ra-2F. SteppuhnG. MehlisF. StrunzW. WindelbandB. RussellK. Joël    
 
LORENZ POHORILLES
Die Psychogenesis der Philosophie und
der Erkenntniswert der Mystik

1. Mystik und Philosophie
in ihrem Zusammenhang

Mystik als der adäquate Ausdruck des Geheimnisvollen und Unerkannten ist der Gegenpol der Wissenschaft. Sie ist die Position des Nichterkennens, die Bejahung des noch nicht Gedachten, die als geistiges Sein wesentlich verschieden ist sowohl von der spontanen Spekulation des philosophischen Denkens als auch der mehr passiven, an ihr Objekt gebundenen und von ihm bestimmten Reflexion der Wissenschaft. Philosophie und Wissenschaft sind bereits differenzierte Geistesprodukte, die Mystik enhält noch sämtliche Potenzen ungeschieden, in einer ursprünglichen Einheit, aber eben darum ist sie die Voraussetzung der ersteren, die Quelle, der jene anderen Potenzen entsprangen und aus der sie schöpfen, um sich allmählich nach ihren eigenen  anderen  Entwicklungsgründen zu betätigen und zu gestalten, bis sie ihren Ursprung gänzlich verleugnen, ja ihn zurückweisen zu müssen meinen.

Von der Wissenschaft ist es bekannt, daß sie der Philosophie, der ursprünglichen, ihr vorangehenden, einigen  sophia,  ihr Entstehen verdankt. Man konnte in historischer Zeit beobachten, wie sich einzelne Wissenszweige von der  einen  Weisheit loslösten, um fortan ein selbständiges Dasein als gesonderte, hinreichend weite und daher unabhängig zu bearbeitende Problembereiche im Reich der Erkenntnis zu führen, und so mochte es kein unaufklärliches Rätsel sein, wie Wissenschaft entsteht, sobald man nur diesen Prozeß verfolgt und zu ergründen sucht. Man sah die spekulative Erkenntnis zugunsten einer empirischen Kenntnisnahme zurücktreten, man sah so manches Problem, das früher in eine Reihe anderer eingegliedert und ihr also dadurch gewissermaßen untergeordnet war, aus dieser Reihe treten, um für sich selbst zu gelten, - und nicht ferngerückt war die Beobachtung, wie das geschah, wie, indem es Selbstzweck wurde, auch die Lösung mit anderen Mitteln versucht wurde, ja wie diese ihrerseits ihr Objekt gleichsam schufen, ausdehnten, erweiterten, und umgekehrt das erweiterte Objekt stets neue Methoden ins Leben rief, um sich quasi selbst zu erfassen und zu vertiefen. Es war so das  genus proximum  [nächsthöhere Gattung - wp] und die  differentia spefica  [Artunterschied - wp] der Wissenschaft allerdings bekannt, und so war denn auf empirischem Weg durch das historische Gegebensein der Glieder die Tatsache verbürgt, daß Philosophie und Wissenschaft zueinander gehören, diese in jener wurzelt. Wohl mochte man bewundern, wie Geistiges Geistigem Dasein verlieh, gewiß ein merkwürdiger Prozeß, seltsam, eigenartig, immerhin aber kein undurchdringliches Geheimnis; die Kontinuität war vorhanden, die Wissenschaft nicht urplötzlich geworden, wie aus der Pistole geschossen oder wie Athene dem Haupt des Jupiter entsprungen.

War so die  generatio aequivoca  [Urzeugung organischer aus anorganischen Stoffen - wp] in Bezug auf die Wissenschaft ausgeschlossen, so konnte man dasselbe von der Philosophie mit gleicher Sicherheit nicht behaupten. Gewiß, auch hier war man geneigt, ein vorhergehendes Glied anzunehmen, aber dieses Postulat konkret zu erfüllen, was sehr schwer, schien fast ein unmögliches Beginnen. Der Ursprung der Philosophie war in ein tiefes Dunkel gehüllt, zumal man diese Geistesrichtung in unserem Kulturkreis bloß im Griechenvolk vollendet vorfand, so daß man es also sozusagen mit einer singulären Erscheinung zu tun hatte, für die Vergleichspunkte fehlten, da man sie doch nicht mit Dingen zusammenstellen konnte, die ihr nicht im Geringsten verwandt waren. So mußte man sich dann lange genug bescheiden, das Problem offen zu lassen; denn eine Herleitung der griechischen Philosophie aus dem Orient scheiterte an dem Umstand, daß er das hergeben sollte, was er im eigentlichen Sinne selbst nicht besaß, und dann ist eine bloß geographische Verschiebung des Problems noch keine Erklärung. Aber auch der Versuch, sie als eine - unerklärliche! - Eigenschaft oder Schöpfung des griechischen Geistes, der griechischen Rasse aufzufassen, mißlang, weil nicht einzusehen war, wie und warum gerade das spekulative Genie der Griechen zu dieser Schöpfung kam. Eine solche Erklärung war eine bloße Tautologie, eine Verschleierung des Problems, ein Erklären des Ausgangspunktes der Untersuchung für den Endpunkt derselben, aber keine Erklärung.

