ra-2A. AffolterM. SalomonWindelbandA. MerkelG. ThonM. E. Mayer    
 
HANS KELSEN
Die Rechtswissenschaft als
Norm- oder als Kulturwissenschaft

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"Da Wissenschaft nur eine systematische Einheit von Erkenntnissen bedeutet, darf man das Wesen einer normativen Wissenschaft, als welche die Ethik, die Grammatik, die Rechtslehre usw. aufgefaßt werden sollen, nicht darin erblicken, daß sie Normen, daß sie ein Sollen  schaffen,  das heißt  autoritär statuieren,  sondern darin, daß sie Normen  erkennen  und  begreifen,  indem sie sie nach einem einheitlichen Gesichtspunkt ordnen."

"Es ist unzulässig, eine Einteilung der Wissenschaften auf den Gegensatz von  Erkennen und Wollen  zu gründen. Wissenschaft ist nie Wollenschaft. Auch eine Wissenschaft von den Wollungen, bzw. deren  Gesetzen,  den  Normen,  wie Ethik und Rechtslehre, ist nur eine Summe von Erkenntnissen - wobei Wollungen keineswegs das einzige oder spezifische Substrat der Norm sind; gesollt kann auch etwas anderes sein als ein Wollen; jeder beliebige Inhalt kann in dieser Form vorgestellt werden."

"Die spezifischen Objekte einer von den engeren Naturwissenschaften verschiedenen Disziplin sind nicht eigenlich diese Sachen, d. h. körperlichen Gegenstände, welche von den Menschen, weil sie ihrer Bedürfnisbefriedigung dienen, hervorgebracht oder gepflegt werden, sondern eben jene Zweckverfolgungen, Zielstrebungen, Wertschätzungen der Menschen, durch welche die Sachen zu Gütern werden."

"Nur insofern Werte als Wirklichkeiten in Betracht kommen, können sie mit anderen Wirklichkeiten eine spezifische Verbindung eingehen, können Werte an Dingen oder Vorgängen  haften,  in solchen  verkörpert  sein, kann man von  wertvollen Wirklichkeiten  sprechen. Faßt man den Begriff des Wertes dagegen in einem objektiven Sinn, d. h. als ein Sollen im Gegensatz zum Sein der Wirklichkeit, dann ist jene Synthese von Wert und Wirklichkeit, die im Begriff des Gutes vollzogen wird, logisch unmöglich."


Vorbemerkung

In HERBARTs "Allgemeiner Metaphysik" findet sich der charakteristische Satz: "Dem unverkünstelten Verstand kann man es ohne weiteres zumuten, sich ursprünglich zu besinnen, daß er, wenn das Sein und das Sollen gesucht wird, in zwei ganz verschieden Richtungen hinausschaut." (1)

Mit großem Scharfsinn gründet HERBART, der den Gegensatz von Sein und Sollen prinzipieller und konsequenter noch als KANT erfaßt hat, den fundamentalen Dualismus auf eine  ursprüngliche Besinnung  und konstituiert ihn erkenntnistheoretisch korrekt in der totalen Verschiedenheit der  Blickrichtungen.  Gerade in diesem Sinne muß der formal-logisch unlösbare Antagonismus von Sein und Sollen zur Grundlage eines Erkenntnissystems und somit einer Grundeinteilung der Wissenschaften werden. Je nachdem das Ziel der Betrachtung das Sein eines tatsächlichen Geschehens, das heißt die Realität, oder ein sittliches, rechtliches, ästhetisches oder sonstiges Sollen, das heißt also eine Idealität ist, scheiden sich die Bezirke unserer Erkenntnis in zwei von Grund aus verschiedene Gruppen, teilt sich die Welt - als das Ergebnis unserer  Erkenntnis  (nicht unseres Fühlens oder Wollens) - in zwei Reiche, die kein Weg miteinander verbindet. Sofern die Erkenntnis des Seins nach der  Kausalität  orientiert ist - Kausalität ist die Einheit, unter der die Gegebenheit hier zusammengefaßt wird, Sein ist kausal geordnetes Sein - und sofern die Erkenntnis des Sollens die Gegebenheit nach der Einheit einer Norm ordnet, an der Normalität orientiert ist, scheiden sich die Wissenschaften in Kausalwissenschaften auf der einen und Normwissenschaft oder normative Disziplinen auf der anderen Seite. Der Gegensatz von Sein und Sollen ist identisch mit dem Gegensatz von Wirklichkeit und Wert oder Natur und Zweck. Denn das kausal geordnete Sein ist eins mit demjenigen, was unter dem Begriff der Wirklichkeit oder dem der Natur (im weitesten Sinn dieses Wortes) erfaßt wird. Ebenso sind "Wert" und "Zweck" nur Synonyme für den Begriff des Sollens und die Norm nur der Ausdruck für ein Sollen, einen Wert oder Zweck, wie das Kausal oder Naturgesetz ein Ausdruck für das Sein oder die Wirklichkeit der Natur ist. Dabei müssen freilich die Begriffe  Wert  und  Zweck  in einem streng objektiven Sinn genommen und deutlich von jenen Tatbeständen geschieden werden, die unter der gleichen Bezeichnung einen realen Vorgang, ein psychisches Geschehen darstellen. Der rein formale Charakter der Begriffe Sein und Sollen sowie ihrer Synonyma kann nicht nachdrücklich genug betont werden. Es handelt sich tatsächlich nur um Erkenntnis formen,  unter denen die Gegebenheit das eine Mal zur Wirklichkeit, das andere mal zum Wert wird. Und sofern er die Methode, d. h. der Weg der Erkenntnis ist, durch den der Gegenstand bestimmt wird, beruth der Gegensatz von Kausal- und Normwissenschaften ebenso auf einem Unterschied der Erkenntnisrichtung wie des Erkenntnisobjekts. Denn man kann die Wirklichkeit und den Wert ebenso als Objekt der Erkenntnis wie ihre Form oder Richtung bezeichnen.

Da es sich um einen Gegensatz innerhalb der Wissenschaften handelt, Wissenschaft aber nur eine systematische Einheit von Erkenntnissen bedeutet, darf man das Wesen einer normativen Wissenschaft, als welche die Ethik, die Grammatik, die Rechtslehre usw. aufgefaßt werden sollen, nicht darin erblicken, daß sie Normen, daß sie ein Sollen  schaffen,  das heißt  autoritär statuieren,  sondern darin, daß sie Normen  erkennen  und  begreifen,  indem sie sie nach einem einheitlichen Gesichtspunkt ordnen. Es wäre ein Fehler, die normative, d. h. normerkennende Wissenschaft mit der normsetzenden Autorität zu identifizieren, deren spezifische Funktion im  Wollen,  nicht aber wie bei der  Wissenschaft  im  Erkennen  und  Begreifen  liegt. Nicht die als "Ethik" bezeichnete Wissenschaft statuiert die sittlichen Gebote, sondern das Gewissen, die Gottheit oder sonst eine Autorität; die Ethik hat diese Normen nur aufzusuchen und zu ordnen. Ebenso wie nicht die theoretische Disziplin der Grammatik, sondern der Sprachgebrauch die Regeln richtiger Sprache setzt, die von der Grammatik nur systematisch bearbeitet werden. Und sofern man unter Politik die Kunst eines richtigen und zweckmäßigen Wollens (und Handelns) versteht, also ein Wollenkönnen, ist Wissenschaft auch von Politik zu scheiden, die freilich als solche Gegenstand einer Wissenschaft sein muß.

Darum ist es unzulässig, eine Einteilung der Wissenschaften auf den Gegensatz von  Erkennen und Wollen  zu gründen. Wissenschaft ist nie Wollenschaft. Auch eine Wissenschaft von den Wollungen, bzw. deren "Gesetzen", den "Normen", wie Ethik und Rechtslehre, ist nur eine Summe von Erkenntnissen (wobei Wollungen keineswegs das einzige oder spezifische Substrat der Norm sind; gesollt kann auch etwas anderes sein als ein Wollen; jeder beliebige Inhalt kann in dieser Form vorgestellt werden). Ebensowenig kann das Verhältnis von Intellektualität und Aktualität zu einem Differenzierungskriterium innerhalb der Wissenschaften führen, wie dies gelegentlich versucht wurde. Wissenschaft ist stets nur Intellektualität.

Ob die systematische Erkenntnis von Normen, wie die Ethik, die Rechtslehre usw., noch als "Wissenschaft" zu bezeichnen ist, oder ob dieses Wort nur auf die Kausalwissenschaften beschränkt werden soll, ist eine terminologische Frage ohne tiefere Bedeutung. Gründet man den Begriff der Wissenschaft aber auf den der Gesetzmäßigkeit, dann muß man sich bewußt bleiben, daß "Gesetz" im Sinne von Kausal-(Natur-)Gesetz etwas  wesentlich  anderes bedeutet als Gesetz im Sinne von Norm. Gesetzmäßigkeit besteht tatsächlich nur im Wort, das den fundamental-logischen Gegensatz nur zu verschleiern, nicht aber zu überbrücken vermag.


I.

Der oben entwickelte Gegensatz von kausalen und normativen Disziplinen ist wohl zu sondern von der Einteilung in  Natur-  und  Kulturwissenschaften,  die hier mit Rücksicht darauf untersucht wird, daß neuestens der Versuch gemacht wurde, die  Rechtswissenschaft  nach Gegenstand und Methode als Kulturwissenschaft zu begründen.

