ra-2C. MengerF. LifschitzH. DietzelE. BaumstarkG. CohnL. Stephinger    
 
RICHARD SCHUELLER
Die klassische Nationalökonomie
und ihre Gegner


"Die Vernachlässigung aller kulturellen, zeitlichen und örtlichen Umstände halten die historischen Volkswirte für einen Grundfehler der klassischen Lehren, und sie bezeichnen das bei  Smith  und seinen Schülern herrschende Verhältnis zwischen dem Allgemeinen und Besonderen, zwischen Gesetzen und Ausnahmen als  theoretischen Absolutismus". 


Einleitung

Es ist schon von mehr als einer Seite darauf hingewiesen worden, daß die klassische Nationalökonomie in der neueren nationalökonomischen Literatur, zumal in Deutschland, keine gerechte Würdigung erfährt. Selbst in der historischen Schule, auf welche die jetzt in Deutschland gebräuchliche Beurteilung der klassischen Nationalökonomie doch in erster Linie zurückzuführen ist, sind bereits besonnenere Gelehrte aufgetreten, welche sich veranlaßt gesehen haben, die von den extremsten Vertretern eines einseitigen Historismus gegen SMITH und seine Schüler gerichteten Angriffe zurückzuweisen (1). Allerdings, wie gerade neuere Erscheinungen auf dem Gebiet der volkswirtschaftlichen Literatur zeigen, mit sehr geringem Erfolg. Die allgemein gehaltenen Mahnungen jener Volkswirte zur Selbstbesinnung und Umkehr vermochten nämlich nur geringe Wirkung zu üben, da sie von Autoren ausgingen, welche gegen die klassische Nationalökonomie, wenngleich in milderer Form, doch die nämlichen Vorwürfe erhoben, deren extremen Formulierungen sie entgegentraten.

Auch die Vertreter der österreichischen Schule in Deutschland insbesondere ADOLF WAGNER haben sich um eine gerechte Würdigung der SMITH'schen Richtung anerkennenswerte Verdienste erworben (2), ohne daß doch das Urteil der heutigen Volkswirte über die wissenschaftliche und die sozialpolitische Stellung der klassischen Nationalökonomie irgendwie als geklärt bezeichnet werden könnte. Es fehlt uns an einer aufgrund eines eingehenden Studiums unternommenen Darstellung der klassischen Nationalökonomie, insbesondere jener Lehren derselben, welche von der historischen Schule zum Gegenstand ihrer Angriffe gemacht worden sind, und damit an der Grundlage für eine umfassende Berichtigung der hinsichtlich der Werke SMITHs und seiner Schüler gegenwärtig vorherrschenden Irrtümer. Die in der nationalökonomischen Literatur Deutschlands herrschende Auffassung über die klassische Nationalökonomie hätte nicht entstehen, noch viel weniger sich durch Jahrzehnte behaupten können, wäre seit dem Auftreten der historischen Schule das Studium, ich meine die ernste Vertiefung in die Werke der Klassiker, in Deutschland nicht in einer geradezu befremdlichen Weise vernachlässigt und die historische Schule in dieser Hinsicht ihrer historischen Aufgabe nicht so völlig untreu geworden.

Was unter solchen Umständen, mit Rücksicht auf die weit verbreiteten und festgewurzelten Irrtümer über die klassische Nationalökonomie, die nächste Aufgabe ist, scheint mir durch diese Sachlage klar vorgezeichnet zu sein. Es gilt die Klassiker - SMITH, SAY, RICARDO, MALTHUS - gerade in jenen Punkten, in denen sie Gegenstand der heftigsten, und, wie sich herausstellen wird, ganz unberechtigten Angriffe seitens der historischen Schule geworden sind, selbst wieder zu Wort kommen zu lassen.

Daß eine Klärung der Ansichten erfolgt, scheint mir nicht nur für die Geschichte der Sozialwissenschaften, sondern auch für die weitere Entwicklung der nationalökonomischen Theorie von Wichtigkeit zu sein. Diese wird durch das falsche Urteil über die klassischen Lehren seit Jahrzehnten in ungünstigster Weise beeinflußt, indem die irrtümlich gegen die klassische Nationalökonomie und ihre Methode erhobenen Vorwürfe der ideenfeindlichen empiristischen Strömung unserer Zeit, - einer Strömung, welche in der historischen Schule am schärfsten hervortritt und in allen sozialwissenschaftlichen Richtungen der Gegenwart, auch in den sozialistischen, in zunehmendem Ermatten der wissenschaftlichen Geistestätigkeit sich äußert - einen starken Halt verleihen. Mit dem Urteil der historischen Schule über die klassische Nationalökonomie sind jedoch auch weitgehende praktische Konsequenzen verknüpft worden. Die Auffassung der historischen Schule über SMITHs Wirtschaftspolitik bildet eine wichtige Stütze der jetzt herrschenden prinziplosen Opportunitätspolitik, welche zur Einengung des Koalitionsrechts, zu einer rückläufigen Agrar- und Gewerbepolitik, zur Ausdehnung der indirekten Steuern und zu unzulänglichen Sozialreformen führt. Die richtige Stellungnahme zur klassischen Nationalökonomie, welche das letzte auf grundlegenden Prinzipien beruhende und zur praktischen Durchführung gelangte System der Wirtschaftspolitik darstellt ist ein wichtiges Element für die künftige Gestaltung der modernen Wirtschafts- und Sozialpolitik.

Die Berichtigung des Urteils der historischen Volkswirte über die klassische Nationalökonomie scheint mir solcherart weit über die Bedeutung einer bloßen, literaturgeschichtlichen Arbeit hinauszugehen.

Möge diese kleine Schrift, bei all jenen, welchen es um die Wahrheit zu tun ist, eine freundliche Aufnahme finden.



