tb-1tb-1DrobischDrieschLotzeWundtTheorie der Typen-Einteilungen     
 
BENNO ERDMANN
Aufgabe und Einteilung der Logik
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"An den formulierten Problemen hängt der Fortschritt aller Wissenschaft."

"Es ist die Aufgabe des wissenschaftlichen Denkens, ein wohlgeordnetes System von allgemeingültigen Urteilen über das Wirkliche, ein gedankliches Gegenbild des Seienden, zu gewinnen."

"Die Wahrheit oder, wie wir dafür auch sagen dürfen, die strenge Allgemgeingültigkeit unseres Wissens ist ein  Ideal  des Denkens, das auf dem Gebiet der Wissenschaften von Tatsachen niemals völlig erreichbar ist."

Kapitel 1
Einleitende Bestimmungen über die Arten des Denkens

1. Methodologisch betrachtet sind alle Wissenschaften systematisch geordnete Inbegriffe von begründeten  Behauptungen,  von  Benennungen  und  Problemen.  Beispiele für diese drei Formen unseres Denkens mögen sein: Die Psychologie ist ein Inbegriff begründeter Behauptungen über den Bestand der geistigen Lebensvorgänge und deren gesetzmäßigen Zusammenhang untereinander, sowie mit den mechanischen Lebensvorgängen - Geistig nenne ich alle Lebensvorgänge, die sich nicht auf Bewegungen als Ortsveränderungen zurückführen lassen, obgleich sie mit solchen mechanischen Vorgängen durchgängig gesetzmäßig verknüpft sind - Gibt es geistige Lebensvorgänge oder sind sie Vorgänge in uns, die wir geistige nennen, etwa nur unzureichend erkannte Bewegungen in den Zentralteilen unseres Nervensystems?

2. Den Behauptungen, Benennungen und Problemen ist das gemeinsam, daß sie sich in Form von Sätzen darstellen, das ist, daß sie, wie wir sagen wollen, sprachlich  formuliert  sind. Aus diesem Grund bezeichnen wir weiterhin jene drei Formbestandteile unseres Wissens als  Aussagen  im weitesten Sinne oder  formulierte Urteile.  "Aussagen" im weitesten Sinne sind also die Fragen, in denen wir die Probleme darstellen und die Benennungen nicht weniger, als die Behauptungen jeder Art, weil jene beiden ebensowohl sprachlich formuliert sind, wie diese. Die Art und Weise der sprachlichen Formulierung bleibt dabei vorerst unbestimmt: Die Sätze brauchen nicht gesprochen zu sein; sie können auch lautlos vollzogen oder schriftlich formuliert, d. h. hier, gelesen oder geschrieben sein. Sie können in allen diesen Formen der Sprache im weiteren Sinne auch unvollständig formuliert oder in nur einem Satzwort enthalten sein. Es ist auch nicht notwendig, daß sie in Worten geprägt sind; an deren Stelle können ideogrammatische Zeichen jeder Art treten, z. B. algebraische oder stöchiometrische [chemische Rechnung, wp] Formeln. Auch die  formulierten Urteile  sind in weiterem Sinn zu nehmen, wie eine altgewohnte Überlieferung das tut. Denn jedes behauptete Urteil setzt Benennungen voraus oder schließt sie ein; und die Probleme, also die Fragen im eigentlichen Sinne, gehören ebensowohl in den Bestand einer jeden Wissenschaft, wie die Behauptungen und Benennungen. An den formulierten Problemen hängt der Fortschritt aller Wissenschaft.

Die Aussagen oder formulierten Urteile bilden die Formelemente für das Gewebe unseres formulierten Denkens.  Formuliertes Denken,  Aussagen oder formuliertes Urteilen sind also für uns Ausdrücke gleichen Inhalts. Hier rechtfertigt der Sprachgebrauch die Weite, in der wir die Elemente des formulierten Denkens eben genommen haben. Denn daß die Benennungen und Problemfragen Formen unseres Denkes sind, ist seit alters als selbstverständlich angesehen worden.

3. Nicht alles wissenschaftliche Denken ist jedoch formuliertes. Der Mathematiker kann aus zwei parallelen, von einer dritten geschnittenen Geraden, auch wenn kein Punkt und Winkel durch einen Buchstaben bezeichnet ist, eine Fülle von geometrischen Beziehungen herausdenken; und er kann in stillem Nachdenken eine Mannigfaltigkeit solcher Beziehungen gestalten, ohne daß er irgendwelcher sprachlicher Symbole bedarf. Dem Geologen können sich bei der Beobachtung etwa einer Geysir-Eruption, dem Botaniker bei der mikroskopischen Untersuchung der Lebensvorgänge in einer Zelle reiche Vergleiche und Unterscheidungen aufdrängen, ohne daß ihm anderes innerlich gegenwärtig wird, als Bilder der Gegenstände, die diesen Denkoperationen dienen. Dem Historiker, der auf einer antiken Kulturstätte steht, können sich ganze Szenen des verschwundenen Lebens entrollen, das sich auf diesem Boden abgespielt hat. Eine Fülle von Gesichten kann sich in solchen Augenblicken im Geist des Forschers zusammendrängen und längst Gesuchtes erhellen oder Unerwartetes finden lassen. Es können also Augenblicke sein, in denen die wissenschaftliche Produktion auf das höchste gesteigert ist. Dann erleben wir in typischer Form ein Denken, das wir nach seinem Unterschied vom formulierten als  unformuliertes,  nach seiner Eigenart als  intuitives  bezeichnen müssen. Auch auf diesem Weg finden wir sowohl Behauptungen wie Probleme; nur Benennungen können auf ihm nicht angetroffen werden.

