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JOACHIM KÜHN
Fritz Mauthners
gescheiterte Sprachkritik


"Um 1930 läßt sich in Paris der nahezu erblindete James Joyce, eben zu dieser Zeit mit dem monumentalsten Sprachexperiment der Literaturgeschichte beschäftigt, von Samuel Beckett Abschnitte aus Fritz Mauthners "Beiträgen zu einer Kritik der Sprache" vorlesen."

Sprachskepsis und Dichtung

Mit dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wächst unter den Dichtern immer schneller die Furcht, die Dichtung greife ins Leere. Den Grund dafür sucht man in der Sprache. Sie habe abgewirtschaftet, sei verdorben, sei unbrauchbar für eine Erkenntnis des Menschen, der Wirklichkeit, der Wahrheit. Die Sprache wird wie nie zuvor zu einem Angelpunkt der dichtungstheoretischen Diskussion, und sie ist es bis heute geblieben. "The real metaphysical problem today is the word", heißt es in einem Aufsatz über JAMES JOYCE.

Fritz MAUTHNER ist der erste Autor, bei dem die Überzeugung von der Nichtigkeit der Sprache so beherrschend wird, daß sie sein Werk - wenigstens seit 1900 - entscheidend prägt. Eine Integration von Sprachskepsis und Dichtung ist ihm zwar nicht gelungen, und er weicht deshalb auf eine philosophische Argumentation aus; dennoch scheint es mir gerechtfertigt, in ihm den Beginn der sprachskeptischen Dichtung zu sehen, zum einen, weil ihm seine  Kritik der Sprache  zum Dichtungsersatz wird, zum anderen, weil mit ihm die Diskussion über die Sprache beginnt und eine unmittelbare Einwirkung seiner Sprachkritik auf einige Dichter festzustellen ist. Auch wenn MAUTHNER am Anfang steht und am klarsten das neue Verhältnis zur Sprache widerspiegelt, so geriet er doch schnell in Vergessenheit und gerade in dem Maße, in dem seine ganz durch sein persönliches Erleben geprägte Sprachskepsis eine die Zeit prägende Grundstimmung und gerade bei den Größten ein existenzielles Problem geworden war.

MAUTHNERs Sprachskepsis wird für CHRISTIAN MORGENSTERN zu einer Rechtfertigung für das Spiel mit der Sprache. In MAUTHNERs Gedanken findet MORGENSTERN die Klärung seiner eigenen Anschauung vom Wesen der Sprache, insofern spricht er mit Recht von der "Krone einer inneren Entwicklung". MORGENSTERN bekennt sich zu einer radikalen Sprachskepsis, zu einem Leben "jenseits der Begriffe"(1) Von ihm stammt auch die Ankündigung eines FRITZ-MAUTHNER-Tags:

Aus dem Anzeigenteil einer Tageszeitung des Jahres 2401

Vorankündigung
22. November Fritz-Mauthner-Tag 22. November
Spectaculum Grande
Großes Wörterschießen! Preise bis zu 1000 M!
Mittelpunkt der Veranstaltung:
Zehnmaliges Erschießen des Wortes
"Weltgeschichte"

Das Festkomité
der Vereinigung zur ordnungsgemäßen Erschießung
verurteilter Wörter

Zerstörung der Sprache, der Syntax, des Worts, der Bedeutung: solche Gedanken manifestieren sich im Dadaismus. "Die Dadaisten waren die ersten, die das Ausmaß der Katastrophe erkannten. Sie sahen auch das Versagen der aufgewühlten Dichtung und die Gegenstandslosigkeit der messianischen Sprache. Utopien, Ideale, jede Verpflichtung der Kunst auf einen Glauben, die Literatur insgesamt gehörten für sie zum Gerümpel einer absurd gewordenen Epoche. Sie taten den letzten Schritt zur Befreiung der Sprache von der Tradition. Sie befreiten sich auch von der Aufgabe, die Menschen feierlich zu erschüttern oder satirisch zu verletzen, und führten ihren nützlichen Gebrauch überhaupt ad absurdum. Nach ihrer Poetik konnte sich die absolute Freiheit der Kunst nur noch als Ausbruch aus jeder inhaltlichen Fixierung beweisen. Nach Auflösung der Syntax unternahmen sie die Zertrümmerung des Worts in seine Splitter von Laut und Sinn, den Vorstoß in das sprachliche Nichts."(2)