1. Abstraktion von kulturellen, zeitlichen
und örtlichen Verhältnissen

In seiner Antrittsrede an der Wiener Universität fällte BRENTANO folgendes Urteil über die klassische Nationalökonomie:
    "Die klassische Nationalökonomie hat einen von allen Besonderheiten des Berufes, der Klasse, der Nationalität und Kulturstufe freien Menschen geschaffen. Sie unterscheidet nicht den Bauern vom Kaufmann, nicht die Instinkte des ungebildeten Proletariers von denen des verfeinerten Kulturmenschen, geschweige denn die großen Verschiedenheiten innerhalb der arbeitenden Klasse selbst. Sie kennt keine Verschiedenheit der Rasse, der Religion, des Zeitalters. Es gibt in ihrer Psychologie nur zwei Triebfedern menschlichen Handelns. Die eine davon ist das Streben nach dem größtmöglichen Gewinn. Dies ist das Prinzip, das nach ihr alle menschlichen Beziehungen, bei denen nicht der Geschlechtstrieb in Frage kommt, allgewaltig beherrscht. Der Geschlechtstrieb gilt ihr als noch gewaltiger. Wo beide Triebfedern in Konflikt kommen, unterliegt ihm die andere. Aber überall sonst herrscht der Erwerbstrieb. Dabei ziehen", fährt BRENTANO fort, "die französischen Physiokraten, ADAM SMITH, RICARDO und die übrigen Häupter der klassischen Nationalökonomie, die volle Konsequenz dieser Auffassung. Nicht etwa, daß sie zugeben, daß die individuelle Dummheit, welche die Erkenntnis des Vorteils verhindert, eine Verschiedenheit zwischen ihren Lehrsätzen und dem wirklichen Handeln der Menschen zur Folge haben könnte." "Jenen Häuptern der Schule sind alle Menschen, der Philosoph wie der Lastträger, von Geburt gleich begabt; ein jeder ist ihnen ferner im gleichen Maß vom Treib nach Reichtum beherrscht; da alle gleich sind, erkennt ein jeder am besten, was sein Vorteil erfordert. Und daher jenes Verlangen, alle Bevormundung zu beseitigen, da sie nichts anderes ist als unverschämteste Anmaßung." (3)
BRENTANO behaupt also vor allem, daß die klassische Nationalökonomie keine Verschiedenheit der Kulturstufe und des Zeitalters kennt (4). Die Vernachlässigung aller kulturellen, zeitlichen und örtlichen Umstände halten die historischen Volkswirte für einen Grundfehler der klassischen Lehren, und sie bezeichnen das bei SMITH und seinen Schülern herrschende Verhältnis zwischen dem Allgemeinen und Besonderen, zwischen Gesetzen und Ausnahmen als "theoretischen Absolutismus". Tatsache ist, daß in der historischen Richtung selbst ein ganz anderes Verhältnis Platz greift, indem ein ungleich geringeres Gewicht auf das Allgemine und die Gesetze gelegt wird, der ganze Nachdruck vielmehr auf dem Speziellen und Eigentümlichen ruht. Mit dieser wichtigen Seite des Historismus hängt das fast ausschließlich deskriptive Verfahren der historischen Volkswirte, ihre alles andere zurückdrängende Beschäftigung mit wirtschaftsgeschichtlichen und statistischen Detailstudien eng zusammen.

Aber ist es denn auch wahr, daß die klassische Nationalökonomie von allen kulturellen, zeitlichen und örtlichen Verschiedenheiten abstrahiert?

SMITH zeigt uns in kulturgeschichtlicher Entwicklung: die soziale Klassenschichtung (5), die Arbeitsteilung (6), die Preisbildung (7), das Geldwesen (8), die Konsumtion (9), die Gewerbe- (10), Handels- (11), Kolonial- (12) und Steuerpolitik (13), und im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen die kriegerische (14) und religiöse (15) Seite des sozialen Lebens, das Rechts- (16) und das Schulwesen (17), wobei er, je nachdem es an der betreffenden Stelle von Wichtigkeit und im Rahmen der Darstellung möglich ist, entweder nur im allgemeinen den Zug der fortschreitenden Kulturentwicklung charakterisiert, barbarische und zivilisierte Verhältnisse einander gegenübergestellt oder die Entwicklung der feudalen Ordnung zur modernen beobachtet; die Geschichte einer wirschaftlichen Evolution in ihren Haupt- und Nebenlinien verfolgt oder die Hauptperioden der Kulturgeschichte in kurzen Strichen zeichnet.

Er widmet drei Kapitel der Darlegung des Einflusses, welchen der allgemeine Zustand der Gesellschaft, ihr Reichtum oder ihre Armut, ihr Fortschritt, ihre Stagnation, ihr Rückschritt auf den in jeder Gegend bei den verschiedenen Beschäftigungen und Kapitalanlagen gewöhnlichen Arbeitslohn, Gewinn und die jeder Gesellschaft oder Gegend (bzw. jeder Zeit und jedem Ort) eigentümliche Grundrente ausüben (18).

SMITH erkennt den entscheidenden Einluß der besonderen politischen Verhältnisse und der Gesetze eines Landes auf dessen wirtschaftliches Leben (19). Er sagt zum Beispiel:
    "Die bürgerliche und kirchliche Verfassung Spaniens und Portugals ist der Art, daß sie allein schon hinreicht, die jetzige Armut dieser Länder zu verewigen, selbst wenn ihre Handelsmaßregeln ebenso weise wären, wie sie größtenteil unsinnig und töricht sind." (20)
Dann wieder führt er aus: Die politische Verfassung der englischen Kolonien ist dem Anbau und der Kultur des Landes günstiger gewesen als die Verfassung der Kolonien der anderen Staaten (21). Eine andere Stelle lautet: Diejenige Verringerung des Silberwertes, die als Wirkung der besonderen Lage oder politischen Verfassung in einem bestimmten Land eintritt, ist eine Sache von größter Wichtigkeit." (22)

Er beobachtet den Einfluß der verschiedenen Religionen, Sekten und ihrer Verfassung auf den Luxus, bzw. die Strenge der Lebensführung der verschiedenen Gesellschaftsklassen, auf die Ruhe der bürgerlichen Gesellschaft, die Sicherheit des Souveräns und die Unterwürfigkeit der Bürger gegen die öffentlichen Gewalten; auf die Parteiungen im Lande, auf den Reichtum von Fürst und Volk usw. und umgekehrt den Einfluß der Fortschritte der Gewerbe und des Handels auf die kirchlichen Zustände (23).

SMITH stellt die wirtschaftliche Lage der Völker (24), die Arbeitsteilung (25), Produktion (26), Preisbildung (27), den Arbeitslohn (28), Kapitalzins, die Rente (29) usw. als örtlich bedingt dar, indem er einerseits feststellt, daß die betreffenden wirtschaftlichen Erscheinungen immer an bestimmte örtliche Verhältnisse gebunden und von diesen abhängig sind, andererseits den Einfluß des Klimas, der Lage, der Bodenbeschaffenheit, die örtlichen Verhältnisse der Stadt und des Landes, die Bedeutung der vertikalen und horizontalen Gliederung, der Meeresküste, insbesondere z. B. jener des Mittelmeeres, die spezifischen Umstände neuer Kolonien zum Gegenstand seiner Betrachtung macht.

Ich möchte nur noch einige Punkte erwähnen, in Bezug auf welche man ganz besonders das Außerachtlassen "besonderer Verhältnisse" durch die Klassiker als erwiesen annimmt. Die historischen Volkswirte werfen nämlich SMITH und seinen Schülern vor (30), daß sie die  spezifischen Umstände bei der Preisbildung,  insbesondere die  Lage der Kontrahenten beim Lohnvertrag  und die  Hindernisse  übersehen,  welche sich dem Übergang von Arbeitern und Kapitalien zu den mehr Einkommen gewährenden Produktionszweigen entgegenstellen. 

