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LEO HIRSCHLAFF
Kritische Bemerkungen
über die Lehre vom Hypnotismus

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"Unter einer tiefen Hypnose verstehen wir einen Zustand, der durch wesentliche Abweichungen vom normalen Geisteszustand gekennzeichnet ist, als das sind: gänzliche Aufhebung der Urteils- und Kritikfähigkeit, nachfolgende Amnesie und Realisation von posthypnotischen Suggestionen."

"Die Heilsuggestionen, die sich in der Hypnose wirksam erweisen, sind von gänzlich anderem Charakter als diese experimentellen Suggestionen und bedürfen zu ihrer Realisation keiner erheblichen Abweichung vom normalen Geisteszustand. Daher ist es besser, wenn die Urteilsfähigkeit der Patienten in der Hypnose ungestört bleibt, sodaß zur Verwirklichung der therapeutischen Suggestiv-Vorstellungen die eigene Energie der Kranken mit herangezogen wird."

Seit dem Erscheinen der klassischen Lehrbücher des Hypnotismus von MOLL (1), FOREL (2), BERNHEIM (3) u. a., zu denen sich in neuerer Zeit die zusammenfassenden Werke von van RENTERGHEM (4) van EEDEN, LLOYD-TUCKEY (5) und LOEWENFELD (6) gesellt haben, hat die Wissenschaft des Hypnotismus in Theorie und Praxis mannigfache Bereicherungen erfahren, die noch nicht einer zusammenhängenden Darstellung unterworfen worden sind. Während sich früher nur wenige hervorragende Vertreter der Wissenschaften mit dem Problem der hypnotischen Phänomene in wohlwollender Weise beschäftigten, ist die Kenntnis dieser Dinge gerade in den letzten Jahren so weit fortgeschritten, daß die Lehre vom Hypnotismus sowohl in der Praxis der medizinischen Therapie, wie in den theoretischen Wissenschaften immer mehr Boden gewinnt. Wie jedes Mals, wenn ein neues Gebiet erschlossen wird und sich allmählich zu einer Wissenschaft konsolidiert, so tritt auch hier die Notwendigkeit ein, auf der im Grunde genommen jeder wissenschaftliche Fortschritt beruht: Kritik zu üben an den Leistungen und Ergebnissen der Forschung, das wissenschaftlich Wertvolle vom Wertlosen zu sondern und aus der vorurteilsfreien Beobachtung der Tatsachen Material zu gewinnen zu einer immer schärferen Fassung der Begriffe und vor allem zur sachlichen Erklärung der beobachteten Erscheinungen. Gerade in dieser Beziehung hat sich in den letzten Jahren vielleicht ein Nachlaß der Bemühungen geltend gemacht. Anstatt den Begriff der Suggestion, der seit DELBOEUFs Ausspruch auf dem 1892er Kongress für experimentelle Psychologie in London im Mittelpunkt der Diskussion steht, immer schärfer zu präzisieren und gegen verwandte Erscheinungen abzugrenzen, hat sich die Neigung herausgebildet, beinahe jeden seelischen Akt als Suggestion zu bezeichnen oder doch auf Suggestion bzw. Autosuggestion zurückzuführen, so daß das Charakteristische dieses Begriffs sich immer mehr verliert. Ein Beispiel für diese Behauptung liefert u. a. STOLL (7) in seiner Schrift über die Bedeutung der Suggestion in der Völkerpsychologie. Er erklärt hierin jede Vorstellung, die in uns durch verschiedene Mittel seitens der organischen und anorganischen Außenwelt wachgerufen wird, für eine Suggestion und führt aufgrund dieser Verallgemeinerung des Begriffes fast die ganze Entwicklung der Menschheit, sowie sämtliche Erscheinungen der Weltgeschichte auf Suggestion zurück. Religion und Erziehung, die Wundertaten CHRISTI und die Gewohnheit des Tabakgenusses, die Anregung der Speichelsekretion durch den Anblick einer Zitrone: Alles das ist nach ihm Suggestion. Die von BALDWIN (8), JANET (9), SCHMIDKUNZ (10), WUNDT (11) u. a. gegebenen Definition der Suggestion leiden an dem gleichen Fehler.

Auch der Begriff der Hypnose beginnt von seiner charakteristischen Prägung immer mehr einzubüßen. Schon MOLL hatte darauf aufmerksam gemacht, daß bei der sogenannten oberflächlichen Hypnose von einer Schlafähnlichkeit gar keine Rede sei; MAX HIRSCH (12) hatte in Erkenntnis dieser Tatsache den Ausdruck "Captivation" [Fesselung, wp] einführen wollen, der sich aus später zu erörternden Gründen nicht empfiehlt; und es besteht in der Tat kein Zweifel darüber, daß zwischen der oberflächlichen und der tiefen, somnambulen [schlafwandlerischen, wp] Hypnose ein so grundlegender Wesensunterschied besteht, daß sie weiter nichts als den Namen gemeinsam haben. Die weitere Ausführung dieser Behauptung soll den nachfolgenden Zeile vorbehalten bleiben. Wir möchten jedoch schon an dieser Stelle darauf hinweisen, daß diese Erkenntnis geeignet sein dürfte, die noch heute vielfach bestehende und zum Teil sicherlich nicht unbegründete Abneigung vieler Psychologen und Mediziner gegen die Anwendung der Hypnose zu zerstören. Es ist deshalb nach unserer Meinung bedauerlich, daß der verdiente Herausgeber dieser Zeitschrift für die von ihm inaugurierte, wertvolle Methode der psychologischen Selbstbeobachtung im eingeengten Bewußtseinszustand den Namen eines hypnotischen Zustandes verwendet, trotzdem das Wesen dieses Zustandes, wie wir später ausführen werden, durchaus nicht in den Merkmalen begründet ist, die für eine wirkliche Hypnose charakteristisch sind.

Diese Mißstände der Namengebung führen uns zu einem anderen Übelstand, der sich in der Literatur des Hypnotismus, wie auch in seiner praktischen Handhabung, unangenehm bemerkbar macht: die mangelnde Unterscheidung des therapeutischen und des experimental-psychologischen Hypnotismus. Es muß endlich einmal mit Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß die therapeutische Hypnose etwas gänzlich anderes ist und mit gänzlich anderen Mitteln arbeitet, als die zu experimentellen Zwecken eingeleitete Hypnose, die nicht selten geeignet ist, der Versuchsperson geradezu Schaden zu bringen. Es ist wertlos und unverständig, Kranke in der Hypnose die bekannten Scherze ausführen zu lassen, indem man sie veranlaßt, Kartoffeln statt Obst zu essen, Dinge zu sehen, die nicht vorhanden sind oder Dinge zu übersehen, die tatsächlich existieren; selbst das Unvermögen, die Augen zu öffnen oder die sich umeinander drehenden Hände einhalten zu können, die Kunst, Muskelsteifigkeiten und -Erschlaffungen auf Befehl des Hypnotiseurs eintreten zu lassen, ist, wie schon der Kreisphysikus WEGNER (13) in Lissa sehr treffend erkannt hat, therapeutisch wertlos und manchmal eher schädlich, als nützlich, obwohl diese Experimente zum Zwecke psychologischer Studien sehr interessant und wertvoll sein können. Ich hoffe, unten den Nachweis erbringen zu können, daß nicht nur der Zustand, der zu therapeutischen Zwecken eingeleitet wird, sich von der experimentellen Hypnose unterscheidet, sondern daß sogar die therapeutischen Suggestionen in ihrem Wesen von den eigentlich experimentell zu studierenden Suggestionen grundverschieden sind.