Es ist unbillig, diese "Einfälle" oder Intuitionen, die auf jedem Gebiet wissenschaftlichen Denkens ebenso möglich sind, wie in allen Arten unseres künstlichen Schaffens, so hart zu beurteilen, wie das LESSING gelegentlich (am Schluß der Hamburgischen Dramaturgie) getan hat. Aber es unterliegt auch keinem Zweifel, daß sie nicht die geringste Bürgschaft dafür in sich selbst tragen, gültige Behauptungen oder zutreffende Problemstellungen zu sein. Sollen wir ihrer Geltung sicher werden, so müssen wir sie fixieren, in ihre Bestandteile zerlegen und zusehen, ob sie der Begründung standhalten. Zu dem allen bedürfen wir jedoch der Aussagen im obigen weiten Sinne. Wir können unsere Gedanken im allgemeinen nur festhalten, indem wir sie isolieren; und dazu bedürfen wir der Worte oder ideogrammatischer Zeichen, durch die wir sie symbolisieren. Wir können sie nur analysieren, indem wir uns Rechenschaft darüber geben, wovon und was ausgesagt wird, sie also in Aussagen fassen. Und wir können sie nur auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen, indem wir sie aus den Daten ableiten, durch die sie als Folgen gesetzt sind. Führt diese Ableitung über den Bestand einer vorliegenden Wahrnehmung hinaus, faßt der Gedanke also nicht lediglich Bestandteile irgendeines Wahrnehmungsinhalts vergleichend oder unterscheidend zusammen, so muß eine jede solche Begründung, soll die Kraft ihrer Argumente gesichert werden, gleichfalls in Aussagen formuliert werden. Das intuitive Denken geht also unter allen diesen Bedingungen in das formulierte über. Versuchen wir gar, das intuitiv Gedachte mitzuteilen, so versteht sich dieser Übergang in das sprachliche Denken von selbst. Die intuitiven Urteile werden somit nur dadurch zu Bestandteilen des wissenschaftlichen Denkens, daß sie formuliert werden.

Wir dürfen demnach sagen:  alle Wissenschaft vollzieht sich durch Denken,  und, indem wir einen Teil für das Ganze nehmen: alle mitteilbare Wissenschaft vollzieht sich durch formuliertes Denken. Daraus ergibt sich ohne weiteres, daß wir, wie oben, so auch später, vom intuitiven Denken nur in der Form des formulierten reden können und daß jenes nur, soweit es in Aussagen gefaßt werden kann, einen Gegenstand der logischen Untersuchung bildet. Wo daher im Nachstehenden von  Denken  ohne weiteren Zusatz gehandelt wird, ist stets das formulierte, in Aussagen vollzogene Denken gemeint.

4. Nicht alles Denken ist jedoch wissenschaftlich. Auch das  unwissenschaftliche  Denken kann intuitiv sein: in den dichterischen Konzeptionen von Persönlichkeiten, Situationen und Handlungen, in den praktischen Kombinationen eines Politikers oder Großkaufmanns, selbst in gehobenen Stimmungen und inneren Bildern solcher, die von keinem Hauch wissenschaftlichen Denkens berührt sind. Es liegt durchaus nicht im Wesen des intuitiven Denkens, daß die ihm innewohnende Aufmerksamkeit auf Großes oder Allgemeines gerichtet ist, obgleich es in dieser seiner "ekstatischen" Form als "anschauendes" Denken, zuerst angelegt in PLATONs Lehre von der Wiedererinnerung, wohl ausschließich beachtet worden ist. Ansätze zu einem Vergleichen und Unterscheiden von Vorstellungsinhalten mit Einschluß der Wahrnehmungen finden wir schon bei Kindern, die noch nicht zum Verständnis der Sprache, geschweige denn zum eigenen Sprechen gekommen sind, sowie bei Tieren, denen eine entwickelte Sprache überhaupt fehlt. Wir können jene erstbesprochene Art des intuitiven Denkens aufgrund der Tiefe und Höhe seines sachlichen Gehalts, infolge der ihm nicht selten eigenen produktiven Energie und auch wegen seines unwillkürlichen, plötzlichen, von der Stimmung abhängigen Auftretens als über- oder  hyperlogisches  bezeichnen. Dann aber müssen wir die eben angedeuteten Vorstufen gleichfalls als ein unter- oder  hypologisches  anerkennen. Durch das formulierte Denken also unterscheiden wir uns deutlicher von allen anderen, auch den uns nächststehenden in Gemeinschaft lebenden Tieren, als durch das intuitive.