Daß SMITH bei der Analyse der Preisbildung die besonderen Umstände berücksichtigt, haben wir schon gesehen. Bei der Preisbildung, meint er, findet überhaupt nur ein roher Ausgleich statt, welcher sich nach dem Dingen und Feilschen auf dem Markt richtet (31). Was den Lohnvertrag betrifft, so ist nicht schwer vorauszusehen, welche von den beiden Parteien für gewöhnlich die Oberhand in diesem Streit behalten und die andere zur Einwilligung in die ihr vorgeschriebenen Bedingungen nötigen wird. Die Meister könnten sich, da ihre Anzahl geringer ist, auch leichter vereinigen und überdies würden ihre Verbindungen von den Gesetzen begünstigt; diese Verbindungen der Arbeitsleute sind jedoch streng untersagt. Auch vermögen in diesem Streit der Meister mit den Arbeitern jene weit länger auszuhalten als diese ... (32) Noch mehr im Vorteil bei der Abschließung des Lohnvertrages sind die Herren oft in teureren Jahren, wo sie die Arbeiter demütiger und von ihnen mehr abhängig finden, als in wohlfeilen. (33) Der größte Teil der Arbeiter ist gezwungen, sich um des täglichen Unterhaltes willen zu unterwerfen (34). Der Sieg der Meister im Streit über den Tageslohn ist der gewöhnliche Zustand der Dinge, von dem man niemals viel reden hört. (35) Die Renten und der Kapitalgewinn zehren den Arbeitslohn auf, die beiden höheren Stände des Volks unterdrücken den niederen. (36) Betrachtet also SMITH Arbeitgeber und Arbeitnehmer als gleiche Kontrahenten?

Ebensoweit ist er davon entfernt, die Schwierigkeiten zu übersehen, welche sich dem Übergang des Kapitals in neue Gewerbezweige entgegenstellen. -
    "Derjenige Teil des Kapitals eines Fabrikanten", sagt SMITH, "der in den Werkhäusern und dem Handwerkszeug steckt, ließe sich schwerlich ohne beträchtliche Verluste einer anderen Verwendung zuführen. Daher fordert eine billige Rücksicht auf sein Interesse, daß Veränderungen dieser Art (von Zöllen) nie plötzlich, sondern langsam, stufenweise und nach einer langen vorgängigen Benachrichtigung eingeführt werden." (37)
BRENTANO sagt, in den Augen der Klassiker ist der Arbeiter,
    "als ob es ihm technisch möglich wäre, jederzeit von einer niedriger zu einer höher entlohnten Beschäftigung überzugehen, heute Landarbeiter, morgen Hutmacher, übermorgen Baumwollspinner, dann Maschinenarbeiter, Tischler, Uhrmacher usw." (38)
Warum hat er nicht auch das eine oder andere Beispiel aus den Werken der Klassiker hinzugefügt, um zu zeigen, daß dies keine leere Behauptung ist? Man halte zu dem Satz BRENTANOs folgende Aussprüche:
    "In  manchen  verschiedenen Gewerben", sagt SMITH, "sind die Operationen einander  so ähnlich,  daß die Arbeiter leicht aus dem einen in das andere übertreten könnten ... Das Weben schlichter Leinenzeuge ist z. B. fast ganz dasselbe, wie das Weben schlichter Seidenzeuge."
Wenn man den Arbeitern den Übergang zu einem dem ihren ähnlichen Gewerbe versperrt, fallen sie dem Kirchspiel zur Last (39).
    "In einem Gewerbe, welches in Verfall gerät, sind viele Arbeiter lieber mit einem geringeren, als dem gewöhnlichen Lohn zufrieden, ehe sie sich entschließen, sich in eine ganz neue Lebensart einzulassen." (40)
Die zwischen den Löhnen verschiedener Gegenden bestehenden Preisunterschiede würden, sagt SMITH, wenn sie eine Ware betreffen, hinlänglich sein, eine so große Versendung derselben, nicht bloß von einem Ende des Königreichs, sondern von einem Ende der Welt zum anderen zu veranlassen, daß die Preise bald an beiden mehr mehr ins Gleichgewicht kommen. Hier aber, bei der Bezahlung der Arbeit vermögen sie; wie es scheint, nicht immer einen Mann aus einem Kirchspiel in das benachbarte bringen. (41)

Die angeführten Zitate, welche ganze Kapitel, längere Ausführungen, kurze Hinweise und eingestreute Bemerkungen umfassen, zeigen uns, daß SMITH die kulturellen, zeitlichen und örtlichen Verhältnisse in durchgreifender Weise in Betracht zieht. Ich glaube mich jetzt in Bezug auf diesen Punkt bei den anderen Vertretern der klassischen Schule kürzer fassen zu dürfen.

SAY sagt, er nehme denjenigen Gesellschaftszustand zur Grundlage seines  Cours,  welcher in den zivilisierten Staaten besteht und sein Werk kann darum den Irokesen und Kalmücken nicht nützen. (42)

Die Frage, ob eine große oder kleine Kultur vorteilhaft ist, wird, sagt SAY, in vielen Fällen "entscheiden die natürliche Beschaffenheit des Geländes und die örtlichen Gegebenheiten." (43) Man könne ein Land nicht regieren, "abstrahierend von seinem Klima, seinem Boden, seinen Gewohnheiten, seinen Gesetzen." (44)

Doch ich will nicht wieder, wie bei SMITH, hunderte Beispiele dafür anführen, daß SAY kulturelle, zeitliche und örtliche Verhältnisse berücksichtigt, sondern mich mit einigen wichtigen Fällen begnügen. Übersieht SAY die Hindernisse, welche sich dem Übergang von Kapital und Arbeit von einem Produktionszweig zum anderen entgegenstellen?
    "Viele Kapitalien", sagt er, "sind so angelegt, daß sie überhaupt nie mehr einem anderen Produktionszweig zugewendet werden können als demjenigen, welchem sie von Anfang an gewidmet waren." (45)
Jedenfalls können Kapital und Arbeit zu vorteilhafteren Verwendungen nur allmählich und unter großen Verlusten übergehen (46).

Kennt SAY die Bedeutung nicht, welche die Lage der Kontrahenten für den Lohnvertrag hat? Er legt die Verhältnisse dar, aus welchen die Überlegenheit des Unternehmers über den Arbeiter hervorgeht (47). Ein besonders wichtiger Umstand, welcher dem Unternehmer minder legitime Vorteile verschafft, besteht darin, daß das Bedürfnis des Arbeitgebers weniger unmittelbar und drängend ist als das des Arbeiters, der nicht mehrere Wochen ohne Arbeit leben kann (48). Durch die Arbeitsteilung und die Maschinen gestaltet sich dieses Verhältnis noch viel ungünstiger für den Arbeiter.

RICARDO sucht vor allem Ursachen und Wirkungen in den fundamentalen Erscheinungen des Wirtschaftslebens zu entwirren, ohne sich - abgesehen von verschiedenen zu jener Zeit aktuellen Fragen, die er in seinen Schriften bearbeitete - viel mit den spezifischen und partikulären Ausgestaltungen der typischen Formen zu befassen. Er berücksichtigt hierbei jedoch stets die kulturellen, zeitlichen und örtlichen Verhältnisse soweit sie für die grundlegenden Probleme in entscheidender Weise in Betracht kommen. Gerade in dieser Behandlung tritt die Bedeutung jener Verhältnisse für die menschliche Wirtschaft sehr klar hervor, und es zeigt sich so gerade bei RICARDO die Haltlosigkeit des von den historischen Volkswirten erhobenen Vorwurfes, daß die Klassiker von diesen Verhältnissen abstrahieren.