In HUGO BALL, dem Denker des Dadaismus, zeigt sich am deutlichsten die Problematik dieses Experiments. Er hat nicht nur versucht, sich theoretisch darüber Rechenschaft abzulegen, sondern selbst erfahren, daß die Zerstörung der Sprache eine Illusion ist. Sein Leiden an der Sprache ist weniger erkenntnistheoretischer Art, vielmehr das Leiden des Dichters an der verkommenen Sprache seiner Zeit. Bei der Beschäftigung mit dem Anarchismus stößt er auf Pierre-Joseph Proudhon und notiert sich: "PROUDHON, der Vater des Anarchismus, scheint auch der erste gewesen zu sein, der um die stilistischen Konsequenzen wußte. Hat man nämlich einmal erkannt, daß das Wort die erste Regierung war, so führt dies zu einem fluktuierenden Stil, der das Dingwort meidet und der Konzentration (Zusammenballung) ausweicht."

HUGO BALL bezieht sich in seinem Roman  Flucht aus der Zeit (3) deutlich, teilweise sogar in der Formulierung, auf GUSTAV LANDAUER, der in seinem Buch  Skepsis und Mystik  (1903) und dann in der  Revolution  (1907) MAUTHNERs Skepsis als Durchbruch zu totaler Freiheit und damit zur Neugestaltung der Wirklichkeit dargestellt hatte.

Daß der Dichter sich Rechenschaft über sein Verhältnis zur Sprache abzulegen habe, ist seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts eine weitverbreitete Vorstellung. Die Herausforderung durch die Sprachexperimente der Zeit darf dabei nicht unterschätzt werden, dennoch scheint es mir, als habe FRITZ MAUTHNER diese Diskussion wesentlich gefördert. Bei einer großen Anzahl sehr unterschiedlicher Dichter läßt sich die Erkenntnis seiner Schriften nachweisen, bei anderen ist sie wenigstens wahrscheinlich. Zu erwähnen wären etwa ALFRED DÖBLIN, GERHART HAUPTMANN, HERMANN HESSE, RAINER MARIA RILKE und schließlich KURT TUCHOLSKY, der an H.E. Blaich, dem Redakteur des  Simplizissimus,  schreibt:
    "Was MAUTHNERn angeht, so weiß ich nicht, was die junge Generation über ihn denkt. Sie können das einfach: den Feuilletonisten abstreichen. Mich hat immer ein bißchen geärgert, was der Verfasser der Kritik der Sprache, die ich sehr gut kenne, alles so in Tageszeitungen unter sich läßt. Is er denn e Ozean, daß er kann zegleich tief und flach?"(4)
Um 1930 läßt sich in Paris der nahezu erblindete JAMES JOYCE, eben zu dieser Zeit mit dem monumentalsten Sprachexperiment der Literaturgeschichte beschäftigt, von SAMUEL BECKETT Abschnitte aus FRITZ MAUTHNERs  Beiträgen zu einer Kritik der Sprache  vorlesen.(5)

Es ist kaum möglich, alle diese Dichter unter einen gemeinsamen Nenner zu fassen, wenn man sich nicht auf die Feststellung beschränken will, sie hätten irgendwie mit dem Zweifel an der Sprache zu tun. Deutlich ist aber die Macht und Zähigkeit des sprachkritischen Gedankens, der in so verschiedener Weise über 90 Jahre lang, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität - Höhepunkte liegen in den ersten zwanzig und in den letzten zehn Jahren dieses Zeitraums - Dichter fesseln konnte. FRITZ MAUTHNER hat diesen Stein ins Rollen gebracht.