Das unwissenschaftliche Denken kann ferner auch ein formuliertes sein. Es vollzieht sich nicht weniger zumeist in Aussagen, als das wissenschaftliche. Wir kommen also zu einer zweiten, der Gliederung in formuliertes und intuitives gleichgeordnetes Einteilung unseres Denkens in  wissenschaftlichess und unwissenschaftliches. 

5. Den Ausgangspunkt für alle Arten unseres Denkens, also auch das formulierte wissenschaftliche und unwissenschaftliche, bilden die Gegenstände, die uns in der Wahrnehmung, der sinnlichen oder der Selbstwahrnehmung (unserer Gefühls- und Vorstellungs-, sowie daraufhin unserer Willensvorgänge) gegeben werden. Das  Denken überhaupt  vollzieht sich bei allen diesen Gegenständen, wie wir vorläufig sagen wollen, in einem  Vergleichen oder Unterscheiden.  Gegenstände werden also gedacht, indem sie verglichen oder unterschieden werden. Die gedankliche Bestimmung der wahrgenommenen Gegenstände und der aus ihnen abgeleiteten (der erinnerten usw.) erfolgt jedoch im  unwissenschaftlichen  Denken auf andere Weise, als im wissenschaftlichen. Dort entwickelt sich die gedankliche  Ordnung  der Gegenstände nach deren auffälligsten Merkmalen, Bestandteilen und Beziehungen. Ethnologische Sprachdaten, psychologische Erwägungen und etymologische Schlüsse auf den primitiven Bedeutungsgehalt alter Worte machen sicher, daß diejenigen eben genannten Bestimmungsweisen das ursprüngliche Weltbild beherrschen, die sich der sinnlichen Wahrnehmung, weiterin auch dem Selbstbewußtsein, durch ihre Stärke, Häufigkeit usw. am meisten aufdrängen, oder die Aufmerksamkeit durch ihren Affektwert, d. h. durch ihre Bedeutung für die Lust und Unlust, das Fürchten und Hoffen, Tun und Lassen insbesondere fesseln. Diese Ordnung stellt sich in dem primitiven, noch von wissenschaftlicher Überlegung freien Denken zumeist unwillkürlich her und reicht im allgemeinen nur so weit, wie die praktischen Bedürfnisse des täglichen Lebens führen. Für diese Zwecke soll es über das Wirkliche orientieren. Geben wir dem Wort  anschaulich  die weitere, über das bloß Räumliche hinausgehende Bedeutung, daß es alle jene nächstliegenden Bestimmungsweisen zusammenfaßt, so können wir das Ergebnis des unwissenschaftlichen Denkens nach Gehalt und Ziel als  praktische Weltanschauung  bezeichnen.

Dem  wissenschaftlichen  Denken sind andere Aufgaben gestellt; es führt dementsprechend zu einem anderen Weltbild. Sein Ausgangspunkt ist zwar der gleiche; aber wir suchen in seinen Aussagen  allgemeingültige  Bestimmungen über die Beschaffenheit und die Beziehungen der Gegenstände zu gewinnen, die sich uns in der Wahrnehmung darbieten oder aus diesen unmittelbar gegebenen Bewußtseinsinhalten abgeleitet werden können. Die Ordnung der Gegenstände, die es vollzieht, entspringt daher nicht den auffälligsten, sich unwillkürlich aufdrängenden und deshalb durch die Muttersprache nahegelegten Bestimmungen, sondern solchen, die sich bei sorgsamer, durch alle Hilfsmittel methodischer Forschung instrumentierter Beobachtung, sowei aus notwendigen Forderungen unseres Denkens als eigentümliche oder gemeinsame ergeben. Die physikalisch-chemische Analyse des Wassers z. B., die zoologische des Walfisches, die historische der Bedingungen, die zum Ausbruch des ersten schlesischen Krieges führten, liefern die Bestimmungen, die mit den anschaulich nächstliegenden nur wenig gemein haben. Die wissenschaftliche Ordnung der Gegenstände möglichen Denkens richtet sich daher nicht sowohl nach den praktischen Bedürfnissen des vorstellenden Subjekts, sondern vielmehr nach den Beschaffenheiten und Beziehungen der Gegenstände selbst. Wissenschaftliches Denken oder Wissen ist seinem Ziel nach  allgemeingültiges Urteilen.  Wollen wir diese Eigenart des wissenschaftlichen Denkens kurz bezeichnen, so können wir sagen, es führe zu einer  theoretischen Weltauffassung. 