Wenn man die Literatur der Erfolge der hypnotischen Behandlung durchblättert, so staunt man über die Mannigfaltigkeit der Krankheiten, die der hypnotischen Behandlung mit Erfolg unterzogen worden sind. Es gibt zur Zeit keine funktionelle oder organische, körperliche oder seelische Erkrankung, bei der nicht Erfolge der hypnotischen Behandlung berichtet wären. Lungenschwindsucht, Warzen, Krebse sämtlicher Organe, Gelenkrheumatismus, Furunkulose, Geisteskrankheiten und was man sich sonst wünschen und erdenken kann: Alles weicht gänzlich oder zum Teil der Kunst des Hypnotherapeuten. Es soll mir nicht einfallen, diese tatsächlich erzielten Erfolge irgendwie bestreiten zu wollen. Zwar sind es manchmal vielleicht nur scheinbare oder schnell vorübergehende Besserungen, die sich in der Literatur als komplette Heilungen darstellen und nicht selten ist die Diagnose der Krankheitszustände oberflächlich und fehlerhaft, von anderen Einwendungen abgesehen. Trotzdem wird man nicht umhin können, anzuerkennen, daß die Hypnotherapie tatsächlich große und überraschende Erfolge auch bei organischen Erkrankungen zustande bringt. Indessen wäre es höchst verfehlt, sich bei dieser Tatsache zu beruhigen. Es erwächst uns vielmehr die Aufgabe, das therapeutische Agens ausfindig zu machen, das diese Erfolge der Hypnose kein spezifisches Heilmittel ist in dem Sinne, wie das Chinin etwa gegen manche Malaria-Erkrankungen, das ist dem Eingeweihten schon lange ein offenes Geheimnis. Wie wirkt also diese Art der Therapie und wie sind ihre Erfolge zu erklären? Das ist die Frage, die bisher zu wenig beachtet worden ist und zu deren Lösung wir einen kleinen Beitrag leisten zu können hoffen. Aus der Beantwortung dieser Frage wird sich zugleich ergeben, ob die Hypnotherapie als solche geeignet ist, in den Schatz der allgemeinen Therapie aufgenommen zu werden; oder ob vielleicht der Hypnose ganz bestimmte, eng begrenzte Indikationen zukommen, während die Psychotherapie im Wachzustand bei den übrigen Erkrankungen ergänzen eintritt.

Das sind im wesentlichen die Gesichtspunkte, die uns bei der Abfassung der vorliegenden Arbeit leiteten. Um sie durchführen zu können, wollen wir eine kritische Übersicht der Literatur-Erzeugnisse der letzten 4 Jahre veranstalten, ohne auf absolute Vollständigkeit der referierten Arbeiten Gewicht zu legen. Wir ziehen es deshalb vor, das Thema nach bestimmten Gesichtspunkten zu gruppieren und werden die Literatur der besprochenen Werke am Schluß der Arbeit aufführen. Wir sehen dabei vom rein Hypothetischen, Spekulativen, das leidern einen großen Teil der hypnotischen Literatur ausmacht, mehr oder weniger ab und beschränken uns in der Hauptsache auf dasjenige, was dauernd wertvoll und für die Praxis oder Theorie des Hypnotismus gewinnbringend erscheint. Auf die ältere Literatur, deren Kenntnis vorausgesetzt werden muß, kann nur soviel Rücksicht genommen werden, als zur Präzisierung der erreichten Fortschritte notwendig ist.

Wir wollen unsere Darlegungen in einen praktischen Teil gliedern, der im wesentlichen denjenigen Forschungsergebnissen gewidmet sein soll, die in praktischer Beziehung, insbesondere für die therapeutische Handhabung des Hypnotismus, von Bedeutung sind und in einen theoretischen Teil, der die psychologischen Fortschritte der theoretischen Lehre im weitesten Sinne behandelt.

Zunächst soll uns die Methode des Hypnotisierens beschäftigen, wie sie jetzt von den meisten hervorragendsten Vertretern des Faches als zweckmäßig und bewährt anerkannt und geübt wird. Die früher üblichen Methoden, wie sie auf die Empfehlung von CHARCOT, HANSEN, LUYS noch vor kaum 2 Jahrzehnten fast ausschließlich angewendet wurden, können jetzt im allgemeinen als verlassen gelten. Die Fixationsmethoden nach BRAID haben der LIEBÉAULT (14)-BERNHEIM-WETTERSTRANDschen Methode das Feld räumen müssen, die die Suggestion als hauptsächlichstes Hypnotisierungsmittel verwertet. In der neueren Literatur, deren Besprechung wir uns zur Aufgabe gesetzt haben, hat TATZEL (15) noch einmal auf die Nachteile der älteren Methoden hingewiesen. FOREL (16) warnt vor der Anwendung der Fixationsmethoden wegen der unangenehmen Folge-Erscheinungen derselben, die Kopfschmerz, Schwindelt, Übelkeit usw. äußern. GROSSMANN (17) macht gegen die Fixation geltend, daß sie zur Selbsthypnose Veranlassung geben könne. Daß von ihm selbst angewendete Verfahren, das sich in vielen Fällen als sehr brauchbar erweist und auf einer Kombination der Faszinations- und Suggestionsmethode beruht, beschreibt er in einem Vortrag auf der 66. Naturforscherversammlung in Wien 1894. Eine ausführliche Darstellung aller Bedingungen einer guten Hypnose gibt BRODMANN (18) in seiner Abhandlung: zur Methodik der hypnotischen Behandlung. Er empfiehlt die fraktionierte Methode VOGTs, die in der wesentlich suggestiven Hervorrufung mehrerer kurzer Hypnosen hintereinander besteht und zählt alle die mannigfachen Maßnahmen und Vorsichtsmaßregeln auf, die in sorgfältiger Hypnotiseur treffen muß, um Erfolg zu erzielen und unangenehme Nebenwirkungen zu vermeiden. Zur Vertiefung der Hypnose bei Kranken, die den Bemühungen des Hypnotiseurs absichtlich oder unabsichtlich Widerstand leisten, gibt DÖLLKEN (19) folgenden Trick an: man solle die Kranken nach einem fruchtlosen Hypnotisierungsversuch aufstehen und einige Minuten im Zimmer umhergehen lassen; es trete dann stets ein sonderbares Gefühl von Schwere und Druck im Kopf ein, das auf eine sich sofort anschließende Hypnose begünstigend und vertiefend auswirke. BONJOUR (20) aus Lausanne gibt den beherzigenswerten Rat, den Hypnotisierten die Suggestion zuu erteilen, daß sie weder sich selbst hypnotisieren, noch von anderen, es sei denn zu Heilzwecken, in Hypnose versetzt werden könnten. Der hypnotische Dauerschlaf, der in einer künstlichen Verlängerung einer oberflächlichen oder tiefen Hypnose über Wochen oder Monate hinaus mit mehr minder kurzen täglichen Unterbrechungen besteht, ist von WETTERSTRAND (21) zuerst angewendet und empfohlen worden. Bei schwerer Hysterie, zumal bei hysterischen Geistesstörungen, aber auch zur Behandlung des chronischen Morphinismus, Kokainismus, Alkoholismus etc. ist diese Methode überaus brauchbar und gibt unter Umständen glänzende Erfolge selbst da, wo Einzelhypnosen die Wirkung versagen. Eine vereinfachte Methode des Hypnotisierens beschreibt JOHN F. WORD (22). Er läßt die Patienten sich bequem hinsetzen oder hinlegen, die Augen schließen, die Muskeln entspannen und bis zu 20 Minuten in dieser Stellung verharren, indem er höchstens noch die Hand auf ihre Stirn legt und Schlaf suggeriert. Wenngleich man mit dieser Methode tiefe Hypnosen nur ausnahmsweise erzielen wird, halten wir das Verfahren dennoch für viele Fälle für ausreichend; wir werden später zu untersuchen haben, worauf die Heilwirkung einer solchen Therapie beruth. FAREZ (23) schlägt neuerdings vor, während des natürlichen Schlafes bei Geisteskranken Suggestionen zu erteilen; er will von diesem Verfahren vorzügliche Erfolge gesehen haben. Wir haben weder über die Ausführbarkeit der Methode, noch über ihre Resultate eigene Erfahrungen, glauben aber, daß dieser Vorschlag der kritischen Nachprüfung ebenso wert wie bedürftig ist. Die Frage, ob Massenhypnose oder Einzelhypnose zweckmäßiger sei, wird von den meisten Autoren zugunsten der Massenhypnose entschieden. Wir glauben mit MOLL, daß die Einzelhypnose in den meisten Fällen geeigneter ist. Da das Wesentliche bei jeder hypnotischen Behandlung die Suggestionen sind, die man im hypnotischen Zustand den Kranken gibt und die der individuellen Eigenart der Krankheit und des Kranken in jedem einzelnen Fall genau angepaßt sein müssen, während die Hypnose als solche, wie wir unten sehen werden, nur einen sehr geringen Heilwert für sich beanspruchen kann, so kann kein Zweifel darüber bestehen, daß das übliche System der gleichzeitigen Hypnotisierung mehrerer Kranker unhaltbar und unzweckmäßig ist.