Bekanntlich hat es RICKERT (2) unternommen, den Gegensatz von  Natur  und  Kultur  scharf herauszuarbeiten, um ihn zur Grundlage eines neuen Wissenschaftssystems zu machen. Doch soll die Einteilung in Natur- und Kulturwissenschaften lediglich die erklärenden Seinswissenschaften erfassen. Trotz der Verschiedenheit des Objektes wie der Methode, nach der sich Kultur- und Naturwissenschaft differenzieren, stehen dennoch beide auf gemeinschaftlicher Basis: der kausalen Erklärung der Wirklichkeit. Es handelt sich dabei in einer gewissen Richtung um einen "Hauptgegensatz" der  "empirischen  Wissenschaften" (3), der an die Stelle der üblichen Einteilung in Natur- und Geisteswissenschaften treten soll.

Sofern man als den Gegenstand der empirischen Wissenschaften die "Natur" in jenem weitesten Sinn des kantischen Naturbegriffs versteht, in dem Natur und Wirklichkeit zusammenfallen, scheint der Versuch, der "Natur"  innerhalb  der Wirklichkeit einen anderen Begriff entgegenzusetzen, der als "Kultur" zwar Wirklichkeit, aber nicht Natur bedeutet, auf Schwierigkeiten zu stoßen; zumal RICKERT anerkennt, daß "es nur  eine  Wirklichkeit gibt" (4). Ergibt sich doch die "Wirklichkeit ansich" schon als Resultat einer bestimmten (der empirischen) Betrachtungsweise nur unter einem gewissen "Gesichtspunkt" und es bleibt fraglich, wie es möglich sein soll, diesen Gesichtspunkt aufzugeben, ohne dabei die Realität aus dem Auge zu verlieren.

Das Wesen der Kulturwissenschaft im Gegensatz zur Naturwissenschaft ist in erster Linie bestimmt durch ihren Gegenstand: die Kultur. Da die Kulturwissenschaften empirische Seinsdisziplinen sind, kann "Kultur" nur ein Stück Realität, eine irgendwie qualifizierte Wirklichkeit sein. Dabei muß natürlich jene Qualifikation, durch welche sich die als "Kultur" bezeichnete Realität von der "Natur" differenziert, durch ein Moment geschehen, das nicht außerhalb der Wirklichkeit liegt. Eine Erinnerung, die scheinbar selbstverständlich, mit Rücksicht auf die RICKERT'sche Entwicklung des Kulturbegriffs aber nicht überflüssig ist.

Es wird nun vor allem darauf ankommen, den Begriff der Kultur, der den Kernpunkt der RICKERT'schen Wissenschaftstheorie bildet, klarzustellen und insbesondere sein Verhältnis zu den Kategorien des Seins und Sollens, der Wirklichkeit und des Wertes zu bestimmen.

Da RICKERT die Kulturwissenschaften von vornherein als empirische Seinsdisziplinen etabliert, muß "Kultur" - wie schon bemerkt - eine irgendwie differenzierte Realität sein. Durchaus in der Richtung dieser Erwägung liegt, daß RICKERT als "Kultur" "aus der  Gesamtwirklichkeit  einer Anzahl von Dingen und Vorgängen heraushebt, die für uns eine besondere  Bedeutung  oder Wichtigkeit besitzen, und in denen wir daher noch etwas anderes sehen als bloße Natur." (6) Ein Stück "Gesamtwirklichkeit" also ist Kultur, ein reiner Seinsbegriff. Dabei soll schon jetzt betont werden, daß es methodologisch durchaus zulässig ist, den Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung abzugrenzen nach einem besonderen Interesse, einer gewissen "Bedeutung" oder "Wichtigkeit" für den Betrachter (natürlich nur als Mitglieder der Gesellschaft, das heißt in der Voraussetzung, daß diese "Bedeutung" auch für die meisten anderen Zeitgenossen zutrifft, also: allgemein ist). Eine solche Abgrenzung hat für die Methode der wissenschaftlichen Betrachtung des Objekts keine wesentliche Relevanz. Eine Chemie der menschlichen Nahrungsmittel ist in demselben Sinn (das heißt mit derselben Methode) Chemie wie eine Chemie der anorganischen Substanzen, wenn auch die Abgrenzung des Objekts im ersten, nicht aber im zweiten Fall nach deren besonderen Bedeutung für uns (das heißt die Menschen als Genossen des Betrachters) erfolgte.

Allein es ist nicht sicher, ob dieses Beispiel ganz im Sinne RICKERTs gewählt ist. Denn eine Chemie der Nahrungsmittel wäre ebenso Naturwissenschaft wie eine Chemie der anorganischen Substanzen; und genau genommen ist jeder besondere Gegenstand einer engeren (Spezial-)Wissenschaft durch die besondere "Bedeutung" abgegrenzt, die er für uns hat, und wäre es nur ein Interesse der Neugierde, ein Wissenstrieb, der sich gerade diesem noch unerforschten Gegenstand zuwendet. Ohne eine solche "Bedeutung" gäbe es überhaupt keinen Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung, und  diese  "Bedeutung" wäre daher nicht geeignet, die spezifische Differenz des Kulturobjekts - als eines besonderen Gegenstandes eine eigenartigen Wissenschaft - zu bilden. Daß aber RICKERT unter "Bedeutung" tatsächlich dasselbe versteht wie unter "Wichtigkeit", "Interessantheit", darf deshalb angenommen werden, weil der diese Worte als Synonyma häufig verwendet. So zum Beispiel a. a. O. Seite 94, wo er als Wesen der Geschichte (als der spezifischen Kulturwissenschaft) behauptet, sie habe nur darzustellen, was "wichtig", "bedeutsam" und "interessant" ist, es werde jeder Historiker "als Vorwurf gegen seine Wissenschaftlichkeit empfinden, wenn man ihm sagt, daß er das Wesentliche nicht vom Unwesentlichen unterscheiden kann". Allein dieser Vorwurf kann auch den Naturwissenschaftler treffen, wenn er "Unwesentliches" darstellt. Auch für ihn ist doch nicht  alles  wesentlich. Auch er hat eine  Auswahl  zu treffen, wenn auch vielleicht nach anderen Gesichtspunkten als der Historiker, weil hier eben ein anderes "Interesse" des Forschers gegeben ist.

Versucht man näher zu präzisieren, welcher Art jener Akt ist, durch welchen ein Objekt - seiner besonderen Bedeutung, Wichtigkeit oder Interessantheit wegen - zum Gegenstand einer Wissenschaft gemacht wird, so muß man ihn als "Wertung" charakterisieren; Wertung, sei es im subjektiven oder objektiven Sinn. Ohne hier schon auf die sehr wichtige Unterscheidung einzugehen, sei bemerkt, daß es gleichgültig ist, ob das Objekt wissenschaftlicher Erkenntnis sich nach dem subjektiven Wert bestimmt, das heißt dem Interesse, der Bedeutung der Wichtigkeit, die es für den speziellen Forscher tatsächlich hat, oder nach dem objektiven Wert, den der Forscher als allgemeingültig voraussetzt. Denn dieser Akt der Wertung, auf welchem die Objektwahl beruth, nach dem sich das Objekt wissenschaftlicher Erkenntnis abgrenzt, ist  vorwissenschaftlicher  Natur, ist eine notwendige  Voraussetzung jeder  Wissenschaft, die auf die Methode, das Wesen der Wissenschaft keinen Einfluß hat. Die "Wichtigkeit", welche eine Kenntnis der Gestirne etwa im Hinblick auf die Orientierung zur See, somit letzten Endes im Hinblick auf die technische Kultur hat, und die zweifellos auch zur Wahl dieses Objekts wissenschaftlicher Erkenntnis geführt hat, ist ohne Wirkung auf die Methode der Astronomie als eines Zweiges der Naturwissenschaft. Sind aber die Gestirne für uns deshalb mehr als "bloße Natur"? (5)