6. Die praktische Weltanschauung und die theoretische Weltauffassung sind repräsentative Typen, wie etwa die nur scheinbar festen Arten der Organismen und Staatsformen, die durch fließende Übergänge miteinander zusammenhängen. Diese hat sich aus jener entwickelt und bleibt mit ihr auch bei fortschreitender Ausbildung in unlösbarem Zusammenhang. Die Geschichte des wissenschaftlichen Denkens zeigt, daß dessen erste Wurzel in der Not des Lebens liegt. Diese drängt im Fortschritt der praktischen Bedürfnisse zu immer sorgsamerer gedanklicher Bestimmung der Tatsachen. Das Wissen selbst aber ist eine Macht, der die Kraft innewohnt, sich durch sich selbst vergrößernd weiter zu wachsen. Eine zweite, langsam ansetzende, dann aber schnell erstarkende Wurzel des wissenschaftlichen Denkens liegt in unserem Kausalitätsbedürfnis. Dieses ist, wie vorläufig gesagt werden mag, in der Unruhe gegründet, die schon dem beginnenden Denken eigentümlich ist, auf alle Fragen, die das bereits erworbene Denken aufwerfen läßt, befriedigende Antworten zu verlangen, auch wenn sie ohne unmittelbare praktische Bedeutung sind, und selbst dann, wenn die Antworten infolge der Mängel des vorhandenen Wissens Befriedigung mehr vortäuschen, als verbürgen.

Dieses Kausalitätsbedürfnis wir in der Entwicklung der Gesamtheit wie des Einzelnen zuerst fast ausschließlich durch die Gemütsbewegungen genährt und geleitet, die der Kampf um das Dasein in dem noch ohnmächtigen, aber zur Herrschaft berufenen Menschen erregt. Es steht somit ursprünglich im Dienst des religiösen Vorstellungs- und Gefühlslebens, das die praktische Weltanschauung beherrscht. In dieser Dienststellung führt es dazu, den Ursprung und den Verlauf der Naturereignisse sowie die Geschicke der Einzelnen und der Völker, soferns sie das Gemüt bewegen oder sich mit irgendwie sonst entstandenen Gemütsbewegungen verflechten, aus dem Einfluß menschenähnlicher und doch übermenschlicher Wesen zu erklären. Die Geschichte aller Religionsstufen, vom Fetischismus bis zu den mannigfachen Formen des Monotheismus, läßt erkennen, wie tief die anthropopathische Kausaldeutung in den Gemütsbedürfnissen des Menschen wurzelt.

Eben jenes Kausalitätsbedürfnis führt zur Wissenschaft, wo es, aus dieser Dienststellung sich lösend, die Frage möglich macht, welches der gesetzmäßige Zusammenhang des Wirklichen sei. Wir staunen über das Wirkliche, wo wir, Antwort suchend, diese Frage stellen. So wird das Staunen, das schon PLATON und ARISTOTELES den Anfang der Philosophie genannt haben, als Ausfluß des selbständig gewordenen Kausalitätsbedürfnisses zum Anfang des wissenschaftlichen Denkens und damit, allerdings nur für unsere Vorstellung, nicht für unser ganzes Sein, "der Menschheit bester Teil".

Die theoretische Weltauffassung hat sich jedoch nicht nur aus der praktischen Weltanschauung heraus entwickelt, sondern sie löst sich auch niemals vollständige vom Boden ab, den sie ihren Ursprung verdankt. Unser Wissen durchdringt die Gegenstände, deren Bestimmung ihm oblieg, niemals vollständig. Und das nicht nur deshalb, weil die Aufgaben der Wissenschaft überall ins Unendliche führen, sondern auch deswegen, weil fast alle die Voraussetzungen, von denen unser theoretisches Denken ausgeht, nur scheinbar allgemeingültig sind: insofern sie aus der praktischen Weltanschauung unbesehen einfließen. Allen Einzelwissenschaften sind solche scheinbar selbstverständlichen allgemeinen Voraussetzungen über den Bestand und Zusammenhang des Wirklichen sowie unseres Denkens, wie wir noch sehen werden, tatsächlich gemeinsam. Diejenigen unter diesen Wissenschaften, deren Gegenstände mit unseren Gemütsbedürfnissen eng verknüpft sind, wie die historischen Geisteswissenschaften, vermögen nicht einmal ihren Erkenntnisbestand, geschweige denn die unvermeidlich mitspielende wertschätzende Beurteilung ihrer Gegenstände, von den subjektiven Bedingungen loszulösen, die in der praktischen Weltanschauung wurzeln. Für die Philosophie endlich, also für alle Versuche einer wissenschaftlichen Gesamtauffassung des Wirklichen, gilt das Gleiche in jeder der beiden letztgenannten Rücksichten.