Die Beiträge

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, im Frühjahr 1901, erschien im Cotta-Verlag ein umfangreiches Buch von über 700 Seiten, der erste Band von Fritz MAUTHNERs  Beiträgen zu einer Kritik der Sprache. 

Der damals einundfünfzigjährige Autor, Theaterkritiker am  Berliner Tageblatt,  hatte sich gerade mit seinen Parodien  Nach berühmten Mustern  (1879) einen Namen gemacht, Romane, Erzählungen und Gedichte veröffentlicht und war geliebt und gefürchtet als scharfzüngiger Journalist. Die  Kritik der Sprache  ist seine erste philosophische Arbeit. Schon der Titel zeigt, welch hohen Anspruch er zu erfüllen sucht: das Werk wird neben Kants Vernunftkritik gestellt, wenn auch nicht als geschlossenes System, so doch als erste Beiträge zu einer neuen Richtung philosophischer Forschung.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist mit Bedacht gewählt und unterstreicht diesen Anspruch. Von der Jahrhundertwende erwartete man den großen Umbruch, die neue Zeit. Eine revolutionäre Erkenntnis, die alles menschliche Denken und alles Gedachte umstürzt, verkündet auch MAUTHNER: alles Denken ist eitel, alles Denken ist nur Sprache, nicht nur ohne Beziehung zur Wirklichkeit, vielmehr eine undurchdringliche Mauer zwischen Mensch und Wirklichkeit, auch keine Brücke des Verständnisses der Menschen untereinander, sondern die Ursache alles Mißverstehens und aller Einsamkeit. Sprache und Denken erscheinen als eine ungeheure Fehlentwicklung des Organismus Mensch, als ein Fluch, von dem er sich erlösen muß. FRIEDRICH NIETZSCHEs Zerstörung der moralischen Begriffe und der Kultur des modernen Europa wird übersteigert zu einer Verneinung des menschlichen Denkens gleichweder Kultur und Zeit. "Das Buch ist ein unerhörter Protest gegen Welt, Mensch und Gott", heißt es in einer Rezension.

Nach der  Kritik der Sprache  bleibt nichts mehr zu sagen übrig. Doch niemand, kein Dichter und kein Philosoph, fühlte sich verpflichtet, wirklich zu schweigen. MAUTHNER selbst schreibt weiter, allerdings in der Absicht, den Weg zu einer neuen Mystik aufzutun; noch in seinen letzten Lebensjahren entsteht das vierbändige Monumentalwerk  Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande.  Nur ein armer Student zog aus MAUTHNERs Lehre wirklich die letzte Konsequenz und beging Selbstmord.

Jeder, der schreibt, muß sich darüber im Klaren sein, daß er diese radikale Sprachskepsis nicht teilt, oder, wenn er sie teilt, seine eigenen Gedanken nicht zu ernst nimmt. MAUTHNER war sich dieser Aporie (Ausweglosigkeit) bewußt und versucht sich mit einem Gleichnis darüber hinwegzuhelfen:
    "Will ich emporklimmen in der Sprachkritik, die das wichtigste Geschäft der denkenden Menschheit ist, so muß ich die Sprache hinter mir und vor mir und in mir vernichten von Schritt zu Schritt, so muß ich jede Sprosse der Leiter zertrümmern, indem ich sie betrete. Wer folgen will, der zimmere die Sprossen wieder, um sie abermals zu zertrümmern.(6)