In diesem Sinne verstanden, ist die "Bedeutung" oder "Wichtigkeit", die ein Ding für uns hat, eine vorwissenschaftliche  Voraussetzung  (gewissermaßen in demjenigen oder für demjenigen, der die Wissenschaft betreibt). Allein es muß zweifelhaft erscheinen, ob RICKERT durchweg in diesem Sinne jene "Bedeutung" oder "Wichtigkeit" verstanden haben will, durch die gewisse Objekte aus bloßer Natur zur Kultur werden. Denn schon einige Seiten nach der oben wiedergegebenen Begriffsbestimmung versucht er dem Wesen der "Kultur", dem Sprachgebrauch folgend, diesermaßen näherzukommen: "Naturprodukte sind es, die frei aus der Erde wachsen, Kulturprodukte bringt das Feld hervor, wenn der Mensch geackert und gesät hat. Hiernach ist  Natur  der Inbegriff des von selbst Entstandenen, Geborenen und seinem eigenen Wachstum Überlassenen. Ihr steht die Kultur als das von einem nach gewerteten Zwecken handelnden Menschen entweder direkt Hervorgebrachte oder, wenn es schon vorhanden ist, so doch wenigstens um der daran haftenden Werte willen absichtlich Gepflegte gegenüber." (7) Auch nach dieser Charakterisierung liegt das Wesen des als "Kultur" bezeichneten Objektes in einer gewissen "Bedeutung", "Wichtigkeit" oder (wie hier zum erstenmal gesagt wird) in einem gewissen  Wert  dieses Objekts für die Menschen. Allein hier ist es nicht ein Urteil über die "Bedeutung", die "Wichtigkeit" oder den "Wert" des Objektes, das den Gegenstand der Wissenschaft konstituiert und so als vorwissenschaftliche Voraussetzung des Betrachters fungiert. Es ist nicht eine wissenschaftliche Selektion, eine Scheidung zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem in demjenigen, der die wissenschaftliche Erkenntnis vollzieht, wodurch das Objekt der Kulturwissenschaft bestimmt wird. Vielmehr sind es die wertenden, die Dinge nach Wichtigkeit und Bedeutung einschätzenden Menschen selbst, bzw. die OBjekte dieser Zweckstrebungen, die als "Kultur" der "Natur" gegenübergestellt werden. Die "Bedeutung" oder der "Wert" bietet in diesem Zusammenhang keine Scheidung des Wesentlichen vom Unwesentlichen, denn unter all dem, was der Mensch selbst hervorbringt oder um der daran haftenden Werte willen pflegt, ist selbst wieder zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem, Bedeutendem und Unbedeutendem zu scheiden. Ansonsten müßte der Historiker alle Zielstrebungen der Menschen ohne Unterschied zum Gegenstand seiner Darstellung machen. Denn alles menschliche Handeln ist entweder ein Hervorbringen oder Pflegen von (geistigen oder körperlichen) Gütern. In diesem Sinne wäre Kultur der Inbegriff der menschlichen Güter. Das scheint auch RICKERT zu meinen, wenn er sagt, "daß in allen Kulturvorgängen irgendeine vom Menschen anerkannter Wert  verkörpert  ist, um dessentwillen sie entweder hervorgebracht oder, wenn sie schon entstanden sind, gepflegt werden." "An Kulturobjektien  haften  also Werte, und wir wollen sie deshalb Güter nennen." (8)

Der hier von RICKERT eingeführte Begriff des "Gutes" ist in der  Nationalökonomie  allgemein in Gebrauch, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß er eine ganz besondere Art von Wirklichkeit darstellt, die von den engeren Naturwissenschaften nicht zum Gegenstand der Betrachtung gemacht wird. Dabei könnte nur insofern eine schärfere Formulierung in Frage gestellt werden, als der Begriff des Gutes als einer Sache, an der menschliche Werte "haften" oder in der menschliche Werte "verkörpert" sind, an einer gewissen Unklarheit leidet. Die spezifischen Objekte einer von den engeren Naturwissenschaften verschiedenen Disziplin sind nicht eigenlich diese Sachen, d. h. körperlichen Gegenstände, welche von den Menschen, weil sie ihrer Bedürfnisbefriedigung dienen, hervorgebracht oder gepflegt werden, sondern eben jene Zweckverfolgungen, Zielstrebungen, Wertschätzungen der Menschen, durch welche die Sachen zu Gütern werden. Der Inbegriff dieser Vorgänge könnte sehr wohl als Inhalt der "Kultur" einer bloßen "Natur" entgegengesetzt werden, und die auf diesem Gegensatz aufgebaute Einteilung der empirischen Wissenschaften hätte möglicherweise die Tendenz, der  Naturwissenschaft  die  Sozialwissenschaft  gegenüberzustellen. Faßt man speziell die nach RICKERT typische Kulturwissenschaft, die Geschichte, ins Auge, dann wird sinnfällig, daß nur menschliches Verhalten, psychische und physische Funktionen der gesellschaftlich lebenden Individuen, nicht aber irgendwelche Sachen oder Gegenstände Objekt der Kulturwissenschaft sind. Diese letzteren kommen hier überhaupt nur insofern in Betracht, als sie den Inhalt menschlicher Zweckvorstellungen bilden. Der Begriff des "Gutes" bezeichnet eine  seelische  Wirklichkeit: den Inhalt oder das Ziel eines menschlichen Wollens, Zielstrebens, Wertschätzens. Geld oder Ware sind für die ökonomische Theorie nicht in ihrer Körperlichkeit "Güter" - als solche sind sie Objekte der Naturwissenschaften -, sondern als Inhalt menschlichen Wollens und Zwecksetzens. Nicht mit irgendeiner Königskrone hat sich die Geschichte zu befassen, sondern mit den Kämpfen um dieses Gut, d. h. mit den Zielstrebungen und Wertschätzungen der Menschen und den aus diesen seelischen Vorgängen entspringenden Handlungen, die auf den Besitz einer Machtstellung gerichtet sind, die durch eine Königskrone symbolisiert wird. Und einen integrierenden Bestandteil der Kulturgeschichte bildet nicht die Geschichte der Gemälde, sondern eine Geschichte der Malerei; Objekt dieser Kulturwissenschaft sind nicht Sachen, sondern Handlungen. Auf diese Weise muß der Begriff des Gutes als einer  Sache,  an der menschlicher Wert "haftet", oder in der menschlicher Wert "verkörpert" ist, aufgelöst werden in den reinen Naturbegriff der Sache und in den Kulturvorgang der menschlichen Wertung, durch den eine Sache zum Gut wird. Ja es gibt "Kulturgüter", bei denen jede Beziehung zu einer "Sache" als dem Objekt gewisser Wertschätzungen fehlt. Das Recht, die Moral, der Staat, die Religion, das sind - sofern man damit nicht gewisse Normsysteme, sondern soziale  Realitäten  bezeichnet - Komplexe menschlicher Wertschätzungen, Tendenzen, Zweckvorstellungen und Handlungen, die keine wesentliche Beziehung auf körperliche Sachen aufweisen.

Während RICKERT in seiner ersten Charakterisierung des Kulturbegriffs von "Wichtigkeit und Bedeutung" gesprochen hat, führt er hier den vieldeutigen Terminus des "Wertes" ein. Unter Kultur will er Dinge oder Vorgänge verstanden wissen, an denen  Werte  haften. Hält man sich an jenen Sinn, der sich aus dem von RICKERT herangezogenen Gegensatz zwischen Natur als dem von selbst Entstandenen, und Kultur als dem von zielstrebigen, wertschätzenden Menschen Erzeugten ergibt, dann möchte es scheinen, daß der Begriff des Wertes hier in einem subjektiven Sinn zu verstehen ist, und zwar als psychische Wirklichkeit des Wertens und als physische Realität des Wertverwirklichens der Menschen. Der Begriff des Wertes kommt hier nicht in jener spezifischen Bedeutung in Betracht, in welcher er in einen Gegensatz zum Begriff der Wirklichkeit tritt. Der Wert, oder richtiger der Vorgang des Wertens, erscheint vielmehr selbst als ein Stück der Wirklichkeit; und nur insofern Werte in diesem Sinne als Wirklichkeiten in Betracht kommen, können sie mit anderen Wirklichkeiten eine spezifische Verbindung eingehen, können Werte an Dingen oder Vorgängen "haften", in solchen "verkörpert" sein, kann man mit RICKERT von "wertvollen Wirklichkeiten" (9) sprechen. Faßt man den Begriff des Wertes dagegen in einem objektiven Sinn, d. h. als ein Sollen im Gegensatz zum Sein der Wirklichkeit, dann ist jene Synthese von Wert und Wirklichkeit, die im Begriff des Gutes vollzogen wird, logisch unmöglich.