Die Wissenschaft ist ihrem Wesen nach positivistisch. Mag der Terminus erst in der neuesten Zeit geprägt worden sein, weil man sich einerseits ihrer Aufgaben und Methoden am klarsten bewußt geworden, andererseits weil man sie selbst zur Basis einer wissenschaftlichen, im Gegensatz zur bisherigen spekulativ dogmatischen, also metaphysisch gerichteten Philosophie zu machen bestrebt war, - niemals ist Wissenschaft etwas anderes gewesen als Erforschung, Feststellung, Verbindung - kausale Verknüpfung, wo dies wegen der Tatsachen berechtigt schien - des Tatsächlichen. In diesem Sinne blieb die Richtungslinie der Wissenschaft, ihr Ideal, ihr Streben und Ziel - Vollständigkeit, ihr Ausdruck Exaktheit, ihre Methode Sammlung, Beschreibung und Klassifizierung, ihr Triumph, ihre Macht - die Technik als Beherrschung und Voraussage der Tatsachen und kommenden Ereignisse. Aber die Vollständigkeit ist ihr doch nur in einem unendlichen Prozeß erreichbar, d. h. für den endlichen Geist unerreichbar. Kein Wunder also, daß sich die Wissenschaft wohl von der Philosophie loslöste, sie aber nicht ablöste, daß beide nachher nebeneinander bestanden, sich hie und da wohl feindselig berührten, sich aber im Ganzen ergänzten. Wissenschaft und Philosophie bestanden so als zwei mächtige Geistes- und Kulturschöpfungen, lebenbeherrschend und fördernd, unvertilgbar, wie das geistige Leben selbst, das sie in edelster Form repräsentieren. War bei der Wissenschaft an ein Erschöpfen sämtlicher Daten nicht zu denken, so mußte in anderer Weise Ersatz dafür geschaffen werden, und dieser Forderung entsprach die Philosophie. Gerade die begriffliche Unklarheit über ihr Wesen, die nicht wenig dazu beiträgt, daß jeder ihrer Vertreter sich berufen fühlt, sie für etwas anderes auszugeben als seine Vorgänger, worauf die berühmte Uneinigkeit der Philosophen beruth, die Tatsache, daß von wissenschaftlicher Seite ihr die Behandlung der Grenzgebiete verschiedener Disziplinen zugeschoben wird und sie sich nie dagegen aufgelehnt hat, kann uns darüber Aufklärung verschaffen, inwiefern die Philosophie ihrer Aufgabe, jenem Mangel der Wissenschaft abzuhelfen, gewachsen ist. Hingewiesen sei bloß darauf, daß eine Abgrenzung gegen die Religion und die Theologie eigentlich nie recht erfolgt ist, insbesondere da beide Disziplinen in ihrer gegenseitigen Beziehung mit sehr ehrgeizigen Plänen aufzutreten pflegen, daß ferner von ihrer Verwandtschaft mit der Kunst wohl nicht ohne Grund gesprochen wird. So wird dann die Forderung nicht unberechtigt scheinen, daß dieses Ineinanderfließen der Gebiete, dieses Verschmelzen des Verschiedenartigen, das eine Unterscheidung des Philosophischen vom Nichtphilosophischen unmöglich zu machen droht, dringend einer Erklärung bedarf, wenn man nicht gewillt ist, es gedankenlos mitzuschleppen, wie es uns durch die Jahrhunderte als Vermächtnis überwiesen wurde, noch auch als unnützen Ballast dasjenige fortzuschleudern, wofür man durch eigenes Verschulden jedes Verständnis verloren hat.