    "In dieser Einsicht liegt der Verzicht auf die Selbsttäuschung, ein Buch zu schreiben gegen die Sprache in einer starren Sprache. So mußte der Entschluß reifen, diese Bruchstücke entweder als Bruchstücke zu veröffentlichen, oder das Ganze dem radikalsten Erlöser zu überantworten, dem Feuer. Das Feuer hätte die Ruhe gebracht. Der Mensch jedoch, solange er lebt, ist wie die lebendige Sprache und glaubt, er habe etwas zu sagen, wenn er spricht."(7)
MAUTHNER beginnt mit einer verblüffenden Feststellung: die Sprache gibt es gar nicht, dem Wort entspricht nichts  Wirkliches.  Die Sprache ist ein Abstraktum und wie alle Abstrakta nur menschliche Denkgewohnheit und Denkeinheit. "Wo ist das Abstraktum  Sprache  Wirklichkeit? In der Luft? Im Volke, zwischen den Menschen.  Wirklich  wird sie nur im jeweiligen Sprechakt. Sprache ist eine soziale Wirklichkeit, sie ist kein Gegenstand, kein Geschenk, geschweige denn ein göttliches, sie ist Handlung, wie Essen und Trinken. Deshalb ist jede Grammatik, die die Sprache wie ein isoliertes und klar umgrenztes Objekt zu beschreiben sucht, statt ihre Funktionsweisen zu untersuchen, ein unsinniges Unterfangen.

Die "soziale Wirklichkeit" Sprache wird zu einer "sozialen Illusion", wo ihr eine Aufgabe zugemutet wird, die über die der alltäglichen Mitteilung zur praktischen Bewältigung des Lebens hinausgeht. Ihr Wesen liegt in der aktuellen Verwirklichung, die Art der Verwirklichung bestimmt ihren Wert. "Die Sprache ist ein Gebrauchsgegenstand, der durch die Ausbreitung des Gebrauchs an Wert gewinnt." Die Sprache ist ein Spiel und als solches ohne Beziehung zur Wirklichkeit, ein geordnetes Regelsystem, das nur im Gebrauch Bedeutung gewinnt:

"Die Sprache ist nur ein Scheinwert wie eine Spielregel, die auch umso zwingender wird, je mehr Mitspieler sich ihr unterwerfen, die aber die Wirklichkeit weder ändern, noch begreifen will."

MAUTHNER verfolgt in der  Kritik der Sprache  mehrere Absichten. Er will das Wesen der Sprache erklären; sie ist ein eigengesetzliches System neben der Wirklichkeit und kann deshalb zu deren Erkenntnis nichts beitragen. Auch die Menschen bringt die Sprache nur so weit einander näher, wie eine Spielregel die Mitspieler verbindet. Wirkliches gegenseitiges Verstehen ist ausgeschlossen. Wer sein Gegenüber, die Wirklichkeit und den Menschen, verstehen will, muß sich von der Sprache befreien. Aber die totale Befreiung bleibt eine Illusion. Deshalb ist Befreiung von der Sprache eine Befreiung von den Teilen, die den Menschen die Möglichkeit einer Erkenntnisgewinnung vortäuschen und das wahre Wesen der Sprache verschleiern. Das sind in erster Linie die Scheinbegriffe. Jeder Fortschritt im Denken findet seinen Anstoß außerhalb der Sprache und schlägt sich als Erweiterung der Sprache nieder. MAUTHNERs praktische Sprachkritik umfasst Wortkritik, Wissenschaftskritik und Kritik an öffentlichen Institutionen.

Die "Kritik der Sprache" ist philosophiegeschichtlich gesehen keine völlig überraschende Explosion neuer Gedanken; sie fußt auf einer langen Tradition. Die Intension und das emotionale Engagement, mit dem MAUTHNER sich diese Tradition zu eigen macht und überlieferte Gedanken radikal zu Ende denkt, macht die Bedeutung des Werkes aus.

