individualitas non est scientia
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- Alles Faktische ist schon Theorie ! -



- Realität ist ein Machtverhältnis ! -

Schluß mit dem populären, aber verblödeten Realitätsgefasel
und einem bornierten Faktenfetischismus !

 ES IST NICHTS GEGEBEN !
[So lautet der längst fällige Paradigmenwechsel ! ]

Der "naive Realismus" ist eine Art Geisteskrankheit, die als "common sense" zum Normalzustand ausgerufen wird. In den USA stellt sich gerade  Donald Trump  an die Spitze dieser Bewegung und will Präsident werden. Aber auch hier in Deutschland ist das "gesunde Volksempfinden" in Form von  Pegida  und  AfD  wieder auf dem Vormarsch. Die Demokratie verkommt hier zu einer Herrschaft des Pöbels, der sich den billigsten Parolen ausliefert.

Das realistische Denken beruth auf der Annahme, daß sich etwas  wahrnehmen läßt [wie es "ist"]. Es gibt aber keine wissenschaftlich beweisbare Wirklichkeit. "Empirisch" heißt, daß etwas sinnlich gegeben ist, aber  es ist nichts sinnlich gegeben.  Auch die Empfindung ist schon Vorstellung, Abstraktion. Was verwortet wurde ist schon schematisiert. "Alles Vermittelte aber ist  bezweckt." [Gans-Ludassy]
    Eine objektive Realität ist nichts anderes als ein Ausdruck für eine  Macht,  bzw. Ohnmacht, die sich in den Köpfen von Menschen breitgemacht hat. Die scheinbare Neutralität der "wissenschaftlichen" Meßmethoden in Zeit- und Raum nützt in fundamentaler Weise den herrschenden Machtverhältnissen und macht sie unangreifbar, weil "Realität" und "Macht" als zwei grundsätzlich verschiedene Paar Stiefel angesehen werden, von denen das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Was gemeinhin als "Wirklichkeit" oder "Wahrheit" bezeichnet wird, muß als  "Interesse",  als  "Bedürfnis"  verstanden werden, das jemand mehr oder weniger oder auch  nicht  haben kann.

    Das Ziel: ist es, den Objektivismus als  Religion der Macht  abzuschaffen und den Begriffen von Logik, Rationalität und Vernunft wieder einen glaubwürdigen Sinn zu verleihen, mit dem sich die geistige Verwirrung der meisten Menschen verdeutlichen und klären läßt. Das Zeitalter der Fakten und absoluten Wahrheiten ist vorüber. Es sind  Interessen  und  Zwecke  und damit die  Macht, die das Geschehen auf dieser Welt bestimmt und die intellektuellen und seelischen Voraussetzungen, damit diese Macht auch "gut" sein kann, sind erst noch zu schaffen. Dazu gehört auch die Erkenntnis, daß es nichts Gutes  ansich  gibt, so daß die Frage lauten muß: "Gut für wen oder was?" Diesbezügliche Optimierungen in der Auffassung der Dinge sind  in jedem Fall  möglich. Der  Wertgedanke  ist dabei das geistige Band, das alle diese Bestrebungen zusammenhält.
Das ist die Grundidee dieser Forschungsstation mit dem leicht irreführenden Namen "gleichsatz.de".

Objektive Realität ist eine Jllusion. Die Dinge werden zweckbedingt beurteilt und gewertet. Es gibt nämlich keine  logische  und auch keine  kausale  Verbindung zwischen Wahrnehmung [= Vorstellung] und Gegenstand und auch keine zwischen Individuum und Allgemeinheit. Zwischen beidem besteht keinerlei Proportion. Ein solches Verhältnis muß  willentlich  gestiftet werden. Empirismus, Positivismus, Materialismus, überhaupt Realismus sind nichts weiter als populärer Massenwahn.

Die erforderliche Konsequenz aus dieser Einsicht ist kein Irrationalismus im herkömmlichen Sinn, kein bloßer Relativismus, Psychologismus, Phänomenismus, Pragmatismus, Konstruktivismus ect., sondern eine Wertlogik, bei der Normen, Werte und Rechte sich gleichermaßen auf individuelle wie auf soziale Zusammenhänge gründen.

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Die Dinge  sind  nicht  ansich  das oder das, sondern sie haben für jeden einzelnen Menschen eine ganz bestimmte Bedeutung.