RICARDO legt dar, wie die Momente, welche nach seiner Ansicht den Tauschwert der Güter bestimmen, sich im Fortgang der Zivilisation verändern (49) und wie der Tauschwert jedes Gutes zu einer bestimmten Zeit von der Verschiedenheit der bei der Produktion der betreffenden Warenart obwaltenden besonderen Verhältnis abhängt (50). Er weist außerdem nachdrücklich darauf hin, daß es neben den von ihm behandelten allgemeinen auch noch akzidentielle und temporäre Schwankungen der den Tauschwert regulierenden Faktoren gibt und sagt, er erkenne dieselben voll an, wolle sich aber nicht näher mit ihnen beschäftigen. (51) RICARDOs Grundrentengesetz beruth auf der Beobachtung der kulturellen Entwicklung in ihrer Beziehung zur Bodenbearbeitung (52). Er zeigt ferner den Einfluß der geschichtlichen Verhältnisse auf Lohn und Kapitalgewinn und auf die Verschiebung des zwischen den verschiedenen Volksklassen bestehenden Verhältnisses (53). Er analysiert die Bedeutung, welche die gesellschaftlichen Zustände für die Wirkungen der Abgabenlast auf die Bevölkerung haben (54), den Einfluß plötzlich eintretender politischer Umwälzungen auf das Wirtschaftsleben (55) usw.

RICARDO beobachtet auch, wie die allgemeinen Gesetze, welche er festzustellen sucht, innerhalb jedes einzelnen Landes zu einer gesonderten Erscheinung gelangen. So sagt er z. B.: Diejenige Regel, welche den Tauschwert der Güter in einem Land beherrscht, bestimmt nicht auch den Tauschwert zwischen zwei oder mehreren Ländern. (56) RICARDO will zeigen, daß "sich auch teilweise Veränderungen einstellen, welchen das Geld in besonderen Ländern unterworfen ist, und daß in der Tat der Tauschwert des Geldes niemals in zwei Ländern gleich ist, da er von der in jedem eingeführten Besteuerung, von der Geschicklichkeit im Gewerkwesen, von den Vorteilen des Klimas, von den natürlichen Erzeugnissen und vielen anderen Ursachen abhängt." (57)
    "In ein und demselben Land", sagt (58)
Die Verschiedenheit der Bodenverhältnisse bildet die Grundlage von RICARDOs Grundrentengesetz (59) und ist in seiner Darstellung bedeutsam für die Höhe der Löhne und Gewinne (60). Seine Ansichten über den Außenhandel leitet er in erster Linie aus der Rücksicht auf die besonderen lokalen Verhältnisse ab, welche als wünschenswert erscheinen lassen, daß jedes Land dies einen natürlichlichen Produktionsbedingungen am besten entsprechenden Güter erzeugt (61).

RICARDO ist weit davon entfernt, den Arbeit und den Unternehmer als gleiche Kontrahenten zu betrachten. Er konstatiert in seinem Lohngesetz, daß die Arbeiter, wenn sie auch je nach der Konjunktur bald höhere Löhne erzielen, bald auf niedrigere herabgedrückt werden, im allgemeinen als Klasse den Unternehmern in einer Position gegenüberstehen, welche es ihnen unmöglich macht, durchschnittlich mehr als den bloßen Lebensunterhalt zu verdienen (62). Er zeigt die Schwierigkeiten, welche sich dem Übergang von Kapital aus einem Land in das andere (63) und von einem Produktionszweig zu einem anderen entgegenstellen und die Folgen dieser Verhältnisse (64). Diese Schwierigkeiten sind bei den verschiedenen Gütern sehr verschieden.

In seinem "Essay on the principle of population" (65) betrachtet MALTHUS in eingehender Weise Lage, Klima, Bodenbeschaffenheit, Flora und Fauna, kulturelle und soziale Verhältnisse bei jedem einzelnen Volk der Erde, von welchem wir genügende Nachrichten besitzen und erklärt aus dem Zusammenwirken aller dieser besonderen örtlichen und zeitlichen Umstände das langsamere oder raschere Anwachsen der verschiedenen Völker und der verschiedenen Volksschichten innerhalb derselben. [...]

Wir haben also gesehen, daß SMITH, SAY, RICARDO, MALTHUS die Verschiedenheit der kulturellen, zeitlichen und örtlichen Verhältnisse in hundertfältiger prinzipieller Weise berücksichtigen und daß die Behauptung, die Klassiker kennen keine solchen Unterschiede, vollständig haltlos ist.

Oft sind die Gegner in solchen Fällen geneigt zu bestreiten, daß ihre Kritik "so" gemeint war, und schränken sie ein, um sie vielleicht doch haltbarer zu machen. Die Vertreter des Historismus könnten sagen, sie hätten nicht behaupten wollen, daß die Klassiker die besonderen Verhältnisse immer oder auch nur in der Regel vernachlässigen, sondern bloß, daß sie dies in vielen entscheidenden Fällen tun. Eine solche Erklärung würde einen Augenblick lang glaubhaft klingen, weil der Vorwurf der Abstraktion von allen besonderen Verhältnissen gar zu banal erscheint. Und doch haben BRENTANO und die andern diesen Vorwurf tatsächlich hundert Mal ausgesprochen und niedergeschrieben. Was so oft gedruckt steht, läßt sich nicht ableugnen. Dieses Urteil der historischen Schule über die klassische Nationalökonomie ist in das allgemeine Bewußtsein der Zeit übergegangen und hat einen starken Einfluß selbst auf jene geübt, welche sonst die historische Richtung bekämpfen.

Doch nehmen wir für einen Augenblick an, die historischen Volkswirte hätten in der Tat das Bewußtsein, daß die Klassiker die besonderen Verhältnisse in durchgreifender Weise beachten, und hätten durch ihre Kritik nur zu sagen beabsichtigt, daß dies doch in vielen wichtigen Fällen nicht geschieht. Dann müßten wir von den historischen Volkswirten den Beweis dafür erwarten, daß SMITH und seine Schüler vielfältig in entscheidenden Hinsichten die besonderen Verhältnisse vernachlässigen und aus diesem Grund irren. Wir finden aber bei den Vertretern des Historismus nicht nur keinerlei Beweis hierfür, sondern die wenigen Fälle, in welchen sie sich zur Anführung einzelner Beweispunkte entschließen - es sind dies die Behauptungen, daß SMITH und seine Schüler die spezifischen Umstände bei der Preisbildung, insbesondere die Lage der Kontrahenten beim Lohnvertrag und die Hindernisse übersehen, welche sich dem Übergang von Kapitalien und Arbeitern zu den ein größeres Einkommen liefernden Produktionszweigen entgegenstellen - diese wenigen Fälle zeugen gerade gegen die Historiker, weil die Klassiker, wie wir gesehen haben, die besonderen Umstände in diesen Fällen genau beachten.

Es bleiben so nur ganz wenige vereinzelte Stellen, welche die historischen Volkswirte aus den Werken der klassischen Nationalökonomie als Belege für die Vernachlässigung der besonderen Umstände anführen. Was diese Stellen etwa beweisen könnten, wäre, daß die Klassiker in einzelnen Punkten zeitliche und örtliche Verschiedenheiten nicht genügend berücksichtigen. Das sind jene geringfügigen Korrekturen, welche jede neuere Schule an der älteren vornehmen kann. Da aber solche vereinzelte Zitate keinen Beweis dafür liefern können, daß die Klassiker die besonderen Verhältnisse  vielfach und in entscheidender Weise  vernachlässigt hätten, so haben sie mit der Frage der Methode überhaupt nichts zu tun und sind ohne jeden Belang für die Tatsache, daß der von den historischen Volkswirten gegen die Klassiker erhobene Vorwurf der Abstraktion von den kulturellen, zeitlichen und örtlichen Verhältnissen haltlos ist.