Reine Beispiele für die praktische Weltanschauung sind andererseits schon längst nicht mehr zu finden. Sie kann vielmehr nur auf dem Weg des theoretischen Denkens künstlich und unsicher konstruiert werden. In das praktische Denken der Kulturvölker sind zahlreiche Ergebnisse und manche Methoden unseres Wissens durch tausend Kanäle, in breitem Strom durch den Unterricht, eingeflossen und vielfach zum Gemeingut geworden. Liegt in der erstbesprochenen Abhängigkeit ein Zurückbleiben der theoretischen Weltauffassung hinter den Aufgaben des allgemeingültigen Denkens, so folgt aus dieser, daß die praktische Weltanschauung längst Bedingungen enthält, die über die unmittelbaren praktischen Bedürfnisse weit hinaustreiben.

7. Daraus, daß es  normative  Geisteswissenschaften gibt, wie etwa die Ethik und die Jurisprudenz, folgt kein Einwand gegen die einleitende Ausführung dieses Paragraphen, daß die Formelemente de wissenschaftlichen Denkens sich auf Behauptungen, Benennungen und Probleme zurückführen lassen. Alle Normen unseres sozialen Lebens sind fürs erste Arten von Behauptungen, zwar nicht dessen, was ist, wohl aber dessen, was sein soll. Sodann werden alle jenen Normen, etwa des Rechts, der Sitte oder der Sittlichkeit, Objekte wissenschaftlichen Denkens nur durch den Versuch, strenge Formulierungen und gültige Behauptungen über ihren Bestand und sachlichen Zusammenhang untereinander, sowie über ihren Ursprung zu gewinnen.

Aus dem Umstand, daß unser Wissen vielfach, manche Wissenschaft durchaus, praktischen Zwecken dient, ergibt sich kein Bedenken gegen die Behauptung, daß das Ergebnis des wissenschaftlichen Denkens die theoretische Weltauffassung ist. Auch das Wissen, das rein theoretischen Bedürfnissen entspringt und von solchen ausschließlich beherrscht wird, hat seinen Zweck nicht in sich selbst, sondern in der Förderung unserer sozialen, zuletzt unserer ethischen Kultur. Das Wissen ist nicht nur tatsächlich Macht, sondern es soll Macht sein. Aus diesen Beziehungen des Wissens zum praktischen Leben entspringen die  technischen  oder  praktischen  Wissenschaften, die einen Übergang zur Kunst im weiteren Sinne bilden: z. B. die technologischen Disziplinen der allgemeinen, physikalisch-chemischen Naturwissenschaften, die verschiedenen Arten der landwirtschaftlichen Betriebslehre und Kulturtechnik, die klinische Medizin, die praktische Jurisprudenz, die Pädagogik. Die Aufgabe aller dieser Wissenschaften ist es, die soziale Kultur den Fortschritten des wissenschaftlichen Denkens anzupassen. Aber was alle diese Lehrzweige zu Wissenschaften macht, ist lediglich das theoretische Wissen, das ihre Grundlage bildet. Das wissenschaftliche Denken wird in ihnen also zwar für praktische Zwecke verwertet, aber nicht so, daß es jenen Zwecken angepaßt wird, sondern so, daß jene Zwecke diesem Wissen entsprechend gestaltet werden.

8. Das Ergebnis dieser einleitenden Bestimmungen, daß das Denken im logischen Sinne aussagendes Urteilen ist, gibt dem Wort  Denken  eine strengere Bedeutung, als der allgemeine und eine engere, als der wissenschaftliche Sprachgebrauch ihm vielfach zuerkennt.

Der praktische Sprachgebrauch ist geneigt, jeden Vorstellungsverlauf, der über den Erkenntnisgehalt der bloßen Wahrnehmung hinausführt, z. B. den bloßer Erinnerung, als ein Denken zu bezeichnen: "ich will nicht daran denken". Er schließt dagegen die Aussagen, in denen wir lediglich einen vorliegenden Wahrnehmungsinhalt formulieren, die später so zu nennenden Wahrnehmungsurteile, vom Denken aus.

Die logische Bestimmung des Denkens als aussagendes Urteilen geht auf ARISTOTELES zurück. Im Anschluß an seine Lehrmeinungen pflegt jedoch das Aussagen einseitig auf die Lautsprache bezogen und auf die behauptenden Aussagen beschränkt zu werden, während hier die Sprache in weitester Bedeutung gefaßt ist und die Benennungen und Fragen dem gleichfalls im allgemeinsten Sinne genommenen Aussagen eingeordnet sind.