Eine Frage von einschneidender Bedeutung für die Praxis des Hypnotisierens sowohl, wie für den wissenschaftlichen Ausbau der Theorie, wie später gezeigt werden wird, ist die Frage, ob eine oberflächliche oder tiefe Hypnose zur Anwendung zweckmäßiger sei. Unter einer tiefen Hypnose verstehen wir einen Zustand, der durch wesentliche Abweichungen vom normalen Geisteszustand gekennzeichnet ist, als das sind: gänzliche Aufhebung der Urteils- und Kritikfähigkeit, nachfolgende Amnesie und Realisation von posthypnotischen Suggestionen. In der Regel wird sich dieser Zustand auch für den weniger Eingeweihten als ein wirklicher Schlaf oder etwas sehr Ähnliches darstellen, ohne daß wir uns damit zur Einteilung der Grade der Hypnose bekennen wollen, die FOREL, LIEBÉAULT (24), BERNHEIM (25), GROSSMANN u. a. in der Literatur vertreten haben, gegen die sich MOLL in seinem Lehrbuch des Hypnotismus mit bemerkenswerten Gründen wendet. Verstehen wir also, ohne den theoretischen Erwägungen vorzugreifen, unter einer tiefen Hypnose eine solche, die vom normalen Wachzustand in wesentlichen Merkmalen abweicht, so sind die Meinungen der Autoren über die oben aufgeworfene Frage zur Zeit noch geteilt. GROSSMANN (26) verwirft die tiefe Hypnose aus mehrfachen Gründen:
    1) mit van EEDEN aus ethischen Gründen, deren nähere Darlegung überflüssig sein dürfte;

    2) weil sie meistens auf verbalem Weg nicht gelingt;

    3) weil wegen der Amnesie die Mithilfe des Patienten ausgeschaltet wird.
DÖLLKEN und von SCHRENCK-NOTZING (27) fügen diesen Gründen die Erfahrungstatsache hinzu, daß die Tiefe der Hypnose durchaus nicht parallel gehe mit der Suggestibilität; WEGNER betont, daß gerade die wertvollen Wirkungen der Suggestivbehandlung in der oberflächlichen Hypnose gerade so gut erzielt werden können, wie im somnambulen Zustand. Auf der anderen Seite tritt WETTERSTRAND bei Morphinisten für eine möglichst tiefe Hypnose ein, da die erzieherische Wirkung der Behandlung sich mit der Tiefe der Hypnose steigere. VOGT und seine Schule, HILGER (28), BRODMANN u. a. sind in jedem Fall für möglichst tiefe Hypnose; ja, sie befürworten sogar eine planmäßige Erziehung zur Somnambulhypnose, die VOGT in einem Fall durch 500, in einem anderen Fall durch 700 Hypnotisierungsversuche erreicht hat. Wir selbst nehmen in dieser Frage einen vermittelnden Standpunkt ein. Da wir der Meinung sind, daß bei der therapeutischen Verwendung der Hypnose von den gewöhnlich ausgeführten experimentellen Scherzen kein Gebrauch zu machen sei, so vermeiden wir in allen gewöhnlichen Fällen eine tiefe Hypnose durchaus. Wir vermeiden es sogar prinzipiell, uns selbst experimentell davon zu überzeugen, ob die Hypnose tief oder oberflächlich ist, ober der Hypnotisierte imstande ist, die Augen von selbst zu öffnen, ob auf Befehl kataleptische Erscheinungen eintreten und sich positive oder negative Halluzinationen verwirklichen. Auch die nachfolgende Amnesie, sowie die Hervorrufung von posthypnotischen Suggestionen, die nicht direkt einen Heilzweck verfolgen, erscheint uns für die therapeutische Hypnose wertlos und schädlich. Diese Spielerein sollten in der Therapie keinen Platz finden, sie haben nur für den Experimentalpsychologen Interesse und Bedeutung. Die Heilsuggestionen, die sich in der Hypnose wirksam erweisen, sind von gänzlich anderem Charakter als diese experimentellen Suggestionen und bedürfen zu ihrer Realisation keiner erheblichen Abweichung vom normalen Geisteszustand. Daher ist es besser, wenn die Urteilsfähigkeit der Patienten in der Hypnose ungestört bleibt, sodaß zur Verwirklichung der therapeutischen Suggestiv-Vorstellungen die eigene Energie der Kranken mit herangezogen wird. Jedoch gibt es Ausnahmen, wo von diesem prinzipiellen Standpunkt abgewichen werden muß. Es gibt eine Reihe von Fällen, in denen eine tiefe Somnambul-Hypnose so leicht eintritt, daß es beinahe schwerer fällt, den Eintritt dieses Zustandes zu verhindern, als ihn hervorzurufen. Nach unserer Erfahrung sind das diejenigen Fälle, in denen eine schwere Schädigung des Zentralnervensystems von vorzugsweise funktionellem Charakter vorliegt, also Fälle von schwerer Hysterie und hysterischen Psychopathien, akutem und chronischem Alkoholismus, Morphium, Kokain- Haschisch- und Chloroform-Vergiftung usf. In diesen Fällen haben wir die Hypnose meist überaus leicht eintreten sehen - einige Fälle von  Hysteria gravis  [schwere Hysterie, wp] ausgenommen - und wir sind mit dem Erfolg der tiefen Hypnose stets zufrieden gewesen; wir glauben, daß man schädliche Folgen in ethischer Beziehung bei einiger Vorsicht wohl vermeiden kann, wenngleich die positiven Heilerfolge in solchen Fällen auch durch eine minder tiefe Hypnose ebenso schnell und ebenso günstig erzielt werden können. Ohne diese Indikation jedoch würden wir eine tiefe Hypnose zu therapeutischen Zwecken für unberechtigt und zwecklos erachten. Wir leugnen durchaus nicht, daß eine tiefe Somnambul-Hypnose mit allen Merkmalen derselben bei ganz Gesunden durchaus möglich ist und sogar oft sehr leicht eintritt. Aber wir verwerfen die Anwendung dieser tiefen Hypnose als zwecklos und ethisch schädlich, es sei denn bei Erfüllung der oben präzisierten Indikationen oder zu experimentellen Zwecken. Nur bei einzelnen Ausnahmefällen, bei denen das therapeutisch wirksame Prinzip der Hypnose lediglich im Wunderglauben beruth, den die Patienten der Hypnose entgegenbringen, halten wir eine Abweichung von diesem Standpunkt für erlaubt und verwenden hier selbst die experimentellen Scherze, die von den Kurpfuschern planlos in jedem Fall verwandt werden. Auch bei Kindern und Ungebildeten, die kein Verständnis für die therapeutischen Absichten des Arztes haben, halten wir ein derartiges Vorgehen in einzelnen Fällen für statthaft. Wo aber die hier aufgeführten Indikationen nicht zutreffen, beschränken wir uns prinzipielle auf eine oberflächliche Hypnose, bzw. auf einen hypnose-ähnlichen Zustand, dessen weitere Charakteristika zu beschreiben, später unsere Aufgabe sein wird.