Dennoch will RICKERT den "Wert", "der Wirklichkeit zu Kulturgütern macht und sie dadurch aus der Natur heraushebt" (10), gerade in jenem objektiven Sinn verstanden wissen. Von der Art dieses Wertes sagt er ausdrücklich: "Von Werten kann man nicht sagen, daß sie  sind  oder nicht sind, sondern nur, daß sie  gelten  oder nicht gelten." (11) Und an anderer Stelle: "Werte sind keine Wirklichkeiten, weder physische noch psychische. Ihr Wesen besteht in ihrer  Geltung,  nicht in ihrer  Tatsächlichkeit."  (12) Allein wie kann ein Wert in diesem Sinne, also etwas, was in keiner Weise wirklich oder seiend ist, an einem Wirklichen oder Seienden "haften" oder gar in einem Seienden "verkörpert" sein? Wie kann die Wirklichkeit eines Wertes voll sein, der keine Wirklichkeit ist; wie kann Seiendes und Geltendes (das ist Sollendes) zu einem einheitlichen Begriff verbunden sein, wenn sich die Kategorien des Seins und des Geltens (Sollens), der Wirklichkeit und des Wertes gegenseitig ausschließen? Das Sollen, mit dem der Wert als  Geltung  identisch ist, kann in keiner Weise an das Sein der Wirklichkeit herangebracht werden. Realität und Idealität können sich niemals in einem Begriff verbinden oder von demselben Standpunkt einer Wissenschaft aus erfaßt werden, da sich die Realität nur unter einem wesentlich anderen Gesichtspunkt der Betrachtung ergibt als die Idealität, da sich ein Inhalt nur  entweder  in der Erkenntnisform des Seins  oder  in der des Sollens, im ersten Fall als Wirklichkeit, im zweiten als Wert darstellt. Auf dem Weg ganz verschiedener Erkenntnisrichtungen wird das Gegebene zur Wirklichkeit  oder  zum Wert. Dennoch vollzieht RICKERT diese Synthese. Wäre es nicht gerade einer der bedeutendsten Logiker, wäre man geneigt, diesen Synkretismus der Methoden darauf zurückzuführen, daß der psychische Akt des (subjektiven) Wertens - also einer psychischen Realität des Seins - mit dem Wert im Sinne einer objektiven Sollgeltung - einem Sollen - verwechselt wurde. Allein gerade RICKERT hebt diesen Unterschied scharf hervor!
    "Man sollte vielmehr das geistige Sein oder die psychischen Akte der Wertung von den Werten selbst und ihrer Geltung ebenso scharf begrifflich trennen, wie man die Güter von den an ihnen haftenden Werten trennen muß. ... Nur als Wertung ist es (das psychische Sein) mit der Kultur verknüpft, und auch als Wertung fällt es nicht mit dem Wert zusammen, der aus einer Wirklichkeit ein Kulturgut macht." (13)
RICKERT stellt hier fest, daß die Vermengung des psychischen Aktes der Wertung mit dem gültigen Wert ein logischer Fehler ist und fordert ihre  begriffliche  Trennung; er verlangt aber auch, daß man  ebenso scharf begrifflich  "die Güter von den an ihnen haftenden Werten trennen muß". Früher sprach er davon, daß die Werte an den Wirklichkeiten (nicht an den Gütern!) haften, die Wirklichkeit erst zum Gut machen. Das ist nicht unwesentlich! Denn wenn man die  "Güter"  von den an ihnen haftenden "Werten" begrifflich trennt, hören sie auf, "Güter" oder "Kultur" zu sein; Gerade durch die von ihm abgelehnte begriffliche Synthese von Wirklichkeit und (daran "haftendem") Wert hat doch RICKERT den Begriff des Gutes und somit seinen ganzen Begriff der Kultur geschaffen. Wie kann er zugleich die Werte an den Wirklichkeiten (oder Gütern)  haften  lassen und doch  logisch  von ihnen trennen wollen, wo diese Haftung nur eine logische Verbindung bedeutet, die Verbindung zweier Elemente zu einem  Begriff,  nämlich dem der "Güter" oder der "Kultur"? Und zumindest eine Unklarheit ist es, wenn RICKERT im selben Satz sagt, das Psychische sei nur als  Wertung  mit der Kultur "verknüpft" (er spricht gelegentlich davon, daß die Wirklichkeit durch eine "Verknüpfung mit  Werten"  zur Kultur wird), und daß es doch nur der  Wert  ist, der eine Wirklichkeit zum Kulturgut macht.

Das ist das Unbefriedigende des RICKERT'schen Kulturbegriffs, daß er bald die in der Geschichte auftretenden, nach Zeit und Ort wechselnden  Wertungen der Menschen,  ihre Zielstrebungen und Zweckverfolgungen zum Inhalt haben, Kulturwissenschaft somit eine Darstellung der menschlichen Wertstrebungen zu sein scheint, bald aber das Objekt der Kulturwissenschaft durch die spezifische Relation auf einen  gültigen  Wert gewonnen werden soll, der nur in der Voraussetzung des wissenschaftlichen Betrachters steht. Faßt man den Begriff der Kultur ins Auge, so wie ihn RICKERT ursprünglich formulierte: das von den Menschen (um ihrer Bedürfnisse willen) künstlich Geschaffene und Gepflegte, so scheint gar kein Zweifel möglich, daß Kulturwissenschaft eine Werterklärung im Sinne von Erklärung menschlicher Wertschätzung sein muß.  Kultur  als Inbegriff gewisser allgemein verbreiteter Wertungen, die zu verschiedenen Zeiten einen verschiedenen Inhalt hatten, menschlicher Zielstrebungen typischen Charakters: dieser durchaus diskutable Begriff scheint sich aus den Worten RICKERTs zu ergeben:
    "Ferner darf es sich bei Kultur im höchsten Sinne nicht um Gegenstände eines bloßen Begehrens, sondern um Güter handeln, zu deren Wertung oder Pflege wir uns mit Rücksicht auf die Gemeinschaft, in der wir leben, oder aus einem anderen Grund zugleich mehr oder weniger verpflichtet fühlen. Damit grenzen wir die Kulturobjekte sowohl gegen das ab, was zwar von allen, aber nur triebartig gewertet und erstrebt wird, als auch gegen das, was zwar nicht einem bloßen Trieb, aber doch nur den Anwandlungen einer Laune seine Wertung als Gut verdankt." (14)
Wertungen, Strebungen, Begehrungen, also realpsychische Akte, das sind hier die Kulturobjekte oder machen doch ihre Ziele zu solchen. Und im gleichen Sinn scheinen die Worte verstanden werden zu dürfen:
    "Die Religion, die Kirche, das Recht, der Staat, die Sitten, die Wissenschaft, die Sprache, die Literatur, die Kunst, die Wirtschaft und auch die zu ihrem Betrieb notwendigen technischen Mittel sind, jedenfalls auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung, Kulturobjekte oder  Güter  genau in dem Sinn, daß der an ihnen haftende Wert entweder von allen Gliedern einer Gemeinschaft als gültig anerkannt oder seine Anerkennung ihnen zugemutet wird." (15)
Auch hier sind es also die faktischen Wertungen, somit reine Seinsvorgänge, die den Kulturbegriff konstituieren. Und mit einer jeden Zweifel ausschließenden Deutlichkeit sagt RICKERT von der typischen Kulturwissenschaft:
    "Niemals ist für die Geschichte die Geltung eines Wertes ein Problem, sondern die Werte kommen für sie nur insofern in Betracht, als sie faktisch von Subjekten gewertet und daher faktisch gewisse Objekte als Güter betrachtet werden." (16)
Umso schwerer zu verstehen ist es daher, wenn RICKERT an anderen Stellen den Wert als  Geltung  zum konstituierenden Faktor des Kulturbegriffs macht und die Kulturwissenschaft nicht als eine Darstellung und Erklärung der menschlichen Wertungen (die  Wertungen  als Objekt der Erkenntnis), sondern als eine unter einem gewissen Wertgesichtspunkt erfolgende Betrachtung (der  Wert  als Voraussetzung oder Beziehungspunkt der Erkenntnis) etabliert. So in der bereits früher zitierten Stelle, wo von der Art des Wertes, der Wirklichkeiten zu Kulturgütern macht ausdrücklich hervorgehoben wird, er komme nicht als Tatsache der Wertung, sondern als gültiger Wert in Betracht, dessen Wesen eben nicht in seiner Tatsächlichkeit, sondern in seiner Geltung besteht (Seite 20 und 96). Ebenso finden sich mehrer Stellen, wo das Wesen der Kulturwissenschaft in einer bestimmten Betrachtungsweise charakterisiert wird, die irgendwie auf Werte Rücksicht nimmt. So heißt es schon auf Seite 20,
    "daß in allen Kulturvorgängen irgendein vom Menschen anerkannter Wert verkörpert ist, um dessentwillen sie entweder hervorgebracht oder, wenn sie schon entstanden sind gepflegt werden,  daß dagegen alles von selbst Enstandene und Gewachsene ohne Rücksicht auf Werte betrachtet werden kann und, wenn es wirklich nichts anderes als Natur sein soll, auch wirklich betrachtet werden muß." 
Hier scheint sich eine Verschiebung zu vollziehen. Soeben wurde Kultur als Inbegriff von Gütern, d. h. faktisch geschätzten, von Menschen angestrebten Gütern erklärt, somit die realpsychische Tatsache der Wertung zum Objekt der Kulturwissenschaft gemacht; dann aber wird der Wert im Sinne einer Geltung zu einer Voraussetzung der Kulturwissenschaft, deren spezifische Betrachtung mit Rücksicht auf diesen Wert erfolgt. Daraus erklärt sich auch die Annahme, daß nur das von selbst Entstandene, die Natur im engeren Sinne RICKERTs, "ohne Rücksicht auf Werte betrachtet werden kann", denn ohne diese "Rücksicht auf Werte" als Betrachtungsvoraussetzungen kann auch das "von einem nach gewerteten Zwecken handelnden Menschen entweder direkt Hervorgebrachte oder, wenn es schon vorhanden ist, so doch wenigstens um der daran haftenden Werte willen absichtlich Gepflegte", das ist die Kultur, betrachtet werden. Die tatsächlichen Wertstrebungen der Menschen, die ja auch nur ein Stück Wirklichkeit sind,  müssen  sogar, sofern sie in ihrer Tatsächlichkeit erkannt werden, ohne jede Rücksicht auf Werte erfaßt werden, wobei ja durchaus im Sinne RICKERTs als selbstverständlich angenommen werden darf, daß die faktischen Wertungen der Menschen als Objekt einer empirischen Wissenschaft etwas anderes sind als die gültigen Werte, mit Rücksicht auf die irgendeine Erkenntnis vollzogen wird. Daß die menschlichen Wertungen nicht deshalb ohne "Rücksicht auf Werte" betrachtet werden könnten, weil es eben Wertungen sind, kann ernsthaft nicht behaupten, wer mit RICKERT die fundamentale Differenz zwischen faktischer Wertung und gültigem Wert nicht übersieht. Daß die hier von RICKERT eingeführte "Rücksicht auf Werte" nicht etwa identisch ist mit der Betrachtung menschlicher Wertungen, daß vielmehr hier der Wert als  Geltung als  Voraussetzung  der Kulturwissenschaft fungiert, das geht auch aus der Wendung hervor, RICKERT wolle zeigen, "wie ohne einen  Wertgesichtspunkt,  der Güter von wertfreien Wirklichkeiten trennt, keine scharfe Scheidung von Natur- und Kulturgütern möglich ist." (17)