Man muß übrigens selbst diese Detailkorrekturen der historischen Volkswirte mit großer Vorsicht aufnehmen. KNIES zitiert als Beispiel für die Vernachlässigung der besonderen Verhältnisse folgende Stelle bei SMITH:
    "Grund und Boden ist ein Gegenstand, der nicht weggebracht werden kann, während Kapitalien sich leicht wegbringen lassen. Der Eigentümer von Ländereien ist notwendig ein Bürger desjenigen Landes, in welchem sein Gut liegt. Der Eigentümer eines Kapitals ist genau genommen ein Weltbürger und keineswegs an dieses oder jenes Land gebunden." (66)
Diese Stelle weist bloß darauf hin, daß das wirtschaftliche Band, welches die einzelnen Individuen an ihre Heimat fesselt, ein verschieden festes ist, je nachdem sie Grundbesitzer oder Kapitalisten sind. Jeder Finanzminister wird diese richtige Beobachtung in vollem Umfang bestätigen, und in der Tat führt SMITH jene Tatsache nur als einen der Umstände an, welche "bewirken, daß der Geldzins sich weit weniger zu einer direkten Besteuerung eignet, als die Grundrente!" (67) SMITHs Ansicht tritt übrigens klar in den folgenden Worten hervor:
    "Die Heimat ist der Mittelpunkt, wenn ich so sagen darf, um welchen die Kapitalien der Landesbewohner fortwährend umlaufen und nach welchem sie beständig streben, obgleich sie manchmal durch besondere Ursachen auch abgestoßen und nach entfernteren Beschäftigungen hingetrieben werden können." (68)
Der von den historischen Volkswirten gegen die klassische Nationalökonomie erhobene Vorwurf, daß sie die kulturellen, zeitlichen und örtlichen Verhältnisse außer Acht läßt, ist demnach durchaus unbegründet. Tatsache bleibt, daß die historische Schule sich in ungleich höherem Maße als die klassische mit den besonderen Verhältnissen im Gegensatz zu den allgemeinen beschäftigt. Diese Verschiedenheit zwischen den beiden Richtungen bedeutet aber, wie wir gesehen haben,  nicht  das, was die historischen Volkswirte hineinlegen möchten, daß nämlich die klassische Nationalökonomie einen schweren Fehler begangen und der Historismus die Wissenschaft durch Beseitigung desselben gefördert hat. Die wahre Bedeutung des in dieser Richtung bestehenden Gegensatzes ergibt sich aus der Betrachtung des wissenschaftlichen Charakters der historischen Schule. Ihre Vertreter beschäftigen sich fast ausschließlich mit der Sammlung von Material, der Häufung äußerer Beobachtungen, statistischer und geschichtlicher Deskription im Zusammenhang mit beschränkten Abstraktionen aus den uns durch die Wirtschaftsgeschichte vermittelten Tatsachen (mit Parallelismen der Wirtschaftsgeschichte). Die höchsten theoretischen Aufgaben, die Erforschung der elementaren Erscheinungen und der grundlegenden Prinzipien werden von ihnen vernachlässigt. Sie sind sich dieses Mangels an theoretischem Geist nicht als einer Schwäche bewußt, sondern betrachten denselben vielmehr als Richtlinie für die weitere Entwicklung der Wissenschaft. Indem die historischen Volkswirte die Lehren der Klassiker von diesem Standpunkt aus beurteilen, bezeichnen sie das zur Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse geeignete, einem gesunden theoretischen Sinn entsprungene richtigen Verhältnis, welche in den Werken der Klassiker zwischen der Beobachtung des Allgemeinen und des Besonderen, der Gesetze und der Ausnahmen herrscht, als Vernachlässigung der besonderen Umstände und erheben gegen SMITH und seine Schüler den, wie wir gesehen haben, ganz ungerechtfertigten Vorwurf, daß sie die Besonderheiten des Berufes, der Klasse, der Nationalität, des Zeitalters und der Kulturstufe übersehen und sich in leere Abstraktionen verlieren.


2. Abstraktion von allen
Unterschieden der Menschen

BRENTANO wirft der klassischen Nationalökonomie zweitens vor, daß sie einen von allen Besonderheiten des Berufes und der Klasse freien Menschen geschaffen hat, überhaupt keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Individuen kennt, sondern alle Menschen als einander gleich ansieht (69).

Blicken wir in die Werke der Klassiker, um uns zu überzeugen, ob das Urteil über dieselben in diesem Punkt größere Berechtigung hat, als in dem zuerst geprüften.

SMITH führt als Momente, auf welchen die Überlegenheit eines Menschen über den andern beruth, an:
    1) Die Verschiedenheit der natürlichen Anlagen, Kraft, Schönheit (70)
    2) die Verschiedenheit des Alters,
    3) die Verschiedenheit des Vermögens,
    4) die Verschiedenheit der Geburt (71).
Wir haben schon gesehen, wie SMITH die auf diese Momente aufgebaute Klassenschichtung im Fortgang der geschichtlichen Entwicklung schildert. Die zwischen den Menschen bestehenden Klassenverschiedenheiten nachdrücklich hervorhebend, charakterisiert er die Geistlichen (72), die Großgrundbesitzer (73), die Meier und Pächter (74) die Kaufleute und Fabrikanten (75) und die Arbeiter. (76)

Überall dort, wo ihm dies für den Zusammenhang der wirtschaftlichen Erscheinungen als wesentlich erscheint, hebt er die Eigenart des landwirtschaftlichen Arbeiters im Gegensatz zu jener des gewerblichen und kommerziellen Arbeiters hervor. Er weist auf den zünftigen Betrieb der Gewerbe und auf den zünftigen Geist hin, welcher selbst in den nicht zunftmäßig organisierten städtischen Unternehmungen im Gegensatz zu der nicht zünftlerischen Organisation der Landwirtschaft zu beobachten ist und untersucht die Ursachen dieser Erscheinung (77). Er beachtet die geringere Arbeitsteilung in den landwirtschaftlichen, die fortgeschrittenere in den gwerblichen Betrieben und erklärt dies aus der verschiedenen Natur derselben (78). SMITH weist auf die relative Lässigkeit der Arbeiter auf dem Land im Gegensatz zur Arbeitsenergie der städtischen Arbeiter und auf die Ursachen dieser Erscheinung hin. (79) Er betont und erklärt die universelle Intelligenz des landwirtschaftlichen Arbeiters im Gegensatz zur einseitigen (wenngleich in gewisser Hinsicht intensiveren) des städtischen Arbeiters (80). Er hebt den Unterschied zwischen den "verschiedenen Arten der Arbeit", zwischen "ausgebildeter Arbeit" und "allgemeiner Arbeit", die individuellen Unterschiede zwischen den Arbeitern und insbesondere die Verschiedenheit des freien Arbeiters vom Sklaven hervor. (81)

Wie SMITH die Verschiedenheit zwischen den Menschen verschiedener Kulturperioden und verschiedener Völker beobachtet, hat uns schon die Prüfung des ersten Punktes der historischen Kritik gezeigt.