Wir besprechen nunmehr die Phänomenologie des Hypnotismus, soweit sie in den letzten Jahren eine Bereicherung erfahren hat. DELIUS (29) aus Hannover gibt an, was schon WETTERSTRAND behauptet hatte, daß das Warmwerden der Hände ein Zeichen eingetretener Hypnose sei. Wir können einen Zusammenhang dieser entweder zufälligen oder durch Suggestion bedingten Erscheinung mit der Hypnose nicht erkennen. BRÜGELMANN (30) teilt einen Fall von erotischer Erregung in der Hypnose mit, der mit völliger Amnesie einherging und der in der Literatur eine lebhafte Diskussion hervorgerufen hat. STADELMANN (31) führt mehrere Fälle erhöhter Sexualität aus seiner Erfahrung an. LOEWENFELD (32) weist darauf hin, daß es sich hier nicht um ein hypnotisches, sondern ein hysterisches Phänomen handle. Wir selbst haben die Beobachtung gemacht, daß diese erhöhte Sexualität in der Hypnose, die wir mehrfach gesehen haben, nur dann eintritt, wenn während der Hypnose eine Berührung des Patienten stattfindet, wie sie häufig angewendet wird in Gestalt des Auflegens der Hände auf die Stirn etc. Ohne diese physische Berührung, deren sinnlich erregende Wirkung wohl auch im Wachzustand, wenn auch in geringerem Maße beobachtet werden kann, haben wir eine erotische Exaltation auch bei sexuell hyperästhetischen Hystericis nicht eintreten sehen. Diese Erkenntnis hat uns zugleich in den Stand gesetzt, das in Rede stehende Phänomen zu vermeiden, während die direkte Suggestion sich relativ machtlos dagegen erwies; nur die prähypnotische Suggestion, daß eine solche Erregung in der Hypnose nicht eintreten werde, war ein einigen Fällen von Erfolg begleitet. Von einem umfassenderen Gesichtspunkt aus hat VOGT (33) diese Frage in einer trefflichen Monographie über die spontane Somnambulie in der Hypnose bearbeitet. Nach ihm sind, wie wir später ausführlicher erörtern werden, Schlaf und Hypnose in ihrem Wesen identisch. Die Träume des tiefen Schlafes entsprechen einem zirkumskripten, systematisch eingeengten Wachsein; sie sind meist weniger logisch, zusammenhängend mit der Persönlichkeit, zeigen Amnesie und motorische Äußerungen verschiedener Art. Die gleichen Charakteristika finden sich bei der spontanen Somnambulie in der tiefen Hypnose. Die Träume des oberflächlichen Schlafes dagegen beruhen auf einer diffusen Dissoziation des Bewußtseins; ihr Inhalt ist unlogisch und unzusammenhängend mit der Persönlichkeit; sie verlaufen ohne Amnesie und ohne motorische Äußerungen. Träume von dieser Art finden sich in der oberflächlichen Hypnose vor. - DÖLLKEN und CROCQ-FILS (34) zeigen, was freilich in der älteren Literatur bereits bekannt war, daß die Amnesie der Hypnotisierten nicht immer eine vollständige zu sein braucht, sondern daß vielfach einzelne Wahrnehmungen, sei es im Wachzustand, sei es in Träumen des normalen Schlafes oder einer späteren Hypnose, zur Erinnerung gelangen, besonders wenn sie von lebhaftem Affekt begleitet waren oder wenn zufällig später dieselben Assoziationen auftreten. Ferner macht CROCQ-FILS auf die interessante Erscheinung der elektiven Suggestibilität aufmerksam, die in hysterischen, hysterisch-hypnotischen und narkotisch-hypnotischen Zuständen nicht selten beobachtet wird. Zum Beispiel ist für die Haschisch-Hypnose bzw. -Narkose die Lustrauschsuggestion besonders charakteristisch, während der Alkoholisierte eine vorzugsweise Neigung zu Kraftproben und zu sexuellen Vorstellungen und Handlungen zeigt. KÖHLER (35) aus Elberfeld hat die bekannten Versuche von KRAFT-EBBING (36) wiederholt und kritisch beleuchtet, in denen eine Umwandlung der Persönlichkeit durch Suggestion herbeigeführt wird. Seine Versuchsperson, der 22-jährige ARTHUR RIECK, zeigt dieselben merkwürdigen Erscheinungen, die von KRAFFT-EBBING seiner Zeit, freilich unter dem Widerspruch fast aller Autoren auf eine Reproduktion früherer Erinnerungen zurückgeführt hatte. Simulation glaubt KÖHLER ausschließen zu dürfen. In ein 2-jähriges Kind verwandelt, betet die Versuchsperson das Vater-unser; als Mädchen uriniert er ritu feminarum; [nach Frauenart, wp] kriminelle Suggestionen glücken, Vesikation [Blasenbildung, wp] dagegen nicht. KÖHLER zieht aus seinen Beobachtungen den Schluß, daß es sich bei dieser Umwandlung der Persönlichkeit nicht um eine reine Reproduktioin alter Erinnerungsvorgänge handle, wie von KRAFFT-EBBING angenommen hatte, sondern daß nur eine partielle Reproduktion mit Einmischung von Tatsachen aus der Gegenwart stattfinde. Wir glauben mit JOLLY (37) und von SCHRENCK-NOTZING (38), daß es sich hierbei nur um Tatsachen aus der Gegenwart handelt, die die Versuchsperson zu einer geschickt gespielten Komödie verarbeitet. Freilich veranlaßt sie zu dieser Komödie nach unserer Meinung nicht die Simulation oder die Lust zu schauspielern, wie andere behauptet haben, sondern vielmehr der suggestive Befehl, dessen sie sich, so gut sie kann, zu entledigen gezwungen fühlt. - GLEY (39) hat die Erscheinungen der Hypnose bei Fröschen studiert und gefunden, daß junge und abgemagerte Frösche leichter zu hypnotisieren sind, als erwachsene und kräftige Tiere. Auf die physiologischen und psychologischen Konsequenzen, die er aus diesen Versuchen zieht, werden wir später einzugehen haben. Als Kuriosum sei erwähnt, daß WARTHIN (40) aus Michigan die Wirkung der Musik an Hypnotisierten zu studieren unternahm. Er fand an mehreren Versuchspersonen, die sich ausnahmslos aus gesunden Medizinern zusammensetzten, daß der Walkürenritt von WAGNER die Pulszahl und -Spannung vermehrte, die Respiration von 18 auf 30 pro Minute steigerte und Bewegung aller Muskeln hervorrief, sowie reichlichen Schweiß auf der Haut; zugleich trat die Empfindung eines feurigen Laufes durch den Raum auf. Ähnliche Wirkungen traten bei anderen Musikstücken hervor, während im wachen Zustand keine von diesen Erscheinungen beobachtet wurde. Wir glauben, daß nur ein sehr geringer Bruchteil dieser Wirkungen physiologischer Natur ist und somit freilich auch im wachen Zustand bei gehöriger Aufmerksamkeit sich feststellen lassen müßte; alles übrige ist zum Teil auf Suggestion zurückzuführen, da die Versuchspersonen vom zu erwartenden Effekt der Untersuchung zweifellos unterrichtet waren, zum teil aber auch vielleicht auf ein gewisses Mitträumen in der Hypnose, das eine mehr willkürliche Erregung der geschilderten Art zur Folge hatte.