Ein Blick auf die äußere Gestalt der Philosophie vermag uns hier wichtige Aufschlüsse zu gewähren. Trotz der Divergenz und scheinbaren Konfusion ihres Inhalts, zeigt sie in formaler Beziehung eine Bestimmtheit, welche kaum etwas zu wünschen übrig läßt, wenn es gilt, das Charakteristische ihrer Erscheinung von dieser Seite zu erfassen. Die Einheitlichkeit der Standpunkte, von denen aus sie ihre Inhalte zu entwickeln pflegt, läßt sie in eine Anzahl auf den ersten Blick bloß lose zusammenhängender Glieder zerfallen, nämlich in die Systeme. Aber bekannt ist die Manier der Philosophen, in einem oder mehreren System ihrer Vorgänger Anklänge zu suchen, eine Manier, welche zu ihrer von der Geschichte so übel bezeugten Unverträglichkeit ein interessantes Gegenstück bildet und ebensowenig wie diese auf Zufall beruth. Ihr liegt zugrunde die richtige Voraussetzung, daß zwischen jenen scheinbar isolierten Gliedern Zusammenhänge und Abhängigkeiten bestehen und zu ermitteln sind, Abhängigkeiten nicht bloß historischer Natur, sondern der logischen Abfolge ebenso wie der Assoziation. So ergeben sich zwischen den Systemen Beziehungen sachlicher Art, die der Ausdruck der dominierenden Momente in der Masser der auf das den Philosophen vorliegende Thema bezüglichen Gedanken, d. h. in dem von ihnen betrachteten Problembereich sind (1). Und da jedes philosophische System auf das irgendeines Vorgängers ebenso hindeutet, wie es Keime des zukünftigen enthält, jede in sich geschlossene Epoche von den philosophischen Errungenschaften einer früheren nicht nur abhängig ist, sondern auch gar zu oft bewußt auf sie zurückgegriffen hat, und dies wohl im Hinblick auf die philosophischen Traditionen ganzer Völker und Zeitläufe angenommen werden darf, so ist es klar, daß das ganze Problem sich auf den Punkt zuspitzt, an welchem der Ursprung der Philosophie zu suchen ist (2). Und so ergibt sich dann aus der Zugehörigkeit der Systeme zueinander, kausal und logisch betrachtet, die Notwendigkeit einer ursprünglichen Einheit dieser Systeme, aus welcher sie sich entwickelt haben.

Durch diese Annahme einer ursprünglichen Einheit soll der üblichen Auffassung von dem der Philosophie innewohnenden Streben nach Einheit, indem sie von der Vielheit ausgeht, nicht entgegengetreten werden. Denn offenbar ist die Frage nach dem Woher dieses Strebens durch das Daß und wie desselben noch keineswegs entschieden, geschweige denn überflüssig geworden. Ist die Philosophie etwas Gewordenes, ist die Konfusion und Verschiedenartigkeit ihres Inhaltes eine derartige, daß man die Behauptung aufstellen konnte, es gebe nichts spezifisch Philosophisches oder alles sei Philosophie, so müssen wir sie in ihrem Entstehen begreifen lernen, müssen die ersten Versuche systemgerechten Denkens bis in die Zeit zurückverfolgen können, wo es weder Philosophie in ihrer späteren Gestalt, noch Wissenschaft in unserem Sinne gab. Undifferenziert war das geistige Leben, Gegensätze waren nicht vorhanden, da sie nicht einander widerstritten, noch war man sich der Verschiedenheit der Prinzipien nicht bewußt, und so bestanden sie friedlich neben- und ineinander; die  eine  ursprüngliche Einheit umfaßte Glauben, Wissen, Astronomie und Astrologie, Gesetzgebung und Medizin, Göttergeschichten und Kosmologie. Uns, die wir allen Sinn für diese Einheit verloren haben, denen der Einblick in den Zusammenhang dieser verschiedenen Formen nur mit Mühe zu erreichen ist, mag sie wohl anmuten, wie eine unentwirrbare Masse von chaotisch zusammengefügten Bruchstücken. Aber ihre ursprüngliche Bedeutung, Harmonie und ihr Zusammenschluß treten bald wieder in Erscheinung, sobald man sich über den trümmerhaften Zustand unserer Kultur erhebt, sich durch die Zersplitterung unseres geistigen Lebens nicht beirren läßt, um eine Konzentration und Harmonisierung desselben in Frage zu stellen. Auch uns ist die Möglichkeit eines  einheitlichen  Standpunktes nicht gänzlich versagt, wir haben ihn in der Philosophie oder besser im System der Philosophie, gewiß, nicht in derselben Form wie jene, weil sie von ganz anderen Voraussetzungen ausgeht, in anderen Verhältnissen wurzelt als die früheste Epoche des Denkens. Nichtsdestoweniger kann sie uns Anhaltspunkte bieten zu einer Rekonstruktion jenes ersten Zustandes, sie liefert uns eine methodologische Basis für die Erfassung jener Einheit, weil dieser im Verhältnis zur Philosophie nicht nur historisch, sondern auch sachlich eine primäre Stellung zukommt.