Kapitel 3
Aufgabe und Voraussetzung des
wissenschaftlichen Denkens

9. Wissen ist seinem Ziel nach allgemeingültiges Urteilen. Die Formelemente des wissenschaftlichen Denkens, die Behauptungen, Benennungen und Fragen, sind also von diesem Gesichtspunkt auseinander nicht gleichgeordnet oder koordiniert. Die Benennungen erscheinen als die logisch formulierten Voraussetzungen der Behauptungen; die Fragen, d. h. die adäquaten Formulierungen der Probleme, sind Durchgangspunkte zu Behauptungen. Nur den Behauptungen kann Allgemeingültigkeit oder, wie sich zeigen wird, Wahrheit im eigentlichen Sinne zukommen. Daraus ergibt sich nicht nur der Sinn der überlieferten Einschränkung des aussagenden Urteilens auf diese Formelemente des logischen Denkens, sondern auch das Verständnis des alten Gedankens, daß das Wissen nicht falsch sein kann.

Es ist demnach die  Aufgabe  des wissenschaftlichen Denkens, die Gegenstände, die uns in der Sinnes- und Selbstwahrnehmung gegeben werden oder aus diesen Quellen abgeleitet werden können, durch allgemeingültige Urteile zu bestimmen. Das gilt auch für die mathematischen Wissenschaften. Denn die Gegenstände selbst der reinen Mathematik, die Mannigfaltigkeiten und Größen, sind als abstrakte Denkgebilde aus dem Bestand unseres Wahrnehmens abgeleitet; ihre Definitionen fassen jedoch nicht Wahrnehmungsinhalte der Sinne, sondern  gedankliche Operationen  zusammen, die in jeder möglichen Bestimmung von Wahrnehmungsinhalten enthalten sind. Die mathematischen Behauptungen dienen also auch, ebenso wie die Aussagen der Wissenschaften von Tatsachen, nur nicht unmittelbar wie diese, sondern mittelbar, der Bestimmung des Wirklichen. Wir können daher auch sagen: es ist die Aufgabe des wissenschaftlichen Denkens, ein wohlgeordnetes System von allgemeingültigen Urteilen über das Wirkliche, ein gedankliches Gegenbild des Seienden, zu gewinnen.

Dieser Aufgabe dienen an ihrer Stelle auch Urteile, die nicht allgemeine, sondern nur  subjektive  Geltung beanspruchen können: "Mein optisches Erinnern gibt deutliche Bilder der Formen, weniger deutliche der Farben; mein stilles formuliertes Denken ist ein inneres Hören". Sie dienen insbesondere der Einschränkung vorschneller Verallgemeinerungen und sind aus diesem Grund in den obigen Fassungen miteingeschlossen.

Es gibt ferner verschiedene Arten allgemeingültiger Urteile. Die allgemeine Geltung eines Urteils ist eine  denknotwendige,  wenn das entsprechende verneinende Urteil denkunmöglich ist: "zwei mal zwei ist vier (zwei mal zwei ist nicht gleich vier)". Bloß  empirische  Allgemeingültigkeit kommt den Behauptungen zu, die lediglich einen vorliegenden Wahrnehmungsbestand formulieren oder einen durch wiederholte Wahrnehmungen gesicherten Erfahrungsbestand registrierend zusammenfassen: "dieser Niederschlag löst sich in Schwefelsäure auf; alle bisher untersuchten Planetenbahnen sind elliptische". Nur  induktiv  allgemeingültig sind die Behauptungen, die aufgrund der bisherigen mögliche künftige Erfahrungen voraussagen: "Dieser Körper ist in Schwefelsäure löslich (wird sich stets in Schwefelsäure auflösen); alle Planetenbahnen (auch die noch nicht untersuchten) sind elliptische; dieses Feuer wird brennen". Solche Urteile enthalten in ihren Ergänzungen und Erweiterungen des beobachteten Wirklichen, in dem also, was sie zu Voraussagen über das nicht beobachtete Wirkliche macht, Momente der Ungewißheit. Sie bedürfen der Bestätigung durch künftige Erfahrungen und vertragen jede Korrektur, die sich aus dem Bestand künftiger widersprechender Erfahrungen ergibt. Endlich bedingen die Lücken unseres Wissens auf dem Gebiet der Tatsachen Urteile, deren Geltung zur Zeit durch ausreichende Beobachtungen nicht gesichert werden kann, deren Allgemeingültigkeit also nur eine  hypothetische  im engeren Sinn ist: "Das Erdinnere kann hohl sein; einige der uns als platonisch überlieferten Briefe können echt sein".

Die allgemeingültigen Urteile der beiden ersten Arten sind  Wahrheiten,  denknotwendige oder empirische; die beiden letzten Arten allgemeingültiger Urteile formulieren lediglich  Wahrscheinlichkeiten  und zwar induktive oder Wahrscheinlichkeiten im engeren Sinne. Die Wahrheit oder, wie wir dafür auch sagen dürfen, die strenge Allgemgeingültigkeit unseres Wissens ist demnach ein  Ideal  des Denkens, das auf dem Gebiet der Wissenschaften von Tatsachen schon aus den eben angegebenen Gründen niemals völlig erreichbar ist. Wir haben daher zu sagen: es ist die Aufgabe des wissenschaftlichen Denkens, einen wohlgeordneten Inbegriff von wahren und - soweit die Bedingungen hierzu fehlen, von wahrscheinlichen Urteilen über die Gegenstände des Denkens zu gewinnen.