Wir kommen zur Praxis des Suggerierens. Während man sich früher darauf beschränkte, die Suggestionen in der Weise zu erteilen, daß man einfache affirmative Behauptungen aufstellte und deren Eintreten in überzeugendem Ton versicherte, ist man jetzt immer mehr zu der Überzeugung gekommen, daß ein derartiges, plumpes Verfahren unzweckmäßig ist und in den seltensten Fällen zum Ziel führt. Es ist ein Verdienst von GROSSMANN, mit Nachdruck darauf hingewiesen zu haben, daß man die Suggestion motivieren und plausibel machen muß. Anstatt also zu sagen, daß ein Schmerz, über den ein Patient klagt, nach der Hypnose verschwunden sein werde, muß man vielmehr in der Weise vorgehen, daß eine tatsächliche Veränderung der Schmerzempfindung durch Aufhebung von Hautfalten und Drücken derselben oder durch bloßes Auflegen der warmen Hand etc. hervorgerufen und sodann zunächst nur ein Nachlassen und allmähliches Geringerwerden der Schmerzen suggeriert wird. RINGIER (41) und CULLERE (42) haben diese Redaktion der Suggestion bei der Enuresis nocturna [Bettnässen, wp] der Kinder ausführlich beschrieben. RINGIER analysiert z. B. die einzelnen Krankheitserscheinungen und suggeriert dann je nach der Ursache der Erkrankung, die einmal in Angstgefühlen, ein andermal in ungenügendem Erwachen oder in einem Mangel des Geruchssinnes oder der Empfindlichkeit der Urogenitalschleimhaut gelegen sein kann, nicht nur, daß die betreffende Erscheinung eintrete oder verschwinde, sondern  wie  sie eintrete und sich dem Bewußtsein darstelle. Er veranschaulicht und malt gleichsam die therapeutische Suggestiv-Vorstellung aus; in geeigneten Fällen unterstützt er die Wirksamkeit der Suggestion auch dadurch, daß er ihr einen mehr tatsächlichen, greifbaren Inhalt gibt, wie es schon von BERNHEIM und anderen empfohlen worden ist. Auch für die Behandlung der Neurasthenie [Nervenschwäche, wp] gibt RINGIER (43) einige treffliche Ratschläge. Er zeigt, daß durch den Versuch, die neurasthenischen Beschwerden direkt weg zu suggerieren, dieselben vielmehr bestärkt und großgezogen werden; es komme vielmehr darauf an, das verworrene Denken der Neurastheniker zu korrigieren, das beständige Belauschen des kranken Gebietes, die verkehrten Auslegungen der vorhandenen Erscheinungen ab zu suggerieren und so nicht die Symptome, sondern die psychopathischen Ursachen der Erkrankung zu bekämpfen. In ähnlichem Sinne veröffentlich TATZEL (44) einen Fall von hysterischen Anfällen, in dem er bei direkter Suggestion keine Wirkung sah. Es waren Krampfanfälle vorhanden, die nur Nachts auftraten. Die direkte Suggestion, daß die Anfälle nicht mehr auftreten würden, versagte vollkommen. Dagegen trat eine prompte Wirkung ein, als die Suggestion aufgegeben wurde, daß die Patientin nicht mehr so fest schlafen und auch im Schlaf auf sich achten und an das denken werde, was ihr gesagt worden sei, sodaß sie beim ersten Anzeichen des Anfalles wach sein und auf diese Weise die Anfälle vermeiden würde. - Auch WETTERSTRAND empfiehlt, bei der Behandlung der Morphinisten keine Täuschung von Seiten des Arztes anzuwenden, ebenso wie man jedes Schelten und jede sittliche Entrüstung vermeiden solle, im wachen Zustand sowohl, wie in der Hypnose. Auf einen Hinderungsgrund, der in tiefer Hypnose vielleicht nicht ganz selten in Erscheinung tritt, macht VOISIN (45) aufmerksam, daß nämlich in der tiefen, mit Katalepsie verbundenen Hypnose die Patienten häufig nicht hören, was der Hypnotisierende spricht, so daß die Suggestionen sich nicht realisieren können. Man wird sich deshalb jedesmal, wenn eine Suggestion in tiefer Hypnose mißlingt, durch Fragen davon überzeugen müssen, ob der Hypnotisierte die Suggestion, die man ihm gegeben hat, überhaupt verstanden hat. Eventuelle kann man in solchen Fällen vor dem Schlaf, als prähypnotisch, die Suggestion erteilen, daß der Schlaf nicht so tief sein werde und daß die Person jedes Wort des Hypnotiseurs verstehen werde. Auch in anderem Sinne empfiehlt sich die von STEMBO (46) schon früher vorgeschlagene, prähypnotische Suggestion. Wir haben es zweckmäßig gefunden, die psychotherapeutische Korrektur der verkehrten Auffassungen und Vorstellungen der Kranken, von der wir oben gesprochen haben, nicht nur in der Hypnose vorzunehmen, sondern sie auch vorher im Wachzustand anzuwenden, so daß sich der Patient von der Richtigkeit der gegebenen Ratschläge und Ermahnungen auch im Wachzustand überzeugt. Diese Überzeugung wirkt dann sichtlich begünstigend auf die Wirkung der in der Hypnose gegebenen Suggestionen ein; Der Zeitverlust, der freilich damit verbunden ist, wird durch die Verstärkung des Effektes ausgeglichen. - TISSIÉ (47) hat den Vorschlag gemacht, willkürlich in der Hypnose hervorgerufene Träume als Heilsuggestionen zu verwerten. Er suggeriert bei Phobien und Zwangsvorstellungen z. B., daß der Kranke im Traum Handlungen ohne Angst ausführen werde, die er im wachen Zustand nur mit Angst ausführen kann und lockert so allmählich die Assoziation zwischen den Handlungen und den sich daran knüpfenden, krankhaften Affektzuständen. Eine sehr lehrreiche Darstellung der Gründe, aus denen manche Personen sich der Suggestion gegenüber als refraktär [unempfindlich, nicht beeinflußbar - wp] verhalten, gibt BERNHEIM in einem Aufsatz des X. Bandes der "Revue de l'hypnotisme". Er unterscheidet unter den Menschen, die eine Suggestion nicht annehmen, 3 Gruppen:
    1) absolut Refraktäre, die jedem hypnotischen Versuch kategorisch widerstehen; sie sind jedoch suggeribel, wenn man die Suggestion in eine andere Form, wie Elektrizität oder Massage kleidet;

    2) solche, welche scheinbar lenkbar sind, indem sie sich körperlich hingeben; da sie sich aber innerlich, geistig nicht hingeben, so scheitert jede Suggestion an der Autosuggestion, daß sie nicht beeinflußt werden können;

    3) solche, welche der Schlafsuggestion nicht widerstehen können und sogar amnestisch werden, aber keine therapeutische Suggestion annehmen. In dieser letzten Gruppe sind wieder 2 Unterabteilungen zu unterscheiden:

      a) solche, die in der Hypnose ihren Widerstand aufgeben und ihre Schmerzen verlieren, im Wachzustand jedoch ihre Beschwerden durch Autosuggestion wider hervorrufen;