Nach SAY haben die großen Unterschiede im Erfolg, welchen die in demselben Erwerbszweig tätigen Menschen aufzuweisen haben, ihre Ursache zum großen Teil in der Ungleichheit der natürlichen Anlagen (82). SAY zeigt, welche verschiedenen Eigenschaften für die Berufe des Gelehrten, des Unternehmers und des Arbeiters erforderlich sind und wie sich dieselben mit den besonderen Verhältnissen der verschiedenen Berufe komplizieren. (83) Bei zu weit fortgeschrittener Arbeitsteilung degenerieren die natürlichen Anlagen und zwar sowohl beim Arbeiter wie bei den höheren Berufen und es entsteht eine die Menschennatur entwürdigende Einseitigkeit. (84) Wie die einzelnen durch ihre besonderen Anlagen, so unterscheiden sich die Völker voneinander durch die allgemeinen psychologischen und moralischen Qualitäten der Volksgenossen.
    "In jedem Land", sagt SAY, "finden sich nationale Charaktere, welche der Entwicklung der Gewerbetätigkeit zuweilen günstig, zuweilen schädlich sind." (85)
Je nach den Anlagen der Bevölkerung wird ein Land gewisse Industriezweige betreiben oder nicht. (86) Es gibt apathische Völker, für welche die Befriedigung und der Erfolg der Arbeit das Vergnügen am Nichtstun nicht aufzuwiegen vermögen. (87)
    "Ein deutscher oder englischer Arbeiter", sagt SAY, "ist ganz bei seiner Arbeit; nichts kann ihn zerstreuen; er will das Objekt, an dem er arbeitet, nicht unvollendet aus der Hand geben. In Frankreich ist er nur allzuoft nachlässig und wenig auf die Vollendung erpicht ... Ein spanischer Arbeiter zieht es vor, sich schlecht zu kleiden und schlecht zu essen, ehe er die geringste Arbeit auf sich nimmt." (88)
Die Einteilung der ökonomischen Subjekte in die Grundbesitzer, Kapitalisten und Arbeiter bildet die fundamentale Unterscheidung RICARDOs, auf welcher alle seine Betrachtungen beruhen. Er läßt die Verschiedenheit der wirtschaftlichen Persönlichkeit des  landlord, capitalist, labourer  in der ganzen Einkommens- (89) und in der Steuerlehre (90) scharf hervortreten, und auch sonst in Bezug auf die Folgen eines plötzlichen Wechsels der Verkehrsverhältnisse (91), die Folgen der Einführung der Maschinen (92), die Wirkungen des steigenden Geldwertes (93) usw. Die Verschiedenheit der Arbeiter (94), der Grundbesitzer, die einmal "anständig eingestellte Eigentümer", ein andermal "Spielernaturen" sein können (95) und der Produzenten überhaupt, beachtet RICARDO nicht nur im einzelnen, sondern bringt sie in seiner Preislehre in die Form eines Gesetzes, welches dahin lautet, daß sich der Preis einer Sache durchschnittlich danach richtet, wieviel Arbeit sie den mit den geringsten "besonderen Fähigkeiten der Produktion" ausgestatteten Produzenten kostet. (96)

MALTHUS führt uns die wichtigsten Volkstypen der ganzen Erde in ihrer Verschiedenheit vor. Wie soll ich einzelne Beispiele aus dieser unerschöpflichen Fülle herausgreifen? Ich muß mich ganz im allgemeinen begnügen, z. B. auf das 3. bis 14. Kapitel des ersten und das 1. bis 10. Kapitel des zweiten Buches seines Essay hinzuweisen.

Die historischen Volkswirte aber führen nicht einmal dafür einen Beweis, daß die Klassiker die Unterschiede zwischen den Menschen  in nicht genügender Weise  in Betracht ziehen. Sie zitieren hierfür nur folgende Stelle bei SMITH:
    "Die Verschiedenheit der natürlichen Talente bei den verschiedenen Menschen ist in Wahrheit viel geringer als es uns erscheint; und die so großen Unterschiede der Begabung, welche zwischen den verschiedenen Berufen angehörenden Menschen vorhanden zu sein scheinen, sind in vielen Fälen nicht so sehr die Ursachen als die Folgen der Arbeitsteilung. Der Unterschied zwischen den verschiedensten Individualitäten, z. B. zwischen einem Philosophen und einem gewöhnlichen Lastträger entspringt, wie es scheint, nicht so sehr aus ihrem natürlichen Wesen, als aus den Verhältnissen, der Gewöhnung und Erziehung." (97)
KNIES folgert hieraus, SMITH denkt: "Die Menschen sind von Natur gleich organisiert;" (98) BRENTANO sogar: SMITH lehrt, daß alle Menschen gleich sind." (99) Wenn SMITH sagt, die natürliche Verschiedenheit zwischen den Menschen ist geringer als sie uns erscheint, so behauptet er schon damit, daß es eine solche Verschiedenheit gibt, und es ist ganz unbegreiflich, wie KNIES aus dieser Stelle folgern kann, SMITH betrachtet alle Menschen als von Natur aus gleich organisiert. Wir haben übrigens schon früher gesehen, wie SMITH die Verschiedenheit der natürlichen Anlagen betont. Während bei den Tieren die besonderen Vermögen des einen dem anderen nichts nutzen, sagt SMITH, sind unter den Menschen die unähnlichsten Anlagen einander von Nutzen (100). SMITH weist in der oben zitierten Stelle nur auf die unbestreitbare Tatsache hin, daß die Verschiedenheiten zwischen den Menschen  zum großen Teil  von der Gewohnheit, den Verhältnissen und der Erziehung herstammen. (101) Dieses Hauptzitat der historischen Volkswirte spricht gerade dagegen, wofür sie es anführen, dagegen nämlich, daß SMITH alle Menschen als gleich betrachtet und nur den "abstrakten Menschen im luftleeren Raum vor Augen hat." (102)

Auch dieser zweite gegen die klassische Nationalökonomie gerichtete Vorwurf ist ganz grundlos.

