotelische Sprachstruktur und die sie begleitenden semantischen Reaktionen neigen dazu, die beim Funtionieren des menschlichen Nervensystems fundamentale Tatsache zu ignorieren, daß wir auf einer unendlichen Anzahl von Ebenen abstrahieren: indem wir von Abstraktionen abstrahieren, indem wir von Abstraktionen von Abstraktionen usw. abstrahieren.

Der Manipulationsvorgang ist bei Symbolen der Mathematik derart, daß bei einer Verwechslung von Abstraktionsebenen das System die Verwechslung sofort evident macht. Es zeigt dann einen Widerspruch an. Die Stichhaltigkeit der Mathematik in dieser Hinsicht zeigt sich darin, daß viele traditionelle logische Paradoxa, in denen Übergänge zu anderen Abstraktionsebenen infolge der Alltagssprache verborgen bleiben, durch mathematische Methoden einfach aufgelöst werden.

Um den Beschränkungen semantischer Reaktionen, die von der traditionellen aristotelischen Sprachstruktur beherrscht werden, zu entgehen, wird die Internalisierung mathematischer Sprachstrukturen empfohlen. Eine Sprachstruktur und semantische Reaktionen, die die verschiedenen Abstraktionsebenen unfehlbar unterscheiden, ermöglichen es, die Fähigkeiten des menschlichen Nervensystems und die Befähigung der Sprache als eines Erkenntniswerkzeuges und die Befähigung der Sprache als eines Erkenntniswerkzeuges vollkommener zu verwirklichen, als es mit Ausnahme auf jenen begrenzten Gebieten möglich gewesen ist, in denen - wie in der modernen Naturwissenschaft - derartige semantische Reaktionen bereits eingebürgert sind.

LITERATUR - Samuel Ichiyé Hayakawa, Semantik und verwandte Disziplinen in "Wort und Wirklichkeit", Beiträge zur Allgemeinen Semantik, Darmstadt 1968
    Anmerkungen
    1) Zum Beispiel sagt PHILIPP FRANK in "Einstein, His Life and Times": Einsteins Relativität der Zeit ist eine Reform in der Semantik, nicht in der Metaphysik.
    2) VIOLA WELBY: "What is Meaning?", NY 1903
    3) C.K.OGDEN und I.A.RICHARDS: "The Meaning of Meaning", 1930
    4) BRONISLAW MALINOWSKI: "The Problem of Meaning in Primitive Languages"
    5) "Diese bloßen Namen sind zum Ein und Alles der Existenz (des Menschen) geworden", sagt TRIGANT BURROW Ein alltägliches, aber anschauliches Beispiel für die Anpassung an Namen ereignete sich kürzlich in meinem Hause, in dem ein abstraktes Gemälde des verstorbenen L.Moholy-Nagy hängt. Eine uns besuchende Dame konnte der Unterhaltung nicht aufmerksam folgen, immer wieder drehte sie sich nach dem Gemälde um, um es anzustarren; offensichtlich beunruhigte es sie sehr. Schließlich ging sie zu ihm hin, fand ein kleines, maschinengeschriebenes Etikett auf dem Rahmen: "Raum-Modulator, 1941" stand darauf. "Das ist ein Raum-Modulator, nicht wahr?" sagte sie, "das ist aber hübsch!" Sie setzte sich wie befreit hin. Danach sah sie es nie wieder an.