10. Die Lösung dieser Aufgabe  setzt voraus,  daß es möglich sei, solche allgemeingültigen Urteile über die Gegenstände des Denkens zu erlangen.

Der Ursprung dieser Voraussetzung liegt in der Selbstzuversicht des Denkens, das schon seine ersten Schritte in der praktischen Weltanschauung leitet, im naiven Glauben an die eigene Kraft, der aus jeder Bestätigung durch die Erfahrung Nahrung zieht. Bedingungen zu einem Denken wollen  sind in dieser Voraussetzung so wenig enthalten, wie in den beiden Gefühlswurzeln des wissenschaftlichen Denkens, der Not und dem Staunen. Auch im weiteren Verlauf des wissenschaftlichen Denkes tritt ein eigentliches Denkenwollen nur gelegentlich auf. Je mehr wir uns in die zu untersuchenden Gegenstände versenken, desto unwillkürlicher vollzieht sich nicht nur das intuitive, sondern auch das formulierte Denken. Man gebraucht das Wort  Wollen  in dem unbestimmt weiten Sinne der praktishen Weltanschauung oder stellt sich auf den schwankenden Boden einer voluntaristischen Psychologie, wenn man das wissenschaftliche Denken als ein "willkürliches" deutet. Es darf nicht einmal  a potiori  [der Hauptsache nach - wp] so charakterisiert werden.