Gelegentlich hat es den Anschein als ob der Wert für die Kulturwissenschaft in einem doppelten Sinn von Bedeutung sein soll: sowohl als Objekt der Wissenschaft, nämlich als Akt der  Wertung,  als auch als  gültiger  Wert und Voraussetzung der Betrachtung. "Die Kulturvorgänge werden ja wirklich nicht nur mit Rücksicht auf einen Wert, sondern zugleich auch immer mit Rücksicht auf ein psychisches Wesen, das sie wertet, betrachtet werden müssen." (18) Indessen läßt sich auch diese Auffassung RICKERT gegenüber nicht aufrechterhalten; dies ergibt eine Analyse jenes Verfahrens, das er als charakteristisch für die Kulturwissenschaften angibt, und das zur Gewinnung des Kulturbegriffs wesentlich sein soll. Da die Scheidung der Kulturobjekte von der Natur durch eine "Beziehung auf Werte" (19) erfolgt, spricht RICKERT von einem "wertbeziehenden" Verfahren. Der  Wert  fungiert somit hier als ein Gesichtspunkt der Betrachtung, nicht aber das  Werten  als Gegenstand der Erklärung; "über die Art des Wertes aber, der Wirklichkeiten zu Kulturgütern macht und sie dadurch aus der Natur heraushebt", jenes Wertes also, auf den die Beziehung erfolgt, sagt RICKERT zunächst, und zwar im unmittelbaren Anschluß an jene Ausführungen, in denen er zu erstenmal von einer "Beziehung auf Werte" und der durch dieses Verfahren gewonnenen Scheidung von Natur und Kultur spricht, daß sie nicht der Welt des Seins angehören, sonderm, "daß sie  gelten  oder nicht gelten" (20). Und auch an jener Stelle, wo er im Besonderen das wertbeziehende Verfahren zu erklären bemüht ist, beginnt er mit der Konstatierung, daß Werte keine Wirklichkeiten sind, weder physische noch psychische. "Ihr Wesen besteht in ihrer Geltung, nicht in ihrer Tatsächlichkeit." (21) Und wenn er fortfährt: "Doch sind Werte mit Wirklichkeiten verbunden," so vollzieht er ausdrücklich jene logische Verbindung, die er an anderer Stelle zurückweist. Zwei Arten dieser Verbindung unterscheidet RICKERT: "Der Wert kann erstens an einem Objekt so haften, daß er es dadurch zum Gut mach, und er kann außerdem mit dem Akt eines Subjekts so verknüpft sein, daß dieser dadurch zu einer Wertung wird." (22) Allein zum Gut wird ein Objekt durch den psychischen Akt der Wertung; und dieser entsteht nicht aus der Verbindung eines objektiv gültigen Wertes, eines Sollens mit irgendeinem Realen Seelenvorgang, sondern ist ein spezifischer, ganz und gar im Bereich des Seins beschränkter seelischer Prozeß des Wünschens, Wollens, Zielstrebens, Zweckvorstellen oder wie man sonst jenen Akt bezeichnen will, mit dem der Mensch zur irgendeinem Ding, das seine Lust befördert oder verringert, Stellung nimmt. RICKERT fährt dann fort: "Die Güter und die Wertungen lassen sich nun so behandeln, daß man nach der  Geltung  der mit ihnen verbundenen Werte fragt, also festzustellen sucht, ob ein Gut den Namen des Gutes wirklich  verdient,  und ob eine Wertung mit  Recht  vollzogen wird." (23) Sie lassen sich aber auch - so müßte die Darstellung RICKERTs sinngemäß ergänzt werden - behandeln, ohne daß nach der Gelung der mit ihnen verbundenen Werte gefragt wird, und gerade diese Behandlung soll diejenige der Kulturwissenschaften sein, soll in einem wertbeziehenden Verfahren zum Ausdruck kommen. Allein wenn die Werte, die mit den Objekten oder Akten eines Subjektes verbunden sind, nach RICKERTs Versicherung keine Wirklichkeiten sind, wenn ihr Wesen in ihrer Geltung und nicht in ihrer Tatsächlichkeit besteht, dann ist schlechterdings unbegreiflich, wie Güter und Werte anders behandelt werden können, als daß man nach der Geltung der mit ihnen verbundenen Werte fragt, da doch gerade nur in dieser Geltung das Wesen der mit ihnen verbundenen Werte besteht. Und darum ist es nicht leicht verständlich, wie die historischen Kulturwissenschaften, welche Güter, also im Sinne RICKERTs mit gültigen Werten verbundene Wirklichkeiten zum Gegenstand haben, der Geltung jener Werte aus dem Weg gehen können, die einen integrierenden Bestandteil ihres Objekts ausmachen (24).
    "Das  werttheoretische  Verfahren, von dem wir sprechen, ist also, wenn es das Wesen der Geschichte als einer theoretischen Wissenschaft zum Ausdruck bringen soll, auf das schärfste vom  wertenden  Verfahren zu trennen und das heißt: niemals ist für die Geschichte die  Geltung  eines Wertes ein Problem, sondern die Werte kommen für sie nur insofern in Betracht, als sie  faktisch  von Subjekten gewertet und daher  faktisch  gewisse Objekte als Güter betrachtet werden. Auch wenn die Geschichte es also mit Werten zu tun hat, so ist sie doch  keine wertende Wissenschaft.  Sie stellt daher lediglich fest, was  ist."  (25)
Allein wie können Werte, "deren Wesen nicht in ihrer Tatsächlichkeit besteht", für die Kulturwissenschaft gerade nicht in ihrer "Geltung", also nicht in ihrem Wesen, sondern in eben jener Tatsächlichkeit, in der ihr Wesen, wie RICKERT nachdrücklich hervorhebt, nicht besteht, in Betracht kommen? Wie können Werte für die Kulturwissenschaft nur insofern vorhanden sein, "als sie faktisch von Subjekten gewertet werden"; werden denn Werte gewertet? Heißt das nicht, daß für die Kulturwissenschaft nicht Werte im Sinne objektiver Gültigkeiten, sondern nur die realpsychischen Akte subjektiver Wertungen in Betracht kommen, zwei Begriffe, die RICKERT selbst prinzipiell geschieden wissen will? Wenn man die eben zitierten Ausführungen RICKERTs dahin auffassen muß, daß für die Kulturwissenschaft die Tatsächlichkeit der faktischen Wertungen in Betracht kommt, dann ist es schwer, keinen Widerspruch zu der gleichfalls schon wiederholt zitierten Behauptung RICKERTs zu sehen, daß der Wert, auf den innerhalb der Kulturwissenschaft bezogen werden müsse, um das Objekt dieser Wissenschaft zu gewinnen, in einer  Geltung  und nicht in einer  Tatsächlichkeit  besteht. Daß aber RICKERT diese Auffassung fallen gelassen und nicht mehr eine Beziehung auf  Werte,  sondern auf  Wirklichkeiten  als kulturwissenschaftliches Verfahren erklärt, das geht auch aus der folgenden Stelle unzweifelhaft hervor:
    "Die theoretisch  Wertbeziehung bleibt  im Gebiet der  Tatsachenfestellung,  die praktische Wertung nicht. Es ist eine Tatsache, daß Kulturmenschen bestimmte Werte als Werte anerkennen und danach streben, Güter hervorzubringen, an denen diese Werte haften. Nur mit Rücksicht auf diese  Tatsache,  die der Historiker meist stillschweigend voraussetzt und voraussetzen muß, nicht etwa mit Hinblick auf die  Geltung  der Werte, nach der er als Mann der empirischen Wissenschaft nicht zu fragen braucht, zerfallen für die Geschichte die Wirklichkeiten in wesentliche und unwesentliche Bestandteile." (26)
Allein, ist das der "Wertgesichtspunkt", "der Güter von wertfreien Wirklichkeiten trennt" und ohne den "keine scharfe Scheidung von Natur und Kultur zu finden ist"? (27) Und wie soll die eben entwickelte Auffassung RICKERTs, daß die historische Kulturwissenschaft es ausschließlich mit den psychischen Wertungsakten zu tun hat, mit der an anderer Stelle aufgestellten Behauptung vereinbart werden, daß die Kulturvorgänge nicht nur im Hinblick auf ein psychisches Wesen, das wertet, d. h. also die reale Tatsache der Wertung, sondern auch mit Rücksicht auf einen  gültigen Wert  betrachtet werden müssen? (28) daß es nicht gültige Werte, sondern reale Tatsachen sind, auf welche die Kulturwissenschaft ihre Objekte zu beziehen habe, behauptet RICKERT gelegentlich bei der Frage, ob Geographie und Ethnographie Natur- oder Kulturwissenschaften sind; das hänge davon ab, "unter welchen Gesichtspunkt sie ihre Gegenstände bringen, d. h. ob sie sie als bloße Natur ansehen oder zum  Kulturleben  in Beziehung setzen." (29) Das Kulturleben ist freilich etwas anderes als die gültigen Werte, zu denen in Beziehung gesetzt, die Wirklichkeit zur Kultur wird. Kulturleben ist eine Seinstatsache, ist der Inbegriff der tatsächlichen Wertschätzungen und Wertverwirklichungen; "Wert" im Sinne dessen, was die Menschen  faktisch  dafür halten.