Philosophie ist nicht aus Nichts entstanden. Der Satz  ex nihilo nihil fit  [von Nichts kommt nichts - wp] muß auch für das Geistige Geltung besitzen, wenn man nicht vor der unbegreiflichen Tatsache stehen soll, wie eines Tages die Menschheit um den Typus des Philosophen bereichert wurde. Philosophie ohne eine vorhergehende Einheit schwebt in der Luft, basiert als kulturgeschichtliche Erscheinung auf einem Nichts, bedeutet eine Durchbrechung der Kontinuität des Kulturlebens! Wer sieht das nicht ein, wozu diese gewichtige Tatsache leugnen oder verschleiern? Wir können der Philosophie eine solche Sonderstellung nicht einräumen, schon darum nicht, weil dies eine rein äußerliche wäre, die dem, der von ihrem inneren Wert überzeugt ist, nichts sagen, im Gegenteil, ihn wie ein Wunder, wie ein unnützes Wunder, anmuten würde. Sie, deren Wert ein von allen Zufälligkeiten unabhängiger sein soll, kann nur gewinnen, wenn es sich herausstellt, daß sie in einer großen Tradition wurzelt. Doch wenn es sich selbst zeigen sollte, daß sie eine Zertrümmerung dieser Tradition bedeutet, so müßte dem, der mit ihrem Wesen vertraut ist, klar sein, daß, wenn sie sich von der ursprünglichen Quelle, der mystischen Einheit, entfernt hat, dies mit bestem Wissen und klarer Erkenntnis geschehen ist, um auf anderer Grundlage, anderen Voraussetzungen zur Einheit sehnsüchtig zurückzustreben, die sie dort nicht mehr zu befriedigen vermochte.


2. Zwei Bücher zur Mystik
und Philosophie

Übereinstimmend erklären zwei Forscher, die von verschiedenen Ausgangspunkten zu demselben Resultat gelangt sind, daß die Einheit, auf welche die Philosophie als auf ihren Ursprung zurückverweist, die der Mystik ist. Freilich muß man sich hüten, Mystizismus, eine Auflösungserscheinung der Philosophie, mit dem bedeutungsvollen Sein der Mystik, der in theoretischer Beziehung ein nicht hoch genug zu veranschlagender Erkenntniswert zukommt, zu verwechseln. Als eine über die Vernunft hinausgehende Philosophie, wenn das Wort in diesem Sinne noch angewendet werden soll, ist der Mystizismus eine Verneinung der Philosophie, also widerspruchsvoll. Er ist uns ein Vermächtnis aus der Zeit des Zusammenbruchs des antiken Denkens im Neuplatonismus, da Theurgie, magische Zeremonien, Opfer und Beschwörungen, Askese und Extase, dem Menschen dazu hätten verhelfen sollen, die endlichen Schranken seiner sinnlichen Natur zu durchbrechen, auf daß er das wahre Sein nicht bloß denkend, begrifflich, sondern  seiend  erfaßt. Damals mag wohl der erste Zusammenstoß der Mystiker mit der Philosophie stattgefunden haben, ihr bewußter Gegensatz zur Vernunft zum Vorschein gekommen sein, ihr Kampf gegen das klare Denken und die Logik, der deutlich genug bewies, wie weit bereits diese Mystiker sich von der echten ursprünglichen Mystik entfernt hatten. Denn diese Mystik kennt noch kein anderes, dem sie sich entgegenzusetzen hätte, da sie eben alles ist, alles geistige Sein, Philosophie nicht weniger als Wissenschaft. Gewiß wird auch der Mystizismus mit jener Mystik Berührungspunkte haben, wie er sie trotz aller Gegnerschaft mit der Philosophie unleugbar besitzt, insofern er nämlich auf eine Mitteilung seiner mystischen Erfahrungen und Erlebnisse nicht verzichten will und es versucht, die Anleitungen zur Hervorbringung dieser Erlebnisse in ein System zu kleiden; er stellt die praktische Seite der Mystik dar, ihre Anwendung, er ist sozusagen die Technik der Mystik und also noch nicht die ganze Mystik.

Seit dem mißverständlichen Kampf zwischen Mystik und Philosophie ist von der Auffassung der Mystik als eines Erkenntnissystems, das die Einheit besitzt, welche der Philosophie so schwer erreichbar ist, nicht die Rede gewesen, da ihr Erkenntniswert von seiten der Philosophen geleugnet wurde. Aber abgesehen davon, daß ein voreiliges Leugnen kein Untersuchen und schon gar kein Verstehen ist, ein auf die Dauer unhaltbarer Zustand für den Philosophen, so konnte eine bei den größten Denkern bemerkbare sozusagen philosophische Mystik, auf die die Philosophie bei ihrer Selbstbestimmung stieß, nicht in Abrede gestellt werden, sowie andererseits das Wissen, das Streben nach Wissen, das dem Philosophen eigen ist, zwingend erforderte, anders als durch eine bloße Negation zur Mystik Stellung zu nehmen.