Darauf wird in den objektiv-neutralen Denkmethoden prinzipiell keine Rücksicht genommen. Die breite Masse der Bevölkerungen wird mit logisch unzulässigen Verallgemeinerungen betrogen. Die lebensbedrohliche Verarschung von etwa 79,8% der Weltbevölkerung hat einen Namen: und zwar  formale Logik.  Der formalen Logik gehört die Macht der Abstraktion, die Macht der Gleichsetzung, die Macht der Allgemeinheit und damit die Macht der Ausgrenzung. In einer geistigen Atmosphäre von naivem semantischem Aberglauben genügt die bloße Erwähnung des Wortes "Realität", um als autoritärer Machtspruch [Fakten - Fakten - Fakten!] ahnungslosen Zeitgenossen Ehrfurcht einzuflößen.

Für die Verharmlosung derart geistiger Gewalt zahlt "die Menschheit" [und damit ist das gemeint, was  ich  unter Menschheit verstehe und was  mir  dieser Begriff bedeutet] einen hohen Preis an allgemeiner Verwirrung, unnötiger Armut und Krankheit, vermeidbaren Kriegen und sonstigem sinnlosen und würdelosen Sterben.

- Die Erkenntnistheorie ist
die Grundlage aller Ethik. -


Auf  gleichsatz.de  werden die logischen Voraussetzungen thematisiert, an denen eine vernünftige und damit friedliche Verständigung im Konflikt der Interessen bisher immer gescheitert ist. Eine nicht widersprüchliche  Einsicht  ist da unmöglich, wo Grundvoraussetzungen ungeklärt bleiben oder als selbstverständlich hingenommen werden, es aber nicht sind. Wo es keinen gemeinsamen Maßstab für das gibt, was als "rational" oder "logisch" gelten soll, bleibt am Ende nur die Gewalt zur Beendigung eines Streits und dabei spielt es keine große Rolle, ob diese Gewalt physisch oder psychisch ausgeübt wird.

Die Idee einer Moral und damit von Gerechtigkeit ist bedeutungslos, wenn dem Einzelnen nicht die Fähigkeit zur Entscheidung, zur Beurteilung oder zur Wahl zugerechnet werden kann. In einer Welt, in der alles von Autoritäten definiert wird, so daß einem gar nichts anderes übrig bleibt, als sich vorgegebenen Regeln zu fügen, ist jede Ethik hinfällig. Wer Prinzipien annimmt, die keinen anderen als einen  logischen  Grund haben [also keine Entscheidung beinhalten, sondern nur ein Folgen], kann nicht wirklich als moralischer Mensch [d. h. als Mensch mit "Charakter"] bezeichnet werden. In diesem Sinne muß sich eine Schuldigkeit zurechnen lassen, wer das Minderwertige dem Höherwertigen vorzieht. Es gibt also keine Unschuldigen. Was  Gustav Radbruch  vom Juristen gesagt hat, daß ein guter Jurist ein Jurist mit einem schlechten Gewissen ist, das gilt auch für Politiker und Journalisten, ja im Grunde genommen für jeden Menschen in seiner Eigenschaft als Mensch. So ein "schlechtes" Gewissen jedoch ist das "Normalste von der Welt" [-Nobody is perfect-] und keineswegs Grund zur Resignation oder zum Pessimismus. Es ist eher so zu verstehen, wie  Jesus  vom Menschen spricht: "Es ist niemand gut, außer Gott." [Wobei ich selbst den Glauben an einen "guten" Gott für einen Aberglauben halte.]

Es ist unmöglich, auf Verallgemeinerungen zu verzichten, denn damit würde auch jedes Denken aufhören, aber man sollte sich immer auch bewußt sein, daß hinter jedem Wort ein Wollen steckt, eine Richtung und ein Ziel, das man stets im Auge haben sollte, wenn das, was  gemeint  ist, auch verstanden werden soll. Noch so viele scheinbare Wahrheiten sind bedeutungslos, wenn es eigentlich um ganz was anderes geht. Ohne  Verständnis  ist das Geschehen auf dem Planeten Erde nichts weiter als eine Ansammlung von Dumm-, Bos- und Verücktheiten und es wird mit Sicherheit erheblich mehr Schaden angerichtet, als das Gegenteil der Fall ist. - Jede Menge Gesichtspunkte also, um - gegen den Strom der Zeit - sich das Kritikvermögen  nicht  einschläfern zu lassen. Die Realisten sind der Feind. Realität ist Jllusion, fauler Zauber und wird in der Regel mit Logik verwechselt. Die Logik hat aber mit Wirklichkeit nichts zu tun und betrifft nur die Begriffe und Zahlen untereinander.

Die meisten Menschen träumen ihren dogmatischen Schlummer vom Gegebenen und halten für  real,  was eigentlich eine mehr oder weniger willkürliche Konstruktion ist. Es ist nichts  gegeben,  auch kein Gott. Es wird alles nur  angenommen  und  aufgegeben.  Das Problem ist ein ethisches und damit des  Wollens  und nicht des objektiven Wissens. Das objektive Wissen ist selbst das Problem.