Ist der Punkt, auf welchen die Kulturwissenschaften ihr Objekt beziehen, kein Wert, sondern eine Wirklichkeit, nämlich die Realität psychischer Wertungsakte, dann hat eigentlich der Terminus  "Wert beziehung" keinen rechten Sinn mehr. Es ist eine Beziehung zwischen Wirklichkeiten, welche die Kulturwissenschaft vornimmt, und diese Beziehung kann im Grunde nur ein Kausalnexus sein. Es wäre durchaus denkbar, einer Wissenschaft die Aufgabe zu stellen, die Entstehung der tatsächlichen typischen Wertungen, Zielstrebungen, Zwecksetzungen, die in einem bestimmten Zeitpunkt und bei einer bestimmten Menschengruppe auftreten, darzustellen. Man kann es sicherlich als die Aufgabe der Geschichte betrachten, die Entwicklung der menschlichen "Güter" oder der Kultur als den Inbegriff der faktischen Wertschätzungen darzustellen. Was hat zum Beispiel eine Religionsgeschichte anderes als eine Entwicklungsgeschichte der religiösen Güter zu liefern? In diesem Sinne ist eben die ganze Geschichte Kulturgeschichte. Allein demgegenüber findet sich bei RICKERT die ausdrückliche Verwahrung dagegen, daß durch das wertbeziehende Verfahren in der Geschichte "irdendetwas aus den bewußten Zwecksetzungen der Personen, von denen sie handelt, erklärt werde". Mit dem wertbeziehenden Verfahren sei nichts über den "Inhalt der Geschichte" ausgesagt, sondern lediglich der "methodische Gesichtspunkt" charakterisiert (30).

Dabei kann nicht nur bezweifelt werden, ob von einer  "Wert beziehung" gesprochen und gesagt werden darf, daß "Werte" die Darstellung der historischen Kulturwissenschaft leiten, wenn doch die faktischen Wertungen, also realpsychische Wirklichkeiten gemeint sind; es ist auch fraglich, ob eine "Beziehung" vorliegt, weil dies den Anschein erweckt, als ob das Objekt wissenschaftlicher Erkenntnis durch die Beziehung auf einen gültigen Wert, etwa durch die Beziehung menschlichen Verhaltens zur Idee des Guten, gewonnen würde. RICKERT sagt wörtlich:
    "Hat der Historiker auch nicht nach der Geltung der Werte zu fragen, die seine Darstellung leiten, so wird er seine Objekte doch auch nicht auf irgendwelche beliebigen Werte beziehen, sondern voraussetzen, daß diejenigen, an die er sich mit seiner geschichtlichen Darstellung wendet, wenn auch nicht diese oder jene bestimmten Güter, so doch die Werte der Religion, des Staates, des Rechts, der Sitten, der Kunst, der Wissenschaft (an anderer Stelle spricht er auch von der Kirche, der Sprache, der Literatur, der Wirtschaft), mit Rücksicht auf welche das geschichtlich Dargestellte wesentlich ist, im allgemeinen als Wert anerkennen oder doch wenigstens als allgemein anerkannte Werte verstehen." (31)
Denn die historische Kulturwissenschaft stellt ja gar nicht "in Beziehung auf" oder "unter Voraussetzung von" als Kunst, Recht, Staat, Religion usw. bezeichnete  Werte,  sondern diese Güter als  Wertschätzungen  in ihrer kausalen Entwicklung dar. Die Geschichte ist eben durchaus auch im Sinne RICKERTs eine Geschichte des Rechts, der Staaten, der Kunst, der Religionen, kurz aller menschlichen Güter, die man unter dem Namen der Kultur zusammenfaßt. Nicht die "Werte" sind Beziehungspunkte, sondern die Wertschätzungen der Menschen sind der Gegenstand der Kulturwissenschaft, sind keine Voraussetzung, auf die bezogen wird, sondern ein Objekt, das kausal erklärt wird. Als solche Objekte der kulturwissenschaftlichen Darstellung, als  Gegenstände  und nicht als einen von der wissenschaftlichen Betrachtung  vorausgesetzten  Wert hat ja RICKERT selbst auch das Recht, den Staat, die Kultur, die Wissenschaft, die Sprache, usw. aufgefaßt und als die spezifischen  Objekte  der Kulturwissenschaft den  Objekten  der Naturwissenschaft entgegengestellt. (32) Nur gültige Werte, nicht jedoch Wirklichkeiten faktischer Wertungsprozesse, können als jene spezifischen Voraussetzungen, als jene Gesichts- oder Beziehungspunkte fungieren, mit denen eine besondere Betrachtungsweise, eine eigenartige, von der naturwissenschaftlichen verschiedene Blickrichtung der Kulturwissenschaft zu begründen versucht werden könnte. RICKERT hat die zweifellos richtige Tatsache, daß der Historiker nur solche Gegenstände, die faktisch allgemein als Güter geschätzt werden, wie Recht, Staat, Kunst, Religion, Moral usw., kurz "Güter" oder typische menschliche Wertstrebungen, zur Darstellung bringt, durch die Terminologie klar gemacht, der Historiker stelle seinen Gegenstand mit "Beziehung auf Werte" dar.

Auf diese Terminologie ist es zurückzuführen, daß sich RICKERT immer wieder vor seinen Gegnern davor verwahren muß, daß seine "wertbeziehende" Kulturwissenschaft eine  wertende  Disziplin ist. Daß eine solche Auffassung möglich ist, hat RICKERT selbst verschuldet, da er immer wieder davon spricht, daß die Beziehung auf "Werte" erfolgt, und das Wesen dieser "Werte", zum Unterschied von den faktischen Wertungsprozessen, in einer  Geltung  feststellt. Denn auf solche gültige Werte beziehen, ist nichts anderes als der  logische Akt  des (objektiven) Werturteils. Dagegen wünscht RICKERT, daß zwischen seinem "auf Wert beziehen" und einem "Werten" scharf geschieden wird. Die Wertbeziehung bleibt auf dem Gebiet der Tatsachenfeststellung, die Wertung nicht. "Werten muß immer Lob oder Tadel sein. Auf Werte beziehen ist keins von beiden." (33) Dagegen könnten jedoch Bedenken geltend gemacht werden. Das Zeitwort "werten" kann nämlich ebenso wie das Hauptwort "Wert" in einem doppelten Sinn genommen werden. Als "Wert" wird sowohl eine objektiv gültige, generelle  Norm  (34) bezeichnet, deren Geltung unabhängig ist vom Sein eines entsprechenden Wollens, als auch ein konkretes reales Wollen, Wünschen, Zielstreben, durch welches der Gegenstand desselben zum "Gut" wird. Etwas ist in einem objektiven Sinn wertvoll (oder hat objektiven Wert), wenn es dem als objektiv gültig vorausgesetzten Wert, dieser generellen Norm entspricht; etwas ist subjektiv wertvoll, hat subjektiven Wert, wenn es faktisch gewünscht, gewollt, angestrebt, geschätzt usw. wird. Der objektive Wert ist eine Funktion des Sollens, der subjektive eine Funktion des Wollens, somit eine Seinstatsache innerhalt der Wirklichkeit. "Wert" in jenem spezifischen Sinne eines  Gegensatzes  zur "Wirklichkeit" ist natürlich nur der objektive Wert, der identisch ist mit dem Begriff des Sollens überhaupt oder der Norm. Der sogenannte Wert im subjektiven Sinn ist selbst eine Wirklichkeit, ein seelischer Akt. Es wäre besser, hier überhaupt nicht von "Wert" zu sprechen. Doch ist dieser Sprachgebrauch in der Nationalökonomie schon zu eingebürgert, um ernsthaft bekämpft werden zu können.