Zum Schluß nur noch eine Bemerkung über die Art und Weise, in welcher BRENTANO sich die Berücksichtigung besonderer Verhältnisse in der Volkswirtschaftslehre denkt. Er vergleicht die klassische Nationalökonomie mit der klassischen Bildhauerei. Für die letztere, sagt er, gilt es allgemein als charakteristisch, daß sie bei ihren Darstellungen die individuellen Besonderheiten zugunsten des allgemein Menschlichen übersieht. Aus der Wirklichkeit seien wenige Züge herausgenommen, andere Züge dagegen fortgelassen. So sei ein abstrakter Mensch geschaffen, ein Ideal, dem keine Wirklichkeit, oder diese nur in wenigen Exemplaren entspricht. Daher fehlten bei den der klasssischen Richtung zugehörigen Bildwerken jene Falten und Runzeln, in welchen soviel von dem individuellen Geist des Einzelnen zum Ausdruck gelangt, daß wir sie im Leben ohne dieselben gar nicht erkennen würden. Bei manchen Büsten und Statuen lasse sich überhaupt nur aus gewisen konventionellen Beigaben erraten, was damit gemeint ist. Und hat nicht die moderne, vervielfältigende Industrie vielfach durch Ersetzung dieser Zutaten durch andere mittels derselben Figuren die beliebigsten Gedanken plastisch darzustellen gesucht. Anstelle des wirklichen Menschen sei ein abstrakter Mensch getreten und gebe man der Figur mit der Schaufel statt diser einen Geldbeutel in die Hand, so sei diese Abstraktion plötzlich ein Kaufmann, wie sie vordem ein Bauer gewesen ist. (103)