      b) solche, die auch in der Hypnose ihre Schmerzen behalten, weil sie gleich mit der Autosuggestion einschlafen, daß sie sie behalten würden.
In Fall 3b suggerierte BERNHEIM einmal in folgender Weise: "Ich sehe wohl, daß ich ihre Schmerzen durch die Suggestion nicht heben kann. Sie haben eine gute Natur: Ihre Organe sind nicht krank; Ihre Krankheit wird im Laufe der Zeit infolge Ihrer guten Konstitution von selbst heilen." Quod factum est [Was auch geschehen ist. -wp]. Die Emotionstherapie, die HECKER (48) zur Ergänzung und teilweise zum Ersatz der Hypnotherapie vorschlägt, dürfte sicherlich nur mit sehr großer Vorsicht anwendbar sein und in den meisten Fällen nicht zum Ziel führen. Daß man durch Spott, Grobheit, Erregung von Furcht und anderen Affekten im Wachzustand hier und da bei einigen Patienten etwas erreichen wird, mag wohl richtig sein und es wird Sache des ärztlichen Taktes sein, zu entscheiden, ob und inwieweit diese Faktoren einmal zur Erreichung des Heileffektes mit heranzuziehen seien. Zu einer allgemeinen Methode eignet sich dieses Verfahren jedenfalls nach unseren Erfahrungen nicht. - Wir haben schon in der Einleitung erwähnt, daß der Kreisphysikus WEGNER in Lissa in einer kleinen, vortrefflichen Abhandlung ausgeführt hat, daß der Wert der psychischen Behandlung nicht im Schlaf und nicht darin besteht, daß die Kranken allerhand Faxen machen können, wie eine Kartoffel für einen Apfel essen etc., sondern daß die Hauptsache vielmehr die geistige Erziehung sei, die man dem Patienten zuteil werden lasse. In guter Übereinstimmung mit dieser Auffassung des therapeutischen Effekts der hypnotischen Behandlung steht der Hinweis von RANSCHBURG, (49) der uns späterhin noch Gelegenheit zu einigen theoretischen Erörterungen geben wird, daß die Hypnose nämlich nicht selten als solche gleichsam spezifisch heilbringend wirke, sondern daß vielmehr die Suggestion, die der Kranke mit der Hypnose verbindet, den eigentlichen therapeutischen Effekt des Verfahrens bedinge. Auch LOEWENFELD (50) und ZIEHEN (51) haben in ihren Darstellungen der Psychotherapie diesem Gesichtspunkt Raum gegeben.

Obwohl wir uns vorbehalten, am Schluß die Ergebnisse unserer Übersicht zusammenhängend darzustellen, möchten wir doch schon an dieser Stelle einige Bemerkungen einschalten, die auf den Umschwung, der sich allmählich in der praktischen Handhabung der Suggestivtechnik vollzogen hat, hinzudeuten geeignet sind. Von theoretischen Erwägungen und Definitionen ganz abgesehen, die uns erst im zweiten Teil unserer Ausführungen beschäftigen sollen, finden wir in der Art und Weise, wie man heute zu suggerieren bestrebt ist, eine immer größere Annäherung an das, was wir stets auch im wachen Zustande betrieben haben oder doch wenigstens haben betreiben sollen und was man heute mit dem stolz klingenden Namen der Psychotherapie belegt. Man hat einsehen müssen, daß die Methode des Suggerierens, die am Anfang der Lehre vom Hypnotismus den eigenartigen, mystischen Stempel aufgedrückt hat und die so ganz aus dem Rahmen des früher Üblichen herauszufallen schien, therapeutisch eigentlich ziemlich wertlos ist. Auch der Hypnotiseur ist, wenn wir eine triviale Redensart gebrauchen dürfen, heute darauf angewiesen, mit Wasser zu kochen; seine Suggestionen hören allmählich auf, wie WILLIAM HIRSCH (52) nicht unzutreffend gesagt hat, induzierte Wahnvorstellungen zu sein und verwandeln sich statt dessen in ärztliche Ermahnungen und psychotherapeutische Belehrungen. Der Zauber, der die Hypnose und die Hypnotiseure früher wie der Glorienschein den Kopf eines Heiligen umrahmte, beginnt allmählich zu schwinden und an Wirksamkeit einzubüssen, womit seine Berechtigung für einzelne Fälle keineswegs bestritten werden soll. Im Allgemeinen jedoch treten jetzt diejenigen Faktoren in der Technik der Hypnose sowohl, wie der Suggestivtherapie hervor, denen die wahre therapeutische Bedeutung des Verfahrens zukommt und die bei weitem nicht so sehr von den auch sonst bekannten Faktoren der Therapie abweichen, als es bisher den Anschein hatte. Ob es zweckmäßig ist, eine Heilsuggestion, die sich von einer gewöhnlichen Behauptung oder Versicherung kaum prinzipiell unterscheidet, fürderhin noch als Suggestion zu bezeichnen, wollen wir später untersuchen, wenn wir uns die Frage vorlegen, welches das wesentlichste Merkmal des Begriffes der Suggestion sei. Für jetzt möge uns der Nachweis genügen, daß die therapeutische Suggestion weder mit einer positiven oder negativen Hallzuination, noch mit einer Perversion der Sinnesempfindungen etwas zu tun hat, ebenso wie der Hypnotherapeut, von seltenen Ausnahmen abgesehen, von der Hervorrufung von Lähmungen und Kontrakturen sowohl, wie von der Verwandlung der Persönlichkeit, sowie von den anderen, psychologisch interessanten Experimenten Abstand nehmen kann oder vielmehr muß, wenn er seine ärztliche Befugnis nicht überschreiten will.

Nachdem wir die Technik der Suggestion in der Hypnose besprochen und dabei gefunden haben, daß die Bedeutung der hypnotischen Suggestion sich in der Regel nur auf die nämlichen Faktoren, als da sind Erziehung, Ermahnung, motivierende Überzeugung und Belehrung etc., gründen kann, wie sie sich auch im wachen Zustand als wirksam erweisen, ist es interessant zu sehen, welche Bedeutung der Suggestion im Wachleben von den einzelnen Autoren zugemessen wird. REGNAULT (53) weist in einer Reihe von Fällen nach, daß die Vorliebe oder der Ekel vor gewissen Speisen durch Suggestion entstanden sei. Je nach der Auffassung des Begriffes der Suggestion ließe sich über diese Behauptung streiten. Sicherlich wird man jedoch zugeben müssen, daß Abneigung und Vorliebe für gewisse Speisen nicht selten durch zufällige oder unmotivierte Verknüpfung von angenehmen oder unangenehmen Affekten mit den Geschmackseindrücken zustande kommt, insofern, als diesen Assoziationen eine sachliche Berechtigung nicht zukommt. - Über die Entstehung von Zwangsvorstellungen macht ARIE de JONG (54) einige interessante Bemerkungen. Er weist nach, daß es sich dabei um Autosuggestionen handelt und betont, daß man für diese stets einen suggerierenden Faktor, eine  cause suggérante  aufsuchen müsse; so sei z. B. häufig für die Agoraphobie [Platzangst, wp] der suggerierende Faktor das Schwindelgefühl, das die Kranken aus irgendwelchem Grund einmal oder auch häufiger beim Gehen über einen Platz empfunden haben. KORNFELD (55) und BIKELES betonen die Rolle der Suggestion und der Träume bei der Entstehung von Größenideen, z. B. bei Paralytikern. Es ist von Wert, zu bemerken, daß Größenideen vielen Geisteskranken nicht nur suggeriert werden können, sondern daß sie ihnen in der Tat nicht selten durch die suggestiven Fragen des nach einem Wahnsystem fandenden Arztes suggeriert werden. - FOREL (56) veröffentlicht einen Fall der Erkrankung, die durch die Beschäftigung mit dem Spiritismus entstanden und durch Anwendung des Hypnotismus geheilt worden sein soll; es handelt sich um eine halluzinatorische Paranoia. In dieses Kapitel des Vorkommens hypnotischer Phänomene im Wachleben gehört wohl auch die Beobachtung BERNHEIMs (57), der nach Typhus und anderen Infektionskrankheiten, aber auch bei gänzlich Gesunden ohne jede Suggestion kataleptische Zustände, ferner Kontrakturen, automatische Bewegungen usw. hat eintreten sehen. Er erklärt diese Erscheinungen durch eine Herabsetzung der intellektuellen Initiative, in der das Gehirn die Idee der passiv hervorgerufenen Stellung festhält. Wir glauben, daß diese Phänomene in den Rahmen der hysterischen Autosuggestionen hineingehören.