So unwillkürlich jedoch das wissenschaftliche Denken und mit ihm der Glaube an seine eigene Kraft eintritt: die Tatsächlichkeit dieser Zuversicht rechtfertigt ihn nicht und auch die Bewährung durch den Fortschritt der Erfahrung läßt Bedenken offen. Der Einfall allerdings, daß möglicherweise ein böser Geist unser Denken im Kreis herumführe, der dem einflußreichsten unter den Begründern der neueren Philosophie durch die scholastische Lehre von der Güte Gottes eingegeben wurde, ist so müßig und unfruchtbar und wird in der Fassung bei DESCARTES ist. Aber es bedarf solcher Einwendungen nicht, um uns an der Voraussetzung, daß es möglich sei, allgemeingültige Urteile zu erwerben, irre werden zu lassen. Die Urteile der praktischen Weltanschauung vermögen nur ausnahmsweise Allgemeingültigkeit erlangen. Sie werden von den wachsenden individuellen Bedingungen des urteilenden Subjekts nur so weit unabhängig, wie die Gewohnheit der Beobachtung solche subjektiven Eigenheiten abschleift und das praktische Bedürfnis übereinstimmende Aussagen fordert. Wir können jedoch für den Bau der Wissenschaft weder der Materialien, noch der Werkzeuge der Hütten entraten, auf deren Grund und Boden er sich erhebt. Unser wissenschaftliches Denken ist von unbesehenen Voraussetzungen, die dem unwissenschaftlichen Denken entstammen, durchsetzt. Zu diesen  Vorurteilen der praktischen Weltanschauung  kommen solche der  wissenschaftlichen Überlieferung,  die uns auch im engeren Sinne zu Kindern unserer Zeit und zu Enkeln der vergangenen Generationen machen. Das Wissen beginnt auf allen Gebieten mit dürftigen, auf dem Gebiet der Tatsachen mit völlig unzulänglichen Fragestellungen und Problemlösungen. Von diesen unzureichenden Voraussetzungen wird ein Teil, der für die Zeit nächstliegende, in jeder folgenden Periode zu neuen, tiefer eindringenden Problemstellungen und Lösungsversuchen fortgebildet, während der Rest unbesehen bleibt, bis er sich dem fortschreitenden Denken aus gleichen Gründen als unzureichend erweist. Der Fortschritt unseres Denkens ist überdies auf keinem Feld unseres Wissens notwendig ein direkter. Es ist erstaunlich, welche Verwicklungen sich unser Denken gefallen läßt, ehe es dazu kommt, eine unzulängliche, aber naheliegende Hypothese aufzugeben, welche Umwege es einzuschlagen genötigt sein kann, um zu einer neuen, richtigeren Fragestellung zu kommen, in welchem Maße es endlich die Mahnungen rückständiger, durch die herrschenden Hypothesen nicht faßbarer Erscheinungen unbeachtet lassen kann. Außerdem herrscht auch in unserem wissenschaftlichen Denken ein Gesetz der Reaktion. Die mannigfaltigen Wissensströme, die unser Denken erfüllen, verlaufen in sehr verschiedenartigen Richtungen. Ein Wissensgebiet, das sich durch tiefgreifende Analysen, weitreichende Verallgemeinerungen oder gar durch die Bedeutung solcher Fortschritte für die praktischen Kulturaufgaben zweitweilig die Geister erobert, reißt die ihr nächststehenden, allmählich auch weiter entfernte Wissensströme mit sich fort, unter Umständen Generationen hindurch, um dann durch eine analoge Entwicklung einer anderen den Vortritt zu lassen. Wie Flut und Ebbe folgen einander in unserer abendländischen Geschichte der Wissenschaften die Perioden vorwiegend natur- und vorwiegend geisteswissenschaftlichen Gepräges. Und jede solche Umwälzung fordert einen Kampf des Neuen gegen das Bestehende. In der neueren Zeit ist der Verlauf der wissenschaftlichen Entwicklung dadurch noch verschiedenartiger geworden als früher, daß mehr Nationen an der Arbeit des wissenschaftlichen Forschens teilnehmen, von denen jede vor allem ihre eigenen Überlieferungen zum Ausgangspunkt nimmt; wennschon sie stärker als vordem aufeinander angewiesen sind und leichter miteinander verkehren können. Nicht nur die theoretischen, sondern auch die Voraussetzungen der praktischen Weltanschauung werden dadurch vielgestaltiger und vielfach undurchsichtiger. Außer diesen beiden Gruppen von  Vorurteilen des Milieus,  die nicht zum wenigsten in der sprachlichen Überlieferung, der gemeinsprachlichen und der wissenschaftlichen Terminologie, ihren Ausdruck fiden, wirken ebenso differenzierend die  Vorurteile der Individualität.  Wir  werden  nicht nur Verschiedene durch die Verschiedenheit der Reizlagen, denen jeder im Verlauf der ihm eigenen Erfahrung ausgesetzt ist, sondern wir  sind  als Verschiedene  geboren.  Anders malt deshalb in jedem Kopf sich die Welt und damit auch jeder Ausschnitt aus den Gegenständen unseres Wissens. Jede Eigenart aber macht einseitig; und gerade die geistig Hervorragendsten können nicht umhin, allem was sie schaffen, den Stempel ihrer Individualität aufzudrücken. Wir werden daher auch im wissenschaftlichen Denken von den individualisierenden Elementen, die in der praktischen Weltanschauung enthalten sind, nicht frei. Wie unser gesamtes Vorstellen, so hängt auch unser Denken durch tausend Fäden mit unserem Fühlen und Wollen zusammen. Selbstfür das abstrakte wissenschaftliche Denken liegt etwas Wahres in der übertreibenden Behauptung HUMEs, daß unser Denken der Sklave unserer Leidenschaften sei. Wir erfahren es allerwegen: "where there is a will, there is a way" [Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. - wp] Die Wirkung aller dieser Bedingungen tritt in der Geschichte der Wissenschaften zutage: sie lassen uns Ungewisses für Gewisses, undeutlich Gedachtes für deutlich Formuliertes nehmen; sie treiben dazu, unbeachtet zu lassen, was sich bei anders gerichteter Aufmerksamkeit aufdrängen würde und sie schaffen aus dem, was wir wünschen oder fürchten, Wirklichkeiten. Sie machen den Streit, der die Allgemeingültigkeit aufhebt, nach HERAKLITs tiefsinnigem Wort zum Vater aller Dinge. Sie entwickeln in kritisch gestimmten Geistern jene skeptische Gegenströmung gegen die Wissenschaft, die jede Möglichkeit des Wissens leugnet, in religiös vertrauenden jene Geringschätzung des Wissens, die das Forschen hemmt; sie lassen auch den Wissensfreudigen in quälenden Stunden an der Voraussetzung, die allem Wissen zugrunde liegt, verzweifeln. Aus solchen Gründen ist die Entwicklung nicht nur der Philosophie, sondern aller Wissenschaften von Tatsachen wiederholt als eine Geschichte der menschlichen Irrtümer erschienen, ein Wort, das wir uns zu eigen machen können, wenn wir hinzufügen, daß sie die Irrtümer darstellt, die auf dem Weg zur Wahrheit liegen. Aber selbst wenn alle diese Bedenken und Einwände gegen die Möglichkeit des Wissens die Ruhe des Denkens niemals getrübt hätten, würde die Voraussetzung, daß ein Wissen möglich sei, Untersuchungen darüber notwendig machen, unter welchen Bedingungen und in welchen verschiedenartigen Formen wir gültige Urteile gewinnen können und in welchem Sinne das so gewonnene Denken das Seiende, das es in der ihm eigenen Weise darstellt, zu erfassen vermag.

So ergibt sich die Idee einer Wissenschaft, deren Gegenstand die allen Wissenschaften gemeinsame Voraussetzung bildet.
LITERATUR - Benno Erdmann, Logik, Halle 1892