Ich gedenke nicht, mich auf eine Besprechung dieser ästhetischen Ansichten BRENTANOs einzulassen, aber ich kann die Frage nicht unterdrücken: Sollte BRENTANO denn gar keine Ahnung davon haben, daß die großen Künstler aller Zeiten ihr Genie nicht minder durch das Weglassen der für ihre Aufgabe unwesentlichen, als durch das Beibehalten der wesentlichen Züge der Wirklichkeit bewiesen haben? Die großen Meister der Bildhauerei von PHIDIAS, SKOPAS und PRAXITELES bis auf CANOVA, THORWALDSEN, SCHWANTHALER und RAUCH haben sich nach BRENTANOs Ansicht auf einem Irrweg befunden, weil sie nicht "die volle empirische Wirklichkeit", sondern (mit Außerachtlassung des mit Rücksich auf den darzustellenden Gegenstand Unwesentlichen) das allgemein Menschliche zum künstlerischen Ausdruck berachten! Nach der neuen Ästhetik "der Falten und Runzeln" sind wohl die Erzeugnisse gewisser das Nebensächliche in seiner vollen empirischen Wirklichkeit darstellender Bildhauer-Schulen oder gar sorgfältig gearbeitete, jede Falte, Runzel und Warze genau wiedergebende Wachfiguren das höchste Kunstideal. Das Urteil BRENTANOs über die klassische Bildhauerkunst ist in der Tat noch gelungener als das, welches er über die klassische Nationalökonomie fällt.
LITERATUR Richard Schueller, Die klassische Nationalökonomie und ihre Gegner, Berlin 1895
    Anmerkungen
    1) ROSCHER nahm in einem Aufsatz über RICARDO (Literarisches Zentralblatt 1878, Nr. 1, Seite 19), wie HELD mißfällig bemerkte, "Ricardo und  seine Methode  stark in Schutz gegenüber den historisch-statistischen und praktisch-politischen Neueren." "Ricardo", sagte ROSCHER in diesem Aufsatz, "ist ein volkswirtschaftlicher Klassiker in so eminentem Sinn, daß er niemals veralten kann." Die Anwendung von RICARDOs Methode würde, meint ROSCHER, für die deutsche Nationalökonomie sehr vorteilhaft sein, "da (Hand aufs Herz!) gerade die heutzutage vorherrschenden Richtungen, die historisch-statistische und die praktisch-politische nur allzusehr zu einer gewissen Verschwommenheit der theoretischen Analyse neigen."
    2) siehe CARL MENGER, "Neue freie Presse", 6. und 8. Januar 1891. - BÖHM-BAWERK, "Göttingische gelehrte Anzeigen", 1. Juni 1889, Nr. 12 - A. WAGNER, Jahrbuch für Nationalökonomie und Statistik, 1886, Bd. XII, Seite 203, 242, 245f, Grundlegung I, z. B. Seite 7 und öfter.
    3) LUJO BRENTANO, Die klassische Nationalökonomie, Leipzig 1888, Seite 3f.
    4) Hinsichtlich des Umstandes, daß dieser Vorwurf nicht etwa von BRENTANO allein, sondern von den historischen Volkswirten ganz allgemein, wenn auch mit verschiedener Betonung erhoben wird, könnte ich mich vorläufig ganz wohl auf die, ich möchte sagen, "öffentliche Meinung" der wissenschaftlich Gebildeten verlassen. Doch will ich immerhin sowohl bei diesem Punkt wie bei den nachfolgenden die Stimme BRENTANOs durch die einiger anderer hervorragender Vertreter des Historismus verstärken. ROSCHER faßt den Vorwurf der Nichtbeachtung der besonderen Verhältnisse in eine gemäßigte Form. (Zur Gründungsgeschichte des Zollvereins I, Berlin 1870, Seite 38fI) HILDEBRAND sagt: "Smith und seine Schule gehen von der Ansicht aus, daß alle Gesetze der Volkswirtschaft, weil sie in einem Verhältnis des Menschen zu den Sachgütern begründet sind, über Zeit und Raum erhaben, bei allem Wechsel fest bleiben, und vergessen dabei gänzlich, daß der Mensch, als soziales Wesen ein Kind der Zivilisation und ein Produkt der Geschichte ist, und daß seine Bedürfnisse, seine Bildung, seine Beziehungen zu den Sachgütern wie zu den Menschen niemals dieselben bleiben, sondern sowohl geographisch verschieden sind, als auch historisch sich immer verändern und mit der gesamten Kultur der Menschheit fortschreiten." (Die Nationalökonomie der Gegenwart und Zukunft, 1848, Seite 28f) SCHMOLLER behauptet, die klassische Nationalökonomie habe geglaubt, daß sich die Menschen "in immer gleichen typischen wirtschaftlichen Formen und Gesellschaftseinrichtungen bewegen". Die historische Schule erst habe "die Vorstellung einer historischen Entwicklung der Völker und der Menschheit, sowie der volkswirtschaftlichen Institutionen" geschaffen. (Handwörterbuch der Staatswissenschaften, Jena 1894, Artikel "Volkswirtschaft", Seite 546.
    5) ADAM SMITH, Wealth of nations, ed. MacCULLOCH 1863, Bd. 1, Kap. I, Seite 1, Bd. 3, Kap. II und III und öfter, Bd. 5, Kap. I, Seite 1 und 2 und öfter, Bd. 4, Kap. IX, Seite 307, Bd. 5, Kap. I, Seite 351 und 356.
    6) Bd. 1, Kap. I und öfter.
    7) Bd. 1, Kap. VI, Bd. 1, Kap XI, Seite 68, 80, 84, 100
    8) Bd. 1, Kap. IV und V, Bd. 2, Kap. II und öfter
    9) Bd. 3, Kap IV, Seite 182, Bd. 1, Kap. I, Seite 6, Bd. 1, Kap. XI, Seite 75
    10) Bd. 1, Kap. X, Bd. 5, Kap. I, Seite 350
    11) Bd. 4 "Of systems of political economy"
    12) Bd. 4, Kap. VII
    13) Bd. 5, Kap. II und öfter und Seite 385
    14) Bd. 5, Kap. I
    15) Bd. 5, Kap. I, Seite 353
    16) Bd. 5, Kap. I, Teil 2
    17) Bd. 5, Kap. I, Seite 341
    18) Bd. 1, Kap. VII, Seite 25
    19) zum Beispiel Bd. 1, Kap. VIII, Seite 29
    20) Bd. 4, Kap. V, Seite 242t
    21) Bd. 4, Kap. VII, Seite 256
    22) Bd. 4, Kap. V, Seite 226
    23) Bd. 5, Kap. I, Seite 353-366
    24) Bd. 1, Kap. III, Seite 9f.
    25) Bd. 1, Kap. III und öfter
    26) Bd. 1, Kap. I, Seite 4, Kap. VII, Seite 27
    27) Bd. 1, Kap. V, Seite 17, Kap. VII, Seite 27
    28) Bd. 1, Kap. VIII und X.
    29) Bd. 1, Kap. IX und X.
    30) Bd. 1, Kap. XI
    31) Bd. 1, Kap. IV, Seit 14
    32) Bd. 1, Kap. VIII, Seite 30
    33) Bd. 1, Kap. VIII, Seite 38
    34) Bd. 1, Kap. VIII, Seite 31
    35) Bd. 1, Kap. VIII, Seite 30
    36) Bd. 4, Kap. VII, Seite 253
    37) Bd. 4, Kap. II, Seite 207 und 208.
    38) BRENTANO, a. a. O., Seite 8
    39) Bd. 1, Kap X, Seite 62
    40) Bd. 1, Kap. X, Seite 52
    41) Bd. 1, Kap. VIII, Seite 34
    42) J. B. SAY, Cours Complet. III, ed. GUILLAUMIN. Paris 1852, Bd. 1, Seite 57 und 58
    43) SAY, Bd. 1, Seite 240
    44) SAY, Bd. 1, Seite 26, Anmerkung
    45) Traité d'économie politique, Paris 1826, Bd. 2, Seite 247
    46) SAY, Bd. 1, Seite 272, Seite 168; Bd. 2, Seite 332
    47) SAY, Bd. 1, Seite 272, 168; Bd. II, Seite 332
    48) SAY, Bd. 2, Kap. VII, § 3 und 4, Seite 269f
    49) The works of David Ricardo, McCulloch, London 1846, Principles, Kap. I, Seite 27
    50) RICARDO, Works, Kap. II, Seite 37f
    51) RICARDO, Works, Kap. VI, Seite 47 und 49
    52) RICARDO, Works, Kap. II und öfter
    53) RICARDO, Works, Preface Seite 5, Kap V und VI und öfter.
    54) RICARDO, Works, Kap. IX, Seite 104; Kap. XIV, Seite 120; Kap. XVIII, Seite 157.
    55) RICARDO, Works, Kap. XIX "On sudden changes in the channels of trade"
    56) RICARDO, Works, Kap. VII, Seite 75
    57) RICARDO, Works, Kap. VII, Seite 81
    58) RICARDO, Works, Kap. VII, Seite 76
    59) RICARDO, Works, Kap. II, XXIV, XXXII und öfter.
    60) RICARDO, Works, Kap. V, Seite 52f
    61) RICARDO, Works, Kap. VII und öfter
    62) RICARDO, Works, Kap. V und öfter; Kap. IX, Seite 93
    63) RICARDO, Works, Kap. VII, Seite 76f
    64) RICARDO, Works, Kap. IX, Seite 97; Kap. XIII, Seite 113 und 116; Kap. XIV, Seite 119; Kap. XIX, Seite 160f.
    65) MALTHUS, ed. London 1826, Seite 6
    66) SMITH, Wealth of Nations, a. a. O., Bd. 5, Kap. II, Seite 383. - KNIES, Die politische Ökonomie vom geschichtlichen Standpunkt, 1882, Seite 275 und 272.
    67) SMITH, Bd. 5, Kap. II, Seite 382f.
    68) SMITH, Bd. 5, Kap. II, Seite 199.
    69) BRENTANO, a. a. O., Seite 3f. An anderer Stelle sagt BRENTANO: Smith "lehrt, daß alle Menschen gleich sein". (Das Arbeitsverhältnis gemäß dem heutigen Recht 1877, Seite 62. - KNIES behauptet, Smith denke "die Menschen sind von Natur gleich organisiert". (Die politische Ökonomie vom geschichtlichen Standpunkt, 1882, Seite 270) SCHMOLLER: "Die nationalökonomischen Theoretiker jener Tage gehen - vor allem ADAM SMITH selbst - von dem Gedanken aus, daß alle Menschen gleich sind." (Zur Sozial- und Gewerbepolitik, Seite 143. - Ebenso Handwörterbuch der Staatswisenschaft, Artikel "Volkswirtschaft", Seite 546)
    70) SMITH, a. a. O., Bd. 5, Kap. I, Seite 320.
    71) SMITH, Bd. 5, Kap. I, Seite 320
    72) SMITH, Bd. 5, Kap. I, Seite 353
    73) SMITH, Bd. 1, Kap. XI, Seite 115f; Bd. 3, Kap. II, Seite 171.
    74) SMITH, Bd. 3, Kap. II, Seite 173 und öfter
    75) SMITH, Bd. 1, Kap. XI, Seite 116; Bd. 2, Kap. IV, Seite 181.
    76) Mit den Folgerungen, welche SMITH aus den Klassenverschiedenheiten der Unternehmer und Arbeiter für die Gestaltung der Lohnverträge zieht, haben wir uns ganz am Anfang beschäftigt.
    77) SMITH, Bd. 1, Kap. X, Seite 57f
    78) SMITH, Bd. 1, Kap. I, Seite 3f
    79) SMITH, Bd. 1, Kap. X. Seite 58
    80) SMITH, Bd. 1, Kap. X. Seite 58
    81) SMITH, Bd. 1, Kap. V. Seite 14; Kap. VIII, Seite 37; Kap. X, Seite 46; Kap XI, Seite 74
    82) SAY, Traité, Bd. 2, Seite 265
    83) SAY, Traité, Bd. 2, Seite 266f
    84) SAY, Traité, Bd. 1, Seite 92f
    85) SAY, Cours, a. a. O., Bd. 1, Seite 99
    86) SAY, Traité, Bd. 2, Seite 247; Bd. 1, Seite 369
    87) SAY, Traité, Bd. 2, Seite 160
    88) SAY, Cours, Bd. 1, Seite 99
    89) RICARDO, a. a. O. Kap. II, V, VI und öfter
    90) RICARDO, a. a. O., Kap. VIIIf
    91) RICARDO, Kap. XIX, Seite 159f und Works, a. a. O. Seite 487
    92) RICARDO, a. a. O. Kap. XXXI, Seite 235 und 236.
    93) RICARDO, Works, a. a. O., Seite 488 und 489
    94) RICARDO, a. a. O., Kap. I, Seite 15
    95) RICARDO, a. a. O., Kap. XIV, Seite 121
    96) RICARDO, a. a. O., Kap. I, Seite 37f
    97) SMITH, Bd. 1, Kap. II, Seite 7
    98) ROSCHER, Die politische Ökonomie vom geschichtlichen Standpunkt, Seite 270
    99) Das Arbeitsverhältnis gemäß dem heutigen Recht, Leipzig 1877, Seite 62.
    100) SMITH, Bd. 1, Kap. II, Seite 8
    101) SMITH, Bd. 1, Kap. II, Seite 7
    102) BRENTANO, a. a. O., Seite 32
    103) BRENTANO, a. a. O., Seite 2f