In den Stellen, wo der Sprachskeptiker sich zu dichterischem Pathos findet, muß der Kern des Werkes gesehen werden. Sie beeindrucken uns und nicht MAUTHNERs Nominalismus, seine Lehre von den Zufallssinnen, sein Kampf gegen Sprachwissenschaft und Logik, bei aller Bedeutung zahlreicher Apercus, bei allen Anregungen, die er Linguistik und Sprachphilosophie gegeben hat. Das ist nur ein - oft mißratenes - Gewand, eine philosophische Maske, in die MAUTHNER sein Leiden an der Sprache kleidet, weil er sich die Kraft zu einer rein dichterischen Bewältigung nicht zutraute und wohl auch nicht besaß. Daher endet die  Kritik der Sprache  auch in Resignation. Wo er triumphiert und stolz auf seine Leistung pocht, da geschieht das entweder aus Zorn über die Verachtung, die seine Gegner ihm entgegenbringen, oder aber er beruft sich auf die praktische Sprachkritiker:
    "Die großen Skeptiker, die den Wert der philosophischen Begriffe genauer bestimmten und tote Worte, tote Symbole aus den Zierschränken hinauswarfen, waren bessere Mehrer des Sprachschatzes als die Konservatoren alles alten Gerümpels."(8)
Was den Kern seiner Sprachkritik betrifft, ist er bescheidener. "Ich vertraue, ich habe einen Richtweg geschlagen zu einer Philosophie. Zur Erkenntniskritik, welche Kritik der Sprache ist." Das große Werk schließt jedoch mit dem Eingeständnis der Vergeblichkeit. Was bleibt ist die Verzweiflung, wenn auch die "ruhige Verzweiflung" der Sprachkritik:
    "So muß sie Menschheit ruhig daran verzweifeln, jemals die Wirklichkeit zu erkennen. Alles Philosophieren war nur das Auf und Ab zwischen wilder Verzweiflung und dem Glücke der ruhigen Illusion. Die ruhige Verzweiflung allein kann - nicht ohne dabei über sich selbst zu lächeln - den letzten Versuch wagen, sich das Verhältnis des Menschen zur Welt bescheidentlich klar zu machen durch Verzichten auf den Selbstbetrug, durch das Eingeständnis, daß das Wort nicht hilft, durch eine Kritik der Sprache und ihrer Geschichte. Das wäre freilich die erlösende Tat, wenn Kritik geübt werden könnte mit dem ruhig verzweifelnden Freitode des Denkens oder Sprechens, wenn Kritik geübt werden müßte mit scheinlebendigen Worten."
Die  Kritik der Sprache  ist weder das umfangreichste, noch das wissenschaftlich anspruchvollste, noch das künstlerisch gelungenste Werk MAUTHNERs. Umfangreicher ist der  Atheismus und seine Geschichte im Abendlande,  höheren wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden sucht das  Wörterbuch der Philosophie und seinen künstlerischen Höhepunkt erreicht er im  Letzten Tod des Gautama Buddha Sie ist auch nicht der Endpunkt seines Denkens. MAUTHNERs letztes Wort ist die "gottlose Mystik".
LITERATUR - Joachim Kühn, Gescheiterte Sprachkritik - Fritz Mauthner's Leben und Werk, Berlin/New York 1975
    Anmerkungen
  1. Christian an Margarete Morgenstern, 8.10.1908
  2. Adolf Muschg, Von Trakl zu Brecht, Seite 76
  3. Hugo Ball, Flucht aus der Zeit, Seite 67
  4. Kurt Tucholsky, Briefe, vom 4.3.1916
  5. Ellmann, James Joyce, Seite 620
  6. Einen ganz ähnlichen Rückzug tritt auch LUDWIG WITTGENSTEIN gegen Ende des 'Tractatus' an: "Meine Sätze erläutern dadurch, daß sie der, welcher mich versteht, am Ende als Unsinn erkennt, wenn er durch sie - auf ihnen - über sie hinaus gestiegen ist. (Er muß sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.)
  7. Fritz Mauthner, Kritik der Sprache, Bd.1, Seite 2
  8. Fritz Mauthner, Gespräche im Himmel, Seite 56