Objektiv "wertet" man, wenn man einen Tatbestand zu einem objektiv gültigen Wert, das heißt zu einer Norm oder zu einem Sollen in Beziehung setzt, das unabhängig ist oder als unabhängig vorausgesetzt wird vom eigenen Wünschen und Wollen des Wertenden. Eine solche Beziehung stelle ich dadurch her, daß ich den konkreten Vorgang, der bewertet werden soll, als Inhalt eines Sollens vorstelle und nun diese Sollvorstellung einer generellen, als gültig vorausgesetzten Norm gegenüberstelle. Ist der konkrete Sollsatz mit dem generellen vereinbar, d. h. läßt sich der konkrete (individuelle) aus dem abstrakten (generellen) auf dem Weg einer logischen Operation ableiten, dann ist der fragliche Tatbestand  positiv  gewertet, er wird als "schön", "gut", "gerecht", "wahr" usw. qualifiziert. Ist dagegen ein solches Verhältnis nicht herzustellen, stellt sich der zu bewertende Tatbestand seinem Inhalt nach in einen Gegensatz zum Inhalt der generellen Norm (des obersten Wertes), dann ist er negativ zu bewerten oder, mit anderen Worten, er erhält, in der Form des Sollens vorgestellt, gleichsam ein negatives Vorzeichen, er wird als "häßlich", "böse", "ungerecht" usw. qualifiziert. Dabei muß man den Irrtum vermeiden, zu dem man leicht durch den ungenauen Sprachgebrauch des täglichen Lebens verführt wird: als ob es die  Wirklichkeit  wäre, die  gewertet  wird. In diesem objektiven Sinn einer Beziehung zu  gültigen  Werten ist eine "Wertung" der "Wirklichkeit" logisch nicht möglich, da Wert und Wirklichkeit die Resultate zweier fundamental verschiedener Betrachtungsweisen sind. Nur der  Inhalt,  der das eine Mal in der Erkenntnisform der Wirklichkeit oder des Seins auftritt, kann das andere Mal in die Erkenntnisform des Wertes oder des Sollens gekleidet und, je nach seiner Beziehung zu den obersten Werten oder Noren, den letzten nicht weiter ableitbaren Sollsätzen positiv oder negativ bewertet, d. h. mit einem positiven oder negativen Vorzeichen in der Form des Sollens gebracht werden. Unter der Voraussetzung gewisser gültiger Normen, Werte und Sollsätze - und nur unter dieser Voraussetzung - sind solche objektive Werturteile möglich, die in keiner Weise irgendeine subjektive Stellungnahme des Wertenden wie überhaupt keine reale Seinstatsache zum Ausdruck bringen. Man  muß  eine konkrete Lüge - unter der Voraussetzung des allgemeinen Lügenverbotes - als unmoralisch, als gegen das Moralgebot der Wahrhaftigkeit verstoßend qualifizieren, obgleich man vielleicht selbst diese Lüge gewünscht hat oder ihr mit seinem Wollen und Fühlen indifferenz gegenübersteht. Das objektive Werturteil ist ein Akt der Erkenntnis, nicht des Wollens oder Fühlens.

Subjektiv bewerten aber heißt, einen Tatbestand zu einem subjektiven Wert, das ist zu einem eigenen faktischen Wünschen oder Wollen des Wertenden selbst in Beziehung zu setzen. In diesem subjektiven Sinn ist etwas wertvoll, was vom Wertenden selbst gewünscht, gewollt, bezweckt wird. Das Urteil, das einen subjektiven Wert ausspricht, ist ein Wirklichkeits-, ein Tatsachenurteil; es konstatiert eine Beziehung innerhalb der Realität, eine Relation zwischen dem Innern eines Menschen und einem Gegenstand oder Vorgang in der Seinswelt. Als  Urteil  ist es allerdings auch ein Akt der Erkenntnis; allein die subjektive Wertung muß nicht in der Form des Urteils ausgedrückt werden, muß nicht den Umweg durch die Erkenntnis machen. Sie kann der unmittelbare Ausdruck des Wünschens, Begehrens, Wollens, der Stellungnahme des Subjekts zu einem Objekt sein. Dieser Ausdruck kann in Handlungen, in Worten, in einem ganzen Komplex von Taten, einem Verhalten der Individuen erfolgen. Alles menschliche Tun ist im Grunde genommen als zweckmäßig, zielstrebig, als  Willens emanation ein "Werten" in diesem Sinne, ein Bejahen oder Verneinen, ein Stellungnehmen zur Welt. Dieses "wertende" Verhalten der Menschen ist das Objekt der Kulturwissenschaften, richtiger, ist das ungeheure Reservoir, aus dem die Kultur- (und Sozial-)wissenschaften ihre Objekte holen.

Natürlich kann ein objektives Werturteil mit einem subjektiven sogenannten Wertungsakt im konkreten Fall tatsächlich zusammenfallen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Wertende die Norm, die er im konkreten Fall anwendet, auch persönlich "anerkennt", d. h. wenn sein subjektives Wollen und Wünschen mit den Forderungen, dem Sollen der objektiven Norm übereinstimmt, subjektiver und objektiver Wert koinzidieren. Selbstverständlich muß auch in diesem Fall das objektive Werturteil, das die Beziehung zur gültigen Norm feststellt, vom Akt der subjektiven Wertung geschieden werden, durch den die persönliche Stellungnahme des Wertenden erfolgt, sein eigenes Wollen oder Wünschen, seine subjektiven Gefühle ausgedrückt werden.

Sofern man unter "Lob" und "Tadel" den Ausdruck eines Gefühls der Billigung oder Mißbilligung versteht, wird eine Wertung zu Lob oder Tadel durch ihre Subjektivierung, d. h. dadurch, daß in die fragliche Relation der subjektive Wert eingestellt wird. Alles Werten ist ein "auf Werte beziehen", Lob und Tadel aber: auf subjektive Werte beziehen. Ja, das subjektive Werturteil wird nur dadurch mehr als eine bloße Feststellung eigenen Wünschens oder Wollens, eines eigenen Lust- oder Unlustgefühls oder sonst einer faktischen Reaktion der Seele des Wertenden, daß es mit dem Anspruch auf  Gültigkeit  auftritt, d. h. daß der Urteilende sich in Übereinstimmung mit einer als objektiv gültig vorausgesetzten Norm behauptet. "Dieses Bild ist schön" bedeutet insofern eine  Wert urteil und kein bloßes Wirklichkeitsurteil, das eine angenehme Gefühlsempfindung des Urteilenden behauptet, als es implizit die Aussage enthält, das Bild entspreche einer als objektiv gültig vorausgesetzten Schönheitsnorm.

Darum ist RICKERTs Versuch, das "Wertbeziehen" vom "Werten" dadurch zu unterscheiden, daß dieses nicht, aber jenes stets Lob oder Tadel bedeutet, nicht einwandfrei. Wenn Lob und Tadel - im Sinne des allgemeinen Sprachgebrauchs - den oben angenommenen Sinn haben, dann bedeutet Werten im objektiven Sinn eines auf gültige Werte Beziehens niemals Lob oder Tadel. Gerade dieses objektive Werten setzt aber RICKERT seine "auf Werte beziehen" entgegen. Allerdings ist es nicht ganz ausgeschlossen, "Lob" und "Tadel" im Sinne  objektiver  Werturteile zu gebrauchen.

Zweifelhaft ist auch, ob die objektive Wertung, wie RICKERT behauptet, immer positiv oder negativ sein muß (35). Auch das Urteil, das einen Tatbestand für wertindifferent konstatiert, von einem Tatbestand aussagt, daß er  keinen  (weder einen positiven noch einen negativen) Wert habe, ist formal ein  Wert urteil, in demselben Sinne, wie die Null eine Zahl ist. Denn es ist die gleiche formale Beziehung zu einem objektiven Wert, einer Norm, die ein solches Urteil ausspricht. Nur jener psychische Akt, der als subjektive Wertung bezeichnet wird, muß als Wollen stets positiv oder negativ sein, weil entweder einem positiven oder einem negativen Ziel zustreben. Über den positiven oder negativen Wert, den eine Wirklichkeit hat, kann Streit herrschen, sagt RICKERT, um die "Wertung" zum Unterschied von der Wertbeziehung zu charakterisieren. Und gerade nur über jenes Werturteil, das eine Beziehung zum objektiv gültigen Wert ausdrückt - und daher einen positiven, einen negativen und einen indifferenten Inhalt haben kann, ist ein Streit möglich, sofern eben die Gültigkeit der vorausgesetzten Norm in Frage gestellt wird. Über die subjektive Wertung, die als Ausdruck eines seelischen Verhaltens zu einem Objekt eine  Tatsache  beinhaltet, ist ein Streit unmöglich. Über die Behauptung, daß mit eine Speise schmeckt, daß mich ein Verhalten meines Nebenmenschen empört, ist ein Streit sinnlos.  De gustibus non est disputandum.  [Über Geschmack läßt sich nicht streiten. - wp]

"Auf Werte beziehen" umschreibt RICKERT auch mit den Worten: "ein Objekt als bedeutsam für die Werte und die Realisierung von Kulturgütern bezeichnen. (36) Wie können aber "Werte", als  Geltungen,  mit den  Tatsachen  einer Realisierung von Kulturgütern auf eine Basis gestellt werden? Erfolgt die "Beziehung" auf Werte  und  Wirklichkeiten? Hat nicht RICKERT gelegentlich die Kulturgüter als "Realisierungen von Werten" bezeichnet? Davon muß man jedoch absehen, will man zu dem Resultat vordringen, daß für die historische Kulturwissenschaft nicht nur das "wichtig und bedeutsam" ist, "was die Realisierung von Kulturgütern fördert, sondern ebenso das, was sie hemmt. Allein das Wertindifferente wird als  unwesentlich  ausgeschieden." (37)  Die Wertbeziehung fungiert hier als Selektionsprinzip. 