Zur Statistik der Hypnose haben van RENTERGHEM und van EEDEN einen wertvollen Beitrag geleistet. Sie berichten über 1089 Fälle, die in ihrer ausschließlich der Psychotherapie im weitesten Sinne gewidmeten Klinik in Amsterdam behandelt wurden. Von diesen verhielten sich 5,33 % der Hypnose gegenüber refraktär; 42, 78 % kamen in leichten Schlaf; 40, 87 % in tiefen Schlaf; 11, 61 % wurden somnambul. Von den Behandelten waren 529 Männer, 560 Frauen; es wurden alle Krankheiten ohne Unterschied aufgenommen. Über die Erfolge der Behandlung werden wir weiter unten referieren. BRAMWELL (58) studierte die Frage, ob es leichter sei, gesunde oder nervenkranke Personen in Hypnose zu bringen, an einem größeren Material. Er fand, daß von 100 nervengesunden Personen kein einziger sich refraktär erwies; 12 wurden leicht, 40 tief, 48 somnambul hypnotisch. Es zeigten sich 92 Erfolge beim erstenmal, während bei den anderen höchstens 4 Versuche notwendig waren. Bei 100 anderen Personen hingegen, die ausnahmslos schwer nervenkrank waren, fand sich folgendes prozentuale Verhältnis: refraktär waren 23, leicht hypnotisiert wurden 35, tief 13, somnambul 29. Von dieser Gruppe wurden 51 beim erstenmal hypnotisiert, während die höchste Versuchszahl 15 betrug. Wenn auch zugegeben werden muß, daß diese Statistik auf äußerste Exaktheit keinen Anspruch erheben darf, da es schwer fällt und fast gänzlich dem subjektiven Ermesse des Hypnotiseurs und der Versuchsperson anheimgegeben scheint, zu entscheiden, ob eine Person schon leicht hypnotisiert ist oder noch nicht, abgesehen von anderen Schwierigkeiten, so ist doch hierdurch ein Beweis für die Behauptung geliefert, die FOREL schon früher aufgestellt hatte, daß gesunde Personen leichter zu hypnotisieren sind, als Nervenkranke. Daß dadurch unsere früher erhobenen, ethischen Einwürfe gegen die tiefen Somnambul-Hypnosen nicht widerlegt werden, bedarf keiner ausdrücklichen Erwähnung. Die Versuche, die BÉRILLON (59) an Kindern angestellt hat und die im Großen und Ganzen das gleiche Resultat ergaben, sollen in einem der folgenden Abschnitte eine Besprechung finden, der die pädagogische Bedeutung des Hypnotismus erläutert.

Hieran schließt sich die Darstellung der Erfolge der hypnotischen Behandlung. Zunächst soll an dieser Stelle der Erfolge gedacht werden, die in der Klinik von van RENTERGHEM und van EEDEN erzielt wurden. Das Resultat der Behandlung, die sich auf Kranke aller Art erstreckte, war: erfolglos behandelt wurden 17,81 %; leichte Besserung erfuhren 21,02 %; wesentliche Besserung 23,69%; Heilung 28,29 %; Erfolg unbekannt bei 9,18%. Leider fehlt bei dieser Statistik die Angabe der durchschnittlichen Dauer der Behandlung. Von den sonstigen Erfolgen, die in der neueren Literatur berichtet worden sind, möchten wir folgende bemerkenswertere hervorheben: GROSSMANN hat bei organischen Lähmungen gute Erfolge von der Suggestionsbehandlung gesehen; er gibt eine Darstellung seiner Auffassung über die Art des Zustandekommens dieser Erfolge auf der 66. Naturforscher-Versammlung in Wien 1894. STADELMANN (60) hat die Hypnose in mehreren Fällen von akutem Gelenkrheumatismus mit gutem Erfolg verwendet. WETTERSTRAND veröffentlicht eine Reihe von Fällen, in denen chronischer Morphinismus, Opiumgenuß, Kokainismus und Chloralismus durch Suggestion und Hypnose geheilt wurden. BERNHEIM (61) hat Lungenaffektionen, auch Phthisen [Schwindsucht, wp] durch Suggestion gebessert, indem er ihnen die reißenden und stechenden Schmerzen in der Brust und in den Gliedern, die Schlaflosigkeit und den Nachtschweiß nahm. BÉRILLON (62) hat bei Tabikern viele Störungen durch Suggestion zu beseitigen vermocht, was nicht Wunder nehmen darf, da sicherlich auch bei der Rückenmarksschwindsucht viele rein funktionell bedingte Beschwerden vorkommen. SCHMELTZ (63) macht die Amputation einer Mamma [weibliche Brust, wp] wegen eines großen Mammasarkoms [Brustgeschwulst, wp] in der Hypnose und betont dabei, daß man dem Kranken vor einer solchen Amputation nicht den Tag nennen dürfe, an dem sie operiert werden sollen; man laufe sonst Gefahr, die Hypnose mißlingen zu sehen, wegen der Angst, die das Einschlafen verhindert. Wir haben ähnliche Erfahrungen bei Zahnextraktionen in Hypnose gemacht. BAUER (64) hat die casuistischen Erfolge der Poliklinik FORELs veröffentlich, DELIUS diejenigen seiner eigenen Praxis. Über Hysteria gravis haben GERSTER (65) und von KRAFFT-EBBING (66) Mitteilungen gemacht. GERSTER veröffentlicht einen Fall von hysterischer Kontraktur und Aphonie [Stimmverlust, wp], der durch Wachsuggestion geheilt wurde. KRAFFT-EBBING spricht sich sehr resigniert über die hypnotisch-suggestive Behandlung der Hysterie aus, indem er angibt, daß die meisten Fälle mißlingen und der Erfolg die Ausnahme bildet. In neuester Zeit teilt derselbe Verfasser (67) einen Fall von Hysteria gravis mit, wo die Suggestivbehandlung wiederum versagte, während die Kastration einen dauernden Erfolg herbeiführte. Nach unserer Erfahrung ist durch konsequente und sorgfältige Psychotherapie, die in geeigneten Fällen mit einer hypnotischen Behandlung kombiniert werden kann, auch bei der schwersten Hysterie unbedingt stets ein Erfolg zu erzielen, wenn Arzt und Patient die erforderliche Ausdauer besitzen; die chirurgische Behandlung der Hysterie betrachten wir ebenfalls nur unter dem Gesichtswinkel der Suggestion. - Endlich sei noch erwähnt, daß VOISIN (68) seit vielen Jahren Geisteskranke jeder Art hypnotisch behandelt und geheilt haben will; seine Mitteilungen darüber sind jedoch wertlos, da er auf eine exakte Begründung der Diagnose verzichtet.