Es galt zunächst, mystische Lehren der Philosophen festzustellen, ihren tieferen Zusammenhängen mit der Mystik nachzugehen und bis zu dieser selbst vorzudringen, um so das Dunkel, das schon über dem Wort  Mystik  lag, zu zerstreuen. Es war bereits ein großer Fortschritt, als man in positiver Beziehung für die Mystik das weite Gebiet des Gefühls in Anspruch nahm und sie annähernd als Gefühlsphilosophie bezeichnete. Etwas fühlen, sagt JOEL, heißt gar nichts anderes als etwas in Einheit mit sich selbst fassen (3). Das Gefühl faßt also das Objekt in Einheit mit dem Subjekt. Das mystische Gefühl als das Totalitätsgefühl, das höchste, unendliche Gefühl, findet seinen bestimmtesten Ausdruck in dem bekannten Satz "Gefühl ist alles", und da jedes Gefühl seinen Gegenstand in den Lebensprozeß des Fühlenden hineinzieht, dem Mystiker aber in seinem erweiterten Lebensgefühl Gott der höchste, unendliche Gefühlsgegenstand als solcher ist, so wandelt sich dem Mystiker in seinem großen mystischen Moment alles in Gefühl, alles in Gott. In der Einheit des mystischen Gefühls wurzelt die vierfache Einheit, die die Mystiker alle lehren: die Einheit des Menschen, der Seele mit Gott, die Einheit Gottes mit der Welt, die Einheit der Welt als solcher und die Einheit des Menschen mit der Welt.

Schon SCHOPENHAUER hat das Gefühl als Pionier der Erkenntnis bezeichnet. Denn die Erkenntnis ist nicht bloß ein Gegensatz zum Gefühl, sie setzt es voraus, da ja die Gegenstände reizen, interessieren müssen. So unternimmt es dann JOEL, die Naturerkenntnis, die als Naturphilosophie begonnen hat, das kritische Sichten der Tatsachen, ihre Verknüpfung als Ursache und Wirkung aus mystischen Beweggründen abzuleiten. So ist er auch imstande, die immer wieder aufgeworfene Frage, wieso die griechische Philosophie als Erkenntnis der Natur begonnen habe, die Erkenntnis des Objekts der des Subjekts vorangehen konnte, und zugleich die Frage nach dem Ursprung der griechischen Philosophie einer Lösung zuzuführen. Weit entfernt, die Pflege der Naturwissenschaften im Orient noch vor der Entstehung der griechischen Naturphilosophie zu leugnen, ist ihm letztere das eigentliche Problem, weil technische Spezialismen, utilitarische Maßregeln noch lange keine Naturerkenntnis sind, d. h. eine Erkenntnis der Natur als eines Ganzen, geschweige denn systematische, universale Erkenntnis; er bestreitet aber, daß durch die Induktion die Lehre von der Einheit der Natur, der Sinn für die Natur als Ganzes, jemals hätte gewonnen werden können. Und erfrischend wirkt die Ironie, mit der er den Naturanblick oder gar die Naturberechnung und Naturüberwindung als Erklärungsgründe für die großen schöpferischen Taten des Geistes zurückweist. -

Von einer anderen Seite wird das Problem entwickelt, in den "Studien zur antiken Kultur" (4). Wohl ein bescheidener Name. Aber dem Verfasser ist es gelungen, das Problem des Ursprungs der Philosophie bis zu der Höhe zu entwickeln, von wo aus sich nicht nur Ausblicke auf eine Lösung desselben darbieten, sondern auch die Grundlagen der Kultur sichtbar werden. Wollen wir zuerst die Motive, von denen er sich bei seinen Forschungen bestimmen ließ, kennenlernen, bevor wir daran gehen, einige ihrer Ergebnisse zu besprechen. Die Isoliertheit gewisser Lehren in der spezifisch philosophiegeschichtlichen Überlieferung, die Unvermitteltheit, mit welcher sie plötzlich breit einsetzen und alles Spätere bestimmen (Seite 66), die Diskontinuität, nicht allein, die zwischen den Systemen, wie z. B. zwischen den Spekulationen eines THALES und daneben denen eines PYTHAGORAS, sondern auch die welche sich so oft bis tief hinein in die Kerne einzelner Systeme erstreckt, so daß der Denker einen Widerstreit zu wiederholen scheint, den sein Volk als Ganzes erlebt haben muß (Seite 278), veranlaßt ihn, den Voraussetzungen dieser Erscheinung nachzugehen, nicht in dem er etwa mit einem konstruktiven Systema an die Betrachtung der Entwicklung philosophischer Ansichten herantritt, sondern um durch Prüfung des ganzen vorhandenen Materials der Überlieferung, Vergleichung der Denkmäler, Erforschung des Zusammenhangs zwischen hellenischer Philosophie und Kultur, und der fremdländischen Einflüsse, die in dieser Kultur zu beobachten sein könnten und dann auch auf die Philosophie eingewirkt haben müßten (Seite 65), - um durch all diese sorgfältigst geführten Untersuchungen zu dem Schluß zu gelangen, daß die Philosophie in ihren Anfängen mit der Poesie, mit der Kunst, mit der Religion, der Mythologie und allen mystischen Strömungen nicht bloß verknüpft ist, sondern mit ihnen gerade zusammenfällt (Seite 15). Versuchte es JOEL, aus der Größe der Persönlichkeit der Philosophen, die sich in ihrem mystischen Allgefühl kundgibt, die Entstehung ihrer Systeme zu erklären und unter diesem Gesichtspunkt eine neue interessante psychologisierende Interpretation dieser Systeme zu geben, die in der Tat so manches Dunkle aufhellt, so ist damit noch nicht die wissenschaftliche Erforschung der Mystik geleistet, da ihr Verständnis demjenigen, dem das mystische Gefühl fehlt, noch immer ebenso erschwert sein dürfte, wie etwa dem Daltoniker [rot-grün-blind | wp] das der Farbe, für die ihm der Sinn mangelt, und da schließlich das Gefühl nicht notwendig in Erkenntnis münden muß, sondern ebensogut in Religion und Sektenbildung auslaufen kann. Etwas anderes ist es, anhand konkreter Tatsachen das ganze irgendwie zugängliche Material zu überprüfen und zu bearbeiten, und aus ihm dann diejenigen Prinzipien abzuleiten, die für die Erklärung und den Nachweis des Ursprungs der Philosophie aus der Mystik entscheidend sind. Dies tut WOLFGANG SCHULTZ, und in der Tat bewährt sich seine Methode überall, indem sich auf jeder Seite des inhaltsreichen Buches unerwartete Einsichten eröffnen. Den Höhepunkt dürfte er aber mit seiner Darstellung des PARMENIDES erreicht haben, und so sei uns dann gestattet, auf den Gedankengang des Verfassers näher einzugehen, umso mehr, als der Verkündert der Einheit von Denken und Sein und "starre" Leugner von Entstehen und Vergehen eine Verhältnis zur Mystik aufweist, das bei diesem Vollender des eleatischen Rationalismus mehr als überraschend wirkt.