Die Wertbeziehung - das kann vielleicht als ihr endgültiger Sinn aufgefaßt werden - stellt eine Methode dar, um die Wirklichkeit in wesentliche und unwesentliche Bestandteile zu sondern, wobei vom Standpunkt der Kulturwissenschaften das "Wesentliche" mit Kultur, das "Unwesentliche" mit Natur zu identifizieren ist. "Auch wenn keiner der von den Kulturmenschen gewerteten Werte gelten sollte, bleibt es doch auf jeden Fall richtig, daß für die Verwirklichung der faktisch gewerteten Werte oder für die Entstehung von Gütern, an denen diese Werte haften, nur eine bestimmte Anzahl von Objekten bedeutsam snd, und daß an diesen Objekten wiederum nur ein bestimmter Teil ihres Inhalts dafür in Betracht kommt." (38) Gewiß lassen sich Güter von Naturdingen deutlich scheiden, gewiß stellen die menschlichen Wertschätzungen und Zielstrebungen ein besonderes Stück Wirklichkeit dar; allein innerhalb dieses so abgegrenzten Objektes, das im Grund genommen mit dem  gesellschaftlichen Leben  der Menschen überhaupt zusammenfällt, muß die Kulturwissenschaft doch selbst wiederum eine Scheidung zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem vornehmen. Wie hier die RICKERT'sche Wertbeziehung ein brauchbares Selektionsprinzip bilden soll, ist nicht ganz klar. Nicht alles, was in irgendeiner Weise kausal mit einer menschlichen Wertschätzung oder mit einem Gut zusammenhängt und somit die Realisierung eines Kulturgutes fördert oder hemmt, ist wesentlich für die Entstehung dieses Gutes, für die Verwirklichung des faktisch Gewerteten. Hier ist wohl eine "Wertbeziehung" gegeben, aber keineswegs eine endgültige Auswahl des Wesentlichen. Denn auch innerhalb dessen, was in irgendeiner vielleicht sehr entfernten Weise zu einem Kulturgut in positiver oder negativer Beziehung steht, muß eine Auswahl des Wesentlichen vom Unwesentlichen getroffen werden. Für das Kulturgut der deutschen Strafrechtsordnung ist die CCC [Constitutio Criminalis Carolina - wp] historisch von Bedeutung. Für das Zustandekommen dieser wieder KARL V. und eine Reihe von Juristen; in entfernter Weise schließlich auch der Schreiber, der das Originalmanuskript geschrieben hat. Seine Arbeit hat kausal zur Förderung der Kulturgüter beigetragen, die wir heute in der deutschen Strafrechtsordnung schätzen. Dennoch ist sie historisch unwesentlich. Aber nach dem "wertbeziehenden" Verfahren gibt es keine Möglichkeit, sie von der Darstellung auszuschließen. Als Selektionsprinzip faßt RICKERT die "Wertbeziehung" bald in dem Sinne auf, daß nur dasjenige, was ein Kulturgut fördert oder hemmt, zum Gegenstand der Kulturwissenschaft gemacht wird, wobei also die Wertbeziehung eine (Kausal-)Relation innerhalb des Objektes ist, bald aber wieder in dem Sinne, daß nur dasjenige, was uns "in irgendeiner Weise  interessant  oder  wichtig  ist", zum Objekt einer kulturwissenschaftlichen Betrachtung wird, wobei RICKERT ausdrücklich dieses Interessant- oder Wichtigsein eines Objektes damit idenfifiziert, "daß es zu Werten in Beziehung steht, die von uns gewertet werden". (39) Daß in diesem Sinne jede Wissenschaft Kulturwissenschaft wäre, da die Wichtigkeit des Objekts oder gar das Interesse dafür die Voraussetzung jeder Wissenschaft vom Objekt ist, und zwar eine  vor wissenschaftliche Voraussetzung, wurde bereits früher festgestellt (40).

Faßt man das Ergebnis zusammen, das eine kritische Untersuchung des materialen Einteilungsprinzips bietet, so ist zu konstatieren, daß der Begriff der Kultur nicht klar und deutlich genug von dem der Natur geschieden ist, um beide in einen  Gegensatz  zu bringen, da das Wesen des "wertbeziehenden" Verfahrens, das den Kulturbegriff konstituieren soll, unsicher zwischen einer objektiven  Wert erkenntnis (der Beziehung zu einem objektiv gültigen Wert) und einer Darstellung der psychisch-realen Wertstrebungen in der Geschichte, also einer  Wirklichkeits erkenntnis, zu schwanken scheint.

Klarer als das materielle Einteilungsprinzip hat RICKERT das formale herausgearbeitet, den Gegensatz von individualisierender und generalisierender Betrachtung: Wissenschaften, die auf die Aufstellung von Naturgesetzen, auf die Bildung allgemeiner Begriffe gerichtet sind - die generalisierende Naturwissenschaft - und solche, welche die Wirklichkeit in ihrer Individualität darstellen - die individualisierende Geschichte. Unklar ist nur die Verbindung des materialen mit dem formalen Einteilungsprinzip. Die Kulturwissenschaft soll sich einer individualisierenden, die Naturwissenschaft einer generalisierenden Methode bedienen. "Nur die individualisierende historische Behandlung wird also dem Kulturvorgang gerecht, sobald seine Bedeutung für die Kulturwerte in Frage steht." (41) es ist nämlich nicht einzusehen, warum unser Interesse bei den Kulturvorgängen, das ist - wie RICKERT früher behauptet - das vom Menschen Hervorgebrachte und Gepflegte, sind "Güter" wie Religion, Recht, Sitte, Staat, Sprache, Kunst, Wirtschaft usw. ... -  "auch  auf das Besondere und Individuelle und dessen einmaligen Verlauf gerichtet" sein soll, warum einem solchen Kulturvorgang - man denke an das  Rechtsleben,  die  Wirtschaft,  die  Sitten  und  Gebräuche  eines Volkes -  "nur"  die individuelle Betrachtung gerecht werden kann; wobei der einschränkende Zusatz: "sobald seine Bedeutung für die Kulturwerte in Frage steht", (42) doch wohl überflüssig ist, da ja nach RICKERT ein Vorgang, als Stück der Wirklichkeit, gerade nur in seiner Bedeutung für gewisse Werte Kultur ist! Die Unklarheit beginnt in demselben Augenblick, da der Kulturbegriff auf den Plan tritt. Ist Gegenstand der Kulturwissenschaft nicht nur alles, "was die Realisierung von Kulturgütern fördert, sondern ebenso das, was sie hemmt" (43), liegt gerade in diesem Verhältnis der Förderung oder Hemmung die "Beziehung" auf Werte, welche die kulturwissenschaftliche Betrachtung herstellt, sind es eben die geförderten oder gehemmten Werte, die an der Wirklichkeit haften und so diese zur Kultur machen, dann ist es unverständlich, warum gerade diese Wirklichkeit in ihrer  Individualität  in Betracht kommen, warum die "Kulturbedeutung einer Wirklichkeit" "immer am Besonderen" "haften" (44), wie "durch die Werte, die an der Kultur haften", "der Begriff einer darstellbaren historischen Individualität" erst konstituiert werden soll (45). Die Darstellung des Rechts- und Wirtschaftslebens, des religiösen oder sittlichen Verhaltens der Menschen kann generalisierend und individualisierend ganz ebenso wie das biologische Verhalten der Lebewesen dargestellt werden. Faßt man auch die wertenden oder normativen Disziplinen ins Auge, so muß festgestellt werden, daß ein konkreter, individueller Inhalt gewertet wird, indem er zu einer generellen Norm in Beziehung gebracht wird. Ebenso wie eine konkrete oder individuelle Tatsache dadurch erklärt wird, daß sie auf ein generelles Naturgesetz zurückgeführt wird. Die Beziehung zu objektiv gültigen Werten steht somit ansich nicht in einem spezifischen Zusammenhang mit einer individualisierenden Methode.

Im übrigen gibt RICKERT die Möglichkeit generalisierender Kulturwissenschaften selbst zu, und da er die Rechtswissenschaft - ohne näher aus sie einzugehen - als generalisierende Kulturwissenschaft oder doch zumindst  auch  als solche gelten läßt (46), kommt gerade für die Frage, ob die Rechtswissenschaft als Kulturwissenschaft konstituiert werden kann, nur das materiale, nicht aber das formale Einteilungsprinzip in Betracht.
LITERATUR Hans Kelsen, Die Rechtswissenschaft als Norm- oder als Kulturwissenschaft [eine methodische Untersuchung] Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reich, 40. Jahrgang, München-Leipzig 1916
    Anmerkungen
    1) HERBART, Allgemeine Metaphysik I, § 120.
    2) HEINRICH RICKERT, Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung, 3. Auflage 1915.
    3) RICKERT, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft, Seite 63
    4) RICKERT, Kulturwissenschaft a. a. O. Seite 15
    5) Kulturwissenschaft a. a. O. Seite 60. Hier hat RICKERT speziell den Gegensatz von Natur- und Geschichtswissenschaft im Auge.
    6) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 15
    7) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 19 und 20.
    8) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 20
    9) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 20
    10) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 20
    11) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 20
    12) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 96
    13) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 26 und 27
    14) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 21
    15) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 21
    16) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 97
    17) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 25
    18) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 26
    19) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 20
    20) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 20
    21) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 96
    22) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 96
    23) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 96
    24) Es ist auffallend, daß RICKERT in diesem Zusammenhang als Objekt der Kulturwissenschaft Güter und wertende menschen bezeichnet, während er früher nur Güter als Kultur erklärte und darunter "das von einem nach gewerteten Zwecken handelnden Menschen Hervorgebrachte oder Gepflegte" (Seite 20) verstand.
    25) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 96 und 97
    26) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 90
    27) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 25
    28) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 25
    29) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 22
    30) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 102
    31) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 107
    32) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 21
    33) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 98
    34) vgl. oben
    35) Vgl. HATSCHEK, a. a. O., Seite 156 und 158 RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 98
    36) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 98
    37) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 97
    38) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 98
    39) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 145
    40) vgl. oben
    41) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 88
    42) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 87 und 88
    43) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 98
    44) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 120
    45) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 90
    46) RICKERT, Kulturwissenschaft, Seite 114f