LITERATUR: Leo Hirschlaff, Kritische Bemerkungen über die Lehre vom Hypnotismus, Nach einem Vortrag gehalten am 30. Juni 1898 in der Psychologischen Gesellschaft, Abteilung Berlin, Zeitschrift für Hypnose, München 1898
    Anmerkungen
    1) ALBERT MOLL, Der Hypnotismus, 3. Auflage, Berlin 1895
    2) AUGUSTE FOREL, Der Hypnotismus, 3. Auflage, Stuttgart 1895
    3) BERNHEIM, Hypnotisme, Suggestion, Psychothérapie, Paris 1891
    4) van RENTERGHEM und van EEDEN, Psychotherapie, Paris 1894
    5) CHARLES LLOYD-TUCKER, Psychotherapie, übersetzt von TATZEL nach der 3. Auflage, Neuwied 1895
    6) L. LOEWENFELD, Lehrbuch der gesamten Psychotherapie mit einer einleitenden Darstellung der Haupttatsachen der medizinischen Psychologie
    7) STOLL, Hypnotismus und Suggestion in der Völkerpsychologie, Leipzig 1894
    8) BALDWIN, Psychologie der Kinder, Berlin 1898
    9) PIERRE JANET, L'automatisme psychologique, Paris 1889
    10) HANS SCHMIDKUNZ, Psychologie der Suggestion, Leipzig 1894
    11) WILHELM WUNDT, Studie über Hypnotismus, Leipzig 1886
    12) MAX HIRSCH, Zur Begriffsbestimmung der Hypnose, Deutsche Medizinische Zeitung, 1895, Nr. 91
    13) WEGNER, Nervosität und psychische Heilbehandlung, Zeitschrift für Hypnose, Bd. V, 1895
    14) LIÉBEAULT, Du sommeil etc., Paris 1866
    15) R. W. TATZEL, Warum wird der Wert des therapeutischen Hypnotisms noch immer so wenig erkannt?, Zeitschrift für Hypnose, Band IV, 1895
    16) AUGUSTE FOREL, Der Hypnotismus, 3. Auflage, Stuttgart 1895
    17) GROSSMANN, Die Erfolge der Suggestionstherapie bei organischen Lähmungen und Paralysen. Vortrag auf der 66. Naturforscherversammlung in Wien 1894.
    18) KORBINIAN BRODMANN, Zur Methodik der hypnotischen Behandlung, Zeitschrift für Hypnose, Bd. VI, 1897
    19) A. DÖLLKEN, Beiträge zur Physiologie der Hypnose, Zeitschrift für Hypnose, Bd. IV, 1895
    20) BONJOUR in "Revue de l'hypnotisme, Bd. X, 1896
    21) WETTERSTRAND, a) Die Heilung des chronischen Morphinismus etc. mit Suggestion und Hypnose. b) Über den künstlich verlängerten Schlaf, besonders bei der Behandlung von Hysterie
    22) JOHN W. FORD, The treatment by suggestion with and without Hypnosis, Journal of mental diseases, Bd. XLIII, April 1897
    23) PAUL FAREZ, De l'application de la suggestion chez les aliénés, "Revue de l'hypnotisme", 1886
    24) LIÉBEAULT, Classification des degrés su sommeil provoqué, "Revue de l'hypnotisme, 1886
    25) BERNHEIM, De la suggestion dans l'état hypnotique etc. Paris 1886
    26) GROSSMANN, Zur Suggestiv-Behandlung der Gelenkkrankheiten, mit besonderer Berücksichtigung des chronischen Gelenkrheumatismus und der Gicht, Zeitschrift für Hypnose, Bd. III, 1894
    27) von SCHRENCK-NOTZING auf dem Kongress für Psychologie, München 1896
    28) HILGER auf dem Kongress für Psychologie, München 1896
    29) H. DELIUS, Erfolge der hypnotisch-suggestiven Behandlung in der Praxis, Zeitschrift für Hypnose, Bd. V, 1897
    30) W. BRÜGELMANN, Suggestive Erfahrungen und Beobachtungen, Zeitschrift für Hypnose, Bd. IV, 1895
    31) STADELMANN, Einige Bemerkungen zu den suggestiven Erfahrungen und Beobachtungen BRÜGELMANNs, Zeitschrift für Hypnose Bd. IV, 1895
    32) L. LOEWENFELD, Hypnotischer oder hysterischer Somnambulismus, Zeitschrift für Hypnose, Bd. V, 1896
    33) OSCAR VOGT, Spontane Somnambulie in der Hypnose, Zeitschrift für Hypnose, Bd. VII, 1898
    34) CROCQ FILS, L'hypnotisme scientifique, Paris 1892
    35) F. KÖHLER, Experimentelle Studien auf dem Gebiet des hypnotischen Somnambulismus
    36) von KRAFFT-EBBING, Experimentelle Studien auf dem Gebiet des Hypnotismus, 2. Auflage, Stuttgart 1889
    37) JOLLY, Hypnotismus und Hysterie, Münchner medizinische Wochenschrift, 1894, Nr. 13
    38) von SCHRENCK-NOTZING, in den Jahresberichten über Hypnotismus etc., "Revue de l'hypnotisme, Bd. IX, X etc.
    39) E. GLEY, Étude sur quelques conditions favorisants l'hypnose chez les animaux, L'année psychologique, II. Jahrgang 1896
    40) WARTHIN, siehe Literatur-Übersicht von SCHRENCK-NOTZING, "Revue de l'hypnotisme, Bd. IX, 1894
    41) C. RINGIER, Zur Redaktion der Suggestion bei Enuresis nocturna, Zeitschrift für Hypnose, Bd. VI, 1897
    42) CULLERE, L'incontinence d'urine et son traitement par suggestion, Archive de Neurologie, 1886, Nr. 7
    43) C. RINGIER, Einige Betrachtungen zur Suggestivbehandlung, Zeitschrift für Hypnose, Bd. III, 1894
    44) TATZEL, Zeitschrift für Hypnose, Bd. IV, 1895
    45) A. VOISIN, Hystéro-catalepsie, "Revue de l'hypnotisme, Bd. X, 1895
    46) STEMBO, Bemerkungen zur Suggestivtherapie, 1896
    47) TISSIÉ a) Traitement des phobies par la suggestion et par la gymnastique médicale, "Revue de l'hypnotisme", Bd. X, 1895; b) Rêves provoquées das un but thérapeutique
    48) EWALD HECKER, Über das Verhältnis der psychischen Behandlung im Wachzustand zur hypnotischen Therapie, Vortrag auf dem Kongress von 1897
    49) PAUL RANSCHBURG, Beiträge zur Frage der hypnotisch-suggestiven Therapie
    50) L. LOEWENFELD, Lehrbuch der gesamten Psychotherapie mit einer einleitenden Darstellung der Haupttatsachen der medizinischen Psychologie
    51) THEOBALD ZIEHEN, Psychotherapie, Lehrbuch der allgemeinen Therapie und der therapeutischen Methodik von EULENBURG und SAMUEL, Berlin und Wien 1898
    52) WILLIAM HIRSCH, Was ist Suggestion und Hypnotismus, Berlin 1896
    53) F. REGNAULT, Philies et phobies alimentaires, "Revue de l'hypnotisme", Bd. X, 1895
    54) ARIE de JONG, Über Zwangsvorstellungen, Vortrag auf dem Moskauer Kongress
    55) KORNFELD und BIKELES, siehe Literatur-Übersicht von SCHRENCK-NOTZING, "Revue de l'hypnotisme", Bd. IX, 1894
    56) FOREL, Durch Spiritismus erkrankt und durch Hypnotismus geheilt, Zeitschrift für Hypnose, Bd. III, 1894
    57) BERNHEIM, De l'attitude cataleptiforme dans la fiévre typhoide et dans certains états psychiques, "Revue de l'hypnotisme", Bd. X, 1895/96
    58) J. MILNE BRAMWELL, Personally observed Hypnotic Phaenomena; and what is Hypnotism? Proceedings of the Society of Psychical Research, Part 31, 1896
    59) E. BÉRILLON, Des Indications de la suggestion hypnotique en pédiatrie, "Revue de l'hypnotisme", Bd. X, 1895
    60) H. STADELMANN, Der akute Gelenkrheumatismus und dessen psychische Behandlung.
    61) BERNHEIM, La thérapeutique suggestive dans les affections pulmonaires, "Revue de l'hypnotisme", Bd. X, 1895
    62) E. BÉRILLON, "Revue de l'hypnotisme", Bd. X, 1895
    63) SCHMELTZ, Opérations chirurgicales faites pendant le sommeil hypnotique, "Revue de l'hypnotisme", Bd. V, 1897
    64) C. BAUER, aus der hypnotischen Poliklinik des Herrn Prof. FOREL in Zürich, Zeitschrift für Hypnose, Bd. V, 1897
    65) C. GERSTER, Ein Fall von hysterischer Kontraktur, Zeitschrift für Hypnose, Bd. III, 1894
    66) RICHARD von KRAFFT-EBBING, Zur Suggestiv-Behandlung der Hysteria gravis
    67) von KRAFFT-EBBING, Arbeiten aus dem Gesamtgebiet der Psychiatrie und Neuropathologie, Heft III, Leipzig 1898
    68) A. VOISIN, Emplio de la suggestion hypnotique dans certaines formes d'aliénation mentale, Paris 1897