Das Verhältnis der Meinungen zur Wahrheit im Lehrgebäude des PARMENIDES hat von jeher den Forschern die größten Schwierigkeiten bereitet. Den Gegensatz "Wahrheit-Meinung" faßte man sogleich konträr im Sinne von Wahrheit-Lüge und glaubte, das Problem damit abgetan zu haben, daß man dem Philosophen seine "Meinungen" nicht glaubte. So kamen Auffassungen zustande, die in den Meinungen eine persifflierende Darstellung der Lehren anderer Philosophen erblickten, oder die Kunst des Dialektikers, bald für und bald dagegen zu sprechen in sie hineinlegten, oder schließlich in ihnen die erkenntnistheoretische Lehre vom Schein ausgedrückt wissen wollten. Niemand ist es eingefallen, die Wahrheit aus den Meinungen abzuleiten, obwohl ja das Umgekehrt im Voraus als unmöglich feststand, da man doch nicht von den höchsten Abstraktionen heraus zurück zur Wirklichkeit gelangen kann. Der natürliche Weg, das Fortschreiten vom Werden zum Sein, vom Konkreten zum Abstrakten weist der "Wahrheit" ex post eine veränderte Stellung zu und erklärt zugleich, wie PARMENIDES das ganze Lehrgedicht "Über die Natur" benennen konnte, obwohl doch nur der zweite Teil von ihr handelt, wie für ihn also beide Teile mit Recht eine vollständige Einheit bilden konnten. Die ins einzelne durchgeführte Untersuchung weist nach, daß sich von den Meinungen aus nicht nur systematische Beziehungen zur Wahrheit ergeben und umgekehrt historische Zusammenhänge der Wahrheit mit Gedanken, welche auch in die Meinungen Aufnahme gefunden haben, sondern auch, daß dasselbe Verhältnis der beiden Teile der Lehre zueinander in der Einleitung in das Lehrgedicht in mystischer Form geschildert wird, wie sie den Gedankenkreise der Orphiker entspricht. Nicht als ob WOLFGANG SCHULTZ der Ansicht wäre, daß PARMENIDES Orphiker war, sondern indem er zeigt, wie PARMENIDES "auf die orphischen Spekulationen in seinem System ganz ebenso ausführlich, ganz ebenso unsystematisch und tiefgründig reagiert hat, wie auf die Spekulationen der ionischen Naturphilosophen, des  Alkmaion  oder der Atomisten seiner Zeit", weist er sogar Spuren von Triaden im System des PARMENIDES nach, so  Aphrodite, Eros  und den hypothetischen  Metis,  in der "Wahrheit" Wahrheit, Überzeugung, die ihr als Dienerin folgt, Notwendigkeit oder Gerechtigkeit, in den Meinungen Notwendigkeit,  Aphrodite, Eros,  wobei die Gemeinsamkeit der Person der Notwendigkeit nicht auf Zufalle beruhen kann, sondern den Zusammenhang zwischen Wahrheit und Meinungen hinlänglich kennzeichnet. Eine solche Dreiheit sind der Pfad des Tages, die Pforte, ein altes Symbol der Mystiker, und der Pfad der Nacht, deren Beziehung zum Zeitproblem offenbar ist.
    "Wo kommt man hin, wenn man den Pfad der Nacht in die Unendlichkeit zurückverfolgt, aus welcher der Pfad des Tages zum Augenblick geführt hat? In unmittelbarem Anschluß an älteste orphische Überlieferung hat  Platon  diese Frage beantwortet: Die Gottheit, die Anfang, Ende und Mitte umfaßt, erreicht ihr Ziel, indem sie gemäß ihrer Natur im Kreis wandert ... Die Zeit ist ein Kreis. Die Welt, in der  Adrasteia-Ananke  herrscht, ist dieselbe wie die, in der sich  Phanes  offenbart. Alles Werden und Geschehen in der Zeit ist eine Wagenfahrt mit geflügelten Rossen von der Gottheit Nacht weg zu ihr zurück, ist ein Flug der mit ihr identischen Seele, und auch das ist die Wahrheit:  aletheia  [Wahrheit - wp], ein göttlicher Flug.  Platon  selbst hat das Wort so erklärt."

    "Parmenides  ist ein Mystiker. Der göttliche, immerwährende Flug ist ein ewiges Verharren, der entgleitende Augenblick steht. Zwei Gedanken drängen sich auf. Zum ersten:  Eros,  der Sohn der  Aphrodite,  der kosmogonische Gott der Orphiker, ist der Schütze, seinem Bogen entfliegt der Pfeil. Am fliegenden Pfeil hat der große Schüler des  Parmenides, Zenon  von Elea, in seinem berühmten Paralogisma bewiesen, daß es keine Bewegung gibt. Zum zweiten: Der Pfeil des  Eros  entfliegt seinem Bogen. Der Bogen (toeon) aber, auch bei  Heraklit  die Vereinigung einer in sich widerstrebenden Zweiheit im Dritten, bedeutet die Meinung (doxa). Auch dies hat uns  Platon  erklärt. Den Wandel der Meinung in Wahrheit, der Wahrheit in Meinung, das eigentliche und innerste Verhältnis der beiden großen Teile seiner Lehre zueinander, hat  Parmenides  in der Einleitung zu seinem Lehrgedicht in der nur für den Wissenden verständlichen Sprache orphischer Mystik niedergelegt."
Die Auffassung der Philosophie als eines Ringens nach dem Ausdruck letzter innerer Erlebnisse hat den Verfasser auf den originellen Gedanken geführt, ihre Ausdrucksmittel selbst einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen, wobei die primäre Stellung, welche der Mystik im Verhältnis zu jener zukommt, auch von dieser Seite offenbar wird. Da sind vor allem die Termini, welche für die Philosophie so ungemein charakteristisch sind. Je weiter die Kunstworte der Philosophen zurückverfolgt werden, desto mehr stellt sich heraus, daß sie ursprünglich Symbole waren. Welche Rolle das Symbol in der Mystik spielt, braucht nicht auseinandergesetzt zu werden. Das Symbol ist dem Mystiker der adäquate Ausdruck seiner Einsicht, die etwas Schaubares, Deutbares und Ratbares, etwas Bedeutsames, Bedeutungs- und Geheimnisvolles ist, im philosophischen und wissenschaftlichen Sinne Unerkanntes und Unerkennbares. Auch dem Philosophen ist sein Terminus ursprünglich etwas Kompliziertes und Tiefliegende, aber in dem Moment, wo er das Wort nicht nach seiner Bedeutsamkeit, sondern nach seiner Bedeutung benützt, die Symbole der Früheren nicht mehr versteht oder nicht mehr in demselben Sinn verstanden wissen will, wandelt sich ihm das mystische Symbol zum Kunstwort, das den Charakter der Symbolistik abstreift und sich der Begriffsbezeichnung nähert. Sämtliche Philosophen, die WOLFGANG SCHULTZ untersucht, zeigen ein Durcheinanderfluten von ursprünglicher Symbolistik und wissenschaftlicher Terminologie, aber die Priorität der symbolistischen  termini technici  und der echten Symbole vor den rein begrifflichen, kennzeichnet schon allein die Mystik als ein treibendes Prinzip der Philosophie. Die mythologisch-symbolische Form des philosophischen Lehrgedichts und die hexamtrische Darstellungsart der alten Denker sind auch kein Zufall. Sie geht zurück auf die mystische Anordnung der Symbole nach ihrem rhythmischen Element und die rhythmisch geordneten Symbole (5) in rhythmischen Sätzen, so daß mit Unrecht die rein wissenschaftliche Art der Darstellung als die älteste, für die Philosophie charakteristische angesehen wird. Übrigens zeigt auch diese eine Durchbrechung des Zusammenhangs durch die  termini technici  und Begriffsschemen, so daß die Kunstworte als Probierstein für die Zusammenhänge zwischen philosophischen Systemen gelten können.

Eine weitere Art der philosophischen Darstellung ist der Dialog. Diese eigentümliche Art des Philosophierens rührt daher, daß die ältesten Philosophenschulen zugleich religiöse Vereinigungen waren. Die Lehrer waren Priester, die Schüler Adepten. Über dem Verhältnis des Lehrers zum Schüler schwebte eine mystische Weihe. Der Dialog ist die ursprüngliche Form mystischer Unterweisung, wie sie noch heute in den "Katechismen" geübt wird.

Der Philosophe strebt nach dem Verstandenwerden. Das Wortsymbol der Mystiker ist ihm nicht verständlich genug, und darum verwandelt er es in einen Begriff, die Symbolanordnungen sind ihm zu Begriffsschemen geworden, die metrische Form der Darstellung ist allmählich der Prosa gewichen, der Dialog der wissenschaftlichen, fast unpersönlichen Erörterung. Das Gleichnis der Mystiker benützt der Philosophe einerseits wie der Dichter, um etwas zu verdeutlichen, was begrifflich schwer zu fassen ist, andererseits als Prinzip der Spekulation. Hier wurzelt der Schluß von Ähnlichem auf Ähnliches, der große Analogieschluß vom Mikrokosmos auf den Makrokosmos und umgekehrt, und was man heute als Sinnesvikariat bezeichnet.

Das Rätsel (6) der Mystiker diente dazu, "das Erkannte in eine Form zu bringen, als welcher es nur wieder mit einem adäquaten Aufwand an Einsicht und Nachdenken entnommen werden konnte." Das Rätsel des Mystikers war lösbar. Für den Philosophen, der nach dem Allgemeinen, objektiv Verständlichen strebt, verlor das Rätsel diesen Charakter, und es erhielt ebenfalls Objektivität als eine von ihm unabhängige Realität. SCHULTZ wendet sich nun gegen den Gebrauch des Wortes  Welträtsel  statt  Problem,  da diese Ausdrucksweise den Anschein erwecken könnte, als ob es im Wesen philosophischer Probleme läge, daß sie gelöst werden. Vielmehr zeige die Geschichte der Philosophie mit aller Deutlichkeit, wie die Philosophen ihre Probleme zwar formulieren, jedoch nicht lösen, sondern immer nur durch andere ersetzen. Und ihre Tragik liegt darin, daß von den Gipfeln der philosophischen Probleme ein jäher Abhang zu den tiefsten Gründen der Mystik hinunterstürzt.

Die "Altionische Mystik" hat, indem sie durch die Aufdeckung der mystischen Überreste in den philosophischen Systemen den Erkenntniswert der Mystik in ein helles Licht rückt, zugleich die Mystik als Ursprung und Quelle der Philosophie nachgewiesen. Mit Spannung darf man dem zweiten Teil entgegensehen, in welchem eine positive Darstellung rein mystischer Systeme, z. B. der Lehren der alten Pythagoreer, zu erwarten ist. Aber was der Verfasser bereits für das hellenische Altertum geleistet hat, eröffnet Perspektiven, die sich für die gesamte Altertumswissenschaft von umwälzender Bedeutung erweisen dürften. Mit den nämlichen Methoden und der nämlichen philosophischen Vertiefung wird man an die Behandlung der Geisteskultur der anderen Völker, zunächst der des Orients, schreiten müssen, wenn sich die Forschungen über dieselben nicht in nutz- und sinnlose Details zersplittern sollen.

LITERATUR Lorenz Pohorilles, Die Psychogenesis der Philosophie und der Erkenntniswert der Mystik, Archiv für systematische Philosophie, Neue Folge der Philosophischen Monatshefte, Bd. 26, Berlin 1910
    Anmerkungen
    1) Vgl. "Studien zur antiken Kultur", Bd. II und III. Altionische Mystik von WOLFGANG SCHULTZ, Wien und Leipzig, Seite 88.
    2) ebd. Seite 93
    3) KARL JOËL, Der Ursprung der Naturphilosophie aus dem Geist der Mystik, Jena 1906, Seite 13f
    4) WOLFGANG SCHULTZ, a. a. O.
    5) Neuerdings wieder hat SCHULTZ im "Archiv für Geschichte der Philosophie", Bd. 22, Seite 197-219  Die Kosmologie des Rauchopfers nach Heraklit fr. 67  eine Tabelle rhythmisch-zahlensymbolischer termini technici bei HERAKLIT nachgewiesen.
    6) siehe W. SCHULTZ, Rätsel der hellenischen Kulturkreise (A. Zusammenstellung der erhaltenen Rätsel und rätselähnlichen Gebilde) in: Mythologische Bibliothek III (1909), hg. von der Gesellschaft für vergleichende Mythenforschung in Berlin (Leipzig).